Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass Cooler Master auf der CeBIT 2007 sein Top-End-Gehäuse Cosmos vorgestellt hat, und schon steht der Nachfolger in den Startlöchern: Das Cosmos S wird in Kürze seinen Weg zu den Händlern finden. Vieles wurde verändert, und was beim Vorgänger noch Anlass zur Kritik gab, wurde größtenteils verändert – doch wurde es auch verbessert? Heraus gekommen ist in jedem Fall ein High-End-Case, das wie eine Mischung aus dem alten Cosmos [1] und dem ersten Vertreter der Stacker-Serie [2], den wir seinerzeit ebenfalls im Test hatten, aussieht.
Mit dem Cosmos S hat sich auch der Fokus von einer hohen Kühlleistung bei geringer Lautstärke noch etwas weiter Richtung Belüftung verschoben, das Gewicht wurde deutlich gesenkt und das Design etwas mehr den Bedürfnissen von Spielernaturen angepasst. Wir sehen uns das Gehäuse nun pünktlich zum Launch genauer an.
Durch die Verwendung von Aluminium hat das Cosmos S gegenüber seinem Vorgänger über drei Kilogramm abgespeckt und bewegt sich mit knapp 14 kg noch im erträglichen Bereich für ein Gehäuse dieser Größe. Der Aluminiumkorpus ist mit einer Art Hülle aus Kunststoff überzogen, die wie die Griffe und Standkufen in einem warmen Grauton lackiert ist. Die Seitenwände sowie der mittlere Bereich von Front und Deckel sind schwarz und bestehen aus Lochblech bzw. Kunststoff im Bereich des Frontpanels. Andere Farbvarianten gibt es vorerst nicht.
Die technischen Daten des Gehäuses lauten:
Im Paket befinden sich als Zubehör eine ausführliche Anleitung, eine Schnellinstallationsanleitung, eine Tüte mit den üblichen Schrauben, eine Menge im Gehäuse festklebbarer Kabelbinder, eine Verlängerung für das 8-Pin-EPS-Kabel, eine 3,5"-Laufwerksschiene sowie ein kleiner Mainboardlautsprecher. Leider hat Cooler Master wie beim Vorgänger an den Lüftern gespart: zur Vollausstattung fehlen drei Stück.
Der Aluminiumkorpus des Cosmos S ist nach außen größtenteils mit einer Art Kunststoffhülle überzogen, die in einem glänzenden Grau lackiert und auch bei genauerem Hinsehen kaum als Kunststoff identifizierbar ist. Es handelt sich allerdings nicht um neutrales Grau sondern um einen eher warmen Farbton. In dieser Farbe sind auch die beiden Tragegriffe oben und die Standkufen unten gehalten, die die auffälligsten Merkmale des Cosmos S darstellen. Über Front und Deckel zieht sich eine Art breites schwarzes Band, in das oben an der Front, die ansonsten aus den Laufwerksblenden besteht, ein schmaler roter Streifen eingelassen ist. Der Deckel besteht aus einem großen Lochblech über den drei 120-mm-Lüftern sowie dem Portkit (in einem Bereich aus hochglänzendem Kunststoff). Das Portkit kann bei Nichtgebrauch mit einer zurückschiebbaren Abdeckung geschützt werden. Rechts von ihm befindet sich eine Vertiefung, die sich als ein berührungsempflindlicher Power-Taster entpuppt – einen Reset-Taster gibt es leider nicht. Die Beschriftungen des Portkits sowie der Power-Taster sind im Betrieb dezent rot beleuchtet. Im Gegensatz zum Vorgänger verfügt das Cosmos S nicht mehr über eine Frontklappe, was allerdings dem Design keinen Abbruch tut – solange man schwarze Laufwerke verwendet.
Die Laufwerksblenden lassen sich einfach entfernen, indem man die beiden seitlichen Klappen am Gehäuse mit einem leichten Druck entriegelt und öffnet. Eine andere Funktion erfüllen sie nicht. Die Griffe am Gehäuse sind sehr stabil und durchaus in der Lage, das Gewicht des ganzen Systems zu tragen. Die Befestigung wurde gegenüber dem Cosmos um Stahlplatten verstärkt und wo einst ein Knacksen und ein geringes Nachgeben der Griffe eine nicht ganz perfekte Auslegung der Befestigungen verriet, macht die neue Lösung einen absolut stabilen Eindruck.
Am Gehäuseboden findet man die Pendants der Tragegriffe, hier aber als Standkufen gedacht und dementsprechend über den größten Teil der Länge gerade ausgebildet. An der Unterseite befindet sich der abnehmbare Staubfilter für den optionalen Lüfter im Gehäuseboden, der Filter für das Netzteil ist von innen zugänglich.
