Mit der Einführung der GeForce 7800 GTX [1] konnte der kalifornische Grafikchiphersteller nVidia nicht nur die Spitzenposition im Geschwindigkeitsduell gegen die Radeon X850 XT-PE übernehmen, man konnte dank Transparency-Anti-Aliasing auch die Bildqualität ein gutes Stück weiter nach oben schrauben. ATi hatte dieser Karte lange Zeit nichts entgegenzusetzen, da die neue GPU-Generation, die R5x0-Familie, aufgrund von Produktionsschwierigkeiten auf sich warten ließ. Als die Radeon X1800 XT [2] einige Zeit später das Licht der Welt erblickte, konnten die Kanadier zwar knapp die Performancekrone für sich beanspruchen, bezüglich der Bildqualität lag man dank einer (beinahe) winkelunabhängigen anisotropen Texturfilterung aber wieder vorn.
nVidia schien auf diesen Schritt bereits längere Zeit vorbereitet gewesen zu sein, da man innerhalb kurzer Zeit mit der GeForce 7800 GTX 512 [3] konterte, die dank deutlich höherer Taktraten wieder die Führung übernehmen konnte – an der Bildqualität hatte sich jedoch nichts geändert. Einige Zeit später schickte ATi mit der Radeon-X1900-Serie [4] den pünktlichen Refresh in Form des R580-Chips ins Rennen, welcher wiederum den Platz an der Sonne erhaschen konnte.
Wie man bereits gut erahnen kann, war es nur eine Frage der Zeit, bis nVidia eine passende Antwort auf die Radeon X1900 XTX parat hat. Auf der CeBIT war es dann so weit und der Chiphersteller präsentierte mit der GeForce 7900 GTX [5] den neuen Platzhirsch, welcher gegen ATis Topmodell bestehen soll. Auf der Karte wird der G71-Chip verbaut, welcher größtenteils identisch zum G70-Bruder geblieben ist, aber bei TSMC im 90-nm-Prozess gefertigt wird. Diesen Vorteil gegenüber der 110-nm-Fertigung nutzt nVidia aus, indem die GeForce 7900 GTX die höchstgetaktete GeForce-Karte ist, die es je auf dem Markt gegeben hat.
Doch damit noch nicht genug. So stellte nVidia auf der Computermesse CeBIT auch die GeForce 7900 GT sowie die GeForce 7600 GT vor. Erstere soll die altgediente GeForce 7800 GTX ersetzen, welche noch auf dem teureren 110-nm-Prozess basiert. Es kommt ein vollwertiger G71-Chip zum Einsatz. Allerdings hat nVidia die Taktraten der GPU und des Speichers, welcher darüber hinaus nur halb so groß wie der der Topversion ist, gesenkt. Die aber wohl meisterwartete Grafikkarte aus dem neuen Portfolio ist die GeForce 7600 GT. Diese stellt der Nachfolger der beliebten GeForce 6600 GT dar, für welche nVidia mit dem G73 einen abgespeckten Chip entwickelte, um einen relativ niedrigen Marktpreis garantieren zu können. Nichtsdestotrotz lesen sich die technischen Eckdaten so gut, dass man einen neuen Performancekönig im Mid-Range-Segment erwarten kann – mehr dazu später.
nVidia konnte uns freundlicherweise zwei GeForce-7900-GTX-Karten sowie eine GeForce 7600 GT zur Verfügung stellen, während MSI uns mit einer GeForce 7900 GT versorgte. Damit stehen uns alle drei neuen Modelle zur Verfügung und wir werden auf den folgenden Seiten eine detaillierte Übersicht über die neuen GeForce-Karten herausarbeiten. Möge der Beste gewinnen!
