Im November letzten Jahres ließ nVidia den Vorhang herunter und präsentierte die GeForce-8800-Serie [1], die beinahe in allen Lebenslagen überzeugen konnte. Die Grafikkartenmodelle GeForce 8800 GTX und GeForce 8800 GTS waren nicht nur rasend schnell, sondern boten dem Käufer auch eine Bildqualität, die immer noch ihres Gleichen sucht. Schon zur Vorstellung des G80 war abzusehen, dass die ihm zu Grund liegende Architektur den kalifornischen Chiphersteller noch lange Zeit begleiten wird. Und so kam sie prompt ein weiteres Mal auf der GeForce 8800 GTS 320 , einer minimal kastrierten GeForce 8800 GTS, zum Einsatz.
Ebenfalls nicht untätig in den letzten Monaten war ATi, auch wenn die gesamte R600-Generation, die derzeit nicht mehr als ein großes Geheimnis mit vielen (nichtssagenden) Spekulationen ist, immer wieder verschoben wurde. Doch in der verkaufsträchtigen Mittelklasse wurden die Radeon X1950 Pro [2] und die Radeon X1650 XT [3] in den Handel gebracht und nVidia in diesem Preissegment unter Druck gesetzt.
Mit dem heutigen Tag kontern die Kalifornier. nVidia präsentiert die neuen Mid-Range-Karten, die auf eine abgespeckte G80-GPU setzen und somit Direct3D-10-tauglich sind. Die 3D-Beschleuniger tragen die Namen „GeForce 8600 GTS“ (nVidia G84), „GeForce 8600 GT“ (nVidia G84) sowie „GeForce 8500 GT“ (nVidia G86) und sind ab sofort nach Angaben von nVidia im Handel erhältlich. Das Kürzel „GTS“ erhält in Folge dessen auch im Mid-Range-Segment Einzug und löst die „GT“ als neues Topmodell ab – bisher war die „GT“-Version die schnellste Mittelklassekarte.
Freundlicherweise konnte uns Club3D ein Exemplar der GeForce 8600 GTS für diesen Artikel zur Verfügung stellen und nVidia schickte uns für den Vergleich eine weitere GeForce 8600 GTS vom Hersteller Point of View. Ebenfalls bedanken müssen wir uns bei XFX, die uns für den Test nicht nur mit einer von Haus aus übertakteten GeForce 8600 GTS ausgeholfen haben, sondern darüber hinaus eine GeForce 8600 GT beisteuerten. Auf den folgenden Seiten werden wir klären, wie weit sich die neuen GeForce-8600-Karten von der alten GeForce-7600-Riege absetzen können und – was viel interessanter ist – ob nVidia mit den Rechenkünstlern in der Lage ist, die kleinen GeForce-7900-Adaptionen anzugreifen.
Dies hier sind nun die nackten technischen Zahlen der GeForce 8600 und somit der G84-GPU auf einen Blick. Wer mehr über die Zusammenstellung des G84 erfahren möchte, der sollte einen Blick auf die nächste Seite werfen.
| GeForce 7600 GT | GeForce 8600 GTS | GeForce 8600 GT | Radeon X1650 XT | |
| Logo |
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| Chip | G73 | G84 | G84 | RV560 |
| Transistoren | ca. 178 Mio. | ca. 289 Mio. | ca. 289 Mio. | ca. 330 Mio. |
| Fertigung | 90 nm | 80 nm | 80 nm | 80 nm |
| Chiptakt | 560 MHz | 675MHz | 540 MHz | 575 MHz |
| Shadertakt | 560 MHz | 1450 MHz | 1190 MHz | 575 MHz |
| Pixel-Pipelines | 12 | X | X | 8 |
| Shader-Einheiten (MADD) | 24 (4D) | 32 (1D) | 32 (1D) | 24 (4D) |
| FLOPs (MADD/ADD) | 107 GFLOPs | 139 GFLOPs | 114 GFLOPs | 166 GFLOPs |
| ROPs | 8 | 8 | 8 | 8 |
| Pixelfüllrate | 4480 MPix/s | 5400 MPix/s | 4320 MPix/s | 4600 MPix/s |
| TMUs | 12 | 16 | 16 | 8 |
| TAUs | 12 | 16 | 16 | 8 |
| Texelfüllrate | 6720 MTex/s | 10800 MTex/s | 8640 MTex/s | 4600 MTex/s |
| Vertex-Shader | 8 | X | X | 5 |
| Unified-Shader in Hardware | X | √ | √ | X |
| Pixelshader | PS 3.0 | SM 4 | SM 4 | PS 3.0 |
| Vertexshader | VS 3.0 | SM 4 | SM 4 | VS 3.0 |
| Geometryshader | X | √ | √ | X |
| Speichermenge | 256 GDDR3 | 256 GDDR3 | 256 GDDR3 | 256 GDDR3 |
