Mehrkernsysteme liegen voll im Trend. Ob Dual- oder Quad-Core-Prozessoren, SLI- oder CrossFire-Grafikkartenverbünde – Siliziumchips sind auch im Heimrechner immer häufiger im Rudel anzutreffen, schließlich sind die Preise für die entsprechende Hardware mittlerweile äußerst niedrig. Doch der zum Teil deutlichen Leistungssteigerung stehen zumeist ergonomische Verschlechterungen gegenüber, die den besonderen Reiz von SLI und Co. schnell verblassen lassen können. So präsentiert sich der Stromverbrauch dieser Multisysteme zumeist auf recht hohem Niveau und lässt die Nebenkosten (und die Umweltbelastung) in die Höhe schnellen, wodurch sich der geringe Anschaffungspreis etwas relativiert. Ferner verlangen nun noch mehr Chips auf engstem Raum danach gut gekühlt zu werden, was fast zwangsläufig zu einer gesteigerten Systemlautstärke führt. Wer sich sein System in Eigenregie aufbaut, kann diese Gesichtspunkte in seine Planungen einbeziehen und entsprechend berücksichtigen. Wer allerdings nicht Willens oder Könnens ist, seinen Wunschcomputer selber umzusetzen, greift auf die Komplett-PC-Angebote des Marktes zurück und hofft, dass die Systemerschaffer die Anliegen des Kunden in zufriedenstellender Manier umzusetzen wissen.
Wer jetzt an einen Discounter oder Elektronikmarkt denkt, kann die Hoffnung auf einen leisen Rechenknecht mit individueller Note umgehend begraben. Viel besser ist man da meist bei einem Spezialhändler aufgehoben, von denen es im Internet mittlerweile eine breite Spanne gibt, die sich auf die Umsetzung der Kundenwünsche spezialisiert haben und mit ihrem Wissen die Realisierung maßgeschneiderter Systeme vornehmen. Zu diesen Spezialisten gehört das Oldenburger Unternehmen Besser-Leise, das stellvertretend für seine auf möglichst lautlosen Betrieb abgestimmte Machwerke einen SLI-PC als Protagonist des heutigen Tests ins Rennen schickt. Die Besonderheit dieses AMD-Dual-Core-Spieler-Computers stellt neben der leisen Grundkonfiguration der semi-passivgekühlte Grafikkartenverbund dar. Wir testen das System nach den bekannten ergonomischen Gesichtspunkten.
Der Besser-Leise-PC wird sofort einsatzbereit in sicherer Verpackung geliefert. Die unten aufgezeigte Zusammenstellung gilt dabei als Vorschlag und kann nach Absprache mit der Oldenburger Firma im Detail an die eigenen Wünsche und Vorstellungen angepasst werden – dies gilt sowohl für die Hardware als auch für das entsprechende Softwareangebot respektive das Betriebssystem.
| Besser-Leise „AMD SLI-System“ | |
| Prozessor | AMD Athlon 64 X2 6000+ EE (AM2) |
| Kühler | Thermalright SI-128 |
| Motherboard | Asus M2N-SLI Deluxe, nForce 570 SLI |
| Grafikkarten | 2 x Asus EN8600GTS SILENT/HTDP |
| Sound | Onboard 7.1 Audio (ADI 1988B) |
| Arbeitsspeicher | 2 x 2 GByte OCZ PC26400 Platinum, Dual-Channel |
| Netzteil | Seasonic SS-500HT 500 Watt |
| DVD-Brenner | LG GSA-H30N, schwarz, SATA, 16 x |
| Festplatte | Samsung Spinpoint T166 500GB 16MB SATA II (HD501LJ) |
| Gehäuse | NZXT LeXa im Midi, Redline Edition |
| Lüfter | 3 x Revoltec Dark Red 120 mm, 84m³/h (600 – 1200 U/min) 1 x ADDA AD1212MB-A73GL 120 mm im Netzteil (maximal 1000 U/min) |
| Lüftersteuerung | Akasa 3,5 Zoll Fan-Controller (7 – 12 Volt), schwarz |
| Display | Seriendisplay des Gehäuses, rot beleuchtet |
| Gesamtgewicht | ~ 15,5 Kg |
| Komplettpreis | 1450 Euro [1] |
Besser-Leise möchte mit dem System den günstigen Einstieg in die SLI-Klasse verwirklichen. Daher sind die gewählten Komponenten eher im Mittelfeld anzusiedeln, sollten aber für den geneigten Anwender dennoch ausreichend Leistung parat haben.