| GeForce 7800 GTX 512 | GeForce 7900 GTX | Radeon X1900 XTX | |
| Logo |
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| Chip | G70 | G71 | R580 |
| Transistoren | ca. 303 Mio. | ca. 278 Mio. | ca. 384 Mio. |
| Fertigung | 0,11 µm | 90 nm | 90 nm |
| Chiptakt | 550 MHz | 650 MHz | 650 MHz |
| Pixel-Pipelines | 24 | 24 | 16 |
| Shader-Einheiten pro Pipeline (MADD) | 2 | 2 | 3 |
| ROPs | 16 | 16 | 16 |
| Pixelfüllrate | 8800 MPix/s | 10400 MPix/s | 10400 MPix/s |
| TMUs je Pixel-Pipeline | 1 | 1 | 1 |
| Texelfüllrate | 13200 MTex/s | 15600 MTex/s | 10400 MTex/s |
| Vertex-Shader | 8 | 8 | 8 |
| Dreiecksdurchsatz | 1100 MV/s | 1400 MV/s | 1300 MV/s |
| Pixelshader | PS 3.0 | PS 3.0 | PS 3.0 |
| Vertexshader | VS 3.0 | VS 3.0 | VS 3.0 |
| Speichermenge | 512 GDDR3 | 512 GDDR3 | 512 GDDR3 |
| Speichertakt | 850 MHz | 800 MHz | 775 MHz |
| Speicherinterface | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit |
| Speicherbandbreite | 54400 MB/s | 51200 MB/s | 49600 MB/s |
| Präzision pro Kanal | FP16/FP32 | FP16/FP32 | FP32 |
| Interface | PCIe | PCIe | PCIe |
| SLI/CF-Unterstützung | Ja | Ja | Ja |
Die nVidia GeForce 7900 GTX basiert auf dem neuen G71-Chip, welcher so neu eigentlich gar nicht ist. Bereits der G70 auf der GeForce 7800 verfügt größtenteils über dessen technische Merkmale. Mit der Einführung der G71-GPU haben sich nur „Kleinigkeiten“ geändert. So wird der Chip auf der GeForce 7900 GTX im kleineren 90-nm-Verfahren von TSMC hergestellt, womit nVidia gegenüber der 110-nm-Herstellung nicht nur Kosten einsparen, sondern den Chip auch höher takten kann. Gleichzeitig optimierten die Kalifornier die internen Chipleitungen der GPU, wodurch trotz eines leicht gestiegenden Funktionsumfangs die Anzahl der Transistoren von 303 Millionen auf 278 Millionen gesenkt wurde.
Vor allem die Länge der Pipelines konnte nVidia reduzieren, weswegen die DIE-Größe des G71 im Vergleich zum R580 von ATi deutlich kleiner ausfällt. Dies waren bereits die wichtigsten Modifizierungen. Nur die Raster Operation Processors, kurz ROPs, haben noch eine kleine Verbesserung erfahren. Zwar ist die Anzahl der ROPs gleich geblieben, allerdings können die Rasterprozessoren des G71 bei Alphablending-Operationen pro Takt einen Pixel fertigstellen, während die Einheiten im G70 nur jeden zweiten Takt ein Pixel vollenden konnten. Dementsprechend existiert nun eine Alphablending-Einheit pro ROP, welche jedoch nur in den seltensten Fällen einen Vorteil erbringen sollte, da die Raster Operation Processors nur bei wenigen Berechnungen limitieren.
Ansonsten gibt es, wie bereits erwähnt, keine bekannten Änderungen. So beinhaltet der G71 24 Pixel-Pipelines, wobei in jeder Pipeline eine Texture Mapping Unit (TMU) sowie zwei Shader-Einheiten verbaut sind. Die Zahl der Vertex-Shader stagniert bei acht – was in aktuellen 3D-Anwendungen auch mehr als ausreichend ist. Auch beim 256 Bit breiten Speicherinterface gibt es keinerlei Veränderungen. Die GPU der GeForce 7900 GTX taktet mit satten 650 MHz, womit man den Takt der Radeon X1900 XTX aufweist, die ihrerseits aber nur vier anstatt sechs Pixel-Quads besitzt. Der 512 MB große VRAM arbeitet mit einer Frequenz von 800 MHz, was 50 MHz unter dem Level des Vorgängers GeForce 7800 GTX 512 liegt. nVidia begründet dies mit der Knappheit an sehr hoch taktbaren GDDR3-Speicherchips.
