Der PC befindet sich seit einiger Zeit in einem thermischen Wandel. Während in der Pentium-Ära noch der Prozessor als kritischste Komponente galt, was die thermische Beanspruchung anbelangte, haben die Grafikkarten ihren Siliziumkollegen in dieser Hinsicht mittlerweile den Rang abgelaufen. Nachdem man bei AMD und Intel die Verlustleistungsmarke von 100-Watt zum Teil deutlich überschritt und selbst teure High-End-Kühler an den Rand ihrer Leistungsreserven drängte, begann das große Umdenken im CPU-Bereich. Sehr zur Freude des Anwenders, der neben den Einsparungen bei den Energiekosten nunmehr mit günstigen und vor allem leisen Kühllösungen auskommt. Bei den Spieler-Grafikkarten sieht das Bild noch etwas anders aus: Hier bemühen sich die beiden Riesen AMD und Nvidia zwar ebenfalls, effizienter zu werden, nichtsdestotrotz ist der Energiehunger aktueller Oberklasse-Pixelbeschleuniger im Lastbetrieb immens. Folgerichtig gelten die Ansprüche an die entsprechenden VGA-Kühllösungen hinsichtlich ihrer Kühlleistung aber auch ihrer Akustik als enorm hoch. Nur in seltenen Fällen genügen die Serienkühler diesen Ansprüchen, weshalb frustrierte Anwender den Wechsel zu einem leiseren, stärkeren Nachrüstmodell wagen. Der Markt hält hierfür einige interessante Lösungen bereit, doch auch hier erfüllt nicht jedes Exemplar die hohen Erwartungen. Wir haben uns im Rahmen eines Kurzvergleiches vier recht unterschiedliche Grafikkartenkühler ins Haus geholt und wollen klären, ob der Umstieg lohnt.
Unser Testfeld wird dabei vom Arctic-Cooling Xtreme 8800 angeführt. Der Riesenkühler des Schweizer Erfolgsunternehmens will mit Dreifachbelüftung, hohem Materialeinsatz und einem geringen Preis punkten. Sein Problem ist allerdings das geringe Kompatibilitätsfenster, denn er ist nur für die GeForce-8800-Serie geeignet.
Als nächster Kandidat geht der Coolink GFX Chilla ins Rennen. Der kompakte Nachrüstkühler wird von zwei 80-mm-Ventilatoren belüftet und soll vor allem Freunde des leisen PCs ansprechen. Ob er dabei allerdings nicht die Kühlleistung aus den Augen verliert, wird sich zeigen.
Mit dem Auras Fridge betritt ein absoluter Neuling die Bühne. Der prima verarbeitete Kühler des fernöstlichen Konzerns Auras wird ohne Lüfter geliefert, bietet die Möglichkeit der 120-mm-Ventilation und ist aufgrund seines breiten Lamellenabstandes bestens für geringe Luftzirkulationen, also minimierte Lautstärke, geeignet.
Abgerundet wird das Quartett vom Thermalright HR-03 Plus. Das qualitativ erstklassige Modell der Edelschmiede will die Kontrahenten mit seinem imposanten Heatpipe-Sixpack beeindrucken und wird ebenfalls lüfterlos, also flexibel an die eigenen Bedürfnisse anpassbar, geliefert. Allerdings kann auch der HR-03 nicht mit übergreifender Kompatibilität aufwarten, was angesichts des hohen Preises zum KO-Kriterium avancieren könnte.
Damit wären die Protagonisten kurz vorgestellt und es kann mit der Produktbesprechung begonnen werden.
