Vergangenen Herbst trug der kanadische Grafikkarten-Spezialist ATi die wenig erfolgreiche Radeon-HD-2900-Generation zu Grabe und präsentierte mit der Radeon HD 3800 im Zuge dessen eine weitaus überzeugendere Generation. Die mit der jüngsten Produktfamilie ebenfalls neu strukturierte Nomenklatur [1], unter der die aktuellen ATi-Grafikkarten seitdem vermarktet werden, stand letztlich nicht so sehr für einen großen Sprung in der Grafikleistung, sondern sollte vielmehr das schlechte Image von einer lauten, leistungshungrigen, teuren und daher nicht so recht überzeugenden Architektur der Radeon HD 2900 vergessen machen – und das tat sie.
Die Radeon HD 3870 und die etwas langsamer getaktete HD 3850 überzeugen durch eine solide Grafikleistung, eine moderne und relativ energieeffiziente Architektur sowie einen aus dem Mobil-Sektor rekrutierten Stromsparmechanismus namens PowerPlay. Der kalifornische Konkurrent Nvidia wusste, dass ATi keinen Rohrkrepierer vorstellen würde und dank des gesunden Konkurrenzkampfes präsentierte man wenig später eine GeForce 8800 GT mit unerwartet hohen Taktfrequenzen, die selbst ihre größeren Geschwister, die 8800 GTS und GTX, in der einen oder anderen Disziplin alt aussehen ließ. Doch war sie das, Nvidias Antwort auf ATis gelungene Neuvorstellung? Bei Nvidia blieb man jedenfalls im Gegensatz zu ATi bei der bestehenden Produktgeneration, der GeForce 8. Was sich die Hersteller bei ihren jüngsten Umstrukturierungen und Neuvorstellungen unter alter oder teilweise auch neuer Produktbezeichnung gedacht haben, können wir letzten Endes nur vermuten. Die wahre Antwort auf die Radeon HD 3800 scheint rückblickend jedoch nicht die auf dem Grafikchip vom Typ G92 basierte GeForce 8800 GT zu sein, sondern vielmehr ein auf Preis-Leistung optimierter und daher auch im Vergleich zum G92 architektonisch beschnittener G94 – in Form der GeForce 9600 GT – zu sein.
So sieht er also scheinbar aus, der Konkurrenzkampf in der Mittelklasse – ausgetragen auf den Schultern der ATi Radeon HD 3800 und der Nvidia GeForce 9600 GT. Im ATi-Lager erscheint vor allem eine Radeon HD 3850 interessant, da sie architektonisch einer HD 3870 gleicht und nur langsamer taktet. Nach ATi-Referenz wurde sie zwar mit nur 256 MB Grafikspeicher konzipiert; Hersteller-Adaptionen mit 512 MB sind inzwischen jedoch keine Seltenheit mehr. Keine schlechten Voraussetzungen also, um theoretisch durch simple Taktsteigerung eine Radeon HD 3850 mit 512 MB zu einer HD 3870 zu machen.
Der Grafikchip der Radeon HD 3800 ist der RV670. Er wird in einer modernen Strukturbreite von 55 nm gefertigt und hat bislang mit relativ hohem Taktpotential überzeugen können. Doch auch der in 65 nm gefertigte G94 einer GeForce 9600 GT ist in dieser Hinsicht kein Kind von schlechten Eltern. Inwiefern also auch die Qualität der Grafikplatine und der darauf verbauten Speicherchips, sowie eine gute Kühlung der Komponenten eine Rolle beim Kampf um die Leistungskrone in der Mittelklasse spielen könnten, soll dieser Artikel hinterfragen und, soweit möglich, klären. Hierzu haben wir drei hochkarätige Testkandidaten aus dem Hause Asus am Start: Eine Asus EN9600GT Top tritt gegen eine EAH3850 Top und eine EAH3850 OC Gear an. Alle Modelle werden vom Asus „Glaciator“ mit einem 75-mm-Axiallüfter gekühlt und verfügen über 512 MB GDDR3 Grafikspeicher.
