Der Grafikkartenmarkt war schon immer recht unübersichtlich. Seitdem allerdings hauptsächlich das Zweigestirn aus nVidia und ATi um die Gunst des geneigten Kunden buhlt, müsste die Situation sich eigentlich deutlich verbessert haben - sollte man meinen!
Leider ist dem absolut nicht so und Schuld daran tragen natürlich die Hersteller der Grafikkarten und auch der auf diesen verbauten Chips - namentlich nVidia und ATi.
Im ersten Teil unserer Übersicht wollen wir uns der aktuellen Produktlinie von ATi annehmen und eine kleine Übersicht über die DirectX9-fähigen Grafikkarten präsentieren, angefangen über den Urvater, die Radeon 9700 Pro bis hin zu den letzten Vorstellungen wie der Radeon 9600 Pro.
Dabei wollen wir auf ein paar Karten, die uns freundlicherweise von Tyan über die Firmen Consus, Sapphire Deutschland und Gigabyte zum Test zur Verfügung gestellt wurden und die bislang noch keine Einzelbetrachtung erhalten haben, etwas näher eingehen. Dazu gesellen sich 'alte Bekannte', die wir bereits ausführlich präsentiert haben, so dass wir insgesamt hier den Vergleich von dreizehn Grafikkarten mit Radeon-Chips verschiedener Technologiestufen wagen wollen.
Als erstes wollen wir auch die Karte vorstellen, die uns am ehesten erreichte. Die Firma Consus stellte uns freundlicherweise eine Tyan Tachyon Radeon 9500 Pro mit 128MB Grafikspeicher zur Verfügung.
Die GPU war, wie bei anderen Modellen der Radeon 9500 Pro auch, mit 275MHz getaktet und mit 270MHz schnellem RAM gekoppelt. Löblicherweise sind diese Angaben auch ausdrücklich auf der Verpackung vermerkt, so dass der geneigte Käufer schon im Vorfeld weiß, womit er es zu tun hat und nicht, wie bei Angeboten windiger ebay-Shops, die Katze im Sack kauft. Das blau gehaltene Design zieht sich von der Verpackung über Kühlkörper von GPU und RAM, wobei letzteres eher der Optik dienen dürfte, bis hin zum PCB, dem eigentlich Board.
Mit DSub-, DVI- und TV-out versehen, bietet die AGP8X-Karte alles an Anschlüssen, um den Benutzer in den heimischen vier Wänden zufrieden zu stellen und bietet dabei tadellose Bildqualität bis hinauf zur 1280er Auflösung nach der unser Testmonitor leider das begrenzende Element darstellt. Lediglich der ambitionierte Profi wird eventuell den langsam aus dem professionellen Bereich herausdiffundierenden doppelten DVI-Anschluss vermissen, der, in Verbindung mit dem auch hier beiliegenden Adapter um einen Röhrenmonitor am DVI-Anschluss zu betreiben, noch eine Option mehr zu bieten hat.
Neben dem für Grafikkarten auf Basis des R300-Chips von ATi obligatorischen 3,5"-Floppy-Stromanschluss, dem selbstverständlich ein Splitterkabel beiliegt, um auch bereits vollbestückten Netzteilen die Versorgung der Karte zu ermöglichen, befindet sich eine Komponente des Tyan-exklusiven Hardware-Monitorings. Es handelt sich um einen Piepser, der auch durch geschlossene Gehäusedeckel akustisch deutlich vernehmbar vermeldet, wenn Temperatur, Versorgungsspannung oder Lüfterdrehzahl sich außerhalb der vorgegebenen Parameter befinden.
Der BGA-RAM ist mit seiner Zugriffszeit von 3,3ns für knapp über 300MHz (303MHz) spezifiziert, so dass der standardmäßige Betrieb mit 270MHz noch ein wenig Luft nach oben lässt.