Beim Gehäuse setzt das Unternehmen auf das NZXT LeXa im Midi-Format, welches man teilweise mit Dämmmaterialien versehen hat. Das stählerne Schiff mit ca. 11,5 Kilogramm Leergewicht bietet dabei die herkömmliche Komponentenanordnung mit 120-mm-Belüftungsmöglichkeiten im Front- sowie Heckbereich und in der mit einem Sichtfenster ausgestatteten Seitenwand. Vier externen 5,25"-Einschüben stehen zwei weitere externe 3,5"-Schächte gegenüber, wovon in der Besser-Leise-Konfiguration insgesamt drei vorbesetzt sind (Brenner, Festplatte, Lüftersteuerung). Der serienmäßig im LeXa verbaute Käfig mit vier internen 3,5"-Schächten wurde entfernt. Das Verstauen der optischen Laufwerke erfolgt standesgemäß per Schienensystem, während ansonsten eher auf traditionelle Verschraubung der Komponenten gesetzt wird.
Besonderheit des Gehäuses und damit des Besser-Leise-PCs ist sicher der optische Auftritt. Vor allem die Frontpartie des Gehäuses ist geprägt durch die starke Wölbung der Kunststoffapplikationen, wobei diese den ansonsten robusten Eindruck des LeXa naturgemäß etwas schmälern. Darüber hinaus verfügt der PC über eine überaus harmonische Farbabstimmung in Schwarz-Rot aufgrund der Wahl des Gehäuses und der beleuchteten Lüfter. Verfeinert wird dies von einem kleinen Status-Display an der oberen Gehäusefront, über das die CPU-, HDD- und Systemtemperatur ausgegebenen werden. Allerdings funktioniert diese Angabe in der ausgelieferten Version nicht brauchbar, es werden schlichtweg unrealistische Werte angegeben.
Ein Blick ins Innere zeigt, dass die Besser-Leise-Systembauer gern mit Kabelbindern arbeiten. Jeder freie Strang wurde sorgfältig abgebunden, sodass kein Kabelgewirr im Gehäuse Luftstrom und Ordnung stören können. Auch der Anschluss der Komponenten und der Frontanschlüsse etc. kann als handwerklich ordentlich beschrieben werden.
Beim Mainboard setzt Besser-Leise auf ein günstiges Asus M2N-SLI Deluxe mit nicht mehr ganz taufrischem, passiv gekühltem nForce 570 SLI-Chipsatz. Für ein Mittelklasse-System sollte die Platine allerdings eine solide Leistungsbasis stellen, für zukünftige Aufrüst- oder Umbauaktionen wurden damit allerdings nicht die besten Vorzeichen geschaffen. Neben den üblichen Onboard-Funktionen (USB 2.0/Firewire/Dual-Gb-LAN/Firewall/Cross-Controller SATA II & PATA RAID/SATA II/7.1 Audio) bietet das Board im SLI-Betrieb nur einmal PCIe x16 und einmal PCIe x8. Von den drei vorhandenen PCI-Steckplätzen lässt sich bei SLI-Bestückung aus Platzgründen nur eine einzige nutzen.
Als Prozessor kommt ein AMD Athlon 64 X2 6000+ EE zum Einsatz. Die Zweikern-CPU mit ihren 3GHz Taktfrequenz gehört in Sachen Preis-Leistung [2] nach wie vor zu den Aushängeschildern des Texanischen Unternehmens und ist mit einer TDP von 89 Watt auch durchaus für kühle Silent-Systeme geeignet.
Ebenfalls aus dem Portfolio von Asus entstammt das Grafikkarten-Duo. Hier wählte Besser-Leise die von Haus aus mit einem sehr interessanten Passivkühler ausgestatteten GeForce 8600GTS der Asus-Silent-Serie aus, denen wir bereits im Einzeltest [3] auf den Zahn fühlen konnten. So verfügen die verbauten Karten über die Standardreferenztaktraten von Nvidia (675 MHz für die TMU-Domäne, 1458 MHz für den Shadertakt und 1000 MHz für den 256 MB großen GDDR3-Speicher). Im Zuge der Grafikkarten-Vorstellungen der letzten Wochen und Neubesetzung der Mittelklasse wird die Beschleuniger-Bestückung der Standardkonfiguration des PCs allerdings in Bälde aktualisiert werden.