Bevor wir im Einzelnen einen genaueren Blick auf die drei Grafikkarten von Asus werfen, kann sich jeder, der interessiert ist, anhand der folgenden Tabelle einen Überblick über die technischen Daten der Testkandidaten sowie relevanter Referenz-Modelle verschaffen.
| Asus EAH3850 OC Gear | Asus EAH3850 Top | ATi Radeon HD 3870 | Nvidia GeForce 9600 GT | Asus EN9600GT Top | Nvidia GeForce 8800 GT | |
| Chip | RV670 | RV670 | RV670 | G94 | G94 | G92 |
| Transistoren | ca. 666 Mio. | ca. 666 Mio. | ca. 666 Mio. | ca. 505 Mio. | ca. 505 Mio. | ca. 754 Mio. |
| Fertigung | 55 nm | 55 nm | 55 nm | 65 nm | 65 nm | 65 nm |
| Chiptakt | 670 MHz * | 730 MHz | 775 MHz | 650 MHz | 720 MHz | 600 MHz |
| Shadertakt | 670 MHz * | 730 MHz | 775 MHz | 1625 MHz | 1800 MHz | 1512 MHz |
| Shader-Einheiten (MADD) | 64 (5D) | 64 (5D) | 64 (5D) | 64 (1D) | 64 (1D) | 112 (1D) |
| ROPs | 16 | 16 | 16 | 16 | 16 | 16 |
| Pixelfüllrate | 10720 MPix/s | 11680 MPix/s | 12400 MPix/s | 10400 MPix/s | 11520 MPix/s | 9600 MPix/s |
| TMUs | 16 | 16 | 16 | 32 | 32 | 56 |
| Texelfüllrate | 10720 MTex/s | 11680 MTex/s | 12400 MPix/s | 20800 MTex/s | 23040 MTex/s | 33600 MTex/s |
| TAUs | 32 | 32 | 32 | 32 | 32 | 56 |
| Shader-Model | SM 4.1 | SM 4.1 | SM 4.1 | SM 4.0 | SM 4.0 | SM 4.0 |
| Speichermenge | 512 MB GDDR3 | 512 MB GDDR3 | 512 MB GDDR4 | 512 MB GDDR3 | 512 MB GDDR3 | 512 MB GDDR3 |
| Speichertakt | 830 MHz * | 950 MHz | 1125 MHz | 900 MHz | 1000 MHz | 900 MHz |
| Speicherinterface | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit |
| Speicherbandbreite | 53120 MB/s | 60800 MB/s | 72000 MB/s | 57600 MB/s | 64000 MB/s | 57600 MB/s |
* Die Taktfrequenzen der OC-Gear-Edition entsprechen ab Werk den Referenzwerten einer ATi Radeon HD 3850. Erst durch ein mitgeliefertes OC-Gear-Display (5,25"-Schacht) soll manuell weiteres Taktpotential erschlossen werden.
Die Asus EAH3850 OC Gear entspricht in technischer Hinsicht einer ATi Radeon HD 3850 mit 512 MB GDDR3. Der Takt liegt mit 670 MHz Chip- und 830 MHz Speicherfrequenz auf Referenz-Niveau. Mit dem Asus Glaciator als Kühlsystem und Speicherzugriffszeiten, die laut Asus bei nur 0,8 ns liegen, gibt der Hersteller der Grafikkarte jedoch gute Voraussetzungen zur manuellen Übertaktung mit auf den Weg. Unterstrichen wird dies im Falle der OC-Gear-Edition mit einem entsprechenden Front-Display. Dieses ist für den Einbau in einen freien 5,25"-Laufwerksschacht konfektioniert und gibt dem Benutzer mit Hilfe eines Drehknopfes Kontrolle über Chip- und Speichertakt sowie die Lüfterdrehzahl des Glaciator-Kühlers.
Zum Glaciator-Kühlsystem gehört nicht nur der GPU-Kühler mit einem 75-mm-Axiallüfter: Bei vielen, jedoch nicht allen Modellen, ist noch ein schicker Kühlkörper auf den Spannungswandlern zu finden – so auch bei der OC-Gear-Edition. Generell mutet die Verarbeitung der Karte hochwertig an. Auf den DVI-Ausgängen, dem TV-Out sowie der CrossFire-Schnittstelle sitzen transparente Schutzkappen aus Kunststoff. Die acht verlöteten GDDR3-Speicherchips wurden von Hynix mit der Produktbezeichnung HY5RS123235BFP-08 gefertigt. Die sich dahinter verbergende Spezifikation verspricht bei 2,05 Volt eine Zugriffszeit von 0,8 ns, aber nur eine reale Taktfrequenz von 1.200 MHz – werbewirksam wird die Zugriffszeit hier also von 0,83 ns auf 0,8 ns abgerundet, was theoretisch 1.250 MHz entsprochen hätte.