| Speichertakt | 700 MHz | 1000 MHz | 700 MHz | 675 MHz |
| Speicherinterface | 128 Bit | 128 Bit | 128 Bit | 128 Bit |
| Speicherbandbreite | 22400 MB/s | 32000 MB/s | 22400 MB/s | 21600 MB/s |
Die GeForce-8600-Serie basiert wie die GeForce-8800-Karten auf der neuen G80-Architektur von nVidia, wobei sowohl bei der GeForce 8600 GTS als auch bei der GeForce 8600 GT die abgespeckte G84-GPU zum Einsatz kommt. Im Gegensatz zum G80 (90 nm) wird der G84 im modernen 80-nm-Prozess gefertigt, um den Chip kleiner und günstiger zu halten. Der G84 bringt satte 289 Millionen Transistoren auf die Waage, was für einen Mid-Range-Chip sehr viel ist, wobei ATi mit dem RV560 bereits gar noch höhere Regionen vorgestoßen ist.
Bisherige Spekulationen sagten dem G84 64 skalare Shader-ALUs zu. Doch dies entspricht nicht den Tatsachen. Auf der GeForce 8600 sind 32 1D-Unified-Shader-Einheiten verbaut, die pro Takt eine Skalaroperation mit einer MADD- (Addition und Multiplikation) und MUL-Anweisung (Multiplikation) durchführen können – später dazu mehr. Die ALUs sind pro Cluster in einem 2x8-Verbund geschaltet, weswegen man auf insgesamt 16 ALUs pro Cluster kommt. Beim G84 kann man also von zwei Vec16-Shadern sprechen. Somit ist klar, dass der G84 über zwei Shadercluster verfügt, während der G80 auf acht dieser gekoppelten Einheiten zurückgreifen kann. nVidia hat allerdings die Shader-ALUs leicht überarbeitet. So wurde nach eigenen Angaben die „Shader per Clock Performance“ verbessert, wobei man leider keine genaueren Details bekannt gibt. Zudem soll die Stencil-Culling-Performance gegenüber dem G80 angewachsen sein.
Darüber hinaus setzt der G84 auf 16 vollwertige Texture Mapping Units, wohl die wichtigste Modifizierung der GeForce 8600 gegenüber der GeForce 8800. So kann der G80 pro Cluster acht Texturen Filtern (wobei diese immer aus derselben Textur stammen müssen), was vor allem bei anisotroper Filterung von Vorteil ist. So kann der G80 trotz normaler bilinearer TMUs eine trilinear gefilterte Textur oder eine bilineare Textur mit zwei-fachem anisotropen Filter innerhalb von einem Takt fertigstellen. Sowohl der G71 und der R580 benötigen für diese Operationen zwei Takte. Allerdings hat der G80 pro Cluster nur vier Adressierungseinheiten für die Texturen (Texture Addressing Units, TAU), es können pro Takt also nur vier Texturen adressiert werden.
Um dem G84 eine genügend hohe Texturleistung bereit zu stellen, hat nVidia die Textureinheiten nun aufgebohrt. So können weiterhin acht Texturen pro Takt gefiltert, aber zusätzlich auch acht Texturen adressiert werden – ähnlich wie beim G71 und R580. Dies bringt in texturlastigen Spielen einen Performanceschub. nVidia setzt bei der GeForce 8600 acht Raster Operation Processors (ROPs) ein, die dieselben Fähigkeiten wie jene des G80 beherrschen. Mehr dazu in unserem Launch-Artikel zur GeForce 8800 GTX [17].
Spannender ist ein Blick auf den Speichercontroller. nVidia nutzt bei der GeForce 8600 zwei 64-Bit-Kanäle für den Speicher, was ein 128 Bit Speicherinterface ergibt. Dies ist unserer Meinung nach verwunderlich, da nVidia die G80-Architektur sehr skalierbar gestaltet hat. So wäre es ohne weiteres möglich gewesen, ein 192 Bit Speicherinterface einzusetzen, was die wichtige Speicherbandbreite enorm erhöht hätte. Zwar hätte man einen ROP-Cluster (vier einzelne ROPs) und zusätzliche 64 MB VRAM hinzufügen müssen, jedoch wäre die Performance durchgängig ein gutes Stück gestiegen, vor allem wenn man zukünftige FP16-HDRR-Spiele betrachtet. Der Speicherausbau der GeForce 8600 beträgt 256 MB, was durch vier 64 MB große Module erreicht wird.
