QNAP hat es geschafft, sich in relativ kurzer Zeit einen Namen unter den Herstellern von Netzwerkspeichern (NAS) zu machen. Mit der QNAP TS-409 Pro Turbo NAS bietet das taiwanische Unternehmen einen weiteren für Gigabit-Ethernet konzipierten Netzwerkspeicher, der nicht mehr nur für anspruchsvolle Heimanwender gedacht ist, sondern auch kleinere und mittelständische Unternehmen ins Visier nimmt. Neben vier 3,5-Zoll-SATA-Einschüben für Festplatten mit insgesamt maximal 4 Terabyte Speicherkapazität wartet das Gerät auch mit umfangreichen RAID-Optionen inklusive Hot-Swapping, sowie Backup- und Multimedia-Funktionen auf. Neben einem UPnP-Media- und iTunes-Server darf natürlich auch der integrierte BitTorrent-Client nicht fehlen. QNAP bezeichnet den TS-409 Pro als „Alles-in-Einem-NAS-Server 12-in-1“, wobei sich die zwölf auf die gebotenen Server- und Multimedia-Funktionen des Geräts bezieht. Wie sich die umfangreichen Funktionen im Alltag schlagen und ob darüber hinaus auch die Leistung, Laufruhe und Stromverbrauch überzeugen können, klärt unser Test.
Der Lieferumfang des QNAP TS-409 Pro beinhaltet folgende Komponenten:
Somit bietet der Lieferumfang bis auf die benötigten Festplatten sämtliche Komponenten, um den QNAP TS-409 Pro sofort in Betrieb nehmen zu können. Angesichts des Preises hätten wir neben einer Kurzanleitung jedoch auch ein gedrucktes Handbuch im Lieferumfang erwartet. Das Gefühl eines „richtigen“ Handbuches mit immerhin rund 200 Seiten kann das auf der mitgelieferten CD-ROM befindliche PDF einfach nicht ersetzen. Die erste Inbetriebnahme geht jedoch bequem ohne das Handbuch anhand der Schnellinstallationsanleitung von der Hand, worauf wir später noch genauer zu sprechen kommen werden.
Wie viele andere NAS-Server setzt auch der TS-409 Pro auf eine integrierte Lösung mit installiertem Embedded-Linux. Er basiert auf dem Marvell 5281 System-on-Chip (SoC), der mit 500 MHz getaktet ist und das Herzstück des Systems bildet. Inwiefern dieser zusammen mit den 256 MB DDR2-RAM und 8 MB Flash-Speicher schnell genug ist, um Daten rasant über die Gigabit-Ethernet-Schnittstelle zu schicken, werden die Tests zeigen müssen. Darüber hinaus stehen dem Benutzer drei USB2.0-Schnittstellen (1x vorne, 2x hinten) zur Verfügung, um Daten beispielsweise von oder auf externe Festplatten, USB-Sticks oder Kameras zu übertragen, oder um einen Netzwerk-Drucker anzuschließen. Da der QNAP TS-409 Pro in seiner Grundkonfiguration ohne Festplatten ausgeliefert wird, kann der Benutzer selbst entscheiden, welche und wie viele Festplatten er einsetzen möchte. Maximal können vier Terabyte im System untergebracht werden. QNAP bietet als Unterstützung eine Liste mit getesteten Festplatten an, wobei auf dieser Modelle von Samsung gänzlich fehlen, da diese laut QNAP in Taiwan schlicht nicht käuflich zu erwerben sind. Man sucht jedoch nach einem Weg, um künftig auch Festplatten von Samsung in die Kompatibilitätsliste aufnehmen zu können. Problematisch scheinen vor allem einige Modelle von Western Digital, bei welchen der Standby-Modus nicht korrekt umgesetzt wurde, so dass der TS-409 Pro die Festplatten nicht in den Ruhezustand versetzen kann.
| Komponente | Ausführung |
| Prozessor | Marvell 5281, 500 MHz |
| LAN | 1x 10/100/1000 Mbit/s |
| RAM | 256 MB DDR2, 8 MB Flash |
| S-ATA | 4x Serial-ATA I/II (bis zu 4 TB) |
| Netzteil | 96 Watt (extern) |
| USB | 3x USB2.0 |
| Umgebungstemperatur | 0 – 40 °C |
| Umgebungsfeuchtigkeit | < 95 % |
| Maße (H x B x T) | 188 x 176 x 225 mm |
| Gewicht | ca. 3,0 kg (Leergewicht) |
Auf eSATA muss man bei dem TS-409 Pro jedoch komplett verzichten. Neben dem Gigabit-Ethernet-Anschluss sind die drei USB-Ports somit die einzige Verbindung an die Außenwelt. QNAP hat sich dazu entschieden das Netzteil nicht direkt in das System zu integrieren, so dass ein externes Universal-Netzteil mitgeliefert wird, welches von 100 bis 240 Volt arbeitet und am Ausgang 8 Ampere und übliche 12 Volt Gleichstrom liefert, so dass dem System maximal 96 Watt Leistung zur Verfügung stehen. Der Hersteller bescheinigt dem Netzteil einen Wirkungsgrad von über 80 Prozent und eine Mean Time Between Failures (MTBF) von üblichen 50.000 Stunden. Mit Maßen von 167 x 65 x 37 mm besitzt das Netzteil jedoch eine stattliche Größe.