Zum Lieferumfang gehören das bereits genannte OC-Gear-Display inklusive eines zugehörigen Handbuchs und einer entsprechenden CD mit Treibern und Anwendungen sowie eine Ledertasche zur Aufbewahrung oder zum Transport von maximal 16 CDs. Der weitere Lieferumfang besteht aus Standardbeigaben wie einem Installationshandbuch (gedruckt und auf CD) für die Grafikkarte, einer Treiber-CD, einer CrossFire-Brücke, einem DVI-auf-VGA-Adapter, einem DVI-auf-HDMI-Adapter, einer TV-Out-auf-Cinch-Peitsche und einem 4-Pol-zu-PCIe-6-Pol-Adapter.
Neben den Taktfrequenzen und der Lüfterdrehzahl kann mit dem OC-Gear-Display die Systemlautstärke wie bei einer HiFi-Anlage über den Drehknopf gesteuert werden. Zu den genannten Einstellwerten gesellt sich außerdem die Ausgabe der Bildwiederholungsrate (FPS) und der GPU-Temperatur auf dem Display. Hierbei ist die FPS-Angabe jedoch der einzige in alphanumerischer Form ausgegebene Wert – der Status der restlichen Werte wird lediglich mit LEDs dargestellt. Die Kommunikation zwischen System und Display erfolgt über den USB-Standard: Ein mitgeliefertes Kabel verbindet die Komponente intern mit entsprechenden USB-Headern auf dem Mainboard. Zur Inbetriebnahme des Displays ist die Installation eines Treibers sowie der beiden Asus-Tools SmartDoctor und GamerOSD erforderlich. Letzteres soll die Anzeige der FPS-Werte auf dem Display ermöglichen, während SmartDoctor die Softwarebasis für die übrigen Werte und Einstellmöglichkeiten des Displays bereit stellt. Damit das OC-Gear-Display funktionieren kann, müssen die beiden Tools daher stets geöffnet beziehungsweise im System-Tray abgelegt sein. Sobald SmartDoctor geschlossen ist, erlischt das LED-Display.
Zu unserer Enttäuschung glückte die Ausgabe des FPS-Werts auf dem LED-Display bei unserem Testsystem mit Windows Vista nicht. Weiterhin kam es mit SmartDoctor und GamerOSD zu teilweise drastischen Systemrucklern, sowohl unter Windows als auch im Spielbetrieb. Neben der Tatsache, dass man mit einer Darstellung mittels Status-LEDs nur eine qualitative, nicht aber eine quantitative Aussage über Taktfrequenz, Temperatur und Lüfterdrehzahl erhält, degenerierte das OC-Gear-Display aufgrund der Inkompatibilitäten seitens der Software im Laufe des Testbetriebs gänzlich zu einem optischen Gimmick: Eine nette Art, den Betriebszustand der Grafikkarte zu visualisieren plus die Möglichkeit, an der Systemlautstärke drehen zu können. Weitere Einstellungen nahmen wir im Endeffekt hauptsächlich wie gewohnt mit dem Freeware-Tool RivaTuner vor, dessen Änderungen das LED-Display übrigens ohne Probleme jederzeit konsequent übernahm und darstellte. Um brauchbare Messwerte zu erzielen, musste das Display jedoch ob der genannten Schwierigkeiten letztlich aus dem System weichen.
Auch die Asus EAH3850 Top ist ein Vertreter der Radeon HD 3850 mit 512 MB. Als Top-Edition verlässt diese jedoch das Werk mit einem übertakteten BIOS. So läuft der Chiptakt der EAH3850 Top mit 730 MHz statt der üblichen 670 MHz und der Speichertakt wurde von 830 MHz auf 950 MHz angehoben. Sie sieht der EAH3850 OC Gear zum Verwechseln ähnlich. Auch die verbauten Speicherchips sind identisch und versprechen somit ein Taktpotential von etwa 1.200 MHz. Bis auf das PCIe-Interface werden die Schnittstellen der Karte mit Kunststoffkappen geschützt und das Glaciator-Kühlsystem harmoniert mit seinen kupfernen Farben gut mit dem roten PCB der Grafikkarte.
