Der Vorteil externer Wasserkühlungssystemen liegt im erweiterten Spielraum und in einer oftmals günstigeren Umgebungstemperatur begründet. Durch mehr Platz außerhalb des Gehäuses können größere und aufwendigere Lösungen realisiert werden.
In Mode gekommen sind in letzter Zeit vor allem die Kühltürme, welche im Allgemeinen die Thermische Konvektion ausnutzen. Die an den Kühlkörpern erwärmte Luft steigt nach den physikalischen Grundgesetzen nach oben und sorgt so auch ohne Lüfter für einen ständigen Luftstrom. Die Geräuschemission der Wasserkühlung wird auf das leise Brummen der Aquariumpumpe, die für den Flüssigkeitstransport zuständig ist, reduziert.
Zwei unserer heute unter die Lupe genommenen Kühllösungen verwenden dieses Prinzip und arbeiten komplett ohne aktive Lüftung. Zum Einen wäre hier der Reserator 1 Plus des namhaften koreanischen Herstellers Zalman [1] - eine erweiterte Version des ersten Reserator - und zum Anderen der Silencer MKII der deutschen Kailon [2]-Manufaktur zu nennen.
Thermaltake [3] setzt auf pure Größe und präsentiert mit dem „Symphony“ den höchsten Kühlturm, der uns je untergekommen ist. Hier wird mit sage und schreibe fünf großen 120-mm-Lüftern auf einem übergroßen Radiator Wärme abgeführt.
Wie sich die drei Systeme schlagen und ob sie für den Alltagsgebrauch tauglich sind, werden wir auf den nächsten Seiten in Erfahrung bringen.
Der Reserator 1 Plus wird in einer recht imposanten, für den Transport gut gepolsterten Verpackung geliefert. Im Lieferumfang befinden sich eine ausführliche Anleitung, der große, schwarze Kühlturm aus Aluminium, ein vergoldeter CPU-Kupferkühlblock „ZM-WB3 Gold“ sowie ein recht klein wirkender GPU-Kühler „ZM-GWB2“. Beide sind in Blau gehalten. Außerdem ist eine Plastikflasche mit Wasserzusatz gegen Korrosion und Algenbildung, ein „Flow-Indikator“ für den Wasserdurchlauf und weiteres Zubehör für den Anschluss beigelegt.
Mit 15 cm im Durchmesser (ohne Kühlfins) und circa 59 cm in der Höhe ist die Hauptkomponente, der Reserator, etwas höher als ein standardkonformes Midi-ATX-Gehäuse. Er ist komplett in Schwarz gehalten und wiegt relativ geringe 6,5 kg. Mit maximal 2,5 Litern Füllmenge fasst er das in diesem Test wenigste Wasser. Zum Befüllen besitzt der Reserator einen abdrehbaren Deckel mit Dichtungsring. Auch der Boden des Geräts, auf dem die Pumpe angebracht ist, ist abnehmbar.
Die im Boden integrierte, modifizierte Aquariumpumpe schafft eine Pumphöhe von einem halben Meter, verbraucht etwa fünf Watt und schaufelt maximal 300 Liter pro Stunde. Sie wird mit dem integrierten Stecker an einer handelsüblichen Steckdose angeschlossen und besitzt einen Ein-/Ausschalter. Um den Transport eines verbauten Reserator-Systems zu erleichtern, sind die beiden Ein- bzw. Ausgänge unterhalb des Turms mit „Quick-Coupling“-Anschlüssen der Firma CPC [4] ausgestattet, die durch einen ausgeklügelten Aufbau mit Ventilen das absolut tropfenfreie Entkoppeln des Kühlturms vom Rest des Kreislaufs ermöglichen.
Als nette Dreingabe zum Lieferumfang zeigt sich der „Flow-Indicator“, der an einem beliebigen Punkt des Kühlkreislaufs integriert wird und durch ein freiliegendes Plastikstäbchen, welches sich bei einer optimalen Durchlaufgeschwindigkeit bewegt, die Wasserzirkulation anzeigt. Der beigelegte, sehr leicht biegbare und vier Meter lange Schlauch ist einfach teilbar und besitzt einen Innendurchmesser von 8 mm. Um den Schlauchkonstrukt zwischen CPU und GPU zum Reserator zu führen, wurde ein „I/O Bracket“ beigelegt, welches in einen PCI-Slot am Gehäuse eingesetzt wird, durch den die Schläuche dann einfach über einen Durchschleif-Adapter nach Außen geführt werden.
