Derzeit tobt ein heftiger Kampf zwischen den beiden großen Grafikchipspezialisten ATi und Nvidia. Während die Kalifornier mit der GT200-GPU in Form der GeForce GTX 260 sowie der schnelleren GeForce GTX 280 ursprünglich geplant hatten, ihre Vormachtstellung im High-End-Segment weiter zu festigen, platzierte ATi den RV770 auf der Radeon HD 4850 und dem Flaggschiff Radeon HD 4870 zwar eher im so genannten „Performance-Markt“, der Kunden anspricht, die für einen relativ niedrigen Betrag viel Leistung haben möchten, ärgert den Konkurrenten mit den Karten aber dennoch oder gerade deshalb nicht zu knapp.
Nun, da dieser Zweikampf mittlerweile den ersten Schlagabtausch hinter sich hat, ist jetzt die Zeit der Partnerkarten gekommen. Und nachdem wir bereits vor kurzem eine erste leicht übertaktete Radeon HD 4870 von MSI [1] im Testlabor hatten, ist dieses Mal ein Nvidia-Vertreter an der Reihe. Falls man an der GeForce-GTX-200-Serie Interesse hat, dabei aber nicht auf das gewöhnliche Referenzdesign setzen möchte, sind die AMP!-Versionen des Herstellers Zotac schon länger eine gute Wahl, da der Hersteller zurzeit mit die am höchsten getakteten 3D-Beschleuniger anbietet.
Wir konzentrieren uns in dem Kurztest auf die Zotac GeForce GTX 260 AMP!, dessen Referenzdesign gegen die frisch auf dem Markt erschienene Radeon HD 4870 antritt. Ein direktes Konkurrenzprodukt zur MSI Radeon HD 4870 OC also. Wir werden auf den folgenden Seiten herausfinden, ob der Mehrpreis für die schnellere AMP!-Edition lohnenswert ist und ob es Zotac gelungen ist, mit dem Produkt gegen die ATi-Karten Punkten zu können.
Erfreulicherweise scheinen die Hersteller nicht davor zurück zu schrecken, GeForce-GTX-200-Karten abseits des Referenzdesigns auf den Markt zu bringen, um sich so von den Mitbewerbern absetzen zu können. Vor allem von der GeForce GTX 260 gibt es diverse Angebote, die sich nicht an die von Nvidia empfohlenen Taktraten halten. Modelle mit einem anderen (und leiseren) Kühlsystem sucht man aber noch vergebens.
Die Zotac GeForce GTX 260 AMP! reiht sich in diese Riege dieser übertakteten Karten ein, wobei der immer noch recht junge Hersteller die Taktschraube höher als viele andere Konkurrenten dreht. Doch das hat seinen Preis: 290 Euro muss man für die Zotac GeForce GTX 260 AMP! über die Ladentheke reichen, während das herkömmliche Modell beim selben Hersteller schon für 250 Euro den Besitzer wechselt. Die günstigste GeForce GTX 260 kostet zur Zeit etwa 235 Euro, wobei die Preise immer noch stark schwanken. Um die Verfügbarkeit der Zotac-Karten muss man sich aktuell keine Sorgen machen.
Bei dem Borddesign geht Zotac keine eigenen Wege und vertraut bei der GeForce GTX 260 AMP! voll auf das Referenzdesign von Nvidia. Sämtliche Bauteile findet man dort, wo man sie erwartet, einzig das auf die Vorderseite des Kühlers aufgedruckte Logo hat man mit einem Namenskürzel verziert. Somit misst die Karte eine Länge von 28 Zentimetern und nimmt den nächstgelegenen PCI- oder PCIe-Slot nach dem Einbau in Beschlag. Um die Zotac GeForce GTX 260 AMP! betreiben zu können, muss man zwei Sechs-Pin-Stromstecker mit dem 3D-Beschleuniger verbinden.
