Nachdem wir mit dem TS-409 Pro bereits einen Netzwerkspeicher (NAS) des taiwanischen Unternehmens QNAP im Test [1] hatten, der auch für kleinere und mittelständische Unternehmen konzipiert ist, möchten wir uns in diesem Artikel die für die meisten Heimanwender interessanteren – da preiswerteren – Modelle TS-209 Pro II und TS-109 Pro II genauer ansehen. Die für Gigabit-Ethernet konzipierten Netzwerkspeicher bieten anders als der TS-409 Pro nicht vier, sondern zwei (TS-209) bzw. einen (TS-109) 3,5-Zoll-SATA-Einschub. Auf die umfangreichen Backup- und Multimedia-Funktionen müssen sie dennoch nicht verzichten und bieten dem Benutzer so viele Möglichkeiten, sein heimisches Netzwerk zu erweitern.
Bei den beiden Modellen TS-209 Pro II und TS-109 Pro II handelt es sich um leicht aktualisierte Modelle der bereits seit längerer Zeit erhältlichen Netzwerkspeicher TS-209 Pro und TS-109 Pro von QNAP. Die für den Käufer relevanten Änderungen halten sich ob identischer Firmware-Versionen jedoch stark in Grenzen. Der für diesen einzig wahrnehmbare Unterschied ist die Verdopplung des integrierten Arbeitsspeichers von 128 auf 256 MB. Auch wenn QNAP in den hauseigenen Vergleichstabellen gerne weitere Änderungen wie den aktualisierten BitTorrent-Client und die Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology (S.M.A.R.T.) für die eingesetzten Festplatten aufführt, zeigt sich beim Vergleich mit einem alten, über 128 MB RAM verfügenden TS-209 Pro mit aktueller Firmware, dass auch dieser mittlerweile über all diese Funktionen verfügt. So scheint die aktuelle Produktstrategie von QNAP angesichts dieser nicht vorhandenen Unterschiede etwas undurchsichtig, möchte man doch sowohl die alten Modelle als auch die neue, als Memory-Upgrade bezeichnete II-Serie auf dem Markt lassen. Um keine Veränderung unentdeckt zu lassen, haben wir uns auch das Innenleben der beiden Modelle genauer angesehen.
Um geneigten Käufern bei der Entscheidung zwischen den alten und neuen, teureren Modellen behilflich zu sein, haben wir deshalb kurzerhand auch die alte Serie zum direkten Vergleich antreten lassen und testen so TS-209 Pro II (256 MB) gegen TS-209 Pro (128 MB) und TS-109 Pro II (256 MB) gegen TS-109 (128 MB). So gilt es die Frage zu klären, ob die neue Serie dank ihres aufgestockten Speichers in der Lage ist, die alten Modelle deutlich in die Schranken zu weisen, oder ob man als Kunde nicht lieber zu den günstigeren, älteren Modellen greifen sollte, die mittlerweile einen absolut identischen Funktionsumfang bieten.
Der Lieferumfang des QNAP TS-109 Pro II beinhaltet folgende Komponenten:
Somit bietet der Lieferumfang bis auf die benötigte Festplatte sämtliche Komponenten, um den QNAP TS-109 Pro II sofort in Betrieb nehmen zu können. Trotz eines Preises von derzeit rund 250 Euro [2] muss man auf ein gedrucktes Handbuch verzichten, was heutzutage aber nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes leicht zu verschmerzen ist. Möchte man etwas nachlesen, muss man somit jedoch auf das auf der mitgelieferten CD-ROM gespeicherte PDF-Handbuch zurückgreifen. Grundsätzlich bereitet auch der TS-109 Pro II wie seine Kollegen keinerlei Probleme bei der Inbetriebnahme und lässt sich auch anhand der Schnellinstallationsanleitung einfach aufsetzen. Wer bereits einen NAS-Server von QNAP in Betrieb genommen hat, wird sich ohnehin ob der immer gleichen Benutzeroberfläche sofort zurechtfinden.
Der Lieferumfang des ebenfalls getesteten, rund 200 Euro teuren [3] QNAP TS-109 ist ebenso wie sein Funktionsumfang – bis auf die NFS- und Windows-AD-Service-Unterstützung, welche lediglich die Pro-Version des TS-109 bietet – absolut identisch mit dem des TS-109 Pro II, weshalb sich sämtliche im Artikel gemachten Angaben grundsätzlich auf beide Modelle beziehen, sofern diese nicht ausdrücklich unterschieden werden.
Wie viele andere NAS-Server setzt auch der TS-109 Pro II auf eine integrierte Lösung mit installiertem Embedded-Linux. Er basiert auf dem Marvell 5182 System-on-Chip (SoC), der mit 500 MHz getaktet ist und das Herzstück des Systems bildet. Anders als beim TS-409 Pro setzt QNAP somit nicht auf den bereits bekannten Marvell 5281, welcher ebenfalls mit 500 MHz getaktet ist, darüber hinaus jedoch über eine Floating Point Unit (FPU) verfügt. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Marvell 5182 ist somit langsamer als die des 5281. Um die Geschwindigkeit der TS-109/209-Serie dennoch zu beschleunigen, bietet QNAP eine Schreibcache-Funktion an, welche in den Einstellungen ein- bzw. ausgeschaltet werden kann. Hierbei wird der Arbeitsspeicher als Festplatten-Cache genutzt. Da diese Funktion jedoch viel Arbeitsspeicher beansprucht, kann sie nur aktiviert werden, wenn die Funktionen MySQL, Download Station und Surveillance Station deaktiviert sind, die ihrerseits ebenfalls viel Arbeitsspeicher benötigen. Darüber hinaus besteht bei aktiviertem Schreibcache bei einem Stromausfall die Gefahr des Datenverlustes. Inwiefern der Marvell 5182 somit zusammen mit den 256 MB DDR2-RAM und 8 MB Flash-Speicher schnell genug ist, um Daten rasant über die Gigabit-Ethernet-Schnittstelle zu schicken, werden die Tests zeigen müssen – gerade im Vergleich zum TS-109 mit lediglich 128 MB RAM und de- bzw. aktiviertem Schreibcache.
