Auch wenn ATi die Radeon-HD-2000-Serie mit großen Versprechungen eingeführt hatte, richtig überzeugen konnten die Grafikkarten nie. Dazu waren nicht nur die Konkurrenz aus Kalifornien zu stark, sondern auch die eigenen Produkte zu schwach. Den besten Eindruck hinterließ noch die Low-End-Karte Radeon HD 2400 XT, die als einzige ihren direkten Gegenspieler größtenteils im Griff hatte. Die Radeon HD 2600 XT mit GDDR3-Speicher war ebenfalls noch als brauchbare Alternative zu den Nvidia-Karten zu bezeichnen – in höheren Preisklassen gingen den ATi-Produkten dann jedoch die Argumente aus. Schon die GDDR4-Version der Radeon HD 2600 XT war nur minimal schneller als der kleinere Bruder, dabei aber spürbar teurer. Wieso der Kunde zur schnellsten Radeon HD 2600 XT greifen sollte, bleibt für viele Kunden bis heute ein Rätsel.
Keinen Deut besser (eher noch schlechter) sah es für das „High-End-Modell“ Radeon HD 2900 XT aus. Die Grafikkarte kämpfte für 400 Euro im oberen Preissegment, hatte mit dem Launch-Treiber aber selbst gegen eine GeForce 8800 GTS so ihre Schwierigkeiten. Gegen die GeForce 8800 GTX oder gar die GeForce 8800 Ultra hatten die Kanadier überhaupt keinen Gegner aufgestellt. Es war einige Jahre her, dass ATi mit solchen Problemen zu kämpfen hatte.
Kein Wunder, dass man die Serienbezeichnung „Radeon HD 2000“ schnell wieder vergessen wollte und die Refresh-GPU, den RV670, seit seiner Vorstellung unter der Bezeichnung „Radeon HD 3000“-Serie verkauft. Zum Glück basierte die Umbenennung auf berechtigten Fakten, denn sowohl die Radeon HD 3850 als auch die Radeon HD 3870 konnten in ihrer jeweiligen Preisklasse nicht nur mit den Nvidia-Beschleunigern mithalten, sondern boten auch einige Eigenschaften und Fähigkeiten an, die die Konkurrenz bis heute vermissen lässt. Für die High-End-Käufer hatte ATi aber erneut auch mit der Radeon HD 3870 keine Grafikkarte im Produktportfolio, da sie nur etwas schneller als die Radeon HD 2900 XT ihren Dienst verrichtet. Es blieb also höchste Zeit für ATi, in dieser Hinsicht etwas zu unternehmen.
Die passende Antwort hört nun, gut zwei Monate nach der Vorstellung der HD-3000-Serie, auf den Namen „Radeon HD 3870 X2“, die, lapidar gesagt, nichts anderes als zwei Radeon-HD-3870-Grafikkarten auf einem PCB darstellt. ATi entwickelte eine Platine, die zwei RV670-GPUs auf sich tragen kann, modifizierte leicht die Taktraten und „schon“ hat man endlich eine Grafikkarte in petto, die der Nvidia GeForce 8800 Ultra das Fürchten lehren soll. Als technisches Grundgerüst vertraut ATi bei der Kommunikation der zwei Chips auf die CrossFire-Technologie, die sich mit dem neusten Treiber darüber hinaus weiter verbessert haben soll.
AMD konnte uns für diesen Test freundlicherweise eine ATi Radeon HD 3870 X2 zur Verfügung stellen. Wir wollen die Doppelgrafikkarte auf Herz und Nieren prüfen und sind gespannt darauf, was der neueste Treiber aus der CrossFire-Technologie herausholen kann. Ist die CrossFire endlich so alltagstauglich, dass man die Technik ohne Bedenken auf einer Serienkarte verwenden kann? Und schafft es die Radeon HD 3870 X2, die Nvidia GeForce 8800 Ultra in die Schranken zu weisen? Die nächsten Seiten werden diese und weitere Fragen klären.