Nachdem der Temperaturfühler für das vorderseitige RAM recht offensichtlich angebracht ist, haben wir uns auf die Suche nach der Messdiode für die GPU-Temperatur gemacht. Auch das Demontieren des Kühlkörpers, dessen Kontakt zur GPU mittels eines selbstklebenden Wärmeleitpads (welches hernach von uns durch Wärmeleitpaste ersetzt wurde) hergestellt wird, verhalf uns zu keinerlei optischem Anhaltspunkt, wo sich dieser denn nun befindet. Entweder Tyan verlässt sich auf eine recht gute Schätzmethode oder (und das ist wahrscheinlicher) der Sensor befindet sich zwischen dem Substrat der GPU und dem PCB.
An Beigaben liegen außer den schon erwähnten Adaptern und Kabeln noch ein selbiger für den TV-Out sowie ein passendes Verlängerungskabel bei.
Auf der CD befinden sich neben mittlerweile schon veralteten Treiber auch das Tyan-Hardware Monitoring Programm (uns sind schändlicherweise die Screenshots von selbigem verloren gegangen), mit dem man neben der reinen Überwachung auch die Frequenzen von GPU- und RAM-Takt verstellen, sowie die Lüfterdrehzahl regulieren kann. Unserer Ansicht nach ein zukunftsweisendes Feature, welches sich baldesmöglich auf anderen Karten ebenso ansiedeln sollte, da es so möglich ist, den standardmäßig unaufdringlichen Lüfter von flüsterleise bis hin zu maximalem OC zu regeln.
Auch der obligatorische DVD-Player in Form einer zweikanaligen WinDVD-Version liegt bei. Sonstige Softwarezugaben, wie etwa eine Vollversion eines Spieles, vermisst man jedoch.
Als zweite Karte möchten wir die "Pro"-Version der Gigabyte Radeon 9600 vorstellen, die in dem reichlich großen Karton aufgrund ihrer sehr kompakten Ausmaße recht verloren wirkte. Wie bei allen echten Radeon 9600 Pro-Modellen ist der Grafikchip mit rekordverdächtigen 400MHz getaktet, dem 300MHz schnelles DDR-RAM zur Seite steht.
Auch hier finden sich die drei üblichen Anschlüsse in Form von DVI-, TV- und DSub-Out. Der TV-Out lässt sich mittels eines kleinen Dip-Schalters von PAL nach NTSC umschalten.
Die VGA-Qualität kann sich sehen lassen. Es traten keine störenden Artefakte, Geisterbilder oder sonstige Erscheinungen während unseres Tests auf. Bis hinauf zur 1280er Auflösung ist die Grafikkarte daher auch für längeres Arbeiten gut zu nutzen.
Der Speicher in BGA-Bauform bleibt mit 2,86ns spezifizierter Zugriffszeit (entspricht ca. 350MHz) und einem werksseitig eingestellten Takt von 300MHz deutlich unter seinen Möglichkeiten, so dass auch hier noch viel Luft nach oben bestehen sollte, die man durch das beigelegt V-Tuner Übertaktungstool selbst ausloten kann.
Der Kühlkörper macht optisch einen hübschen Eindruck und trägt das Logo von Gigabyte zur Schau. Wirklich viel zu tun gibt es jedoch für ihn nicht, da der RV350-Chip auch bei 400MHz nur relativ wenig Abwärme entwickelt (Kollegen berichteten in ihren Reviews von passiv gekühlten Radeon 9600 non-pro Karten, die sich ebenfalls über 400MHz hieven ließen). Von Kühlkörper und Wärmeleitpad befreit offenbart sich ein ziemlich kleiner Chip, da ATi die geschätzt 60 Millionen Transistoren des RV350 von TSMC mit einer Strukturbreite von nur 0,13µ ins Silizium lithographieren lässt. Die Platine trägt die Revisionsnummer 1.0 und größere Änderungen daran scheinen auch nicht erforderlich zu sein, da es sich um das Referenzdesign von ATi nur eben in blauer Farbe handelt.
PowerDVD in Zweikanalversion, Serious Sam The First Encounter und die CD mit Treibern, DirectX und dem V-Tuner Programm liegen ebenso bei, wie die den Lieferumfang vervollständigenden DVI-Adapter, Kabelpeitsche für TV-out und ein dünnes Handbüchlein.
