Und wieder fand ein 17"-Monitor den Weg in unser Testlabor und musste seinen Mann in vielen Test stehen. Doch dieses Mal erreichte uns mittels DPD ein heiß erwarteter Kandidat - der L1710B aus dem Hause LG Electronics. Was an diesem Monitor so besonders ist? Ganz einfach, er hat ein S-IPS-Panel, laut Gerüchten die perfekte Kombination aus guter Bildqualität und guter Spieletauglichkeit.
Natürlich besitzt auch der L1710B gewisse Ambitionen, deren Rechtmäßigkeit wir heute einmal genauer unter die alt bekannte Lupe nehmen wollen. So setzt LG diesen Monitor als Top-Produkt der hauseigenen 17"-Linie an und spendierte diesem TFT-Monitor das eine oder andere sehr interessante Feature. Erstaunt waren wir hingegen vom Straßenpreis des L1710B. Ob seiner Ambitionen und Klientel, kostet er verhältnismäßig günstige 459 Euro und gehört somit eher zur Mittelklasse der 17"-Displays.
Vergleicht man die technischen Daten mit den vorherigen Testkandidaten, so deutet sich auch dieses Mal ein enges Rennen um die Krone an. Vor allem die schnelle Reaktionszeit von nur 16ms und das verbaute S-IPS-Panel können dabei schon auf dem Papier überzeugen und machen den L1710B zu einem ernsten Konkurrenten für den EIZO FlexScan L557 [1] oder den ViewSonic VP171b [2]. Mehr zu diesem Kampf der Titanen im nun folgenden Testbericht.
Treue Leser von ComputerBase werden es schon kennen, das "Lesezeichen". Dieses haben wir bereits vor einiger Zeit bei den Tests zu Prozessoren und Intel-Mainboards eingeführt und es hat sich dort auch mehr als bewährt. Da wir in Zukunft ebenfalls verstärkt unser Augenmerk auf TFT-Monitore werfen wollen, haben wir uns entschlossen, auch bei den Testberichten zu diesen Geräten ein "Lesezeichen" zur besseren Übersicht und Vergleichbarkeit mit anderen Artikeln einzuführen. Bis jetzt enthält es lediglich sechs Einträge - in Zukunft werden dies aber hoffentlich noch weitaus mehr werden.
Wer mehr über die Technik der TFT-Monitore wissen möchte, dem sei unser Grundlagenbericht [2] zur Technik moderner LC-Displays ans Herz gelegt. In diesem ausführlichen Artikel werden unter anderem Begriffe wie Reaktionszeit, Blickwinkeltechnologien und Interpolation näher erklärt.
Die Firma LG Electronics hat sich in den letzten Jahren weltweit einen guten Namen mit Elektrogeräten jeglicher Art gemacht, jedoch stets mit einem Schwerpunkt auf dem Home-Entertaining-Sektor. Aber auch die Sparte der Computer-Peripherie erfreut sich größter Beliebtheit und bietet eine ganze Reihe an attraktiven Produkten, darunter natürlich auch diverse TFT-Monitore in allen Größen. In diesem Bereich kann man sich unter anderem durch die Verwendung von modernen S-IPS-Panels oftmals von der Konkurrenz absetzen. So verbaut LG Electronics ab einer Displaygröße von 17" nur noch solche Panels und verzichtet gänzlich auf den Einsatz von günstigen TN+ Film-Panels.
Da die Firma bis einschließlich der Displaygröße von 19" kaum großartige Besonderheiten bietet, beschränken wir uns dieses Mal auf die wirklich außergewöhnlichen Produkte auf Basis der LCD-Technologie. Zu diesen gehört mit Sicherheit der LG L2320A, der neben einer Displaygröße von 23" auch noch einige andere sehr interessante Features besitzt. So verpasste man diesem Wunderwerk der Technik ein Panel im Format 16:10 und stattete den L2320A mit diversen Eingängen aus, die es möglichen machen, am Gerät diverse Home-Entertainment-Geräte anzuschließen.
