Mit dem Nirvana NV120 [1] konnte sich der für seine schicken Schmetterlingskühler bekannt gewordene Hersteller Zerotherm endgültig am Markt für leistungsfähige Prozessorkühler festsetzen. Kritikpunkte am Nirvana waren dennoch vorhanden. So stand hauptsächlich der Lüfter des 120-mm-Sprosses im Visier: Zu laut in allen Lebenslagen und aufgrund des eingebundenen Layouts nicht gegen ein leiseres Modell austauschbar. Auf der diesjährigen CeBIT [2] präsentierte Zerotherm nun den weiterentwickelten FZ120, der die Kritikpunkte des NV120 ausbügeln sollte. Günstiger als der Nirvana (da einfacher zu fertigen) wird nun auf einen leiseren 120-mm-PWM-Lüfter vertraut, der sich überdies auch problemlos wechseln lässt. Wir haben uns den Zerotherm-Neuling ins Haus geholt und prüfen, ob der FZ120 wirklich ein würdiger Nirvana-NV120-Nachfolger darstellt.
Im Lieferumfang finden sich die üblichen Verdächtigen: Zum Kühlkörper und dem transparenten, aber nicht LED-beleuchteten 120-Lüfter gesellen sich das Montagematerial für Intels Sockel 775 (jenes für den AM2/939 von AMD ist als optionales Kit erhältlich), eine Installationsanleitung mit deutschem Sprachteil sowie zwei Drahtbügel zur Lüfterfixierung. Abgerundet wird das Paket von einer großen Spritze hochwertiger Wärmeleitpaste.
Die Kühler des Apack-Ablegers Zerotherm galten aufgrund ihrer besonderen Bauform immer schon als echte Hingucker. Vor allem die Modelle der Butterfly-Serie mit ihrer dem Namen entsprechenden Gestaltung wussten sich optisch eindeutig von der Masse des Marktes zu distanzieren. Auch der Nirvana NV120 wurde noch in Anlehnung an das schicke Schmetterlingslayout konzipiert. Mit dem FZ120 entfernt sich der Hersteller nun endgültig von den extravaganten Entwicklungen der vergangenen Serien und nähert sich optisch wie technisch dem Marktstandard.
So stellt der FZ120 einen piekfein verarbeiteten Towerkühler im 120-mm-Format dar, der mit nettem Leichtmetalllamellenschwung und vierfacher U-Heatpipe-Technik überzeugen will. Der Lamellenabstand der gläzend pulverlackbeschichteten Aluminiumelemente wurde dabei mit einem Millimeter relativ knapp gewählt, sodass der FZ120 seine Kühlqualitäten vornehmlich im höheren Drehzahlbereich ausspielen können wird.
Die Belüftung übernimmt ein 120-mm-Ventilator herkömmlicher Bauart. Das transparente Modell verfügt über keinerlei LED-Beleuchtung und wird per zeitgemäßem Drahtbügel am Kühlkörper angebracht. Der Lüfter verfügt über einen 4-Pin-Anschluss und ist PWM-fähig. Darüber hinaus kann er einen enorm weiten Drehzahlbereich aufweisen, arbeitet maximal mit 1600 bis 1800 U/min und in unserem Fall mit minimalen 360 U/min. Trotz dieses enormen Spektrums ist der Lüfter aus akustischer Sicht nicht überzeugend, wie sich im weiteren Verlauf herausstellen wird.
Der FZ120 kann grundsätzlich in AMD- oder Intelsystemen betrieben werden. Für die AMD-Sockel mit ihrer Nasenhalterung muss allerdings das zusätzliche Kit „ZC-AM2“ erworben werden. Das Kit für Intels Sockel 775 liegt dem Lieferumfang serienmäßig bei.
Zur Installation wird zunächst der entsprechende Montagebügel von unten am Kühlkörper verschraubt. Im AMD-Falle kann nun bereits der Kühler auf die mit Wärmeleitpaste benetzte CPU aufgesetzt und die Ösenhalterung am serienmäßigen Retentionmodul eingehakt werden. Für Intel-Anwender ist unterdessen der Ausbau der Hauptplatine erforderlich, denn mainboardrückseitig muss eine mit doppelseitigem Klebeband ausgestattete Kunststoffrückplatte angebracht werden, bevor der Kühler mit Hilfe der vier Federschrauben vorderseitig fixiert werden kann.
