Scythes Ursprung liegt in der sehr leisen, idealerweise passiven Realisierung von Prozessorkühlern. Noch vor Jahren hatte man mit der NCU-Serie sehr spezielle Kühllösungen auf Heatlane-Basis an die wenigen Bastler und Schrauber bringen können, die sich schon damals mit möglichst lautlosen PCs beschäftigten. Mittlerweile, da Scythe eine breite Kund- und Interessentenschaft bedient, haben sich die Produkte der Japaner vom Nischendasein zum Massenschlager gemausert und im Zuge ständiger Neuentwicklungen etwas von ihrem besonderen Flair und ihrem Pioniercharakter abgestreift. Lediglich dem Ninja [1], der sich nach wie vor wacker am Markt hält, haftet noch ein Hauch der Ur-Scythe-Philosophie an.
Mit dem Orochi präsentieren die Japaner pünktlich zur CeBIT nun endlich wieder einen Prozessorkühler, der auf den ersten Blick zu verrückt wirkt, um wahr zu sein. Zehn Heatpipes flechten sich in einen robusten, gigantischen 1,2-Kilogramm-Kühlkörper ein, auf dem selbst der mitgelieferte 140-mm-Lüfter etwas verloren aussieht. Überdies kann der Orochi Dank variabler Lüfterbefestigung sowohl als Top-Flow als auch als Towerkühler eingesetzt werden. Passiv dürfte in vielen Systemkonfigurationen ebenfalls machbar sein, scheint aber angesichts der maximalen 500 U/min des Serienlüfters zumindest aus akustischer Sicht nicht nötig. Die Eckdaten sind also beeindruckend bis überwältigend. Ob die Umsetzung aber letztendlich zu überzeugen weiß, wollen wir im Testbericht klären.
Das Orochi-Riesenbaby wird in einer nett gestalteten Kartonage geliefert. In ihr verbergen sich nebst Kühlkörper und 140-mm-Lüfter entsprechendes Montagematerial für AMD (939, AM2) sowie Intel (478, 775), wobei auf eine 2-Punkt-Klammer-Montage respektive Direktverschraubung per Sockelkit zurückgegriffen wird. Die knappe, mehrsprachige Anleitung enthält auch einen deutschsprachigen Part. Das beigelegte Tütchen Wärmeleitpaste genügt für etwa eine bis zwei Anwendungen.
Mit dem Orochi reizt Scythe das denkbare Maximum eines Prozessorkühlers aus. Mit knapp 1200 Gramm Kühlkörpergewicht und wahnwitzigen Abmessungen übertrumpft er alle bisherigen Mammutkühler à la Thermalright IFX-14 [3] oder Coolermaster Gemin II [4]. Dabei stellen die Japaner kompromisslos die Funktion vor den optischen Aspekt: Der Orochi wirkt roh, rustikal und ungeschönt. Es handelt sich um eine Kühlmaschine erster Klasse, deren Form auf maximale Leistung bei geringstmöglicher Lautstärke ausgelegt ist. Dabei versäumt man es aber nicht, den Standard der qualitativen Umsetzung sehr hoch zu halten – 38 sauber gearbeitete, robuste Aluminiumlamellen im 4-mm-Abstand und die vernickelte Bodenplatte kennzeichnen den hohen Gütegrad.
Insgesamt tragen zehn 6-mm-Heatpipes ihren Teil zum Orochi-Kühlriesen bei. Dabei werden die Enden der Heatpipes im Bereich der Wärmeaufnahme in zwei Lagen gefasst und münden schließlich optimal verteilt in den üppigen Kühlkörper des Japaners. Die Anbringung des Lüfters am Kühlkörper ist variabel, denn mit Hilfe der Drahtbügel können Ventilatoren sowohl seitlich als auch von oben fixiert werden. Entsprechend vielseitig können die umzusetzenden Kühlkonzepte mit dem Orochi ausfallen.
Beim Serienlüfter greift Scythe wiederum tief in die Trickkiste. Der Fan mit 140-mm-Durchmesser verfügt über die Bohrabstände von 120-mm-Versionen. Die mitgelieferten Drahtbügel sind also für Standardlüfter mit 120-mm Kantenlänge konzipiert. Ferner outet sich der aufgebaute Scythe-Fan (Modell SY1425SL12L) als echter Lautlos-Spross. Angesichts der maximalen 500 U/min bei 12 Volt Betriebsspannung und 5-Volt-Fähigkeit bleiben für Silent-Freaks kaum Wünsche offen. Ein passiver Modus wird mit dieser Lüfterausstattung nahezu unnötig, denn der Serienlüfter gibt in allen Lebenslagen keinen Mucks von sich.