Den Schluss unser kleinen Produktshow bildet der LG L3000A, ein LC-Display mit einer gigantischen Bilddiagonale von 30". Er verfügt ebenfalls über ein leistungsstarkes S-IPS-Panel und hat dank einem Helligkeitsgrad von 450 Candela pro m² (!) starke Ambitionen auf den professionellen Markt. Auch der L3000A verfügt über diverse Video-Eingänge, die einer gelungenen Präsentation nicht im Wege stehen sollten.
Natürlich bietet die Firma LG Electronics auch für Normalsterbliche und Otto-Normal-Verdiener eine ganze Reihe an leistungsstarken Produkten an, die vor allem durch ihre guten Panels überzeugen können. Wie bereits erwähnt, stattet man die Displays ab einer Größe von 17" nur noch mit Panels auf Basis der IPS-Technik aus, nur die 15"-Geräte müssen sich mit den günstigeren TN+ Film-Panels begnügen. Erfreulich ist, dass sich LG diese gute Performance nicht sonderlich bezahlen lässt, denn selbst unter heutiger Testkandidat, der L1710B - das Top-Produkt der Firma, wenn es um 17"-Gerät geht - kostet im Handel nicht viel mehr als 460 Euro und ist somit im preislichen Mittelfeld der Top-Spieler seiner Klasse. Mehr Informationen zum Produktportfolio der Firma LG Electronics gibt es auf der offiziellen Homepage [8].
Frei nach dem Motto "Nur ein glücklicher Kunde ist ein zufriedener Kunde" machte sich wohl auch die Firma LG Electronics ans Werk und stattete den L1710B mit einem doch schon recht großen Lieferumfang aus. Bei einem Straßenpreis von 460 Euro kann man dies einerseits erwarten, andererseits sind diverse Kabel etc. pp. noch lange nicht selbstverständlich - leider. Folgende Dinge platzierte man im Karton des L1710B:
Neben einem beigelegten DVI-Kabel konnte uns vor allem die Color-Adjust-Software positiv überraschen. Diese bietet dem Anwender die Möglichkeit, in nicht einmal zehn Konfigurationsschritten die Farbwiedergabe seines Röhren- oder TFT-Monitors optimal an die eigenen Vorlieben anzupassen. So kann man unter anderem die Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz mit einfließen lassen und die Farbwiedergabe anhand einer mitgelieferten Referenz-Karte auf einen optimalen Wert korrigieren.
Neben dem mitgelieferten DVI-Kabel, sollte man LG Electronics ebenfalls positiv anrechnen, dass man gleich zwei Kabel für den USB-Hub mit in den Karton gelegt hat. Einem Betrieb seiner Digitalkamera oder eines USB-Sticks [9] am Standfuß steht somit nichts im Wege.
Natürlich möchte auch LG seinen Kunden für den Kaufpreis von rund 460 Euro etwas bieten und stattete den Flatron L1710B mit einigen sehr interessanten Features aus. So kann sich vor allem die niedrige Reaktionszeit von vom Hersteller angegebenen 16ms sehen lassen.
Auf den ersten Blick können diese Daten durchaus überzeugen. Vergleicht man sie mit dem EIZO FlexScan L557 [13] so fällt auf, dass der LG-Monitor zwar einen niedrigeren Kontrast als der Konkurrent besitzt, jedoch bei der vom Hersteller angegebenen Reaktionszeit wieder positiv punkten kann. Dieser Monitor bietet echte 16ms und muss sich keiner Tricks bedienen, wie es die TN+ Film-Panels aus dem Hause AU Optronics allzu gerne tun. So kann dieses Display die 16ms nur bei einem ganz bestimmten, vordefinierten Farbspektrum von insgesamt 262.000 Nuancen einhalten. Muss der Monitor einmal eine Farbe außerhalb dieses Spielraumes anzeigen, so verdoppelt sich die Reaktionszeit und liegt folglich bei happigen 32ms. In der Realität stellte sich dieses Manko zwar als nicht sonderlich schwerwiegend heraus, dennoch sind die 16ms ein klarer Marketingtrick. LG umgeht solche Praktiken und präsentiert den L1710B mit einem schnellen S-IPS-Panel.