Arctic-Cooling genießt momentan einen ausgezeichneten Ruf im Bereich der Grafikkartenkühler. Der Accelero S1 [1] avancierte ob seiner hohen Leistung und seines günstigen Preises innerhalb kürzester Zeit zum Publikumsliebling und zur Referenz am Markt. Andere Hersteller wie Zalman, Xigmatek und Co. konnten dem Schweizer Unternehmen nicht das Wasser reichen. Mit dem Accelero Xtreme will Arctic-Cooling seine Vormachtstellung nun weiter ausbauen und präsentiert einen Grafikkartenkühler der Superlative. Gigantische Ausmaße, drei leise Lüfter und ein typisch günstiger Preis von unter 30 Euro [2] sollen dabei helfen. Im Test setzen wir auf den Xtreme 8800. Weiterhin gibt es den Xtreme 2900 für die entsprechenden ATI-Radeon-Karten. Eine Version für die aktuelle GeForce-9800-Reihe ist ebenfalls seit Kurzem am Markt vertreten. Bis auf die Kompatibilität sind die Modelle in ihrer Charakteristik aber weitgehend übereinstimmend.
Der Lieferumfang des Kühlers beinhaltet neben der perfekt auf die jeweilige Grafikkarte abgestimmten VGA-Kühlcombo vier passive Spannungswandlerkühler, Wärmeleitpads für die Arbeitsspeicher, eine gelochte Slotblende sowie eine knappe Montageanleitung mit deutschem Sprachteil.
Technische Eckpunkte
Kurzbeschreibung
Der Xtreme 8800 ist nur mit den G80-Grafikkarten der Nvidia-Serie kompatibel, sodass es keinerlei Überschneidungen mit dem hauseigenen Accelero S1 [5] gibt. Aufgrund dieser Einschränkung konnte Arctic-Cooling den Kühler ideal auf die sehr beliebten und weit verbreiteten 8800er-Beschleuniger abstimmen. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings keine übergreifende Kompatibilität bei einem Grafikkartenneukauf.
Der Xtreme basiert auf einer imposanten Doppel-Kühlkörper-Konstruktion, wobei drei Heatpipes das verbindende Element bilden. Zwei weitere Kapillare realisieren einen schnellen Wärmetransport im Hauptkühlkörper. Dieser besteht aus einer großen Aluminiumgrundplatte, die mit den Wärmeleitpads der Grafikkartenspeicher und Zusatzchips in Verbindung steht. Zentral wurde überdies eine kupferne Wärmeaufnahme für den Grafikkartenchip eingelassen. Auf dieser Grundplatte steht eine Armada von Aluminiumkühlrippen im knappen 1-mm-Abstand Spalier. Insgesamt wurden 107 dieser Lamellen zu einer riesigen Kühloberfläche verknüpft.
Auf diesem Kühlkörper-Konstrukt thront ein langer Kunststoffrahmen mit den integrierten Lüftern. Gleich drei 80-mm-Modelle wurden hier verbaut. Sie weisen ein weites Drehzahlspektrum auf und können von knapp 700 bis 2200 U/min betrieben werden. Dabei erfolgt ihre Stromversorgung über den originalen 4-Pin-Anschluss direkt über die Grafikkarte, sodass die automatische oder manuelle Steuerung der Karte genutzt werden kann. Insgesamt ist der AC-Xtreme jedoch nicht so leise, wie wir es erwartet hatten. Bei voller und mittlerer Drehzahl agiert er deutlich wahrnehmbar und selbst im minimalen Drehzahlbereich ist ein echter Super-Silent-Betrieb nur bedingt möglich.
Die allgemeine Qualität des Schweizers ist angesichts des Preises als recht ordentlich zu bezeichnen. Vor allem im Vergleich zum Accelero S1 wirkt der Xtreme deutlich wertiger.
Die Montage des Mammutkühlers ist recht einfach. Zunächst werden die Spannungswandler mit den Passiv-Aluminiumblöcken beklebt und die dicken Wärmeleitpads auf die Arbeitsspeicher gelegt. Eine ideale Dosis hochwertiger Wärmeleitpaste ist für den Ersteinsatz bereits an der Wärmeaufnahme des Kühlers angebracht. Nun kann der Kühler bereits auf die Grafikkarte gesetzt und rückseitig mit sechs kleinen Schrauben fixiert werden. Alles ist so passgenau gefertigt, dass es dabei keinerlei Probleme gibt.