Das Kühlsystem hat man nicht nur materiell unangetastet gelassen, auch die Lüftersteuerung scheint absolut identisch zu sein. Damit ist die Grafikkarte zwar zu keiner Zeit aufdringlich, aber ebenso wenig ein Leisetreter. Die TMU-Domäne hebt Zotac bei der AMP!-Karte von 576 MHz um 72 MHz auf 648 MHz an. Die 192 skalaren Shader-Einheiten werden mit 1.404 anstatt 1.242 MHz angesteuert, was ein Plus von 162 MHz bedeutet. Der 896 MB große GDDR3-Speicher verrichtet seine Arbeit um 54 MHz schneller, also mit 1.053 MHz anstatt 999 MHz. Unter Windows taktet sich der 3D-Beschleuniger auf 300 MHz (TMU-Domäne) beziehungsweise 100 MHz (Shadereinheiten) herunter. Der Speicher verbleibt ebenfalls bei 100 MHz.
Auf dem Slotblech verbaut Zotac zwei Dual-Link-DVI-Ausgänge, die vollständig zum HDCP-Kopierschutz kompatibel sind. Zusätzlich kann man die Grafikkarte noch über einen HDTV-Ausgang mit einem Fernseher verbinden. Loben muss man Zotac für die Ausstattung der GeForce GTX 260 AMP!. Die Kabelausstattung ist mit einem DVI-auf-HDMI-, einem DVI-auf-D-SUB-, zwei Stromadaptern sowie einer S-Video-auf-S-Video/YUV-Kabelpeitsche absolut ausreichend. Die Softwareausstattung weiß mit einer Treiber-CD und dem hochwertigen Rennspiel „Race Driver Grid“ zu gefallen.
Die folgenden Benchmarks wurden mit unserem neuen Testsystem [2] auf Basis eines Intel Core 2 Extreme QX9770 ermittelt. Dieser wird mit einem Takt von 4 GHz betrieben, um die Karten nicht unnötig auszubremsen. Als Treiber kam für alle Messungen (einschließlich Leistungsaufnahme und Lautstärke) der ForceWare 177.39/177.34 beziehungsweise der Catalyst 8.6 (spezielle Presse-Version) zum Einsatz.
1600x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Da Zotac bei der GeForce GTX 260 AMP! um ein gesundes Maß an der Taktschraube gedreht hat, steigt auch die Performance der Grafikkarte für den Kunden spürbar an. Im Durchschnitt rendert der Rechenkünstler um elf Prozent schneller als eine herkömmliche GeForce GTX 260 und schafft es so, eine Radeon HD 4870 von ATi um acht Prozent in den von uns ausgesuchten Spielen hinter sich zu lassen. An eine GeForce GTX 280 kommt die GeForce GTX 260 AMP! ein gutes Stück heran. Der Rückstand liebt bei rund neun Prozent.
Die Geschwindigkeitssteigerung ist dabei von der jeweiligen Applikation abhängig. Besonders gut skaliert der 3D-Beschleuniger in Crysis nach dem Hinzuschalten von Anti-Aliasing sowie der anisotropen Filterung. 18 Prozent mehr Leistung lautet das Ergebnis. Das schwächste Ergebnis fährt man dagegen unter denselben Qualitätseinstellungen in Unreal Tournament 3 ein. Dort kann sich die Zotac-Karte nur um geringere acht Prozent von dem Referenzdesign absetzen.
Performancerating
Angaben in Prozent
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Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Bei der Lautstärke gibt es keinerlei Unterschiede zwischen der Zotac GeForce GTX 260 AMP! und einer normalen GeForce GTX 260. Somit erreicht der 3D-Beschleuniger unter Windows einen Messwert von 46,5 Dezibel, womit man den Lüfter bei genauem Hinhören aus einem geschlossenen Gehäuse von den restlichen Komponenten unterscheiden kann. Für die meisten potenziellen Käufern wird dies aber noch nicht störend sein.
