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Test: Sockel 775 mit i945, i955X und nForce 4

von Jirko Alex

Einleitung

Mainboards können es manchmal ziemlich schwer haben. Mussten sie früher einfach nur schnell sein, so haben Spitzenexemplare von ihnen heute die Aufgabe, den Faktor der Performance gleichauf mit dem Lautstärkepegel, der Basisausstattung und der Stabilität zu stellen. So wird nicht selten bei einer Hauptplatine auch auf guten Onboard-Sound geachtet; etwaige Extras wie beispielsweise eine WLAN-Fähigkeit oder der mögliche Empfang von Radio und TV werden auch immer gerne gesehen und was die Vorgängergeneration konnte, müssen die Probanden von heute – aus Sicht des Kunden – ohnehin zehnmal besser können.

Äquivalent zu den sich ändernden Anforderungen an die Mainboards unterscheiden sich natürlich auch unsere Testverfahren in einem Bericht zu den Platinen. So führt der Parcours, den die Testteilnehmer zu meistern haben, zwar auch durch anspruchsvolle Benchmarks; deren Aufgabe ist es aber nicht nur, die Geschwindigkeit der Mainboards zu testen, sondern vielmehr daraus auch ihre allgemeine Alltagstauglichkeit abzuleiten. Neben Schnittstellen-, RAID- und Netzwerktests wird ebenso die Verwendung bekannter Programme wie Photoshop, ACDSee oder Microsoft Office simuliert. Auch werden fortan Ausstattung und Software eines jeden Probanden bewertet – ein insgesamt weit gefächertes Testspektrum also, das am Ende ein Fazit zu jedem Mainboard erlauben wird.

Überblick

Im Rahmen des komplett überarbeiten Testparcours haben sich insgesamt fünf Mainboards von Asus und MSI bei uns eingefunden. Aus dem Hause Asus sind das P5WD2 Premium (Intel i955X Chipsatz), das P5LD2 Deluxe (Intel 945P) sowie das auf nVidias nForce 4 SLI aufbauende Asus P5ND2 SLI mit von der Partie. MSI schickt das P4N Diamond (ebenfalls nForce 4 SLI) und das MSI 945G Neo-F (Intel 945G) ins Rennen.

Verglichen werden die Testkandidaten auch mit einem Mainboard, dass zwar ähnlich wie die aktuellen Probanden konfiguriert werden kann, im Gegensatz zu den Mainboards mit modernen Chipsätzen aber als veraltet angesehen werden muss. So dient das Asus P5AD2-E Premium ebenfalls als Testanker in diesem Vergleich, da es, gestützt auf den i925XE-Chipsatz, auch FSB1066 unterstützt. Auf diesem Wege soll also nicht nur gezeigt werden, wie sehr sich nVidias nForce 4 SLI Chipsatz in der Intel Edition von dem Gegenstück aus dem Hause Intel, dem i955X und i945P/G unterscheidet; auch die Entwicklung zwischen i925XE-Chipsatz und den aktuellen Platinen soll offen gelegt werden.

Bei so vielen guten Absichten soll es auch gleich ans Eingemachte gehen; es steht die obligatorische Gegenüberstellung der teilnehmenden Probanden an.

Lesezeichen

Da sich im Laufe der Zeit einige Artikel angesammelt haben, die mit diesem Artikel in Zusammenhang stehen, wollen wir diese noch einmal in Erinnerung rufen. Da es mitunter vorkommt, dass im heutigen Artikel auf bestehendes Wissen aus älteren Tests und Technikerläuterungen zurückgegriffen wird, ist es für alle, die etwas „mehr“ wissen möchten, keinesfalls verkehrt, auch einen Blick in unsere älteren Berichte zu werfen.

Die Probanden

Bevor es zu einer Einzelbetrachtung der verschiedenen Mainboards kommt, soll eine Übersichtstabelle die wichtigsten Eckdaten aller Testteilnehmer zusammenfassen:

Ausstattung
FeaturesAsus P5WD2
Premium
Asus P5LD2
Deluxe
Asus P5ND2
SLI
MSI P4N DiamondMSI 945G Neo-F
ChipsatzIntel 955XIntel 945PnVidia nForce 4
SLI Intel Edition
nVidia nForce 4
SLI Intel Edition
Intel 945G
Ausbaufähigkeit
für Prozessoren
Pentium 4
Celeron
Pentium 4 EE
Pentium D
Pentium 4
Celeron
Pentium 4 EE
Pentium D
Pentium 4
Celeron
Pentium 4 EE
Pentium D*
Pentium 4
Celeron
Pentium 4 EE
Pentium D*
Pentium 4
Celeron
Pentium 4 EE
Pentium D
* Der Pentium D 820 wird von diesen Mainboards nicht unterstützt.
„Pentium D“-Prozessoren funktionieren erst ab einer Taktrate von
3,0 GHz (Pentium D 830) als Dual-Core-CPUs.
Frontside-Bus
533 MHzJaJaJaJaJa
800 MHzJaJaJaJaJa
1066 MHzJaJaJaJaJa
Speichertakt/typ
DDR2-400 JaJaJaJaJa
DDR2-533 JaJaJaJaJa
DDR2-667 JaJaJaJaJa
DDR2-711 JaJaNeinNeinNein
DDR2-889 JaJaNeinNeinNein
DDR2-1066 JaNeinNeinNeinNein
Dual Channel Modusverfügbarverfügbarverfügbarverfügbarverfügbar
Maximaler RAM-Ausbau8 GByte (4 Slots)8 GByte (4 Slots)8 GByte (4 Slots)16 GByte (4 Slots)4 GByte (4 Slots)
OnboardgrafikNicht vorhandenNicht vorhandenNicht vorhandenNicht vorhandenGMA950
OnboardsoundRealtek ALC882D
8 Kanäle
Realtek ALC882M
8 Kanäle
Realtek ALC850
8 Kanäle
Creative
Soundblaster
Live! 24-bit
8 Kanäle
Realtek ALC882
8 Kanäle
Steckplätze2x PCIe x16**
1x PCIe x1
3x PCI
2x PCIe x16**
1x PCIe x1
3x PCI
2x PCIe x16***
2x PCIe x1
3x PCI
2x PCIe x16***
1x PCIe x1
2x PCI
1x PCIe x16
2x PCIe x1
3x PCI
** Der zweite PCIe X16 Anschluss läuft im PCIe x4-Modus.
*** Im SLI-Modus laufen beide PCIe x16 Steckplätze im PCIe x8-Modus.
W-LAN FähigkeitJa (optional)****
(W-LAN 802.11 a/b/g
Ja (optional)****
(W-LAN 802.11 a/b/g
NeinNeinNein
**** Das Mainboard ist durch den Einsatz einer WLAN/TV-Karte fähig,
in einem Funknetzwerk betrieben zu werden.
HDD-Controller
ATA 133/100/66/336 Geräte
2x Intel ICH7/R
UDMA 100/66/33

4x ITE IDE
UDMA 133/100/66
6 Geräte
2x Intel ICH7/R
UDMA 100/66/33

4x ITE IDE
UDMA 133/100/66
4 Geräte
2x nForce 4
2x UDMA 133/100/66
8 Geräte
4x nForce 4
4x UDMA 133/100/66
2 Geräte
2x Intel ICH7
UDMA 100/66/33
Serial ATA6 Geräte
4x Intel ICH7/R
(RAID 0,1,5,10 )

2x Silicon Image 3132
(RAID 0, 1)
6 Geräte
4x Intel ICH7/R
(RAID 0, 1, 5, 10 )

2x Silicon Image 3132
(RAID 0, 1)
6 Geräte
4x nForce 4
(RAID 0, 1, 5, 10, JBOD)

2x Silicon Image 3132
(RAID 0,1)
6 Geräte
4x nForce 4
(RAID 0, 1, 5, 10, JBOD)

2x Silicon Image 3132
(RAID 0,1)
4 Geräte
4x Intel ICH7
Anschlüsse
USB 2.04x über Rear-
Panel

4x über Mainboard-
Header
4x über Rear-
Panel

4x über Mainboard-
Header
4x über Rear-
Panel

4x über Mainboard-
Header
4x über Rear-
Panel

6x über Mainboard-
Header
4x über Rear-
Panel

4x über Mainboard-
Header
IEEE 1394 Ports1x über Rear-
Panel

1x über Mainboard-
Header
1x über Rear-
Panel

1x über Mainboard-
Header
1x über Rear-
Panel

1x über Mainboard-
Header
1x über Rear-
Panel

2x über Mainboard-
Header
1x über Rear-
Panel

2x über Mainboard-
Header
LAN-ControllerIntel PCIe
Ethernet

Marvell 88E8001

Dual Gigabit Ethernet
Marvell 88E8053

Gigabit Ethernet
nVidia MCP-04

Marvell 88E81111

Dual Gigabit Ethernet
nVidia MCP04

Marvell 88E8053

Dual Gigabit Ethernet
Realtek RTL 8110S

Gigabit Ethernet
Weitere Anschlüsse1x Parallel
2x PS/2
6x Audio
1x Optical S/PDIF
1x Coaxial S/PDIF
1x SATA
1x Parallel
2x PS/2
6x Audio
1x Coaxial S/PDIF
1x Optical S/PDIF
1x SATA
1x Parallel
2x PS/2
6x Audio
1x Optical S/PDIF
1x Coaxial S/PDIF
1x SATA
1x Parallel
2x PS/2
6x Audio
1x Coaxial S/PDIF
1x Optical SPDIF
1x Parallel
2x PS/2
6x Audio
1x Coaxial S/PDIF
1x Optical SPDIF
1x VGA

ASUS P5WD2 Premium

Gleich der erste Kandidat, den es in diesem Test vorzustellen gilt, klotzt statt zu kleckern. So ist nicht nur die Liste der mitgebrachten Software umfangreich, auch die Ausstattung des Mainboards ist lobenswert. So bietet das Mainboard einen externen SATA-Anschluss, eine Eigenschaft, die bei vielen Konkurrenzprodukten vermisst werden muss. Die unserem Testobjekt beiliegende, optionale WiFi-TV-Karte ist zudem ein erwähnenswertes Stück Hardware, katapultiert sie das Asus P5WD2 Premium doch an die derzeitige Spitze im Bereich der Entertainment-Fähigkeiten. Ebenso enthaltene Features wie 7.1 Onboard-Sound oder Dual-Gigabit-LAN wirken da schon fast unspektakulär, wenngleich man sie objektiv natürlich als sehr nützlich bezeichnen sollte.


Lieferumfang

Layout

Der erste Blick auf das Layout des Asus P5WD2 Premium offenbart klare Strukturen. Die Anordnung der Komponenten erscheint logisch – so befinden sich zwei der insgesamt drei PCI-Slots zwischen den für die Grafikkarten gedachten PCIe x16-Steckplätzen. Bei einer Bestückung mit zwei Grafikkarten, die im Extremfall auch noch auf eine Dual-Slot-Kühllösung setzen, würden damit der obere PCI-Slot sowie der PCIe x1-Steckplatz wegfallen. Dies ist nach derzeitigem Standpunkt die wohl umgänglichste Lösung, gibt es doch kaum Erweiterungskarten für den PCI-Express-x1-Steckplatz, da die meisten derzeitigen Steckkarten noch auf das alte PCI-Interface setzen.

Weiterhin auffallend sind die vier SATAII-Steckplätze direkt neben der Southbridge. Entgegen dem Asus P5AD2 [8], dem ehemaligen Spitzenreiter aus eigenem Haus und Nutznießer des seinerzeit aktuellen Alderwood-Chipsatzes, setzt Asus nicht mehr auf vier weitere SATA-Anschlüsse. Stattdessen findet sich ein weiterer SATA-Anschluss in der Nähe des Sockels wieder, zwei weitere sind über die Slotblenden erreichbar.