Neben diesen inneren Werten verfügt der TS-109 Pro II über drei USB2.0-Schnittstellen (1x vorne, 2x hinten) und einen eSATA-Anschluss, um Daten beispielsweise von oder auf externe Festplatten, USB-Sticks oder Kameras zu übertragen, oder um einen Netzwerk-Drucker anzuschließen. Da der QNAP TS-109 Pro II ebenso wie alle anderen NAS-Server von QNAP in seiner Grundkonfiguration ohne Festplatten ausgeliefert wird, muss der Benutzer selbst entscheiden, welche Festplatte er in das Gerät einsetzen möchte. Maximal kann jedoch ein Terabyte im System untergebracht werden. Bis zu zwei Terabyte sind maximal über eine Erweiterung über die USB- oder eSATA-Schnittstellen möglich. QNAP bietet als Unterstützung eine Liste mit getesteten Festplatten an [4], wobei diese keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Mittlerweile finden sich auf dieser Liste sogar erste Modelle von Samsung, welche wir beim letzten Test noch schmerzlich vermissten, da Festplatten von Samsung in Taiwan nicht käuflich zu erwerben sind. Nun hat QNAP aber offenbar einen Weg gefunden, um auch Festplatten von Samsung in die Kompatibilitätsliste aufnehmen zu können.
| Komponente | Ausführung |
| Prozessor | Marvell 5182, 500 MHz |
| LAN | 1x 10/100/1000 Mbit/s |
| RAM | 256 MB DDR2, 8 MB Flash |
| S-ATA | 1x Serial-ATA I/II (bis zu 1 TB) |
| Lüfter | keine |
| Netzteil | 36 Watt (extern) |
| USB | 3x USB2.0 |
| eSATA | 1x eSATA |
| Umgebungstemperatur | 0 – 35 °C |
| Umgebungsfeuchtigkeit | < 95 % |
| Maße (H x B x T) | 182 x 60 x 210 mm |
| Gewicht | ca. 1,2 kg (Leergewicht) |
Wie bei den anderen Netzwerkspeichern von QNAP ist auch beim TS-109 Pro II das Netzteil nicht direkt in das System integriert, sondern liegt dem Lieferumfang als externes Universal-Netzteil mit einem Verbrauch von maximal 36 Watt bei. Im Gegensatz zum Netzteil des TS-409 Pro, welches jedoch auch bis zu 96 Watt liefert, fällt die Größe des mitgelieferten Netzteils beim TS-109 Pro II angenehm klein aus.
Äußerlich fällt sofort das Aluminium-Design des TS-109 Pro II auf, welches eingesetzt wird, um eine lüfterlose Konstruktion zu ermöglichen. Die gesamte Wärme des Systems und der verbauten Festplatte wird somit über das Aluminium-Gehäuse des TS-109 Pro II abgeführt. Einzige Lärmquelle stellt somit die Festplatte dar, weshalb der Käufer, sofern er Wert auf eine leise Umgebung legt, bei dieser besonderes Augenmerk auf die Geräuschentwicklung legen sollte. Welchen Vorteil der TS-109 Pro II schlussendlich aus diesem Design ziehen kann, werden wir im Zuge unserer Lautstärkemessungen klären.
Durchbrochen wird das Aluminium-Design des TS-109 Pro II lediglich an der Vorder- und Rückseite. An der Front findet sich eine LED-Status-Leiste nebst USB-2.0-Anschluss sowie Kopiertaste und Power-Knopf. Die LED-Leiste beinhaltet Anzeigen für den USB-Port, den Status des Systems, die Festplatte, den eSATA-Anschluss, den LAN-Anschluss sowie den Stromanschluss. Beim Zugriff auf eine Komponente blinkt die entsprechende LED. An der Rückseite des TS-109 Pro II finden sich zwei USB2.0-Anschlüsse, ein eSATA-Anschluss, ein LAN-Anschluss, ein Reset-Button, ein Stromanschluss, eine Halterung für das Stromkabel sowie ein Diebstahlschutz-Lock. An der Unterseite der beiden Standfüße befinden sich Gummierungen, welche einen festen und gedämmten Stand ermöglichen.
Das Gehäuse des Systems ist an der Rückseite mit zwei Schrauben fixiert. Löst man diese, kann das in der Mitte geteilte Gehäuse auseinandergeschoben werden, um die Festplatte einzusetzen. Gleichzeitig wird der Blick ins Innere offenbart.
Um keine Veränderung unentdeckt zu lassen, haben wir uns auch das Innenleben genauer angesehen. Verstecken sich hier vielleicht doch noch Unterschiede, die dem Käufer normalerweise verborgen bleiben?
Das grundlegende Innenleben des TS-109 Pro II und TS-109 unterscheidet sich nicht. Nach dem Öffnen des Aluminiumgehäuses liegt der Festplatteneinschub frei, in welchen man eine 3,5"-SATA-Festplatte einlegen und mittels der beiliegen Tellerkopfschrauben fixieren kann. Die Daten- und Stromanschlüsse der Festplatte werden direkt in entsprechende Verbindungen im System gesteckt, was jedoch voraussetzt, dass sich die Anschlussleiste der verwendeten Festplatte an die Norm hält. Erst unter diesem Einschub verbirgt sich die für den normalen Benutzer im Verborgenen liegende, kopfüber verschraubte Platine.