Der Lieferumfang der EAH 3850 Top ist bis auf die Ledertasche, die bis zu 16 CDs aufnehmen kann, Standard: Asus beschränkt das Zubehör auf ein Installationshandbuch (gedruckt und auf CD) für die Grafikkarte, eine Treiber-CD, eine CrossFire-Brücke, einen DVI-auf-VGA-Adapter, einen DVI-auf-HDMI-Adapter, eine TV-Out-auf-Cinch-Peitsche und einen 4-Pol-zu-PCIe-6-Pol-Adapter.
Das Gegenstück zu den beiden ATi-Konkurrenten stellt die Asus EN9600GT Top dar. Es handelt sich um eine übertaktete GeForce 9600 GT mit 512 MB GDDR3 Grafikspeicher. Die Taktwerte liegen bei 720 MHz Chip-, 1.800 MHz Shader- und 1.000 MHz realem Speichertakt. Sie heben sich somit relativ deutlich von den Referenz-Werten mit 650/1.625/900 MHz ab. Hersteller der auf der EN9600GT Top integrierten Speicherchips ist hier Samsung. Hinter der kryptischen Aufschrift K4J52324QE-BJ1A verbirgt sich die Spezifikation der Chips. Diese sieht eine Zugriffszeit von 1,0 ns beziehungsweise eine Taktfrequenz von 1.000 MHz bei 1,9 Volt (+/- 0,1 V) vor.
Interessant an der EN9600GT Top ist der Umgang von Asus mit dem Thema HDMI-Kompatibilität, denn prinzipiell stellt eine GeForce 9600 GT im Gegensatz zur Radeon HD 3800 lediglich ein HDMI-fähiges Videosignal zur Verfügung, nicht aber den zugehörigen Ton. Auf der Platine der EN9600GT Top ist jedoch ein simpler 2-poliger Anschluss zu finden, der über ein zum Lieferumfang gehörendes Kabel das S/PDIF-Signal vom Mainboard oder von einer dedizierten Soundkarte abgreifen kann, um dieses zusammen mit dem Videosignal über die HDMI-Schnittstelle eines ebenfalls mitgelieferten DVI-auf-HDMI-Adapters bereit zu stellen. Der weitere Lieferumfang beschränkt sich auf einen DVI-auf-VGA-Adapter, eine TV-Out-auf-Cinch-Peitsche sowie einen 4-Pol-zu-PCIe-6-Pol-Adapter. Dazu gesellen sich noch das obligatorische Installations-Handbuch (gedruckt und auf CD), ein Flyer zu „S/PDIF via HDMI“ und eine Treiber-CD.
Das Testsystem ist sehr leise, sodass sich insbesondere im Windows-Betrieb auch leise Grafikkarten noch vom grundlegenden Geräuschpegel abheben. Insgesamt laufen ungeachtet der Grafikkarte drei Scythe Minebea 120-mm-Lüfter im System, wovon einer im Netzteil sitzt und mit nicht mehr als 600 U/min rotiert. Die anderen beiden Lüfter – einer auf dem CPU-Kühler und einer im Heck des Gehäuses – machen je nach CPU-Temperatur 600 bis 800 U/min. Die Festplatte wird mit einem Smart Drive 2002C von Grow Up Japan gänzlich zum Schweigen gebracht.
Treibereinstellungen: ATi-Grafikkarten
Treibereinstellungen: Nvidia-Grafikkarten
Um die Grafikkarten maximal zu belasten, werden die Benchmarks jeweils in ihren höchsten Detailstufen durchlaufen. Die einzige Ausnahme hiervon stellt Crysis dar: Das Spiel wird aufgrund seiner hohen Ansprüche mit der globalen Detailstufe „High“ getestet.
Company of Heroes wird mit dem integrierten Benchmark getestet. In Call of Juarez und S.T.A.L.K.E.R. werden Spielszenen mit FRAPS gemessen. Die Grafik-Engine von S.T.A.L.K.E.R. nutzt sogenanntes Deferred Shading und ist daher nicht kompatibel zum gewohnten hardware-basierten Anti Aliasing. Seitens der Treibereinstellungen testen wir S.T.A.L.K.E.R. daher nur mit 1xAA/1xAF und 1xAA/16xAF. Da der von Crytek bereitgestellte Flyby als GPU-Benchmark nur bedingt interessant ist bzw. die GPU-Last durch die ruckelige Kameraführung von einer relativ starken CPU-Last überschattet wird, testen wir Crysis mit einer von uns im Abschnitt „Ice“ aufgezeichneten Timedemo. In World in Conflict wird die Darstellung einer Introsequenz mit FRAPS gemessen, da es um die Aussagekraft des integrierten Benchmarks nicht so gut bestellt ist.
