Mit dem Schlagwort Komplett-PC assoziiert man zumeist die schnuckeligen Konstruktionen aus Elektronikfachgeschäften wie dem Media Markt, von Distributoren wie Dell oder Discountern wie Aldi, die häufig mit wohlklingenden Prozessorleistungen oder Festplattenkapazitäten die weniger versierten Müllers und Meiers dieser Welt umwerben. Nicht selten sind diese Computer direkt auf wenige, plakative Hardwarekomponenten ausgelegt und werden im Detail stark vernachlässigt. Und selbst wenn die kompletten Ausstattungsdaten zu stimmen scheinen: Auf die Betriebslautstärke der hochgezüchteten Pentium-4-Rechenknechte legen nur die wenigsten OEM-Hersteller wirklichen Wert und was im Tumult der Ladenpräsentation noch recht leise surrte, entpuppt sich in heimischen Gefilden als laut fauchender Schreibtischtiger, der aufgrund einschränkender Konstruktionen, mangelnden Platzangebotes oder heißspornender Komponentenwahl nur mit sehr großem Aufwand und Geldeinsatz auf ein erträgliches Lärmmaß getrimmt werden kann. Dass das Arbeiten unter diesen Umständen nicht nur wenig Spaß macht, sondern sich auch stressverursachend, leistungssenkend und aggressivitätsfördernd auf das menschliche Gemüt niederschlägt, ist weitreichend bekannt.
Doch was soll man tun, wenn die eigene Zeit oder das persönliche Know-How nicht genügen, selbst einen leistungsstarken Flüster-PC zu kreieren? Computerlos sterben wäre eine Lösung, sich vertrauensvoll auf die Suche nach einem wirklich leisen Rechner begeben, der den eigenen Ansprüchen in allen Punkten gerecht wird, ist sicher die bessere Variante. Genau aus diesem Grund möchten wir von ComputerBase uns heute einem professionell vorkonfigurierten Komplett-Rechner widmen, der uns als Aushängeschild der aufstrebenden Silent-Spezialisten der Firma Besser-Leise Computertechnik übermittelt wurde. „So leise wie möglich, so leistungsstark wie nötig“, so lautet das Kredo der jungen Firma aus Oldenburg, die sich nach lokalem Erfolg nun auch bundesweit mit ihren vorgetesteten Geräuschlos-Systemen durchsetzen will. Wir zeigen, ob die Besser-Leise-PCs wirklich das Zeug dazu haben.
Das Online-Angebot [1] von Besser-Leise zeigt eine ausgewogene Bandbreite von speziell aufeinander abgestimmten PC-Systemen, die vom Basis-PC für 600 Euro über den schicken Wohnzimmer-PC bis hin zur High-End-Spiele-Maschine alle Bedürfnisse an einen mustergültigen Silent-PC befriedigen sollten. Auf persönliche Veränderungswünsche kann dabei aber genau so Rücksicht genommen werden wie auf das Verlangen nach einem maßgeschneiderten Personal-Computer. Ob komplett lüfterlos, semi-passiv oder Ein-Lüfter-System: Die Mannen von Besser-Leise testen die besten Konfigurationen für den Kunden aus.