Beim Massenspeicher setzt man auf die äußerst beliebte Samsung Spinpoint HD501LJ, über die zwiespältige Meinungen kursieren. So existieren vermehrte Beschwerden hinsichtlich der Zuverlässigkeit und der Lautstärke des 500 GByte-SATA-II-Datenträgers. Überdurchschnittlich viele Komplettausfälle und deutliche Brummgeräusche soll die Spinpoint aufweisen, während das andere Lager von der Langlebigkeit und Laufruhe der HD501LJ überzeugt ist. Wie es sich in unserem Fall mit der Lautstärke begibt, wird im entsprechenden Kapitel dargeboten.
Beim verwendeten Arbeitsspeicher gibt man sich derweil keine Blöße und setzt auf standhaftes OCZ-Getier. Zwei 2-GByte-Riegel des schick gestalteten DDR2-6400-Speichers mit guten Timings kommen im Dualchannel-Modus zum Einsatz.
Bewährte Netzteilqualität von Seasonic liefert den Strom für den Besser-Leise-PC. Die Machwerke der Marke Seasonic gehören zu den zuverlässigen Leisetretern, die auch mit Serienlüfter-Bestückung zum Betrieb im besonders leisen Computer geeignet sind. Das verbaute 500-Watt-SS-500HT-Modell bildet hier natürlich keine Ausnahme und kommt mit vielen Anschlüssen und einem moderat laufenden 120-mm-ADDA-Lüfter daher.
Final finden wir als Brenner den LG GSA-H30N vor. Der 16-fach-Brenner harmoniert mit nahezu allen verbreiteten Medien und geht dabei ausgesprochen leise zu Werke. Sein Vorgänger, der H10N, ging als Sieger unseres letzten Brenner-Vergleiches [4] hervor, bei dem sieben SATA-Brenner unter die Lupe genommen wurden.
Die Zusammenstellung der Hardwarekomponenten und damit die zu erwartende Rechenleistung ist die eine Sache eines Komplett-PCs, die andere wird durch ergonomische Aspekte wie das verwirklichte Kühlkonzept charakterisiert. Dabei lässt die Auswahl und das Zusammenspiel der Kühlkomponenten fertiger Computer oftmals zu Wünschen übrig, weshalb beim Kauf hierauf besonderes Augenmerk gelegt werden sollte. Leise, kühl und leistungsstark – das sollten die drei Säulen einer zufriedenstellenden Komponentenkühlung sein.
Zu den Kernkomponenten gehört natürlich der Prozessorkühler. Besser-Leise vertraut hier auf Thermalrights SI-128, der als starker Top-Flow-Kühler neben dem Prozessor auch die Mainboardkomponenten belüftet. ComputerBase konnte den SI-128 bereits im Einzeltest [5] vorstellen und bescheinigte ihm abseits hoher Materialgüte ausgesprochen hohe Leistung für das gewählte Konzept. Wichtig für die Systembauer ist auch die verschraubte Montage und ein moderates Gewicht, um einen sicheren Versand zu gewährleisten.
Die Kühlung der Grafikkarten erfolgt per Serien-Passiv-Kühler von Asus. Besonderheit dieser Vorrichtungen ist der schwenkbare, obere Zusatzkühlkörper, der sogar über eine Heatpipe verfügt. Im SLI-Zusammenspiel entsteht so eine große Kühlvorrichtung parallel zur Mainboardebene, die direkt über den Ventilator der Gehäuseseitentür belüftet wird. Besser-Leise integriert diesen Lüfter saugend, sodass er die erwärmte Luft aus dem Gehäuse befördert.
Als Lüfterserie verbauen die Oldenburger Revoltecs 120-mm-Modelle mit roter LED-Beleuchtung. Die farblich gut ins Konzept passenden Lüfter sitzen sowohl an Gehäuserück- und -seitenwand sowie per Kabelbinder fixiert auf dem CPU-Kühler. Dabei laufen sie mit maximalen 1200 U/min, wobei sie einzeln manuell bis auf 600 U/min abgedimmt werden können und aus lärmtechnischer Sicht sollten. Diesen Job übernimmt die kleine Akasa-Dreikanal-Lüftersteuerung, die im externen 3,5"-Schacht Platz findet.