Deutlich kritischer könnte es allerdings beim Einsetzen der Grafikkarte ins Gehäuse zugehen. Mit einer Gesamtlänge von nunmehr 27 Zentimetern ist der mit dem Accelero Xtreme ausgestattete VGA-Beschleuniger unter Umständen zu lang für einige Gehäuse. Im Testgehäuse, dem gedämmten Thermaltake Shark, das eine relativ geläufige Raumaufteilung bietet, kollidierte der Xtreme mit den Festplattenkäfigen. Ohne entsprechendes Gehäusedämmmaterial hätte es gerade so gepasst. So musste ein Aluminiumsteg des Gehäuses kurzerhand etwas verbogen werden, um die Grafikkarte einsetzen zu können. Wer mit dem Accelero Xtreme liebäugelt, sollte vor dem Kauf also genau nachmessen.
Kühlprodukte des asiatischen Herstellers Auras sind hierzulande noch nicht weit verbreitet. Nur vereinzelte Fachhändler führen bis dato entsprechende Prozessorkühler dieses Fabrikates. Zur diesjährigen CeBIT [6] konnten wir uns von der Qualität der Auras-Produkte überzeugen und stießen mit dem „Fridge“ auf einen überaus interessanten Grafikkartenkühler, der nun auch in Deutschland zum konkurrenzfähigen Preis von etwa 25 Euro verfügbar ist.
Zum Lieferumfang des Fridge, der ohne Lüfter daher kommt, gehören neben dem Montagematerial für die unten aufgeführten Grafikkarten auch ein Dutzend passive Speicherkühler, eine Spritze Wärmeleitpaste sowie acht Spreizstifte zur Lüfterfixierung.
Technische Eckpunkte
Kurzbeschreibung
Der Auras Fridge ist ein großflächiger Grafikkartenkühler im Stile des Arctic-Cooling Accelero S1. Anders als die meisten Umsetzungen der Kontrahenten verfügt er über vier horizontal installierte Heatpipes. Auf diese wurden insgesamt 54 hauchdünne Aluminiumlamellen aufgefädelt, die im weiten 3-mm-Abstand beste Vorzeichen für langsam drehende Belüftungen bieten. Die Wärmeaufnahme wird unterdessen von einer sehr dünnen und veredelten Kupferbodenplatte realisiert.
Hinsichtlich der Lüfterbestückung präsentiert sich der Neuling flexibel. An den installierten Bügeln können sowohl zwei 80- oder 92-mm-Modelle als auch ein einzelner 120-mm-Lüfter befestigt werden. Dies geschieht ohne Schrauben mit Hilfe von Spreizstiften. Der einheitliche Look des Fridges lässt die Konstruktion sehr hochwertig wirken. In der Tat würde man auf den ersten Blick eher ein Thermalright-Emblem auf der Verpackung vermuten. Aus qualitativer Sicht kann das Auras-Produkt, auch mit Blick auf den Verkaufspreis, also durchaus überzeugen.
Die Montage des Kühlers erweist sich dagegen als etwas fummelig. Nachdem die GPU mit Wärmeleitpaste benetzt und die Speicherbausteine mit den entsprechenden Passivblöcken beklebt wurden, muss der Kühler vorderseitig aufgesetzt, ausgerichtet und rückseitig verschraubt werden. Das Problem bei unserem Vorserienexemplar besteht darin, die vier langen Schrauben mit Druck gegen die Federkraft angesichts des großen Abstandes über die Gewindelöcher der Haltevorrichtung zu manövrieren und im richtigen Moment einzudrehen. Möglicherweise wird diese Montageform bei der finalen Version noch überarbeitet.