Die Ausrichtung des Kühlers kann grundlegend entsprechend der vier Himmelsrichtungen gewählt werden. Sofern möglich, sollte der FZ120 aber mit Lüfterblasrichtung zur Gehäuserückwand installiert werden, da Towerkühler so erfahrungsgemäß ihrer höchste Leistungsfähigkeit entfalten. Inkompatibilitäten sind durch den FZ120 größtenteils bei den Gehäusen zu suchen. Aufgrund seiner üppigen Bauhöhe von 165 mm lassen sich sehr schmale Gehäuse unter Umständen nicht mehr schließen. Vor dem Kauf sollte man sich in dieser Hinsicht also absichern und nachmessen.
Heiz- und Herzstück unserer aktuellen Kühlertestplattform ist der mit einer spezifizierten Thermal Design Power (TDP) von 130 Watt ausgezeichnet skalierende Intel Core 2 Extreme QX6700, eine imposant leistungsfähige Quad-Core-CPU im 65-nm-Design, deren vier Kerne mit jeweils 2,66 GHz bei 1,35 Volt Kernspannung betrieben werden.
Als weitere Schlüsselkomponente unserer auf einen möglichst leisen Betrieb ausgelegten Komposition vertrauen wir beim Netzteil auf das Be-Quiet Straight-Power mit 600 Watt, das uns mit freundlicher Unterstützung von Be-Quiet [5] zur Verfügung gestellt wurde und beispielsweise bei Caseking [6] erhältlich ist. Den temperaturgeregelten, sehr leisen Serienlüfter des hocheffizienten Netzteiles tauschen wir aus Gründen des fairen Kühlervergleiches gegen einen mit konstant 800 U/min drehenden Scythe S-Flex, der den Papst F2GLL als Referenzlüfter im neuen System ablöst. Ein weiterer S-Flex werkelt auch rückseitig auf Höhe des Prozessorsockels ausblasend als einziger Gehäuselüfter im neuen Testgehäuse, dem Coolermaster Stacker 830, das uns zu diesem Zweck von Caseking [7] zur Verfügung gestellt wurde. Das Stacker 830 als meistverkauftes High-End-Gehäuse Europas bietet die Annehmlichkeiten einer weit verbreiteten Innenraumaufteilung, großzügigen Platzverhältnissen und durch den üppigen Gebrauch von lochblechernen Seitenwänden gute Belüftungs- und Luftansaugmöglichkeiten für die verschiedenen Testkühlerkonzepte. Alle weiteren Komponenten sind folgender Zusammenstellung zu entnehmen:
Testverfahren: Wir gönnen dem frisch gestarteten System zunächst eine einstündige Aufwärmphase, in der Futuremarks „Ice Storm Fighter“-Demo (eine speziell auf die Leistungsfähigkeit von Quad-Core-Systemen abgestimmte, berechnungstechnisch in Threads aufgeteilte Grafikdemo, die das gesamte System entsprechend aufheizt) zum Einsatz kommt. Daran schließt sich der eigentliche Hitzetest für den Prozessor an, wobei wir uns dazu des kleinen, aber feinen Tools Core2MaxPerf 1.0 [8] bedienen, um die CPU-Auslastung aller vier Kerne über eine weitere Stunde konstant maximal zu halten. Core2MaxPerf 1.0 hat sich im Test gegen einige andere, potentielle Auslastungstools wie etwa Prime95, Intels Thermal Analysis Tool oder S&M aufgrund der besonders intensiven thermischen Beanspruchung aller vier Kerne durchgesetzt. Zum Abschluss der Testdurchläufe gewähren wir jedem Kühler noch eine Leerlaufphase von einer halben Stunde. Während des gesamten Szenarios werden die Temperaturverläufe mit der Everest-Ultimate-Software dokumentiert und die Maxima von uns zur Bewertung herangezogen. Wir testen jeden Kühler zunächst im 12-Volt-Modus, danach im 5-Volt-Betrieb.
Im Volllastbetrieb der CPU verbraucht unser System etwa 270 Watt, während im Leerlauf noch eine Leistungsaufnahme von 155 Watt zu verbuchen ist.
Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.
Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.
Als neuen Service bieten wir außerdem ab sofort MP3-Hörproben der Kühlcombos in den jeweiligen Betriebsmodi (5 Volt / 12 Volt) an, da die gemessenen Schalldruckwerte nur für wenige Leser wirklich greif- und vorstellbar sind. Außerdem kann man mit Hilfe dieser Aufnahmen, die im Abstand von 5 cm zum Objekt erfolgen, den Charakter des jeweiligen Lüftergeräusches besser erfassen und einschätzen.
Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben. Dieser lässt sich dann einfach per Multiplikation des von uns angegebenen Wertes mit dem jeweiligen Lüfterquerschnitt abschätzen. Dabei ist bei der Ermittlung der Querschnittsfläche darauf zu achten, dass der Rotorbereich nicht mit eingerechnet werden darf.
| Modus | Prozent | Drehzahl | Charakter |
| Hoch | 100% | 1600 U/min | Hoher Luftumschlag, sehr starke Vibrationen |
| Mittel | 60% | 1000 U/min | Mittlerer Luftumschlag, sehr starke Vibrationen, leichtes Lagerknistern |
| Niedrig | 30% | 500 U/min | Niedriger Luftumschlag, mittelstarkes Lagerrattern, leichte Vibrationen |
Zerotherm will beim FZ120 die Kritiken zum Nirvana NV120 berücksichtigen und setzt auf einen als „silent“ deklarierten 120-mm-Serienlüfter. Dieses PWM-fähige Modell arbeitet in unserem Fall in einem Drehzahlspektrum von 360 bis 1600 U/min und sollte damit kaum Wünsche offen lassen. Problematisch sind allerdings andere Charakterzüge des Ventilators: Selten haben wir ein Modell gesehen, das derart unrund, gar eiernd agiert und dabei enorme Vibrationen an Kühler und Gehäuse weitergibt, wie es bei diesem Exemplar der Fall ist. Die Schalldruckmessungen sowie die mp3-Hörprobe vermögen diesen inakzeptablen Charakter leider nur bedingt wiederzugeben. Das ebenfalls vorhandene, deutliche Lagerschleifen und vereinzelte -knistern wird dabei fast zur Nebensache.
Hinsichtlich seiner Leistungscharakteristik zeigt sich der FZ120 dann von einer erfreulicheren Seite. Vor allem bei höheren Drehzahlen werkelt er auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Im niederen Drehzahlbereich geht ihm dann aber etwas die Puste aus, weshalb es im wichtigen Silent-Sektor nur noch für Mittelfeld-Platzierungen reicht. Den NV120 Nirvana vermag die Zerotherm-Schwester nicht zu gefährden.
Vergleich mit Serienbelüftung
| Kühlercombo [Lüfter] | Drehzahl [U/min] | v(Luft) [km/h] | Last-Temp. Kerne* [°C] | Lärm [dB(A)] | Test [Datum] |
| Zerotherm Nirvana NV120 120mm: Serie | 2450 (12V) | 18,4 | 61,25 | 45,7 | 08.11.07 [10] |
| Zalman CNPS 9700 110mm: Serie | 2250 (12V) | n.a. | 62,25 | 49,9 | 15.09.06 [11] |
| Enzotech Ultra-X 120mm: ADDA Serie | 2200 (12V) | n.a. | 62,75 | 52,3 | 01.11.07 [12] |
| Noctua NH-U12P 120mm: Noctua NF-P12 | 1320 (12V) | 9,7 | 63,25 | 35,6 | 01.02.08 [13] |
| Xigmatek HDT-SD964 92mm: ADDA AD0912HX | 2640 (12V) | 15,9 | 64,0 | 44,4 | 07.03.08 [14] |
| Zerotherm FZ120 120mm: PWM-Serie | 1600 (12V) | 12,5 | 65,0 | 38,8 | 15.05.08 |
| EKL Gletscherspalte 120mm: Alpenföhnserie | 1250 (12V) | 11,5 | 66,5 | 37,7 | 25.03.08 [15] |
| Enzotech Ultra-X 120mm: ADDA Serie | 1100 (5V) | n.a. | 66,5 | 35,5 | 01.11.07 [11] |
| OCZ Vendetta 2 120mm: Serie AD1212DX | 1350 (12V) | 11,9 | 67,0 | 36,0 | 07.05.08 [16] |
| Zerotherm Nirvana NV120 120mm: Serie | 1030 (5V) | 7,3 | 67,25 | 32,0 | 08.11.07 [17] |