Ein Abdichtstutzen, der beim Austausch der integrierten Pumpe zum Einsatz kommt, wurde ebenfalls mitgeliefert.
Sehr positiv zeigt sich der Standfuß des Reserators. Dieser ist wie der restliche Aufbau sehr stabil und erfüllt seinen Zweck vorbildlich. Um der Leckbildung vorzubeugen hat Zalman genügend so genannte „Tube-Clamps“ beigelegt, die mit einer gehörigen Portion Kraft und einer Spitzzange über den gestülpten Schlauch und den Anschluss geschoben werden.
Der für den Abtransport der Wärme des Prozessors zuständige „ZM-WB3 Gold“-Kühlkörper mit gefrästem Laufkanal und einer vergoldeten, hochwertig polierten Vollkupferbasis wirkt sehr mächtig und wird mit Halterungen für alle aktuellen Sockel geliefert. Die Schläuche werden auf die vormontierten Anschlüsse aufgesetzt und mit einer großen Außenschraube fixiert. Der Kühler wird in einer separaten Blisterverpackung mit eigener Anleitung und Silikon-Wärmeleitpaste geliefert.
Für die Grafikkarte ist der „ZM-GWB2“ zuständig, der genauso wie der CPU-Kühlblock in Blau gehalten ist, allerdings aus Aluminium besteht. Er besitzt (anders als sein Prozessor-Bruder) fest vorinstallierte, nicht abnehmbare und ungewinkelte Stufenanschlüsse, die mit den Tube-Clamps kombiniert werden. Über eine Haltebrücke aus Stahl, die mit der Platine der Grafikkarte variabel verschraubt wird, ist ein fester Halt des Blocks garantiert. Durch die geringe Baugröße des ZM-GWB2 dürfte es keine Einbauprobleme geben. Eine gut gepflegte Liste der vom ZM-GWB2 unterstützten Grafikkarten [5] hält die Webseite von Zalman bereit.
Die Bodenplatte des GPU-Blocks ist zwar nicht derart sauber poliert wie die der CPU-Variante. Dies sollte jedoch für die Wärmeabfuhr aufgrund der mitgelieferten Wärmeleitpaste und der vergleichsweise geringeren Wärmeabgabe der GPU kein Problem darstellen.
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Installation des Reserator 1 Plus stellt Zalman – abgesehen von der beiliegenden Dokumentation – auch im Internet als Flash-Video zur Verfügung. Um den Kühler auf dem CPU-Sockel zu befestigen wird zuerst etwas Wärmeleitpaste auf den Prozessor aufgetragen und danach der Kühlblock aufgesetzt. Anschließend werden zwei Stege in das Retention-Modul eingesetzt und mit einem gebogenen Klemmsteg verschraubt, der den nötigen Anpressdruck aufbaut. Nach dem gleichen Prinzip wird auch bei der Grafikkarte vorgegangen. Als nette Dreingabe sind acht Passivkühler für den Videospeicher beigelegt, die einen selbstklebenden Boden besitzen.
Nachdem die Kühler fixiert worden sind, müssen die Silikonschläuche passend zugeschnitten werden, was mit einer Schere oder besser mit einem Teppichmesser zu bewerkstelligen ist. Nun wird die CPU mit der GPU verbunden und der Schlauch mit den Tube-Clamps befestigt. Ein schwieriger Akt, der nur mit viel Kraft zu meistern ist. Nach dem Hindurchschleifen der Schläuche über die Anschlüsse der Slotblende wird noch der Durchlaufindikator zwischengeschaltet. Nun können die CPC Quick Couplings an den Schlauchenden angebracht werden. Diese machen beim Zusammenstecken einen gut hörbaren „Bestätigungs-Klick“ und haben sich während unserer Tests als hervorragend dicht bewiesen.
Nach der Befüllung mit destilliertem Wasser und dem beigelegten Anti-Korrorionszusatz wird, um der Gefahr von Wasser im laufenden Computer vorzubeugen, der Reserator ohne laufenden PC eingeschaltet und einige Stunden lang im Betrieb auf Lecks überprüft.