Die GeForce 8600 GTS und die GeForce 8600 GT unterscheiden sich nur bezüglich der Taktraten. So taktet die TMU-Domäne (Textureinheiten, ROPs) auf dem Flaggschiff mit 675 MHz, während die GeForce 8600 GT mit 540 MHz arbeitet. Die 675 MHz deuten bereits an, dass sich eine 80-nm-GPU sehr hoch takten lässt. Die Texelfüllrate steigt insgesamt gesehen um ein gesundes Maß gegenüber der GeForce 7600 GT an. Ebenso sieht es bei der Speicherbandbreite aus. Die GeForce 8600 GTS taktet den GDDR3-Speicher mit 1000 MHz, die GeForce 8600 GT dagegen mit 700 MHz.
Interessanter sieht es bei der Shaderdomäne aus, die auf dem G84 wie auf dem größeren Bruder G80 sich massiv von der TMU-Domäne unterschiedet, damit die Skalarshader keinen Flaschenhals darstellen. Die ALUs der GeForce 8600 GTS arbeiten mit einer Frequenz von 1450 MHz, was eine theoretische Arithmetikleistung von 139 GFLOPs entspricht. Im Vergleich zur Radeon X1650 XT hört sich das nach wenig an, man darf aber nicht vergessen, dass Skalareinheiten deutlich effektiver als Vektorprozessoren arbeiten, da diese trotz einer Möglichen Aufteilung längst nicht immer mit allen vier Komponenten (Rot, Grün, Blau, Alphawert) gleichzeitig rechnen können – teilweise drehen die ALUs also Däumchen. Die Shadereinheiten der GeForce 8600 GT werden mit 1190 MHz angesteuert.
Auffällig ist das fehlen des NVIO-Chips (nVidia Input Output), der bei der GeForce 8800 die Ansteuerung des HDTV- sowie der DVI-Ausgänge und der SLI-Bridge übernommen hat. Bis jetzt ging man davon aus, dass auf dem G80 der NVIO platziert worden ist, da es Probleme mit der Bildausgabe und der extrem hoch getakteten Shaderdomäne gegeben hätte, wenn man alles auf einem Chip realisiert hätte – nun kann man diese Theorie aber streichen. Wie uns James Wang, „Technical Marketing Analyst“ bei nVidia, in einem Gespräch gegenüber erwähnte, setzt nVidia auf einer GeForce 8800 einen externen Chip für die Bildansteuerung ein, da es ansonsten zu Routing-Problemen der Datenströme auf dem komplexen Chip gekommen wäre. Der G84 ist simpler zu produzieren und hat ein weniger komplexes PCB, weswegen es ohne Schwierigkeiten möglich ist, auf den NVIO zu verzichten.
Zum Schluss wollen wir noch einmal auf die GFLOP-Zahlen und die Shadereinheiten zu sprechen kommen. So war es kein Geheimnis, dass das zweite MUL auf dem G80 nicht so funktionierte, wie man zu Anfangs davon ausgegangen ist. So hat das MUL kein „General Shading“, sprich die eigentlichen Multiplikationen, durchgeführt, sondern war als Special Function Unit (SFU), Perspektivenkorrektur sowie als Attributinterpolator tätig. Wie die Kollegen von Beyond3D [18] vor kurzem herausgefunden haben, hat nVidia das zweite MUL mit den neuen Vista-Treibern zumindest teilweise für General Shading freigeschaltet. So konnte man einen MUL-Durchsatz von zusätzlichen 15 Prozent messen.
Mittlerweile ist auch die Treiberentwicklung für Windows XP mit dem ForceWare 158.16 weiter fortgeschritten und wir hegen die Vermutung, dass nVidia mit diesem Treiber eventuell die Kraft des zweiten MULs für Windows XP freigeschaltet hat. So konnten wir mit dem Treiber in shaderintensiven Anwendungen (shaderintensiv alleine reicht natürlich nicht, der Code muss MUL-lastig sein) im Gegensatz zum ForceWare 101.02 einen kleinen Performanceschub verzeichnen. Auf Nachfrage bestätigte uns James Wang, dass mit Hilfe des ForceWare 158.16 (beziehungsweise ForceWare 158.14 für Windows Vista) das zweite MUL auf einem G80 sowie G84 neben den Aufgaben als SFU nun auch für General Shading zuständig ist.