Neben den üblichen Öffnungen findet man an der Rückseite zwei Schlauchdurchführungen für eine Wasserkühlung und daneben zwei kleine Hebel, die zum Lösen der Seitenwände dienen. Die Seitenwände bestehen aus recht dickem Aluminium und sind gebürstet sowie schwarz lackiert. Die linke Seitenwand verfügt darüber hinaus über ein großes Lochblech mit Staubfilter, 200-mm-Lüfter sowie einem großen „Cosmos S“-Emblem. Die Schaumstoffdämmung des Vorgängers ist damit zumindest auf der linken Seite obsolet und fällt daher weg.
Im Innenraum hat sich Cooler Master offenbar an der seit Jahren erfolgreichen Stacker-Serie orientiert und bietet im Cosmos S einen von oben bis unten durchgehenden 5,25"-Laufwerksschacht, der mittels der ebenfalls aus dem Stacker bekannten 4-in-3-Module mit bis zu zwölf Festplattenschächten ausgestattet werden kann, an. Acht der zehn vorhandenen Schächte verfügen über werkzeuglose Verriegelungen per Knopfdruck. Des Weiteren bietet dieser Aufbau die bestmögliche Flexibilität für den Einsatz einer Wasserkühlung, wofür das Cosmos S im Übrigen noch besser geeignet ist als das Vorgängermodell. Einer der Schächte kann mit verschraubten 3,5"-Einbauwinkeln und einer speziellen, auf 3,5 Zoll modifizierbaren Frontblende auch für Diskettenlaufwerke und Cardreader fit gemacht werden. Wer will, der kann die Laufwerke zusätzlich zum schnellen Knopfdruck auf beiden Seiten auch noch festschrauben.
Am Boden des Gehäuses befindet sich ein Lüftergitter zur Montage eines weiteren Lüfters sowie die Aufnahme des Netzteils mitsamt herausnehmbarem Staubfilter. Das Netzteil kann dabei in zwei verschiedenen Richtungen eingebaut werden, je nachdem ob und wo sich zusätzliche Lüfter am Netzteil befinden. Die Rückseite ist unspektakulär und bietet neben den Erweiterungssteckplätzen – mit Rändelschrauben – nur noch einen 120-mm-Lüfter und Schlauchdurchführungen für externe Wasserkühlungssysteme. Im Deckel befinden sich Montagelöcher für ganze drei 120-mm-Lüfter – eine perfekte Stelle für die Unterbringung eines 360-mm-Radiators für eine Wasserkühlung. Beim Cosmos hatte hier „nur“ ein 240-mm-Exemplar Platz – sehr gut!
Im oberen Teil zieht sich auf jeder Seite eine Querstrebe durch das Gehäuse, die einerseits für Stabilität sorgen soll, andererseits aber auch den Ver- und Entriegelungsmechanismus für die Seitenwände beinhaltet. Diese werden unten am Gehäuse eingehakt und oben zugeklappt – beziehungsweise durch die beiden kleinen, rückwärtigen Hebel entriegelt und aufgeklappt.
Das Mainboard wird auf einem nicht herausnehmbaren Träger montiert, auf dem im Auslieferungszustand ein Papier klebt, das eindeutig zeigt, an welchen Stellen für welchen Mainboard-Formfaktor die Abstandshalter zu montieren sind. Über, unter und rechts neben dem Mainboardträger finden sich mehrere Durchführungen für Kabel, die eine sehr saubere und aufgeräumte Kabelorganisation ermöglichen.
Der Einbau unserer Testhardware verlief problemlos. Es ist in jeder Hinsicht genug Platz im Cosmos S und die Mechanik funktioniert einwandfrei. Das Problem beim Vorgänger, bei dem sich die rechte Seitenwand manchmal nur mit Gewalt richtig schließen ließ, hat sich durch die entfallene Schaumstoffdämmung der Tür erledigt. Die Fixierung der 5,25"-Geräte ist eine sehr gute Lösung. Die Festplatten müssen hingegen erst in der 4-in-3-Box festgeschraubt werden, die dann ihrerseits links und rechts mit gummigelagerten Schienen versehen und ins Gehäuse geschoben wird. Vorne an dieser Box befindet sich ein transparenter, im Betrieb rot leuchtender Lüfter, der für die Kühlung von bis zu vier Festplatten zuständig ist und diese Aufgabe auch hervorragend meistert. Das rote Leuchten ist durch die Lochblechblenden sehr gut zu sehen, kann aber durch Tausch des Lüfters beispielsweise mit dem im Heck unterbunden werden. Alle Lüfter verfügen über einen 3-Pin-Anschluss, Drehzahlüberwachung und 4-Pin-Adapter zum direkten Anschluss ans Mainboard oder an Lüftersteuerungen. Mit 1.200 U/Min bei den kleineren und 900 U/Min beim 200-mm-Lüfter sind die Lüfter gut dimensioniert, bei 12 Volt nicht zu laut und lassen sich sehr gut auf 5 Volt herunterregeln, um für mehr Ruhe zu Sorgen.