1280x1024
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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1280x1024 4xAA/16xAF
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Um die Grafikkarten maximal zu belasten, werden die Benchmarks jeweils in ihren höchsten Detailstufen durchlaufen. Die einzige Ausnahme hiervon stellt Crysis dar: Das Spiel wird aufgrund seiner hohen Ansprüche mit der globalen Detailstufe „High“ getestet.
Company of Heroes wird mit dem integrierten Benchmark getestet. In Call of Juarez und S.T.A.L.K.E.R. werden Spielszenen mit FRAPS gemessen. Die Grafik-Engine von S.T.A.L.K.E.R. nutzt sogenanntes Deferred Shading und ist daher nicht kompatibel zum gewohnten hardware-basierten Anti Aliasing. Seitens der Treibereinstellungen testen wir S.T.A.L.K.E.R. daher nur mit 1xAA/1xAF und 1xAA/16xAF. Da der von Crytek bereitgestellte Flyby als GPU-Benchmark nur bedingt interessant ist bzw. die GPU-Last durch die ruckelige Kameraführung von einer relativ starken CPU-Last überschattet wird, testen wir Crysis mit einer von uns im Abschnitt „Ice“ aufgezeichneten Timedemo. In World in Conflict wird die Darstellung einer Introsequenz mit FRAPS gemessen, da es um die Aussagekraft des integrierten Benchmarks nicht so gut bestellt ist.
1680x1050
Angaben in Prozent
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1680x1050 4xAA/16xAF
Angaben in Prozent
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In einem Performancerating zusammengefasst, machen die Benchmarks deutlich, dass auch die EAH3850 Top trotz ihrer Übertaktung kaum an eine gewöhnliche GeForce 9600 GT heran kommt. Die beiden Kontrahenten trennt immer noch ein Leistungsunterschied von mehr als zehn Prozent. Die Top-Edition der 9600 GT schickt sich indes an, einer GeForce 8800 GT Konkurrenz zu machen. Ihr fehlen durchschnittlich sechs Prozent an Leistung, um sich mit der großen Schwester auf Augenhöhe messen zu können.
Performancerating
Angaben in Prozent
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Da Übertaktungsversuche und damit verbundene Leistungssteigerungen stets unterschiedlich ausfallen können, wollen wir bereits an dieser Stelle einen Überblick über das Preis-Leistungs-Verhältnis geben. Die Übertaktbarkeit sowie periphäre Messungen haben in dieser Rangfolge nichts zu suchen, werden aber sehr wohl ihre Berücksichtigung im abschließenden Fazit des Artikels finden. Grundlage für die Rangfolge sind das Performancerating sowie der jeweils günstigste Preis eines verfügbaren Angebots. Die Preise wurden über den Preisvergleich von geizahls.at [6] ermittelt (Stand: 30. April). Die Performance dividiert durch den Preis ergibt eine Punktzahl und in Abhängigkeit zur höchsten Punktzahl, die automatisch mit 100 % angesetzt wird, ergeben sich dann die übrigen Verhältnisse.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Angaben in Prozent
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Insbesondere der OC-Gear-Edition sind wir es bislang schuldig geblieben, sie der Prüfung zu unterziehen, für die sie eigentlich konzipiert ist. Die Rede ist natürlich vom Übertakten. Hierbei steigern wir sämtliche Taktfrequenzen separat von einander soweit, bis erste Bildfehler auftreten. Danach wird auch die Kombination der Maxima aus Chip-, Shader- und Speichertakt auf Bildfehler getestet. Abschließend erfolgen einige repräsentative Benchmarks, um die damit einhergehenden Leistungssteigerungen abschätzen zu können.
Übertakten – 1680x1050
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Übertakten – Performancerating
Angaben in Prozent
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Nach den Übertaktungsversuchen ist das Performancerating zu Gunsten der ATi-Modelle enger zusammen gerückt. In der Asus EAH3850 Top und EAH3850 OC Gear steckt in etwa das gleiche Taktpotential, welches den beiden dazu verhilft, zur GeForce 9600 GT aufzuschließen. Doch auch die Asus EN9600GT Top hielt noch ein paar Taktreserven bereit, sodass diese einer GeForce 8800 GT gefährlich nahe kommen konnte.