| Besser-Leise „Ultimo“ | |
| Prozessor | AMD Athlon 64 3500 + (2,2 GHz), Sockel 939, Venice |
| Motherboard | Asus A8N SLI Premium, nVidia nForce 4 SLI |
| Grafikkarte | Sapphire Radeon X800 XL PCIe 512 MB |
| Soundkarte | Creative Soundblaster Audigy 2 ZS |
| Arbeitsspeicher | 2 x 512 MB Samsung DDR400 CL3 |
| Netzteil | Fortron 350 Watt, 120 mm, Papst 4412 F2GL, temperaturgeregelt |
| DVD-Brenner | 2 x NEC 3540A, schwarz |
| Diskettenlaufwerk | NEC FD - 1231H, schwarz |
| Festplatten | 2 x Samsung SP2504C, 250 GB, SATA II |
| Gehäuse | Cooler Master Centurion 530 Midi-Tower, schwarz |
| Gehäuselüfter | Papst F2GLL, 120 mm |
| Dämmung | Noiseblocker NB-Evolution Flat |
| Kühlhardware | Scythe NCU-2000 Passiv-Prozessorkühler BeQuiet Polar-Freezer Passiv-VGA 2 x Zalman HDD Heatpipe ZM-2HC2 HDD- Entkoppler |
| Gesamtgewicht | 16,9 Kg |
| Komplettpreis | 1750 Euro [2] |
Die Verkabelung der PC-Innereien wurde, soweit es aufgrund der Fülle von Strängen auf engem Raum möglich war, sauber mit einer Vielzahl festgezurrter Kabelbinder gebündelt. Diese erschweren es allerdings, einzelne, bei Bedarf benötigte Leitungen schnell nutzen zu können, da sie zunächst durchtrennt und durch neue ersetzt werden müssten. Auch wäre die Verwendung von IDE-Rundkabeln für den Datentransfer zwischen den DVD-Brennern und dem Motherboard wünschenswert, um den seichten Luftstrom zu den Festplatten etwas weniger abzuschwächen.
Zum Lieferumfang des Besser-Leise-PCs gehören neben den obligatorischen Treiber-CDs der jeweilig eingebauten Komponenten ein Kaltgeräte-Netzkabel sowie diverse Kabeladapter und Peitschen für die multimediale Verwendung der Grafikkarte. Ein spezielles Software-Paket oder Betriebssystem ist serienmäßig nicht vorgesehen, kann bei Bedarf aber natürlich zugekauft werden.
Die feine Hardware findet Platz im kompakten Cooler-Master Centurion 530. Der stählerne Midi-Tower mit den Maßen 495 x 235 x 460 mm (L x B x H), dessen matt-schwarze Außenhaut sich unverständnisvoll und anfällig gegenüber fiesen Fettfingerattacken präsentiert, bietet serienmäßig zwei 120-mm-Lüftervorrichtungen, wobei lediglich der hintere im Besser-Leise-PC bestückt wurde. Die edel anmutende Vorderpartie des Gehäuses wird von stilvoller Aluminium-Lochblechoptik dominiert, die von den beiden silber-grauen Seitensäulen sowie dem Centurion-Logo extravagant aufgelockert wird. Um die Einheit des Outfits zu wahren, verschwinden die optischen Laufwerke anstatt verdeckt von einer Tür hinter den zum Teil per Federmechanismus ausklappbaren Laufwerkblenden.
Im oberen Bereich der Front sind die obligatorischen Bedienelemente auf einer eingelassenen Aluminiumfassung angebracht und damit jederzeit sehr gut erreich-, aber leider nicht versteckbar. Beim schweifenden Blick zu den Seitentüren überkommt uns derweil die gewohnte Ernüchterung. Warum nur verschandeln die Gehäusedesigner ihre fensterlosen Sprösslinge immer wieder mit diesen sinnfreien Lüftereinlässen in den Wänden? Beim Ultimo sind sie freilich von innen mit Dämmmaterial überzogen, ästhetische Perfektion ist dies aber nicht.
Im Interieur hält der Ultimo mit je einem freien 5,25"- und 3,5"-Einschub nur begrenzte Erweiterungsmöglichkeiten bereit. Dafür erweist sich das rückseitige Anschlusspanel als überaus potent und leitet neben den spezifischen Möglichkeiten des Mainboards nützliche Zusätze wie etwa zwei S-ATA- und einen 4-Pin-Stromanschluss nach außen.
Apropos Mainboard. Besser-Leise verpflanzt mit dem Asus A8N SLI Premium ein ungemein leistungsstarkes und gut ausgestattetes Exemplar. Dabei gilt der verwendete nForce 4-SLI Chipsatz von nVidia ob seines hohen Wärmeverlustes nicht unbedingt als Silent-Primus. Asus löst diesen thermischen Engpass dennoch lautlos und setzt auf eine Heatpipekonstruktion, welche die Wärme zu einem kleinen Aluminiumkühlkörper im Bereich des Gehäuselüfter-Luftstromes transportiert - super!