Äußerlich erinnert der QNAP TS-409 Pro an einen kleinen Mini-PC, wie man ihn beispielsweise von Shuttle kaufen kann. Als Form-Faktor wählte man einen kleinen Tower, welcher mit Maßen von 188 x 176 x 225 mm (H x B x T) nicht zu groß und nicht zu klein für vier integrierte Festplatten ausfällt. An der Front findet sich neben einem fast die gesamte Fläche einnehmendem Metallgitter, welches aufgeklappt werden kann und hinter welchem sich die Festplatten-Einschübe verbergen, eine LED-Status-Leiste nebst USB2.0-Anschluss mitsamt Kopiertaste und dem Power-Knopf. An den USB-Anschluss lässt sich beispielsweise ein USB-Stick anschließen und durch einen Druck auf die daneben liegende Kopiertaste dessen Inhalt auf die internen Festplatten des QNAP TS-409 Pro überspielen. Der Zielordner und weitere Optionen können dabei vorab vom Benutzer im Web-Interface eingestellt werden. Die LED-Leiste beinhaltet Anzeigen für den USB-Port, den Status des Systems, die vier Festplatten sowie den LAN-Anschluss. Ist ein USB-Gerät angeschlossen, leuchtet die Status-LED für den USB-Port blau. Die System-Status-LED leuchtet bei ordnungsgemäßer Benutzung grün, sind die Festplatten noch nicht initialisiert, so blinkt sie abwechselnd grün und rot. Die vier HDD-LEDs leuchten im Leerlauf-Betrieb grün und beim Zugriff auf eine Platte blinkt die entsprechende LED grün. Die Netzwerk-LED blinkt bei Netzwerkzugriffen orange. Mit diesen Anzeigen erschöpft sich die optisch gelungene Vorderseite des QNAP TS-409 Pro.
An der Rückseite des QNAP TS-409 Pro findet sich der Lüfterauslass des 92-mm-Lüfters, der Stromanschluss für das externe Netzteil, zwei USB2.0-Ports, der Gigabit-Ethernet-Anschluss (RJ45) sowie ein Reset-Taster für das Zurücksetzen der Einstellungen des QNAP TS-409 Pro. Die Anschlüsse des Systems befinden sich alle an einer abgetrennten Abdeckung, welche sich beim Öffnen des Systems als Mainboardschlitten offenbaren wird. An der Unterseite des Towers sind vier große Gummifüße angebracht, welche einen festen und gedämmten Stand liefern. Die Abdeckung des Systems ist an der Rückseite mit fünf Schrauben fixiert. Löst man diese, kann die Abdeckung nach hinten geschoben und nach oben abgehoben werden, so dass sich der Blick ins Innere offenbart.
Während man beim Öffnen des Metallgitters an der Vorderseite lediglich einen Blick auf die vier Festplatteneinschübe werfen kann, welche mit je zwei Daumenschrauben gehalten werden, zeigt sich der technische Aufbau des Systems erst durch Entfernen der kompletten Abdeckung – wobei man jedoch ein an der Rückseite angebrachtes Garantiesiegel brechen muss. Die einfache Installation der Festplatten, welche lediglich mit vier Flachkopfschrauben auf den Einschüben fixiert und dann zusammen mit diesen in das System geschoben und an der Vorderseite verschraubt werden müssen, verdankt man einem einfachen System im Innern des QNAP TS-409 Pro. So werden die Anschlüsse der Festplatte direkt in entsprechende Verbindungen im System gesteckt, was voraussetzt, dass sich die Anschlussleiste der verwendeten Festplatten an die Norm halten.
Von diesen Steckverbindungen gehen je ein Strom- und SATA-Anschluss ab, welche mit dem darunter liegenden Mainboard verbunden sind. Die Stromkabel sind dabei fein säuberlich auf der rechten Seite aufgereiht und durchnummeriert, was eine Zuordnung sehr vereinfacht. Gleiches gilt auch für die SATA-Kabel, welche auf der linken Seite des Mainboards aufgereiht werden. Hier zeigt sich ein weiteres positives Detail des TS-409 Pro: Die SATA-Stecker sind mit einem kleinen Haltemechanismus ausgestattet, welcher ein versehentliches Lösen der Stecker vom Mainboard effektiv verhindert. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund wichtig, dass ein normaler Benutzer das System nie öffnen und die Kabel somit nie zu Gesicht bekommen sollte. Da SATA-Anschlüsse aber keinen besonders festen Halt liefern, ist QNAP an dieser Stelle auf Nummer sicher gegangen und zeigt, dass man bei der Konzeption des Systems auch an Kleinigkeiten gedacht hat.
An der Rückseite des Systems befindet sich der 92-mm-Lüfter, welcher Luft von vorne nach hinten durch das System befördert. Auf Staubfilter hat QNAP jedoch komplett verzichtet, so dass der konstante Luftstrom mit der Zeit einiges an Staub in das System befördern dürfte. Entfernt man die Halterung für die Steckverbindungen, kann man auch den Lüfter von der Rückseite entfernen und somit theoretisch durch ein anderes, eventuell leiseres Modell ersetzen. Bei dem verbauten Lüfter handelt es sich um einen YS-Tech 92x92x25 Silent FD129225LB-N [1] mit 1900 U/min bei 25 dB (Herstellerangabe) und einer Förderleistung von 68.3 m³/h bei 1,2 Watt. Da der Lüfteranschluss glücklicherweise nicht mit dem Mainboard verlötet sondern nur gesteckt ist, stellt sich einem Tausch ebenso wie der Möglichkeit des zusätzlichen Einbaus eines Potentiometers oder Zwischenwiderstands nichts in den Weg. Auf eine Dämmung des Systems, um die Festplattengeräusche zu reduzieren, hat QNAP ebenfalls verzichtet, so dass hier dem gewillten Modder noch einige Möglichkeiten gegeben sind.
Löst man die beiden vorderen Schrauben, mit denen das Mainboard an der Unterseite des Gehäuses befestigt ist, lässt sich das Mainboard nach hinten aus dem System ziehen. Das Mainboard zeigt recht schnell, dass Erweiterungen der Hardware nicht ohne Weiteres möglich sind. Sämtliche Komponenten wurden direkt auf die Platine gelötet, so dass auch der Arbeitsspeicher von 256 MB nicht aufgerüstet werden kann. Darüber hinaus fällt auf, dass man auf eine komplett passive Kühlung der Systemkomponenten setzt, wobei selbst passive Kühlkörper überflüssig sind, um die Komponenten ausreichend zu belüften. Für den 500 MHz schnellen I/O-Prozessor von Marvell befinden sich zwar entsprechende Bohrungen auf dem Mainboard, um einen passiven Kühlkörper zu befestigen, verbaut wird jedoch keiner. Die vier Serial-ATA-Anschlüsse werden von einem Marvell 88SX7042 PCIe-to-Serial-ATA-Controller-Chip bereitgestellt, der für jeden SATA-Anschluss einen dedizierten Kanal bereitstellt, Hot-Plug und sowohl SATA 1.0 als auch SATA II inklusive Native Command Queuing (NCQ) unterstützt. Als Gigabit Ethernet-Controller kommt ein Marvell 88E1118-NNC1-Chip zum Einsatz. Der DDR2-SDRAM mit der Bezeichnung HY5PS12821CFP [2] stammt von Hynix und ist als DDR2-667 mit Timings von 5-5-5 spezifiziert. Er entspricht dem JEDEC-Standard und kommt im FBGA-Package daher. Als USB-Hub setzt QNAP einen GL852-Chip von Genesys Logic [3] ein, der aus der Genesys Logic 8 Bit RISC Prozessor Familie stammt.