Den vierten Lüfter im PC findet man im Netzteil. Der Fan der Firma ADDA wird automatisch über die interne Netzteilregulierung gesteuert und läuft im Normalbetrieb mit 1000 U/min oder weniger. Leider wurden alle Lüfter so eingebunden, dass der Anwender über keine Drehzahlkontrolle verfügt. Darüber hinaus wird durch die verbauten Lüfter auch kein wirklich gerichteter Luftstrom erzeugt, da alle vier Ventilatoren verschiedene Strömungsrichtungen erzeugen.
Das Asus-Mainboard wird standardmäßig passiv gekühlt und verfügt vom Chipsatz ausgehend über einen per Heatpipe angebundenen Ausläufer zu den Spannungswandlern. Final sei auch noch die im 5,25-Zoll-Schacht verbaute Festplatte erwähnt, deren Aufhängung über Zalmans HDD Heatpipe ZM-2HC2 realisiert wurde. Die beliebte Zalman-Einheit gehört aber trotz des üppigen Heatpipe-Einsatzes eher zu den lärmmindernden, denn zu den wirklich effektiv kühlenden Elementen des PCs.
Zunächst geben wir anhand der mit einem Infrarotthermometer gemessenen Oberflächentemperaturen einen Überblick über die Temperaturverhältnisse im Inneren des Besser Leise AMD-Systems nach fünfstündigem 3DMark05-Dauerlastbetrieb. Die Maximalwerte der entsprechenden Zonen wurden von uns in folgender Grafik dokumentiert. Die Raumtemperatur betrug im Verlauf der Tests konstant 22 °C. Außerdem messen wir nur mit minimalen Lüfterdrehzahlen der Revoltecs von 600 pro Minute, da der PC mit diesen Einstellungen ausgeliefert wurde und nur damit das Prädikat „leise“ erhält.
Demnach ergeben sich intensive Hot-Spots im Bereich der Grafikkarten, der CPU und des Netzteiles. Bei den Grafikkarten wärmen sich zwar die Kühler mit unter 50°C aufgrund des absaugenden Seitenlüfters nicht übermäßig auf, die Platinen allerdings bewegen sich deutlich über 70°C und schreiten damit in einen beachtlichen Bereich vor. Gleiches gilt für die CPU – die Kühleroberfläche ist mit 42°C moderat, direkt an der Wärmeaufnahme in CPU-Nähe können wir allerdings Temperaturen von über 50°C ermitteln. Sehr hoch temperiert zeigt sich auch der Mainboard-Chipsatz. An der Oberfläche des passiv gekühlten Pendants sind 76°C zu messen – sehr viel für unseren Geschmack. Sehr hohe Temperaturen zeigen sich auch im Netzteilbereich und weisen darauf hin, dass der langsam drehende 120-mm-Fan des Seasonic-Stromlieferanten arge Schwierigkeiten hat. Überhaupt scheint sich im oberen Bereich des Gehäuses die Wärme sehr stark zu stauen – die vom Gehäuse gebotene Belüftungsmöglichkeit an dieser Stelle wurde von Besser-Leise mit Dämmmatten verschlossen. Das wirkt sich dann postwendend auch auf die optischen Laufwerke aus, die mit über 40°C auch recht warm werden.
Parallel zu dieser Darstellung interessieren und natürlich noch die internen Messdioden der verschiedenen Komponenten, welche während des genannten Betriebsmodus' mit dem umfangreichen Diagnose- und Benchmark-Tool Everest [6] ausgelesen und aufgezeichnet wurden.
Maximaltemperaturen
Angaben in °C
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Demnach zeigen sich in allen Modi Temperaturen, die einen stabilen Betrieb ermöglichen. Sehr warm wird es allerdings bei minimalen Lüfterdrehzahlen für CPU und Grafikkarten. Hier sollte man überlegen, bei anspruchsvollen 3D-Applikationen die absaugenden Lüfter etwas aufzudrehen, um dem Wärmestau beizukommen.
Die Akustik der Komplettkonstruktion gehört firmenphilosophiegemäß zur Domäne des Besser-Leise-Rechners. Hierbei spielen natürlich alle beweglichen, mechanischen Komponenten wie Lüfter und Festplatte, aber auch statische Parts wie das Gehäuse eine entscheidende Rolle. Um ein optimales Klangbild zu erhalten, sollten sich alle Komponenten bestens aufeinander abgestimmt präsentieren.