Im Inneren des TS-109 Pro II zeigt sich, dass viele Komponenten bereits aus dem Test des TS-409 Pro bekannt sind und es keine Überraschungen gibt. Da das System komplett lüfterlos arbeitet, ist es sehr einfach aufgebaut. Sämtliche Anschlüsse sind direkt auf der Platine verlötet. Gleiches gilt für die übrigen Komponenten, wodurch eine Aufrüstung, etwa des Arbeitsspeichers, für den Benutzer unmöglich wird.
Der 500 MHz schnelle Marvell Orion 88F5182 Media Vault Prozessor [5], der auch den SATA-Port zur Verfügung stellt, wird komplett passiv gekühlt. Als Gigabit Ethernet-Controller kommt ein Marvell 88E1118-NNC1-Chip zum Einsatz. Als USB-Hub setzt QNAP einen GL850G-Chip von Genesys Logic [6] ein, der aus der Genesys Logic 8 Bit RISC Prozessor Familie stammt. Im Gegensatz zum GL852 im TS-409 Pro verfügt der GL850G lediglich über einen Single Transaction Translator (STT) und nicht über einen Multiple Transaction Translator (MTT). Bei USB-2.0-Hubs ist MTT grundsätzlich die leistungsstärkere, aber auch teurere Variante, da nicht eine TT-Control-Einheit für alle Ports gemeinsam genutzt werden muss, sondern jeder Port über eine eigene verfügt. Der DDR2-SDRAM mit der Bezeichnung HY5PS121621CFP-Y5 [7] stammt von Hynix und ist als DDR2-667 mit Timings von 5-5-5 spezifiziert. Er entspricht dem JEDEC-Standard und kommt im FBGA-Package daher.
Die Betrachtung des Innenlebens des TS-109 führt keine neuen Erkenntnisse zu Tage. Die einzige Überraschung stellt der eingesetzte Arbeitsspeicher dar. Beim TS-109 setzt QNAP auf DDR2-SDRAM mit der Bezeichnung HY5PS121621CFP-C4 [6], der ebenfalls von Hynix stammt, jedoch lediglich als DDR2-533 mit Timings von 4-4-4 spezifiziert ist. Im TS-109 Pro II kommt hingegen DDR2-667 mit Timings von 5-5-5 zum Einsatz. Alle übrigen Komponenten sind bei beiden Modellen identisch.
Im direkten Vergleich zum alten TS-109 zeigt sich, dass QNAP mit dem TS-109 Pro II einige, für den Benutzer jedoch unbedeutende Veränderungen am Platinenlayout vorgenommen hat. Die beiden zusätzlichen RAM-Chips finden sich auf der Rückseite der Platine wieder.
Der Lieferumfang des QNAP TS-209 Pro II beinhaltet folgende Komponenten:
Auch beim TS-209 Pro II liegt bis auf die Festplatten alles bei, um das Gerät unverzüglich in Betrieb nehmen zu können. Der Preis des TS-209 Pro II liegt derzeit bei rund 315 Euro [8]. Wie auch schon alle anderen Modelle aus dem Hause QNAP lässt auch der TS-209 Pro II keine Probleme bei der Inbetriebnahme aufkommen. Der Lieferumfang des ebenfalls getesteten, rund 265 Euro teuren [9] QNAP TS-209 Pro ist ebenso wie sein Funktionsumfang absolut identisch, weshalb sich sämtliche im Artikel gemachten Angaben grundsätzlich auf beide Modelle beziehen, sofern diese nicht ausdrücklich unterschieden werden. Einziger relevanter Unterschied ist jedoch die auf 256 MB verdoppelte Größe des Arbeitsspeichers des TS-209 Pro II.
Beim Betrachten der Hardware des TS-209 Pro II zeigen sich viele Parallelen zum TS-109 Pro II. So setzt auch dieser NAS-Server auf eine integrierte Lösung mit installiertem Embedded-Linux. Ebenso wie das kleinere Modell basiert er auf dem Marvell 5182 System-on-Chip (SoC), der mit 500 MHz getaktet ist und das Herzstück des Systems bildet. Auch beim TS-209 Pro II kommt somit nicht der schnellere Marvell 5281 mit Floating Point Unit (FPU) zum Einsatz. Dafür bietet jedoch auch der TS-209 Pro II die Option des Schreibcaches.
Für den Benutzer sichtbar bietet der TS-209 Pro II drei USB-2.0-Schnittstellen (1x vorne, 2x hinten), um Daten von oder auf externe Speichermedien zu übertragen oder einen Netzwerkdrucker anzuschließen. Auf einen eSATA-Anschluss muss man beim TS-209 Pro II jedoch verzichten. Der NAS-Server wird von QNAP ohne installierte Festplatten ausgeliefert, so dass der Benutzer selbst entscheiden muss, welche und wie viele Festplatten er einsetzt. Beachtet werden sollte dabei jedoch, dass eine spätere Migration von einer Festplatte auf einen RAID-Verbund bestehend aus mehreren Festplatten nicht möglich ist, ohne dass sämtliche Daten verloren gehen und neu auf das System gespielt werden müssen. Umfangreiche Migrationsmöglichkeiten wie beim TS-409 Pro sucht man beim TS-209 Pro II somit vergebens. Maximal können zwei Terabyte im System untergebracht werden. Auch für den TS-209 Pro II bietet QNAP als Unterstützung eine Liste mit getesteten Festplatten an [3].