Die beiden Radeon HD 3850 haben insgesamt den größeren Satz nach vorne machen können. Auch das Ziel, aus den HD 3850ern eine Radeon HD 3870 zu machen, wurde fast erreicht. Es bleibt jedoch festzustellen, dass sie trotz ihrer schnellen Speicherchips hinter unseren Erwartungen blieben. Laut Spezifikation hätten 1.200 MHz realer Speichertakt problemlos machbar sein müssen. Doch auch das PCB spielt für den Speichertakt eine Rolle und letzten Endes darf man sich auch fragen, ob die Chips nicht vielleicht vorsätzlich mit weniger als den von Hynix vorgesehenen 2,05 Volt versorgt werden, sodass der Speichertakt einer Radeon HD 3870 von 1.125 MHz nicht übertroffen werden kann.
Neben den reinen Leistungsmessungen sind heutzutage auch sekundäre Aspekte wie die Betriebstemperatur, die Lautstärke und der Energieverbrauch von Bedeutung. Die folgenden Messungen zeigen, wie sich die drei Testkandidaten in dieser Hinsicht schlagen. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Benchmarks geht es nun darum, möglichst niedrige Werte zu erzielen.
GPU-Temperatur
Angaben in °C
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Der Glaciator-Kühler macht seinem Namen alle Ehre – glacier bedeutet zu Deutsch Gletscher – und lässt einen Hauch kühler Gletscherluft über die Grafikkarten wehen. So sorgt er insbesondere auf den beiden Radeon HD 3850 in Verbindung mit ATis Stromsparmechanismus PowerPlay für extrem gute Temperaturen von um die 30 °C im Windows-Betrieb. Unter Last sind es immer noch sehr gute 56 bis 57 °C. Doch auch der G94 der GeForce 9600 GT, welcher ohne Stromsparmechanismen auskommen muss, erwärmt sich unter dem Glaciator durchschnittlich nur um weitere 5 °C. Die maximal erreichte GPU-Temperatur in Verbindung mit dem Glaciator wurde bei der 9600 GT mit 62 °C gemessen. Immer noch ein sehr guter Wert – eine GeForce 8800 GT kommt mit ihrem Single-Slot-Kühler im Nvidia-Referenz-Design schon im Windows-Betrieb mit 64 °C auf eine leicht höhere Temperatur als die Asus EN9600GT Top im Lastfall! Und unter Last distanziert sich die GeForce 8800 GT im negativen Sinne mit 94 °C GPU-Temperatur wiederum noch weiter vom restlichen Testfeld. Kritisch sind jedoch selbst solche Werte nicht für eine Grafikkarte.
Da quasi alle aktuellen Modelle über eine herstellerseitige Lüftersteuerung verfügen, unterscheiden wir bei den Messungen den 2D- und den 3D-Betrieb. Für die Last-Messungen wird der GPU-Benchmark von Crysis in einer Endlosschleife ausgeführt und nach dreißig Minuten die Lautstärke notiert. Beide Messungen werden in einem Abstand von 15 cm zur Grafikkarte durchgeführt. Die Messung erfolgt für das gesamte Testsystem.
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Die Lautstärke-Messungen zeigen, dass der Asus Glaciator nicht der leiseste Vertreter seiner Zunft ist. In Anbetracht der extrem guten Temperaturen wurden hier klar Reserven verschenkt. Der Kühler läuft auf den beiden Top-Editions völlig kompromisslos ohne Lüftersteuerung mit konstant hoher Drehzahl und erzeugt so einen entsprechend hohen Schalldruck. Unter Last ließ sich bei der EAH3850 Top abweichend von den anderen Modellen sogar ein erkennbar höherer Schalldruck messen, was jedoch nicht mehr dem Kühler zuzuschreiben ist, sondern auf ein auffälliges Pfeifen seitens des PCBs beziehungsweise der Komponenten unter Last zurückzuführen ist. Das ist zwar ärgerlich, aber ein Qualitäts-Defizit, das heutzutage relativ vielen Grafikkarten anhaftet. Im Endeffekt bleibt es eine Frage der Serienstreuung, wie sich das eigene Modell nach Inbetriebnahme in dieser Hinsicht verhält.