Wünschenswert wäre ein Kontrast von 500:1 oder mehr gewesen. In Zeiten von leistungsstarken MVA- oder PVA-Panels sind 450:1 nicht mehr wirklich zeitgemäß, gehören dennoch aber noch lange nicht zum alten Eisen. Als weitaus nerviger stellte sich die fehlende Höhenverstellbarkeit heraus. Dies wäre nicht so schlimm gewesen, wenn das Panel nur wenige cm über dem Fuß schweben würde. Im Fall des LG L1710B wurde es jedoch über 10cm über dem Boden positioniert und kann somit nicht den persönlichen Vorlieben angepasst werden.
Das im LG L1710B verbaute Panel funktioniert wie folgt:
IPS steht ausgeschrieben für "In Plane Switching" und stellt neben TN+ Film und MVA eine weitere Technologie zur Verbesserung des Kontrastes und Blickwinkels dar.
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| Quelle: Eizo.de [14] |
Legt man - wie im rechten Bildabschnitt zu sehen - eine Spannung an die Elektroden an, sind die LC-Moleküle horizontal ausgerichtet und lassen somit kein Licht hindurch. Es entsteht wiederum ein schwarzer Bildschirm. Legt man aber keine Spannung an die Elektroden an, werden die Moleküle um bis zu 90° gedreht und das Licht kann ungehindert den oberen und unteren Polarisator durchlaufen - es entsteht ein weißer Bildschirm.
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| Quelle: Eizo.de [13] |
Da die beiden verbauten Elektroden wie zwei Kämme aufgebaut sind, wird leider die Lichtübertragung stark reduziert. Um dieses Problem zu umgehen, muss man eine stärkere Lichtquelle verbauen. So erklärt sich auch der durchschnittlich höhere Stromverbrauch von IPS-Monitoren, wie wir ihn in unserer Vergleichstabelle bereits beschrieben haben.
Der besondere Vorteil der TFT-Monitore mit einem solchen Panel besteht darin, dass sie eine gute Bildqualität und eine sehr gute Reaktionszeit miteinander vereinen. So sind bei der (S-)IPS-Technik die Unterschiede zwischen Reaktionsmaxima und Reaktionsminima besonders gering, ein Vorteil den z.B. die MVA-Technik nicht besitzt. Dazu jedoch im weiteren Verlauf dieses Testberichtes mehr.
Betrachtet man die übrigen Elektro-Geräte der Firma LG Electronics, so fällt einem unweigerlich auf, dass man hier Wert auf ein ansprechendes Design legt. Vorbei sind die Zeiten grauen Büroalltages, zu deren Verfechter EIZO leider immer noch gehört. Natürlich will auch LG mit dem L1710B einen gewissen Anspruch erfüllen und einer Klientel gerecht werden, die neben dem nötigen Kleingeld für solch einen TFT-Monitor auch einen Hang zum Design-Fetisch hat. Als hätten wir es nicht anders erwartet, präsentiert sich unser Testkandidat dann auch in einem ansprechenden Äußeren und brauch sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken.