Die Firma Coolink ist mittlerweile keine unbekannte mehr im deutschen Raum. Speziell im Bereich Lüfter konnte der Hersteller in der jüngeren Vergangenheit mit der „Silent-Whisper-Fan“-Serie auftrumpfen. Mit dem GFX Chilla versucht man nun, einen leisen Grafikkartenkühler für etwa 30 Euro [8] am Markt zu platzieren.
Der Lieferumfang wird dominiert durch die Beigabe an passiven Zusatzkühlern: Insgesamt werden dem Anwender zehn normale RAM-, vier Low-Profile-RAM- und vier Spannungswandler-Heatsinks vermacht. Darüber hinaus gibt es eine Spritze Wärmeleitpaste, entsprechendes Montagematerial, einen 4-Pin-3-Pin-Adapter, vier Spacer-Stripes sowie eine knappe Anleitung in englischer Sprache.
Technische Eckpunkte
Kurzbeschreibung
Im Vergleich zu den auf den vorangegangenen Seiten vorgestellten Probanden ist der GFX Chilla relativ kompakter Bauart. Während im Silent-Bereich mittlerweile Kühllösungen, die drei oder mehr Slots verdecken, keine Seltenheit mehr darstellen, präsentiert sich das Coolink-Produkt mit einer Bauhöhe von 30 mm und damit einer Dual-Slot-Lösung als erfrischend platzsparend. Anders als die großformatige Konkurrenz ist der Chilla damit also durchaus Mini-PC-tauglich.
Die eigentliche Konstruktion ähnelt jener des kürzlich getesteten Xigmatek Battle-Axe [11]. Von der kupfernen Wärmeaufnahme führen vier Heatpipes zum Aluminiumkühlkörper. Dieser zeigt sich beim GFX Chilla sehr feinstrukturiert und die Lamellen stehen eng, sodass der Kühler eher mit schnell drehenden denn mit leisen, langsamen Lüftern harmonieren wird. Die Qualität des Gebotenen ist ordentlich, im Finish wirkt der Kühler aber etwas lieblos und roh.
Die Belüftung übernehmen zwei blaue 80-mm-Ventilatoren, die geschraubt mit dem Kühlkörper verbunden wurden. Ihre Stromzufuhr wurde auf einen herkömmlichen 3-Pin-Kabel zusammengelegt, sodass die serienmäßige Regulierung der Grafikkarte nicht genutzt werden kann. Die Lüfter drehen mit maximal 2000 U/min und sind dabei deutlich wahrnehmbar, lassen sich aber in gewohnter Manier in einen silent-tauglichen Bereich bei bis deutlich unter 500 U/min trimmen. Absolut nebengeräuschsfrei gehen die beiden Ventilatoren dabei allerdings nicht zu Werke.
Die Montage des Kühlers erfolgt in einfacher Art und Weise. Nachdem zunächst die Speicherbausteine und Spannungswandler mit den beiliegenden Passivkühlern versehen wurden und man die Abstandsbolzen an entsprechender Stelle des Kühlerbodens eingedreht hat, kann der Chilla aufgesetzt und mit Hilfe der Federdaumenschrauben rückseitig fixiert werden. Für Grafikkarten, die keinen Heatspreader sondern einen freiliegenden Grafikkern besitzen, sind ferner die vier Spacer-Stripes des Lieferumfanges gedacht. Diese selbstklebenden Streifen werden vor dem Aufsetzen des Kühlers einfach in entsprechendem Abstand als Stütze um den Kern geklebt, damit ein Verkanten des Kühlers vermieden wird.
Thermalright gilt als absolute Edelschmiede unter den Kühlerherstellern. Sowohl die Qualität, als auch die Leistung der fernöstlichen Produkte sind zumeist über jeden Zweifel erhaben. Diese Tatsache lässt sich der Hersteller allerdings auch fürstlich entlohnen, sodass die TR-Machwerke zu den teuersten des Marktes gehören. Im Bereich der Grafikkartenkühler schickt Thermalright die HR-03-Serie gegen die gestaffelte Konkurrenz ins Rennen. Für den Vergleich setzen wir aus Kompatibilitätsgründen auf die „Plus“-Variante. Weitere Vertreter der Serie sind der HR-03 GT und der HR-03/R600. Diese Modelle unterscheiden sich hauptsächlich durch die unterstützten Grafikkarten, kosten ohne Lüfter etwas unter 40 Euro und sind beispielsweise bei PC-Cooling [12] erhältlich.