Die EAH3850 OC Gear hat einen Vorteil gegenüber den Top-Editions. Zwar trägt sie ebenfalls den relativ lauten Glaciator, doch verfügt sie trotz ihrer hohen Ähnlichkeit zur EAH3850 Top über eine integrierte Lüftersteuerung. Diese ist allerdings relativ konservativ programmiert und verhilft der OC-Gear-Edition kaum dazu, sich in der Lautstärke abzusetzen. Der Unterschied ist jedoch messbar und auch hörbar – sie ist sowohl in Windows als auch unter Last etwas leiser und steuert den Lüfter abhängig von der Temperatur. Erwähnenswert bleibt die Lüftersteuerung vor allem deswegen, weil keine der beiden Top-Editions diese simple und doch so wichtige Funktion bieten. Denn mit RivaTuner oder auch dem OC-Gear-Display kann der Lüfter auf absolut silent-taugliche Drehzahlen gedrosselt werden. Ein Luxus, der eigentlich kein Luxus sein sollte, sondern Standard! Unter Last erhöhten sich die Temperaturen im silent-Betrieb gegenüber der automatischen Lüftersteuerung um maximal 15 °C, während die Karte nicht mehr aus dem System heraus zu hören war.
Noch ein paar Worte zur GeForce 8800 GT: Im Windwos-Betrieb kommt es vor, dass man konzentriert und in Ruhe arbeiten möchte. Ein Vorzug, der einem nur mit der 8800 GT zu Teil wurde, weil diese als einzige eine intelligent programmierte Lüftersteuerung nutzt. Die hohen Temperaturen mögen nicht allen Anwendern zusagen, aber sie gehen in Ordnung. Mit einem einfachen Single-Slot-Kühler und einer simplen Lüftersteuerung wurde hier mit wenig Aufwand viel erreicht und das ist eine Ingenieursleistung, die wir an dieser Stelle würdigen möchten. Ganz so kompromisslos wie mit einem Glaciator sollte heutzutage nicht mehr Sorge für das Wohl der PC-Komponenten getragen werden.
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Die Leistungsaufnahme der Grafikkarten wird indirekt über den Gesamtverbrauch des Systems gemessen. An einem Messgerät zwischen Netzteil und Steckdose lesen wir den durchschnittlichen Verbrauch im Windows-Betrieb sowie den Maximalverbrauch unter Last ab.
Die elektrische Leistungsaufnahme spiegelt das wider, was wir bislang an Grafikleistung und Temperatur messen konnten. So zieht die schnellste und heißeste Karte des Testfelds auch am meisten Energie aus der Steckdose: Die GeForce 8800 GT ist in Windows anteilig für einen Gesamtverbrauch von 110 W und unter Last von 214 W verantwortlich. Ihr beschnittener Abkömmling, die GeForce 9600 GT, liegt trotz höherem Takt und auch einer höheren Betriebsspannung nur noch bei 96 W in Windows und bei 173 W unter Last.
Mit einer Radeon HD 3850 verbraucht das System in Windows dank PowerPlay erwartungsgemäß ein gutes Stück weniger. Unabhängig der BIOS-seitigen Übertaktung landen beide Modelle bei einem Verbrauch von 84 Watt, denn PowerPlay taktet ungeachtet der BIOS-Werte auf einen Fixwert herunter, sodass es im Leerlauf keine Unterschiede zu messen gibt. Unter Last macht sich die Übertaktung der EAH3850 TOP mit 192 W gegenüber der EAH3850 OC Gear mit 186 W bemerkbar, welche zum Zeitpunkt der Messung nicht übertaktet war und daher mit Referenztakt lief. Es bleibt leider festzustellen, dass PowerPlay nicht mehr funktionierte, sobald wir mit RivaTuner manuell die Taktfrequenzen veränderten. Wer übertakten und dabei nicht auf PowerPlay verzichten möchte, sollte seine Wunschwerte mit dem ComputerBase ATi BIOS-Editor [7] ins BIOS schreiben und dieses auf die Karte flashen. Die Top-Edition hat gezeigt, dass sich PowerPlay an BIOS-seitiger Übertaktung nicht zu stören scheint.
Die ATi Radeon HD 3850 hat einen schweren Stand gegenüber einer schnellen und kostengünstigen GeForce 9600 GT. Falls man mit dem Gedanken spielt, Leistungsdefizite oder finanzielle Differenzen durch Übertaktung auszugleichen, müssen jedoch fairerweise stets beide Seiten berücksichtigt werden. Im Laufe unserer Tests machten die beiden Asus EAH3850 eine gute Figur und durch Übertaktung von Chip und Speicher gelang es, beide gleichermaßen nahe an das Leistungsniveau einer konkurrierenden GeForce 9600 GT heranzuführen.