| Komponente | Ausführung |
| Prozessor | Marvell 5182, 500 MHz |
| LAN | 1x 10/100/1000 Mbit/s |
| RAM | 256 MB DDR2, 8 MB Flash |
| S-ATA | 2x Serial-ATA I/II (bis zu 2 TB) |
| Lüfter | Bi-Sonic SP702012L (70 x 70 x 20 mm) |
| Netzteil | 60 Watt (extern) |
| USB | 3x USB 2.0 |
| Umgebungstemperatur | 0 – 40 °C |
| Umgebungsfeuchtigkeit | < 95 % |
| Maße (H x B x T) | 115 x 175 x 214 mm |
| Gewicht | ca. 2,4 kg (Leergewicht) |
Äußerlich erinnert auch der QNAP TS-209 Pro II an einen kleinen Mini-PC. Als Formfaktor dient wie auch beim TS-409 Pro ein kleiner Tower, welcher mit Maßen von 115 x 175 x 214 mm (H x B x T) mm eine angenehme Größe hat. Die Front ist mit einer schwarz glänzenden Plastikabdeckung versehen, welche von vier Rändelschrauben gehalten wird und so schnellen Zugriff auf die beiden dahinter liegenden Festplatteneinschübe gewähren soll. Die Rändelschrauben sind allerdings so flach ausgefallen, dass sie sich mit den Fingern nur schwer lösen bzw. fest anziehen lassen. Hier hat die ästhetische Form klar über die Funktion gesiegt. Da die Front komplett geschlossen ist, befinden sich auf beiden Seiten des Systems Lufteinlässe. Unter den Festplatteneinschüben ist die LED-Statusleiste nebst USB-2.0-Anschluss mitsamt Kopiertaste und dem Power-Knopf platziert. Über den USB-Anschluss kann ein externer Datenspeicher angeschlossen werden, dessen Daten mittels Kopiertaste in einem in den Einstellungen festgelegten Zielordner gespeichert werden. Die LED-Leiste beinhaltet Anzeigen für den USB-Port, den Status des Systems, die zwei Festplatten und den LAN- sowie Power-Anschluss. Die System-Status-LED leuchtet bei ordnungsgemäßer Benutzung grün, sind die Festplatten noch nicht initialisiert, so blinkt sie abwechselnd grün und rot. Bei Zugriff auf eine Ressource blinken die entsprechenden LEDs. Die Front des TS-209 Pro II ist optisch sehr gut gelungen, so dass die 209er-Serie aus unserer Sicht für Heimanwender am attraktivsten gestaltet ist.
An der Rückseite des QNAP TS-209 Pro II befinden sich der Lüfterauslass des 70-mm-Lüfters, der Stromanschluss für das externe Netzteil, zwei USB-2.0-Ports, der Gigabit-Ethernet-Anschluss (RJ45) sowie ein Reset-Taster für das Zurücksetzen der Einstellungen. An der Unterseite des Gehäuses befinden sich vier Gummifüße, welche einen festen und gedämmten Stand ermöglichen. Ein Blick auf den TS-209 Pro zeigt, dass sich äußerlich keinerlei Änderungen feststellen lassen. Das bewährte und gelungene Design des TS-209 Pro kommt somit auch beim neuen TS-209 Pro II zum Einsatz.
Die Abdeckung des Systems ist bei beiden Modellen an der Rückseite mit drei Schrauben fixiert. Löst man diese, kann die Abdeckung nach hinten geschoben und nach oben abgehoben werden, um das System nun komplett zu zerlegen. Durch das Öffnen verliert man jedoch auch die Garantie.
Da man durch das Abnehmen der Frontplatte lediglich einen Blick auf die beiden Festplatteneinschübe werfen kann, welche mit je zwei Rändelschrauben gehalten werden, zeigt sich der technische Aufbau des Systems erst durch Entfernen der kompletten Abdeckung. Da hierdurch das Garantiesiegel auf der Rückseite gebrochen werden muss, sei Endverbrauchern hiervon jedoch in aller Regel abgeraten. Die Installation der Festplatten gestaltet sich nicht ganz so einfach wie beim TS-409 Pro, auch wenn das Prinzip im Grunde identisch ist. Die Festplatten werden mit vier Tellerkopfschrauben auf den Einschüben fixiert, dann zusammen mit diesen in das System geschoben und an der Vorderseite verschraubt. Zusätzlich muss jedoch die Frontplatte mit vier Schrauben wieder fixiert werden, was beim TS-409 Pro mit einer einfachen, wenn auch optisch nicht so attraktiven Tür gelöst wurde. Die Anschlüsse der Festplatten werden mit den Einschüben direkt mit entsprechenden Anschlüssen im Festplattenkäfig verbunden, so dass der Benutzer keinen Kontakt mit den dahinter liegenden Kabeln hat.
Wie schon beim TS-409 Pro gehen von diesen Steckverbindungen je ein Kabel für den Strom- und SATA-Anschluss ab. Diese sind ordentlich verlegt mit dem Mainboard verbunden. Da sämtliche Anschlüsse nur gesteckt sind, können die Kabel theoretisch jederzeit ersetzt werden. Anders als beim TS-409 Pro sind die SATA-Stecker nicht mit einem kleinen Haltemechanismus ausgestattet, welcher ein versehentliches Lösen der Stecker vom Mainboard effektiv verhindern würde. Dennoch gibt es keine Anzeichen, dass dies unter normalen Umständen jemals geschehen sollte.
Wie schon beim TS-109 Pro II und TS-109 unterscheidet sich auch das grundlegende Innenleben der TS-209 Pro II und TS-209 Pro nicht im Geringsten. So beschränken sich die Unterschiede erneut auf ein verbessertes Layout der Platine beim TS-209 Pro II und zusätzliche RAM-Bausteine im Zuge der doppelten RAM-Bestückung.
An der Rückseite des Systems befindet sich der 70-mm-Lüfter, welcher Luft von vorne (bzw. seitlich) nach hinten durch das System befördert. Zerlegt man das System, so lässt sich theoretisch auch der Lüfter auswechseln, da dieser ebenfalls nur gesteckt auf dem Mainboard angeschlossen wird. Bei dem verbauten Lüfter handelt es sich um einen Bi-Sonic SP702012L [10] mit 2900 U/Min bei 26 dB (Herstellerangabe) und einer Förderleistung von 41,4 m³/h bei 1,8 Watt. Da es auf dem Markt für Endkunden kaum einen geeigneten 70-mm-Lüfter gibt, der sich als Alternative zum verwendeten Modell aufdrängen würde, bietet sich vor allem der Einsatz eines Potentiometers bzw. Zwischenwiderstands an, um die Geschwindigkeit und somit auch die Geräuschentwicklung des verbauten Lüfters zu drosseln. Leider geht durch diesen Eingriff in das System jedoch die Garantie verloren.