Unterhalb der ICH7/R-Southbridge aus dem Hause Intel finden sich zwei IDE-RAID-fähige Anschlüsse wieder, die den sonst nur einfach vorhandenen IDE-Anschluss erweitern. Verwaltet werden diese von dem verbauten ITE IT8211F-Controller. Diese durchaus lobenswerte Eigenschaft garantiert die Einsetzbarkeit von mehr als zwei IDE-Laufwerken, was alle Nutzer, die auf den SATA-Zug aufgesprungen sind oder aufspringen möchten, freuen dürfte.

Bei näherer Betrachtung fallen weiterhin der EZ-Plug-Anschluss direkt neben dem 24-poligen Anschluss für die Hauptstromversorgung sowie der 12V-ATX-Anschluss neben dem CPU-Sockel auf. Beide Anschlussmöglichkeiten sind neuer Technologie geschuldet; so ermöglicht der 12V-ATX-Anschluss die reibungslose Versorgung von Dual-Core-Prozessoren und der vierpolige EZ-Plug-Anschluss wird bei der Nutzung von zwei Grafikkarten empfohlen. Obgleich zwei Grafikkarten auf dem Asus P5WD2 Premium verbaut werden können und auch mit einer der SLI-Bridge ähnlichen Softbridge verbunden werden, ist das Mainboard nicht SLI-fähig. Asus' Erweiterung des i955X-Chipsatzes ermöglicht lediglich den Monitorbetrieb von bis zu vier Geräten, performanter wird die Grafikdarstellung durch die zwei Grafikkarten nicht. Bei so viel Ausstattung, die indirekt auch die Zugehörigkeit zur obersten Geschwindigkeitsklasse verspricht, ist es für den chronisch von Lüftergeräuschen geplagten Computernutzer sehr erfreulich, dass Asus auch weiterhin auf ein komplett lüfterloses Design setzen konnte.

P5WD2 Premium

Komponenten Asus P5WD2 Premium
Nr.FunktionBezeichnungInfo
1NorthbridgeIntel MCH 955XIntel Chipsatz-Info [9]
2SouthbridgeIntel ICH7R Intel Datenblatt - PDF [10]
3IDE-RAID-ControllerITE IT8211FKurz-Info [11]
4GBit-NetzwerkIntel PRO/1000Intel Chipsatz-Info [8]
5GBit-NetzwerkMarvell 88E8001Kurz-Info [12]
6SoundchipRealtek ALC882Realtek Info [13]
7Super I/Owinbond W83627 (engl. PDF) [14]
8FireWire 400TI TSB43AB22ADatenblatt (engl. PDF) [15]


Asus P5WD2 Premium P5WD2 Slotblende Sockelbereich
Größe Norhtbridge-Kühler Anschlussvielfalt

Interrupt-Tabelle

Ein Blick in das Handbuch offenbart eine gute Verteilung der IRQs. So werden acht IRQ-Leitungen auf die einzelnen Komponenten verteilt, höchstens vier Geräte müssen sich dabei eine Leitung teilen.

Interrupt-Verteilung
KomponenteIRQ AIRQ BIRQ CIRQ DIRQ EIRQ FIRQ GIRQ H
PCI Slot 1-----shared--
PCI Slot 2------shared-
PCI Slot 3-------shared
Onboard IDE---shared----
Onboard 1394----shared---
Onboard LAN2----shared---
PCIE x16shared-------
PCIE x16shared-------
PCIE x1---shared----
USB Controller 1----shared---
USB Controller 2-shared------
USB Controller 3--shared-----
USB Controller 4---shared----
USB 2.0 Controller----shared---
Serial ATA-------shared
IDE------shared-
Azalia---shared----

BIOS

Mit jeder neuen Chipsatzgeneration verbessern sich auch die Möglichkeiten des Übertaktens. Ein Blick in das BIOS des Asus P5WD2 offenbart bereits mehrere Wege, den PC, auch wenn das Board mit entsprechender Bestückung zu den potentesten Modellen gehört, noch ein Stückchen schneller zu machen. Einen Überblick über die manuellen Einstellungsmöglichkeiten soll die folgende Tabelle verschaffen. Die folgenden Overclocking-Einstellungen sind, um manuell Werte bestimmen zu können, entnommen worden, während das „AI Overclocking“ auf „Manual“ gestellt wurde.

Overclocking-Einstellungen
OptionAsus P5WD2 Premium
CPU Frequency100 bis 450 MHz in 1er Schritten
DRAM FrequencyAuto, DDR2-400, DDR2-533, DDR2-667, DDR2-711, DDR2-889
PCI Express Clock90 bis 150 MHz in 1er Schritten
Memory VoltageAuto, 1,80 bis 2,30 V in 0,10-Volt-Schritten
MCH VoltageAuto, 1,5 oder 1,65 Volt in 0,05 Volt-Schritten
ICH VoltageAuto, 1,05 oder 1,20 Volt
CPU VoltageAuto, 1,300 bis 1,700 V, in 0,125-Volt-Schritten
PCI Clock Synchronization ModeAuto, to CPU oder 33,33 MHz
AI OverclockingManual, Auto, Extreme, Overclocking Profile, AI N.O.S
N.O.S. OptionDisable, 3, 5, 7, 10, 15, 20, 30 Prozent
PEG Link ModeAuto, Slow, Normal, Fast, Faster
CAS# Latency (Tcl)Auto, 3, 4, 5, 6
RAS# PrechargeAuto, 2, 3, 4, 5, 6
RAS# to CAS# DelayAuto, 2, 3, 4, 5, 6
RAS# Activate to PrechargeAuto, 4 bis 18 in 1er Schritten
Write Recovery Time Auto, 2, 3, 4, 5, 6

Die Werte wurden direkt dem BIOS entnommen. Auffallend sind wohl, neben den zahlreichen Möglichkeiten Taktraten zu verändern, die Optionen zur Änderung der Spannung beim Memory Controller Hub (MCH) sowie der Southbridge (ICH). Da der Nutzer sogar hier Hand anlegen kann, scheint sich das Asus P5WD2 für Übertaktungsversuche zu prädestinieren. Auch die Möglichkeit, die Timings des Arbeitsspeichers deutlich zu ändern, verdient aus Sicht des Performance-Enthusiasten ein Lob.

Da es jedoch neben den tabellarisch dargestellten Übertaktungsmöglichkeiten auch noch Overclocking-Optionen gibt, die ihren Dienst automatisch verrichten, sei auch ihnen neben anderen interessanten BIOS-Features eine Beschreibung vergönnt.

Asus Multilanguage BIOS
Das BIOS des Asus P5WD2 ist fünfsprachig (Englisch, Französisch, Deutsch, Japanisch und Chinesisch) und verspricht so zumindest auf dem Papier eine erhöhte Benutzerfreundlichkeit. Die Übersetzung in andere Sprachen aus dem Englischen geschah zwar zumeist fehlerfrei, bei Weitem aber nicht komplett. So sind nicht unwesentliche Teile des BIOS' einfach unübersetzt geblieben. Neben der immer noch vorhandenen „JumperFree Configuration“ findet sich ebenfalls noch eine „USB Configuration“ oder ein „LAN Cable Status“. Die so bezeichneten Menüpunkte wurden auch in ihren Untermenüs nicht übersetzt, speziell bei den Übertaktungsoptionen (JumperFree Configuration) könnte sich dies für sprachlich weniger versierte Nutzer als Nachteil herausstellen. Beschreibungen einiger anderer Menüs, die übersetzt wurden, scheinen übrigens auch nur sporadisch ins Deutsche, Französische oder andere Sprachen übersetzt worden zu sein. Alles in Allem kann man die alternativen Sprachen jedoch nutzen, wenngleich sie auch nicht immer helfen.

Asus Q-Fan
Das „Q-Fan“ genannte Feature des Asus P5WD2 ermöglicht die Anpassung der Lüfterdrehzahlen an das Einsatzgebiet des Rechners sowie an die eigenen Vorlieben der Ohren des Nutzers. So soll die Option über bestimmte Profile für Lüftergruppen die Drehzahlregelung ermöglichen. Dem Asus Q-Fan-Modus steht jedoch eine „AI Quiet“ genannte Option im BIOS voran. Wird diese Option aktiviert, so übernimmt das Mainboard die Lüfterregelung selbständig, ohne dass der Käufer des Asus P5WD2 ein bevorzugtes Profil angegeben hat.

Bei deaktiviertem AI Quiet-Feature stehen sogleich mehr Auswahlmöglichkeiten bereit. Neben der „CPU Q-Fan Control“ kann ebenso eine „Chassis Q-Fan1 Control“ aktiviert werden. Sowohl der Prozessorlüfter als auch der Gehäuselüfter können dann in drei Einstellungen so geregelt werden, dass sie den Ansprüchen eines übertaktenden oder ruheliebenden Computernutzers gerecht werden. Es stehen die Profile „Optimal“, „Performance Mode“ und „Silent Mode“ zur Verfügung. Das Profil „Optimal“ überlässt einmal mehr dem Mainboard die Steuerung des jeweiligen Lüfters – also des CPU-Lüfters oder des ersten hinteren Gehäuselüfters. Der „Performance Mode“ betreibt, wie der Name schon vermuten lässt, die angeschlossenen Lüfter auf höchstem Level; der „Silent Mode“ hingegen steht für niedrige Drehzahlen der angeschlossenen Lüfter.

Unverständlich erscheint bei dieser durchaus nützlichen Funktion, weshalb nicht auch ein zweiter Gehäuselüfter sowie der als Power-Fan bezeichnete dritte Lüfter, der an dem Mainboard neben dem CPU-Lüfter angeschlossen werden kann, mit Asus' Q-Fan in die Schranken gewiesen werden kann. So demonstriert bereits die Übersicht über die Lüfterdrehzahlen im „Hardware Monitor“ des BIOS', dass die von Q-Fan geregelten Lüfter im Silent-Modus zwar ihre ruhigen Runden mit 1600 - 1700 Umdrehungen schieben, zwei weitere Lüfter am Chassis Fan2-Controller sowie dem Power Fan-Controller aber deutlich performanter zu Werke schreiten und mit 2200 Umdrehungen laufen. Dass der Geräuschpegel so nur minimal gesenkt wird, dürfte auf der Hand liegen.

AI N.O.S.
Neben den bereits tabellarisch aufgeführten Möglichkeiten, das System zu übertakten, bietet Asus noch ein interessantes automatisches Overclocking-Feature an. Es wurde AI N.O.S. getauft und bedeutet ausgeschrieben und übersetzt etwa soviel wie „verzögerungsfreies Übertaktungssystem“ (Non-delay Overclocking System). Dass dieses System nicht nur sofort reagiert und an der Taktschraube dreht, wenn die CPU beansprucht wird, ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Der erfreuliche Rest ist, dass der Prozessor mit Normaltakt betrieben wird, wenn er nicht gefordert wird, er also auch nach erfolgter Übertaktung durch das AI N.O.S. wieder zurückgetaktet wird, sobald die Auslastung nachlässt. Dies birgt vor allem Vorteile hinsichtlich des doch beachtlichen Stromverbrauchs einiger Desktop-Prozessoren sowie natürlich der Temperatur des Rechenkerns und der damit verbundenen Lüfterdrehzahl und Lautstärke.