Der Lieferumfang des HR-03 Plus ist durchaus großzügig. Neben dem passiven Kühlkörper und dem Montagematerial finden wir insgesamt 17 kleine Aluminiumkühler für RAM, Spannungswandler und sogar den NVIO-Chip der unterstützten GeForce-8800-Grafikkarten vor. Weiterhin gibt es zwei Drahtbügel zur optionalen Lüfterbefestigung, eine großvolumige Spritze Wärmeleitpaste sowie traditionsgemäß einen Thermalright-Sticker zu bestaunen.
Technische Eckpunkte
Kurzbeschreibung
Thermalrights High-Riser-Grafikkartenkühler erinnert in seiner Form an die kompletten Passivlösungen [14] vergangener Tage. Ausgehend von einem kupfernen Aufnahmeblock transportieren imposante sechs U-Heatpipes die vom Grafikchip erzeugte Wärme zum überstehenden Lamellenkörper. Dieser aus 34 piekfein gearbeiteten Aluminiumlamellen bestehende Radiator ist sowohl für den lüfterlosen (eine entsprechend kühle Grafikkarte vorausgesetzt) als auch für den aktiv ventilierten Betrieb geeignet. Ersteres unterstützen der 2-mm-Lamellenabstand sowie konvektionsfördernden Lamellenstanzungen, für zweiteres ist eine 92-mm-Lüfteraufnahme vorgesehen, wobei die Fixierung per Drahtbügel umgesetzt ist.
Die Installation des Kühlers geschieht weitgehend selbsterklärend und einfach. Zunächst werden auch hier die Speicher- und Zusatzkühler, die bereits mit einem doppelseitig klebenden Leitpad versehen sind, an passender Stelle angebracht. Im nächsten Schritt wird der vordere Befestigungs-X-Bügel mit den langen Daumenschrauben versehen und inklusive Kühler durch die vier Sockelbohrungen auf die mit Wärmeleitpaste benetzte GPU gesetzt. Rückseitig kann nun das isolierte X-Kreuz eingepasst und die Halterung per Daumenmuttern alternierend fixiert werden. Der gesamte Akt erfolgt ohne Zuhilfenahme von Werkzeugen.
Mit aufgesetztem 92-x-25-mm-Lüfter ragt der installierte HR-03 Plus knapp acht Zentimeter über die Grafikplatine hinweg und versperrt auf diese Weise drei weitere Slots. Allerdings bietet der Thermalright-Spross auch die Möglichkeit, grafikkartenrückseitig als Art „Rucksackkühlkörper“ angebracht zu werden. Hierfür muss allerdings genügend Platz zum Prozessorkühler vorhanden sein. Ist dies der Fall, so kann mit je einem vorder- und einem rückseitig installiertem HR-03 sogar ein Dual-Grafikkarten-Verbund gekühlt werden.
Zu unseren vorherigen Grafikkartenkühlertests erfuhr das Testsystem eine entscheidende Änderung. Aus Gründen der allgemeinen Verbreitung und der Beliebtheit testen wir nun auf einer übertakteten GeForce 8800 GTS (G80) von MSI. Im Gegensatz zur vorherigen Grafikkarte, der ATi Radeon X1900 XTX, verfügt sie über einen Heatspreader zur gleichmäßigen Wärmeverteilung. Das Testverfahren sieht unterdessen einen 30-minütigen 3D-Mark-06-Loop vor, durch den das System und im Speziellen die Grafikkarte beansprucht und aufgewärmt wird. Während dieser Periode werden alle wichtigen Sensor-Parameter (Temperaturen, Drehzahlen etc.) mit dem Tool Everest [15] dokumentiert. Die Maximalwerte aus diesen Messungen ziehen wir zum Vergleich der Produkte heran.