Bis zu vier Gigabyte DDR400-Arbeitsspeicher, Acht-Kanal-Sound (ALC850), Dual-GBit-Ethernet, zehn Mal USB 2.0, Firewire, vier Mal S-ATA-Raid (Silicon Image SiL3114C), zwei IDE-ATA133-Ports, 3x PCI und zwei Mal PCI-Express für Grafikkarten - SLI-Betrieb ohne Selectorkarte per Software - die Funktionsliste des A8N ist ebenso lang wie wohlklingend. Zugegeben, speziell die patentierte SLI-Funktion wirkt aufgrund der eingesetzten ATI-Grafikkarte etwas fehlt am Platz und auch der dem Normalbetrieb durchaus gewachsene Onboard-Sound des nForce 4 wird von der Ultimo-Käuferschaft links liegen gelassen, aber man weiß schließlich gern, was man hat ;-)
Für genügend Rechenleistung sorgt ein 2,2 GHz flotter Athlon 64 3500+ auf Basis des aktuellen 90-nm-Venice. Die Prozessorlinie wird seitens AMD zwar mit einem maximalen Wärmeverlust von 69 Watt betitelt, in der Praxis zeigten unabhängige Messungen aber kaum mehr als 30 Watt Abgabe unter Last. Somit sind die "kleinen" Chips des texanischen Herstellers geradezu prädestiniert zum Einsatz in einem geräuscharmen Computersystem.
Als deutlich Stromhungriger dürfte sich da schon die Sapphire Radeon X800 XL [3] erweisen, die, mit 512 MByte Texturspeicher ausgestattet, jedes aktuelle 3D-Spiel in hoher Bildqualität und Auflösung in reserventrächtiger Geschwindigkeit auf den Bildschirm zaubern können sollte. Dabei wird der verbaute 110-nm-R430 mit 400 MHz betrieben und verfügt über die vollen 16 Pixelpipelines, während der GDDR3 Speicher mit realen 500 MHz Taktfrequenz befeuert wird.
Damit der PC-Alltag mit dem Ultimo nicht nur aufgrund dessen geringer Betriebslautstärke zum Ohrenschmaus avanciert, sondern auch audiophile Anwender auf ihre Kosten kommen, wurde das Komplettsystem mit der Creative Sound Blaster Audigy 2 ZS um eine ausgezeichnete PCI-Soundkarte ergänzt. Die THX zertifizierte Karte offeriert unter anderem Acht-Kanal-Sound mit EAX- sowie EAX-Advanced-HD-Support und verfügt mit ihrem klaren Sound über eine vorzügliche Eignung im Rechenknecht von Spielern und Audio-Liebhabern.
Beim Netzteil setzt Besser-Leise auf ein speziell modifiziertes Fortron-Exemplar. Hier werkelt - aufgehängt per Gummientkopplung - mit dem Papst 4412 F/2GL ein bei Bedarf volumenstarker, aber dennoch angenehm leiser 120-mm-Bodenventilator der Überhitzung der Systemkomponenten entgegen. Mit einer, laut Spezifikationen, maximalen Drehzahl von 1600 U/min bei 94 m³/h Förderleistung ist der Lüfter auf dem Papier zwar nicht mehr als silent-konform zu bezeichnen, die im Netzteil integrierte Temperaturregelung hält den päpstlichen Ventilator im Normalbetrieb allerdings deutlich unter den magischen 1000 Umrundungen.
Das mit 350 Watt Rohleistung absolut ausreichend dimensionierte, sehr robust gebaute FSP350-60PN-Netzteil überzeugt mit ausreichend guten Stromstärkewerten auf den einzelnen Spannungsschienen: 3,3 V: 28 A; 5 V: 30 A; 12 V: 18 A. Neben den zwei SATA- und zwei 3,5"-Floppy-Anschlüssen stehen dem Anwender fünf 4-Pin-Versorgungen zur Verfügung - potentielle Aufrüstgedanken können mit dem Fortron-Kraftpaket also problemlos in die Tat umgesetzt werden.