Herzstück des QNAP TS-409 Pro ist das integrierte Embedded Linux, welches dem NAS-Server vielfältige Funktionen zur Verfügung stellt. Neben den RAID-Modi 0, 1, 5, 5 + Hot Spare, 6 und JBOD kann beispielsweise die Verwaltung der Datenträger komplett über die Web-Oberfläche zur Administration vorgenommen werden. So kann auch das RAID-Level über die Web-Oberfläche jederzeit umgestellt werden und beispielsweise von RAID 1 problemlos durch das Hinzufügen einer weiteren Festplatte auf RAID 5, oder durch das Hinzufügen zweier Festplatten auf RAID 6 oder RAID 5 + Hot Spare umgestellt werden. Wechselt man nacheinander einzelne Festplatten aus, kann man je nach Modus Dank Hot-Swapping auch die Kapazität des TS-409 Pro Schritt für Schritt während des Betriebs erhöhen, ohne die Funktionalität des Systems einzuschränken.
Des Weiteren finden sich aufgrund eines integrierten TwonkyMedia-Servers auch Media-Services für die Microsoft Xbox 360, PlayStation 3 und PlayStation Portable wieder. Auf einen iTunes-Server für die zentrale Verwaltung der Musiksammlung muss ebenfalls nicht verzichtet werden. Linux-Usern dürfte zudem die Unterstützung des NFS-Protokolls freuen. Ein integrierter Print-Server sowie umfangreiche Power-Management- und Überwachungs-Funktionen inklusive UPS-Unterstützung (Uninterruptable Power Supply – unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)), Lüftersteuerung, Festplatten-Status und E-Mail-Benachrichtigung sind zusätzliche Funktionen einer langen Liste der Funktionen des TS-409 Pro. Im Test kam die Firmware 2.0.1 zum Einsatz.
Zur besseren Übersicht haben wir die Spezifikationen der Software in einer Tabelle zusammengetragen:
| Funktion | Details |
| Betriebssystem | Embedded Linux |
| Netzwerk | TCP/IP, DHCP Client, DHCP Server, CIFS/SMB, AFP, NFS, HTTP, HTTPS, FTP, DDNS, NTP, Gigabit Jumbo Frame |
| Dateisystem | EXT3 (interne und externe HDD) FAT (externe HDD) NTFS (externe HDD, read-only) |
| Betriebssysteme | Microsoft Windows, Mac OS X |
| Disk-Management | Single Disk, RAID 0 / 1 / 5 / 5+ Hot spare / 6 und JBOD, Multiple RAID, RAID Migration, RAID Expansion, Check-Disk, HDD S.M.A.R.T., Sektor-Scan |
| Benutzerverwaltung | Quota-Verwaltung (pro User) Benutzer-Account-Verwaltung (max. 1024 Benutzer) Gruppen-Verwaltung (max. 128 Gruppen) |
| Dateisystem-Verwaltung | Network-Share-Management (max. 256 shares), Share folder level ACL support, Unicode Unterstützung, Journaling Dateisystem, Web File Manager |
| Systemwerkzeuge | E-Mail-Benachrichtigung (SMTP), HDD-Standby-Modus, Festplatten-Alarm, Auto Power-On nach Power-Loss, Firmware-Upgrade, wählbares Homepage-Logo, Sichern, Wiederherstellen und Zurücksetzen der Einstellungen, Smart-Fan, wählbarer Management-Port, IP-Filter, sicheres Remote-Login via SSH und Telnet, USB, SNMP UPS Unterstützung, Netzwerkpapierkorb |
| Logs | Komplette System-Logs (System-Event-Management, Verbindungs-Logs) |
| Sprachen | Englisch, Chinesisch (Traditional / Simple), Japanisch, Koreanisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch und Russisch |
| Backup-Verwaltung | PC-Backup-Software NetBak Replicator, Verschlüsselte Remote-Replication, USB-Copy per Tastendruck, Backup auf externe Speichergeräte |
Der QNAP TS-409 Pro bietet eine Vielzahl von integrierten Server-Funktionalitäten. Neben einem einfachen Dateiserver – inklusive des Verzeichnisdienstes Windows Active Directory (AD) –, welcher die auf dem System gespeicherten Daten im Netzwerk verfügbar macht, gehören beispielsweise auch ein Web-, MySQL-, iTunes- und Download-Server zu den angebotenen, integrierten Server-Funktionen. Auf einige Server werden wir im weiteren Verlauf noch genauer eingehen, weshalb an dieser Stelle eine Auflistung mitsamt kurzer Erläuterung der Services genügen soll.