Die Montage verlief grundsätzlich reibungslos, was vor Allem auf die ausführlichen und vorbildlich bebilderten Anleitungen zun den Kühlern und dem Reserator zurückzuführen ist. Das einzig Ärgerliche waren die schwer anzuschließenden Tube-Clamps.
Das Silencer Set MKII des jungen, deutschen Herstellers Kailon [1] kommt in einem kleineren Karton und einer im Vergleich zum Zalman-Pendant nicht ganz so üppigen Zubehörausstattung daher. Der Lieferumfang beinhaltet: Einige Meter Silikonschlauch (farblos klar) mit 10 mm Außendurchmesser, Schnellverbinder-Anschlüsse (Eigenmarke Kailon), eine Anleitung, einen CPU- sowie GPU-Kühler, mehrere Druckschrauben für die Montage, einen Inbus-Schlüssel, Antikorrosionsflüssigkeit, Schraubanschlüsse für die Kühler, einen ATX-Adapter für den Testlauf der Wasserkühlung und zu guter Letzt eine Slotblende mit Durchschlägen für die Schläuche und den 4-Pin-Molex-Stecker der Stromversorgung des Hauptmoduls. Beide mitgelieferten Kühlkörper gehören der neuesten Kailon-Generation an, die sich „Preytec NEMESIS“ nennt.
Die Basis des Kühlsystems stellt wie beim Reserator 1 Plus der passive Kühlturm dar, der im Boden eine integrierte Tauchpumpe besitzt. Diese schafft eine maximale Förderhöhe von 1,4 m und transportiert 780 Liter in der Stunde. Der Silencer MKII ist ein Aluminiumaufbau im schicken Design – natürlich geschmückt mit dem Kailon-Drachen. Der 47 cm hohe Turm hat ein Fassungsvermögen von 3,0 bis 3,5 l und einen Durchmesser, der bei circa 18 cm liegt. Die Aluminium-Platten, „Thermo-Shields“ genannt, die viermal seitlich am Kühlturm angebracht sind, tragen zum Kamineffekt und damit dem Konvektionsluftstrom bei. Er arbeitet demnach mit demselben Grundprinzip wie sein passiver Widersacher, der Reserator 1 Plus. Die komplette Kühloberfläche umfasst 1,4 m².
Der Silencer MKII wird durch vier hohle Aluminium-Standfüße relativ sicher auf dem Boden der Tatsachen gehalten. Boden und Deckel sind abschraubbar. Hier wurde, zumindest an der Oberseite, auf acht Inbus-Schrauben gesetzt. Da diese über ein kleines Gewindeprofil verfügen, ist es recht müßig, das System zum Befüllen zu öffnen – hier hätten wir uns eine ähnliche Vorrichtung wie beim Zalman-Konkurrenten gewünscht. Auch beim MKII wird ein so genanntes I/O-Bracket mitgeliefert, welches als Durchreiche für die Schläuche und den Molex-Stromstecker zur Hauptkomponente dient. Es wird einfach in einen freien PCI-Slot installiert.
Der ATX-Adapter überbrückt beim Anschluss an die Hauptader (Mainboardkabel) des Netzteils zwei PINs und ermöglicht dadurch einen Testlauf des Silencer MKII, ohne dass der Rechner selbst laufen muss.
Die dem Set beigelegten Kühler der „Preytec NEMESIS“-Serie stellen eine der neuesten Errungenschaften im Hause Kailon dar. Sie werden erstmals dem Silencer MKII beigefügt und weisen ein neues Design und eine neue Technik gegenüber den normalerweise integrierten „MKII Cooler Series“ auf.
Beide Kühlkörper sind aus Kupfer gefertigt und vernickelt. Sie haben keine fest vorgesehene Durchlaufrichtung und besitzen eine spezielle Fräsung der inneren Grundplatte, wobei die Basis mehrere Mikrokanäle aufweist. Zentral wurde eine aufwendige Frästechnik verwendet, um diesen Teil des Kühlers extrem fein zu perforieren und damit die Wärmeabgabe an das Wasser zu optimieren.