Bei den übrigen Komponenten sieht man mit dem Ultimo doppelt: Zugegeben, zwei identische, einseitig bestückte DDR400-Arbeitsspeichermodule mit CL3 Timings, die sich in unserem Fall auch ohne Weiteres mit schärferen 2,5er-Latenzen betreiben lassen konnten, und je 512 MByte Fassungsvolumen von Samsung (je nach Verfügbarkeit auch von Infineon oder Kingston) sind im Dual-Channel-Zeitalter keine Besonderheit. Durchaus ungewöhnlich ist dagegen die Bestückung mit zwei 3540A-DVD-Brenner-Modellen der Firma NEC, die mit vergleichsweise leisen Betriebsgeräuschen glänzen und alle wichtigen, aktuellen Schreib- und Lesestandards in hohen Geschwindigkeiten (DVD +-R: 16x, DVD +RW: 8x, DVD-RW: 6x, DVD +R9: 8x, DVD-R DL: 4x, CD-R: 48x, CD-RW: 32x) unterstützen. Besser-Leise hat sich zu dieser Doppel-Ausstattung entschieden, da sich die Ausfahrmechanik des ursprünglich geplanten DVD-Laufwerks als zu schwach für den Aufklapp-Mechanismus der Centurion-Laufwerkblenden erwies.
Zu guter Letzt wäre noch die Festplattenausstattung zu nennen, die für einen möglichst leisen PC derzeit von Samsung stammen muss. Mit zwei Mal 250 GByte, bereitgestellt von zwei Spin Point SP2504C S-ATA II-Festplatten, sollten sich auch noch so speicherintensive Projekte verwirklichen, noch so umfassende Filmesammlungen archivieren lassen. Auf Wunsch lassen sich die beiden 7200 Umdrehungen pro Minute schnellen Magnetspeicher mit je acht MByte Cache natürlich auch im Raid-Verbund konfigurieren.
Zur geräuscharmen Kühlung der teuren Komponenten setzt Besser-Leise ausschließlich auf die edelsten Bauteile. So kommt auf dem Athlon 64 mit dem Scythe NCU 2000 ein reinrassiger Passiv-Radiator zum Einsatz, der - auf Heatlane-Technik basierend - als derzeit bester unbelüfteter Prozessorkühler angesehen werden darf. Freilich erfahren die weit auseinanderstehenden Kühllamellen durch die beiden anliegenden Pastlüfter an der Gehäuserückwand sowie im Netzteil eine spürbare Ventilierung, sodass Boliden, die auf einen sehr geringen Luftstrom ausgelegt sind, vielleicht marginal bessere Kühlergebnisse liefern könnten. Es darf aber nicht vergessen werden, dass der fertige PC an der Kunden versandt werden muss, es also eines möglichst leichten Kühlers mit geringer Hebelwirkung bedarf. Genau dies erfüllt der NCU 2000 mit einem Gesamtgewicht von knapp unter 500 Gramm, wobei der federleichte Radiatorpart lediglich 250 Gramm für sich beansprucht.
Auch auf der Grafikkarte begegnet uns ein alter Bekannter. Der Bequiet Polar-Freezer konnte schon im damaligen Testvergleich [4] überzeugen und sicherte sich unsere Redaktionsempfehlung ob seiner überragenden Passiv-Kühlleistung, vorbildlichen Verarbeitungsqualität und brillianten Montierbarkeit. Die 480 Gramm schwere Dual-Heatpipe-Konstruktion, die laut Hersteller bis zu 90 Watt völlig lüfterlos vom Grafikchip abführen kann, wurde von Besser-Leise sauber aufgesetzt und, wie auch der NCU 2000, mit Wärmeleitpaste auf Silikonbasis ausgestattet. Auf eine zusätzliche Bestückung der GDDR3 Speicher mit kleinen Passiv-Elementen wurde verzichtet - die BGA-Gehäuse werden im Betrieb allerdings kaum mehr als handwarm.