Richtig spektakulär ist das Design nicht, weiß sich aber dennoch von der einheitsgrauen Konkurrenz abzusetzen und ist sicherlich ein schöner Blickfang auf dem heimischen Schreibtisch. Natürlich rückten wir auch dem LG Flatron L1710B mit der Schieblehre zu Leibe und maßen genau nach. So präsentierten sich uns die äußeren Abmessungen dieses TFT-Monitors sehr klein. Gerade einmal 15mm sind die äußeren Ränder breit und somit nur minimal breiter als die des bisherigen Primus, dem EIZO FlexScan L557. Möchte man also zwei dieser Monitore an einem PC betreiben, so steht einem nur eine insgesamt 3cm grau-silberne Wand entgegen - zu verschmerzen, denn andere Hersteller kommen mit ganz anderen Abmessungen daher. Betrachtet man nun einmal die Tiefe des LG L1710B genauer, so springt dem geneigten Betrachter unweigerlich die Klobigkeit dieses Panels auf. Satte 6,5 cm ist der Monitore mitsamt integriertem Netzteil Tief - ohne jenes immer noch ganze 4 cm. Der Vergleich zu einem Samsung SyncMaster 172T ohne integriertes Netzteil hinkt, der Vergleich zum EIZO FlexScan jedoch nicht. Dieser bringt gerade einmal 5 bzw. 3 cm in die Waagschale und punktet somit zumindest in dieser Disziplin gegenüber dem LG-Monitor. Um einem eventuellen Wärmestau vorzubeugen, installierte man auch am L1710B eine Vielzahl von Luftschlitzen.
Sehr gut löste LG die Platzierung der Bedientasten für das schön designte OnScreen-Menü. Wie bei vielen Konkurrenten, liegen die Tasten auch beim L1710B im unteren Bereich des Displays und besitzen einen außerordentlich guten Druckpunkt. Insgesamt platzierte man acht Tasten am Monitor, der Power-Knopf wird während des Betriebs von einer gelb-grünen LED beleuchtet. Auch die Beschriftung wurde gut gelöst, jedoch dürfte bei Dunkelheit auch beim L1710B nichts gehen, denn die Tasten wurden nicht graviert. Aufgrund der nicht übermäßigen Präsenz von Bedienelementen kann man sich sehr leicht und intuitiv durch die Menüs des Monitors bewegen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung entfällt für den versierten Anwender also vollends. EIZO FlexScan L557 und L1710B nehmen sich hier keine Punkte weg, können jedoch gegenüber dem ViewSonic VP171b punkten. Dieser konnte leider nur recht klapprige und schlecht beschriftete Tasten mit in die Arena nehmen und versagte kläglich im Kampf der Gladiatoren.
Während man sich beim restlichen Äußeren offensichtlich viel Mühe gegeben hat, müssen beim Design des Standfußes jedoch einige Aussetzer stattgefunden haben. Während wir am Design eigentlich nichts großartig auszusetzen haben, entzieht es sich unserer Kenntnis, warum man auf eine Höhenverstellbarkeit gänzlich verzichtete. Dies wäre eigentlich kein so großes Problem gewesen, wäre das Panel nicht satte 11 cm über dem Boden platziert worden. Für unseren Geschmack viel zu viel. Hier müssen wir leider eindeutig eine Rüge in Richtung LG aussprechen. Ein Gutes hat es dennoch: zusätzliche Stellfläche unterhalb des Panels. Positiv sollte man LG ebenfalls die Implementierung eines USB-Hubs anrechnen, der relativ unauffällig zwei weitere USB-Anschlüsse in der nähe der Arbeitsfläche ermöglicht.
Wieder einmal ist die Benutzerfreundlichkeit der OnScreen-Menüs des Testkandidaten die erste Disziplin in unserem umfangreichen Alltagstest. Hier kommt es vor allem auf das Zusammenspiel zwischen den Tasten am Monitor und der Menüführung an. Stimmt das Verhältnis nicht, kann die Feinjustage schnell zu einer wahren Qual werden, denn nichts stört mehr als unübersichtliche Menüs oder schlecht abzulesende Tasten. Auch LG Electronics löste dies vorbildlich und verpasste dem L1710B eine intuitive Steuerung mitsamt einem durchaus ansehnlichen Menü.