| EKL Zugspitze 120x38mm: Serie | 1680 (12V) | 14,7 | 67,25 | 39,2 | 25.03.08 [14] |
| Scythe Mugen 120mm: Slip-Stream | 1290 (12V) | 11,6 | 68,0 | 37,7 | 12.09.07 [18] |
| EKL Groß-Clock'ner 120mm: YS-Tech KM121225LS | 1110 (12V) | 8,6 | 68,25 | 32,5 | 25.03.08 [14] |
| Xigmatek Red Scorpion 120mm: Xigmatek Serie LED | 1280 (12V) | 9,2 | 68,75 | 32,7 | 07.03.08 [13] |
| Zerotherm FZ120 120mm: PWM-Serie | 1000 | 7,4 | 69,0 | 31,3 | 15.05.08 |
| Zalman CNPS 9700 110mm: Serie | 1250 (5V) | n.a. | 69,25 | 33,3 | 15.09.06 [10] |
| Zalman CNPS 9500 92mm: Serie | 2250 (12V) | n.a. | 69,5 | 47,1 | 16.09.05 [19] |
| Scythe Ninja CU 120mm: Scythe Slip Stream | 750 (12V) | 5,0 | 70,75 | <30,4 | 30.11.07 [20] |
| Scythe Orochi 140mm: Scythe SY1425SL12L | 460 (12V) | 3,0 | 71,0 | <30,4 | 28.02.08 [21] |
| Scythe Zipang 140mm: Scythe DFS132512L | 950 (12V) | 6,1 | 71,75 | 31,9 | 10.02.08 [22] |
| Asus Triton 79 Amazing 120mm: Serie | 1170 (12V) | 6,8 | 71,75 | 35,2 | 10.04.08 [23] |
| OCZ Vendetta 2 120mm: Serie AD1212DX | 840 (9V) | 6,4 | 72,5 | 31,1 | 07.05.08 [15] |
| EKL Gletscherspalte 120mm: Alpenföhnserie | 720 (5V) | 6,1 | 73,0 | 31,4 | 25.03.08 [14] |
| Scythe Mugen 120mm: Slip-Stream | 770 (5V) | 6,3 | 73,5 | 31,0 | 12.09.07 [17] |
| Xigmatek HDT-SD964 92mm: ADDA AD0912HX | 1170 (7V) | n.a. | 74,0 | 32,4 | 07.03.08 [13] |
| Noctua NH-U12P 120mm: Noctua NF-P12 | 550 (5V) | 3,5 | 74,25 | <30,4 | 01.02.08 [12] |
| Xigmatek HDT-D1284 120mm: AD1212DX | 1240 (12V) | 9,4 | 74,25 | 33,0 | 07.03.08 [13] |
| Zalman CNPS 9500 92mm: Serie | 1400 (5V) | n.a. | 75,75 | 32,9 | 16.09.05 [18] |
| Scythe Orochi 140mm: Scythe SY1425SL12L | 220 (5V) | 0,5 | 77,0 | <30,4 | 28.02.08 [20] |
| Asus Triton 79 Amazing 120mm: Serie | 780 (8V) | 5,0 | 77,75 | 31,9 | 10.04.08 [22] |
| Scythe Ninja CU 120mm: Scythe Slip Stream | 440 (5V) | 2,1 | 79,75 | <30,4 | 30.11.07 [19] |
| EKL Groß-Clock'ner 120mm: YS-Tech KM121225LS | 530 (5V) | 3,3 | 80,75 | <30,4 | 25.03.08 [14] |
| OCZ Vendetta 2 120mm: Serie AD1212DX | 540 (7V) | 3,5 | 82,25 | <30,4 | 07.05.08 [15] |
| Zerotherm FZ120 120mm: PWM-Serie | 500 | 2,7 | 84,5 | <30,4 | 15.05.08 |
| Xigmatek Red Scorpion 120mm: Xigmatek Serie LED | 480 (5V) | 2,7 | 84,5 | 30,7 | 07.03.08 [13] |
| Scythe Zipang 140mm: Scythe DFS132512L | 450 (5V) | 2,0 | 87,75 | <30,4 | 10.02.08 [21] |
| Asus Triton 79 Amazing 120mm: Serie | 330 (5V) | 1,0 | >100 Absturz | <30,4 | 10.04.08 [22] |
| Xigmatek HDT-SD964 92mm: ADDA AD0912HX | 420 (5V) | 1,6 | >100 Absturz | <30,4 | 07.03.08 [13] |
| EKL Zugspitze 120x38mm: Serie | 315 (5V) | 1,5 | >100 Absturz | <30,4 | 25.03.08 [14] |
* Hierbei handelt es sich um das arithmetische Mittel der Kerntemperaturen der vier nativen Kerne unseres Testprozessors, die zur Generierung der Rangfolge in den Charts herangezogen werden.