Zum Abschluss noch ein kurzer Blick auf das mitgelieferte Übertaktungstool, von Gigabyte V-Tuner genannt, welches nach der Installation über ein Taskleistensymbol zugänglich ist.
Der Standardtakt von 400MHz für die GPU und 300MHz für den RAM lässt sich um entweder bis zu 40/30MHz senken oder auf bis zu 480/360MHz anheben, wobei Gigabyte natürlich nur für die voreingestellten Taktraten einen stabilen Betrieb garantiert.
Ein kurzer Test, der natürlich nur für unser Sample repräsentativ ist, zeigte, dass die Maximalgrenzen recht vorsichtig gewählt waren, da zumindest die GPU 480MHz ohne Klagen mitmachte.
Die Sapphire Radeon 9600 Pro Atlantis mit, genau wie das Modell von Gigabyte, 128MB Grafikspeicher erreichte uns nicht in einer x-beliebigen Version sondern in der Fireblade Edition. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um dasselbe Produkt, nur dass Sapphire hier höherwertigen Speicher verbaut und somit eine quasi garantierte Übertaktbarkeit mitliefert.
Auch Sapphires Radeon 9600 Pro in der Fireblade Edition bietet an der Slotblende mit Anschlüssen für DVI, VGA und ein Fernsehgerät alles, was das Userherz begehrt. Die Signalqualität unseres Testsamples war im Rahmen der Möglichkeiten des Monitors (max. 1280x1024 brauchbar darstellbar) nicht zu bemängeln.
Wie auf dem Radeon 9600 Pro-Modell von Gigabyte so hat auch der solide wirkende Rundkühler auf der Sapphire keinerlei Probleme, die wenige, entstehende Abwärme von der GPU abzuführen. Auch hier sind große Reserven für Übertakter als gegeben anzusehen, die 480MHz vom Gigabyte-Modell waren hier auch problemlos zu erreichen. Und das, ohne dass der Lüfter akustisch aufdringlich wurde und sich in einem geschlossenen Gehäuse über das übliche Geräusch eines laufenden Rechners erheben würde.
De facto sieht das so aus, dass auch hier der Speicher mit 2,86ns für etwa 350MHz überspezifiziert ist und somit die Übertaktbarkeit auf up to 330MHz, wie auf der Verpackung angegeben, nicht besonders spektakulär erscheint. Jedoch ist man hier auf der sicheren Seite, da diese Taktfrequenz eben ein zugesichertes Produktmerkmal darstellt und man, falls eine Karte diese 330MHz im Speicher nicht bewältigen sollte, ein Rückgaberecht geniesst, wie uns die deutsche Sapphire-Vertretung versicherte. Aus genau diesem Grunde und weil von identischen Karten bei identischer Taktung keine unterschiedlichen Ergebnisse zu erwarten sind, testen wir die Fireblade Edition auf erhöhter Taktrate. So kann man auch gleich sehen, wieviel Mehrleistung tatsächlich drin ist.
Oben links auf der Karte existiert ein kleiner Jumper, der die Umschaltung der vom TV-Out wiedergegebenen TV-Norm, also entweder PAL oder NTSC, bewirkt.
Auf den mitgelieferten CDs, die neben den üblichen Kabeln zur TV-Out Bestückung, dem DVI-Adapter, einem Handbuch in englischer Sprache und der Vollversion des 3D-Stragecials Medieval Total War in der Packung zu finden waren, ist neben Treibern und DirectX auch das oben erwähnte Redline-Tweaktool enthalten.
Zu guter letzt und ein wenig überraschend erreichte uns auch die preiswerte Version des ATi-Flaggschiffes Radeon 9800 Pro in Form der Sapphire Radeon9800 Atlantis mit 128MB Grafikspeicher.
Beim Auspacken fiel uns auf, dass die Karte bis auf ein kleines Detail der zuvor schon von uns getesteten Radeon 9800 Pro glich.
