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Test: Asus Silent-Square Pro

von Martin Eckardt

Einleitung

Ein High-End-Prozessorkühler von Asus? Im ersten Moment erscheint diese Vorstellung etwas ungewöhnlich, doch längst gehören nicht mehr nur Mainboards, Grafikkarten und Notebooks zum umfangreichen Produktportfolio des rennomierten Herstellers. Schon seit einiger Zeit versuchen die Asiaten, auch am Retail-Kühlermarkt Fuß zu fassen, wenngleich die bisherigen Ergebnisse dieser Bemühungen mitunter eher zum Schmunzeln [1] einluden.

Dies soll sich nun aber ändern, denn mit der Silent-Square-Serie vertraut Asus auf ein bewährtes Heatpipe-Designkonzept mit zentralem Sandwitch-Lüfter-Setup, Dual-Hybrid-Kühltürm sowie einem Multiplattform-Konzept für alle aktuellen Sockel. Gepaart mit geringer Betriebslautstärke, hoher Materialqualität und einem angemessenen Preis-Leistungsgefüge sollte die eingesessene Konkurrenz diesmal also durchaus zu ärgern sein.

Lieferumfang

Kompletter Lieferumfang

Wie wir es von den Mainboard- und Grafikkartenbundles von Asus gewohnt sind, beglückt uns der Hersteller auch beim Kühler mit brauchbarem Zubrot. So finden wir neben dem Silent-Square Pro und den obligatorischen Montagekleinteilen, der Installationsanleitung mit deutscher Sprachfassung und der silikonbasierenden Wärmeleitpaste eine durchaus hübsche, schwarze LC-Display-Drehpotilüftersteuerung für den 3,5-"-Gehäuseschacht samt üppig langer Verkabelung im nett gestalteten Retail-Karton.

Technische Daten

Kühler im Detail

Wie beim Scythe Mine [4] halten wir auch mit dem Silent-Square Pro einen Kühler mit zentralem, von zwei Kühltürmen eingeschlossenen Lüftersetup in den Händen. Dabei vertraut der schicke Asus-Kühler auf immerhin fünf U-förmig aufgebogene 6-mm-Heatpipes, die an der kupfernen Wärmeaufnahme zusammenlaufen. Darauf aufgesteckt zählen wir pro Kühlturm 35 Aluminiumlamellen mit je zwei Millimeter Spaltabstand.

Silent-Square Pro Orangene Lüfterabdeckung 5-fach Heatpipe

Der mittig eingebaute 92-mm-Lüfter der Marke Sunon gehört mit seinen maximal 2500 U/min zu den Vertretern der forscheren Gangart und ist Anhängern möglichst leiser Rechenknechte zurecht ein Dorn in Auge, wie sich im späteren Betrieb zeigt. Lobenswerterweise stockt Asus aber den Lieferumfang um eine äußerst schicke 3,5-"-Drehpoti-Lüftersteuerung auf, mit deren Hilfe die Drehzahl im Bereich von 5 bis 12 Volt stufenlos zu justieren und anhand des in Blau hintergrundbeleuchteten Displays digital zu verfolgen ist. Leider lässt sich anhand der mitgelieferten Technik und Kabel damit nur ein Ventilator steuern und überwachen.

Hochwertiges Finish, gute Materialqualität Kupferne Wärmeaufnahme 3,5" Lüftersteuerung mit Display

Etwas seltsam mutet derweil die Tatsache an, dass Asus die in Orange lackierte Metallabdeckung, die dem Silent-Square Pro seinen optischen Pepp verleiht, mit Spezialschrauben am Kühlkörper fixiert. Möglicherweise möchte der Hersteller verhindern, dass neugierige Käufer den Kühler sezieren oder einen Lüfterwechsel vornehmen. Unterdessen können wir über die Qualität des mit gut 800 Gramm trendgemäß sehr schwer geratenen Probanden nur positive Worte äußern - hier braucht sich Asus nicht vor Thermalright und Co. zu verstecken.

