Die Radeon HD 2600 XT GDDR3 bietet mit einem Kaufpreis von etwa 120 Euro ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis [1], das sich sehen lassen kann. Die Karte zeigt eine akzeptable Geschwindigkeit über dem Niveau einer GeForce 8600 GT, eine gute Bildqualität in Spielen, eine einwandfreie Wiedergabe von HD-Filmen [2] sowie schlussendlich einen niedrigen Stromverbrauch und bei beinahe allen Modellen ein leises Kühlsystem. Eine lange Liste von Pluspunkten, wenn man bereit ist, auf qualitätsverbessernde Features wie Anti-Aliasing oder dem anisotropen Filter in den meisten Fällen zu verzichten. Obwohl der 3D-Beschleuniger dem ein oder anderen zu langsam ist, gibt es genügend Interessenten, denen selbst die verlangten 120 Euro zu viel sind.
Dort springt die Radeon HD 2600 Pro in die Bresche, die ab 80 Euro erhältlich, jedoch auch noch ein wenig langsamer ist. Soviel schonmal vorweg: Für einen Vielspieler oder einen Gelegenheitsspieler der Wert auf eine hochwertige Bildqualität setzt, ist die Radeon HD 2600 Pro sicherlich nichts. Für Gelegenheitsspieler ohne allzu große Anforderungen oder gar Wenigspieler ist das Modell aber allemal einen Blick wert. Um aus der Menge etwas hervorzustechen hat HIS die Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo 512 MB ins Portfolio aufgenommen, die im Vergleich zum Referenzdesign von AMD vieles anders macht. Ein besserer Kühler kommt zum Einsatz, die Taktraten werden von Haus aus erhöht und der VRAM wurde auf 512 MB verdoppelt. Rechtfertigt dies den Aufpreis auf etwa 95 Euro?
Das blau gefärbte PCB der HIS Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo hat eine Länge von 17 cm. Der Einbau in ein handelsübliches Gehäuse sollte somit ohne Probleme vonstatten gehen. Der verbaute Kühler ist im Dual-Slot-Design gefertigt, blockiert damit auch den neben dem PCI Express x16-Steckplatz liegenden Slot. Das Kühlmaterial besteht ausschließlich aus Aluminium, auf teureres, aber effektiveres Kupfer hat HIS verzichtet. Über der GPU befindet sich ein massiver Aluminiumkühlblock, der sich bis ans vordere Ende der Karte hinzieht.
Mehrere grobe Kühllamellen sollen den Wärmetransport verbessern. HIS verwendet bei dem IceQ-Modell einen 70 mm großen Radiallüfter, der am Ende der Karte platziert ist. Der Ventilator zieht die warme Luft aus dem Gehäuseinneren an, leitet diese durch die Alulamellen über die GPU und bläst die erhitze Luft schlussendlich durch Lüftungsschlitze wieder aus dem Gehäuse heraus. Dabei bleibt die Lautstärke durchgängig auf einem angenehmen Niveau, das sich aufgrund einer fehlenden Lüftersteuerung jedoch nicht ändert.
Als besonderes Schmankerl verbaut HIS auf der Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo einen 512 MB großen Speicher (bei einer Speicheranbindung von 128 Bit). Ein Modell mit nur 256 MB VRM ist ebenfalls im Angebot. Der Speicher wird von Qimonda, ehemals Infineon, hergestellt. Die Zugriffszeit beträgt 2,0 ns, was einen theoretischen Maximaltakt von 500 MHz entspricht und den HIS bei der Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo durchbricht: Der VRAM arbeitet mit einer Frequenz von 530 MHz (Referenzdesign: 400 MHz). Die RV630-GPU ist identisch mit der auf einer Radeon HD 2600 XT, womit dem Rechenkern 24 5D-Shadereinheiten zur Verfügung stehen, sowie vier ROPs und acht Textureinheiten. Die GPU taktet mit 655 MHz (Referenzdesign: 600 MHz). Einen 2D-Modus mit niedrigeren Frequenzen gibt es bei dem HIS-Exemplar leider nicht. Sowohl die GPU als auch der Speicher agieren durchgängig mit dem Maximaltakt.
Die HIS Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo kommt, wie jeder vergleichbare 3D-Beschleuniger, mit zwei HDCP-geschützten Dual-Link-DVI-Ausgängen daher. Zudem wird ein HDTV-Ausgang verbaut. Dank der Unterstützung des Unified Video Decoders können HD-Videos selbst auf langsamen Prozessoren flüssig wiedergegeben werden [1]. Die Kabelausstattung ist für den Preis angemessen. HIS legt dem 3D-Beschleuniger einen DVI-zu-D-SUB- sowie einen S-Video-auf-YUV-Adapter bei. Darüber hinaus ist ein S-Video-Kabel vorhanden. Es fehlt allerdings eine CrossFire-Bridge und, viel schwerwiegender, der eigens von ATi entwickelte DVI-zu-HDMI-Adapter, der neben dem Bild auch den Ton übertragen kann. Da die Radeon HD 2600 Pro technisch bestens für die Wiedergabe eines HD-Films von Blu-ray und HD DVD geeignet ist, ist das Fehlen des Adapters ärgerlich. Als Softwarebeilagen gibt es einzig eine Treiber-CD. Als besonderer Bonus kann sich der Käufer der HIS Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo die Techdemo „Half-Life 2: Lost Coast“ sowie „Half-Life 2: Deathmatch“ herunterladen.