Als ein wichtiges Kriterium für den Vergleich der Leistungsfähigkeit eines Kühlkörpers zählt die gegenüberstellende Messung mit gleichen Lüftern. Für 120-mm-Kühler und solche, die dazu kompatibel sind, setzen wir nach wie vor auf die tabellarisch näher charakterisierten drei Lüfterexemplare der verschiedenen Leistungsklassen.
| Scythe S-Flex | Papst F2GLL | Sharkoon Power |
| 750 U/min (12 Volt) | 1150 U/min (12 Volt) | 2100 U/min (12 Volt) |
| v(max)Luft = 4,7 km/h | v(max)Luft = 8,1 km/h | v(max)Luft = 17,3 km/h |
| unhörbar | minimal wahrnehmbar | aufdringlich laut |
| < 30,4 dB(A) | 31,5 dB(A) | 49,3 dB(A) |
| mp3-Hörprobe | mp3-Hörprobe | mp3-Hörprobe |
Kühlercharts mit Referenzlüftern
Mit unseren Referenzlüftern unterstreicht das Zerotherm-Machwerk die Tatsache, dass es vorwiegend mit schnell drehenden Lüftern harmoniert. Mit dem Sharkoon-Power-Lüfter platziert sich der FZ120 aussichtsreich im Mittelfeld, doch je schwächer der angebrachte Luftdurchsatz, desto rückläufiger die Kühlleistung des Towerkühlers.
Kühlervergleich mit gleichen Lüftern
Angaben in °C
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Hierbei handelt es sich um das arithmetische Mittel der Kerntemperaturen der vier nativen Kerne unseres Testprozessors, die zur Generierung der Rangfolge in den Charts herangezogen werden.
Sich etwas von der Exklusivität der eigenen Kühlerkonstruktionen entfernend, bringt Zerotherm mit dem FZ120 einen weitgehend unkomplizierten 120-mm-Towerkühler auf den Markt, der im Vergleich zur Nirvana- und Butterfly-Serie einige Probleme aus der Welt räumen sollte. So ist es gelungen, die Flexibilität des Kühlers zu erhöhen, indem man nun auf einen Standard-120-mm-Lüfter setzt, der sich bequem austauschen lässt. Ferner nimmt man Abstand von einer Vernickelung des Kühlers und versieht die Aluminiumelemente des FZ120 mit einer hochwertig anmutenden Pulverlackbeschichtung.
Die Kühlleistung des FZ120 präsentiert sich auf dem hohen Niveau der Konkurrenz, setzt allerdings keine neuen Akzente nach oben. Dabei harmoniert der Zerotherm-Spross bauartbedingt etwas besser mit schnelldrehenden Lüftern als mit förderschwachen Leisetretern. Sehr gut kann die Montagevariante für Intels Sockel 775 gefallen. Viele Hersteller wählen hier die unbeliebten Push-Pins, während Zerotherm auf eine sichere und langlebige Direktverschraubung setzt. AMD-Anwender nutzen die Ösenhalterung ihrer Retentionmoduls, wobei das entsprechende Kit noch nachgekauft werden muss.
Die größte Schwäche des FZ120 in der uns vorliegenden Version ist allerdings der verbaute Serienlüfter. Zwar lässt er viel Spielraum im Hinblick auf seine Drehzahlen, der unwuchtig laufende Rotor und die daraus resultierenden, enormen Vibrationen sind jedoch jenseits von Gut und Böse angesiedelt. Hier sollte Zerotherm handeln und sich unbedingt für ein hochwertigeres Modell entscheiden, das besser zur ordentlichen Qualität des übrigen Konzeptes passt.
Unterm Strich erhält man mit dem FZ120 einen Zerotherm-Kühler, der leider etwas an der gefälligen Extravaganz früherer Serien eingebüßt hat, dennoch aber mit ordentlichen Leistungs- und Ergonomiecharakterzügen aufwarten kann. Einzig der verbaute Serienlüfter verhindert eine Empfehlung für den FZ120-Neuling, der in Kürze zum fairen Preis von etwa 30 Euro in den Händlerregalen liegen wird.