Betreibt man den Monitor am DVI-Eingang, so bleiben von den ursprünglichen Einstellungsmöglichkeiten nicht mehr viele übrig. So kann man selber nichts mehr an der Bildlage oder am Bildlauf justieren. Dennoch werden diese Einstellungen bekanntlich optimal vom Monitor in Selbstarbeit eingestellt, da das digitale Bildsignal keine Störungen in diesen Bereichen erlaubt. Leider bietet LG den Anwender nur zwei vordefinierter Farbprofile an, die jeweils aber noch den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden können. ViewSonic und vor allem EIZO bieten hier mehr. Die weiteren Einstellungsmöglichkeiten sind eher unspektakulär und zweckmäßig, als dass sie jemanden ernsthaft vom Hocker reißen könnten. Das Ergebnis ist jedoch bei allen drei Testkandidaten sehr gut und so muss sich auch der LG L1710B nicht vor der Konkurrenz verstecken.
Ein ganz wichtiger Anhaltspunkt für den Kauf eines TFT-Monitors ist immer noch die gebotene Bildqualität. Leider war dies in der Vergangenheit oft noch ein klarer Nachteil der LC-Displays gegenüber den Röhren-Monitoren. In den vergangenen Monaten hat sich auf diesem Gebiet jedoch einiges getan, so dass selbst die mittlerweile günstigen TN+ Film-Panels eine recht gute Bildqualität liefern und zu einer echten Alternative werden. Ein ähnliches Fazit haben wir ja schon in unserem ersten Testbericht zum ViewSonic VP171b [1], einem Gerät mit solch einem Panel, gezogen.
Ähnlich wie EIZO und Samsung setzt auch LG Electronics beim L1710B auf den gehobenen Standard und stattet den TFT-Monitor mit einem hochwertigen S-IPS-Panel aus. Dies gilt als die perfekte Kombination aus guter Bildqualität und einem guten Reaktionsverlauf, der schlierenfreies Spielen erlaubt. So konnten diese Panels in der Vergangenheit auch in vielen Reviews überzeugen und feiern heute Premiere in der noch jungen Geschichte von TFT-Test auf ComputerBase. Natürlich waren wir gespannt wie sich dieses Panel denn nun im Alltag präsentiert, denn auch für knapp 460 Euro Kaufpreis kann man einiges erwarten.
Betrachtet man anfangs einmal die technischen Daten genauer, so dürften wir einen durchaus leistungsstarken Monitor vor uns stehen haben, der dann auch in der Praxis unsere verwöhnten Tester voll und ganz überzeugen konnte. Von allen bisher getesteten TFT-Monitoren reichte die gebotene Bildqualität am Nahsten an den absoluten Primus, den EIZO FlexScan L557 [15], heran. Einen für IPS-Panels typisches, leicht kristallines Schimmern des Bildes trafen wir ebenfalls an. Betrachtet man die Einstellungsmöglichkeiten in den OnScreen-Menüs rund um die Bildqualität, so kann man dem Unterpunkt "Bildqualität" getrost eine 1- verpassen. Leider kann auch der LG L1710B nicht ganz zum FlexScan L557 aufschließen, der nach wie vor Klassenbester bleibt und immer noch auf die wahre Herausforderung wartet. Gegenüber dem ViewSonic VP171b kann der Monitor aus dem Hause LG jedoch Boden gut machen und hinterließ einen weitaus besseren Eindruck als der Konkurrent mit TN+ Film-Panel.
Auch in Sachen Interpolation gab sich das LG-Display keinerlei Blöße und kam mit einem ordentlichen Ergebnis daher. Leider lassen sich auch bei diesem Monitor im OnScreen-Menü keine verschiedenen Interpolations-Modi einstellen, so dass man das Bild stets vergrößert betrachten muss, wenn der Grafikkartentreiber keine entsprechende Option bietet.