Die Messung der Lautstärke erfolgt, sofern möglich, im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der störende Bereich.
Zusätzlich zu den Messungen der Schalldrücke bieten wir auch bei den Grafikkartenkühlern kleine Tonaufnahmen als Hörproben an. Diese wurden in unmittelbarer Nähe zum laufenden Lüfter aufgenommen und lassen damit besonders gute Rückschlüsse auf den Toncharakter des Lüfters zu. Zum Download der mp3-Dateien gelangt man mit einem Klick auf das obige Logo.
Wir beginnen mit der Gegenüberstellung der Leistungsfähigkeit der Kühler mit ihren Serienbelüftungen (bzw. von uns gewähltem 92-mm-Papst respektive 120-mm-Noctua). In dieser Übersicht erkämpft sich der dreifach belüftete Arctic-Cooling Xtreme die unangefochtene Spitzenposition. Sowohl die Lautstärke, als auch die Kühlleistung ist der Konkurrenz teils deutlich überlegen, wobei er auch mit sinkender Drehzahl kaum an Kühlleistung verliert. Gerade noch mithalten kann der Xigmatek Battle Axe, den wir als Referenz noch einmal auf der GeForce 8800 GTS nachgetestet haben. Mit leiser 92-mm-Einzelbelüftung des Herstellers Papst kann der Thermalright HR-03 Plus die Top-Platzierungen nicht mehr erreichen. Dennoch gelingt es, bei niedriger Lautstärke die Verfolgerriege anzuführen. Auch der Auras Fridge mit 120-mm-Belüftung in Gestalt des Noctua NF-P12 platziert sich im Mittelfeld der Gegenüberstellung. Etwas abgeschlagen, aber immer noch dem Serienkühler vorzuziehen, präsentiert sich der kompakte Coolink GFX Chilla mit seiner 80-mm-Doppelbelüftung. Er kann den großformatigen Kontrahenten aber kaum das Wasser reichen und gerät vor allem bei gedrosselter Drehzahl in arge Leistungsnöte.
| Kühler [Belüftung/Drehzahl] | Leerlauf [°C] | Auslastung [°C] | Lärm [dBA] | Test |
| Arctic-Cooling Xtreme 3 x 80 mm PWM 2200 U/min (100%) | GPU: 32 Diode: 35 Umg.: 34 | GPU: 41 Diode: 42 Umg.: 40 | 43,6 | 05/08 |
| Arctic-Cooling Xtreme 3 x 80 mm PWM 1440 U/min (60%) | GPU: 33 Diode: 36 Umg.: 34 | GPU: 43 Diode: 44 Umg.: 41 | 35,8 | 05/08 |
| Xigmatek Battle Axe 2 x 92 mm 2200 U/min (100%) | GPU: 38 Diode: 36 Umg.: 37 | GPU: 44 Diode: 45 Umg.: 42 | 42,0 | 02/08 [10] |
| Xigmatek Battle Axe 2 x 92 mm 1100 U/min (50%) | GPU: 38 Diode: 39 Umg.: 38 | GPU: 47 Diode: 48 Umg.: 45 | 31,8 | 02/08 [10] |
| Zalman VF-1000 Cu 1 x 80 mm 2600 U/min (100%) | GPU: 40 Diode: 41 Umg.: 39 | GPU: 47 Diode: 48 Umg.: 44 | 46,7 | 11/07 [17] |
| Arctic-Cooling Xtreme 3 x 80 mm PWM 640 U/min (30%) | GPU: 38 Diode: 40 Umg.: 37 | GPU: 48 Diode: 49 Umg.: 45 | 30,8 | 05/08 |