Unter Last dreht das Kühlsystem dann auf und wird mit 55 Dezibel deutlich lauter. Die Grafikkarte fällt während des Spielens auf, wobei der Geräuschpegel für die meisten gerade noch erträglich sein sollte. Ein gutes Ergebnis schafft eine GeForce GTX 260 dennoch nicht und für einige Kunden wird das Kühlsystem zu laut sein. Der Kühler auf einer Radeon HD 4870 liefert diesbezüglich eine bessere Arbeit ab.
Temperatur
Angaben in °C
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Unter Windows wird die Zotac GeForce GTX 260 AMP! nicht wärmer als 44 Grad Celsius und reiht sich somit knapp hinter das Ergebnis des Referenzdesigns ein – ein guter Wert. Unter Last steigt die Temperatur des 3D-Beschleunigers auf 77 Grad Celsius an, was interessanterweise gar ein Grad Celsius unter dem Ergebnis einer normalen GeForce GTX 260 liegt. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Wärmeleitpaste auf dem Zotac-Exemplar schlichtweg etwas besser verteilt worden ist. Auf der Chiprückseite liegen die GeForce-GTX-260-Probanden mit 64 Grad beziehungsweise 59 Grad Celsius nur etwas auseinander.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Die höheren Taktraten lassen zwangsweise auch die Leistungsaufnahme der Zotac GeForce GTX 260 AMP! steigen. Da sich die Grafikkarte unter Windows jedoch auf das Niveau jeder anderen GeForce GTX 260 herunter taktet, macht sich dies im 2D-Modus noch nicht bemerkbar. Mit 155 Watt zieht die Grafikkarte nur ein Watt mehr aus die Leistung als unser Ableger der GeForce GTX 260 von Point of View, das sich an die Vorgaben von Nvidia hält. Anders sieht es dagegen unter Last aus, wo die AMP-Edition von Zotac 13 Watt mehr als die POV-Karte benötigt. Mit den gemessenen 333 Watt begnügt sich die Zotac GeForce GTX 260 AMP! mit derselben Leistung wie eine Radeon HD 4870.
Übertakten
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Obwohl die Zotac GeForce GTX 260 AMP! bereits von Haus aus mit höheren Taktraten daher kommt, ist bei unserem Exemplar das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Die TMU-Domäne konnten wir um weitere 81 MHz auf 729 MHz steigern, während die Shadereinheiten auch noch mit 1.512 MHz (+108 MHz) ohne Schwierigkeiten ihren Dienst verrichteten. Die Frequenz des Speichers ließ sich um weitere 47 MHz auf 1.100 MHz erhöhen. Damit rendert der 3D-Beschleuniger im Durchschnitt nochmals um etwa neun Prozent schneller.
Während MSI bei der Radeon HD 4870 OC einen etwas zögerlicheren Weg beschreitet und die Taktraten gegenüber dem herkömmlichen Modell nur marginal hoch schraubt, geht Zotac bei der GeForce GTX 260 AMP! aggressiver zu Werke. Die Grafikkarte kann sich im Durchschnitt um gute elf Prozent von einer Referenzkarte absetzen, was durchaus den Unterschied zwischen spielbar und nicht spielbar ausmachen kann. Doch muss der Kunde dafür auch einen Aufpreis von fast 40 Euro gegenüber der Standard-Version bezahlen.
Davon abgesehen erhält der Käufer mit der GeForce GTX 260 AMP! eine ordentliche Grafikkarte mit einer rundum gelungenen Ausstattung, die der Ursprungsversion sehr ähnlich ist. Die Lautstärke ist identisch, die Leistungsaufnahme unter Last logischerweise jedoch etwas höher. Schnell ist die Zotac GeForce GTX 260 AMP! ohne Zweifel, sogar etwas schneller als eine Radeon HD 4870. Jedoch spielen beide 3D-Beschleuniger auch in einer anderen Preisklasse, was den Vorteil wieder relativiert.