Zentraler 92-mm-Lüfter mit Halterahmen Lauter Sunon-Lüfter als Standardsetup Dual-Hybrid-Tower

Montagebesonderheiten

Der Asus Silent-Square Pro gehört dieser Tage zu den wenigen Multiplattform-Kühlern, die mit ihrem Montagesystem auf eine fest verschraubte Rückplatten-Lösung setzen. Leider ersetzt dieses wesentlich sicherere, aber auch aufwändigere System nicht nur die kritischen Intel Sockel 775 Push-Pins, sondern auch die übrigen Retention-Vorrichtungen der unterstützten Sockel 478, 754, 939, 940 sowie AM2 und macht damit den Mainboardausbau übergreifend zur Bedingung. Unverständnis erweckt daher die Beschreibung der Asus-Produktseite [1], welche zur Kühlermontage Folgendes zum Besten gibt:

Zitat:
The patented retention module enables easy installation in three simple steps even without removing the motherboard from the system or memory modules from the board and regardless of the processor platform.

Weiterhin überrascht das äußerst facettenreiche Kleinteil-Repertoire, welches zur Installation des Kühlers beiliegt und das gründliche Studieren der Montageanleitung, die leider trotz deutschsprachiger Fassung im Detail keine wirkliche Hilfestellung geben kann, voraussetzt.

Kleinteiliges Montagezubehör

Die Montage vollzieht sich am Sockel 775 beispielsweise wie folgt: Im ersten Schritt wird das spezifische Asus-Retention-Modul mit Hilfe der sehr gut isolierten Rückplatte, vier Kunststoff-Abstandhaltern sowie Schrauben und dem schwarzen Metall-Montage-Rahmen aufgebaut und der 4-Punkt-Arretierungsbügel ins Kühlerlayout eingelegt. Nun ist der so ausgestattete Silent-Square auf die mit Wärmeleitpaste benetzte CPU zu setzen und auszurichten, die Haken des Retention-Modul-Rahmens in die Ösen des Bügels einzufädeln und der Kühler mit dem Herunterdrücken des Bügel-Hebels zu fixieren. Bei AMD-Systemen sind nur zwei Schrauben vonnöten.

Asus Retention-Modul mit Rückplatte Zusätzlich mit Klammerfixierung Keine Inkompatibilitäten mit Silent-Square Pro

Leider verfügt der Silent-Square Pro nur auf dem Sockel 775 aufgrund der Anordnung der Mainboard-Mounting-Holes über eine freie Ausrichtbarkeit in alle Himmelsrichtungen. Sofern sich die Möglichkeiten ergeben, ist die Blasrichtung des Lüfters unbedingt zur Gehäuserückwand zu wählen. Alternativ ist lediglich die Luftstromführung zum Netzteil empfehlenswert.

Mit einer Bauhöhe von 140 mm und dem recht kompakten Kühlerdesign sollten Inkompatibilitäten im Allgemeinen kaum vorkommen. Hinsichtlich der Gehäusebreite ist ein Abstand zwischen Mainboardoberfläche und Seitenwand von etwa 145 mm ausreichend. Eine informierende Liste zur Mainboardkompatibilität [5] hält Asus unterdessen sogar bereit.

Testsystem

In Anbetracht der ständig wachsenden thermischen Ansprüche aktueller Prozessoren haben wir unsere Testplattform mit der Zielstellung darauf ausgerichtet, dem allgemeinen Trend folgend eine möglichst leise aber dennoch stark skalierende Komposition zu wählen. Doppelherzstück ist daher ein 3,2 GHz starker Pentium XE 840 mit einer von Intel spezifizierten TDP von 135 Watt. Als weitere Schlüsselkomponente vertrauen wir beim Netzteil auf ein 600 Watt starkes Silverstone Strider ST06F. Für einen unbeeinflussten Testverlauf unter Silent-System-Bedingungen musste allerdings dessen temperaturgeregelter 120-mm-Bodenventilator der Serie einem laufruhigen und leisen Papst F2GLL weichen, der mit konstanten 1200 U/min rotiert. Ein eben solcher werkelt auch ausblasend als einziger Gehäuselüfter im komplett schallgedämmten Thermaltake Shark Fullsize-Aluminiumtower. Alle übrigen Komponenten sind folgender Zusammenstellung zu entnehmen:

Kühlertestsystem im TT Shark Dual-Core Heizkraftwerk Pentium XE 840 auf Intel D955XBK Intel Referenzkühler

Zur Bestimmung der jeweiligen Kühlerleistungen wird das System in der Aufwärmphase zunächst zwei Stunden im 3DMark05-Loop ausgelastet. Daran schließt sich eine einstündige Beanspruchungsphase an, in der mit dem in vier Instanzen laufenden Tweakers4u-Toaster besonderes Augenmerk auf die konstant maximale Prozessorauslastung gelegt wird. Die weiterhin zugeschalteten 3DMark05-Gametest-Durchläufe sichern unterdessen eine gleichbleibende Hochbelastung für das komplette System. Zum Abschluss gewähren wir jedem Kühler noch eine Leerlaufphase von einer halben Stunde. Während dieser Szenarien werden die Temperaturverläufe mit der SpeedFan-Software dokumentiert und die Maxima entsprechend von uns zur Bewertung herangezogen. Im Volllastbetrieb verbraucht das System dabei etwa 260 Watt, während im Leerlauf noch eine Leistungsaufnahme von 140 Watt zu verbuchen ist.

Die Messung der Lautstärke erfolgt derweil im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers mit einem Voltcraft 320 Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der störende Bereich. Zur besseren Übersichtlichkeit fließen die Angaben zur Lüfterlautstärke nun mit in die Temperaturdiagramme ein. Zu beachten gilt, dass die aufgeführten Temperaturen und Verhältnisse lediglich als Richtwert dienen und je nach Systemsetup teils deutlich variieren können.

Performancevergleich

CPU-Kühler im Performancevergleich

  •  Lasttemperaturen
  •  Leerlauftemperaturen
  •  Lautstärke in dB(A)
Zalman CNPS 9700 LED
[Serie 2584 U/min]
59,0
40,0
54,1
Scythe Infinity
[Serie 1121 U/min]
62,0
40,0
36,5
Scythe Ninja
[Coolink 1556 U/min]
63,0
40,0
44,2
Scythe Infinity
[Serie 565 U/min]
65,0
41,0
30,4
Scythe Ninja
[Papst 1187 U/min]
66,0
41,0
36,7
Thermalright SI-128
[Coolink 1532 U/min]
66,0
41,0
44,1
Asus Silent-Square Pro
[Serie 2369 U/min]
66,0
41,0
50,1
Zalman CNPS 9700 LED
[Serie 1264 U/min]
66,0
43,0
34,6
Scythe Ninja
[Papst 542 U/min]
68,0
43,0
30,8
Scythe Mine
[Papst 1175 U/min]
69,0
43,0
36,9
Thermalright SI-120
[Coolink 1532 U/min]
70,0
41,0
44,1
Zalman CNPS 9500 LED
[2451 U/min]
70,0
41,0
52,9
Thermalright SI-128
[Papst 1145 U/min]
70,0
42,0
36,6
Scythe Mine
[Serie 1358 U/min]
70,0
45,0
39,4
Thermalright Ultra-90
[Papst N2GL 1699 U/min]
70,0
45,0
42,2
Zalman CNPS 9500 LED
[1365 U/min]
72,0
44,0
36,2
Thermalright Ultra-90
[Papst N2GLLE 1035 U/min]
73,0
46,0
34,5
Thermalright SI-120
[Papst 1145 U/min]
74,0
43,0
36,6
Asus Silent-Square Pro
[Serie 1176 U/min]
74,0
44,0
34,1
Scythe Mine
[Papst 531 U/min]
75,0
47,0
31,0
Thermalright SI-128
[Papst 496 U/min]
76,0
45,0
30,7
Thermalright Ultra-90
[Papst N2GL 525 U/min]
76,0
47,0
30,8
Intel Boxed ohne PWM
[2325 U/min]
77,0
46,0
49,5
Scythe Mine
[Serie 662 U/min]
77,0
47,0
30,9
Thermalright SI-120
[Papst 496 U/min]
78,0
47,0
30,7
Intel Boxed ohne PWM
[1604 U/min]
84,0
50,0
37,9
Thermalright Ultra-90
[Papst N2GLLE 265 U/min]
91,0
Hinweis: Thermal-Throttling
55,0
30,5
Angaben in °C