Darüber hinaus hat nVidia bei der G84-GPU die PureVideo-Funktionen erweitert, dessen neue Leistungsfähigkeit selbst das Topmodell G80 nicht erreicht. nVidia nennt die verbesserte Videobeschleunigung „Next-Generation PureVideo Engine“. Sie beschleunig, wie die Bezeichnung bereits deutlich macht, HD-DVDs sowie Blu-ray-Discs per GPU, um selbst auf langsamen Rechnern eine flüssige Wiedergabe der hochauflösenden Videos zu ermöglichen. Dabei wird die Videobeschleunigung nicht über die Shadereinheiten durchgeführt, sondern separate Chipteile sind dafür verantwortlich. Neu ist ein modifizierter Videoprozessor, der auf den Namen „VP2“ hört. Der VP2 übernimmt die Hauptarbeit bei der Entlastung der CPU und ist für den MPEG-2-, VC-1- und H.264-Formate gedacht. Der VP2 besteht aus einem programmierbaren SIMD-Chip (Single Instruction Multiple Data), der Bitraten von bis zu 40 Mbit pro Sekunde verarbeiten kann.
Ein weiterer neuer Part ist die so genannte „BSP-Engine“, ein Bitstream-Prozessor, der spezielle Codes-Sequenzen wie CAVLC (Context Adaptive Variable Lenght Coding) und CABAC (Context Adaptive Binary Arithmetic Coding) erkennen und beschleunigen kann. Normalerweise übernimmt diese Aufgaben der Prozessor, der dies aber nur ineffizient und langsam ausführen kann. Ebenfalls neu ist die „AES128 Engine“, die das Decodieren des AES128-Verschlüsselungsprotokolls beschleunigt. Dies wird genutzt, um den Kopierschutz „AACS“ (Advanced Accress Content System) umzusetzen, der die Filminhalte auf einer HD-DVD und Blu-ray schützt.
Die GeForce 8600 ist somit in der Lage, beinahe die gesamte Decodierarbeit im Alleingang zu erledigen und die CPU stark zu entlasten. Bis jetzt konnten sowohl ATi- als auch nVidia-Karten die Decodierarbeit nur teilweise übernehmen. nVidia verspricht dadurch, die CPU-Auslastung beim Einsatz einer GeForce 8600 auf etwa 20 Prozent reduzieren zu können. Im Vergleich: Eine GeForce 8800 kann die CPU nur um etwa 40 Prozent entlasten, wobei dies auch vom verwendeten Prozessor abhängig ist. Bis jetzt kommen allerdings nur Windows-Vista-Nutzer in den Genuss der neuen PureVideo-HD-Engine. Erst spätere Windows-XP-Treiber sollen die PureVideo-Funktionen der GeForce 8600 nutzen können.
Eine weitere Neuerung auf dem G84 ist, dass die Grafikkarten HDCP-geschützte Inhalte nun auch über Dual-Link-DVI wiedergegeben werden können, was bis dato mit keinem anderen 3D-Beschleuniger möglich war. Somit schafft nVidia Abhilfe für Monitore mit einer hohen Auflösung, auf denen es nicht möglich ist, HD-Videos in voller Auflösung wiederzugeben.
Die GeForce 8600 GTS stellt das neue Zugpferd der Mittelklassenkarten dar, die nVidia in den nächsten Monaten große Einnahmen erbringen sollen. Als Zielpublikum visiert der kalifornische GPU-Spezialist preisbewusste Käufer an, die für relativ wenig Geld eine hohe Leistung und eine gute Bildqualität haben möchten. Als zusätzliches Kaufargument kann nVidia mit der Direct3D-10-Funktionalität werben. Entsprechende Modelle haben eine unverbindliche Preisempfehlung von 250 Euro und sind ab sofort im Handel erhältlich. Ob dies tatsächlich in ausreichenden Mengen der Fall sein wird, können wir leider nur vermuten – bis zum Redaktionsschluss war aufgrund des Schweigeabkommens (NDA) noch kein Modell bei der Preissuchmaschine Geizhals gelistet. Wie wir auf der CeBIT von den meisten Herstellern erfahren haben, kann man dies aber als gesichert ansehen.