Wenn man etwas hinter die „Taktkulissen“ schaut, ergibt sich eine interessante Neuigkeit, die bei der GeForce 7800 GTX eingeführt, auf dem Nachfolger 7800 GTX 512 zwischenzeitig aber wieder fallen gelassen wurde: Die Taktdomänen. Der G70 taktet mit mindestens drei verschiedenen Taktdomänen. So arbeitet der eigentliche Kerntakt nicht unbedingt mit derselben Frequenz wie die ROP-/Shader-Domäne oder der Geometric-Takt (Vertex-Shader). Letzterer läuft auf der GeForce 7800 GTX mit einem Mehrtakt von 40 MHz gegenüber den restlichen Taktdomänen. Diese Unterschiede konnte man auf der GeForce 7800 GTX 512 nicht mehr vorfinden, sie sind bei der GeForce 7900 GTX jedoch zurückgekehrt. Die Kern- sowie die Shader-/ROP-Domäne takten mit den angegebenen 650 MHz, die Frequenz der Geometric-Domäne liegt aber 50 MHz über den Werten des Basistakts, was 700 MHz ergibt. Dadurch liegt der Geometriedurchsatz leicht über den Werten der vermeindlich gleich getakteten Radeon X1900 XTX.
| GeForce 7800 GTX | GeForce 7900 GT | Radeon X1800 XT | |
| Logo |
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| Chip | G70 | G71 | R520 |
| Transistoren | ca. 303 Mio. | ca. 278 Mio. | ca. 321 Mio. |
| Fertigung | 0,11 µm | 90 nm | 90 nm |
| Chiptakt | 430 MHz | 450 MHz | 625 MHz |
| Pixel-Pipelines | 24 | 24 | 16 |
| Shader-Einheiten pro Pipeline (MADD) | 2 | 2 | 1 |
| ROPs | 16 | 16 | 16 |
| Pixelfüllrate | 6880 MPix/s | 7200 MPix/s | 10000 MPix/s |
| TMUs je Pixel-Pipeline | 1 | 1 | 1 |
| Texelfüllrate | 10320 MTex/s | 10800 MTex/s | 10000 MTex/s |
| Vertex-Shader | 8 | 8 | 8 |
| Dreiecksdurchsatz | 940 MV/s | 940 MV/s | 1250 MV/s |
| Pixelshader | PS 3.0 | PS 3.0 | PS 3.0 |
| Vertexshader | VS 3.0 | VS 3.0 | VS 3.0 |
| Speichermenge | 256 GDDR3 | 256 GDDR3 | 256 GDDR3 |
| Speichertakt | 600 MHz | 660 MHz | 750 MHz |
| Speicherinterface | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit |
| Speicherbandbreite | 38400 MB/s | 42240 MB/s | 48000 MB/s |
| Präzision pro Kanal | FP16/FP32 | FP16/FP32 | FP32 |
| Interface | PCIe | PCIe | PCIe |
| SLI/CF-Unterstützung | Ja | Ja | Ja |
Die GeForce 7900 GT basiert auf einem unveränderten G71-Chip, bei welchem weder ein Pixel-Quad, noch ein Vertex-Shader deaktiviert worden ist. Der Chip taktet mit 450 MHz, während der Speicher mit 660 MHz zu Werke geht. Damit liegt man leicht über den technischen Spezifikationen des Vorgängers GeForce 7800 GTX. Die Speichergröße beträgt 256 Megabyte. Auch die GeForce 7900 GT setzt auf eine leicht erhöhte Geometric-Domäne, welche mit 470 MHz mit etwa 20 MHz höher als der Basistakt angesteuert wird.