Sowohl Kühlkörper, PCB (Platine), GPU als auch die mit DVI-, DSub- und TV-Out bestückte Slotblende der Sapphire R9800 sind quasi identisch zur größeren Schwester, der "Pro", und sie bietet wie diese eine sehr gute Bildqualität im 2D-Betrieb.
Der einzige Unterschied zwischen den beiden auf dem R350-Chip basierenden Karten ist die Taktfrequenz und daraus resultierend auch die Zugriffszeit des verbauten Speichers. Hier handelt es sich um acht Module mit 3,3ns spezifizierter Zugriffszeit, die für 303MHz ausreichend wäre.
Bei dem Stromanschluss hat man sich glücklicherweise von der Floppy-Ausführung der älteren Modelle gelöst und den einfacher zu verbindenden 5,25"-Anschluss gewählt, der mechanisch deutlich belastbarer scheint.
Die mit "102" beginnende Seriennummer identifiziert unsere Sapphire-Testkarte als Built-by-ATi Produkt, welches eigentlich nur in den USA und Kanada vertrieben werden sollte. Dies deutet darauf hin, dass auch die Built-by-ATi Karten nicht unbedingt bei ATi, sondern zumindest unter anderem auch bei Sapphire vom Band laufen. Der Qualität sollte das nicht abträglich sein.
Vom hörbar surrenden Kühler befreit, offenbart sich der Spacer-geschützte Die des R350-Chips.
Wie oben erwähnt und zu sehen, tritt unser Photo den Beweis an, dass es keinerlei erwähnswerten Unterschied zwischen den Karten an sich gibt.
Von der Karte über den DVI-Adapter, Splitterkabel, TV-Out Adapter samt Verlängerungskabeln über die Treiber-CD samt Redline-Tool über das Handbüchlein, den PowerDVD-Soft-DVD Player und eine Spiele-Vollversion in Form von Tony Hawk's Pro Skater 3 ist der Lieferumfang komplett und lässt eigentlich keine Wünsche offen.
Und hier, wie üblich, ein paar technische Eckdaten zu den Chips im Testparcours.
| R7500 | R8500 | R9000 Pro | R9500 | |
| Chip | RV200 | R200 | RV250 | R300 |
| Taktung (MHz) | 290 | 275 | 275 | 275 |
| Renderpipelines | 2 | 4 | 4 | 4 |
| Pixelfüllrate | 580 MPix/s | 1100 MPix/s | 1100 MPix/s | 1100 MPix/s |
| TMUs je Pipe | 3 | 2 | 1 | 1 |
| Texelfüllrate | 1740 MTex/s | 2200 MTex/s | 1100 MTex/s | 1100 MTex/s |
| Vertexshader | DX7-TnL | DX8 VS 1.1 | DX8 VS 1.1 | DX9 VS 2.0 |
| Vertexpipes | 1 | 2 | 1 | 4 |
| Dreiecksdurchsatz | ~45MT/s | ~68,75 MT/s | ~43MT/s | ~275MT/s |
| Texturen pro Pass | 3 | 6 | 6 | 8 (16) |
| Pixelshader | keine | PS 1.4 | PS 1.4 | PS 2.0 |
| Speicher | 64MB | 128MB | 64MB | 64MB |
| Anbindung | 128Bit DDR | 128Bit DDR | 128Bit DDR | 128Bit DDR |
| Speichertakt (MHz) | 230 | 275 | 275 | 270 |
| Bandbreite | 7360 MB/s | 8800 MB/s | 8800 MB/s | 8640 MB/s |
Durch die Beschneidung nur der Pixelpipelines des R300-Core entsteht bei der R9500 ein massiver Überschuss an Vertexleistung, die kaum jemals in der Praxis von Bedeutung sein dürfte, da die Pixelpipelines dafür unterdimensioniert sind.