Die Montage wird angesichts der Ausmaße des Kühlers zum nahezu unmöglichen Unterfangen, so könnte man meinen. Doch der Orochi überrascht mit einer – den Umständen entsprechend – guten und einfachen Installation. Auf AMD-Plattformen montiert man den Kühler per 2-Punkt-Klammer, während für Intel das mit dem Mainboard verschraubte Retentionkit zum Einsatz kommt, das auf Sockel-775-Platinen das sehr gute Standardmodul des ausgelaufenen Sockel 478 nachempfindet. Dabei wird das Ösenkit mit der Hauptplatine verschraubt, der Kühler schräg auf die mit Wärmeleitpaste benetzte CPU aufgesetzt und eingehakt. Aufgrund des nahezu nicht vorhandenen Handlungsspielraumes ist der Mainboardausbau zur Montage sowohl im AMD- als auch im Intel-Falle allerdings unumgänglich.
Grundsätzlich lässt sich der Orochi entsprechend der vier Himmelsrichtungen frei auf dem Mainboard ausrichten. Die Platzverhältnisse im gewöhnlichen ATX-Gehäuse schränken die Positionierung jedoch erheblich ein. In unserem Fall gibt es zwei Optionen, die in den unteren beiden Bildern dargestellt werden. Zum ersten kann der Kühler so positioniert werden, dass der Überstand die RAM-Bänke überragt. Nachteil dieser Konfiguration ist, dass der Luftzug des rückwandigen Gehäuselüfters aufgrund der Lamellenstellung kaum bis gar nicht genutzt wird. Wir nennen diese Positionierung im Folgenden „horizontal“.
Alternativ dazu empfehlen wir die „vertikale“ Einbaurichtung, wobei der Überstand zur Grafikkarte hin montiert wird. Vorteil dieser Ausrichtung ist die direkte Mitbelüftung des Chipsatzkühlers. Außerdem harmonieren in der Towerbauweise, wie sie im Bild unten rechts dargestellt wird, Prozessor- und Gehäuselüfter, wodurch ein verbesserter, gerichteter Luftstrom durch das Gehäuse entsteht. Im Allgemeinen empfehlen wir bei Verwendung eines rückseitig ausblasenden Gehäuselüfters immer diese Montagevariante bei Towerkühlern. Im Speziellen ergibt sich beim Orochi jedoch der Nachteil, dass die Heatpipes bei aufgestelltem Gehäuse gegen die Schwerkraft arbeiten müssen.
Beide Ausrichtungen bieten ferner je zwei mögliche Lüfterpostionen: „Top-Flow“ (der Lüfter wird oben auf dem Kühlkörper angebracht) sowie „Tower“ (der Lüfter wird seitlich am Orochi fixiert). Welche dieser vier Möglichkeiten sich in unserem System als leistungsstärkste herausstellt, beleuchten wir später.
Ist die erste Hürde genommen, indem der Japaner am Mainboard befestigt wurde, folgt mit der Einpflanzung des Konstruktes ins Gehäuse die zweite, entscheidende Schwierigkeit. Denn die Höhe des Gesamtkunstwerkes beträgt bei Top-Flow-Betrieb 180 mm, bei Tower-Bestückung sind es kaum weniger, da der seitlich angebrachte Lüfter unten auf dem Chipsatzkühlkörper oder auf den Speichermodulen aufliegend oben über die reinen 155 mm Bauhöhe des Kühlkörpers hinausragt. In unserem Fall ist der Orochi inklusive Lüfter vom Mainboard aus gemessen (!) 186 mm (Top-Flow) respektive 185 mm (Tower) hoch. Wer da nicht im Besitz eines Cooler Master Stackers oder eines ähnlich großen Gehäuses ist, hat kaum eine Chance die Seitentür zu schließen. Ferner bedarf es bei Top-Flow-Montierung natürlich einer möglichst luftdurchlässigen Seitenwand, schließlich sind zwischen Lüfter und Tür nur wenige Millimeter Platz.
Heiz- und Herzstück unserer aktuellen Kühlertestplattform ist der mit einer spezifizierten Thermal Design Power (TDP) von 130 Watt ausgezeichnet skalierende Intel Core 2 Extreme QX6700, eine imposant leistungsfähige Quad-Core-CPU im 65-nm-Design, deren vier Kerne mit jeweils 2,66 GHz bei 1,35 Volt Kernspannung betrieben werden.