nVidia hat für das Referenzdesign der GeForce 8600 GTS ein neues Platinenlayout entwickelt, welches mit etwas weniger als 19 cm knapp zwei cm länger als das des Vorgängermodells GeForce 7600 GT ausfällt. Nichtsdestotrotz sollte es kein Problem sein, die Karte in einem handelsüblichen Gehäuse unterzubringen. Das PCB ist in einem nVidia-farbigen grün gehalten und sieht auf der Vorderseite recht aufgeräumt aus. Auffällig ist ein PCIe-Stromstecker, der bei einer GeForce 7600 GT noch nicht nötig war. Grund dafür ist der gesteigerte Strombedarf, der leicht über den Spezifikationen des PCIe-x16-Slots liegt und von diesem nicht alleine versorgt werden kann.
Ebenso hat nVidia für die GeForce 8600 GTS ein neues Kühlsystem entwickelt, was wir nur begrüßen können. Das Exemplar der GeForce 7600 GT war im 2D-Modus schön leise, während einer Lastphase schien der Lüfter allerdings hoffnungslos überfordert und drehte konstant mit hoher Geschwindigkeit – hier können wir schonmal Entwarnung geben. Das Kühlsystem ansich belegt fast die gesamte Platine und kühlt nicht nur die G84-GPU, sondern ebenfalls den hochgetakteten GDDR3-Speicher. Die Kühlfläche besteht größtenteils aus Aluminium sowie mehreren Aluminiumlamellen, die für eine gute Wärmeabgabe sorgen sollen. Über der GPU wurde ein Kupferblock eingelassen, der den Kern effektiver auf niedrigen Temperaturen halten kann. Interessanterweise verwendet nVidia zusätzlich ein Heatpipesystem.
Der verbaute Radiallüfter hat eine Größe von 50 mm und agiert glücklicherweise in allen Lebenslagen sehr leise – hierfür müssen wir nVidia ein Lob aussprechen! Sowohl im 2D- als auch im 3D-Modus behält der Lüfter die Nerven und fällt kaum auf. Mehr dazu im Abschnitt „Lautstärke“. Das Prinzip des Single-Slot-Kühlers ist schnell erklärt. Der Radiallüfter saugt die Luft aus dem Gehäuseinneren an und bläst diese durch die Alulamellen und somit über die GPU und den Speicher. Anschließend wird die erhitze Luft in das Gehäuse zurückgepustet. Eine Ableitung der warmen Luft aus dem Gehäuse heraus wäre zwar vorteilhafter gewesen, jedoch sehen wir das bei der GeForce 8600 GTS nicht als allzu kritisch an. Die Grafikkarte behält selbst im Dauerbetrieb einen kühlen Kopf.
nVidia sieht bei dem Referenzdesign der GeForce 8600 GTS zwei HDCP-kompatible Dual-Link-DVI-Ausgänge sowie einen HDTV-Ausgang per S-Videoverbindung vor. Der typische SLI-Stecker für den simultanen Betrieb zweier Grafikkarten ist erneut vorhanden. Der 256 MB große Speicher wird von Samsung gefertigt und hat eine Zugriffszeit von 1,0 ns, was einen theoretischen Maximaltakt von 1000 MHz entspricht. Einige Hersteller werden darüber hinaus für einen Aufpreis GeForce-8600-GTS-Karten mit einem 512 MB großen Speicher anbieten. Je nach Spiel kann dies mittlerweile einen ordentlichen Performanceschub erbringen.
Club3D ist einer der wenigen Hersteller, die sich nicht speziell auf nVidia oder ATI spezialisiert haben und dementsprechend von beiden Grafikchipspezialisten Grafikkarten im Programm haben. Club3D wird die GeForce 8600 GTS für einen Kaufpreis von etwa 200 Euro auf den Markt bringen, wobei dies eine Angabe vom Hersteller ist. Die tatsächlichen Marktpreise werden erfahrungsgemäß etwas niedriger ausfallen. Club3D verspricht bereits am ersten Verkaufstag mit einer ausreichenden Menge an Exemplaren in den Händlerregalen vertreten zu sein.