Die Halterung der Kühler besteht aus einer festen Stahlplatte mit Standardbohrungen, die den genormten Mainboardbohrungen um die CPU-Sockel gleichen. Die Bodenplatten sind überdurchschnittlich plan poliert und bieten dadurch eine sehr glatte Auflagefläche, was in einer sehr guten Wärmeaufnahme resultiert. Der Grafikkarten-Kühlblock wurde in einer schicken Aluminiumbox geliefert. Positiv zeigt sich außerdem, dass der gesamte Block modular aufgebaut und mit dem beigelegten Inbus-Schlüssel geöffnet und dann gesäubert werden kann.
Die Montage gestaltete sich überwiegend einfach: Nachdem die mitgelieferten Druckschrauben mit Plastikringen durch die Löcher am Mainboard und an der Grafikkarte gesteckt worden sind, können die Kühlkörper aufgesetzt und mit jeweils vier Federn und Thumbscrews fixiert werden. Problematisch dürfte hier vor allem für unerfahrene Benutzer die Gefahr sein, die Schrauben zu fest zu ziehen, da es diesbezüglich keine konkrete Anweisung in der Anleitung gibt.
Nun schraubt man die beigelegten Anschlusstüllen in die dafür vorgesehenen Gewinde der Kühler und schneidet die Schläuche auf eine großzügige Länge zu. Nach dem Aufstecken der Schläuche werden diese mit der Gewindemutter der Anschlussstutzen fixiert und halten bombenfest. Nun können die Schläuche sowie der Stromstecker des Kühlturms durch die PCI-Blende gesteckt und das System befüllt werden. Abschließend wird noch der ATX-Adapter auf das Ende des Mainboard-Stromkabels gesteckt und der Aufbau einige Stunden auf Lecks geprüft.
Die Schlauchenden, die aus dem Gehäuse ragen, besitzen nach dem Einbau Schnellverbinderanschlüsse wie die des Zalman Reserator 1, die tropfenfrei getrennt und wieder zusammengeführt werden können. Dadurch wird eine hohe Portabilität gewährleistet. Auffällig ist hier, dass sie beim Zurückziehen von jeweils einer Stahlschlaufe durch eine Feder sehr schnell aus ihrer Verankerung schießen, was für Fingernägel wohlmöglich schmerzhaft enden kann – hier sei zur Vorsicht geraten.
Etwas misslich zeigt sich die Anleitung, die zwar für den Hauptpart der Installation ausführlich und genau bebildert ist, für die Grafikkarten-Montage jedoch keinerlei Hinweise bietet.
Der Karton des Thermaltake Symphony hat eher die Größe eines IKEA-Regals als die einer Wasserkühlung. Er beinhaltet hinter einer guten Polsterung und viel Produktwerbung:
Den Kühlturm, eine Flasche Antikorrosionsmittel, zwei CPC Quick Coupling-Anschlüsse, mehrere Schlauchschellen, ein PCI-Bracket mit Stromadapter, mehrere Befestigungsplatten für die Verschraubung des CPU-Kühlers, ein „Aquarius II VGA Waterblock“ in eigener Blisterverpackung, Universalclips für alle aktuellen Sockel, mehrere Schraubensets, Schlauchanschlüsse , zwei weitere und zugeschnittene, schwarze Schläuche, Silikon-Wärmeleitpaste und einige Mainboardmuttern, die für die Prozessorkühler-Montage nötig sind. Natürlich darf auch eine Anleitung nicht fehlen.
Anders als die beiden anderen Testkandidaten von Zalman und Kailon arbeitet das Symphony nach einem eher herkömmlichen Wasserkühlungs-Konzept. Ein großer Radiator (teilweise aus Aluminium, teilweise aus Kupfer bestehend), an dem fünf langsam drehende 120-mm-Lüfter zum Wärmeabtransport angebracht sind, kühlt das ihn durchlaufende Wasser und damit CPU und GPU. Hier zeigt sich besonders die Größe des Radiators, der mit über 700 mm in der Länge zu den beeindruckendsten ihrer Art gehört.