Die Radeon 8500 kann im direkten Vergleich zu ihren Vorgängern und Nachfolgern bis einschließlich der Radeon 9600 mit einer hohen Texelfüllrate punkten, die sie in einigen Spielen auch noch recht gut abschneiden lassen.
| R9500 Pro | R9600 | R9600 Pro | R9600 Pro FBE | |
| Chip | R300 | RV350 | RV350 | RV350 |
| Taktung (MHz) | 275 | 325 | 400 | 400 |
| Renderpipelines | 8 | 4 | 4 | 4 |
| Pixelfüllrate | 2200 MPix/s | 1300 MPix/s | 1600 MPix/s | 1600 MPix/s |
| TMUs je Pipe | 1 | 1 | 1 | 1 |
| Texelfüllrate | 2200 MTex/s | 1300 MTex/s | 1600 MTex/s | 1600 MTex/s |
| Vertexshader | DX9 VS2.0 | DX9 VS 2.0 | DX9 VS 2.0 | DX9 VS 2.0 |
| Vertexpipes | 4 | 2 | 2 | 2 |
| Dreiecksdurchsatz | ~275MT/s | ~162MT/s | ~200MT/s | ~200MT/s |
| Texturen pro Pass | 8 (16) | 8 (16) | 8 (16) | 8 (16) |
| Pixelshader | PS 2.0 | PS 2.0 | PS 2.0 | PS 2.0 |
| Speicher | 128MB | 128MB | 128MB | 128MB |
| Anbindung | 128Bit DDR | 128Bit DDR | 128Bit DDR | 128Bit DDR |
| Speichertakt (MHz) | 270 | 200 | 300 | 330 |
| Bandbreite | 8640 MB/s | 6400 MB/s | 9600 MB/s | 10560 MB/s |
Auch hier fällt wieder einer aus der Reihe. Pikanterweise ebenfalls kein aktuelles, sondern ein Modell aus der eigentlich abgelösten Generation lässt die Radeon 9500, in unserem Falle das Tachyon-Modell von Tyan, ihre Nachfolger trotz deren deutlich höherer Taktraten in Sachen Füllrate und Vertexleistung ziemlich alt aussehen. Auch dies wird sich in einigen Benchmarks deutlich widerspiegeln, insbesondere, da die Shadereinheiten auf den Pixelpipelines aufsetzen und so die Pixelshaderleistung in direktem Zusammenhang mit der Füllrate steht.
| R9700 | R9700 Pro | R9800 | R9800 Pro | |
| Chip | R300 | R300 | R350 | R350 |
| Taktung (MHz) | 275 | 325 | 325 | 380 |
| Renderpipelines | 8 | 8 | 8 | 8 |
| Pixelfüllrate | 2200MPix/s | 2600MPix/s | 2600 MPix/s | 3040 MPix/s |
| TMUs je Pipe | 1 | 1 | 1 | 1 |
| Texelfüllrate | 2200 MTex/s | 2600 MTex/s | 2600 MTex/s | 3040 MTex/s |
| Vertexshader | DX9 VS2.0 | DX9 VS 2.0 | DX9 VS 2.0 | DX9 VS 2.0 |
| Vertexpipes | 4 | 4 | 4 | 4 |
| Dreiecksdurchsatz | ~275MT/s | ~325MT/s | ~325MT/s | ~380MT/s |
| Texturen pro Pass | 8 (16) | 8 (16) | 8 (16) | 8 (16) |
| Pixelshader | PS 2.0 | PS 2.0 | PS 2.0 | PS 2.0 |
| Speicher | 128MB | 128MB | 128MB | 128MB |
| Anbindung | 256Bit DDR | 256Bit DDR | 256Bit DDR | 256Bit DDR |
| Speichertakt (MHz) | 270 | 310 | 290 | 340 |
| Bandbreite | 17280 MB/s | 19840 MB/s | 18560 MB/s | 21760 MB/s |
Die geringsten Unterschiede zwischen den Kontrahenten bestehen nominell in der Oberliga, wo sich die Chips im Endeffekt nur durch die Taktraten unterscheiden. Dass die Radeon9800 von Sapphire, so wie andere Radeon9800er auch, langsamer getaktet sind, als die Radeon 9700 Pro und trotzdem eine höhere Leistung durch ihre Ziffer suggeriert, verblüfft zunächst.