Bevor wir uns mit der auf der Radeon HD 3870 eingesetzten R680-„GPU“ und ihrer Architektur im Detail beschäftigen, möchten wir mit den obligatorischen Spezifikationen des neuen Chips starten.
| Radeon HD 2900 XT | Radeon HD 3870 | Radeon HD 3870 X2 | GeForce 8800 Ultra | |
| Logo |
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| Chip | R600 | RV670 | R680 (2x RV670) | G80 |
| Transistoren | ca. 700 Mio. | ca. 666 Mio. | ca. 2x 666 Mio. | ca. 681 Mio. |
| Fertigung | 80 nm | 55 nm | 55 nm | 90 nm |
| Chiptakt | 742MHz | 775 MHz | 825 MHz | 612 MHz |
| Shadertakt | 742MHz | 775 MHz | 825 MHz | 1512 MHz |
| Shader-Einheiten (MADD) | 64 (5D) | 64 (5D) | 2x 64 (5D) | 128 (1D) |
| FLOPs (MADD/ADD) | 475 GFLOPs | 496 GFLOPs | 2x 528 GFLOPs | 581 GFLOPs* |
| ROPs | 16 | 16 | 2x 16 | 24 |
| Pixelfüllrate | 11872 MPix/s | 12400 MPix/s | 2x 13200 MPix/s | 14688 MPix/s |
| TMUs | 16 | 16 | 2x 16 | 64 |
| TAUs | 32 | 32 | 2x 32 | 32 |
| Texelfüllrate | 11872 MTex/s | 12400 MTex/s | 2x 13200 MPix/s | 39168 MTex/s |
| Shader-Model | SM 4 | SM 4.1 | SM 4.1 | SM 4 |
| Hybrid-CF/-SLI | X | X | X | X |
| Speichermenge | 512 GDDR3 | 512 GDDR4 | 2x 512 GDDR3 | 768 GDDR3 |
| Speichertakt | 828 MHz | 1125 MHz | 900 MHz | 1080 MHz |
| Speicherinterface | 512 Bit | 256 Bit | 256 Bit | 384 Bit |
| Speicherbandbreite | 105984 MB/s | 72000 MB/s | 2x 57600 MB/s | 103680 MB/s |
*Die von uns angegebenen GFLOP-Zahlen der G80-Grafikkarten entsprechen dem theoretisch maximalen Output, wenn alle ALUs auf die gesamte Kapazität der MADD- und MUL-Einheiten zurückgreifen können. Dies ist auf einem G80 allerdings praktisch nie der Fall. Während das MADD komplett für „General Shading“ genutzt werden kann, hat das zweite MUL meistens andere Aufgaben und kümmert sich um die Perspektivenkorrektur oder arbeitet als Attributinterpolator oder Special-Function-Unit (SFU). Mit dem ForceWare 158.19 (sowie dessen Windows-Vista-Ableger) kann das zweite MUL zwar auch für General Shading verwendet werden, anscheinend aber nicht vollständig, da weiterhin die „Sonderfunktionen“ ausgeführt werden müssen. Deswegen liegen die reellen GFLOP-Zahlen unter den theoretisch maximalen.
Auf der Radeon HD 3870 X2 verbaut ATi zwei RV670-GPUs, die im CrossFire-Modus miteinander kommunizieren können, um so die Performance der Karte zu erhöhen. Die RV670-Chips sind dabei identisch mit den Rechenwerken auf einer Radeon HD 3850 oder Radeon HD 3870. Somit werden die beiden GPUs auf der Radeon HD 3870 X2 bei TSMC im 55-nm-Verfahren hergestellt und setzen sich aus jeweils 666 Millionen Transistoren zusammen. Zur Erinnerung: Die Architektur des RV670 verblieb an sich größtenteils identisch mit der des R600 auf einer Radeon HD 2900 XT, einzig einige (einflussreiche) Kleinigkeiten hat AMD verbessert.
Der R680 (der Codename für die Kombination der beiden GPUs auf der Doppelkarte) setzt auf zwei mal 64 5D-Vektorshader, die sich im Verhältnis 1:1:1:1:1 aufsplitten können (wobei sie sich dann, ähnlich wie auf dem G8x/G92, wie Skalarshader verhalten). Allerdings müssen die Operationen dafür vollkommen unabhängig voneinander sein. Sind sie hingegen voneinander abhängig, warten einige ALUs auf die Ergebnisse der anderen und stehen still. Der Thread-Scheduler versucht zwar dies zu verhindern und die ALUs mit anderweitigen Aufgaben zu belegen, doch ist dazu eine Menge Treiberoptimierung von Nöten. Jede ALU kann auf dem R680 eine MADD-Operation (Multiply-ADD) pro Takt durchführen. Darüber hinaus setzt die ATi Radeon HD 3870 X2 auf 2 x 16 Textureinheiten, die pro Takt 16 Pixel texturieren und 32 Pixel adressieren kann (beziehungsweise 32 und 64 Pixel). Diese zum G80 gegensätzliche Verhältnis soll vor allem in Direct3D-10-Anwendungen von Vorteil sein.