Als weitere Schlüsselkomponente unserer auf einen möglichst leisen Betrieb ausgelegten Komposition vertrauen wir beim Netzteil auf das Be-Quiet Straight-Power mit 600 Watt, das uns mit freundlicher Unterstützung von Be-Quiet [5] zur Verfügung gestellt wurde und beispielsweise bei Caseking [6] erhältlich ist. Den temperaturgeregelten, sehr leisen Serienlüfter des hocheffizienten Netzteiles tauschen wir aus Gründen des fairen Kühlervergleiches gegen einen mit konstant 800 U/min drehenden Scythe S-Flex, der den Papst F2GLL als Referenzlüfter im neuen System ablöst. Ein weiterer S-Flex werkelt auch rückseitig auf Höhe des Prozessorsockels ausblasend als einziger Gehäuselüfter im neuen Testgehäuse, dem Coolermaster Stacker 830, das uns zu diesem Zweck von Caseking [7] zur Verfügung gestellt wurde. Das Stacker 830 als meistverkauftes High-End-Gehäuse Europas bietet die Annehmlichkeiten einer weit verbreiteten Innenraumaufteilung, großzügigen Platzverhältnissen und durch den üppigen Gebrauch von lochblechernen Seitenwänden gute Belüftungs- und Luftansaugmöglichkeiten für die verschiedenen Testkühlerkonzepte. Alle weiteren Komponenten sind folgender Zusammenstellung zu entnehmen:
Testverfahren: Wir gönnen dem frisch gestarteten System zunächst eine einstündige Aufwärmphase, in der Futuremarks „Ice Storm Fighter“-Demo (eine speziell auf die Leistungsfähigkeit von Quad-Core-Systemen abgestimmte, berechnungstechnisch in Threads aufgeteilte Grafikdemo, die das gesamte System entsprechend aufheizt) zum Einsatz kommt. Daran schließt sich der eigentliche Hitzetest für den Prozessor an, wobei wir uns dazu des kleinen, aber feinen Tools Core2MaxPerf 1.0 [8] bedienen, um die CPU-Auslastung aller vier Kerne über eine weitere Stunde konstant maximal zu halten. Core2MaxPerf 1.0 hat sich im Test gegen einige andere, potentielle Auslastungstools wie etwa Prime95, Intels Thermal Analysis Tool oder S&M aufgrund der besonders intensiven thermischen Beanspruchung aller vier Kerne durchgesetzt. Zum Abschluss der Testdurchläufe gewähren wir jedem Kühler noch eine Leerlaufphase von einer halben Stunde. Während des gesamten Szenarios werden die Temperaturverläufe mit der Everest-Ultimate-Software dokumentiert und die Maxima von uns zur Bewertung herangezogen. Wir testen jeden Kühler zunächst im 12-Volt-Modus, danach im 5-Volt-Betrieb.
Im Volllastbetrieb der CPU verbraucht unser System etwa 270 Watt, während im Leerlauf noch eine Leistungsaufnahme von 155 Watt zu verbuchen ist.
Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.
Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.
Als neuen Service bieten wir außerdem ab sofort MP3-Hörproben der Kühlcombos in den jeweiligen Betriebsmodi (5 Volt / 12 Volt) an, da die gemessenen Schalldruckwerte nur für wenige Leser wirklich greif- und vorstellbar sind. Außerdem kann man mit Hilfe dieser Aufnahmen, die im Abstand von 5 cm zum Objekt erfolgen, den Charakter des jeweiligen Lüftergeräusches besser erfassen und einschätzen.
Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben.
Messungen überflüssig? Zumindest die Lautstärkemessungen und Geräuschaufnahmen können wir uns beim Scythe Orochi sparen. Der verbaute Lüfter ist mit seinen maximal 500 U/min (Herstellerangaben) sowohl für unser Ohr als auch für unsere Messgeräte nicht mehr wahrzunehmen. Auf die Temperaturmessungen unserer Prozessorkerne möchten wir allerdings nicht verzichten.
So testen wir den Orochi mit der Serienbelüftung wie beschrieben in vertikaler und horizontaler Ausrichtung sowohl mit seitlich („Tower“) als auch oben („Top-Flow“) angebrachtem Lüfter im 12- und 5-Volt-Betrieb. Aus Gründen der Übersichtlichkeit führen wir diese Messwerte dabei zunächst einzeln auf.