Den Wassertransport übernimmt eine Dualpumpe mit 90 Liter Fördervolumen pro Stunde, die unter dem Radiator angebracht ist. Zur Befüllung wurde am unteren Teil des Turms eine abnehmbare Klappe eingebaut, hinter der die Pumpe und ein Ausgleichbehälter mit Füllstutzen lagern. Die nach eigenen Angaben mit 16 dB(A) laufenden Lüfter sind in Reihe mit dem Stromkabel der Pumpe geschaltet. Dieses Kabel wird direkt mit dem Netzteil des Computers verbunden, sodass das System nach dem Einschalten des PCs automatisch anläuft.
Das Basismaterial des Symphony-Kühlturms ist gebürstetes Aluminium, was einen edlen Wohnzimmerlook mit sich bringt. Die Lüfter sind bei normaler Zimmerbeleuchtung nicht sichtbar, sodass der Eindruck eines großen Hometheatre-Lautsprechers erweckt wird. Der massive Standfuß hält die Komponente sicher auf ihrem Platz. Der Hauptturm ist 1,1 m hoch und hat eine Breite von 150 mm. Mit stolzen 14 kg Gewicht besitzt er eine eher eingeschränkte Portabilität.
Wie bei den Konkurrenzprodukte wird für die einfache Installation ein PCI-Bracket mitgeliefert, durch das die beiden Schläuche zum Kühlturm geführt werden. Außerdem ist dem Symphony ein Stromanschluss beigefügt, der auf der einen Seite den Stromstecker des Turms fasst und auf der anderen Seite ein Molex-Kabel zum Netzteil besitzt. Über dem Standfuß ist darüber hinaus eine blaue Status-LED angebracht, die leuchtet, sobald das System angeschaltet ist. Thermaltake spricht von einer über 10000 Stunden wartungsfreien Wasserhaltbarkeit, was in der Praxis sehr pflegeleicht wäre.
Beide mitgelieferten Kühler bestehen aus Vollkupfer und sind verhältnismäßig schwer. Sie besitzen eine normale Kühlkanal-Fräsung und eine relativ sorgfältig polierte Bodenplatte. Am CPU-Kühler sind zwei schwarze 10-mm-Schläuche (6 mm Innendurchmesser) fest angebracht und mit jeweils einer Feder vor zu starkem Knicken geschützt. Der Kühler besitzt fest definierte Ein- und Auslassrichtungen, die in der Anleitung beschrieben werden.
Der Grafikkarten-Kühlblock kommt - wie schon angesprochen - in einer separaten Verpackung daher und besitzt einen einfachen U-Kanal. Da von der GPU nicht derart viel Hitze abzuleiten ist wie von der CPU, reicht diese einfache Fräsung für eine effektive Kühlung aus. Eine eigene Anleitung beschreibt abermals ausführlich das, was schon in der Hauptanleitung des Symphony ausgeführt ist. Für verschiedene Schlauchgrößen wurden außerdem weitere Schraubanschlüsse beigelegt. Über dem Kupferblock und dessen Fräsung liegt eine durchsichtige Plexiglasschicht, in die die Anschlüsse eingesetzt sind.
Bei der Montage des Symphony stellt den aufwendigsten Part die Installation der CPU-Halterung dar. Hier werden der Anleitung nach mehrere gleichförmige Stahl- und Schaumgummiplatten mit fest angebrachten Klebeflächen zusammengeklebt und unter das Mainboard gesetzt. Nun kann nach dem Einsetzen von vier Schrauben mit Abstandhaltern der Kühler selbst auf die CPU aufgelegt und mit einer weiteren Stahlplatte und Muttern fixiert werden.
Obwohl diese Montagetechnik sehr ungewöhnlich ist, konnte sie überzeugen, da im Endeffekt nahezu keine Verkantungsgefahr besteht. Außerdem werden keine Druckschrauben verwendet, die zu fest verschraubt werden könnten.
Der GPU-Block wird mit einer einfachen Universal-Stahlhalterung und den Bohrungen des Grafikkarten-PCBs verschraubt. Jetzt besagt die Anleitung, dass ein Klarsicht-Silikonschlauch den GPU-Kühler mit den fest installierten schwarzen Schläuchen des Symphony und des CPU-Blocks verbinden soll, der aber leider nicht mitgeliefert wurde. Dieser muss also noch zugeschnitten und dann in die Schlauchanschlüsse gedrückt werden. Nach dem Festschrauben der Anschlussmuttern sind diese bombenfest fixiert. Die in diesem Test vom Zalman-Reserator-System bekannten Schlauchclips wurden auch hier verwendet, um an bestimmten Stellen den festen Schlauchsitz zu gewährleisten – sie lassen sich jedoch nur mit viel Kraft über die Schläuche ziehen.