| GeForce 6600 GT | GeForce 7600 GT | Radeon X1800 GTO | |
| Logo |
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| Chip | NV43 | G73 | R520 |
| Transistoren | ca. 146 Mio. | ca. 178 Mio. | ca. 321 Mio. |
| Fertigung | 0,11 µm | 90 nm | 90 nm |
| Chiptakt | 500 MHz | 560 MHz | 500 MHz |
| Pixel-Pipelines | 8 | 12 | 12 |
| Shader-Einheiten pro Pipeline (MADD) | 1 | 2 | 1 |
| ROPs | 4 | 8 | 12 |
| Pixelfüllrate | 2000 MPix/s | 4480 MPix/s | 6000 MPix/s |
| TMUs je Pixel-Pipeline | 1 | 1 | 1 |
| Texelfüllrate | 4000 MTex/s | 6720 MTex/s | 6000 MTex/s |
| Vertex-Shader | 3 | 5 | 8 |
| Dreiecksdurchsatz | 375 MV/s | 700 MV/s | 1000 MV/s |
| Pixelshader | PS 3.0 | PS 3.0 | PS 3.0 |
| Vertexshader | VS 3.0 | VS 3.0 | VS 3.0 |
| Speichermenge | 128 GDDR3 | 256 GDDR3 | 256 GDDR3 |
| Speichertakt | 500 MHz | 700 MHz | 500 MHz |
| Speicherinterface | 128 Bit | 128 Bit | Bit |
| Speicherbandbreite | 16000 MB/s | 22400 MB/s | 32000 MB/s |
| Präzision pro Kanal | FP16/FP32 | FP16/FP32 | FP32 |
| Interface | PCIe | PCIe | PCIe |
| SLI/CF-Unterstützung | Ja | Ja | Ja |
Der G73-Chip auf der nVidia GeForce 7600 GT wird ebenfalls im 90-nm-Prozess gefertigt, besteht aber nur aus 178 Millionen Transistoren, was die Fehleranfälligkeit und somit die Produktionskosten deutlich in den Keller drückt. Der Chip verfügt über 12 Pixel-Pipelines mit je einer TMU und zwei Shader-Einheiten sowie über acht ROPs und fünf Vertex-Shader. Weitere Veränderungen hat es nicht gegeben. Der Grundchip ist identisch zur G71-GPU, weist also auch die Verbesserungen der ROPs auf. Der Kern der GeForce 7600 GT arbeitet mit 560 MHz, der Speicher gar mit hohen 700 MHz. Unterschiedliche Taktdomänen wie bei den beiden großen Brüdern gibt es allerdings nicht. Der 256 MB große VRAM ist über ein 128 Bit breites Speicherinterface an den G73 angebunden.
Die nVidia GeForce 7600 GT wird mit Sicherheit nicht nur für viel Aufregung sorgen, sie wird auch auf ein riesiges Interesse stoßen. Die Karte löst die GeForce 6600 GT ab, welche aufgrund des sehr guten Preis-Leistung-Verhältnis' der Verkaufsrenner der letzten Monate gewesen ist. Die Grafikkarte richtet sich an preisbewusste Käufer, die für relativ wenig Geld eine angemessene 3D-Leistung haben möchten. Eine GeForce 7600 GT ist zur Zeit für etwa 185 Euro erhältlich.
Die GeForce 7600 GT kommt mit dem von nVidia gewohnten, grünen PCB daher und fällt im Vergleich zu High-End-Grafikkarten recht klein aus. Die Ausmaße sind identisch mit denen der GeForce 6600 GT, allerdings ist die neue Mid-Range-Adaption mit einem leicht modifizierten Kühlsystem ausgestattet. Dieses überrascht beim Starten mit einem für nVidia-Karten untypischen Aufbrausen – ATi lässt grüßen. Kurze Zeit später greift die Lüftersteuerung ein und regelt den recht kleinen Radiallüfter auf ein angenehmes Niveau herunter. Unter Windows ist mit der GeForce 7600 GT ein ruhiges Arbeiten problemlos möglich. Enttäuscht hat uns der Propeller dagegen in einer 3D-Anwendung. Die Drehzahl steigt drastisch an und die Grafikkarte macht mit einem lauten Lärmpegel auf sich aufmerksam. Zwar ist dies noch nicht störend, angenehm ist die Geräuschkulisse aber keinesfalls.