Scythe Orochi mit Serienbelüftung
Angaben in °C
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Wie den Diagrammen zu entnehmen ist, kann sich die vertikale deutlich vor der horizontalen Ausrichtung behaupten. Entscheidendes Kriterium hierfür ist der mitbelüftende Effekt des Gehäuseventilators, der speziell im 5-Volt-Vergleich angesichts des kaum noch vorhandenen Luftumschlages bei 220 U/min natürlich erheblich ins Gewicht fällt. Mit steigender Förderleistung macht sich die Mitbelüftung dagegen nicht mehr ganz so stark bemerkbar. Die Temperaturen bei absolut nicht vorhandener Geräuschkulisse – der verbaute 140-mm-Lüfter geht nebengeräuschsfrei und unhörbar zu Werke – zeigen aber auch, dass komplett passiv in unserem Fall nicht zu realisieren ist.
In unsere Vergleichstabelle mit Serienbelüftung ordnen wir den Orochi gemäß seiner besten Resultate ein. Es sei erwähnt, dass wir auch die übrigen Kühler stets so montierten, dass sie ihre maximale Leistungsfähigkeit auf unserer Plattform zeigen können, auch wenn in den entsprechenden Artikeln die optimale Ausrichtung nicht weiter thematisiert wird.
Vergleich mit Serienbelüftung [12 Volt / 5 Volt]
| Kühlercombo [Lüfter] | Drehzahl [U/min] | v(Luft) [km/h] | Last-Temp. Kerne* [°C] | Lärm [dB(A)] | Test [Datum] |
| ZEROtherm Nirvana NV120 120mm: Serie | 2450 (12V) | 18,4 | 61,25 | 45,7 | 08.11.07 [9] |
| Zalman CNPS 9700 110mm: Serie | 2250 (12V) | n.a. | 62,25 | 49,9 | 15.09.06 [10] |
| Enzotech Ultra-X 120mm: ADDA Serie | 2200 (12V) | n.a. | 62,75 | 52,3 | 01.11.07 [11] |
| Noctua NH-U12P 120mm: Noctua NF-P12 | 1320 (12V) | 9,7 | 63,25 | 35,6 | 01.02.08 [12] |
| Enzotech Ultra-X 120mm: ADDA Serie | 1100 (5V) | n.a. | 66,5 | 35,5 | 01.11.07 [10] |
| ZEROtherm Nirvana NV120 120mm: Serie | 1030 (5V) | 7,3 | 67,25 | 32,0 | 08.11.07 [8] |
| Zalman CNPS 9700 110mm: Serie | 1250 (5V) | n.a. | 69,25 | 33,3 | 15.09.06 [9] |
| Zalman CNPS 9500 92mm: Serie | 2250 (12V) | n.a. | 69,5 | 47,1 | 16.09.05 [13] |
| Scythe Ninja CU 120mm: Scythe Slip Stream | 750 (12V) | 5,0 | 70,75 | <30,4 | 30.11.07 [14] |
| Scythe Orochi 140mm: Scythe SY1425SL12L | 460 (12V) | 3,0 | 71,0 | <30,4 | 28.02.08 |
| Scythe Zipang 140mm: Scythe DFS132512L | 950 (12V) | 6,1 | 71,75 | 31,9 | 10.02.08 [15] |
| Noctua NH-U12P 120mm: Noctua NF-P12 | 550 (5V) | 3,5 | 74,25 | <30,4 | 01.02.08 [11] |
| Zalman CNPS 9500 92mm: Serie | 1400 (5V) | n.a. | 75,75 | 32,9 | 16.09.05 [12] |
| Scythe Orochi 140mm: Scythe SY1425SL12L | 220 (5V) | 0,5 | 77,0 | <30,4 | 28.02.08 |
| Scythe Ninja CU 120mm: Scythe Slip Stream | 440 (5V) | 2,1 | 79,75 | <30,4 | 30.11.07 [16] |
| Scythe Zipang 140mm: Scythe DFS132512L | 450 (5V) | 2,0 | 87,75 | <30,4 | 10.02.08 [14] |
Die vermittelte Position des Orochis in den Charts mag erschreckend sein, doch darf man den Blick auf die dabei emittierte Lautstärke nicht vergessen. Der Scythe-Riese ist deutlich leiser – nämlich schlichtweg unhörbar – als alle bisher getesteten Kühlercombos. Lüfterdrehzahl und Luftgeschwindigkeit sind hierfür gute Indikatoren. Das Konzept des Orochis zielt nicht auf maximale Leistung, sondern auf minimale Lautstärke bei akzeptabler Performance.