1024x768
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Da die Radeon HD 2600 Pro in beinahe allen aktuellen Spielen keine ausreichende Leistung für die Auflösung 1280x1024 zeigt, haben wir uns entschlossen, diese für den Kurztest auf 1024x768 zu reduzieren. Die höher getaktete HIS Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo kann sich souverän von dem Referenzdesign der ATi-Grafikkarte mit einem durchschnittlichen Vorsprung von 14 Prozent absetzen. In einigen Spielen ist dieser Vorsprung entscheidend, da die Radeon HD 2600 Pro teilweise auf der Grenze zwischen unspielbar langsam und einer annehmbaren Performance liegt. Der 512 MB große VRAM bringt dabei aber keinerlei Vorteile, da dieser erst in höheren Auflösungen, für die die Radeon HD 2600 Pro aber zu langsam ist, von Nutzen ist. Der Rückstand des HIS-Modells auf eine Radeon HD 2600 XT GDDR3 beträgt 26 Prozent. Von der Radeon HD 2400 XT kann sich sowohl das Referenzdesign als auch die schnellere HIS-Karte problemlos absetzen.
Performancerating
Angaben in Prozent
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Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Das Kühlsystem auf der HIS Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo macht eine sehr gute Figur. In allen Lebenslagen bleibt der Radiallüfter flüsterleise und fällt in einem geschlossenen Gehäuse nicht negativ auf. Die Karte ist nicht aus den anderen Geräuschquellen auszumachen. Die Eignung für einen Silent-PC ist somit ohne Einschränkung vorhanden. Doch auch die anderen Testprobanden, die Radeon HD 2400 XT sowie die Radeon HD 2600 XT GDDR3, schlagen sich wacker. Die Ergebnisse sind zwar nicht ganz so gut wie die der HIS-Karte, einen Ausrutscher leistet sich aber keiner der 3D-Beschleuniger.
Temperatur
Angaben in °C
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Auch bei den Temperaturmessungen kann sich die HIS Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo an die Spitze setzen. Die Werte sind durch die Bank teils deutlich besser als die der Radeon HD 2400 XT und der Radeon HD 2600 XT. Mehr als 43 Grad Celsius unter Last konnten wir auf der Karte nicht erreichen. Selbst in den heißesten Sommertagen sollte es zu keinerlei Problemen kommen – dies schaffen jedoch ebenso die beiden anderen ATi-Kandidaten.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Bezüglich des Stromverbrauches unter Windows leistet sich die HIS Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo erstmals eine kleine Schwäche, wobei diese auch in den Bereich der Messungenauigkeit fallen könnte. So beträgt die Leistungsaufnahme des gesamten Rechners 160 Watt, während die Radeon HD 2600 XT auf 158 Watt kommt und die Radeon HD 2400 XT 156 Watt benötigt. Spürbar ist dieser Unterschied kaum. Unter Last reiht sich die Grafikkarte ihrer Leistungsklasse entsprechend ein. Die Radeon HD 2400 XT zieht 180 Watt aus der Leitung, während die HIS Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo 193 Watt benötigt. Die Radeon HD 2600 XT belastet die Stromrechnung mit 207 Watt.
Übertakten
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Die RV630-GPU auf der HIS Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo scheint eine schier unendliche Taktsteigerung zu vertragen – ein neuer Rekord! Die Referenztaktung der Radeon HD 2600 Pro beträgt 600 MHz, während HIS die Frequenz bereits auf 655 MHz anhebt. Wir konnten einen Maximaltakt von satten 825 MHz erreichen, bevor erste Bildfehler auftreten. Anders dagegen der bereits ab Werk außerhalb der Spezifikationen betriebene VRAM. Hier ist nur noch ein minimales Leistungsplus möglich. Gerade einmal ein Plus von 20 MHz auf 550 MHz war ohne Probleme machbar. Somit liegt die Performancesteigerung auch „nur“ bei knapp 12 Prozent, da der GPU die nötige Speicherbandbreite fehlt, um mit der höheren Rohleistung etwas anfangen zu können. Einzig Company of Heroes scheint das wenig zu stören. In diesem Spiel konnten wir eine Leistungssteigerung von 20 Prozent erzielen.
Die Radeon HD 2600 Pro hat ein Problem, an dem auch die HIS Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo nichts ändert: Die Karte ist in modernen Spielen ab einer Auflösung von 1280x1024 zu langsam – dabei muss man aber auch anmerken, dass man dies für einen Preis um die 80 bis 90 Euro auch nicht erwarten kann. In 1024x768 ist die Performance meistens ausreichend und die HIS-Karte kann sich durchgängig von dem Referenzdesign absetzen. Der 512 MB große Speicher ist allerdings nur ein Schmankerl, und bei einer Grafikkarte dieser Leistungsklasse nutzlos. Die 256-MB-Version ist völlig ausreichend. Die HIS Radeon HD 2600 Pro IceQ Turbo gibt sich beim Kühlsystem keine Blöße, ebenso gibt einem die Ausstattung kaum einen Grund zu meckern. Einzig den DVI-zu-HDMI-Adapter haben wir wirklich vermisst. Falls man ein Wenigspieler oder Gelegenheitsspieler ohne große Ansprüche ist, ist die HIS-Karte einen genaueren Blick wert. Für etwa 85 Euro bekommt man eine Grafikkarte mit modernen Features, einer sehr guten HD-Wiedergabe, einer ruhigen Laufleistung und einem hohen Übertaktungspotenzial. Wer dagegen mehr Geschwindigkeit haben möchte, muss sich in einer höheren Preisklasse umsehen.