Auch wenn das AI N.O.S. automatisch agiert, können ihm Grenzwerte und Richtlinien vorgegeben werden. So ist es möglich, neben dem reinen automatischen Modus („Auto“) manuell Einstellungen wie die Empfindlichkeit des Systems oder den Grad der Übertaktung festzulegen. Als Einstellungsmöglichkeiten stehen hier unter „Sensitivity“ „Normal“, „Sensitive“ sowie „Less-Sensitive“ zur Verfügung. Eine freie Übersetzung der drei Optionen beschreibt deren Funktionsweise bereits ziemlich gut: So gibt es neben der „normalen Empfindlichkeit“ des Übertaktungssystems noch eine „empfindlichere“ und eine „weniger empfindliche“ Einstellung. Wählt man nun „Sensitive“, erhöht also die Empfindlichkeit des Sensors, so wird der Takt schon bei geringer CPU-Auslastung erhöht. Etwas träger reagiert die Einstellung „Less-Sensitive“, die erst bei anhaltender und höherer Prozessorbelastung an der Taktschraube dreht. Und die Einstellung „Normal“ liegt irgendwo dazwischen.

Der Grad der Übertaktung lässt sich über die „Target Frequency“ bestimmen. Hinter diesem Begriff versteckt sich jedoch nicht etwa ein fixer Wert, den man für den Prozessor einstellen kann, zumindest nicht im eigentlichen Sinne. So ist zwar kein fixer Takt einstellbar, der dann von dem Feature angestrebt wird, wenn der Prozessor ausgelastet wird, wohl aber ist die prozentuale Übertaktung zwischen 3 und 30 % konfigurierbar. Da der Prozessor unter Last aber direkt um die angegebene Prozentzahl übertaktet wird, egal wie sehr und wie lange er ausgelastet wird, sollte diese Einstellung mit Bedacht vorgenommen werden. Eine spontane Übertaktung um 30 % ist nur selten erfolgreich.

Software und Extras

Folgende Inhalte werden von der Asus-Anwendung nach dem Autostart der CD angeboten:

Nutzern älterer Asus-Mainboards fällt an dieser Stelle wohl zuerst die neue Kategorie „Make Disk“ auf. Die hier aufgelisteten Treiber sind für die Betriebssystem-Installation nötig, wenn Windows auf einer SATA-Festplatte installiert werden soll oder auf einer Festplatte liegt, die am ITE8211-RAID-Controller angeschlossen ist. Dann nämlich müssen die Treiber als externe Treiber in die Installationsroutine von Windows XP geladen werden. Die „Make Disk“-Spalte ist neuerdings dafür zuständig, den Nutzer möglichst einfach an das Erstellen einer Treiberdiskette heranzuführen.

Die CD dient weiterhin als Rettungsanker, wenn das BIOS des Asus P5WD2 beschädigt wurde. Erkennt das Mainboard ein fehlerhaftes BIOS, sucht es entweder nach einer Diskette, die das nötige BIOS enthält, und versucht es neu zu flashen oder aber es startet die eingelegte CD und stellt das BIOS mittels der auf der CD befindlichen Datei wieder her.

Während sich die Funktion der Treiber, Handbücher sowie der Kategorie „Make Disk“ von selbst erklärt, scheint ein Blick hinter einige der mitgelieferten Programme ratsam, um ihren vollen Funktionsumfang erfassen zu können. Aus diesem Grunde widmet sich der nächste Teil des Berichtes einer Auswahl der beiliegenden Programme:

Asus AI Booster


AI Booster

Der AI Booster soll dem Nutzer Funktionen erschließen, die er sonst nur mit einem Blick ins BIOS zu Gesicht bekäme. So gehören vor allem Übertaktungsfunktionen sowie die Lüftersteuerung zu dem, was der AI Booster beherbergt. Interessant dürften vor allem die Einstellungsmöglichkeiten zum Prozessor sein. Hier bietet das Programm die Variation des Frontside-Buses oder aber den Weg über den Multiplikator, so er sich denn verstellen lässt. Prozessoren mit einer Thermal Design Power von 115 Watt bzw. 130 Watt (Pentium 4/Pentium D) kann hier der Multiplikator 14 aufgezwungen werden.

Direkt neben den Optionen zur CPU-Taktung findet sich eine Lüftersteuerung, die sowohl den CPU-Lüfter wie auch einen am Mainboard angeschlossenen Gehäuselüfter regeln kann. Dies geschieht allerdings nicht direkt, also über die Festlegung spezifischer Drehzahlen, sondern indirekt über die Wahl dreier Geschwindigkeitsstufen. Zur Auswahl stehen hierbei die Stufen „Performance“, „Silent“ sowie „Optimal“.

Andere BIOS-Optionen wie beispielsweise das AI-NOS-Overclocking-System lassen sich ebenfalls mit dem AI Booster steuern.

Software und Extras (Fortsetzung)

Asus Update


Asus Update

Das Programm „Asus Update“ ist in seiner Funktion zwar auf das BIOS beschränkt, bietet aber allen nur erdenklichen Komfort, der mit diesem zusammenhängt. So kann man das BIOS-File nicht nur sichern und erneuern, es ist ebenso möglich, die BIOS-Informationen wie Versionsnummer, Chipsatz oder Erstellungsdatum auszulesen, neue BIOS-Versionen aus dem Internet zu laden, das BIOS direkt vom Internet aus einem Update zu unterziehen oder eine neue BIOS-Version von einer gespeicherten Datei aus zu flashen. Ein komfortables und sicheres Programm, das sich die früheren Unsicherheiten beim Flashen unter Windows kaum mehr vorwerfen lassen muss.

Ebenfalls zum Repertoire von Asus Update gehört das Tool „MyLogo“ welches es ermöglicht, das beim „Silent Boot“-Vorgang des Mainboards gezeigte Bild auszutauschen. Mit Silent Boot wird bei Asus das Einblenden eines Fullscreen-Logos beschrieben, dass während des Power on self Tests (POST) eingeblendet wird und somit die Initialisierungen der einzelnen Komponenten durch das BIOS verdeckt.

Asus PC Probe II


Asus Probe II

Mit Asus PC Probe II steht ein weiteres Programm zur Verfügung, dass zur Überwachung des Systems geeignet ist. So lassen sich mit diesem Tool Daten zu Systemkomponenten auslesen, beispielsweise die Größe des L1- und L2-Caches des Prozessor, die RAM-Größe und -Art oder andere Spezifikationen zur verbauten Hardware. Weiterhin kann man mit dem Programm eine „Config“ erstellen, in der festgelegt wird, welche Systemdaten auf dem Desktop angezeigt werden sollen. Es stehen neben den Drehzahlen zu diversen Lüftern auch Spannungswerte sowie Temperatur von CPU und Mainboard auf der konfigurierbaren Liste. Angezeigt werden die Informationen dann in kleinen grafischen Kästchen.

Zu guter Letzt lassen sich noch die Auslastung von Prozessor, Arbeitsspeicher sowie den Festplatten anzeigen.

Asus WiFi/TV-Karte (optional)

Eine spezielle und neuartige Dreingabe des Asus P5WD2 und P5LD2 ist die beiliegende TV/WiFi-Karte samt Fernbedienung. Zwar ist man von der vorherigen Spitzengeneration, dem Asus P5AD2 und dem P5GD2, WiFi-Fähigkeit gewöhnt, doch übertrifft die Erweiterungskarte diese Eigenschaft bei Weitem. So kann man mit ihr nicht nur ein Drahtlosnetzwerk nach 802.11 a/b/g erstellen; ferner ist es möglich, FM-Radio zu empfangen oder aber analoges oder digitales Fernsehen, nach DVB-T-Standard, zu genießen.

Um all diese Funktionen handhaben zu können, liegt der PCI-Karte eine Fernbedienung bei, die vor allem für die Steuerung der ebenfalls mitgelieferten PowerCinema-Software zuständig ist. So lässt sich über die mit Funktionsknöpfen nur so gespickte Fernbedienung die komplette Palette an Einstellungsmöglichkeiten für die TV/WiFi-Karte erreichen.

TV-Karte Gesamtansicht Fernbedienung

Die Kombination aus der PowerCinema-Software sowie der TV-Karte erweist sich als äußert vielseitig. So beherrscht dieses Duo so ziemlich alles, was man als gehobenen Standard ansehen kann: Neben der zeitverzögerten Betrachtung des Fernsehprogramms – de facto lässt sich sogar beliebig während des Fernsehens die Pause-Taste betätigen um dann nach erneuter Nutzung an dieser Stelle fortzufahren – sind auch Fernsehaufnahmen in verschiedener Qualität möglich. Auch existiert ein Menüpunkt „Programmvorschau“, der die nächsten Sendungen auflistet und beim Senderwechsel ebenfalls eine Kurzbeschreibung des aktuellen Programms einblendet.

Die TV-Komponente der Software ist allerdings nur ein Teil des PowerCinema-Softwarepaketes. So ist es mit diesem MediaCenter ebenfalls möglich, Bilder, gespeicherte Videos oder Fernsehaufnahmen zu betrachten und natürlich Radio zu hören.

ASUS P5LD2 Deluxe

Der zweite Protagonist im Testfeld und ebenfalls Vertreter der Asus-Produktpalette weiß mit einem ähnlich guten Lieferumfang wie das Asus P5WD2 Premium aufzuwarten. Neben viel Software, eine Fülle an Kabeln und einem guten sowie ausführlichen Handbuch, gibt es auch hier die TV-Karte samt Infrarot-USB-Empfänger und Fernbedienung (optional) dazu. Unsere Testausstattung sah, versehen mit allen Schikanen, wie folgt aus:


Lieferumfang

Layout

Das Layout des Asus P5LD2 Deluxe gleicht dem des P5WD2 Premium in extremer Weise: Wäre nicht ein deutlich erkennbarer Schriftzug auf den beiden unterschiedlichen Mainboards, könnte man meinen, die beiden Asus-Protagonisten wären identisch. Dass sie dennoch unterschiedlich sind, dafür spricht jedoch auf dem zweiten Blick nicht nur der Name.

So fehlt ein zweiter Gigabit-LAN-Controller direkt über dem zweiten PCIe x16-Slot. Statt eines Marvell-Chips befindet sich hier der HD Audio-Codec ALC882M von Realtek. Der eine, verbleibende Gigabit-LAN-Controller stammt von Marvell und findet sich direkt über dem ersten PCIe x16-Slot wieder.

Die weiteren Unterschiede des Asus P5LD2 Deluxe sind nur in den Eckdaten des Mainboards zu suchen. Das restliche Layout ist identisch zum größeren Bruder. Die PCI/PCIe-Steckplätze sind gut verteilt, IDE- und SATA-Streckplätze gut erreichbar (von der eigenwilligen Position eines der SATA-Ports einmal abgesehen, der neben der Slotblende seine Heimat beziehen musste) und auch die Kühlung erfolgt lautlos.

Wie das P5WD2 ist auch das Asus P5LD2 Deluxe nicht SLI-fähig; der zweite PCIe x16-Port kann zwar mit einer weiteren Grafikkarte bestückt werden, ermöglicht dann aber nur den Betrieb von bis zu vier Monitoren gleichzeitig.