| Funktion | Details |
| Dateiserver | Dateien unter Windows, Mac, Linux und Unix gemeinsam nutzen, Windows AD-Service |
| FTP-Server | Zugriff auf Dateien von außerhalb via FTP-Server, Verschlüsseltes FTP via SSL/TLS-Modus (explizit), Passive FTP-Portbereichsteuerung |
| Backup-Server | Sicherungssoftware NetBak Replicator, Automatische-/Sofort-/Zeitplan-Sicherung |
| Remote-Replikation | Netzwerk-Sicherung von NAS-Daten auf weiteren, externen NAS-Geräten, Verschlüsselte Remote-Replikation, Sicherung auf Blockebene |
| Druckerserver | Gemeinsame Nutzung von Netzwerkdruckern über USB, unterstützt Windows- und Mac-Plattformen (maximal 3 Sätze) |
| RAID-Server | RAID 0, 1, 5, 6, 5 + Spare, Single und JBOD, online RAID-Kapazitätserweiterung und RAID-Stufenmigration |
| Webserver | Unterstützt PHP und MySQL / SQLite, Erstellen eigener Homepages im Internet |
| MySQL-Server | Dual-Unterstützung: MySQL und SQLite, eigenständiger Datenbankserver, integrierte MySQL-Verwaltungssoftware phpMyAdmin |
| UPnP-Mediaserver | Integrierter TwonkyMedia-Server, Medienstraming an DLNA-kompatible DMA-, PS3- oder Xbox 360-Spielkonsolen zur Foto- und Videowiedergabe über Fernsehgeräte sowie Musik- und Internetradiowiedergabe über Hifi-Systeme |
| iTunes-Server | Musikstreaming von NAS zu iTunes auf Mac oder Windows-PCs, intelligente Wiedergabelisten |
| Multimedia Station | Foto- und Videofreigabe über webbasierte Alben mit Thumbnails, Zugangsberechtigungsverwaltung für Fotoalben |
| Download Station | Bittorrent- (mit DHT), FTP- und HTTP-Download, internes und externes Management von Download-Aufgaben per QGet-Software |
Bevor man diese umfangreichen Funktionen des QNAP TS-409 Pro jedoch nutzen kann, muss sie zunächst in Betrieb genommen und konfiguriert werden. Nachdem man die Festplatten mittels je vier Schrauben auf die Einschübe geschraubt, sie in das System geschoben und vorne verschraubt hat, kann man auch schon mit der Installation des TS-409 Pro beginnen. Hierzu verbindet man das System mit dem Netzwerk, schließt es an den Strom an, schaltet es ein und legt die beiliegende Software-CD in einen sich im Netzwerk befindlichen Rechner ein. Beim Einschalten des TS-409 Pro ertönt ein erster Piepton, der nach etwa 45 Sekunden von einem zweiten gefolgt wird, welcher den Abschluss des Systemstarts signalisiert. Nach dem automatischen Start der CD wählt man das QNAP-Modell, welches man konfigurieren möchte, aus und installiert anschließend das Programm „QNAP Finder“. Das Programm sollte im Normalfall den noch nicht konfigurierten NAS-Server im Netzwerk automatisch finden und die Konfiguration des Systems anbieten. Nachdem man die Schnellinstallation so gestartet hat, wird man zur Eingabe des Benutzernamens und Passworts aufgefordert, welche im Auslieferungszustand beide „admin“ lauten. Im Weiteren folgt man einfach dem Assistenten, um den Server-Namen, das Kennwort, die Uhrzeit und das Datum, die Dateinamencodierung, die IP-Adresse, die Laufwerkskonfiguration einschließlich RAID-Level und ein Firmware-Update festzulegen. Nach einer abschließenden Übersicht werden die Änderungen vorgenommen, was je nach Größe der Festplatten einige Minuten in Anspruch nehmen kann. Anschließend ist das System bereits einsatzbereit – man wird jedoch direkt zur Konfiguration von Netzwerk-Laufwerken weitergeleitet, um diese unter Windows direkt verfügbar zu machen. Insgesamt dauerte diese Prozedur bei uns nicht länger als 15 Minuten und geht sehr einfach von der Hand.
Die ausführliche Konfiguration des QNAP TS-409 Pro erfolgt komplett über ein Webinterface mittels Browser. Hierzu stellt der NAS-Server einen nach außen abgesicherten Apache-Webserver unter dem Port 8080 bereit, welcher auf die Skriptsprache CGI und eine MySQL-Datenbank setzt. Der genutzte Browser muss in jedem Fall Javascript unterstützen, da QNAP hiervon in der Weboberfläche sehr viel Gebrauch macht. Ansonsten hat man sich bemüht, ein möglichst kompatibles Interface zu basteln und setzt auf HTML 4, um auch den veralteten Internet Explorer 5.0 zu unterstützen. Die Sprache des Webinterfaces richtet sich bequem nach den Einstellungen des Browsers.
Das Webinterface bietet neben den Einstellungsmöglichkeiten, welche man bereits über den „QNAP Finder“ vom PC aus vornehmen konnte und die sich im Menü unter dem Punkt „Schnelle Konfiguration“ finden, eine Vielzahl von Einstellungen, die vom Benutzer vorgenommen werden können. Neben der Konfiguration der eigentlichen Datei-, Web-, FTP-, Medien-, iTunes-, MySQL-, Download-, Printer- und anderen Server, kann man über die Oberfläche beispielsweise auch die Benutzerverwaltung, RAID-Migration und –Erweiterung, Benachrichtigungen, Remote-Reproduktion, Systemeinstellungen, Festplattentests und das Verhalten des Lüfters einstellen. So lässt sich der Lüfter entweder anhand der Systemtemperatur regeln, wobei die Temperaturen manuell festgelegt werden können, oder einfach per Auswahl „niedrig“, „mittel“ und „hoch“, was den Lüfter dauerhaft in der gewählten Geschwindigkeit betreibt.
Der QNAP TS-409 Pro unterstützt darüber hinaus Jumbo Frames, womit man alle Frames mit einer Größe oberhalb von 1518 Bytes bezeichnet; dies entspricht einer MTU (Maximum Transmission Unit – maximale unfragmentiert übertragbare Datenmenge) von 1500. Der TS-409 Pro erlaubt neben der Standardeinstellung von 1518 Byte auch Frames mit einer Größe von 4074, 7418 und 9000 Bytes für Gigabit-Netzwerke, die hieraus eine gesteigerte Leistung erzielen können, wenn alle Komponenten die nicht standardisierten Jumbo Frames unterstützen, indem die Interrupt-Last der NIC verringert wird – wodurch weniger Overhead entsteht, was wiederum die verfügbare Bandbreite erhöht.
Da die Möglichkeiten des Web-Interfaces immens sind, möchten wir an dieser Stelle nicht auf jede Funktion im Einzelnen eingehen, da dies den Rahmen des Artikels bei Weitem sprengen würde. Einen kompletten Einblick in das Webinterface bietet jedoch obige Bildstrecke, in welcher wir sämtliche Einstellungsmöglichkeiten des Interfaces abgelichtet haben. Im Folgenden möchten wir nun auf einige ausgewählte Server-Funktionen und die mitgelieferte Backup-PC-Software des QNAP TS-409 Pro eingehen.