Wie man es bereits von so gut wie allen TFT-Monitoren der 17"-Klasse gewohnt ist, stattet auch LG Electronics ihren Sprössling, den L1710B, sowohl mit einem D-Sub- als auch mit einem DVI-Eingang aus. So ermöglicht es diese Gerätekonfiguration bis zu zwei Geräte gleichzeitig an den Monitor anzuschließen und mit einem einfachen Tastendruck im unteren Teil des Panels zwischen den beiden Eingansquellen hin und her zu schalten. ViewSonic bietet hier drei Anschlüsse, wobei dies mit Sicherheit nicht zum Standard gehört. Die beste Bildqualität vermittelt jedoch der DVI-Anschluss, der mittlerweile zum digitalen Standard herangewachsen ist und sich an so gut wie jedem TFT-Monitor der Oberklasse wieder findet. Die digitale Signalübertragung ermöglicht hier eine verlustfreie Übertragung der Bilddaten und verhilft zu einem nahezu störungsfreien Bild.
Und so war es auch nicht weiter verwunderlich, dass der LG L1710B auch unter der Verwendung des DVI-Einganges die beste Bildqualität lieferte. Doch auch das Bild am D-Sub-Eingang konnte uns während des Tests durchaus überzeugen und hinterließ einen positiven Eindruck. Nicht zuletzt durch die gute Auto-Adjust-Funktion, die das Bild perfekt austariert und viele Einstellungen dem Anwender abnimmt und sie durchaus sehr gut löst. Jedoch mussten wir noch ein wenig bei der Helligkeit und beim Kontrast nachhelfen, die Bildposition war hingegen optimal. Besitzt die eigene Grafikkarte einen DVI-Ausgang, so sollte man einen TFT-Monitor auch an diesen anschließen, denn nur unter der Verwendung von diesem lieferten alle bisherigen Testkandidaten ein optimales Ergebnis ab.
Auch LG Electronics möchte dem geneigten Kunden mit dem L1710B natürlich ein gutes Produkt auf den Schreibtisch stellen und kann aus reiner Theorie auch bei den angegebenen Werten zur Helligkeit und zum Kontrast das Soll erfüllen. Während die Helligkeit von 250 Candela pro m² noch vollends in Ordnung geht, wirkt der Wert für den Kontrast schon leicht angestaubt. Hier bietet LG dem Kunden lediglich ein Verhältnis von 450:1 bei maximierten Kontrasteinstellungen. Geräte der Oberklasse können hier mittlerweile mit Werten auftrumpfen, die weit jenseits der 500:1 liegen. Samsung vertreibt zum Beispiel schon seit einiger Zeit ein PVA-Panel mit einem maximalen Kontrastverhältnis von 700:1 und auch Sony kann mit der CrystalClear-Serie vollends überzeugen. In der Praxis wirkte sich dieses vermeintliche Defizit jedoch nicht sonderlich groß aus. Nur der direkte Vergleich zwischen EIZO FlexScan L557 und LG L1710B zeigte einige Schwächen bei der Wiedergabe von schwarzen Nuancen. Besonders stark viel dies beim schwarzen Hintergrund des Boot-Vorganges auf. Hier wirkte das Bild des LG L1710B ein wenig gräulicher, während der Konkurrent von EIZO mit einem satten Schwarz überzeugen konnte. Entgegen erster Befürchtungen, war dieses Problem jedoch im Normalbetrieb nicht mehr sichtbar und löste sich faktisch in Luft auf.
Im Großen und Ganzen liegt der L1710B vor dem ViewSonic VP171b, den er auch in Sachen maximaler Blickwinkel mit horizontalen und vertikalen 160° schlagen kann. Während unseres Testes kamen uns jedoch einige Zweifel an diesem Wert, denn des Öfteren sahen wir Veränderungen am Bild, wenn man den Blickwinkel veränderte. Eigentlich dürfte dies bei Geräten mit einem maximalen Blickwinkel von 160° nicht mehr auftreten. Dies beweist der EIZO FlexScan L557 eindrucksvoll. Leider präsentierte sich die Ausleuchtung des Displays auch nicht ganz optimal. Für die Spitze reichte es daher nicht ganz, denn eben jener FlexScan L557 stellte sich als eine harte Nuss, die man erst einmal knacken muss, heraus. Der bessere Kontrast bei der Bildwiedergabe und der bessere Blickwinkel waren hier ausschlaggebend.