Der Kühler verteilt die warme Luft im Gehäuse und heizt dieses damit zusätzlich auf. Der eigentliche Kühlkörper fällt relativ klein aus und besteht aus mehreren Kupferlamellen, um eine ausreichende Kühlleistung zu ermöglichen. Die GPU wird von einem Kupferkühlblock auf niedrigen Temperaturen gehalten. Der Speicher bleibt auf der GeForce 7600 GT ungekühlt. Allerdings verhindert der Luftstrom des Radiallüfters eine Überhitzung. Die komplette Kartenrückseite bleibt von jeglichen Kühlmaßnamen verschont. Das Referenzdesign der neuen Mid-Range-Grafikkarte sieht zwei DVI-Ausgänge vor, wovon einer ein Dual-Link-Ausgang ist, welcher höhere Auflösungen ermöglicht. Darüber hinaus wird ein HD-fähiger TV-Ausgang verbaut. Die Taktraten der Karte werden im 2D-Modus interessanterweise nicht gesenkt.
Die nVidia GeForce 7900 GT übernimmt die Rolle der GeForce 7800 GTX und reiht sich somit in das untere High-End-Segment ein. Als Basis der Grafikkarte kommt ein vollwertiger G71-Chip zum Einsatz, welcher nur in den Taktraten beschnitten worden ist. Die Grafikkarte richtet sich an kompromissbereite Käufer, die recht viel Geld für neue Hardware bezahlen, aber nicht die schnellsten und somit auch teuersten Modelle haben möchten. Erste GeForce-7900-GT-Karten sind derzeit für 320 Euro erhältlich.
Das grüne PCB der GeForce 7900 GT von MSI wirkt relativ aufgeräumt und misst die Länge einer GeForce 7800 GT. Überrascht waren wir über das verbaute Kühlsystem, welches komplett von der GeForce 7600 GT übernommen worden ist. Interessanterweise reagierte der Radiallüfter allerdings etwas merkwürdig und wollte nach dem Starten des Computers partout nicht die Drehzahl herunterregeln. Der Lüfter brauste noch nach der Installation des Treibers munter vor sich her und machte deutlich auf sich aufmerksam. Nach Rücksprache mit MSI können wir dem Testsample jedoch ein Defekt der Lüftersteuerung attestieren. Ein neues Exemplar befindet sich auf dem Weg zu uns und wir werden die Lautstärke erneut kontrollieren.
Der VRAM bleibt von einer direkten Kühlung verschont; für die nötige Belüftung scheint der Radiallüfter ausreichend zu sein. Zusätzlich werden auf der GeForce 7900 GT zwei Dual-Link-fähige DVI-Anschlüsse sowie ein HDTV-Ausgang eingesetzt.
Auf der MSI-Version der GeForce 7900 GT werkelt ein vollständiger G71-Chip, der im 90-nm-Verfahren gefertigt wird und über 24 Pixel-Pipelines sowie 24 ROPs, 24 TMUs und 48 Shader-Einheiten verfügt. Die GPU taktet mit 450 MHz, während der 256 MB große Speicher mit einer Frequenz von 660 MHz arbeitet. Der Speicher wird von Samsung gefertigt und bietet dem Kunden eine Zugriffszeit von 1,4 ns. Die Anbindung an den G71-Chip erfolgt über ein 256 Bit breites Speicherinterface. Auch bei der GeForce 7900 GT werden im 2D-Modus die Taktraten nicht gesenkt.