Der Großteil der Schlauchteile ist bereits von Thermaltake vorgeschnitten. Nur am PCI-Bracket müssen sie abermals geteilt und zu guter Letzt mit den gut funktionierenden Quick-Coupling-Anschlüssen verbunden werden. Nach dem Einstecken dieser kann das System über die Klappe am Symphony-Turm und dem dahinter liegenden Ausgleichsbehälter mit dem beigelegten Antikorrosionsmittel befüllt werden.
Da die Systeme von Zalman und Kailon komplett passiv gekühlt arbeiten, sind sie auch bei genauerem Hinhören nicht wahrnehmbar. Die Pumpen der Kühllösungen arbeiten nahezu vollständig lautlos und vibrationsfrei – sind keine Lüfter mehr im Computer vorhanden oder ist dieses gut gedämmt, besitzt der Benutzer einen lautlosen PC.
Das Thermaltake Symphony hingegen funktioniert nicht durch einen natürlichen Temperaturausgleich mit der Umgebung sondern durch den herkömmlichen, schnelleren Abtransport der Wärme durch luftumwälzende Lüfter. Obwohl die 120-mm-Varianten mit 1400 U/min selbst unhörbar sind, erzeugen sie durch ihren Luftstrom am Schutzgitter des Kühlturms eins klar wahrnehmbares Betriebsgeräusch. Diese ist allerdings sehr niederfrequent und stört vergleichsweise wenig. Als lautlos kann das Symphony jedoch nicht bezeichnet werden.
Die Temperaturwerte werden mit einem Pentium 4 3,2 GHz „Prescott“-Prozessor auf einem EPoX 4PCA3+ ermittelt. Im System sind 1024 (2 x 512) Megabyte DDR400-RAM von Infineon verbaut. Die nötige Power wird durch ein Silverstone SST-ST52F [6]-Netzteil mit 520 Watt gewährleistet. Durch ein extern angebrachtes Thermometer werden genaue Temperaturen ausgelesen.
Als Vergleichskühler zu den drei Protagonisten musste der Luftkühler „polargate 478 Cu S“ von Verax [7] im High-Modus herhalten. Um einen Vergleich für die GPU-Temperaturen zu haben, wurde der „VF700-Cu“ von Zalman [8] auf einer GeForce 6600 GT AGP verbaut.
Temperaturen der Protagonisten
Angaben in °C
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Der CPU- und GPU-Leerlauf bedeutet eine Auslastung von maximal 20 Prozent, die beim normalen Arbeiten mit dem Computer auftreten. Die Volllast-Werte der Chips werden für die CPU mit dem Tool CPU Burn-In [9] mit ausgeschaltetem „Error-Checking“ ermittelt. Um repräsentativ die Grafikkarte zu belasten, wurde das Benchmarktool rthdribl [10] („Real-Time High Dynamic Range Image-Based Lighting“) auf Basis von DirectX 9.0 verwendet.
Damit kommen wir zum Fazit dieses Tests von drei sehr außergewöhnlichen, externen Wasserkühlungs-Sets. Letztendlich ist erfreulicherweise erst einmal zu sagen, dass keines der Produkte nur eingeschränkt empfehlenswert war – alle hatten ihre Vor- und Nachteile und kühlten unsere CPUs und GPUs überdurchschnittlich gut. Für den verhältnismäßig hohen Preis haben sie ein komplettes Zubehör aufzuweisen und lassen sich für die Sockel A, 775, 478, 754 und 939 einsetzen. Obwohl sie schon Prozessor und Grafikkarte kühlen mussten, haben die Kandidaten genügend Reserven für zusätzliche Kühlblocks - zum Beispiel für die Northbridge, Festplatten oder das Netzteil.