Asus P5LD2 Deluxe

Komponenten Asus P5LD2 Deluxe
Nr.FunktionBezeichnungInfo
1NorthbridgeIntel MCH 945PIntel [16]
2SouthbridgeIntel ICH7R Intel Datenblatt - PDF [9]
3GBit-NetzwerkMarvell 88E8053Kurz-Info [11]
4SoundchipRealtek ALC882MRealtek Info [12]
5Super I/Owinbond W83627 (engl. PDF) [13]
6FireWire 400TI TSB43AB22ADatenblatt (engl. PDF) [14]
7IDE-RAID-ControllerITE IT8211FKurz-Info [10]


Asus P5LD2 Deluxe P5LD2 Slotblende Sockelbereich
Größe Northbridge Anschlussmöglichkeiten

Interrupt-Tabelle

Ein Blick in das Handbuch offenbart auch beim Asus P5LD2 eine gute Verteilung der IRQs. So werden ebenfalls acht IRQ-Leitungen auf die einzelnen Komponenten verteilt, höchstens vier Geräte müssen sich dabei eine Leitung teilen.

Interrupt-Verteilung
KomponenteIRQ AIRQ BIRQ CIRQ DIRQ EIRQ FIRQ GIRQ H
PCI Slot 1-----shared--
PCI Slot 2------shared-
PCI Slot 3-shared------
PCIE x16shared-------
PCIE x16shared-------
PCIE x1---shared----
USB Controller 1----shared---
USB Controller 2-shared------
USB Controller 3--shared-----
USB Controller 4---shared----
USB 2.0 Controller----shared---
Onboard IDE------shared-
onBoard SATA-------shared
onBoard HD audio---shared----
Onboard LAN1shared-------
PCIe SATA RAID-shared------

BIOS

Auch das Asus P5LD2 bietet zahlreiche Übertaktungsmöglichkeiten und anderweitige BIOS-Optionen, die ebenfalls in einer Tabelle aufgezählt werden, um die Übersicht zu wahren. Bei einem Vergleich mit dem P5WD2 fällt sofort die starke Verwandtschaft der beiden Asus-Mainboards auf.

Overclocking-Einstellungen
OptionAsus P5LD2 Premium
CPU Frequency100 bis 450 MHz in 1er Schritten
DRAM FrequencyAuto, DDR2-400, DDR2-533, DDR2-667, DDR2-711, DDR2-889
PCI Express Clock90 bis 150 MHz in 1er Schritten
Memory VoltageAuto, 1,80 bis 2,30 V in 0,10-Volt-Schritten
MCH VoltageAuto, 1,5 oder 1,65 Volt in 0,05 Volt-Schritten
ICH VoltageAuto, 1,05 oder 1,20 Volt
CPU VoltageAuto, 1,300 bis 1,700 V, in 0,125-Volt-Schritten
PCI Clock Synchronization ModeAuto, to CPU oder 33,33 MHz
AI OverclockingManual. Auto, Extreme, Overclocking Profile, AI N.O.S
N.O.S. OptionDisable, 3, 5, 7, 10, 15, 20, 30 Prozent
PEG Link ModeAuto, Slow, Normal, Fast, Faster
CAS# Latency (Tcl)Auto, 3, 4, 5, 6
RAS# PrechargeAuto, 2, 3, 4, 5, 6
RAS# to CAS# DelayAuto, 2, 3, 4, 5, 6
RAS# Activate to PrechargeAuto, 4 bis 18 in 1er Schritten
Write Recovery Time Auto, 2, 3, 4, 5, 6

Nicht nur die BIOS-Optionen, die durch den Anwender verändert werden können, gleichen denen des P5WD2 Premium deutlich; das gesamte BIOS scheint Eins zu Eins identisch, von der Auswahl der möglichen Sprachen bis hin zu den Übertaktungsmöglichkeiten und der Gerätekonfiguration. Aus diesem Grunde erscheint eine erneute Beschreibung der BIOS-Features auch überflüssig. Das Asus P5LD2 bietet alles, was das Asus P5WD2 auch zu bieten hat – natürlich nur bezogen auf die BIOS-Einstellungen.

Software und Extras

Folgende Inhalte werden von der Asus-Anwendung nach dem Autostart der CD angeboten:

Eine erneute Beschreibung der meisten Menüpunkte erübrigt sich, da es sich bei der angebotenen Software um eine quasi identische Auswahl zum Asus P5WD2 Premium handelt. Eine ausführliche Beschreibung [17] der wichtigsten Programmbeigaben haben wir demnach bereits geliefert [16].

ASUS P5ND2 SLI Deluxe

Der dritte und letzte Kandidat aus dem Hause Asus versucht den anderen beiden Vertretern in nichts nachzustehen. Zwar muss man bereits in der Ausstattung Abstriche hinnehmen – aufgrund einer fehlenden WiFi/TV-Karte kann das Asus P5ND2 nicht mit dem P5WD2 Premium oder P5LD2 Deluxe mithalten – dafür sprechen jedoch ein anderer, womöglich performanterer Chipsatz und andere Raffinessen wie die SLI für das Board. Doch bevor es an eine Detailbetrachtung des Layouts und der Onboard-Komponenten geht, sei eine Übersicht über den Lieferumfang vorangestellt:


Lieferumfang

Layout

Das Asus P5ND2 SLI, das, anders als die zwei bisher betrachteten Asus-Mainboards nicht auf einen Intel-eigenen Chipsatz setzt, hebt sich optisch bereits von dem P5WD2 sowie dem P5LD2 ab. Herzstück des Boards ist der nForce 4 SLI-Chipsatz, der einen nahezu gleichen Funktionsumfang bietet, wie Intels 955X oder 945P. Um sich dennoch abzuheben, versucht sich der nForce 4-Chipsatz als sehr performant zu geben und damit entsprechend Geschwindigkeitsenthusiasten zu begeistern.

Bei einem Blick über das Mainboard fokussieren sich die Augen des Betrachters wohl zuerst auf den knallig roten Northbridge-Kühlkörper, dessen Ausmaße die der anderen beiden Asus-Vertreter deutlich übertrifft. Dass man aber auch beim nForce 4-Chipsatz mit einem lüfterlosen Design arbeitet, beruhigt abermals Gemüter, die eine geringe Lautstärke ihres PC-Systems bevorzugen. Asus bleibt auch bei diesem Mainboard dem eigenen Anspruch treu und setzt weiterhin auf lautlose Kühlung.

Neben der voluminösen Northbridge findet sich – wie bei den anderen beiden Vertretern von Asus – ein deplatziert wirkender SATAII-Anschluss neben dem EZ-Plug wieder. Diesmal jedoch in Gesellschaft einer Diagnose-LED, die weder beim Asus P5LD2 noch beim Asus P5WD2 vorhanden ist. Ihre Funktionsweise ist recht einfach und einleuchtend: Da bei der Verwendung zweier PCIe-x16-Grafikkarten der EZ-Plug-Connector mit dem Netzteil verbunden werden sollte, um einen stabilen Betrieb gewährleisten zu können, leuchtet diese Diagnose-LED immer dann auf, wenn der 4-polige-Anschluss nicht genutzt wird. Diese komfortable Lösung, die eine Fehlerdiagnose gewiss erleichtern kann, wäre bei dem Asus P5WD2 und dem P5LD2 auch wünschenswert gewesen. Immerhin besitzen alle drei Mainboards eine Power-On-LED, die sich am unteren Ende der Platine befindet.

Ein weiterer Unterschied des Asus P5ND2 SLI zu den anderen beiden Mainboards ist die Handhabung der vorhandenen PCI(e)-Steckplätze. Konnte man sowohl beim P5WD2 als auch beim P5LD2 den zweiten PCIe-x16-Steckplatz alternativ als PCIe x4-Multimedia-Steckplatz nutzen, ist von einer derartigen Nutzung auf dem Asus P5ND2 SLI keine Beschreibung vorhanden. Stattdessen bietet das Mainboard von Haus aus zwei PCIe x1-Steckplätze und damit einen mehr als das Asus P5WD2 oder P5LD2.

Ein Blick in die nähere Umgebung der Southbridge zeigt, dass die MCP-04 des nForce 4 SLI von Haus aus zwei IDE-Channels. Verglichen mit dem P5WD2/P5LD2 verzichtet man daher auch auf den ITE IDE-RAID-Controller, dessen oberste Aufgabe es trotz RAID-Funktion wohl war, den fehlenden zweiten IDE-Channel des ICH7/R zu kompensieren.

Natürlich kann die MCP-04-Southbridge des nForce 4-Chipsatzes auch als SATAII-Controller fungieren und bietet damit den gleichen Funktionsumfang wie Intels ICH7/R. Hierzu gehört vor allem RAID mit Unterstützung der Modi 0, 1, 5 und 10.

Das Asus P5ND2 SLI schlägt in Sachen Onboard-Sound einen Mittelweg ein: So kommt weder ein HD Audio-Codec (mangels Unterstützung) noch ein Onboard-Chip von Creative zum Einsatz. Vielmehr wird der 8-Kanal-Sound von einem Realtek ALC850 Codec geliefert. Wie gut sich dieser im Vergleich schlägt, wird im späteren Testverlauf noch geklärt werden.

Asus P5ND2 SLI

Komponenten Asus P5ND2 SLI Deluxe
Nr.FunktionBezeichnungInfo
1NorthbridgenVidia nForce 4 Intel EditionnVidia Chipsatz-Info [18]
2SouthbridgenVidia MCP-04 -
3GBit-NetzwerkMarvell 88E1111Kurz-Info [19]
4GBit-NetzwerkIntel 82540EMIntel Chip-Info [20]
5SoundchipRealtek ALC850Realtek Info [21]
7SLI-Switch--
7Super I/OITE 8710F-ADatenblatt (engl. PDF) [22]
8FireWire 400TI TSB43AB22ADatenblatt (engl. PDF) [14]


Asus P5ND2 SLI Deluxe Asus P5ND2 SLI Slotblende Ausmaße des Northbridge-Kühlers
SLI-Switch Sockelbereich

Interrupt-Tabelle

Wie bei den vorangegangenen Mainboards knausert Asus auch bei diesem Board nicht mit Informationen zur Interrupt-Verteilung. Es folgt also eine Übersicht der IRQ-Belegung des Asus P5ND2 SLI:

Interrupt-Verteilung
KomponenteIRQ AIRQ BIRQ CIRQ DIRQ E
PCI Slot 1shared----
PCI Slot 2-shared---
PCI Slot 3--shared--
Onboard USB 1.0 controllershared----
Onboard USB 1.0 controller-shared---
Onboard USB 2.0 controller--shared-
Onboard LAN 1shared----
Onboard LAN 2---shared-
Onboard PCI SATA RAID---shared-
Onboard 1394a----shared

BIOS

Da das Asus P5ND2 SLI bekanntermaßen über einen anderen Chipsatz als die vorangegangenen beiden Asus-Mainboards verfügt, sieht auch das BIOS anders aus. So handhabt man, bedingt durch den verbauten nForce 4 SLI Intel Edition-Chipsatz einige Dinge anders als bei Mainboards mit i955X- beziehungsweise i945P-Chipsatz. Speziell die Verwaltung von RAID-Arrays, die über die MCP-04 eingerichtet werden, sowie natürlich die Übertaktungsmöglichkeiten fallen hier ins Auge; kleine Features unterscheiden sich jedoch auch im Detail. Die obligatorische Übersicht über die BIOS-Features, die für die Geschwindigkeitseinstellungen zur Verfügung stehen, soll jedoch abermals einer Beschreibung der weiteren wichtigen BIOS-Optionen voranstehen:

Overclocking-Einstellungen
OptionAsus P5ND2 SLI Deluxe
FSB Speed790 bis 1600 MHz in 1er Schritten
MEM Speed400 bis 1200 MHz in 1er Schritten
PCIE Frequency100 bis 150 MHz in 1er Schritten
DRAM VoltageAuto, 1,80 bis 2,30 V in 0,50-Volt-Schritten
Chipset Core Voltage1,40 V, oder 1,50 V
South Bridge Voltage1,50 V oder 1,60 V
CPU Termination Voltage1,35 V bist 1,40 V, in 0,05-Volt-Schritten
VCore OvervoltageEnabled, Disabled
VCore VoltageAuto, 0,8375 V bis 1,6000 V in 0,0125-Volt-Schritten
Overclocking ProfileManual. Auto, Standard, AI Overclock, AI N.O.S, Safe Mode
AI OverclockDisabled, Overclock 5 %, Overclock 10 %, Overclock 15 %, Overclock 20%
FSB 960/800, FSB 1280/800, FSB 100/667, FSB 13333/667, FSB 1200/800
N.O.S. OptionDisable, 3 %, 5 %, 8 %, 10 %
N.O.S. ModeAuto, Standard, Sensitive, Heavy Load
Memory TimingsManual. Auto
T(CAS))Auto, 1, 2, 3, 4, 5, 6
T(RCD)Auto,1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
T(RP)Auto,1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
T(RAS)Auto, 1 bis 31 in 1er Schritten
T(RC)Auto, 1 bis 31 in 1er Schritten
Addressing Mode Auto, 1 clock, 2 clock

Alle angegebenen Werte wurden auch hier direkt dem BIOS entnommen und entsprechen nicht unbedingt den Angaben im Handbuch. Obwohl sich die Bezeichnungen einiger BIOS-Optionen teilweise von denen beim Asus P5WD2 sowie dem Asus P5LD2 unterscheiden, verbirgt sich im Großen und Ganzen ein ähnlicher konfigurierbarer Funktionsumfang hinter den Namen. So kann man natürlich auch beim Asus P5ND2 SLI Deluxe die Einstellungen an Frontside-Bus vornehmen und die Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers definieren. Ungewöhnlich im Vergleich zu den vorherigen BIOS-Versionen ist jedoch, dass man den FSB bereits in der vervierfachten Berechnungsmethode konfiguriert - will heißen: Im Gegensatz zu den Asus-Mainboards auf Intel-Basis stellt man den FSB nicht in Größenordnungen von 100 bis 450 MHz ein, damit dieser dann nachträglich durch das Quadpumped-Feature imaginär vervierfacht wird; es ist vielmehr der bereits faktorisierte Frontside-Bus auszuwählen. Das bedingt natürlich auch, dass man den FSB viermal genauer einstellen kann als bei den bereits betrachteten Asus-Protagonisten, wobei das natürlich nicht unbedingt ein Vorteil ist - auch das Asus P5WD2 und das P5LD2 können genügend exakt übertaktet werden.

Weiterhin fällt die hohe Variabilität des VCores auf, dessen Mindestgröße nur 0,8375 Volt beträgt. Wem die maximalen 1,6 Volt VCore nicht genügen, der kann zudem über die„ VCore Overvoltage“-Option zusätzliche 0,1 Volt für den Prozessor bereitstellen und ihn so auf maximal 1,7 Volt betreiben. Unterhalb dieser Höchstgrenze scheint die Option jedoch wenig Sinn zu machen, kann man doch bei beispielsweise 1,4 Volt bereits per Hand einen Wert von 1,5 Volt eintragen und muss diesen nicht noch durch das Overvoltage-Feature indirekt konfigurieren.

Im Folgenden soll eine Vorstellung der wichtigsten Optionen die Betrachtung des BIOS' abschließen. Beschrieben werden wieder nur die Funktionen, die nicht bereits bei der Untersuchung der vorangegangenen Asus-Mainboards vorgestellt wurden.

Asus Multi-Language BIOS
Das BIOS des Asus P5ND2 SLI Deluxe ist, im Gegensatz zu denen des Asus P5WD2 Premium und des P5LD2 Deluxe, nur dreisprachig. Verzichtet wird beim Asus-Mainboard auf nForce 4-Basis auf die Sprachen Chinesisch und Japanisch. Wer für die zwei verbleibenden nichtenglischen Sprachen jetzt jedoch eine bessere Übersetzung erwartet, der wird an dieser Stelle enttäuscht. Stattdessen sind noch gröbere Übersetzungsfehler bei der Betrachtung des BIOS' auszumachen: Neben einem „Aufladung Vorrichtung Priorität“ genannten Punkt (der übrigens für die „Boot Device Priority“ steht) finden sich auch eher kuriose Übersetzungen wie „Entfernbare Antriebe“ oder „Scheiden Sie Änderungen aus“ im Basissystem im Basissystem des Computers wieder. Nur mit viel Fantasie oder eben doch der Nutzung der englischen BIOS-Sprachversion kommt man dann auf die Bedeutung der gelisteten Punkte: Während man die austauschbaren Laufwerke mit „entfernbaren Antrieben“ betitelte, verwirft man mit dem Menüpunkt „Scheiden Sie Änderungen aus“ die getätigten BIOS-Änderungen. Auch hier bleibt der Luxus des mehrsprachigen BIOS' also ein zweifelhaftes Vergnügen.

Asus Speech Reporter

Der Asus Speech Reporter ist ein spezielles Feature aktueller Asus-Mainboards auf nForce 4-Basis, das so nicht mehr wie in der Vergangenheit auf Pendants mit Intel-Chipsatz, selbst wenn sie ebenfalls von Asus vertrieben werden, zu finden ist. Diese neuartige BIOS-Funktion soll bei der Fehlerdiagnose behilflich sein und diese durch eine Sprachausgabe eingrenzen. So wird bei der Aktivierung des Features während des Power on Self Tests verbal ein Fehler ausgegeben, so er denn auftritt. Dies können allgemeine Fehler während des POST-Vorganges sein, es kann aber auch im Speziellen definiert werden, ob eine Sprachausgabe bei fehlerhafter Initialisierung der Festplatten stattfinden soll und auch ob noch während des Boot-Vorganges selbst eine verbale Fehlermeldung erfolgen soll.

Software und Extras

Folgende Inhalte werden von der Asus-Anwendung nach dem Autostart der CD angeboten:

Auch beim Asus P5ND2 SLI finden sich die von den zwei zuvor betrachteten Boards bekannten Menüpunkte wieder; da es sich jedoch um ein Mainboard mit nForce 4 Chipsatz handelt, stehen auch andere Treiber und Tools zur Verfügung. Neben den obligatorischen nForce 4-Chipsatztreibern findet sich daher auch ein nVidia RAID-Tool zur Verwaltung der an der MCP-04-Southbridge angeschlossenen SATA-Festplatten wieder. Ebenfalls neu ist der Winbond Voice Editor, mit dem es möglich ist, die Soundfiles auszutauschen, die bei einen POST-Fehler ausgegeben werden.

Im Gegensatz zum Asus P5WD2 Premium oder dem Asus P5LD2 Deluxe fehlen jedoch sämtliche 64bit-Treiberversionen auf der CD. Für eine etwaige Installation eines 64bit-Betriebssystems muss also auf Alternative Quellen zurückgegriffen werden.

Da die beigelegte Software des Asus P5ND2 SLI mit der des P5WD2 Premium und des P5LD2 Deluxe übereinstimmt, sei an dieser Stelle auf die bisherigen Erläuterungen verwiesen.

nVidia RAID-Manager

RAID Manager

Der dem Asus P5ND2 SLI Deluxe beiliegende RAID-Manager ist für die Verwaltung der an der MCP-04-Southbridge angeschlossenen Festplatten zuständig. Auch wenn das BIOS hier etwaige Optionen bietet, erleichtert das Programm die Handhabung eines RAID-Verbunds jedoch merklich. So stellt es beispielsweise fehlerhafte Arrays automatisch wieder her, sofern alle benötigten Festplatten angeschlossen sind. Was sonst in einer BIOS-Umgebung hätte erledigt werden müssen, geschieht automatisch und ohne Zutun des Anwenders unter Windows.

Auch kann man mit dem nVidia RAID-Manager bestehende RAID-Arrays auflösen und neu konfigurieren oder sich allgemeine Details ausgeben lassen. Das Programm bietet also mehrere nützliche Features, wenngleich einige von ihnen – beispielsweise die RAID-Array-Wiederherstellung – unter Windows mehr Zeit in Anspruch nehmen, als dies beim BIOS-Feature der Fall ist.

MSI P4N Diamond

Das MSI P4N Diamond ist der zweite Vertreter des nForce 4 SLI-Chipsatzes in der Intel-Ausführung in unserem Vergleichstest. Die indirekte Verwandtschaft ruft natürlich dazu auf, es mit dem Asus P5ND2 SLI zu vergleichen – technisch wie auch in Sachen Ausstattung und Geschwindigkeit. Und so gibt es in der Tat mehr Unterschiede, als man vermuten könnte, doch Näheres soll nach der Auflistung des Lieferumfangs Gegenstand der Untersuchungen sein.


Lieferumfang

Layout

Setzt man auch beim MSI P4N Diamond zum ersten Überflug mit wachsamen Augen an, so fallen gleich mehrere Dinge auf: Zum einen ist die Oberfläche des Mainboards nur so mit Klebefolien gepflastert, ein Umstand, der zweierlei Gefühle auslöste. Einerseits können so auch Hilfen für die Hardwareinstallation gegeben werden, ohne in das Handbuch schauen zu müssen („Use the 2nd PCIe Slot to enable SLI-Mode“), andererseits erscheint ein Schriftzug wie „Digital SLI Switch“ mehr wie eine Werbeanzeige als eine helfende Erinnerung. Und geworben werden muss für das Mainboard wohl nicht mehr, wenn man es ausgepackt vor sich liegen sieht.

Neben diesem optischen Aufhänger, der faktisch natürlich nichtig ist, gibt es auch andere Dinge, die einem direkt ins Auge springen: Die aktive Northbridgekühlung wäre eine dieser Auffälligkeiten. So befindet sich ein kleiner 40mm Lüfter auf dem sonst sehr kompakten, vor allem im Vergleich zum Asus P5ND2 SLI sehr kleinen, Kühlkörper. Neben der zu erwartenden Lautstärke, die, so gering sie auch sein könnte, noch über dem Niveau der Vergleichsmainboards liegt, die allesamt auf eine passive Kühlung setzen, belegt der Lüfter auch gleich einen der drei 3-Pin-Lüfteranschlüsse. Computernutzer, die ihre Gehäuselüfter über das Mainboard steuern lassen, werden hier von vornherein mit einem geringeren Umfang an Anschlussmöglichkeiten konfrontiert. Glücklicherweise handelt es sich bei der verwendeten Befestigungsart des Lüfters um die Standardbefestigung, so dass einem Austausch gegen ein anderes Modell oder gar einem Adapter auf eine größere Lüfterdiagonale nichts im Wege stehen sollte.

Verweilt man noch etwas bei dem Northbridge-Kühlköper, so fällt die um 45° gedrehte Position der Northbridge auf. Dies dient vor allem dem Zweck, die Signalwege zwischen Prozessor und Northbridge sowie zwischen Northbridge und Arbeitsspeicher kurz zu halten.

Die Southbridge wurde zwar nicht gedreht, bei der Betrachtung dieser fällt jedoch ebenfalls etwas Interessantes auf: Der kleine Kühlkörper auf der Southbridge besitzt einen kreisförmigen Kupferkern, der zweifelsohne für eine bessere Wärmeabgabe sorgen soll. Da nicht anzunehmen ist, dass der nForce 4-Chipsatz bei MSI heißer wird als bei Asus, lässt dieser Kupferkern ebenso wie die aktive Northbrdige-Kühlung nur darauf schließen, dass man bei MSI wohl auch für Übertakter genügend Ressourcen zur Verfügung stellen oder aber eine hohe Stabilität bei schlecht durchlüfteten Gehäusen garantieren will.