ATi rechtfertigt dies mit internen Verbesserungen am Speichercontroller und der Bereinigung eines Fehlers des Stencil-Buffers in Verbindung mit FSAA, so dass die Radeon9800 trotz leicht langsamer getaktetem Speicher die Leistung der Radeon9700 Pro übertreffen soll - oder eher sollte, wie unsere Tests zeigen werden.
Dazu hat die Radeon9800-Serie den 9700ern noch die F-Buffer-Technologie voraus. Im Grunde handelt es sich dabei um einen Loop-Back mit voller Präzision innerhalb der Pixelshadereinheiten, so dass die R350-Chips laut Angaben von ATi unendlich lange Shader ausführen können. In der Praxis ist das natürlich weder möglich noch wirklich relevant, da schon Shader mit Instruktionen im Bereich von einigen Dutzend eher zu langsam für Real-Time Anwendungen sind.
Ob dieser F-Buffer nun schlussendlich wirklich in Hardware oder per Software-Trick realisiert wird, ist sowohl ungeklärt als auch irrelevant, da der Geschwindigkeitsunterschied für Shader, die auf diesen Loop-Back angewiesen wären, sowieso kaum messbar sind.
Nunmehr schon zum zweiten Male kommt unser aktuelles Testsystem auf Pentium4-Basis mit HT-Support für das Review zum Einsatz.
Hier also ein Überblick über das neue System:
Für alle, die es noch genauer wissen möchten, haben wir noch ein paar Screenshots mit SiSoft Sandra angefertigt.
Für die Radeon8500 und Radeon7500 haben wir auf die Benchmarks mit FSAA und AF verzichtet, da diese noch mit konventionellem Supersampling arbeiten. Ihre Leistungen, die so schon meist am unteren Rande der Benchmarkdiagramme zu finden sind, wird dadurch so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass insbesondere FSAA in aktuellen Spielen nicht mehr genutzt werden kann.
Für die restlichen Karten haben wir, auch um die Diagramme ein wenig übersichtlicher zu gestalten, die FSAA/AF-Stufen ein wenig selektiert. In der 1024er Auflösung müssen alle DirectX9-fähigen Radeons (also alle bis auf die oben genannten R7500 und R8500) sowohl mit den minimal sinnvollen Leveln 2xAA und 4xAF, als auch mit den schon anspruchsvollen Settings 4xAA und 8xAF zeigen, was sie können.
In 1280 begnügen wir uns damit, nur noch die "Pro"-Versionen und großen, 256bittigen Radeons mit 4xAA/8xAF zu malträtieren, bei den kleineren Versionen genügt uns da schon 2xAA und 4xAF.
In der höchsten von uns getesteten Auflösung, in der die kleinen non-pro Karten mit FSAA und AF sowieso überfordert wären, trennten wir nach der Anzahl der verfügbaren Pipelines. Alle Karten mit acht Pipelines (R9500 Pro, R9700/pro, R9800/pro) mussten auch hier 4xAA und 8xAF bewältigen.
Nun werden viele einwenden, dass es bei modernem Multisampling-FSAA viel eher auf die Speicherbandbreite ankommt, aber im Gegensatz zur Radeon 9500 Pro kann selbst die mit höherem RAM-Takt gesegnete Sapphire nur mit 60MHz mehr aufwarten. Da ihre Leistung aber im allgemeinen niedriger als die der Radeon 9500 Pro war und ihr, wie allen Radeon9600 zudem das füllratenschonende HierarchicalZ-Feature fehlt, kann sie bei den gestiegenen Füllratenanforderungen bei 1,92MPixeln Auflösung mit 8xAF kaum noch punkten. Selbst der Radeon 9500 Pro fällt dies bisweilen schwer, sehr schwer.
Für unsere kleine Leistungsschau verwenden wir folgende Programme:
Generell haben wir mit den höchstmöglichen Qualitätseinstellungen im Treiber getestet und auch in den Benchmarks sind grafisch möglichst fordernde Einstellungen gewählt worden. Ausnahmen werden explizit vermerkt.