Der Asus Silent-Square Pro kühlt unter den gegebenen Umständen gut, ist angesichts der vermittelten Lautstärke aber noch weit entfernt von den großformatigen Referenzen des Marktes. In der direkten Gegenüberstellung mit den getesteten 92-mm-Kühlern Zalman CNPS 9500 und Thermalright Ultra-90 ist dem Asus-Fabrikat ein gewisser Vorsprung allerdings nicht abzusprechen, der jedoch bei gesenkter Drehzahl sichtbar zusammenschrumpft.

Negative Einschätzungen müssen wir über den verbauten 92-mm-Lüfter fällen, der im zentral verbauten Layout ohnehin mit zusätzlicher Verwirbelungskulisse zu kämpfen hat. Bei maximaler Umdrehungszahl ist der Sunon-Ventilator nur in mittellauten bis lauten Systemen einzusetzen, wobei auch bei getrimmter Drehzahl - knapp über 1000 U/min - in Anbetracht der starken Klackernebengeräusche des Lüfterlagers kein wirkliches „Silent-Square“-Gefühl aufzukommen vermag.

Fazit

Mit dem Silent-Square Pro gelingt es Asus erstmalig, einen Retail-Prozessorkühler des gehobenen Anspruchs zu präsentieren, der nicht vollkommen fehlkonzeptioniert erscheint. So ist die Leistung des orangenen Sprösslings der Lautstärke entsprechend durchaus auf einem Niveau mit der Marktkonkurrenz im kompakten 92-mm-Design angesiedelt. Zudem kann der Silent-Square Pro mit einer ausgesprochen hohen Materialgüte, einer nicht alltäglichen Optik und einer funktionalen sowie schicken 3,5-"-Lüftersteuerung glänzen. Leider entspricht die gezeigte Lautstärke auch im getrimmten Modus nicht ganz unseren Vorstellungen von einem als „silent“ deklarierten Kühler, sodass der ambitionierte Asus-Freund hier entweder nachbessern oder sich lieber am bauähnlichen, leiseren Silent-Square-Bruder [6] orientieren sollte, der mit einem langsamer drehenden Lüfter ausgestattet ist.

Zwei Exoten: Zalman 9700 und Asus Silent-Square Pro

Die Montage des Asus-Fabrikats ist mit deutlich mehr Aufwand verbunden, als die der etablierten Konkurrenz, bietet aber unterm Strich eine plattformübergreifend sichere und kompatible Sockelfixierung. Bleibt final nur noch die Frage nach dem Preis zu klären: Mit etwas über 40 Euro [2] kann der Kühler zwar insbesondere den japanischen Preis-Leistungs-Hits von Scythe aktuell nicht das Wasser reichen, für die Exklusivität eines gut ausgestatteten Asus-Produktes erscheint er aber dennoch angemessen und fair gewählt.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2005/test_thermaltake_beetle_asus_star-ice/
  2. http://www.asus.com/products4.aspx?l1=16&l2=65&l3=0&model=1308&modelmenu=1
  3. http://www.geizhals.at/deutschland/a215493.html
  4. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2006/test_scythe_mine_cooler/
  5. http://event.asus.com/thermal/2006/compatible_mb_list.pdf
  6. http://www.geizhals.at/deutschland/a199647.html
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