Und um gleich bei der Southbridge zu verharren: Auch auf dem MSI P4N Diamond werden zwei IDE-Steckplätze angeboten, die von der MCP-04-Southbridge verwaltet werden. Zusätzlich zu den vier SATAII-Anschlüssen, die mit dem Einsatz des nForce 4 Chipsatzes einhergehen, bietet MSI jedoch noch zwei weitere SATAII-Anschlüsse. Diese werden von einem Silicon Image RAID-Controller verwaltet und sind streng genommen auch auf den drei anderen Asus-Mainboards zu finden, nur eben an anderer Stelle.

Wieder gänzlich unterschiedlich wird die Anordnung der PCI- und PCIe-Steckplätze bei MSI gehandhabt. So befindet sich kein einziger Slot zwischen den zwei PCIe x16 Steckplätzen. Einerseits geht hierdurch zwar kein Anschluss verloren, sollte einmal ein SLI-Gespann aus zwei Grafikkarten eingesetzt werden, die eine Dual-Slot-Kühllösung besitzen, andererseits ist diese Lücke auch als verschenkter Raum zu bezeichnen, wenn eben nur eine Grafikkarte genutzt wird oder die Grafikkarten selbst nur einen Slot belegen. Immerhin ist der zweite PCIe x16 Steckplatz auch als PCIe x1-Slot nutzbar, sofern keine Grafikkarte in ihm installiert wird. Zu den weiteren Steckplätzen zählen ein PCIe x1-Slot sowie zwei PCI-Slots. Einer dieser Slots ist orange eingefärbt und speziell für MSIs PCI-Karten mit kombinierter Funktion ausgelegt. Ein Beispiel für solche Karten ist eine Bluetooth-WLAN-Combo-Karte.

MSI P4N Diamond

Komponenten MSI P4N Diamond
Nr.FunktionBezeichnungInfo
1NorthbridgenVidia nForce 4 Intel EditionnVidia Chipsatz-Info [17]
2SouthbridgenVidia MCP-04 -
3SATA/RAID-ControllerSil 3132Kurz-Info [23]
4FireWire 400VIA VT 6306-
5SoundchipCreative CA0106-DATCreative Info [24]
6GBit-NetzwerkMarvell 88E1111-RCJKurz-Info [18]
7Super I/Owinbond W83627 (engl. PDF) [13]
8MSI CoreCell--


MSI P4N Diamond Slotblende Northbridge
Anschlussmöglichkeiten der Southbridge Sockelumgebung (2)

Interrupt-Tabelle

Leider sind im Handbuch zum MSI P4N Diamond keine verwertbaren Informationen zur IRQ-Belegung vorhanden.

BIOS

Das MSI P4N Diamond setzt wie auch das Asus P5ND2 SLI Deluxe auf den „nForce 4“-Chipsatz in der Intel Edition. Diese Tatsache bedingt natürlich auch, dass sich viele der BIOS-Optionen überschneiden. Es gibt jedoch auch die eine oder andere BIOS-Option neu zu entdecken, weshalb eine ausführliche Betrachtung der BIOS-Features auch für das MSI P4N Diamond lohnenswert ist. Es folgt wieder eine Übersicht über die dem Anwender gegebenen Übertaktungsoptionen, die direkt dem BIOS entnommen wurden:

Overclocking-Einstellungen
OptionMSI P4N Diamond
System Clock ModeAuto, Manual, Linked
FSB Clock (MHz)400 bis 1400 MHz in 1-MHz-Schritten
Memory Clock (MHz)400 bis 900 MHz in 1-MHz-Schritten
PCIE Frequency100 bis 148 MHz in 2-MHz-Schritten
CPU VoltageStandard-VCore plus 0,0 Volt bis 0,4 Volt in 0,0125-Volt-Schritten
DDRVoltage1,80 bis 2,40 V in 0,05-Volt-Schritten
NB-Voltage1,45 oder 1,70 Volt in 0,05-Volt-Schritten
CPU Dynamic OverclockingDisabled, 1 %, 3 %, 5 %, 7 %, 10 %, 15 %
VGA Performance Boost
NV4x Core Clock OverclockingDisabled, 1 %, 3 %, 5 %, 7 %, 10 %, 15 %
NV4x Memory clock OverclockingDisabled, 1 %, 3 %, 5 %, 7 %, 10 %, 15 %
Memory TimingsManual, Auto
CAS LatencyAuto, 1, 2, 3, 4, ,5, 6
tRCDAuto, 1, 2, 3, 4, ,5, 6, 7
tRPAuto, 1, 2, 3, 4, ,5, 6, 7
tRASAuto, 1 bis 15 in 1er-Schritten
tRCAuto, 1 bis 15 in 1er-Schritten
Address ModeAuto, 1T, 2T

Im Gegensatz zu den Asus-Mainboards fällt vor allem auf, dass es weniger konfigurierbare Übertaktungshilfen gibt. Neben dem „CPU Dynamic Overclocking“-Feature sucht man vergebens nach weiteren Eigenarten eines automatischen Tools. Und so bleibt als zweite Möglichkeit der Geschwindigkeitszunahme nur das manuelle Übertakten übrig; ein Gebiet, das jedoch umfassend von MSI abgedeckt wurde. So lässt sich der Frontside-Bus in einer ausreichend großen Spanne von 400 MHz bis 1400 MHz (quadpumped) einstellen und auch der Speichertakt kann von 400 MHz bis 900 MHz variiert werden. Eine separate Einstellung der beiden Takte ist jedoch nur möglich, wenn unter dem BIOS-Menüpunkt „System Clock Mode“ der Eintrag „Manuel“ ausgewählt wird. Fällt die Auswahl auf den Eintrag „Linked“, zeigt MSIs P4N Diamond erst gar keinen Speichertakt an. Bei unserem Test stellte sich die manuelle Wahl des Speichertaktes weiterhin als gar nicht so manuell heraus: Der eingestellte Takt wurde nur übernommen, wenn der Quotient aus Frontside-Bus und Memory-Takt gerade ist. Andernfalls wurde der Speichertakt entsprechend nachjustiert.

Das AMI-BIOS ist weiterhin nur einsprachig, wobei dieser Nachteil aufgrund der eher mäßigen Übersetzung der bisher betrachteten Vertreter auch als nebensächlich betrachtet werden kann. Die meisten der BIOS-Optionen sind im BIOS selbst gut beschrieben; das dreisprachige Handbuch tut sein Übrigens hinzu.

MSI SmartFAN

MSIs SmartFAN ist ein Äquivalent zu Asus' QFan und damit ebenso zuständig für die temperaturabhängige Lüftersteuerung. Anders als bei Asus stellt man hier jedoch kein Lüfterprofil ein, um so stets einen leisen, normalen oder performanten Betrieb der angeschlossenen Lüfter zu forcieren; bei MSI wird lediglich die gewünschte CPU-Temperatur im BIOS festgelegt. Diese gilt es fortan zu erreichen, mit einer maximalen Abweichung, die ebenfalls vorkonfigurierbar ist (1°C - 3°C). Gesteuert wird allerdings auch nur der CPU-Lüfter; die beiden anderen möglichen Gehäuselüfter, die direkt an das Mainboard angeschlossen werden können, sowie auch der Northbridge-Lüfter, werden nicht über im BIOS konfigurierbare Werte geregelt. Damit bleibt bei schnell drehenden und lauten Lüftern nur ein Griff zu mechanischen Lüftersteuerung.

Software und Extras

Folgende Inhalte werden von der MSI-Anwendung nach dem Autostart der CD angeboten:

* Obwohl die Treiber für den integrierten „Soundblaster Live! 24bit“-Soundchip als Menüpunkt auf der Haupttreiber-CD aufgelistet sind, muss man diesen via zweiter Installations-CD installieren. Es erscheint lediglich ein Verweis auf die Creative-CD, wenn der Menüpunkt betätigt wird.

Von den als Utilities ausgewiesenen Programmen sind das MSI CoreCenter sowie das MSI LiveUpdate die Interessantesten. Der PasswortKeeper dient einzig als Sammelprogramm für alle Passwörter, die man ihm übergeben will – ist also eher ein kleineres Gimmick. Auch die LockBox ist eher ein spielerisches Tool, mit dem man den Desktop für Handlungen sperren kann, bis das entsprechend definierte Passwort in die Lockbox eingegeben wurde. Essentiell für die Bewertung des Mainboardes sind derlei Dreingaben also nicht, weshalb jetzt nur ein Einblick in die verbleibenden umfangreicheren Programme folgen soll:

MSI CoreCenter

CoreCenter

Das MSI CoreCenter ist die Anlaufstelle für all diejenigen, die unter Windows Komponenten übertakten oder diese einfach nur überwachen wollen. Das CoreCenter zeigt zu diesem Zweck die wichtigsten Hardwarekomponenten samt Temperatur und anliegender Spannung an; im Zentrum des MSI Tools befinden sich dabei Angaben zur CPU. So werden eine grafische Prozessorauslastung sowie der aktuelle Takt und der FSB samt Multiplikator angezeigt. Über ein Erweiterungsmenü geht es auf der einen Seite zu definierbaren Takt- sowie Spannungs-Funktionen. Hier kann der Realtakt des Prozessors via Übertaktung oder auch Untertaktung des Frontside-Buses variiert werden. Gleichzeitig lassen sich VCore, RAM-Spannung sowie die Voltzahl der Northbridge verändern.

Das Tool verspricht so das komfortable Verändern der Systemgeschwindigkeit, birgt aber auch bekannte Risiken, wie das plötzliche Einfrieren in Windows. Dies geschah bei unseren Über- und Untertaktungstests sogar relativ häufig; es stellte sich heraus, dass eine Erhöhung beziehungsweise Verminderung des Frontside-Bus' in 1-MHz-Schritten stabiler mit dem Tool zu bewerkstelligen ist, als eine Veränderung in größeren Schritten. Teils stürzte Windows bei 5-MHz-Schritten ab, obgleich zuvor die gleiche Taktrate in 1-MHz-Schritten erreicht wurde.

Löblich ist bei dem Programm eine Warnung bei zu hoch eingestellter Spannung: Weicht beispielsweise der VCore deutlich von dem Standardwert ab, so wird der eingestellte Wert erst gelb und dann rot hinterlegt, wobei bei einer roten Hinterlegung (VCore-Overvoltage von über 100mV) zusätzlich noch eine Bestätigungsabfrage erscheint, ehe die Einstellung übernommen wird.

Alles in Allem kann MSIs CoreCenter die Eigenschaften der Asus-Tools „AI Booster“ und „Asus PCProbe“ aufweisen, wenngleich auch nicht immer in ähnlichem Umfang.

MSI LiveUpdate

LiveMonitor LiveUpdate

Das LiveUpdate von MSI beinhaltet den MSI LiveMonitor sowie das LiveUpdate selbst. Mit diesem Tool lässt sich das BIOS des Mainboards flashen, sofern der Rechner über einen Internetzugang verfügt. Dabei wird als erstes das MSI-Tool auf Aktualität hin überprüft, ehe es an die Suche nach aktuelleren BIOS-Versionen herangeht. Diese Suche gestaltet sich denkbar einfach: Mit jeweils einem Klick wird die Suche nach einer neuen BIOS-Version beziehungsweise der Flash-Vorgang selbst bestätigt. Es folgen etwaige Sicherheitshinweise – beispielsweise dann, wenn im Hintergrund Programme geöffnet sind – ehe das BIOS geflasht wird. In unserem Test funktionierte alles reibungslos; angefangen bei der richtigen und aktuellsten BIOS-Version bis hin zu logischen Sicherheitshinweisen und einem fehlerfreien Flash-Vorgang leistete sich das MSI LiveUpdate keine Fehler. So komfortabel wie das Asus-eigene „Asus Update“ ist es jedoch nicht, da beispielsweise nicht von einer Datei aus geflasht werden kann und die Handhabung aufgrund der Menüführung in einem Browser eher ungewohnt ist.