Der Hersteller vertraut bei der Adaption der GeForce 8600 GTS auf das Referenzdesign von nVidia (abgesehen von dem etwas grob befestigten Club3D-Aufkleber auf dem Kühler), was auch keine schlechte Wahl ist. Das Single-Slot-Kühlsystem macht selbst unter Last einen guten Eindruck und eignet sich für leise PCs. Zum Betrieb benötigt der 3D-Beschleuniger einen PCIe-Stromstecker. Die beiden Dual-Link-DVI-Ausgänge sind HDCP-kompatibel und können somit hochauflösende Videos in Zukunft problemlos abspielen. Club3D hält sich zudem bei den Taktraten an die Referenzvorgaben: Die GPU arbeitet mit 675 MHz, die Shaderdomäne mit 1450 MHz und der 256 MB große GDDR3-Speicher, der von Samsung mit einer Zugriffszeit von 1,0 ns hergestellt wird, taktet mit 1000 MHz.
Die Kabelausstattung bei der Club3D GeForce 8600 GTS fällt gut aus. Neben zwei DVI-zu-D-SUB-Adaptern sowie einem Stromstecker legt Club3D der Karte eine S-Video-auf-YUV-/S-Video- und Composite-Kabelpeitsche bei. Durchschnittlich ist das Softwarepaket. Zwar ist kein Spiel in der Packung vorhanden – was bei einem angestrebten Verkaufspreis von 200 Euro auch nicht einfach zu realisieren ist – dafür kann der Kunde aber auf die Software „PowerDVD 7“ von Cyberlink zurückgreifen.
Point of View macht es genau so wie Club3D und baut die eigene Version der GeForce 8600 GTS nach dem Referenzdesign – selbst der Kühler bekommt kein eigenes Logo spendiert. Die Grafikkarte wird am heutigen Tag für etwa 200 Euro in den Händlerregalen zu finden sein, bei der Verfügbarkeit sollte es keine Probleme geben. Bei den Taktraten gibt es ebenso keine Überraschungen. Die G84-GPU arbeitet mit einer Frequenz von 675 MHz, während die ALUs mit 1450 MHz zu Werke gehen. Der 256 MB große VRAM wird mit satten 1000 MHz angesteuert.
Die Kabelausstattung bei der POV GeForce 8600 GTS fällt etwas dürftig aus. Neben einem DVI-zu-D-SUB-Adapter und einem S-Video-auf-YUV-Kabel gibt es kein weiteres Zubehör. Genaue Angaben über das Softwarepaket können wir leider nicht machen. Eine Treiber-CD ist definitiv vorhanden, nach Angaben von POV ebenso ein Spiel. Welche 3D-Applikation dies ist, konnten wir aber nicht in Erfahrung bringen, da unserer Karte noch kein Spiel beilag, sondern einzig ein Zettel mit einem entsprechenden Hinweis. Wir versuchen so schnell wie möglich in Erfahrungen zu bringen, was das Softwarepaket beinhaltet.
Der Hersteller XFX ist bekannt geworden durch übertaktete Grafikkarten, die mit teils deutlich höheren Taktraten ausgeliefert werden als das Referenzdesign von nVidia vorgibt. Somit bringt man nicht nur etwas Schwung in einen Produkttest, sondern ermöglicht es zudem den Kunden, ein etwas anderes Modell zu kaufen, was sich von der Masse absetzt. Wie es zu erwarten war wird XFX auch bei der GeForce 8600 GTS wieder entsprechende Modelle anbieten. So zum Beispiel die GeForce 8600 GTS 730M XXX, die sich in unserem Testlabor eingefunden hat und das Topmodell der GeForce-8600-GTS-Karten von XFX ist. Einen genauen Preis konnten wir leider nicht in Erfahrungen bringen, dieser soll aber leicht höher als 200 Euro ausfallen.
Die Karte an sich wird nach dem Referenzdesign gefertigt, einzig der Kühler bekommt einen (optisch gelungenen) Aufkleber spendiert. Interessant ist darüber hinaus eine Art „Haltestange“, die am oberen Ende der Karte angebracht ist und mit einem reflektierenden XFX-Logo geziert ist. Einen genauen Sinn können wir aber nicht ausmachen, einzig optisch kann sich die Karte so etwas hervorheben – eine Stabilisierung der GeForce 8600 GTS ist auf jeden Fall nicht nötig. Spannender wird es bei den Taktraten, die von XFX leicht erhöht worden sind, weswegen die GeForce 8600 GTS 730M XXX nach eigenen Angaben die schnellste GeForce 8600 GTS auf dem Markt sein soll. Die TMU-Domäne arbeitet mit 730 MHz (Standard: 675 MHz), während der Speicher (256 MB GDDR3-Speicher von Samsung und einer Zugriffszeit von 1,0 ns) mit 1130 MHz (Standard: 1000 MHz) angesteuert wird. Die Shadereinheiten arbeiten mit einer Frequenz von 1450 MHz.