Die GeForce 7900 GTX stellt das neue Flaggschiff von nVidia dar, welches die GeForce 7800 GTX 512 ablösen und die direkte Konkurrenz in Form der Radeon X1900 XTX angreifen soll. Entsprechende Grafikkarten setzen auf einen hochgetakteten G71-Chip und einen 512 MB großen VRAM, was den Preis eines Exemplars in die Höhe schnellen lässt. Erste GeForce-7900-GTX-Karten sind derzeit für etwa 525 Euro erhältlich. Mit der Verfügbarkeit sieht es dagegen mau aus, was sich voraussichtlich erst in den kommenden Wochen ändern wird.
Ein Blick auf die GeForce 7900 GTX ließ uns zuerst stutzig werden: Ist dies wirklich das neue Topmodell? Ist es, auch wenn das PCB und das Kühlsystem beinahe vollkommen identisch zum Vorgänger GeForce 7800 GTX 512 geblieben sind. Somit kommt der bekannte Dual-Slot-Kühler zum Einsatz, welcher bereits auf der G70-Karte vollends überzeugen konnte. Der große Propeller ist nach dem Starten des Testsystems nicht aus dem geschlossenen Gehäuse herauszuhören, womit ein ruhiges Arbeiten mit dem neuen nVidia-Flaggschiff problemlos möglich ist. Unter Last dreht der Quirl zwar etwas schneller, dennoch muss man während des Spielens genau hinhören, um die Grafikkarte in dem PC ausfindig zu machen – sehr gut!
Der Lüfter saugt die kalte Luft aus dem Inneren des Gehäuses an, leitet diese über die GPU und die erhitzte Luft wird danach aus dem Gehäuse heraus befördert. Der gewaltig aussehende Passivkühler erzeugt die Kühlleistung über mehrere große Kupferlamellen und vier Heatpipes. Die GPU wird von einem massiven Kupferblock auf niedrigen Temperaturen gehalten. Aufgrund der Größe kühlt das Kühlsystem den hochgetakteten Speicher und die Spannungswandler mit, auf denen zudem ein Passivkühler befestigt ist. Auf der GeForce 7900 GTX sind zwei Dual-Link-DVI-Ausgänge sowie ein HDTV-Out verbaut.
Im 2D-Modus taktet sich die GeForce 7900 GTX auf 275 MHz herunter, um Strom sparen zu können. Der Speichertakt bleibt identisch.
Testsystem:
Folgende Benchmarks kamen während unseres Tests zum Einsatz:
Alle Benchmarks werden mit maximalen Details ausgeführt, damit die Grafikkarte möglichst hoch belastet wird. Als Einstellungen haben wir uns dabei für 1280x1024 und 1600x1200 entschieden. Damit zollen wir Tribut an die modernen High-End-Beschleuniger, die durch ihre Rechenkraft niedrigere Auflösungen als 1280x1024 CPU-limitiert werden lassen. Neben den reinen Auflösungen lassen wir den Benchmarkparcours auch mit 4-fachem Anti-Aliasing sowie 16-fachen anisotropen Filter durchlaufen, da dies oft vorkommende Qualitätseinstellungen sind.
Achtung: Nach sorgfältiger Überlegung und mehrfacher Analyse selbst aufgenommener Spielesequenzen sind wir zu dem Schluss gekommen, im ForceWare-Treiber für nVidia-Karten die Qualitätseinstellungen auf High Quality anzuheben, da man nur mit diesem Setting das Texturflimmern effektiv bekämpfen kann. Zudem ist dieser Modus vergleichbar mit der Einstellung „Catalyst A.I. Standard“ auf den ATi-Pendants, wodurch bei der Bildqualität größtenteils ein Gleichstand erreicht wird.