Dem Asus Update voraus hat das MSI LiveUpdate jedoch, dass mit dem LiveMonitor die regelmäßige Überprüfung auf Updates für verschiedene Komponenten möglich ist. So bietet das Programm die Einstellungsmöglichkeiten für den Zeitintervall, in dem nach Updates gesucht werden soll. Weiterhin lässt sich spezifisch sagen, ob und wann nach einem neuen Mainboard-BIOS, Grafikkarten-BIOS oder auch einem Treiber gesucht werden soll.

MSI 945G Neo F

Der zweite Proband aus dem Hause MSI vertritt, im Gegensatz zum MSI P4N Diamond, das eher für den anspruchsvollen und geschwindigkeitsverliebten Computernutzer gedacht ist, die Mittelklasse der aktuellen Mainboardgeneration. Es setzt auf Intels 945G-Chipsatz und verfügt somit als einziges Mainboard im Testfeld über eine integrierte Grafiklösung, namentlich Graphics Media Accelerator 950 [25] (GMA950). Neben der integrierten Grafik bietet das MSI 945G Neo-F noch weitere Features, die es als soliden Allrounder auszeichnen sollen. Doch dazu mehr, nachdem die mitgelieferte Software beäugt wurde.


Lieferumfang

Layout

Das Layout des MSI 945G Neo-F ist schlicht, aber zweckmäßig. Verschafft man sich einen ersten Überblick, so fallen kaum Besonderheiten in Sachen Design oder Funktionsumfang auf – das muss aber auch nicht sein, denkt man an das Klientel der preisbewussten Käufer, die aber dennoch aktuelle Technik ihr Eigen nennen wollen. Und von der Technik gibt es, wie der genaue Blick zeigt, dann doch Einiges: So fungiert die ICH7-Southbridge des eingesetzten i945G Chipsatzes natürlich auch beim MSI 945G Platinum als nativer SATAII-Controller. Unterstützt wird allerdings kein RAID-Betrieb, worauf das fehlende „R“ in der Bezeichnung der verwendeten Southbridge bereits hinweist. Weiterhin wird ein IDE-Channel durch die ICH7 angesteuert. Anders als die anderen Mainboards besitzt das MSI 945G Platinum somit nur eine Anschlussmöglichkeit für zwei IDE-Geräte.

Nicht ganz so eingeschränkt ist man bei der Bestückung des Mainboards mit PCI- oder PCIe-Erweiterungskarten. So stehen drei PCI-Steckplätze zur Verfügung, von denen einer MSI-Combo-Karten aufnehmen kann. Ferner sind zwei PCIe x1-Slots verbaut, die einen gewissen Grad an Zukunftssicherheit versprechen, indem die Installation der kommenden PCI-Express-Steckkarten ermöglicht wird. Der sechste Slot auf dem Mainboard ist für Grafikkarten reserviert und natürlich ein PCIe x16 Steckplatz. Durch das Vorhandensein nur eines einzelnen PCIe x16-Steckplatzes ist das MSI 945G als einziges Board im Testfeld nicht einmal theoretisch SLI-fähig.

Natürlich gehören neben der Unterstützung aktueller Pentium D-Prozessoren (Dual Core) auch ein Frontside-Bus von 1066 MHz sowie die Unterstützung von Dual Channel DDR2-667 zum Ausstattungsprogramm des MSI-Probanden. Mit dem Realtek ALC882M werkelt außerdem einer aktueller HD-Audio-Codec für 8-Kanal-Sound auf der Platine.

Ein Manko in der Ausstattung ist, neben der fehlenden RAID-Unterstützung und dem einen IDE-Channel, der nicht vorhandene IEEE 1394-Anschluss. Weder per Erweiterungsmodul noch via Slotblende ist ein FireWire-Port verfügbar. Der entsprechende Controller wurde schlicht nicht verbaut.

Das Mainboard ist somit ausstattungstechnisch auf dem geringsten Level im Testfeld, könnte aber in Sachen Geschwindigkeit aufgrund des aktuellen Chipsatzes durchaus noch mithalten. Gelänge dem MSI Neo-F dieser Coup, wäre es für all diejenige durchaus interessant, die zwar Geschwindigkeit brauchen, auf eine unüberschaubare Anzahl von Onboard-Anschlüssen allerdings gut verzichten können.

MSI 945G Platinum

Komponenten MSI 945G Platinum
Nr.FunktionBezeichnungInfo
1NorthbridgeIntel MCH 945GIntel Kurz-Info [26]
2SouthbridgeIntel ICH7Intel Datenblatt - PDF [9]
3SoundchipRealtek ALC882MRealtek Info [12]
4MSI CoreCell--
5Super I/Owinbond W83627 (engl. PDF) [13]
6Gbit-Netzwerk Intel PC82573Intel Kurz-Info [27]


MSI 945G Platinum Slotblende Sockelbereich
Größe Northbridge-Kühler Anschlussarmut

Interrupt-Tabelle

Leider sind im Handbuch zum MSI 945G Neo-F keine verwertbaren Informationen zur IRQ-Belegung vorhanden.

BIOS

Unser Testmuster wurde mit dem BIOS der Version 1.0A ausgeliefert, also der ersten BIOS-Version für das Mainboard. Diese war offensichtlich noch sehr fehlerbehaftet, stellten sich doch beim Überfliegen mehrere, teils gravierende Fehler heraus. Hierzu gehörte beispielsweise, dass die ICH7-Southbridge für eine ICH7/R gehalten wurde und somit SATA-RAID-Funktionen wählbar waren. Stellte man nun den SATA-Modus auf „RAID“, so bootete das Mainboard ohne Angaben von Gründen nicht mehr – nicht einmal der POST-Screen wurde angezeigt. Ebenso verhielt es sich mit einigen weiteren BIOS-Funktionen, beispielsweise der scheinbaren Verfügbarkeit eines IEEE-1394-Controllers. Hier beeinflusste eine Aktivierung dieses nicht vorhandenen Controllers zwar nicht den Boot-Vorgang, unwissende Benutzer werden dennoch durch die Falschinformationen verwirrt.

Eigenartig gestaltete sich auch das „Cell Menu“, welches Anlaufstelle für die CPU-Konfiguration ist. Wählbar war hier mit der ersten BIOS-Version beispielsweise nur ein Frontside-Bus von höchstens 265 MHz; 266 MHz hätten es allein für den ausgewiesenen unterstützten Frontside-Bus von 1066 MHz (quadpumped) sein müssen, der laut Handbuch, Internetbeschreibung [28] und Packungsaufdruck von dem Mainboard geboten wird. Der VCore war zum Entsetzen des Testers laut BIOS auch auf den Wert von 2,2 Volt fixiert; manuelle Änderungen wurden nicht übernommen. Dieser Wert stelle sich unter Windows jedoch als fehlerhafte Anzeige heraus.

Diese Abenteuerwanderung durch das BIOS löste sich glücklicherweise in reine Routine auf, sobald via MSI LiveUpdate fehlerfrei die neueste BIOS-Version geflasht wurde. Das ICH7 wurde als solches erkannt, der Prozessor wurde sofort korrekt kalibriert, es fanden sich keine Scheingeräte mehr in der Funktionsübersicht und die Übertaktungsmodi funktionierten auch tadellos. Und gerade diese sollen der weiteren Untersuchung des BIOS einmal mehr in Tabellenform voranstehen:

Overclocking-Einstellungen
OptionMSI 945G Neo-F
CPU FSB Frequency (MHz)200 bis 350 MHz in 1-MHz-Schritten
PCIE Frequency100 bis 148 MHz in 2-MHz-Schritten
CPU VoltageAuto, 1,21 Volt bis 1,85 Volt in 0,01 Volt-Schritten
DDR Voltage1,80 bis 2,40 V in 0,05-Volt-Schritten
NB-Voltage1,45 oder 1,70 Volt in 0,05-Volt-Schritten
DOT Loading RangeLight, Middle, Heavy
D.O.T. Step12 %, 3 %, 4 %, 5 %, 6 %, 7 %
D.O.T. Step2 Setting3 %, 4 %, 5 %, 6 %, 7 %, 8 %
Memory TimingsManual, Auto
CAS LatencyAuto, 1, 2, 3, 4, ,5, 6
RAS# to CAS# DelayAuto, 2, 3, 4, ,5, 6
RAS# PrechargeAuto, 2, 3, 4, ,5, 6
Precharge Delay (tRAS)Auto, 4 bis 15 in 1er-Schritten
System Memory Frequency Auto, 533, 667

Die Einstellungsmöglichkeiten in Sachen Systemgeschwindigkeit sind bei MSIs 945G Neo-F durchaus vergleichbar mit der Vielfalt, die auch bei den anderen bereits betrachteten Mainboards ausgemacht wurde. Zwar ist der FSB nicht so skalierbar wie bei Asus, die Obergrenze von 350 MHz (1400 MHz quadpumped) sollte aber auch für hartgesottene Übertakter einiges an Spielraum bereitstellen. Ansonsten spricht ebenfalls unüblich viel Variabilität für das MSI Neo-F, das eigentlich für den Büroeinsatz oder eher anspruchslosere Spielernaturen gedacht ist.

MSI Dynamic Overclocking Tool 3
MSIs Dynamic Overclocking Tool in der Version 3, kurz D.O.T. 3, ist ebenfalls in die Kategorie der automatischen Übertaktungs-Features einzuordnen. Ähnlich wie die Vergleichsoptionen der anderen Mainboards übertaktet D.O.T. 3 das MSI-Mainboard in Abhängigkeit der Systemauslastung. Das besondere an MSIs Tool ist jedoch, dass der Prozessor nicht nur in wählbaren Schritten übertaktet wird, es kann vielmehr auch für zwei unterschiedliche Auslastungsmodelle ein anderer Grad der Übertaktung festgelegt werden. Das heißt, dass der erste Schritt der Übertaktung, D.O.T. Step 1, bei einer Systemauslastung von 50 % greift und den Prozessor wahlweise um 2 bis 7 Prozentpunkte übertaktet. Wird das System zu 65 % ausgelastet, greift Step 2 des Dynamic Overclocking Tools mit einen beispielsweise 8 % höheren Takt.

MSI D.O.T. Loading Range
Die Option „D.O.T. Loading Range“ lässt den User einstellen, wie die Systemauslastung berechnet werden soll und ab wann folglich das Übertaktungssystem eingreift. Die beschriebenen Punkte Step1 und Step2 reagieren sowohl auf die Auslastung der CPU als auch auf die der PCIe-Grafikschnittstelle. Die Gewichtung der beiden Auslastungen kann nun anhand der Menüpunkte „Light“, „Middle“ und „Heavy“ konfiguriert werden. Die Einstellung „Light“ gewichtet dabei die PCIe-Auslastung stärker als die Prozessorauslastung, „Middle“ wertet beide Auslastungen gleich und die Option „Heavy“ rechnet die CPU-Auslastung stärker in die Gesamtsystemauslastung ein als die PCIe-Auslastung. Der so errechnete Wert dient dem D.O.T. als Richtwert und aus ihm ergibt sich auch der Grad der Übertaktung. Ein durchaus sinnvolles System, ist doch bei verschiedenen Anwendungen auch eine unterschiedliche Prozessor- sowie Grafikkartenauslastung zu verzeichnen. „Light“ könnte beispielsweise besser auf Computerspiele ansprechen, während die „Heavy“-Option eher beim Codieren anspringt und dem Prozessor zu mehr Geschwindigkeit verhilft.