Bei den Komponenten des TS-209 Pro II handelt es sich um mittlerweile alte Bekannte. Als Prozessor dient erneut der 500 MHz schnelle Marvell Orion 88F5182 Media Vault Prozessor [4]. Als Gigabit Ethernet-Controller kommt wieder einmal ein Marvell 88E1118-NNC1-Chip zum Einsatz. Auch der USB-Hub ist bereits bekannt und kommt erneut in Gestalt des GL850G-Chip von Genesys Logic [5] daher. Als DDR2-SDRAM kommt wenig überraschend wiederum der HY5PS121621CFP-Y5 [6] DDR2-667-SDRAM mit Timings von 5-5-5 von Hynix zum Einsatz.
Wie schon beim TS-109 zeigt sich auch beim Betrachten des Innenlebens des alten TS-209 Pro, dass QNAP hier noch auf einen langsameren Arbeitsspeicher setzt. Als DDR2-SDRAM kommt hier der auch beim TS-109 eingesetzte HY5PS121621CFP-C4 [6] DDR2-533-SDRAM mit Timings von 4-4-4 zum Einsatz. Alle übrigen Komponenten sind, wer hätte es gedacht, bei beiden Modellen wiederum identisch.
QNAP setzt bei allen Geräten ein identisches, für die jeweilige Hardware nur leicht angepasstes Embedded Linux ein, weshalb wir an dieser Stelle nicht noch einmal auf alle Funktionen im Einzelnen eingehen werde, sondern auf unseren Test des TS-409 Pro verweisen [11], in dem wir auf die Funktionen im Detail eingegangen sind. Zu beachten ist dabei natürlich, dass die RAID-Funktionalität je nach Modell aufgrund unterschiedlich vieler Festplatteneinschübe variiert. So bietet der TS-209 Pro II neben RAID1 und RAID0 auch JBOD oder den Betrieb mit nur einer Festplatte. Eine RAID-Migration ist hingegen nicht möglich. Käufer der Pro-Version können wie immer zusätzlich auf eine Unterstützung des NFS-Protokolls und des Verzeichnisdienstes Windows Active Directory (AD) setzen, welche den normalen Versionen nicht gegönnt wird.
Das Web-Interface, welches eine sehr gut gelungene Administration der Systeme ermöglicht, ist bis auf wenige Menüpunkte bei allen Geräten absolut identisch und lässt keine Funktion vermissen. Neu hinzugekommen ist seit unserem Test des TS-409 Pro in der Firmware die Surveillance Station (Überwachungsstation), welche es Benutzern ermöglicht, zwei IP-Kameras über das Gerät zu konfigurieren und zu verwalten. Diese können so beispielsweise für Echtzeitaufnahmen genutzt werden, welche sich ebenso wie gemachte Aufnahmen direkt über den Browser über das Internet aus ansehen lassen. Dabei ist auch die Erstellung eines Aufnahmeplans möglich, etwa um einen Raum nur zu bestimmten Zeiten zu überwachen. Alle Dateien werden im AVI-Format auf der TurboStation gespeichert.
Darüber hinaus ist es nun möglich, zusätzliche Software direkt über QPKG-Pakete zu installieren, welche von Benutzern weltweit zur Verfügung gestellt werden. Die Installation erfolgt dabei einfach über das Interface des QPKG-Centers ohne umständlichen Installationsprozess. Zu den offiziellen Paketen gehören bislang MLDonkey (eMule), Slim Server on Turbo Station (mit SqueezeCenter 7), Optware Ipkg (Itsy Package Management System), SABnzbd+, Python, WordPress, Joomla und phpMyAdmin.
Zur besseren Übersicht haben wir an dieser Stelle die Spezifikationen der Software noch einmal in einer Tabelle zusammengetragen:
| Funktion | Details: TS-209 Pro II | Details: TS-109 Pro II |
| Betriebssystem | Embedded Linux | |
| Netzwerk | TCP/IP, DHCP Client, DHCP Server, CIFS/SMB, AFP, NFS, HTTP, HTTPS, FTP, DDNS, NTP, Gigabit Jumbo Frame | |
| Dateisystem | EXT3 (interne und externe HDD) FAT (externe HDD) NTFS (externe HDD, read-only) | |
| Betriebssysteme | Microsoft Windows, Mac OS X, Linux, Unix | |
| Disk-Management | Single Disk, RAID 0 / 1 und JBOD, Check-Disk, HDD S.M.A.R.T., Sektor-Scan | Single Disk, Check-Disk, HDD S.M.A.R.T., Sektor-Scan |
| Benutzerverwaltung | Quota-Verwaltung (pro User) Benutzer-Account-Verwaltung (max. 256 Benutzer) Gruppen-Verwaltung (max. 128 Gruppen) Windows-AD-Service | |
| Dateisystem-Verwaltung | Network-Share-Management (max. 256 shares), Share folder level ACL support, Unicode Unterstützung, Journaling Dateisystem, Web File Manager | |
| Systemwerkzeuge | E-Mail-Benachrichtigung (SMTP), HDD-Standby-Modus, Festplattenalarm, Auto Power-On nach Power-Loss, Firmware-Upgrade, wählbares Homepage-Logo, Sichern, Wiederherstellen und Zurücksetzen der Einstellungen, Smart-Fan, wählbarer Management-Port, IP-Filter, sicheres Remote-Login via SSH und Telnet, USB, SNMP UPS Unterstützung, Netzwerkpapierkorb | |
| Logs | Komplette Systemlogs (System-Event-Management, Verbindungslogs) | |
| Sprachen | Englisch, Chinesisch (Traditional / Simple), Japanisch, Koreanisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Russisch, Schwedisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch und Polnisch | |
| Backup-Verwaltung | PC-Backup-Software NetBak Replicator, Verschlüsselte Remote-Replication, USB-Copy per Tastendruck, Backup auf externe Speichergeräte, RAID 1 Mirroring | PC-Backup-Software NetBak Replicator, Verschlüsselte Remote-Replication, USB-Copy per Tastendruck, Backup auf externe Speichergeräte, Q-RAID 1 Mirroring auf ext. HDD (USB/eSATA) |
Der QNAP TS-209 Pro II und TS-109 Pro II bieten eine Vielzahl von integrierten Server-Funktionalitäten. Neben einem einfachen Dateiserver – inklusive des Verzeichnisdienstes Windows Active Directory (AD) –, welcher die auf dem System gespeicherten Daten im Netzwerk verfügbar macht, gehören beispielsweise auch ein Web-, MySQL-, iTunes- und Downloadserver zu den angebotenen, integrierten Serverfunktionen. An dieser Stelle sei nur noch einmal eine Auflistung mitsamt kurzer Erläuterung der Services gegeben, Einzelheiten können im Test des TS-409 Pro nachgelesen werden [12].