Eine Doppelfunktion erfüllen derweil die zwei Zalman ZM-2HC2, welche die beiden 3,5"-Samsung-Festplatten in zwei untere 5,25"-Einschübe verfrachten. Zum Einen sollen die Konstruktionen durch ihre jeweils mit elf Heatpipes versehenen Kühlelemente für schnellere Wärmeabfuhr vom sensiblen Magnetspeicher sorgen - dieser Effekt stellt sich in der Praxis als recht gering dar. Zum Anderen absorbieren die per Gummi entkoppelten Aufhängungen sehr wirkungsvoll den von den rotierenden Bauteilen der Platten ausgehenden Körperschall, sodass vor allem Zugriffsgeräusche deutlich abgeschwächt werden.
Als ausblasender Gehäuselüfter kommt mit dem Papst F2GLL der leiseste 120-mm-Vertreter der deutschen Qualitätsfirma zum Einsatz. Dieser ist mit einer maximalen Drehzahl von 1200 U/min spezifiziert, läuft aber Dank eines von Besser-Leise zwischengeschalteten Potentiometers dauerhaft auf völlig nebengeräuschsfreien 880 bis 900 Umrundungen. Im Netzteil arbeitet mit dem F2GL das - wie bereits angesprochen - etwas leistungsstärkere Schwestermodell - allerdings temperaturgeregelt, sodass im Normalbetrieb ein Synchronlauf auf ebenfalls 900 U/min beobachtet werden konnte. Lediglich nach stundenlangem Auslastungsbetrieb gab der Papst im Fortron-Netzteil etwas mehr Schub und beschleunigte zeitweise bis auf 1223 U/min.
Die dokumentierten Temperaturwerte ergeben sich aus dem Überwachungsprotokoll eines 24-Stunden-Testtages bei etwa 22 °C Raumtemperatur. Während der Betriebszeit wurden viele auslastende Kombinationen aus 3D-Spielen und Benchmarks (3DMark03, GTR etc.) sowie rein synthetische Applikationen zur Belastung einzelner Komponenten (CPU Burn, große Datenpakete [ent]packen und transferieren etc.) teilweise über mehrere Stunden ausgeführt. Dabei übernahm das Programm Speedfan die Überwachung der Sensoren für Festplatten, Prozessor und Chipsatz, während die VPU- und Umgebungstemperatur per RivaTuner ausgelesen wurden.
Temperaturen
Angaben in °C
|
Die Temperaturen der Komponenten bewegen sich mit der Zwei-Lüfter-Taktik in absolut unbedenklichen Höhen. Sowohl im Bereich der Festplatten, als auch des Prozessors und der Grafikkarte sind noch deutliche Reserven für heiße Sommertage und -nächte vorhanden.
Geräusche im PC entstehen vorrangig durch Luftverwirbelungen und Vibrationen, denen man am besten mit hoher Masse entgehen wirkt - und der Ultimo wiegt deutlich über 15 Kilogramm. Einen großen Anteil an diesem Gewicht hat die Komplett-Dämmung mit den zehn Millimeter mächtigen Noiseblocker-Evolution-Dämmmatten. Diese setzen sich aus drei aufeinander abgestimmten Schichten zusammen (oberste Schicht: Thermostabilisatorfolie aus Aluminium, mittlere Schicht: Akustikschaumstoff, unterste Schicht: Hochfrequenzblocker aus metallisiertem Microfleece) und eliminieren effektiv den auftretenden Körper- und Luftschall in einem breiten Frequenzspektrum.
Grundsätzlich befinden sich (die nur von Zeit zu Zeit genutzten DVD-Brenner einmal außen vor gelassen) drei dauerhafte Lärmquellen im Ultimo. Klassischerweise machen sich dabei die beiden 120-mm-Lüfter mit ihren Luftumschlagsgeräuschen am meisten bemerkbar. Im Normalbetrieb, wenn beide Lüfter etwa mit 900 Umdrehungen pro Minute rotieren, dringt lediglich ein leichtes, aber merkliches, tiefes Brummen aus dem Heck des Rechners. Lautlos ist dies natürlich nicht, was ob der hohen Leistungsfähigkeit der verwendeten Komponenten allerdings auch nur bedingt zu realisieren ist. Ein entspanntes, konzentriertes Arbeiten in Ruhe ist aber problemlos möglich.