Für den Großteil heutiger PC-Nutzer sind Spiele mit Sicherheit ein wichtiger Bestandteil des PC-Alltages und so will man natürlich auch, dass alles reibungslos funktioniert und es zu keinen Komplikationen kommt. Bei Röhren-Monitoren erübrigt sich diese Frage, bei TFT-Monitoren muss man sie jedoch stellen: Ist dieser Monitor zum Spielen geeignet? Während Samsung SyncMaster 172T und EIZO FlexScan aufgrund ihrer Panels einen eher gemischten Eindruck bei uns hinterließen, versprachen wir uns vom LG Flatron L1710B aufgrund des hervorragenden S-IPS-Panels mehr.
Als Referenzgerät für Monitore mit einem TN+ Film-Panel kam dieses Mal der ViewSonic VP171b [1] zum Zuge, der den NEC 1701 [3] aufgrund seiner besseren Leistungen abgelöst hat. Als Referenz in Sachen Bildqualität kam auch in diesem Test wieder der EIZO FlexScan L557 [16] zum Zuge, der bis jetzt von keinem unser vielen Testkandidaten überflügelt werden konnte. Besonders gespannt waren wir natürlich auf das in unserem Testkandidaten verbaute Panel. So kann dies schon in der Theorie durch eine schnelle Reaktionszeit und S-IPS-Technik zur Kontrast- und Blickwinkelverbesserung überzeugen. Unser Testsystem bestand aus einem Intel Pentium 4 mit 3.0GHz, 1024MB Arbeitsspeicher und einer ASUS V9560 VideoSuite. Unsere „alte“ ASUS V8460 Ultra ersetzen wir kurzerhand durch diese GeForce FX 5600, da sie von Haus aus zwei DVI-Anschlüsse bietet und uns somit bessere Vergleichsmöglichkeiten zwischen zwei Monitoren bieten kann.
Wirft man nun einen Blick auf die sechs Einzelergebnisse, so stellt man fest, dass es einen eindeutigen Testsieger gibt. So konnte uns der LG Flatron L1710B in jeglicher Hinsicht überzeugen. Nahezu keine Schlierenbildung und eine Bildqualität sehr nahe am Optimum des EIZO FlexScan L557 sprechen für sich. Dieser Monitor ist voll spieletauglich, sowohl für schnelle Actionspiele als auch für eher gemächliche Strategiespiele. Das in ihm verbaute S-IPS-Panel konnte unseren hohen Erwartungen standhalten und trumpfe durch eine niedrige Reaktionszeit gepaart mit einem ebenso niedrigen Reaktionsmaxima auf. Hut ab, LG!
Auch mit dem LG L1710B erreichte uns ein sehr interessanter TFT-Monitor, der - ebenso wie seine Testvorgänger - sehr gut das Leistungspotential der modernen Geräte zeigt und ein ebenso würdiger Vertreter dieser Spezies ist. Zur besseren Vergleichbarkeit entschlossen wir uns auch dieses Mal das Fazit in zwei Teile zu trennen und jeweils auf den Zweikampf zwischen LG L1710B und dem EIZO FlexScan L557 und dem ViewSonic VP171b einzugehen. Den NEC 1701 ließen wir dieses Mal außen vor, da wir mit dem ViewSonic VP171b einen besseren Vertreter der TFT-Monitore mit einem TN+ Film-Panel gefunden haben und dieser unserer Meinung nach besser eben jene Technologie repräsentiert.