In allen Benchmarks, außer Aquanox2, welches eine eigene Einstellung hierfür bietet, haben wir Full-Screen Anti-Aliasing und anisotrope Filterung mit dem rTool [8] erzwungen, was bedeutet, dass entgegen der Optimierung von ATi bei uns alle Texturstages trilinear-anisotrop gefiltert werden. Das kostet ein wenig (manchmal auch ein wenig mehr) Leistung, entschädigt aber dafür mit bestmöglicher Bildqualität auf den getesteten Karten.
VillageMark v1.20 1024 default
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Hier zeichnet sich das erwartete Bild: Die Radeon 9800 kann die gleichgetaktete Radeon 9700 Pro nicht hinter sich lassen und die Radeon 9500 Pro setzt sich dank ihrer acht Pipelines und HierarchicalZ deutlich von den 9600 Pro-Karten ab. Bandbreite ist hier kaum von Bedeutung. Die Radeon 9600 und 9500 können hier nicht mit dem Top-Produkt der Vorgängergeneration mithalten.
VillageMark v1.20 1024 Qualität
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Hier verschiebt sich lediglich die Radeon 9500 Pro vom Level der Radeon 9700 nach unten in Richtung Radeon 9600 Pro, da das Anti-Aliasing an ihrer Bandbreite zehrt.
VillageMark v1.20 1280 default
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Hier spiegelt sich das Bild aus der 1024er-Auflösung, nur auf niedrigerem Niveau.
VillageMark v1.20 1280 Qualität
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Erst die Sapphire Radeon 9800 kann sich zusammen mit ihrer Pro-Schwester und der 9700 Pro vom Rest des Feldes absetzen. Hier beginnen die Bandbreitenanforderungen schon deutlich ihren Tribut zu fordern.
VillageMark v1.20 1600 default
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Bis auf die Tatsache, dass die Radeon 8500 gefährlich nah an das 9600 Pro-Duo rückt, auch hier wieder die alte Hierarchie-Unterteilung nach purer Füllrate.
VillageMark v1.20 1600 Qualität
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Auch hier keine Überraschungen, sondern nur die Fortsetzung der Qualitäts-Benchmarks aus den niedrigeren Auflösungen.
FableMark v1.0 1024 default
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Bandbreite zählt mehr als Füllrate, wie man sehr schön am Abstand zwischen der Radeon 9700 und Radeon 9500 Pro sehen kann. Aber ohne eine gewisse, vorhandene Füllrate nützt die höhere Bandbreite z.B. auch den Radeon 9600 Pro-Karten nichts.
Die hier getestete Stencil-Performance ist übrigens einer der wenigen Fälle, in denen die kleinen non-pro Karten der DirectX9-Radeons (Radeon 9500 und 9600) sich von der Radeon 8500 absetzen können.
FableMark v1.0 1024 Qualität
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Mit FSAA und AF kommen in diesem Benchmark sogar in dieser niedrigen Auflösung augenscheinlich nur die Karten mit 256Bit-Speicherinterface und acht Renderpipelines einigermaßen zurecht. Die Radeon 9500 Pro wird beinahe auf das Niveau der Radeon 9600 Pro eingebremst.
FableMark v1.0 1280 default
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Hier sieht man sehr schön das Mittelding, welches die Radeon 9500 Pro darstellt - leistungsfähig genug, um selbst ihren Nachfolger stehen zu lassen, aber eben eingeschränkt durch das fehlende 256Bit-Interface.
FableMark v1.0 1280 Qualität
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Dies verstärkt sich durch Zuschalten von FSAA und AF noch weiter, so dass die Tendenz eher in Richtung Radeon 9600 Pro geht, die mit ihren zwar hoch getakteten aber eben nur vier Pipelines im Fablemark keinen Blumentopf gewinnen kann.