Software und Extras

Die Treiber-CD des MSI 945G Neo-F bietet die meisten Programme, die schon das MSI P4N Diamond aufzuweisen wusste. Die Auflistung der Software gestaltet sich also wie folgt:

Die Funktion des MSI LiveUpdate-Tools, der Security-Tools sowie des MSI CoreCenters wurde bereits bei der Betrachtung des MSI P4N Diamond [29] abgeschlossen, weshalb an dieser Stelle nur auf den entsprechenden Teil des Berichtes verwiesen sei. Neu in der Liste der Software-Dreingaben ist jedoch das MSI DigiCell-Programm, weshalb dieses folgend beschrieben wird:

MSI DigiCell
MSIs DigiCell ist vor allem eines: Die Schnittstelle zwischen den anderen bekannten Programmen von MSI. So erreicht man über die DigiCell das CoreCenter, das MSI LiveUpdate oder die Audio-Konfiguration für den verbauten Onboard-Sound. Auch Netzwerkoptionen ließen sich mir der DigiCell ansteuern; die entsprechende Hardware fehlt jedoch auf dem getesteten MSI 945G Neo-F. Deshalb sei zu diesem Punkt nur gesagt, dass sich sowohl die einzelnen angeschlossenen Netzwerkkarten – ob Ethernet oder WLAN – über die DigiCell ansteuern und konfigurieren ließen wie auch ein Software-AccessPoint. In Kombination mit MSI MegaStick ließen sich sogar MP3s verwalten und abspielen.

MSI DigiCell

Natürlich fehlt auch ein kurzer Überblick über die verwendete Hardware nicht. So ist es dem Nutzer möglich, über die H/W Diagnostics Einblick in die verbauten Komponenten des Mainboards zu nehmen und auch die Versionsnummern der MSI-Programme auszulesen. MSIs DigiCell bietet damit, spätestens wenn man die Funktionen der über die DigiCell ansteuerbaren Programme wie das CoreCenter oder das LiveUpdate mit einberechnet, also den wohl größten Funktionsumfang der bisher betrachteten Software-Tools. Es kann als durchaus günstige Erweiterung der Software-Palette angesehen werden.

Kuriositätenkabinett

Nachdem die Mainboards in Hinblick auf Ausstattung, Funktionalität und die äußeren Werte untersucht wurden, steht folgend die Präsentation der ermittelten Geschwindigkeitswerte in verschiedenen Disziplinen an. Bevor es jedoch soweit ist, gereichen einige der nebenher gesammelten Erfahrungen für eine eigene Seite – das Kuriositätenkabinett. Was lustig klingen mag, ist in Wirklichkeit ein Sammelsurium an unperfekten Eigenschaften einiger Probanden, die so manches Kopfweh bereiteten und handfeste Probleme lieferten. Dabei wäre es noch geradezu entspannend, nur von fehlerhaft erkannten Timings beim Arbeitsspeicher, leicht variierenden CPU-Spannungen oder kleinen Abweichungen beim Frontside-Bus reden zu müssen; in diesem Test traten Probleme ganz anderer Art und auf verschiedenen Chipsätzen auf.

Wohl mit das Bekannteste und leider am besten reproduzierbarste Beispiel ist die fehlende Unterstützung des „Pentium D 820“-Prozessors auf Mainboards mit nVidias nForce 4 SLI (Intel Edition). Es handelt sich hierbei nicht um eine rekonfigurierbare Falscheinstellung im BIOS oder gar einen Fehler, der mit einem Flash des selbigen beseitigt werden könnte. Es ist in der Tat ein nicht behebbares Manko, das sowohl bei dem getesteten MSI P4N Diamond als auch beim P5ND2 SLI von Asus auftrat. Der„ Pentium D“-Dual-Core-Prozessor mit der Taktung von 2,8 GHz wird nur als Single-Core-CPU erkannt und betrieben. Nächst höhere Modelle sollen jedoch einwandfrei funktionieren, glaubt man den Erfahrungsberichten.

Fehlende Pentium D 820 Unterstützung

Eine weitere – negative – Besonderheit des „nForce 4“-Chipsatzes scheint die nicht unerhebliche Wärmeentwicklung der Northbridge zu sein. Diese Beobachtung beginnt bei der Betrachtung des Layouts der beiden Mainboards, bei der bereits festgestellt werden kann, dass sowohl das MSI P4N Diamond als auch das Asus P5ND2 SLI über die umfangreichsten Kühleinrichtungen für die Northbridge verfügen. So setzt das Asus-Mainboard auf einen lang gezogenen und ausladenden Northbridge-Kühlkörper, der zwar ohne einen Lüfter auskommt, dafür aber allein durch seine Größe schon nicht für eine nur geringe Hitzeentwicklung ausgelegt zu sein scheint. MSI beschreitet beim P4N Diamond zwar kompaktere Wege in Sachen Kühlkörpergröße, kühlt die Northbridge aber aktiv.

Northbridge Ausmaße des Northbridge-Kühlers

Beide Lösungen scheinen bitter nötig zu sein, bringt man nämlich folgenden Erfahrungswert mit ins Spiel: Bei einer Testkonfiguration mit 1066 MHz Frontside-Bus, 667 MHz RAM-Takt und den SPD-Timings der verwendeten Speicher (3-2-2-8) verweigerte das MSI P4N Diamond gänzlich den Dienst; das Asus P5ND2 SLI bootete immerhin noch, fror dann aber unter Windows ein. Eine Überprüfung der Northbridges ergab jeweils heiße Kühlkörper, die der Grund für den Ausfall zu sein scheinen. Zumindest bestätigen dies weitere Tests, die bei Temperaturen unter 20° Celsius und mit einem zusätzlichen 80-mm-Lüfter direkt über der Northbridge durchgeführt wurden und zumindest beim Asus P5ND2 SLI zu einem stabileren Betrieb verhalfen. Das MSI P4N Diamond wollte in der genannten Konfiguration auch bei starker Kühlung nicht so, wie es sollte - doch dazu später mehr. Da ein üblicher Luftstrom im Test-Gehäuse durch drei 80-mm-Lüfter gewährleistet wird, ist das beobachtete Verhalten der Mainboards nicht als tolerierbar zu bezeichnen. Wer eine potente CPU neben der Northbridge einsetzt und somit auch über den Prozessorkühler für warme Luft sorgt, der könnte hier durchaus Probleme selbst beim Betrieb mit lascheren Geschwindigkeitseinstellungen erfahren.

Weiterhin kurios blieb das Verhalten des MSI P4N Diamond bei der Bestückung mit unserem Testprozessor, einen multiplikatorfreien Intel Pentium 4 660. Auch nach umfangreichen Überspannungsversuchen, deutlich entschärften RAM-Timings, die mit 6-7-7-15 das Maximum der im BIOS möglichen Einstellungen markierten und auch weit hinter den SPD-Timings von 3-2-2-8 zurücklagen, sowie dem Einsatz der beschriebenen und überzogenen Kühlungspraktiken wollte das „nForce 4“-Mainboard von MSI nicht mit einem Frontside-Bus von 266 MHz und mit DDR2-667 betrieben Speicher in Kombination mit dem Pentium 4 660 und einem Multiplikator von 14x (entspricht 3,73 GHz) laufen.

Umso interessanter ist die Tatsache, dass eine von den Eckdaten ähnliche Konstellation, nur basierend auf einem „echten“ Pentium 4 Prozessor mit 3,73 GHz und einem FSB von 1066 MHz (quadpumped), tadellos lief. Zwar blieben die Timings mit 4-4-4-12 immer noch hinter den Erwartungen an den Chipsatz zurück, weitere Fehler, speziell solche, die auf eine erhöhte Instabilität aufgrund enormer Hitzeentwicklung hinweisen würden, traten jedoch nicht auf. Folglich muss eine Inkompatibilität zwischen dem MSI P4N Diamond und mindestens einer unlocked CPU bestehen, nämlich dem getesteten Pentium 4 660.

Die Tests des MSI P4N Diamond mit einem Speichertakt von 667 MHz fanden aus diesem Grunde unter Verwendung des „Pentium 4 Extreme Edition“-Prozessors mit 3,73 GHz statt. Alle so erzielten Benchmarkergebnisse wurden mit einem Hinweis versehen, obgleich eine Vergleichbarkeit zum eigentlichen Testprozessor, dem Pentium 4 660 mit verringertem Multiplikator und gesteigertem Frontside-Bus, gegeben ist.

Testsystem

* Der „Intel Pentium 4 Extreme Edition“-Prozessor mit 3,73 GHz wurde einzig beim MSI P4N Diamond eingesetzt, um die Inkompatibilität des Mainboards mit der Test-CPU, einem Intel Pentium 4 660 mit 14x-Multiplikator und effektiven 3,73 GHz, zu umgehen und weitere Tests durchführen zu können. Weitere Informationen hierzu wurden im Kuriositätenkabinett [33] festgehalten.

Benchmarks

Synthetische Benchmarks

PCMark05

PCMark05 - Gesamt

ASUS P5WD2, DDR2-667 3-2-2-8
4.698
ASUS P5ND2 SLI, DDR2-667 3-2-2-8
4.683
ASUS P5WD2, DDR2-533 3-2-2-8
4.653
MSI P4N Diamond, DDR2-667 4-4-4-12
4.646
ASUS P5ND2 SLI, DDR2-533 3-2-2-8
4.627
ASUS P5LD2, DDR2-533 3-2-2-8
4.572
ASUS P5LD2, DDR2-667 4-4-4-10
4.561
MSI 945G Neo-F, DDR2-667 4-4-4-12
4.496
MSI 945G Neo-F, DDR2-533 3-2-2-8
4.445
MSI P4N Diamond, DDR2-533 3-2-2-8
4.442
Asus P5AD2-E, DDR-533 4-4-4-12
4.432
Angaben in Punkten

PCMark05 - Prozessor

MSI P4N Diamond, DDR2-667 4-4-4-12
4.772
ASUS P5LD2, DDR2-667 4-4-4-10
4.736
ASUS P5WD2, DDR2-533 3-2-2-8
4.716
ASUS P5ND2 SLI, DDR2-667 3-2-2-8
4.708
ASUS P5LD2, DDR2-533 3-2-2-8
4.703
ASUS P5WD2, DDR2-667 3-2-2-8
4.702
Asus P5AD2-E, DDR-533 4-4-4-12
4.652
MSI 945G Neo-F, DDR2-667 4-4-4-12
4.642
MSI 945G Neo-F, DDR2-533 3-2-2-8
4.551
MSI P4N Diamond, DDR2-533 3-2-2-8
4.446
ASUS P5ND2 SLI, DDR2-533 3-2-2-8
4.349
Angaben in Punkten

PCMark05 - Speicher

MSI P4N Diamond, DDR2-667 4-4-4-12
5.007
ASUS P5WD2, DDR2-667 3-2-2-8
4.988
Asus P5AD2-E, DDR-533 4-4-4-12
4.977
ASUS P5ND2 SLI, DDR2-667 3-2-2-8
4.831
ASUS P5LD2, DDR2-667 4-4-4-10
4.704
ASUS P5WD2, DDR2-533 3-2-2-8
4.605
MSI P4N Diamond, DDR2-533 3-2-2-8
4.573
ASUS P5LD2, DDR2-533 3-2-2-8