Da alle TurboStations von QNAP bei Gigabit-Netzwerken auch Jumboframes unterstützen, möchten wir auch kurz auf die Leistung mit und ohne aktivierte Jumboframes eingehen. Hierzu wurde die MTU einmal auf den Standardwert 1500 (1518 Bytes) und einmal auf den maximal möglichen Wert 9000 gesetzt und der FTP-Dateitransfer von und zu der NAS getestet. Durch die verringerte Interrupt-Last und den minimierten Overhead sollte theoretisch die Leistung gesteigert werden können.
Jumboframes: FTP
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Die Ergebnisse zeigen, dass die Leistung der TS-109/209-Serie durch Aktivierung der Jumboframes besonders beim Transfer von Daten vom PC zur NAS (put) zulegen kann, sofern kein RAID-Verbund zum Einsatz kommt, der das System auslastet. Zum direkten Vergleich mit dem TS-109 Pro II haben wir den TS-209 Pro II für diesen Test lediglich mit einer Festplatte bestückt. Führt man den Test beim TS-209 Pro II mit zwei Festplatten im RAID1 durch, ist beim Transfer vom PC zur NAS keine Leistungssteigerung zu erwarten, da der Prozessor nicht leistungsfähig genug ist, um die theoretisch mögliche Transferrate zu erreichen. Schön zu erkennen ist dieses Verhalten beim TS-409 Pro im RAID5-Betrieb. Beim Transfer der Daten von der NAS zum PC ergibt sich mit Ausnahme des TS-209 Pro ein eindeutiges Ergebnis, das dem Einsatz von Jumboframes eine Leistungssteigerung zuspricht.
Um die Geschwindigkeit der TS-109/209-Serie zu beschleunigen, bietet QNAP eine Schreibcache-Funktion an, welche in den Einstellungen ein- bzw. ausgeschaltet werden kann. Hierbei wird der Arbeitsspeicher als Festplattencache genutzt. Da diese Funktion jedoch viel Arbeitsspeicher beansprucht, kann sie nur aktiviert werden, wenn die Funktionen MySQL, Download Station und Surveillance Station deaktiviert sind, die ihrerseits ebenfalls viel Arbeitsspeicher benötigen. Darüber hinaus besteht bei aktiviertem Schreibcache bei einem Stromausfall die Gefahr des Datenverlustes. Der TS-409 Pro nutzt, wie Eingangs beschrieben, einen anderen Hauptprozessor und verfügt nicht über diese Option.
Schreibcache: FTP
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Die Schreibcache-Funktion zeigt eine bemerkenswerte Leistungssteigerung beim Dateitransfer vom PC zur NAS. Ihren Zweck erfüllt sie somit mit Bravour. Beim Transfer vom NAS zum PC ist erwartungsgemäß keine Leistungssteigerung zu verzeichnen. Sofern Benutzer das geringe Risiko eines Datenverlustes im Zuge eines Stromausfalls während des Schreibvorgangs eingehen möchten und die oben genannten Funktionen nicht dauerhaft nutzen, können wir aufgrund des massiven Leistungsgewinns zumindest beim TS-109 Pro II nur zur Aktivierung des Schreibcaches raten. Beim TS-209 Pro II sind die theoretischen Ergebnisse unter dem Vorbehalt zu betrachten, dass zwecks direkter Vergleichbarkeit lediglich eine Festplatte eingesetzt wurde. In einem RAID-Verbund relativiert sich der theoretische Zuwachs, da der langsame Prozessor überlastet ist.
Das NAS Performance Toolkit aus dem Hause Intel wurde speziell für Performancemessungen von Speichersystemen, insbesondere kleinen Office-NAS-Systemen entwickelt. Die knapp 60 MB große Software auf Basis des Microsoft .NET Framework umfasst insgesamt 18 einzelne Tests, wobei der Focus hauptsächlich auf Anwendungen mit High-Definition-Video-Inhalten gelegt wurde. Backup & Restore gehören ebenso zum Portfolio wie das einfache Kopieren von Dateien und Verzeichnissen in beide Richtungen. Tests zur Content-Erstellung sowie Zugriffsmuster eines Fotoalbums runden das Paket ab. Das NAS Performance Toolkit steht für jedermann nach Angabe der E-Mail-Adresse auf der Homepage des Herstellers frei zum Download bereit [21]. Bei unseren Messungen wurde der Wert „Multiple I/O“ auf 8 erhöht. Um eventuelle Ausreißer in den Messwerten zu eliminieren, wurden alle Tests dreimal durchgeführt und am Ende der jeweilige Mittelwert gebildet.