Völlig uneingeschränkt können wir alle drei Kandidaten für den Heimgebrauch empfehlen. Für LAN-Besucher oder Vielreisende sind sie allerdings weniger geeignet, da sie 5 bis 15 kg mehr Last als mit einem normalen Luftkühler bedeuten.
Der Reserator 1 Plus überzeugte durch seinen ausgeklügelten und gleichzeitig recht einfachen Einbau. Die Schlauchanschlüsse sind zwar nicht gerade optimal gestaltet, halten jedoch ihr Versprechen und sind durchweg dicht. Die Schläuche selbst sind vielleicht einen kleinen Kritikpunkt wert, da sie sich extrem leicht verbiegen lassen und dadurch Bruchstellen oder Engpässe bilden können.
Die Kühlleistung zeigte sich für ein passives System sehr gut und besitzt genügend Reserven für das Übertakten oder Einbinden weiterer Kühlelemente. Die Quick-Coupling-Anschlüsse haben uns sehr überrascht, denn sie funktionieren fast tropfenfrei und garantieren eine hohe Portabilität des Reserator. Er musste sich zwar um einige wenige Grad dem Kailon Silencer MKII geschlagen geben, bietet jedoch den Vorteil einer einfacheren Befüllung. Ordentlich ist auch der Flow-Indicator, der seine Funktion erfüllt und eine nette Dreingabe für Neulinge darstellt. Die etwa 239 Euro, die für den Reserator 1 Plus von Zalman aufgebracht werden müssen, sind eine Investition wert.
Die neuen Preytec NEMESIS-Kühler von Kailon konnten dieses Set bei den Temperaturwerten sogar etwas vor den Zalman Reserator 1 Plus hieven. Durch die verhältnismäßig geringe Bauhöhe und die trotzdem sehr gute Passivkühlleistung kann der Silencer MKII vollauf überzeugen. Tatsachen wie die etwas spartanische Anleitung, die schwere Erkennbarkeit der Ein-/Ausgänge am Kühlturm und die durch die vielen Schrauben am Deckel etwas fummelige Befüllung trüben den Gesamteindruck nur wenig.
Auch hier konnten die Schnellverbinderanschlüsse einen guten Eindruck hinterlassen und für den Kampfpreis von circa 169 Euro muss man einfach zugreifen. Die von Kailon in Kürze folgenden Silencer MKII-Sets werden die neuen NEMESIS-Kühler ohne Aufpreis beinhalten, was ein außerordentlich gutes Angebot darstellt.
[Update] Das aktuelle Silencer MKII Angebot von Kailon enthält nicht den in unserem Testset enthaltenen GPU-Kühler. Dieser muss für 29 Euro dazubestellt werden, was einen Gesamtpreis für unser Testset von 198 Euro ergibt. Da dies jedoch weiterhin konkurrenzlos günstig ist, behält der Kailon Silencer MKII seinen Preis-Award.
Mit einem Preis von etwa 259 Euro ist das Thermaltake Symphony das teuerste Set im Test – allerdings auch das mit Abstand stärkste. Es setzte sich durch seine massive Aktivbelüftung deutlich von den passiven Konkurrenten dieses Artikels ab und hat weitere Reserven für Overclocking und Erweiterungen. Leider ist es auch das schwerste System im Test. Die eingesetzten Quick-Couplings erhöhen zwar die Portabilität, weitere 14 kg ohne Einberechnung des Wassers sind allerdings für LAN-Gänger eine kaum akzeptable Last.
Als einziges Produkt im Test hat das Symphony bereits vorgeschnittene Schläuche vorzuweisen und auch die CPU-Installation ist vorbildlich und sicher für Anfänger gestaltet. Leider sind die Schlauchclips wie beim Zalman-Set extrem schwergängig und erfordern in jedem Fall den Einsatz einer Zange und viel Kraft. Bedauerlicherweise wurde der in der Anleitung angesprochene Klarsichtschlauch für die Grafikkarteninstallation nicht mitgeliefert.
Obwohl das System gegenüber den anderen beiden Protagonisten nicht unhörbar ist, konnte es sich im Test behaupten und bietet für sein Geld die momentan leistungsfähigste externe Wasserkühlung. Ein Temperaturunterschied von nur 3 °C zwischen Leerlauf und Volllast der CPU ist ein selten gesehener Spitzenwert.