Verbesserungswürdig bei der GeForce 8600 GTS 730M XXX ist die Kabelausstattung. Mit mehr als einem DVI-zu-D-SUB- sowie einem Stromadapter und einem S-Video-Kabel liefert XFX das Flaggschiff nicht aus. Eine Möglichkeit die Grafikkarte mit einem hochwertigen YUV-Anschluss an den Fernseher anzuschließen, fehlt leider. Überraschend gut ist dagegen das Softwarepaket. Neben der obligatorischen Treiber-CD stattet XFX den 3D-Beschleuniger mit dem Spiel „Ghost Recon Advanced Warfighter“ aus.
Neben der GeForce 8600 GTS wird am heutigen Tage eine zweite nVidia-Grafikkarte vorgestellt, die für Spieler interessant ist. Die Rede ist von der GeForce 8600 GT, die unter der GeForce 8600 GTS angesiedelt ist und die GeForce 7600 GT beerben wird. Die Karte bietet sich für diejenigen an, die keine 200 Euro für einen 3D-Beschleuniger zahlen, dennoch aber eine Direct3D-10-GPU mit einer angemessenen Leistung und guter Bildqualität haben möchten. Dass keine hohen Qualitätseinstellungen sowie Geschwindigkeitsrekorde mit dem Modell möglich sind, sollte schon vorab klar sein. Der Preis einer GeForce 8600 GT liegt bei 150 Euro, wobei die übertaktete XFX-Version etwas teurer sein wird.
Mit von der Partie ist erneut der Hersteller XFX, der mit der GeForce 8600 GT 620M XXX eine übertaktete Version der GeForce 8600 GT ins Rennen schickt. Das PCB der Karte ist schwarz gefärbt und etwas kleiner als jenes einer GeForce 8600 GTS. Die Unterschiede sind mit knapp einem bis anderthalb Zentimeter aber minimal. Interessanterweise setzt XFX nicht auf das Referenzdesign der GeForce 8600 GT, sondern nutzt eine Eigenentwicklung. Verbesserungen der Qualität der Karte können aber ausgeschlossen werden. Der Kühler ist ebenfalls nicht dem Referenzdesign nachempfunden, nichtsdestotrotz aber alt bekannt: So wird das Exemplar beispielsweise auf dem Referenzdesign der GeForce 6600 GT verbaut.
Der kleine Kühlkörper ist aus Aluminium gefertigt und verfügt über mehrere grobe Aluminiumlamellen, die die Wärme besser ableiten sollen. Auf der GPU sitzt ein eingelassener Kupferblock, damit die G84-GPU selbst unter Last einen kühlen Kopf behält. Auf Heatpipes oder ähnlich aufwendige Maßnahme zur Kühlungsverbesserung verzichtet XFX bei der GeForce 8600 GT 620M XXX. Ein 50 mm großer Axiallüfter saugt die Luft aus dem Gehäuse an und gibt sie über die Alulamellen wieder ab. Gerade leise agiert der Lüfter aber leider nicht. Er hat keine Lüftersteuerung und rotiert deshalb in allen Lebenslagen recht laut. Zwar gibt es durchaus schlimmere Varianten, für einen Silent-PC ist die XFX-Karte aber nicht geeignet.
XFX modifiziert bei der GeForce 8600 GT 620M XXX die Taktraten leicht. Während das Referenzdesign einen TMU-Takt von 540 MHz vorsieht, erhöht XFX diesen auf 620 MHz. Ebenso sieht es bei dem 256 MB großen GDDR3-Speicher aus, der von Qimonda (ehemals Infineon) mit einer Zugriffszeit von 1,4 ns produziert wird, der mit einer Frequenz von 800 MHz seinen Dienst verrichtet. nVidia sieht für eine standardmäßige GeForce 8600 GT 700 MHz vor. Die Shader-ALUs takten weiterhin mit 1190 MHz. Beim Referenzdesign takten die Skalareinheiten mit 1190 MHz. XFX verbaut auf der Adaption der GeForce 8600 GT einen HDTV- sowie zwei Dual-Link-DVI-Ausgänge. Ein SLI-Stecker ist auch vorhanden, auf einen PCIe-Stromanschluss hat man im Gegensatz zur GeForce 8600 GTS aber verzichtet. Begründet ist dieser Schritt mit einem maximalen Stromverbrauch von 43 Watt (GeForce 8600 GTS: 71 Watt), der alleine über den PCIe-Slot bereitgestellt werden kann.