| Thermalright HR-03 Plus 1 x 92 mm Papst GL 1810 U/min (100%) | GPU: 39 Diode: 41 Umg.: 39 | GPU: 49 Diode: 50 Umg.: 46 | 34,9 | 05/08 |
| Thermalright HR-03 Plus 1 x 92 mm Papst GLLE 1000 U/min (100%) | GPU: 43 Diode: 43 Umg.: 41 | GPU: 52 Diode: 52 Umg.: 47 | 31,6 | 05/08 |
| Auras Fridge 1 x 120 mm Noctua 1250 U/min (100%) | GPU: 41 Diode: 42 Umg.: 38 | GPU: 54 Diode: 53 Umg.: 44 | 34,3 | 05/08 |
| Zalman VF-1000 Cu 1 x 80 mm 1450 U/min (50%) | GPU: 43 Diode: 45 Umg.: 44 | GPU: 56 Diode: 56 Umg.: 50 | 32,8 | 11/07 [16] |
| Auras Fridge 1 x 120 mm Noctua 580 U/min (50%) | GPU: 43 Diode: 43 Umg.: 40 | GPU: 58 Diode: 57 Umg.: 47 | <30,4 | 05/08 |
| Thermalright HR-03 Plus 1 x 92 mm Papst GL 540 U/min (30%) | GPU: 46 Diode: 47 Umg.: 43 | GPU: 62 Diode: 61 Umg.: 53 | <30,4 | 05/08 |
| Coolink GFX Chilla 2 x 80 mm 1630 U/min (100%) | GPU: 44 Diode: 45 Umg.: 39 | GPU: 63 Diode: 61 Umg.: 48 | 32,8 | 05/08 |
| Serienkühler 1 x 80 mm 2800 U/min (100%) | GPU: 47 Diode: 49 Umg.: 42 | GPU: 66 Diode: 65 Umg.: 51 | 52,8 | 05/08 |
| Serienkühler 1 x 80 mm 1500 U/min (60%) | GPU: 55 Diode: 55 Umg.: 47 | GPU: 76 Diode: 75 Umg.: 58 | 36,9 | 05/08 |
| Coolink GFX Chilla 2 x 80 mm 340 U/min (25%) | GPU: 88 Diode: 88 Umg.: 61 | GPU: 100* Diode: 99 Umg.: 67 | <30,4 | 05/08 |
| Serienkühler 1 x 80 mm 400 U/min (30%) | GPU: 71 Diode: 70 Umg.: 58 | GPU: 101* Diode: 99 Umg.: 75 | <30,4 | 05/08 |
* thermisch bedingte Systemabschaltung
Zusätzlich zur Gegenüberstellung der Serienbelüftung testen wir (sofern es möglich ist) alle Kandidaten noch mit unserem 120-mm-Referenzlüfter, dem Noctua NF-P12. Der Lüfter bietet ein sehr nebengeräuschsarmes Klangbild und eignet sich sowohl für leistungsfähige als auch für leise Auslegungen. Die Befestigung des Lüfters an den jeweiligen Kühlkörpern erfolgte, falls nicht anders möglich, per Kabelbinder.
Referenzbelüftung 120-mm | GPU Last
Angaben in °C
|
Auch hier dominiert der Arctic-Cooling Xtreme 8800 vor dem Xigmatek Battle Axe das Feld. Der Auras Fridge kann die Stärken seines großen Lamellenabstandes erst bei sehr niedrigen Drehzahlen ausspielen und erobert wiederum die Goldene Mitte für sich. Der Coolink GFX Chilla bildet das Schlusslicht und unterstreicht, dass er aufgrund seiner engen Lamellenstellung nicht optimal mit langsam drehenden Lüftern harmoniert.
In unserem Test präsentierten sich vier Grafikkartenkühler recht unterschiedlicher Art. Unterm Strich fällt es schwer, einen klaren Sieger auszumachen, denn so verschieden wie die Konzepte, so verschieden sind auch Vor- und Nachteile der vier Protagonisten angesiedelt, die in kurzen Einzelfazits noch einmal dargelegt werden sollen.