Der integrierte Dateiserver lässt sich direkt über den Browser aufrufen, so dass auf das interne Dateisystem des TS-409 Pro direkt über den Browser zugegriffen und grundlegende Funktionen genutzt werden können. So ist es möglich, Dateien mittels Browser hochzuladen, umzubenennen, zu löschen, kopieren, verschieben und neue Ordner zu erstellen – welche ebenfalls umbenannt, verschoben, kopiert und gelöscht werden können. Hierbei können auch mehrere Dateien auf einmal ausgewählt und bearbeitet werden.
Anwendern können Zugriffsrechte auf Netzwerksegmente und gemeinsam verwendete, wichtige Dateien zugestanden werden. Hierzu müssen über die Administration entsprechende Benutzer hinzugefügt werden, sofern nicht jeder Benutzer sich als Admin anmelden soll. Die Anordnung der Funktionen, Verzeichnisse und Dateien ist zwar übersichtlich, eignet sich jedoch nicht für all zu große Datenmengen, da man dann schnell über mehrere Seiten scrollen muss. Klickt man auf eine Datei, werden weitere Informationen angezeigt. Unterstützt der Browser das Dateiformat nicht, öffnet sich ein Download-Fenster und die Datei kann lokal gespeichert werden.
Der TS-409 bietet zudem eine Web-Managementschnittstelle zur Verwaltung und gemeinsamen Nutzung von persönlichen Foto-Alben und Multimediadateien über das Netzwerk. Benutzer ohne Administrationsrechte können sich zwar freigegebene Fotos und Multimediadateien auf der Multimedia Station anschauen, haben jedoch nur nach expliziter Erlaubnis das Recht, die Dateien zu modifizieren. Die Benutzerverwaltung ist von der Verwaltung der Systembenutzer entkoppelt, so dass hierfür gesonderte Benutzerkonten eingerichtet werden müssen. Wie im Dateimanager können die Multimedia-Inhalte über die Multimedia Station verwaltet werden. Die Dateien sind übersichtlich anhand einer Sortierfunktion angeordnet, welche der Benutzer selbst modifizieren und seinen Bedürfnissen anpassen kann. Lädt man Bilder in das „Qmultimedia“-Verzeichnis des TS-409 Pro hoch, werden bei der ersten Ansicht der Ordner über die Multimedia Station automatisch Miniaturbilder erstellt, welche eine Vorschau des Bildes zeigen. Eines der Bilder dient zugleich als Album-Cover des beinhaltenden Ordners, wobei hier der Benutzer auch ein Foto explizit als Cover auswählen kann. Neben JPG werden für die Miniaturansicht jedoch nur die Formate GIF und BMP unterstützt, alle sonstigen Formate werden lediglich mit einem Standardlogo versehen; eine Miniaturansicht kann jedoch nicht erstellt werden. Klickt man ein Foto an, werden auf der rechten Seite neben dem nun größer dargestellten Bild EXIF-Informationen zum Foto dargestellt (zum Beispiel Dateiname, Auflösung, Größe, Kamerahersteller). Mittels einem unter dem Bild platzierten Eingabefeld kann dem Bild eine zusätzliche Beschreibung hinzugefügt werden. Über die obere Menüleiste lassen sich Bilder drehen oder eine Diashow starten, bei der auch die Dauer der jeweiligen Anzeige eines Bildes eingestellt werden kann. Bilder können direkt aus der Multimedia Station gedruckt und lokal gespeichert werden.
Möchte man eine Musik- oder Videodatei von der Multimedia Station abspielen, öffnet sich nach einen Klick auf die Miniaturansicht nicht etwa ein eigener, integrierter Multimedia-Player, sondern lediglich der Standard-Player des jeweiligen Endsystems. Verfügt dieser nicht über den passenden Codec oder einen entsprechenden Multimedia-Player, kann die Datei somit auch nicht wiedergegeben werden.
Im TS-409 ist darüber hinaus ein Twonkymedia-Server, ein DLNA-kompatibler (Digital Living Network Alliance) UPnP-Medienserver integriert. Wenn diese Funktion aktiviert ist, gibt der TS-409 bestimmte Musik-, Bild- oder Videodateien dem DLNA-Netzwerk frei. Um auf dem TS-409 befindliche Multimedia-Dateien auf einem Fernseher oder Soundsystem wiederzugeben, muss ein DLNA-kompatibler Digitalmedienplayer (DMP) verwendet werden. Prädestiniert hierfür sind derzeit die Xbox 360, PlayStation 3 und PSP, welche diese Funktionalität bereits integriert haben. Die Einstellungsmöglichkeiten sind, wie man es von TwonkyVision gewohnt ist, vielfältig.
Der TS-409 Pro unterstützt BitTorrent-, HTTP- und FTP-Downloads, ohne dass hierfür ein angeschlossener PC betrieben werden muss. Dem NAS-Server können Download-Aufträge dabei wahlweise über ein Webinterface oder die QGet-Software vom PC aus hinzugefügt werden. Der Download wird dann automatisch vom Server vorgenommen und beendet, auch ohne dass dieser mit dem PC verbunden ist. Die Funktionen, welche die Software QGet am PC bereitstellt, können auch alle über das Webinterface der Download Station genutzt werden. Sie erleichtert die Download-Verwaltung somit lediglich und bietet die Möglichkeit, simultan die Download-Aufträge mehrerer NAS-Server zu verwalten. Möchte man einen BitTorrent-Download hinzufügen, muss die Torrent-Datei zunächst jedoch in jedem Fall lokal auf einem PC gespeichert werden und dann entweder über das Webinterface oder die PC-Software QGet hochgeladen werden. Leider ist es nicht möglich, lediglich einen Link zu einer Torrent-Datei anzugeben, woraufhin der Server die Datei automatisch lüde.