Die Anzahl der ROPs liegt ebenfalls bei 2 x 16. Pro Takt können 32/64 Z-Operationen (Sichtbarkeitsprüfungen von Pixel, die je nach Ergebnis gar nicht erst gerendert werden) ausgeführt werden. Das Multi-Sampling-Shader-Resolve wird auf dem R680 wie auf dem Vorgänger R600 selbst für einfache Anti-Aliasing-Modi mit dem Box-Filter in den Shadereinheiten durchgeführt. Normalerweise ist dies Aufgabe der ROPs, was auf dem R600/RV670/R680 aber nicht funktioniert. Ob dies nun Absicht von ATi, oder ein Fehler im Chipdesign ist, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Die GPU taktet auf der Radeon HD 3870 X2 mit 825 MHz, was spürbar höher als die Frequenz auf der Radeon HD 3870 (775 MHz) liegt. Das Speicherinterface ist auf der Grafikkarte pro Chip 256 Bit breit. Der Speicher taktet mit 900 MHz (Radeon HD 3870: 1125 MHz, GDDR4). Die Speicherbandbreite ist im Gegensatz zu den Taktraten pro GPU also geringer als auf einer Radeon HD 3870. Auf dem Referenzdesign von ATi werden zwei mal 512 MB verbaut, die sich aus sechzehn 64 Megabyte großen GDDR3-Speicherchips zusammensetzen (pro GPU jeweils 512 MB). Der Speichercontroller auf dem R680 besteht aus acht 64-Bit-Kanälen (vier für jede GPU).
Damit die beiden RV670-Chips im CrossFire-Modus miteinander kommunizieren können, verbaut ATi auf der Radeon HD 3870 X2 einen PCIe-Switch von PLX, der auf den Namen „PEX 8547“ hört. Dieser PCIe-Switch verfügt über insgesamt 48 PCIe-Lanes. 16 Lanes werden für die Ankopplung der Grafikkarte an den PCIe-Slot und jeweils 16 Lanes für die Anbindung der GPUs an den Switch verwendet. Jede einzelne GPU kann also auf die maximale Bandbreite des PCIe-Bus' zurückgreifen, ohne durch eine Auftrennung in zwei Mal acht Leiterbahnen ausgebremst zu werden. Da der PEX 8547 ein PCIe-1.1-Switch ist, ist die Radeon HD 3870 X2 allerdings nur zum älteren PCIe-1.1-Standard kompatibel, obwohl die RV670-Chips durchaus PCIe 2.0 unterstützen. Laut ATi soll es dadurch aber zu keiner Limitierung kommen. Mit PCIe-2.0-Boards funktioniert die Karte selbstverständlich trotzdem.
Da der R680 auf eine nicht speziell modifizierte CrossFire-Technologie setzt, bietet die Radeon HD 3870 X2 die Vor-, aber auch die Nachteile, die ATis Multi-GPU-Technik mit sich bringt. So muss beispielsweise, damit die Performance durch die zweite GPU gesteigert werden kann, ein entsprechendes CrossFire-Profil im Treiber hinterlegt sein. Falls dies nicht der Fall ist, profitiert die Anwendung nicht von dem zweiten Chip. Alternativ kann man dem Treiber per „.Exe-Renaming“ (Umbenennung der Exe-Datei in den Namen der Datei eines unterstützten Spiels) vorgaukeln, dass man ein anderes Spiel, welches CrossFire-Unterstützung bietet, gestartet hat. Aber bei dieser Methode können zu jeder Zeit Fehler auftreten. Hier hoffen wir, dass ATi die CrossFire-Profile in Zukunft schneller aktualisiert.
Im optimalen Fall arbeiten die GPUs im AFR-Modus (Alternate Frame Rendering) zusammen, bei dem jede Grafikkarte an einem eigenen Frame rechnet. In diesem Modus ist die Skalierung am besten, da auch die Geometrie beschleunigt werden kann, was bei den alternativen Render-Modi (Scissor und SuperTiling) nicht der Fall ist. Aufgrund der angewendeten Techniken in heutigen Spielen funktioniert AFR mit dem richtigen Profil aber fast immer.