Schwach ist hingegen die Kabelausstattung der GeForce 8600 GT 620M XXX. XFX legt dem 3D-Beschleuniger einzig einen DVI-auf-D-SUB-Adapter sowie ein S-Video-Kabel bei. Abgespeckt hat man darüber hinaus das Softwarepaket. Während bei der XFX GeForce 8600 GTS noch ein Spiel vorhanden war, ist dieses bei der GeForce 8600 GT nun entfernt worden. Bei einer 150-Euro-Grafikkarte kann man ein modernes Spiel aber auch nicht erwarten, da dieses die Kosten in die Höhe treiben würde.
Testsystem:
*Als Basis kommt im Fall der GeForce 8600 GT ein übertaktetes Modell zum Einsatz, das wir auf die Referenzvorgaben von nVidia heruntergetaktet haben. Allerdings war es uns nicht möglich den Shadertakt auszulesen, weswegen es möglich ist, dass dieser entweder höher oder niedriger als der einer Standardkarte ist. Deswegen kann es bei den Benchmarks der GeForce 8600 GT zu leichten Abweichungen gegenüber einer Kaufsversion kommen.
Folgende Benchmarks kamen während unseres Tests zum Einsatz:
Alle Benchmarks werden mit maximalen Details ausgeführt, damit die Grafikkarte möglichst hoch belastet wird. Als Einstellungen haben wir uns dabei für 1280x1024 und 1600x1200 (sowie 2560x1600 bei Grafikkarten mit 512 MB oder mehr und einer entsprechenden Leistung) entschieden. Damit zollen wir den modernen High-End-Beschleuniger Tribut, die durch ihre Rechenkraft niedrigere Auflösungen als 1280x1024 CPU-limitiert werden lassen. Neben den reinen Auflösungen lassen wir den Benchmarkparcours auch mit 4-fachem Anti-Aliasing sowie 16-fachen anisotropen Filter durchlaufen, wobei wir auf ATi-Grafikkarten zusätzlich das sogenannte Adaptive Anti-Aliasing (AAA) und auf nVidia-GPUs das Transparency Super-Sampling-Anti-Aliasing (TSSAA) hinzuschalten, damit flimmernde Alpha-Test-Texturen geglättet werden – moderne 3D-Beschleuniger bieten eine ausreichende Leistung, um die bessere Kantenglättung flüssig darzustellen.
Achtung: Moderne SLI- und CrossFire-Systeme bieten dem Kunden eine dermaßen gewaltige Rechenleistung, dass selbst der schnellste Prozessor damit hoffnungslos überfordert ist und demzufolge beinahe alle Spiele CPU-limitiert sind, was bei immer schneller werdenden 3D-Beschleunigern ein großes Problem darstellt. Aus diesem Grund haben wir unsere Testmethoden für Multi-GPU-Systeme geändert, um derartigen Problemen so gut wie möglich vorzubeugen. Testläufe ohne Anti-Aliasing sowie dem anisotropen Filter fallen komplett aus dem Rahmenprogramm, da diese Qualitätseinstellung für zwei Grafikkarten keine Herausforderung mehr ist. Somit werden die Tests ausschließlich mit 4xAA sowie 16xAF in 1280x1024, 1600x1200 und 2560x1600 durchgeführt.
Nach sorgfältiger Überlegung und mehrfacher Analyse selbst aufgenommener Spielesequenzen sind wir zu dem Schluss gekommen, im ForceWare-Treiber für nVidia-Karten die Qualitätseinstellungen auf High Quality anzuheben, da man nur mit diesem Setting das Texturflimmern effektiv bekämpfen kann – dies trifft aber nur auf die G7x-Generation zu, die G8x-GPUs werden mit den Standardeinstellungen des Treibers getestet, weil die Bildqualität stark zugenommen hat. Zudem ist dieser Modus vergleichbar mit der Einstellung „Catalyst A.I. Standard“ auf den ATi-Pendants, wodurch bei der Bildqualität größtenteils ein Gleichstand erreicht wird.
Treibereinstellungen: nVidia-Grafikkarten (G7x)
Treibereinstellungen: nVidia-Grafikkarten (G8x)
Treibereinstellungen: ATi-Grafikkarten (R(V)5x0)
Fillrate Tester
VillageMark
Villagemark v2.1
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Fablemark
Fablemark v1.0
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
ShaderMark
D3DRighmark Beta 4
3DMark05 – 1280x1024
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
3DMark05 – 1600x1200
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