Beginnen wir mit den Lüftern: Die Revoltec Dark Red sind nicht als Top-Referenzen im Silent-Bereich bekannt, wurden aber von Besser-Leise selektiert und machen ihre Sache erstaunlich gut. Im serienmäßig getrimmten Betrieb bei 600 U/min arbeiten sie nur geringfügig wahrnehmbar bei geringen Umschlaggeräuschen mit mildem Rotor-Klackern. Hier würde beispielsweise ein Scythe S-Flex aus akustischer zwar noch etwas Besserung bringen können, optisch passen die zumeist rabenschwarzen Silent-Referenzlüfter aber nur bedingt ins hier verfolgte Konzept. Dreht man die Revoltec-Lüfter per Steuerung manuell auf ihre maximalen 1200 U/min, verstärken sich vor allem die Strömungsgeräusche auf ein Maß, das mit einem auf sehr leisen Betrieb getrimmten PC nicht mehr viel zu tun hat. Auch die summenden Rotorengeräusche werden dann deutlich durchdringender, sodass höhere Drehzahlen nur in thermisch belastenden Ausnahmesituationen optional gewählt werden sollten. Der im Netzteil arbeitende Lüfter liegt mit seiner Geräuschkulisse noch unter den Revoltecs im Minimalmodus, weshalb von ihm keine weitere Belästigung ausgeht.
Die bereits erwähnten Drehzahlanpassungen der drei 120-mm-Lüfter werden durch die verbaute Akasa-Lüftersteuerung möglich gemacht, die im 3,5"-Laufwerkschacht verbaut wurde. Die Dreikanal-Regelung lässt die stufenlose Spannugsjustierung von zwölf bis sieben Volt zu. Hier hätte man also durchaus auf eine Steuerung mit 5-Volt-Minimalspannung setzen können, um den Geräuschpegel noch weiter zu reduzieren. Dabei mussten die Systembauer allerdings auch an weniger versierte Anwender, die ihre Systemtemperaturen nicht ständig überwachen und an mögliche Überhitzungsrisiken bei zu geringen Drehzahlen denken.
Das akustische Hauptproblem des Besser-Leise-PCs ist allerdings die Festplatte. Mit der Samsung Spinpoint T166 verbauen die Oldenburger einen Massenspeicher, der zwar mit einem sehr leisen Arbeitspegel im Bereich der Lese- und Schreibvorgänge auftrumpfen kann und darüber hinaus auch keine signifikanten Rotationsgeräusche von sich gibt. Die verursachten Vibrationen sind allerdings derart stark, dass das gesamte Gehäuse in Schwingung versetzt wird und daraufhin zum tiefen Brummen neigt. Gegen diese starken Vibrationen kann auch die verbaute Zalman HDD Heatpipe ZM-2HC2, die sonst als zuverlässiger Festplattenentkoppler schwingungssbasierende Geräusche weitgehend abfängt, nicht viel ausrichten. Das Phänomen tritt bei zwei getesteten Festplatten der Baureihe auf und sollte damit nicht zum Einzelfall gehören. Deswegen ist ein Umstieg auf eine andere Festplattenserie, um ein zufriedenstellendes Klangbild zu erreichen, unabdingbar.
Als ein wenig inkonsequent kann auch die Verlegung der Dämmmatten im Gehäuse angesehen werden. Lediglich der Boden, die Decke und Teile der Rückseite wurden mit Schaumgummi-Bitumen-Kombimatten ausgekleidet. Die Seitenteile und die Front wurden unterdessen komplett unbeachtet. Hierbei geht es demnach verstärkt um die Erhöhung des Gesamtgewichtes zur Vibrationsdämpfung als um die sinnvolle Einbringung der Funktionsmatten. Schließlich steht zumindest die prinzipiell offene Seitenwand einer wirkungsvollen Komplettdämmung im Weg.
Neben diesen subjektiven Empfindungen darf selbstverständlich auch die messtechnische Unterlegung der Geräuscheindrücke nicht fehlen. Dazu bedienen wir uns wie gewohnt dem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, welches den anliegenden Schalldruck in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel nach den bekannten A-Bewertungskurven ausgibt. Da die Messungen unter Nicht-Laborbedingungen in einem normalen Arbeitsraum stattfinden – dessen Grundlautstärke sich bei subjektiv empfundener Stille bei 30,4 dB(A) einpendelte – können die erzielten Ergebnisse lediglich als ungefährer Anhaltspunkt dienen. Schalldrücke über der Toleranzgrenze von 30,4 dB(A) sind grundlegend als wahrnehmbar zu bezeichnen. Je nach persönlichem Empfinden kann man bis 35 dB(A) von (sehr) leise, bis 40 db(A) von mittellaut und darüber von unangenehm bis extrem laut sprechen.