Die Konfiguration und das Hinzufügen von Download-Aufträgen ist nur dem Administrator vorbehalten, anderen Benutzern können hierfür keine entsprechenden Rechte hinzugefügt werden. Dies schränkt zwar rechtliche Probleme erheblich ein, führt jedoch auch dazu, dass jedem Benutzer, der im Zweifel einen Download tätigen können soll, das Administrator-Kennwort mitgeteilt werden muss, oder stets der Administrator behelligt werden muss, wenn ein Download direkt auf dem NAS-Server vorgenommen werden soll. Einmal gestartete Download-Einträge lassen sich jederzeit pausieren und löschen, wobei gewählt werden kann, ob die bereits heruntergeladenen Inhalte dann ebenfalls entfernt werden sollen. Darüber hinaus lässt sich die Anzahl gleichzeitiger Downloads, die maximale Down- und Upload-Geschwindigkeit und der Portbereich (inklusive UPnP) festlegen. Die Priorität der Downloads richtet sich nach ihrer Position in der Liste, welche jeder vom Benutzer verändert werden kann, um einem Download höhere oder niedrigere Priorität zuzuordnen. Über die „gemeinsame Nutzungszeit“ eines Torrents lässt sich festlegen, wie lange dieser nach einem abgeschlossenen Download noch an andere Bittorrent-Benutzer verteilt werden soll.
Der integrierte BitTorrent-Client unterstützt zudem DHT (distributed hash table) – verteilte Hashtabelle. Hierdurch werden die Hashes auch über die Clients verteilt, so dass das Netzwerk theoretisch ohne einen zusätzlichen Server auskommen kann, da jeder Client gleichzeitig als Server der Hashtabelle fungiert.
Über den integrierten Webserver des TS-409 Pro können Webseiten zugänglich gemacht werden. Solange man noch keine eigene Webseite erstellt und in das „Qweb“-Verzeichnis hochgeladen hat, erhält man unter der IP des NAS-Servers lediglich eine vorgefertigte index.html zu Gesicht, welche die Nutzung des Webservers erläutert. Neben PHP wird auch SQLite und MySQL unterstützt, so dass sich auch Datenbanken ansprechen lassen. Bei erstmaliger Installation des Systems wird die phpMyAdmin-Software automatisch als MySQL-Verwaltungswerkzeug installiert. Auf einer manuell erstellen Webseite lassen sich natürlich auch Hyperlinks zu den anderen Funktionen des TS-409 Pro wie beispielsweise Download Station, Multimedia Station und Web-Dateiserver setzen.
Neuerdings liefert QNAP den TS-409 Pro darüber hinaus mit dem Joomla! Content Management System (CMS) aus, welches der GNU General Public License untersteht. Mit dem CMS Joomla! lassen sich die Inhalte der eigenen Webseite gestalten. Vor allem ein schneller Erfolg mit der eigenen Webseite soll Neulingen den Einstieg erleichtern. Das Projekt Joomla! ist eine Weiterentwicklung des CMS Mambo. Näher möchten wir an dieser Stelle auf das CMS aber nicht eingehen, da es den Umfang des Artikels überschreiten würde.
Der NetBak Replicator ist ein Backup-Programm für Windows, mit dem sich eine Sicherung von Daten auf dem NAS-Server vornehmen lässt. Dabei können beliebige Dateien oder Ordner des lokalen PCs in bestimmte, gemeinsam genutzte Ordner des TS-409 gesichert werden. Über die Sofort-Datensicherung können Dateien und Ordner vom lokalen PC ausgewählt und in einem Netzwerkfreigabe-Ordner des TS-409 Pro gesichert werden. Über einen Dateifilter kann der Benutzer bestimmte Dateitypen von der Datensicherung ausschließen. Mit der Option „Zeitplan“ kann ein ebensolcher zum Sichern der Daten vorgegeben werden. Beispielsweise können so täglich um 20:00 Uhr die gewählten Dateien gesichert werden. Die Überwachungsoption dient einer ständigen Sicherung der Daten auf dem QNAP TS-409 Pro, sobald diese auf dem angeschlossenen PC verändert wurden. Neben den reinen Sicherungsfunktionen bietet die Software auch eine Option zur Wiederherstellung der gesicherten Daten an den ursprünglichen oder einen selbst gewählten, anderen Speicherort. Eine Protokollfunktion, welche die Ereignisse der Software aufzeichnet, rundet das Angebot ab.
In einem kurzen Testlauf konnten wir eine Ordnerstruktur bestehend aus 4028 Dateien in 286 Ordnern mit insgesamt 2,01 Gigabyte in 312 Sekunden sichern. Dies entspricht einer Datentransferrate von 6,44 MB/s.
Da der QNAP TS-409 Pro bei Gigabit-Netzwerken auch Jumboframes unterstützt, möchten wir auch kurz auf die Leistung mit und ohne aktivierte Jumboframes eingehen. Hierzu wurde die MTU einmal auf den Standardwert 1500 (1518 Bytes) und einmal auf den maximal möglichen Wert 9000 gesetzt und sowohl der FTP- als auch CIFS-Dateitransfer von und zu der NAS getestet. Durch die verringerte Interrupt-Last und den minimierten Overhead sollte theoretisch die Leistung gesteigert werden können.
Jumboframes: FTP
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Jumboframes: CIFS
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass die Leistung durch Aktivierung der Jumboframes besonders beim Transfer von Daten von der NAS auf den PC (get) zulegen kann. Da der Prozessor des TS-409 Pro beim Transfer von Daten auf die internen Festplatten (put) ohnehin schon überlastet ist, kann sie auch durch die Jumboframes keine nennenswerten Leistungssteigerungen erzielen.
Das NAS Performance Toolkit aus dem Hause Intel wurde speziell für Performance-Messungen von Speicher-Systemen, insbesondere kleinen Office-NAS-Systemen entwickelt. Die knapp 60 MB große Software auf Basis des Microsoft .NET Framework umfasst insgesamt 18 einzelne Tests, wobei der Focus hauptsächlich auf Anwendungen mit High Definition Video-Inhalten gelegt wurde. Backup & Restore gehören ebenso zum Portfolio wie das einfache Kopieren von Dateien und Verzeichnissen in beide Richtungen. Tests zur Content-Erstellung sowie Zugriffsmuster eines Foto-Albums runden das Paket ab. Das NAS Performance Toolkit steht für jedermann nach Angabe der E-Mail Adresse auf der Homepage des Herstellers frei zum Download bereit [4]. Bei unseren Messungen wurde der Wert „Multiple I/O“ auf 8 erhöht. Um eventuelle Ausreißer in den Messwerten zu eliminieren, wurden alle Tests dreimal durchgeführt und am Ende der jeweilige Mittelwert gebildet.