Treibereinstellungen: nVidia-Grafikkarten
Treibereinstellungen: ATi-Grafikkarten
Auch wenn die technischen Neuheiten im G71-Chip von nVidia eher mit der Lupe zu suchen sind, so ist es dennoch interessant, wie sich die neue GPU mit gleichen Taktraten gegenüber dem älteren G70-Chip verhält. Gibt es eventuell 3D-Anwendungen, die von den verbesserten ROPs, welche nun jeweils über eine Alphablending-Einheit verfügen, profitieren können? Um das herauszufinden, haben wir den Chip der GeForce 7900 GTX auf 550 MHz untertaktet und den VRAM auf 850 MHz übertaktet, um eine GeForce 7800 GTX 512 zu simulieren. Diese muss gegen eine reale GeForce 7800 GTX 512 antreten und ihr Können unter Beweis stellen. Zudem lassen wir die GeForce 7600 GT mit den Taktfrequenzen einer GeForce 6600 GT den Benchmarkparcours durchlaufen, die sich logischerweise gegen eine GeForce 6600 GT mit 256 MB Speicher stellen muss, um somit die Effizienzverbesserungen zwischen dem G73 und dem NV43 zu überprüfen. Als Qualitätseinstellungen haben wir uns für 1600x1200 sowie für 1600x1200 mit vier-fachem Anti-Aliasing und 16-facher anisotroper Filterung entschieden, um die Grafikkarte möglichst hoch zu belasten. Für das Spiel F.E.A.R. haben wir bei der GeForce-7800-Serie den ForceWare 84.20 installiert, da dieser auf nVidia-Karten in dem Ego-Shooter deutlich schneller arbeitet.
Effizienztest Part 1
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Effizienztest Part 2
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Wie vermutet, bringen die modifizierten ROPs nur in den wenigsten Fällen eine Performanceverbesserung, da sie schlicht und ergreifend zu selten den limitierenden Faktor darstellen. Die Texture Mapping Units können die Pixel nicht schnell genug berechnen, um die ROPs an das Leistungslimit zu bringen. Einen kleinen Gewinn kann die GeForce 7900 GTX im 3DMark05 sowie in Age of Empires 3 einfahren. Zudem reagieren Battlefield 2, Doom 3 und Quake 4 mit einem minimalen Zuwachs von etwa einem Bild pro Sekunde, was aber auch im Bereich der Messungenauigkeit liegen kann.
Deutlich besser sieht es dagegen bei dem Duell GeForce 7600 GT gegen die GeForce 6600 GT aus, wobei man hier auch zwei komplett unterschiedliche Architekturen vergleicht, weswegen die Performanceunterschiede viel höher als bei dem Duell der High-End-Karten ausfallen. Die GeForce 7600 GT kann vor allem durch die zwei Shader-Einheiten pro Pixel-Pipeline profitieren, die jeweils ein MADD berechnen können. Die NV43-GPU kann dagegen nur eine MADD-Operation pro Pipeline durchführen, was die Shader-Leistung deutlich mindert. Unter Hinzuschalten des anisotropen Filters kann die GeForce 7600 GT zusätzlich von einem „verbesserten“ AF-Algorithmus profitieren, der aber eine minimal schlechtere Bildqualität als das AF auf der alten Mid-Range-Karte liefert.
Rating Effizienztest 1xAA/1xAF
Angaben in Prozent
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Rating Effizienztest 4xAA/16xAF
Angaben in Prozent
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Jens Neuschäfer, der Central European Product PR Manager von nVidia, erwähnte uns gegenüber auf der CeBIT, dass das SLI-Anti-Aliasing auf der GeForce-7900-Serie deutlich effizienter als auf einer älteren GeForce-7800-Karte arbeiten soll. So werden bei aktiviertem SLI-AA die Daten auf einer GeForce 7800 über den „langsamen“ PCIe-Bus übertragen, während die GeForce-7900-Modelle direkt über die interne SLI-Bridge kommunizieren können, was je nach Spiel einen Performancezuwachs einbringen soll. Um dies zu überprüfen, haben wie die GeForce 7900 GTX auf das Niveau einer GeForce 7800 GTX 512 getaktet und beide Grafikkarten unter 1600x1200 mit 16-facher anisotropen Filterung sowie SLI8x und SLI16xS antreten lassen, um die angekündigten Verbesserungen zu überprüfen. Für das Spiel F.E.A.R. haben wir bei der GeForce-7800-Serie den ForceWare 84.20 installiert, da dieser auf nVidia-Karten in dem Ego-Shooter deutlich schneller arbeitet.