Intel NAS Performance Toolkit
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Das NAS Performance Toolkit von Intel führt keinen eindeutigen Sieger zu Tage, zeigt jedoch, dass der TS-209 Pro II ebenso wie der TS-209 Pro beim Einsatz von RAID1 deutlich an Leistung verliert und sich oft hinter dem mit nur einer Festplatte bestückten TS-109 Pro II/TS-109 einordnen muss. Darüber hinaus ist zu bemerken, dass der TS-209 Pro mit RAID1-Array stets vor dem TS-209 Pro II platziert ist.
Beim FTP-Dateitransfer-Test kommt die integrierte FTP-Funktion von Microsoft Windows zum Einsatz. Über die FTP-Befehle „put“ und „get“ lassen sich die Dateien von PC zur NAS oder umgekehrt kopieren. Die Testdatei hat eine Größe von 1024 MB. Um eventuelle Ausreißer in den Messwerten zu eliminieren, wurden alle Tests dreimal durchgeführt und am Ende der jeweilige Mittelwert gebildet.
FTP Dateitransfer
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Der FTP-Dateitransfer bestätigt das durch das NAS Performance Tool gewonnene Bild. Beim Lesen vom NAS-Server kann sich die RAID-Konfiguration sehr gut platzieren, muss sich jedoch beim Schreiben erneut der Einzeldiskkonfiguration geschlagen geben und krankt an der relativ schwachen Leistung des zum Einsatz kommenden Marvell 5182. Ein klarer Vorteil für die neue IIer-Serie ist nicht auszumachen, auch wenn sich der TS-109 Pro II in beiden Szenarien vor dem TS-109 platzieren kann.
Das Common Internet File System (kurz CIFS) wird vorwiegend in Windows-basierten Netzwerken eingesetzt. Es ist eine Weiterentwicklung des SMB (Server Message Block)-Protokolls und wurde 1996 von Microsoft eingeführt. Im Unterschied zu SMB oder SMB mit NetBIOS über TCP/IP werden bei CIFS die Daten direkt über das TCP/IP-Protokoll übertragen, so dass deutlich an Overhead gespart wird. Neben der Datei- und Druckerfreigabe werden auch zusätzliche Dienste wie der Microsoft Remote Prozedur Call oder der NT-Domänendienst angeboten. Im Gegensatz zu FTP handelt es sich somit nicht um ein reines Dateiübertragungsprotokoll. Getestet wird mittels eines kleines Microsoft-PowerShell-Skriptes, welches eine ein Gigabyte große Datei zwischen PC und NAS überträgt. Dank der integrierten Zeitfunktion kann zudem auch die Übertragungsdauer exakt ermittelt werden. Die Messwerte aus dem Diagramm ergeben sich durch die einfache Rechnung „Dateigröße geteilt durch die gemessene Zeit“. Auch bei diesem Test wurde jeder Vorgang dreimal ausgeführt.
CIFS Dateitransfer
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Beim CIFS-Dateitransfer zeigt sich das bereits vom FTP-Transfer bekannte Bild, wobei sich nun auch der TS-209 Pro II minimal vor dem TS-209 Pro positionieren kann.
Gemessen wird die Leistungsaufnahme des kompletten Systems:
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Die Messung der Leistungsaufnahme liefert das vorher erwartete Bild. Die neuen TS-109 Pro II und TS-209 Pro II verbrauchen durch die zusätzlichen RAM-Module minimal mehr als ihre Vorgänger und beim Einsatz zusätzlicher Festplatten steigt die Leistungsaufnahme um den Verbrauch dieser. Im Standby-Modus werden die Festplatten – wie der Name vermuten lässt – in den Standby-Modus versetzt. Die Zeit, nach der die Festplatten in diesen Modus wechseln, kann vom Benutzer in kleinen Intervallen ab fünf Minuten festgelegt werden.
Für die Messung der Lautstärke bedienen wir uns Voltcrafts SL100-Schallpegelmessgerät, welches den anliegenden Schalldruck in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel nach den bekannten A-Bewertungskurven ausgibt. Da die Messungen unter Nicht-Laborbedingungen in einem normalen Arbeitsraum stattfinden, können die erzielten Ergebnisse lediglich als ungefährer Anhaltspunkt dienen. Die Messungen erfolgen in einer Entfernung von lediglich 30 Zentimeter zum NAS-Server. Im Server wird stets die maximal mögliche Anzahl einsetzbarer Festplatten betrieben. Neben der Unterscheidung, ob auf die Festplatten zugegriffen wird oder nicht, wurden die Messungen sowohl mit maximaler als auch minimaler Lüfterdrehzahl durchgeführt.
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Die Lautstärke des TS-109 Pro II weiß aufgrund seines lüfterlosen Designs zu überzeugen und fällt auch beim Zugriff auf die Festplatte nicht negativ auf. Negativ bewerten müssen wir beim TS-209 Pro II (und dem baugleichen TS-209 Pro) jedoch erneut den verbauten Lüfter, der selbst in niedriger Drehzahleinstellung hörbar ist und sich auch im Standby-Modus nicht ausschaltet, so dass dieser Modus die tatsächlich vom Lüfter ausgehende Geräuschkulisse wiedergibt. Aufgrund des lauten Lüfters sollte eine dauerhafte Nutzung des TS-209 Pro II im Wohnzimmer nur erwogen werden, wenn viel Abstand zwischen NAS-Server und Benutzer besteht. Uns erscheint der Server im für ihn angedachten Betriebsmodus mit zwei Festplatten für diesen Standort ungeeignet zu sein. Freunde leiser Umgebungen sollten den TS-209 Pro II nach Möglichkeit aus ihrem direkten Umfeld verbannen. Bei maximaler Lüfterdrehzahl fällt dann selbst der Festplattenzugriff nicht mehr ins Gewicht, da der Lüfter unerträglich laut ist.