Als eindeutiger Leistungssieger geht der Arctic-Cooling Xtreme aus dem Test hervor. Der Grafikkühlerriese des Schweizer Unternehmens unterstreicht einmal mehr, dass viel Material fast zwangsläufig gute Kühlleistungen nach sich zieht. Die Qualität des Kühlers ist ordentlich, die Montage einfach und der Preis gewohnt fair, doch die Schattenseite des Mammutkühlers ist insgesamt größer als erwartet. So sind es einerseits die unheimlichen Ausmaße, die zu Platzproblemen im Gehäuse führen können, andererseits liegt das winzige Kompatibilitätsfenster schwer im Magen. Denn während die meisten Multilösungen der Konkurrenz für eine breite Masse an verschiedenen Grafikkarten verwendet werden können, beziehen sich die Accelero-Xtreme-Modelle jeweils nur auf eine bestimmte Serie, wodurch der günstige Preis von unter 30 Euro [18] spätestens beim Kauf des nächsten Pixelbeschleunigers egalisiert wird. Ferner erfüllt der Xtreme mit seinen drei 80-mm-Lüftern nicht unsere Vorstellung einer Super-Silent-Kühllösung, bleibt er doch auch bei niedrigsten Drehzahlen noch wahrnehmbar.
Der Auras Fridge präsentiert sich trotz seiner nur mittelprächtigen Kühlleistungen ordentlich. Sein großer Pluspunkt ist neben der erstklassigen qualitativen Umsetzung die Auslegung auf niedrige Lüfterdrehzahlen und die 120-mm-Unterstützung. Mit ihm lassen sich also sehr leise Grafikkartenkühlungen umsetzen, sofern es sich nicht um die hitzköpfigsten Beschleunigerexemplare handelt. Darüber hinaus ist der Fridge zu vielen Grafikkarten kompatibel, wirkt optisch wie technisch stimmig und wird sich, sobald verfügbar, in einem vertretbaren Preisrahmen von etwas über 20 Euro bewegen.
Ebenfalls nicht einfach fällt auch die Einschätzung zum Coolink GFX Chilla aus. Aufgrund seines verhältnismäßig gedrungenen Layouts und seiner enorm engen Lamellenanordnung gelingt es ihm nicht, leistungsmäßig mit den übrigen Kandidaten des Testfeldes Schritt zu halten. Zur interessanten Alternative wird der Chilla allerdings immer dann, wenn die Platzbedingungen eher eine kompakte, ergonomische Lösung fordern, denn in diesem Punkt ist der gut verarbeitete Coolink-Spross seiner Konkurrenz überlegen. Überdies bietet seine Dual-Lüfterbestückung durchaus Silent-Potential, sodass der geneigte Anwender zum Preis von knapp 30 Euro [9] hier durchaus zugreifen kann.
Gut, aber ebenfalls nicht überragend, präsentiert sich abschließend Thermalrights HR-03 in der Plus-Version. Eine ordentliche Kühlleistung, eine tadellose Verarbeitung und eine einfache Montage verbucht er auf der Haben-Seite. Gefällig ist überdies die Montagevariante als Rucksackkühlkörper, die dem experimentierfreudigen Anwender weitere wertvolle Möglichkeiten eröffnet. Allerdings hat auch die HR-03-Serie mit ihrem geringen Kompatibilitätsfenster zu kämpfen. Dabei ließe sich der Kühler ohne großen Aufwand mit einer leichten Anpassung der Montagebügel für nahezu alle gängigen Lochabstände der verschiedenen Grafikkartenplatinen fit machen. So ist der interessierte Kunde gezwungen, den Kühler exklusiv für seinen aktuelle Beschleuniger zu erwerben. Dabei sind für die entsprechende Version des HR-03 zwischen 30 und 40 Euro [11] zu entrichten.