Im Langzeitbetrieb legt der Lüfter im Netzteil sukzessive noch etwa 300 Umdrehungen pro Minute zu. Daher erhöht sich zwangsläufig auch der Geräuschpegel im geringen Maße. Da aber aufwärmende Dauerlastbetriebe ohnehin zumeist von stimmungsfördernden Soundeffekten begleitet werden - speziell mit der Audigy 2 - spielt dies nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist, dass Besser-Leise die verbauten Papst-Lüfter akribisch auf störende Nebengeräusche wie etwa nerviges Lagerrasseln oder -schleifen überprüft und entsprechende Lüftermodelle nicht verwendet.
Lärmquelle Nummer drei, die Festplatten, melden sich beim Ultimo glücklicherweise kaum zu Wort. Die leicht säuselnden Drehgeräusche der HDDs werden effektiv über die Gehäusedämmung geschluckt, während die kratzigen Lese- und Schreibemissionen über die Entkopplung nur sehr schwach nach außen dringen.
Neben diesen subjektiven Empfindungen darf selbstverständlich auch die messtechnische Unterlegung der Geräuscheindrücke nicht fehlen. Dazu bedienen wir uns wie gewohnt dem Voltcraft 320 Schallpegelmessgerät, welches den anliegenden Schalldruck in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel nach den bekannten A-Bewertungskurven ausgibt. Da die Messungen unter Nicht-Laborbedingungen in einem normalen Arbeitsraum stattfinden - dessen Grundlautstärke sich bei subjektiv empfundener Stille bei 30,4 dB(A) einpendelte - können die erzielten Ergebnisse lediglich als ungefährer Anhaltspunkt dienen. Schalldrücke über der Toleranzgrenze von 30,4 dB(A) sind grundlegend als wahrnehmbar zu bezeichnen. Je nach persönlichem Empfinden kann man bis 35 dB(A) von (sehr) leise, bis 40 db(A) von mittellaut und darüber von unangenehm bis extrem laut sprechen.
Die Messungen erfolgen in einer arbeitstypischen Entfernung von einem halben Meter vom PC in einem Meter Höhe. Das Messgerät ist dabei auf einem Stativ befestigt.
Schallpegelmessungen
Angaben in Dezibel
|
Die Schalldruckbewertung bescheinigt dem Ultimo einen nahezu durchgängig angenehmen bis unauffälligen Geräuschcharakter. Wer allerdings auch auf dem Mittelstreifen der vielbefahrenen A9 stehend eine Stecknadel auf dem Standstreifen fallen hört, wird auch mit der Akustik des Ultimo nur bedingt zufrieden sein. Mit anderen Worten: Optimierungen sind immer machbar; speziell etwas geringere Lüfterdrehzahlen, die aus temperaturtechnischer Sicht unbedenklich wären, würden den Schallpegel noch etwas weiter absenken.
Um der Frage nach der Wirtschaftlichkeit der Besser-Leise-Konstruktion beizukommen, soll eine Messung zur Leistungsaufnahme des Gesamtrechners nicht fehlen. Dazu schalten wir ein Voltcraft Energie Check 3000 zwischen Steckdose und Kaltgerätenetzkabel des PCs und lesen die entsprechenden Werte in den angegebenen Situationen aus. Die Last-Werte wurden während eines 3DMark03-Durchlaufs entnommen, bei welchem sowohl CPU als auch Grafik sehr hoch beansprucht werden, während die optischen Laufwerke sicher nicht ihr Maximum an Leistung in diesem Modi zapfen.