FableMark v1.0 1600 default
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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In 1600x1200 sind die Anforderungen durch den transparenten Overdraw, die Soft-Shadows und das Stencil-Buffering so hoch, dass selbst eine ausgewachsene Radeon 9800 Pro einknickt.
FableMark v1.0 1600 Qualität
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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FSAA/AF sei hier nur der Vollständigkeit halber noch gezeigt, in einem realen Spielebenchmark hätten wir die Ergebnisse wegen allgemeiner Unspielbarkeit herausgenommen.
TempleMark v1.06
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Erstaunlich gut verkaufen sich die alte Radeon 8500 und die beiden Radeon 9600 Pro in diesem Test, wobei die 30MHz mehr Speichertakt der Fireblade-Edition von Sapphire sich sogar bemerkbar machen. Es zählt also nicht Füllrate allein. Eine mögliche Erklärung ist in dieser Hinsicht der sehr deutliche Abstand (es ist der deutlichste in all unseren Benchmarks!) zwischen der Radeon 9800 und der Radeon 9700 Pro. Hier scheint man an der richtigen Stelle einen Schalter gefunden zu haben, den man vorher nicht umgelegt hatte. Da wir für alle Karten dieselben Treiber nutzten, bleibt nur die Folgerung, dass dies in der Hardware geschehen sein muss.
Und im Nachhinein erklärt sich so möglicherweise auch die erstaunlich schwache Leistung der Radeon 9500 Pro: In ihr steckt derselbe Kern, wie in der Radeon 9700 (Pro). Dieser kleine Bug scheint sowohl im R350 (Radeon 9800/Pro) als auch im RV350 (Radeon9600/Pro) behoben worden zu sein.
TempleMark v1.06 Qualität
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Auch mit FSAA und AF macht sich dieses Verhalten noch deutlich bemerkbar, spätestens hier wäre jedenfalls die Radeon 8500 abgehängt worden. So bleibt nur die Radeon 9500 Pro, die erst mit dem höherwertigen, achtfachen AF zu den 9600 Pro-Karten aufschließen kann.
3DMark2001 - Nature 1024 default
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Den Nature-Test haben wir uns herausgepickt, weil er genau das repräsentiert, was der 3DMark2001 eigentlich darstellen will: Einen DirectX8-Benchmark. Und nur hier gibt es Pixelshader-Effekte zu sehen, die, kombiniert mit einigen Vertexshadern, für eine damals atemberaubend real wirkende Landschaft gesorgt haben.
Mittlerweile ist die Grafikqualität zu 'nur noch' gutem Durchschnitt abgesunken, aber dafür bekommen nicht mehr nur absolute High-End Karten einen Hauch von Ruckelfreiheit in die Szene.
In der niedrigen 1024er Auflösung ist der Nature-Test noch hauptsächlich bandbreitenlimitiert und so bilden sich Grüppchen, die im oberen Abschnitt nach der verfügbaren Speicherbandbreite sortiert sind. Selbst die Radeon 9500 Pro kam trotz deutlich höherer Shaderpower nur ganz knapp vor der Radeon 9600 Pro ins Ziel.
Weiter unten, am anderen Ende der Skala wird die Radeon 9600 von allen anderen Karten stehengelassen. Der Radeon 9500 helfen hierbei sicherlich ihre vierfach ausgelegten Vertexeinheiten, die die komplexen Animationen der Blätter wesentlich schneller berechnen können. Dazu kommt, dass ihr Speicher 75MHz schneller läuft.
3DMark2001 - Nature 1024 Qualität
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Mit FSAA verstärkt sich der Effekt der Bandbreitenabhängigkeit nur noch und die Bildwiederholraten sinken schon bedenklich. Wie gut, dass man den 3DMark nicht spielen kann.
3DMark2001 - Nature 1280 default
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Könnte man das, müsste man spätestens für die 1280er-Auflösung zu mindestens einer Radeon 9600 Pro raten, wenn man nicht eine Ruckelorgie riskieren will. Nur die Radeons, deren Speicher mit 256Bit angebunden ist, befinden sich auf der sicheren Seite.
3DMark2001 - Nature 1280 Qualität
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