Die Messungen erfolgen in einer arbeitstypischen Entfernung von einem halben Meter vom PC in einem Meter Höhe. Das Messgerät ist dabei auf einem Stativ befestigt.
Lautstärkemessungen
Angaben in Dezibel
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Die Messwerte unterstreichen zum Teil unsere subjektiven Eindrücke. Der Besser-Leise-PC ist in allen Lebenslager als (deutlich) wahrnehmbar zu beschreiben, wobei der Betrieb mit vollen Lüfterdrehzahlen aus Sicht der Lärmbelästigung für einen als leise vermarkteten Computer kaum noch akzeptabel ist. Darüber hinaus gibt es Unterschiede im Dämmverhalten des Gehäuses: Die Front mit ihrer Kunststofftür zeigt sich naturgemäß am wenigsten durchdringbar, auch nach oben hin ist der Abschirmungsgrad aufgrund der verklebten Dämmmatten ordentlich. Dagegen wird zu den Seiten, speziell zur quasi offenen linken Seitentür, sehr viel Lärm emittiert.
Insgesamt ist der Geräuschpegel des PCs deutlich höher als erhofft. Hier haben wir von Besser-Leise schon deutlich bessere Umsetzungen erlebt. Speziell der Fauxpas mit der stark vibrierenden Festplatte ist angesichts der Auslegung auf minimale Computerlautstärke eigentlich kaum zu verzeihen.
Um der Frage nach der Wirtschaftlich- und Umweltverträglichkeit der Besser-Leise-Konstruktion beizukommen, soll eine Messung zur Leistungsaufnahme des Gesamtrechners nicht fehlen. Dazu schalten wir ein Voltcraft Energie Check 3000 zwischen Steckdosenverteiler und das Kaltgerätenetzkabel des Besser-Leise-PCs und lesen die Werte in den angegebenen Situationen aus. Die Last-Werte wurden, um die Vergleichbarkeit zu älteren Messungen zu wahren, während eines 3DMark05-Durchlaufs entnommen, bei welchem sowohl CPU als auch Grafik sehr hoch beansprucht werden, während die optischen Laufwerke sicher nicht ihr Maximum an Leistung in diesem Modus zapfen.
Leistungsaufnahme Gesamtsystem
Angaben in Watt (W)
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Die Leistungsaufnahme des AMD-SLI-Systems ist für eine Dual-Grafikkarten-Maschine moderat. Hier spielt natürlich der Leistungsgrad der Grafikkarten bei 3D-Anwendungen eine große Rolle. Als gering kann derweil auch der Standby-Verbrauch angesehen werden.
Nachdem wir uns die wichtigsten Ergonomie-Eckpunkte des SLI-Komplett-PCs zu Gemüte geführt haben, soll unser letzter Blick etwas auf die Leistungsdaten des Rechenknechtes fallen. Dabei beschränken wir uns auf eine kleine Zusammenstellung an Benchmarks, da die Performance des Komplettrechners entsprechend der verbauten Komponenten ausfällt. Wer sich darüber hinaus für gegenüberstellende Tests der einzelnen Komponenten interessiert, wird in unseren reichhaltigen Testartikeln in den einzelnen Kategorien [7] sicher fündig.