Den Anfang macht der Vergleich zwischen LG1710B und ViewSonic VP171b. Hier fiel uns eine Entscheidung ebenso schwer wie beim zweiten, später folgenden Vergleich. Beide TFT-Monitore bieten neben einem ansprechenden Design auch gute innere Werte. Betrachtet man hingegen die Bildqualität beider Geräte einmal näher, so muss man eingestehen, dass der LG L1710B hier die besseren Leistungen liefert und ebenfalls mit einem leicht besseren maximalen Blickwinkel auftrumpfen kann. Bei der Spieletauglichkeit schenken sich beide Konkurrenten nichts und überzeugen durch eine schlierenfreie Bildwiedergabe, die kaum mehr Wünsche offen lässt. Nichts anderes hatten wir aufgrund der vom Hersteller angegebenen Reaktionszeit von jeweils 16ms erwartet. Auch beim Design schneiden beide Monitore gut ab und stellen mit ihrem schicken silber und schwarz einen Glanzpunkt für jeden Schreibtisch dar. Für den LG L1710B spricht in diesem zweikampf ebenfalls der günstigere Preis, der mit 460 Euro fast 100 Euro unter dem Straßenpreis des VP171b liegt.
Auch der Vergleich zwischen EIZO FlexScan L557 und LG L1710B gestaltete sich ähnlich schwierig. So sollte man hier von vorne herein differenzieren, dass beide Geräte auf eine andere Zielgruppe zugeschnitten sind und somit jeweils ganz andere Ansprüche erfüllen müssen. Während der FlexScan L557 dank seines MVA-Panels mit einem absolut perfekten Bild überzeugen kann, muss man hier beim L1710B leichte Abstriche machen, die einen normalen Anwender nicht weiter stören sollten. Der Grafikprofi würde dies mit Sicherheit anders sehen, und greift lieber beim FlexScan L557 zu. Für den L1710B spricht hingegen wieder die exzellente Spieletauglichkeit, an die der TFT-Monitor aus dem Hause EIZO trotz relativ guten 25ms Reaktionszeit nicht herankommt. Hier hat das verbaute S-IPS-Panel einfach haushohe Vorteile gegenüber dem MVA-Panel des L557. Auch beim Design hat LGs Monitor klare Vorteile; kein Wunder, denn das Einheitsgrau des EIZO-Monitors ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Kurz: Grafikprofis oder Nicht-Spieler greifen beim EIZO FlexScan L557 zu, alle anderen können getrost den LG L1710B kaufen und erhalten einen Monitor, der unter allen Umständen eine gute Figur macht. Auch der USB-Hub sollte durchaus positiv bewertet werden.
Natürlich gab es auch einige Dinge, die uns am LG L1710B nicht überzeugen konnten. Dazu gehören unter anderem die relativ ungleichmäßige Ausleuchtung des Displays und der schwankungsanfällige maximale Blickwinkel, der mit angegeben 160° vertikal und horizontal überzogen scheint. Je nach Geschmack, könnte auch der Standfuß dem L1710B in letzter Minute ein Bein stellen. So fängt das Display erst nach satten 11 cm über dem Boden an und lässt sich leider nicht in der Höhe verstellen. Vielen Nutzern wird diese Tatsache ein Dorn im Auge sein, anderen hingegen nicht. Hier entscheidet der persönliche Geschmack.
Jedem ambitionierten Spieler mit nicht den höchsten Ansprüchen an die Bildqualität können wir den LG L1710B wärmstens ans Herz legen und verleihen ihm hiermit feierlich den begehrten Hardware-Hammer für ausgesprochen gute Leistungen in allen Bereichen. LG Electronics lieferte mit diesem TFT-Monitor ein Gerät der obersten Qualitätsklasse zu einem absolut annehmbaren Preis von knapp 460 Euro. Einen Preis/Leistungs-Award wollten wir hingegen nicht verteilen, denn auch 460 Euro sind eine ganze Menge Geld, die sich wohl nicht jeder Otto-Normal-Verdiener leisten kann.