Einige Leser werden sich vielleicht gewundert haben, warum wir weiter oben im Text nicht einfach die Recheneinheiten der beiden RV670-Chips zusammengezählt, sondern nur jeweils die Anzahl pro GPU erwähnt haben. Dies hängt mit der verwendeten Multi-GPU-Technik zusammen, da leider nicht alle Einheiten verschiedene Operationen ausführen können. Was man unter anderem nicht so ohne Weiteres doppelt zählen kann, ist das Speicherinterface. Auf diesem werden hauptsächlich zwar unterschiedliche Daten pro GPU verschickt, für manche Rendervorgänge benötigen aber beide GPUs dieselben Daten, weswegen die Rechenkerne längst nicht immer mit unterschiedlichen Bits und Bytes gefüttert werden können. Abgesehen davon würde man selbst in diesem Fall keine hundertprozentige Leistungssteigerung erreichen, da unter anderem der CPU-Overhead durch den Treiber viel zu groß ist.
Ein wohl noch viel größeres Problem ist, dass bei heutigen Multi-GPU-Techniken im Speicher der beiden Grafikkerne immer dieselben Daten liegen müssen. Dadurch kann man den Speicher nicht addieren, sondern nur einzeln zählen. Obwohl auf einer Radeon HD 3870 X2 also insgesamt 1024 MB Speicher verbaut ist, kann man nicht mehr als effektiv 512 MB nutzen. Hier sehen wir in Zukunft das größte Verbesserungspotenzial für CrossFire und SLI.
ATi hat CrossFire für die Radeon HD 3870 X2 für sämtliche Mainboards im Treiber frei gegeben. Normalerweise funktioniert CrossFire nur auf AMD- sowie Intel-Chipsätzen. Da dies die Nutzung einer Radeon HD 3870 X2 auf einem Nvidia-Mainboard aber unmöglich machen würde, hat ATi CrossFire auf der Dual-GPU-Karte komplett geöffnet. Im Umkehrschluss kann man CrossFire auf der Grafikkarte aber auch nicht deaktivieren. Auf der Radeon HD 3870 X2 ist darüber hinaus ein CrossFire-Anschluss auf der Platine montiert. Mit einem späteren Treiber, der noch im ersten Quartal dieses Jahres erscheinen soll, wird es damit möglich sein, eine zweite Radeon HD 3870 X2 parallel zur ersten zu verwenden. Damit würden insgesamt vier RV670-GPUs in einem Rechner zusammen arbeiten, was ATi „CrossFire X“ nennt.
Die ATi Radeon HD 3870 unterstützt die Direct3D-10.1-API, die derzeit aber noch in keiner Anwendung Verwendung findet. Auch PowerPlay kommt auf der Radeon HD 3870 X2 zum Einsatz, das die beiden GPUs im 2D-Modus herunter taktet und die Spannung senkt, damit die Grafikkarte Strom sparen kann. Eine GPU komplett deaktivieren kann PowerPlay aber nicht. Der Unified Video Decoder (UVD), der HD-Videomaterial im H.264- und VC-1-Format beschleunigt, wird ebenfalls auf der Radeon HD 3870 X2 verbaut. Das neu entwickelte „Hybrid-CrossFire“ unterstützt der R680 dagegen nicht.
Dem angepeilten High-End-Segment entsprechend, wird Die Radeon HD 3870 X2 einen hohen Preis haben, wobei er die 500-Euro-Marke erstaunlicherweise jedoch deutlich unterbieten wird. PowerColor konnte uns im Vorfeld der Produktvorstellung einen Preis von 410 Euro nennen, für den der 3D-Beschleuniger in Deutschland über die Ladentheke wandern wird. Die Doppelgrafikkarte soll in ausreichenden Stückzahlen verfügbar sein – diesbezüglich warten wir aber besser die nächsten paar Tage ab.
Nachdem die „High-End-Karte“ Radeon HD 2900 XT trotz 512-Bit-Speicherinterface eine recht „kurze“ Grafikkarte war, geht ATi mit der Radeon HD 3870 X2 bei den physikalischen Ausmaßen ans Maximum: Das typisch in Rot gefärbte PCB der Karte misst eine Länge von 28 cm und entspricht somit der Größe einer Nvidia GeForce 8800 GTX oder GeForce 8800 Ultra. Zu größeren Schwierigkeiten beim Einbau in ein normales Towergehäuse sollte es zumeist aber dennoch nicht kommen, da es bei den Nvidia-Karten nur selten zu Beschwerden gekommen ist. Nachmessen, ob nicht irgendein Bauteil doch im Wege steht/liegt, sollte man aber dennoch. Das gesamte PCB ist sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite mit diversen Bauteilen bestückt, Freiräume gibt es kaum.