Als ein wichtiges Kriterium für den Vergleich der Leistungsfähigkeit eines Kühlkörpers zählt die gegenüberstellende Messung mit gleichen Lüftern. Für 120-mm-Kühler und solche, die dazu kompatibel sind, setzen wir nach wie vor auf die tabellarisch näher charakterisierten drei Lüfterexemplare der verschiedenen Leistungsklassen. Dabei testen wir den Japaner sowohl in vertikaler Ausrichtung mit seitlich montiertem Lüfter, als auch in horizontaler Ausrichtung mit oben montiertem Lüfter, da sich diese beiden Setups im vorherigen Test als stärkste Optionen herausgestellt haben.
| Scythe S-Flex | Papst F2GLL | Sharkoon Power |
| 750 U/min (12 Volt) | 1150 U/min (12 Volt) | 2100 U/min (12 Volt) |
| v(max)Luft = 4,7 km/h | v(max)Luft = 8,1 km/h | v(max)Luft = 17,3 km/h |
| unhörbar | minimal wahrnehmbar | aufdringlich laut |
| < 30,4 dB(A) | 31,5 dB(A) | 49,3 dB(A) |
| mp3-Hörprobe | mp3-Hörprobe | mp3-Hörprobe |
Der Scythe Orochi bietet zwar viel mehr Belüftungsoberfläche, setzt sich aber auch mit schnöder 120-mm-Ausstattung an die Spitze unserer Vergleichscharts. Der Vorsprung zu Thermalrights IFX-14 fällt allerdings denkbar gering aus. Weiterhin fällt auf, dass Ausrichtung und Lüfterposition mit steigender Drehzahl an Bedeutung verlieren. Im echten Silent-System bei enorm niedrigen Drehzahlen spielt dieser Faktor aber eine sehr entscheidende Rolle, wie wir auf der Vorseite gezeigt haben.
Kühlercharts mit Referenzlüftern
Kühlervergleich mit gleichen Lüftern
Angaben in °C
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* Hierbei handelt es sich um das arithmetische Mittel der Kerntemperaturen der vier nativen Kerne unseres Testprozessors, die zur Generierung der Rangfolge in den Charts herangezogen werden.
Der Scythe Orochi ist kein Prozessorkühler für Jedermann. Er ist ein Nischenprodukt mit extremem Charakter, mit dem sich aber auch besondere Kühllösungen umsetzen lassen. Er benötigt für seinen Einsatz viel Platz – vor allem an das Gehäuse werden sehr hohe Ansprüche gestellt. Wird man diesen allerdings gerecht und feilt ein Wenig an Ausrichtung und Lüfterposition, erhält man mit dem Orochi einen Super-Silent-Prozessorkühler erster Güte, der in der Lage ist, alle Prozessoren des Marktes lautlos zu kühlen. Komplett passiv ist zwar nur bedingt zu empfehlen, sollte aber für Mittelklasseprozessoren durchaus machbar sein. Überdies zeigt der Japanische Mammutkühler bei anderer Lüfterausstattung, dass er auch die Konkurrenz in Sachen Performance düpieren kann.
An optische Aspekte haben die Scythe-Entwickler zwar keine Gedanken verschwendet, dafür stimmt die Qualität trotz des horrenden Materialeinsatzes. Auch bei der Montage kann der Kühler punkten, schließlich ist sie vergleichsweise sicher und deutlich unkomplizierter, als wir es in Anbetracht der wahnwitzigen Abmessungen erwartet hatten.
In der Summe blicken wir also auf ein gewagtes, aber durchaus gelungenes Experiment des Herstellers Scythe, das deutlich weniger Komplikationen mit sich bringt als gedacht und vielen Anhängern der superleisen PC-Gestaltung große Freude bereiten wird. Wer jetzt aber sofort zuschlagen will, muss erst einmal gebremst werden: Der Scythe Orochi wird erst im April in den Handel kommen. Seine unverbindliche Preisempfehlung liegt bei fairen 59,95 EUR, der Straßenpreis sollte bei Kühlerverfügbarkeit noch etwas niedriger ausfallen.
Und auch wenn es sich um eine sehr spezielle Kühlerart handelt, unsere ComputerBase-Empfehlung soll dem Scythe Orochi nicht verwehrt bleiben. Soviel Extravaganz, Mut und Charakter bei einem stimmigen Konzept muss belohnt werden, wie wir meinen.
An dieser Stelle möchten wir noch ein großes Dankeschön an Scythe für die unproblematische Bereitstellung eines der wenigen Orochi-Samples in diesem frühen Stadium aussprechen.
Eigentlich ist der Scythe Orochi konkurrenzlos, da kein anderer Prozessorkühler vergleichbare Eigenschaften aufweist. Dennoch wollen wir eine kleine Übersicht empfehlenswerter Prozessorkühler, die ebenfalls von Interesse sein könnten, zum Abschluss darbieten.