SLI-AA Taktnormalisiert
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Interessanterweise reagieren längst nicht alle Spiele auf die direkte Kommunikation der beiden GPUs durch die SLI-Bridge. Anscheinend reicht die Bandbreite des PCIe-Bus' bei vielen Spielen aus, um selbst den ressourcenfressenden SLI16xS-Modus ohne einen Performanceverlust auf den Bildschirm zu zaubern. Nichtsdestotrotz konnten wir in Doom 3, Riddick und Quake 4 große Geschwindigkeitsverbesserungen erzielen, die eindeutig der internen Optimierung der G71-GPUs im SLI-Einsatz zuzuschreiben sind. Etwas überrascht waren wir über die Ergebnisse des SLIx16S-Modus' bei Battlefield 2 sowie in Splinter Cell 3. Während SLI8x in den genannten Spielen noch einwandfrei funktioniert, zeigt der qualitativ höherwertige Modus absolut keine Veränderungen. Weder in der Geschwindigkeit, noch in der Bildqualität. Ob für dieses Phänomen eine generellen Inkompatibilität oder ein Treiber-Bug verantwortlich ist, konnte bis jetzt noch nicht geklärt werden.
Rating SLI-AA
Angaben in Prozent
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Moderne High-End-Grafikkarten bieten mittlerweile solch eine Rechenkraft, dass selbst in 1600x1200 mit vier-fachem Anti-Aliasing sowie 16-facher anisotropen Filterung die CPU die Grafikkarte ausbremst und man in vielen Situationen CPU-limitiert arbeitet/spielt. Dementsprechend kann man die Qualitätseinstellungen im Treibermenü weiter anheben, ohne dass größere Schwierigkeiten beim Spielablauf auftreten. Deswegen haben wir in einem extra Durchlauf untersucht, wie sich die GeForce 7900 GTX und die ATi Radeon X1900 XTX bei zusätzlich aktiviertem Transparency-Super-Sampling-Anti-Aliasing (TSSAA) beziehungsweise Adaptive-Anti-Aliasing (AAA) verhalten. Beide Features sorgen für geglättete Alpha-Test-Texturen (transparente Texturen, werden häufig für Zäune und Vegetation verwendet), die von dem herkömmlichen Multi-Sampling-AA nicht bearbeitet werden.
TSSAA vs. AAA in 1600x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Wie die Benchmarks eindeutig zeigen, kann man auf einer modernen High-End-GPU selbst in hohen Treibereinstellungen noch problemlos die Glättung der transparenten Texturen hinzuschalten, ohne einen allzu großen Performanceverlust hinnehmen zu müssen. Die Radeon X1900 XTX verliert etwa 7 Prozent an Leistung, während die GeForce 7900 GTX nur sechs Prozent langsamer arbeitet, was durchaus im Bereich des Verträglichen liegt, wenn man den Qualitätsgewinn beachtet. Allerdings weist die ATi-Karte in Aquamark 3 einen Treiber-Bug auf und wollte das AAA nicht darstellen. Ähnlich erging es der nVidia-GPU, die in Battlefield 2 das TSSAA kommentarlos ignorierte. nVidia und ATi sind über diese Fehler unterrichtet, welche hoffentlich mit dem nächsten Treiber Geschichte sein werden.
Rating TSSAA vs. AAA
Angaben in Prozent
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Fillrate Tester
VillageMark
VillageMark v1.20
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