Stromverbrauch
Angaben in Watt (W)
|
Etwas mehr als 100 Watt Verbrauch im Normalbetrieb sind mittlerweile Gang und Gäbe und im Vergleich zur äquivalent leistungsstarken Konkurrenz mit Pentium-4-Prozessor- und nVidia-Grafikkartenausstattung bedeutend geringer, sodass auch der Dauerbetrieb des PCs nicht zu bösen Überraschungen beim Blick auf die Stromrechnung führen sollte.
Um die Leistungsfähigkeit des Ultimo auch in einigen PC-Applikationen einordnen zu können, soll uns eine kleine aber feine Benchmark- und Spieleauswahl behilflich sein. Dazu nutzten wir die mitgelieferten Treiber und Windows XP Professionell. Alle Tests wurden in einer Auflösung von 1024 x 768 Bildpunkten bei 32 Bit Farbtiefe durchgeführt. In den gewählten Spielen wurde jeweils mit maximalen Details getestet.
| Benchmarktest | Qualität | Ergebnisse |
| Futuremark PCMark05 Sytem Score CPU Score Memory Score Graphic Score HDD Score | - | 3619 3162 3736 4194 5469 |
| CineBench 03 Single CPU Test | - | 84,5 sec. |
| 3DMark03 | 0x AA | 4x AF | 10265 3DMarks |
| 3DMark05 | 0x AA | 4x AF | 4860 3DMarks |
| Serious Sam 2 (Demo) | 6x AA | 16x AF | min. 23 | max. 102 | avg. 54,6 FPS |
| Call of Duty 2 (Demo) | 6x AA | 16x AF | min. 22 | max. 69 | avg. 30,3 FPS |
| Track Mania Original (Demo) | 6x AA | 16x AF | min. 30 | max. 46 | avg. 38,4 FPS |
| GT Legends (Demo) | 6x AA | 16x AF | min. 36 | max. 116 | avg. 69,7 FPS |
Entsprechend der verwendeten Hardwarekomponenten (hier sei speziell die Grafikkarte genannt) ist der Ultimo in der Lage, aktuelle 3D-Anwendungen in sehr hoher Bildqualität flüssig darzustellen. Somit kommen auch anspruchsvolle Spieler voll und ganz auf ihre Kosten.
Besser-Leise präsentiert mit dem Ultimo einen fertig konfigurierten Silent-PC, der seinem Namen in nahezu allen Belangen gerecht werden kann. Zweifellos gibt es Eckpunkte, die der anspruchsvolle und versierte Freund des sehr leisen Computers anders und subjektiv besser realisiert hätte. Nichtsdestotrotz präsentiert uns die Oldenburger Schmiede ein überaus stimmiges, anpassbares PC-Konzept, das mit viel Liebe und Akribie gestaltet wurde.
Dabei versteckt man sich nicht hinter hohen MHz-Zahlen oder großer Festplattenkapazität, sondern setzt auf eine feine Auswahl edelster Komponenten, etwa das Asus A8N SLI Premium oder die Spinpoint-Festplattenausstattung und gewährt so eine ausgewogene und zukunftssichere Hardware-Symbiose ohne Flaschenhälse im Leistungsbereich. Folgerichtig erhält man einen multitalentierten Rechenknecht, der allen aktuellen und zukünftigen Anforderungen 3D-Game-technischer wie multimedialer Art spielerisch gewachsen sein sollte.
Wer sich also auch beim Arbeiten und Relaxen am PC gerne der Genüsslichkeit ungestörter Ruhe hingibt, dabei aber nicht die Leistungsfähigkeit seiner Maschine eingeschränkt sehen will und überdies hinaus nicht selbst Hand anlegen möchte oder kann, der ist mit dem „Ultimo“ von Besser-Leise bestens beraten. Dass der PC mit 1750 Euro im Besser-Leise-Versandhandel [1] dafür etwas mehr kostet als die Krachmacher beliebter Discount-Anbieter, dürfte derweil klar sein und ist angesichts der Verbesserung der Arbeits- und Wohnatmosphäre – unserer Meinung nach – durchaus gerechtfertigt. Aus diesem Grund sind wir nicht abgeneigt, dem Ultimo unsere Redaktionsempfehlung auszusprechen.