Auf der ATi Radeon HD 3870 X2 sind zwei Stromanschlüsse verbaut: Ein 6-Pol- sowie ein neuer 8-Pol-Anschluss. Damit die Grafikkarte in Betrieb genommen werden kann, ist es ausreichend, die beiden bekannten 6-Pol-Anschlüsse zu verwenden. Allerdings fehlt einem dann das „Overdrive“-Menü im Treiber, in dem man die Temperaturen einsehen sowie die GPU und den Speicher übertakten kann. Um dieses freizuschalten, muss neben einem 6-Pol- ein 8-Pol-Stecker angeschlossen werden. Auf der Platine findet man darüber hinaus, obwohl bereits zwei RV670-GPUs auf einer Grafikkarte montiert sind, einen CrossFire-Anschluss vor. Dieser ist für „CrossFire X“, sprich vier GPUs durch den Einbau einer zweiten Radeon HD 3870 X2, gedacht. Die dafür notwendige Treiberunterstützung soll noch im Laufe des ersten Quartals dieses Jahres nachgereicht werden.
Beim Kühler handelt es sich um eine mächtige Dual-Slot-Variante, die die gesamte Vorderseite des 3D-Beschleunigers bedeckt. Zu sehen ist von ihr größtenteils der „Lufttunnel“ und der Lüfter. Als Kühlmaterial verwendet ATi hauptsächlich hochwertiges Kupfer. Über den beiden GPUs ist eine recht große Kupferkühlplatte angebracht, die mit diversen Kühllamellen versehen ist, damit der Luftzug die Hitze schneller abtransportieren kann. Da auch der PCIe-Switch eine recht hohe Temperaturentwicklung aufweist, ist er ebenfalls mit einem Kühlkörper bedeckt, der zwischen den beiden GPU-Kühlern liegt.
Der zwei mal 512 MB große VRAM, der von Samsung mit einer Zugriffszeit von einer Nanosekunde produziert wird (acht Module auf der Vorderseite, weitere acht auf der Rückseite des PCBs), wird je nach Lage von einem dünnen Kühlblech oder von einem aufwendigeren Kühlkörper auf niedrige Temperaturen gehalten. Ganz am Ende der Grafikkarte ist der 70 mm große Radiallüfter platziert, der einigen Lesern wohl bekannt vorkommt. Er wurde und wird auch auf der Radeon HD 2900 XT eingesetzt, arbeitet auf der Doppelgrafikkarte zum Glück aber etwas zivilisierter. Der Lüfter zieht die kalte Luft aus dem Gehäuse an, wirbelt sie über die GPU und bläst anschließend die erhitzte Luft durch das Slotblech aus dem Tower heraus.
Der Radiallüfter arbeitet unter Windows angenehm leise, dreht unter Last aber doch hörbar auf. Zwar handelt es sich um ein halbwegs angenehmes, nicht kreischendes Geräusch, leise bleibt die Grafikkarte aber nicht (mehr dazu im Abschnitt Lautstärke). Dank der PowerPlay-Funktion takten sich die GPUs der ATi Radeon HD 3870 X2 unter Windows auf 300 MHz herunter, der Speicher arbeitet aber weiterhin unverändert mit 900 MHz.
Auf dem Slotblech montiert ATi die üblichen zwei Dual-Link-DVI-Ausgänge, die auf der R680-Karte auch bei einer Dual-Link-Auflösung wie 2560x1600 den HDCP-Kopierschutz anwenden können. Aus diesem Grund ist der 3D-Beschleuniger in Kombination mit dem Unified Video Decoder gut für sämtliche HD-Videoformate und Bildschirme geeignet. Ebenso ist ein HDTV-Ausgang vorhanden. Jeder Radeon HD 3870 X2 sollte ein DVI-zu-HDMI-Adapter beiliegen, mit dem es möglich ist, Video- und Audio-Signale über den DVI-Ausgang wiederzugeben. Dabei ist der Adapter mit dem HDMI-1.2-Standard kompatibel, womit eine Dolby-Digital- sowie DTS-Tonspur von einer DVD, Blu-ray oder HD-DVD ausgegeben werden kann. Die neuen Tonformate Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD sowie DTS-HD bleiben jedoch außen vor.