Wenn man die länglichen Öffnungen um den Mainboardträger herum für die Kabel nutzt, erhält man ohne Weiteres einen recht aufgeräumten Innenraum, der sich durch den Einsatz der mitgelieferten Kabelbinder noch perfektionieren lässt. Die Montage aller Komponenten mit Ausnahme der Festplatten geht sehr schnell, die Aufteilung des Innenraums kann man generell nur loben. Selbst Extended-ATX-Boards und größere Multi-GPU-Setups finden hier problemlos ihren Platz ohne Konflikte mit anderen Komponenten. Verwendet man eine Wasserkühlung, sollte man allerdings darauf achten, dass der Radiator möglichst nicht wesentlich dicker ist als vier Zentimeter, da er ansonsten in die Nähe des Mainboards kommt. Sollte dieser dicker sein, kann man auch die drei Lüfter im Deckel über die Lüftergitter in den Raum zwischen Korpus und Abdeckung verlegen.
Das Testsystem im Einzelnen:
Die Temperaturen wurden gemessen, während das System den 3DMark03 als Dauerschleife ausführte. Die Lautstärkemessungen wurden mit einem „Voltcraft Digitales Schallpegelmessgerät 320“ durchgeführt, das Schallpegel im Bereich von 30 bis 120 Dezibel misst. Die Grundlautstärke des Messraumes lag bei subjektiv empfundener Stille unterhalb des Messbereiches, also bei weniger als 30 Dezibel.
Als Referenzen wurden verschiedene bisher getestete Gehäuse verwendet.
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Durch den Verzicht auf Dämmung und Fronttür sowie die Verwendung eines verhältnismäßig großen Lüfters in der Seitenwand ist das Cosmos S leider etwas lauter als sein Vorgänger. Bei 12 Volt ist besonders der 200-mm-Lüfter durch den hohen Luftdurchsatz relativ laut, heruntergeregelt sind allerdings alle sehr leise, Lagergeräusche sucht man vergebens.
Systemtemperaturen
Angaben in °C
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Wenn schon bei der Lautstärke geringe Abstriche gemacht werden müssen, sind die Kühlergebnisse in diesem Falle umso besser – vor allem die Festplatten und die Grafikkarte(n) profitieren deutlich von den baulichen Änderungen gegenüber dem älteren Cosmos und speziell von dem großen Lüfter in der Seitenwand, der auch im heruntergeregelten Betrieb eine deutliche Verbesserung bringt. Die Leistung im Bereich der CPU dürfte besser sein, wenn ein Tower-Kühler zum Einsatz kommt, für den der Aufbau des Cosmos S geradezu ideal ist.
Vieles hat Cooler Master geändert beim neuen Cosmos S und das Meiste davon hat zu Verbesserungen geführt: das Cosmos S ist leichter, kühler und nur ungeregelt etwas lauter als sein Vorgänger. Es bietet für nahezu jede erdenkliche High-End-Konfiguration genug Platz und Kühlreserven und ist optimal für die Verwendung einer internen Wasserkühlung geeignet.
Das Design kann als außergewöhnlich bezeichnet werden, die Meinungen klaffen aber gerade bei ausgefallenen Gestaltungselementen wie den ins Auge fallenden Tragegriffen naturgemäß weit auseinander. Es wirkt jedoch mit seinen matt-schwarzen, gebürsteten Alu-Seitenwänden und dem dunkelgrauen Lack noch ein Stück edler als das alte Cosmos; bei dem recht hohen Preis ist das auch durchaus angemessen. Ein besonderes Gadget, der berührungsempflindliche Power-Taster, hat uns sehr gut gefallen.
Wer eine Wasserkühlung plant oder besitzt und großen Wert auf Leistung legt, ist mit dem Cosmos S sehr gut bedient. Wer es dabei auch noch wirklich still haben will, sollte allerdings darüber nachdenken, den 200-mm-Lüfter in der Seitenwand nicht anzuschließen oder zumindest herunterzuregeln. Dies ist dank 3-Pin-Anschluss aber problemlos möglich und somit kein schwerwiegender Kritikpunkt. Das Problem des zu hohen Gewichtes des Vorgängers hat sich Cooler Master ebenfalls zu Herzen genommen und das Cosmos S auf unter 14 kg abgespeckt – wahrlich noch kein Leichtgewicht, aber es ist immerhin ein Bigtower und mit den Tragegriffen immer noch recht transportabel.
Wirklich etwas auszusetzen haben wir am Cosmos S also nicht. Mit seiner einzigartigen Konzeption und seiner hochwertigen Verarbeitung ist es immer eine denkbare Lösung für ein High-End-System. Wir sprechen diesem Gehäuse unsere uneingeschränkte Kaufempfehlung aus.
Das Cooler Master Cosmos S ist in Kürze beispielsweise bei Caseking [3] für 209 Euro erhältlich.