| Benchmarktest | Modus | Ergebnisse |
| Futuremark PCMark05 | Sytem Score CPU Score Memory Score Graphic Score HDD Score | 6437 6151 5186 8384 6011 |
| HD Tach 3.0.4.0 | Long bench | Burst Speed 214,3 MB/s Random Access: 14,0 ms Average read: 64,2 MB/s |
| CineBench 03 Multi CPU | Rendering (x CPU) | 33,2 sec. |
| 3DMark05 (1.2.0) | Standard | 16083 3DMarks |
| 3DMark06 (1.1.0) | Standard | 10640 3DMarks SM2.0 Score: 4988 HDR/SM3 Score: 5005 CPU Score: 2313 |
| Crysis Demo Bench | 1.024x768 (Details:High, 4xAA) 1.600x 1.200 (Details:Mid, 0xAA) |
CPU: Min: 11,2; Max: 30,9; AVG: 20,7 [FPS] GPU: Min: 8,6; Max. 29,4; AVG: 18,6 [FPS] CPU: Min: 19,9; Max: 37,35; AVG: 32,12 [FPS] GPU: Min: 25,8; Max. 46,4; AVG: 34,7 [FPS] |
Die Performance des PCs bewegt sich im Bereich einer Mittelklassemaschine und lässt schnelles Alltagsarbeiten zu. Auch das Spielen aktueller Titel ist, lässt man die höchsten Qualitätseinstellungen außer Acht, gut möglich. Ob der schwache SLI-Verbund hier allerdings Vorteile gegen eine einzelne, etwas schnellere Grafikkarte erarbeitet, bleibt Zweifelhaft. Mit dem Anschaffungspreis für die beiden Passiv-Grafikkarten hätte man einen deutlich flotteren Beschleuniger auch kühl und leise ins System einbinden können.
Für die Benchmarks wurde Windows XP (SP2) genutzt, als Grafikkartentreiber kam der Nvidia ForceWare 169.25 zum Einsatz
Besser-Leise hinterlässt mit dem AMD SLI-System im Test einen bestenfalls durchschnittlichen Eindruck. Während am handwerklichen Einsatz des Oldenburger Unternehmens nur wenig auszusetzen ist (die Hardware wurde sauber verbaut, die Kabel sorgfältig verlegt), zeigen sich Schwächen in der Zusammenstellung des PCs. So enttäuscht das vorgestellte System erstmalig hinsichtlich seines Lautstärkecharakters: Starkes Brummen, das auf die enormen Festplattenvirbrationen zurück zu führen ist, trübt den ansonsten lüfterleisen Auftritt gehörig. Darüber hinaus sind Defizite in der Komponentenkühlung zu sehen. Zwar wird auf hochwertige Einzelkomponenten geachtet, die das System auch in stabilen Temperaturgefilden halten, das Zusammenspiel könnte aber dennoch deutlich optimiert werden. Mit einem klareren Konzept und einem gerichteten Luftstrom wären sicher bessere Temperaturen realisierbar. Gut gelöst wurde unterdessen das halbpassive Kühlen des SLI-Verbundes mit dem Seitenlüfter des Gehäuses, wobei dies natürlich auf die eingesetzten 8600-GT-Pendants von Asus limitiert ist und sich bei stärkerem Grafikkarteneinsatz unter Umständen nicht mehr so umsetzen lässt. Dabei stellt sich ferner natürlich die Frage, inwieweit SLI mit solchen Einstiegskarten überhaupt sinnvoll ist. Wir meinen, SLI sollte im oberen High-End-Segment bleiben und hätten hier lieber eine einzelne, dafür aber von der Grundleistung schnellere Grafikkarte gesehen.
Dass man beim Gehäuse auf das NZXT LeXa setzt, fällt wohl unter die Rubrik „Geschmackssache“. In Anbetracht des Gehäusepreises wären hier aber wertigere, vielleicht optisch weniger polarisierende Alternativen vorhanden gewesen. Zumindest hätte man aber darauf achten können, dass das Temperaturdisplay des LeXa ordnungsgemäß arbeitet und nicht sinnfreie Komponententemperaturen unter Raumniveau ausgibt. Passend für ein Mittelklassesystem mit Preis-Leistungs-Orientierung kann die Wahl des AMD-6000+-Prozessors, des leisen Seasonic-Netzteiles und des sehr guten LG-Brenners gesehen werden.
Unterm Strich hätten wir uns also etwas mehr versprochen und können keine eindeutige Kaufempfehlung für das rund 1450 Euro teure System aussprechen. Im Wissen, dass es Besser-Leise [8] deutlich besser kann, freuen wir uns aber auf zukünftige Umsetzungen.
Update 17.04.2008 19:43 Uhr: Besser-Leise hat auf die Kritiken hinsichtlich der Festplattenvibrationen reagiert und bestückt den PC ab sofort nicht mehr mit der Samsung HD501LJ, sondern mit der 320 GByte-Notebook-Festplatte Samsung HM320JI. Dieses 2,5"-Laufwerk dreht mit 5.400 U/min und dürfte kaum wahrnehmbar, aber auch etwas langsamer arbeiten. Darüber hinaus wird sie zusätzlich durch eine Scythe Quiet Drive Festplattendämmbox ruhig gestellt.