Intel NAS Performance Toolkit
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Das NAS Performance Toolkit von Intel offenbart, dass der QNAP TS-409 Pro durch RAID 5 in den meisten Fällen beim Lesen vom NAS-Server einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber einer Einzeldiskkonfiguration erzielen kann. Es zeigt aber auch, dass der Server vor allem bei Funktionen, bei denen auf die internen Festplatten geschrieben wird, deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt und durch ein RAID-Array und den dadurch erhöhten Rechenaufwand weiter an Leistung verliert.
Beim FTP-Dateitransfer-Test kommt die integrierte FTP-Funktion von Microsoft Windows zum Einsatz. Über die FTP-Befehle „put“ und „get“ lassen sich die Dateien von PC zur NAS oder umgekehrt kopieren. Die Test-Datei besitzt eine Größe von 1024 MB. Um eventuelle Ausreißer in den Messwerten zu eliminieren, wurden alle Tests dreimal durchgeführt und am Ende der jeweilige Mittelwert gebildet.
FTP Dateitransfer
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Der FTP-Dateitransfer bestätigt das durch das NAS Performance Tool gewonnene Bild. Beim Lesen vom TS-409 Pro kann sich die RAID-Konfiguration sehr gut platzieren, muss sich jedoch beim Schreiben erneut der Einzeldiskkonfiguration geschlagen geben und krankt an der relativ schwachen Leistung des zum Einsatz kommenden Marvell 5281. Darüber hinaus sackt die Schreibgeschwindigkeit von rund 20 MB/s auf nur noch 10 MB/s deutlich ab, sobald die 256 MB RAM des NAS-Servers komplett gefüllt sind und dieser nicht mehr als Puffer dienen kann. Bei großen Dateien würde ein größerer Speicher der Schreibgeschwindigkeit somit zu Gute kommen können.
Das Common Internet File System (kurz CIFS) wird vorwiegend in Windows-basierten Netzwerken eingesetzt. Es ist eine Weiterentwicklung des Server Message Block (kurz SMB) Protokoll und wurde 1996 von Microsoft eingeführt. Im Unterschied zu SMB oder SMB mit NetBIOS über TCP/IP werden bei CIFS die Daten direkt über das TCP/IP-Protokoll übertragen, so dass deutlich an Overhead gespart wird. Neben der Datei- und Druck-Freigabe werden auch zusätzliche Dienste wie der Microsoft Remote Prozedur Call oder der NT-Domänendienst angeboten. Im Gegensatz zu FTP handelt es sich somit um kein reines Dateiübertragungs-Protokoll. Getestet wird mittels eines kleines Microsoft PowerShell Skriptes, welches eine ein Gigabyte große Datei zwischen PC und NAS überträgt. Dank der integrierten Zeitfunktion kann zudem auch die Übertragungsdauer exakt ermittelt werden. Die Messwerte aus dem Diagramm ergeben sich durch die einfache Rechnung „Dateigröße geteilt durch die gemessene Zeit“. Auch bei diesem Test wurde jeder Vorgang dreimal ausgeführt.
CIFS Dateitransfer
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Beim CIFS-Dateitransfer zeigt sich das bereits vom FTP-Transfer bekannte Bild.
Um auch die Leistung bei der Übertragung mehrerer kleiner Dateien zu beurteilen, kommt abschließend der ATTO Disk Benchmark zum Einsatz, welcher einen SMB-Test darstellt.
Die Diagramme bestätigen die bisherigen Ergebnisse im Test. Mit einer Schreibleistung von fast 30 MB/s liegt die NAS-Konfiguration mit einer Festplatte im Schnitt erneut leicht vor einem mit RAID 5 betriebenen TS-409 Pro. Die RAID-5-Konfiguration kann sich hingegen erneut bei den Lesezugriffen von der Einzelfestplatten-Konfiguration absetzen.
Gemessen wird die Leistungsaufnahme des kompletten Systems:
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
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Besonders mit nur einer installierten Festplatte kann die Leistungsaufnahme des TS-409 Pro überzeugen. Durch das Hinzufügen einer Festplatte steigt der Verbrauch um eben die von der Festplatte verbrauchten sieben Watt. Der typische Verbrauch bezeichnet die Leistungsaufnahme bei normalem Zugriff auf den NAS-Server und gibt zusammen mit der Leistungsaufnahme im Leerlauf einen Richtwert für den Verbrauch im regulären Betrieb. Der maximale Verbrauch bezeichnet die Leistungsaufnahme im Einschaltmoment, die während des regulären Betriebs jedoch nie erreicht wird. Er zeigt jedoch, dass ein Netzteil mit 96 Watt für den Betrieb von lediglich vier Festplatten durchaus gerechtfertigt ist. Im Standby-Modus werden die Festplatten – wie der Name vermuten lässt – in den Standby-Modus versetzt. Die Zeit, nach der die Festplatten in den Standby-Modus wechseln, kann vom Benutzer in kleinen Intervallen ab fünf Minuten festgelegt werden. Im ausgeschalteten Zustand verbraucht der QNAP TS-409 Pro Turbo NAS tatsächlich so wenig, dass unser Messgerät 0,0 Watt anzeigt – sehr lobenswert.
Für die Messung der Lautstärke bedienen wir uns Voltcrafts SL100-Schallpegelmessgerät, welches den anliegenden Schalldruck in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel nach den bekannten A-Bewertungskurven ausgibt. Da die Messungen unter Nicht-Laborbedingungen in einem normalen Arbeitsraum stattfinden, können die erzielten Ergebnisse lediglich als ungefährer Anhaltspunkt dienen. Die Messungen erfolgen in einer Entfernung von lediglich 30 Zentimeter zum NAS-Server. Im Server werden die vier im Test eingesetzten Festplatten im RAID-5-Verbund betrieben. Neben der Unterscheidung, ob auf die Festplatten zugegriffen wird oder nicht, wurden die Messungen sowohl mit maximaler als auch minimaler Lüfterdrehzahl durchgeführt.