Das klingt im ersten Moment relativ interessant, doch die beiden Asus-Derivate einer Radeon HD 3850 stellen jede für sich ein ambitioniertes Produkt dar, die durch aufwendige Kühlung, hochwertige Speicherchips und eine klare Ausrichtung auf Overclocking ihren Preis haben. Genau genommen werden für derartige Grafikkarten etwa 140 Euro fällig, während eine Radeon HD 3870 von der Stange mittlerweile nur noch knapp 120 Euro kostet. Eine gewöhnliche GeForce 9600 GT kostet sogar nur noch gut 100 Euro. Wie sich zeigte, werden sowohl die HD 3870 als auch die GeForce 9600 GT von einer übertakteten HD 3850 eingeholt. Haken an der Sache ist, dass aber auch diese Karten ihrerseits ein nennenswertes Übertaktungspotential bereithalten und das zu einem geringeren Anschaffungspreis.
Hinzu kommt die Tatsache, dass beiden EAH3850 auf ihre spezielle Art und Weise ein fader Beigeschmack anhaftet: Die Top-Edition ist derart kompromisslos auf Overclocking ausgelegt, dass auf eine Lüftersteuerung gänzlich verzichtet wurde, während das Display der OC-Gear-Edition unter Windows Vista selbst mit aktuellsten Tools von der Asus-Homepage nicht überzeugen konnte. Da beide Modelle in etwa zum gleichen Preis lieferbar sind, würden wir uns eher für die OC-Gear-Edition aussprechen, weil man so in jedem Fall ein optisch ansprechendes Display mitgeliefert bekommt und vor allem im Gegensatz zur Top-Edition eine Grafikkarte mit integrierter Lüftersteuerung erhält, die nach den eigenen Vorstellungen beispielsweise mit RivaTuner angepasst werden kann.
Die dritte im Bunde ist eine GeForce 9600 GT – jedoch keine gewöhnliche sondern die Asus EN9600GT Top. Dieses um etwa 10 Prozent übertaktete Modell kostet nicht gut 100 Euro sondern knapp 150 Euro und bietet mit dem Glaciator einmal mehr ein Kühlkonzept mit überzeugender Leistung. Als Highlight des im Sinne des Lieferumfangs recht spärlichen Angebots ist der Trick zur Bereitstellung von „S/PDIF via HDMI“ zu werten. In Anbetracht des Preis-Leistungs-Verhältnisses und des kaum höheren Energiebedarfs in Windows konnte sie sich gegenüber den beiden EAH3850 behaupten. Durch Übertaktung ließ sich die EN9600GT letztlich bis auf das Leistungsniveau einer GeForce 8800 GT treiben. Doch es bleibt wiederum festzustellen, dass auch eine GeForce 8800 GT zur Zeit sehr gut kalkuliert ist und mit circa 125 Euro weitaus weniger als eine übertaktende EN9600GT Top kostet. Außerdem lässt auch die Top-Edition der 9600 GT eine Lüftersteuerung vermissen, was die ohne hin kurze Liste an Extras nicht besser dastehen lässt.
Der Traum, durch einfaches Übertakten mehr Leistung mit bodenständiger Hardware bereitzustellen, ist im Grafikkarten-Sektor nicht so greifbar, wie er sich oft darstellt. Wer aber aus Gewohnheit gerne an der Taktschraube dreht, der wird mit den drei von uns untersuchten Modellen von Asus sicher nicht enttäuscht werden und muss sich bei einem derart leistungsorientierten Kühler in Gestalt des Asus Glaciator kaum Sorgen um die Folgen des Übertaktens machen. Wunder lässt allerdings selbst eine Top-Edition nicht automatisch wahr werden, sodass immer die Frage abzuwägen bleibt, ob man ein hoch gezüchtetes Produkt oder lieber ein etwas von Grund auf potenteres Konzept von der Stange, in Form einer Radeon HD 3870 oder GeForce 8800 GT, kaufen möchte. Da hierbei letzten Endes auch die persönlichen Vorlieben und Erfahrungen eine gewichtige Rolle spielen, soll dieser Artikel nicht die universelle Antwort auf diese Frage geben, sondern dabei helfen, sie zu finden.