QNAPs NAS-Systeme TS-109 Pro II und TS-209 Pro II hinterlassen vor allem aufgrund ihres sehr guten Funktionsumfanges, ihrer Verarbeitungsqualität, Stabilität, Kompatibilität und einfachen Inbetriebnahme sowie Bedienung erneut ein sehr gutes Bild. Eine intelligente Lüftersteuerung, welche auch manuell in drei Stufen geregelt werden kann, versucht den insgesamt jedoch zu laut ausfallenden Lüfter des TS-209 Pro II im Zaum zu halten. Festplatten-Monitoring inklusive Testfunktionen, Jumboframe-Unterstützung, umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten im Web-Interface und eine geringe Stromaufnahme gehören ebenso zum Standardrepertoire der NAS-Server von QNAP wie die wachsende offizielle Community [22] und ein deutsches 3rd-Party Forum [23] mit Unterstützung von QNAP. Zwar geht die Installation der Festplatten beim TS-109 Pro II und TS-209 Pro II nicht ganz so einfach von der Hand wie beim TS-409 Pro, sollte aber dennoch problemlos für jedermann zu bewerkstelligen sein. Der TS-209 Pro II lässt zudem eine RAID-Migration vermissen, so dass man beim Umstieg von einer auf zwei Festplatten leider sämtliche Daten sichern und neu aufspielen muss.
Für den TS-109 Pro II spricht im Vergleich zur TS-209 Pro II sein lüfterloser Betrieb und der rückseitige eSATA-Anschluss, den der TS-209 Pro II vermissen lässt. Zudem macht sich der schwache Prozessor bei diesem Modell am wenigsten bemerkbar, da mit nur einer integrierbaren Festplatte RAID-Optionen nicht gegeben sind. Angesichts eines Preises von rund 250 Euro [1] im Vergleich zu einem Preis von 315 Euro [7] für den TS-209 Pro II sollte jedoch jeder, der wichtige Daten dauerhaft auf einem externen NAS-Server speichern möchte, direkt zu einer Lösung mit RAID-Funktionalität greifen und diese im RAID1 betreiben, um nicht ständig mit der Angst eines Datenverlustes zu leben. Apropos Datenverlust: Privatanwender, die keine hochsensiblen Daten mit dem NAS-Server austauschen und die Funktionen MySQL, Download Station und Surveillance Station nicht dauerhaft nutzen, sollten den Schreibcache aktivieren, um die Datenübertragung merklich zu beschleunigen.
Größter Schwachpunkt des TS-109 Pro II und TS-209 Pro II ist erneut der langsame Hauptprozessor, der eine schnellere Datenübertragung verhindert. Besonders im RAID-Betrieb macht sich dies beim TS-209 Pro II sehr negativ bemerkbar. Da hilft auch die Verdopplung des Arbeitsspeichers von 128 auf 256 MB beim TS-109 Pro II und TS-209 Pro II im Vergleich zum TS-109 Pro und TS-209 Pro nichts. Zwar kann die Leistung durch den zusätzlichen Arbeitsspeicher besonders bei Lesezugriffen minimal gesteigert werden, dies rechtfertigt aus unserer Sicht jedoch nicht die Mehrkosten in Höhe von rund 40 Euro [24] und die parallele Existenz beider Modellreihen. Wir hätten uns ein Auslaufen der alten Modelle und Angebot der neuen Serie zum Preis der alten gewünscht. Interessant wird der größere Arbeitsspeicher aus unserer Sicht deshalb nur dann, wenn man mehrere Anwendungen mit hohem Speicherbedarf gleichzeitig auf dem Gerät ausführt und so eine bei den alten Modellen stattfindende Auslagerung der Daten auf die Festplatten verhindern kann, so dass die Funktionen schneller reagieren. Benutzer, auf die dieses Verhalten jedoch nicht zutrifft, die auf eine minimale Leistungssteigerung verzichten können und größere Datenmengen mit dem NAS-Server nur selten austauschen, können problemlos auf die alten Modelle zurückgreifen, welche einen identischen Funktionsumfang bieten. Wer auf die NFS- und Active-Directory-Unterstützung der Pro-Variante verzichten kann, greift zudem zum nochmals kostengünstigeren TS-109 bzw. TS-209.
Teure Abhilfe für den leistungsschwachen Hauptprozessor bietet QNAP mit dem neuen TS-509 Pro bereits selbst an. Dieser mit fünf Festplatten-Einschüben ausgestattete NAS-Server setzt auf einen 1,6 GHz schnellen Celeron-Prozessor, Dual-Gigabit-Ethernet, ein LC-Display und ein Gigabyte RAM, womit aus technischer Sicht selbst die schnelle Intel SS4200-E Network Attached Storage [25] übertroffen wird. Mit einem Preis von über 750 Euro [26] spielt der TS-509 Pro allerdings in einer ganz anderen Liga als die für Heimanwender konzipierten TS-109 Pro II und TS-209 Pro II. Dafür bietet er jedoch auch zusätzliche Funktionen wie beispielsweise Wake-on-LAN und automatische Ein- und Ausschaltzeiten, die wir beim TS-109 Pro II, TS-209 Pro II und TS-409 Pro bisher vermisst haben.
Größter Pluspunkt der NAS-Server von QNAP bleibt somit ihr immenser Funktionsumfang, der beim einfachen FTP-Dienst beginnt und über DHCP, WINS, SSH, Telnet, NFS, MySQL, Domänen-Master, Printserver, iTunes- und Medienserver bis weit über die Download Station reicht.
Vorkonfigurierte Systeme mit integrierten Festplatten können Kunden beispielsweise bei Litec-Computer [27] erwerben, Geschäftskunden werden zum Beispiel beim deutschen Distributor Xen Micro [28] fündig.