Lautstärke
Angaben in Dezibel
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Negativ ins Gewicht fällt bei der Lautstärke des QNAP TS-409 Pro vor allem der integrierte 92-mm-Lüfter, welcher selbst bei niedriger Drehzahleinstellung durch ein deutlich hörbares Summen auffällt, welches vom Lüfter selbst und nicht etwa dem erzeugten Luftstrom erzeugt wird. Da sich der Lüfter auch im Standby-Modus im Gegensatz zu den Festplatten nicht abschaltet, offenbart dieser Modus die tatsächliche Geräuschkulisse, welche nur vom Lüfter ausgeht. Trennt man den Lüfter von der Platine, erklingen laute Alarmtöne, welche auf die Fehlfunktion aufmerksam machen sollen. Ein Betrieb ganz ohne Lüfter – etwa beim Einsatz von nur einer Festplatte – ist somit nicht möglich, aus thermischer Sicht im Dauerbetrieb aber auch nicht ratsam. Die Lautstärke des TS-409 Pro hängt natürlich in hohem Maße von den verwendeten Festplatten ab, doch auch bei sehr leisen Modellen eignet sich der NAS-Server aufgrund des auf Dauer störenden Lüfters nicht für den kontinuierlichen Betrieb im Wohnzimmer. Aufgrund des eigentlichen Einsatzzwecks des QNAP TS-409 Pro in kleinen Unternehmen, darf dieser Punkt jedoch nicht überbewertet werden. Heimnutzern können wir jedoch nur empfehlen, für den dauerhaften Betrieb eine abgeschiedene Ecke zu suchen oder auf eigene Verantwortung das Garantiesiegel zu brechen und den internen Lüfter gegen ein leiseres Modell auszuwechseln.
Die QNAP TS-409 Pro Turbo NAS hat im Test einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Lediglich Kleinigkeiten trüben das äußerst positive Gesamtbild. Beginnen wir jedoch mit den positiven Aspekten, welche sich bereits in der sehr einfachen Bedienung kenntlich machen. Das Webinterface und die Software sind insgesamt sehr benutzerfreundlich gestaltet und geben keinen Anlass zu Kritik. Die Installation der Festplatten geht ohne Öffnen des Gehäuses von der Hand, wodurch auch die Hot-Swap-Funktion zum Wechseln der Festplatten während des Betriebs erheblich erleichtert wird. Darüber hinaus unterstützt der NAS-Server jede handelsübliche 3,5-Zoll SATA-Festplatte – wobei es bei Modellen von Western Digital zu Inkompatibilitäten kommen kann, die jedoch nicht QNAP zu verschulden hat. Der TS-409 Pro unterstützt eine Vielzahl von Features, die von den meisten Benutzern bei Weitem nicht ausgenutzt werden können. Darüber hinaus ist er mit Windows-, Mac- und Linux-Netzwerken kompatibel. Neben den guten RAID-Optionen, welche auch mehrere parallele RAIDs sowie eine Migration und Expansion im laufenden Betrieb zulassen, bietet das System sehr solide Server-Dienste wie beispielsweise FTP, DHCP, WINS, SSH, Telnet, NFS, MySQL, Domänen Master, PrintServer, iTunes- und Medien-Server. Darüber hinaus können die intelligente Lüftersteuerung, welche auch manuell in drei Stufen geregelt werden kann, und das Festplatten-Monitoring inklusive Testfunktionen überzeugen. Durch die Unterstützung von Jumboframes kann zudem die Leistung in Gigabit-Netzwerken gesteigert werden. Die systembedingte Leistungsaufnahme ist gering und wird durch den Standby-Modus zusätzlich minimiert. Auch die 256 MB RAM müssen ebenso wie die Funktion eines Netzwerkpapierkorbs positiv verbucht werden. Zuguterletzt kann man bei QNAP auf eine gute Community zurückgreifen, welche im offiziellen Forum [5] zusätzlich zu den ohnehin von QNAP veröffentlichten HowTos [6] nicht nur weitere Anleitungen bereitstellt, sondern auch stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Ein deutsches 3rd-Party Forum [7] mit Unterstützung von QNAP hat sich ebenfalls bereits formiert. Mutigen Benutzern steht zudem die Tür für Erweiterungen offen – entsprechende Hacker-Gemeinden haben sich um die NAS-Geräte bereits formiert.
Hauptkritikpunkt am QNAP TS-409 Pro ist, dass aufgrund des recht langsamen Prozessors, dem Marvell 5281 mit 500 MHz, einiges an Potential – gerade beim Schreiben auf die internen Festplatten – verschenkt wird. Die anderen Kritikpunkte sind eher marginaler Natur. So sind die RAID-Optionen und Sicherheitsfunktionen des TS-409 Pro zwar vorbildlich, eine Kombination mehrerer RAID-Modi etwa zu einem RAID 10 ist jedoch nicht möglich. Das Hot-Swapping einer Festplatte im laufenden Betrieb gestaltet sich ob des langsamen Prozessors zudem recht zeitintensiv und bremst gleichzeitig ausgeführte Transaktionen etwas aus, funktioniert jedoch tadellos und trägt zur Sicherheit der Daten bei. Ein eSATA-Anschluss wäre zudem eine Option, die von einigen Benutzern dankend angenommen werden würde. Darüber hinaus hätten wir uns ein gedrucktes Handbuch gewünscht. Für den Heimanwender, für den der QNAP TS-409 Pro im Gegensatz zum QNAP TS-409 (ohne Pro) in erster Linie jedoch nicht konzipiert ist, dürfte neben dem etwas zu lauten Lüfter vor allem der Preis von 538,- Euro (UVP) abschreckend wirken. Bei Geizhals wird er ab etwa 430 Euro geführt [8] – und ist damit sogar minimal günstiger als der QNAP TS-409 für knapp 435,- Euro [9]. Der QNAP TS-409 muss im Gegensatz zur Pro-Variante auf die NFS- und Active-Directory-Unterstützung verzichten. Vorkonfigurierte Systeme mit integrierten Festplatten können Kunden beispielsweise bei Litec-Computer [10] erwerben, Geschäftskunden werden zum Beispiel beim deutschen Distributor Xen Micro [11] fündig. Trotz des Preises ist man aus unserer Sicht mit dem QNAP TS-409 Pro insgesamt sehr gut beraten, so dass wir ihm unsere Empfehlung aussprechen.