Testsystem:
Folgende Benchmarks kamen während unseres Tests zum Einsatz:
Alle Benchmarks werden mit maximalen Details ausgeführt, damit die Grafikkarte möglichst hoch belastet wird. Als Einstellungen haben wir uns dabei für 1280x1024 und 1600x1200 (sowie 2560x1600 bei Grafikkarten mit 512 MB oder mehr und einer entsprechenden Leistung) entschieden. Damit zollen wir den modernen High-End-Beschleuniger Tribut, die durch ihre Rechenkraft niedrigere Auflösungen als 1280x1024 CPU-limitiert werden lassen. Neben den reinen Auflösungen lassen wir den Benchmarkparcours auch mit 4-fachem (und falls möglich acht-fachem) Anti-Aliasing sowie 16-fachen anisotropen Filter durchlaufen. TSSAA (Nvidia) oder AAA (ATi) zur Glättung von Alpha-Test-Texturen nutzen wir aufgrund von Kompatibilitätsproblemen nicht mehr in unserem Benchmarkparcours.
Achtung: Moderne SLI- und CrossFire-Systeme bieten dem Kunden eine dermaßen gewaltige Rechenleistung, dass selbst der schnellste Prozessor damit hoffnungslos überfordert ist und demzufolge beinahe alle Spiele CPU-limitiert sind, was bei immer schneller werdenden 3D-Beschleunigern ein großes Problem darstellt. Aus diesem Grund lassen wir Testläufe ohne Anti-Aliasing sowie dem anisotropen Filter komplett weg, da diese Qualitätseinstellung für zwei Grafikkarten keine Herausforderung mehr ist. Somit werden die Tests ausschließlich mit 4xAA (beziehungsweise 8xAA) sowie 16xAF in 1280x1024, 1600x1200 und 2560x1600 durchgeführt.
Nach sorgfältiger Überlegung und mehrfacher Analyse selbst aufgenommener Spielesequenzen sind wir zu dem Schluss gekommen, im ForceWare-Treiber für Nvidia-Karten die Qualitätseinstellungen auf High Quality anzuheben, da man nur mit diesem Setting das Texturflimmern effektiv bekämpfen kann – dies trifft aber nur auf die G7x-Generation zu, die G8x-GPUs werden mit den Standardeinstellungen des Treibers getestet, weil die Bildqualität stark zugenommen hat. Zudem ist dieser Modus vergleichbar mit der Einstellung „Catalyst A.I. Standard“ auf den ATi-Pendants, wodurch bei der Bildqualität größtenteils ein Gleichstand erreicht wird.
Treibereinstellungen: Nvidia-Grafikkarten (G7x)
Treibereinstellungen: Nvidia-Grafikkarten (G8x, G9x)
Treibereinstellungen: ATi-Grafikkarten (R(V)5x0)
Treibereinstellungen: ATi-Grafikkarten (R(V)6x0)
Fillrate Tester
VillageMark
Villagemark v2.1
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Fablemark
Fablemark v1.0
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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ShaderMark
D3DRighmark Beta 4
Die allseits bekannte Benchmarkserie von Futuremark ist mittlerweile in der Version 2006 erschienen und hört dementsprechend auf die Bezeichnung „3DMark06“. Von den sechs Testszenen messen vier Sequenzen die Performance der Grafikkarte und zeigen eine Grafikpracht, die ihres gleichen sucht. Um jene zu erreichen setzen die Finnen auf modernste 3D-Technologie, weswegen nicht nur massiv das Shader-Model 3.0 verwendet wird, auch extrem aufwendige Texturen, spektakuläre Partikeleffekte, komplexe Schattenberechnungen und als weiteres Highlight „High Dynamic Range Rendering“ – kurz HDRR – werden eingesetzt. Dabei setzt Futuremark auf FP16-HDR, das die derzeit Best mögliche Bildqualität liefert, aber auch aufwendig zu berechnen ist. Somit können Grafikkarten ohne FP16-Blending-Einheiten, unter anderem die X8x0-Serie von ATi, zwei Testszenen nicht ausführen, weswegen die Punktzahl dieser GPUs generell niedrig ausfällt. Darüber hinaus können nur Grafikkarten, die MSAA auf ein FP16-Rendertarget ausführen können, die HDRR-Sequenzen mit Anti-Aliasing berechnen. Grafikkarten ohne diese Fähigkeit erzeugen bei Einsatz von Kantenglättung keine Punktzahl und werden deswegen nicht berücksichtigt. Weitere Details zu diesem Programm gibt es in einem unserer ausführlichen Artikel. [25]
3DMark06 – 1280x1024
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