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Test: Vier Gamer-Tastaturen von Razer

von Frank Hüber

Vorwort

Lohnt es sich, in teure Peripherie speziell für Spieler zu investieren? Kann man durch sie wirklich einen Vorteil erlangen, der es Wert ist, die zehn Euro günstige Standard-Tastatur gegen ein gut und gerne 70 Euro teures Modell einzutauschen? Wenn ja, welche kauft der ambitionierte Spieler dann? In diesem Test möchten wir uns vier Tastaturen – von oder „powered by“ Razer - genauer ansehen, welche speziell für Spieler entwickelt wurden und diese durch besondere Funktionen überzeugen und ihnen einen Vorteil beim Spielen verschaffen sollen. Bereits seit längerer Zeit erhältlich sind die in diesem Artikel vertretene Razer Tarantula sowie das Microsoft/Razer-Koprodukt Reclusa. Neu hinzu stoßen die Razer Lycosa und das in Europa noch nicht erschienene DKTBoard, welches in einer Zusammenarbeit von Everglide und Razer entstand.

Razer Logo

Vergleich

Die vier Kandidaten im Überblick
Razer TarantulaMicrosoft Reclusa
– Powered by Razer
Razer Lycosa Everglide DKTBoard
– Powered by Razer
VeröffentlichungEnde 2006März 2007November 2007November 2007
(nicht in Deutschland)
Preisempfehlung99,00 €69,99 €79,99 €$69,99 mit
DKTmat Mousepad
TreiberWin 2000/XP/x64/MCE 05/VistaWin 2000/XP/x64/MCE/VistaWin XP/x64/Vista/x64Win 2000/XP/x64/Vista/x64
Abmessungen
(B x H x T in mm)
522 x 33 x 220536 x 38 x 215
(ohne Auflage)
551 x 38 x 266
(mit Auflage)
469 x 15 x 168
(ohne Auflage)
469 x 15 x 221
(mit Auflage)
402 x 24 x 148
Gewicht (Gramm)ca. 1050ca. 1500ca. 900ca. 730
Kabellänge (Meter)2,02,22,01,4
Tasten104 + 24104 + 12104 + 8103 + 9
TastenbeleuchtungSondertasten und Logo,
blau
Tastenfeld und 6 Sondertasten,
blau
Komplett oder „WASD“,
blau (abschaltbar)
Tastenfeld,
blau (abschaltbar)
GehäusematerialKunststoffKunststoffKunststoffAluminium (Abdeckung)
FarbeSchwarzSchwarzSchwarzSchwarz, Silber
Weitere
Besonderheiten
Anti-Ghosting, integrierter
Speicher für 5 Profile,
100 Profile per Software,
10 Makrotasten, BattleDock,
10 Zusatztasten mit Symbolen,
Kopfhörerausgang, Mikrofoneingang,
2x USB (1.1)
5 Profile per Software,
10 Makrotasten,
2 360° Jog-Dials, 2x USB (1.1)
Anti-Ghosting für WASD-Feld,
1000-Hz-Ultrapolling,
Sensorfeld, 10 Profile per
Software, komplett programmier-
bares Tastenfeld inkl. Makros,
Kopfhörerausgang, Mikrofoneingang,
1x USB (2.0)
-

Auch in der Übersicht fällt noch einmal der Untertitel „Powered by Razer“ bei der Microsoft Reclusa und dem Everglide DKTBoard auf, welches dem potentiellen Käufer verdeutlichen soll, dass diese Tastaturen aus einer Kooperation des jeweiligen Herstellers mit Razer entwickelt und somit für höchste Qualität für Spieler stehen sollen. Die Herstellung dieser Tastaturen obliegt jedoch nicht Razer sondern in diesem Fall Everglide und Microsoft. Die Razer Lycosa ist seit November 2007 in den Preisvergleichen gelistet und derzeit für rund 70 Euro verfügbar. Für das Everglide DKTBoard gibt es noch immer keine direkte Bezugsmöglichkeit in Europa und es ist derzeit fraglich, ob die Tastatur überhaupt nach Deutschland kommen wird.

Razer Lycosa

Lieferumfang

Der Lieferumfang der Razer Lycosa besteht aus:

Razer Lycosa

Auf der Treiber-CD befindet sich der zum Testzeitpunkt aktuelle Treiber für die Lycosa (Version 1.00) – mehr dann aber auch schon nicht mehr. Das Benutzerhandbuch und der von Razer auf der eigenen Webseite angebotene Gaming-Guide für Neulinge befinden sich nicht noch einmal in digitaler Form auf den Datenträger. In der beiliegenden Kurzanleitung werden kurz anhand von Grafiken die grundlegenden Funktionen der Tastatur sowie deren Anschluss an den Computer erklärt. Das Handbuch erläutert zusätzlich, welche Systemvoraussetzungen für die Benutzung der Lycosa erfüllt sein müssen und wie man die Treiber-Software den eigenen Bedürfnissen anpasst. Hierbei wird auch kurz auf die Möglichkeit, Profile und Makros zu erstellen sowie auf das Wechseln zwischen diesen während des Spielens, eingegangen.

Äußerlichkeiten

Die in schickem Schwarz gehaltene Tastatur folgt äußerlich dem Trend zu sehr flachen Gehäusen und ist weniger als zwei Zentimeter dick. Die Gehäuseoberseite zeigt sich in modischer Klavierlackoptik, während die Handballenauflage in einem glatten, matten Schwarz und die im Notebookstil gehaltenen Tasten selbst mit einer rutschfesten Gummierung daherkommen. Die Handballenauflage lässt sich bei Bedarf durch das Lösen von vier Schrauben entfernen. Bei der Anordnung der Tasten geht Razer indes keine eigenen Wege, sondern hält sich an das rechteckige Standard-Layout. So ist auch der Nummernblock nicht direkt an das Tastenfeld gerutscht, sondern befindet sich ebenso wie die Pfeiltasten leicht nach rechts abgesetzt. Für den Test stellte uns Razer die amerikanische Version zur Verfügung, in Deutschland kann die Lycosa natürlich auch mit deutschem Tastenfeld erworben werden.

Razer Lycosa

Das einzig Bemerkenswerte ist somit das „TouchPanel“ über dem Nummernblock. Hierbei handelt es sich um Sensortasten, welche ohne Druckpunkt auf die Berührungen des Fingers reagieren. Razer setzt diese Sensortasten zum einen zur Steuerung der auf dem PC installieren Medien-Player, zum anderen aber auch zur Umschaltung der eingestellten Spielprofile, der Beleuchtungsoptionen und zur (De-)Aktivierung des Spielmodus ein. Neben den obligatorischen Tasten Play/Pause, Stop, Vor, Zurück, Leiser und Lauter zur Steuerung der Medien-Player, wird über den Lichtsensor zwischen den drei Beleuchtungsmodi umgeschaltet.

Razer Lycosa Razer Lycosa Razer Lycosa

Der Spieler kann die Schwarzlichtbeleuchtung der Tasten dabei wahlweise komplett deaktivieren, das gesamte Tastenfeld erleuchten oder nur das von vielen Spielern bevorzugten Tastenfeld „WASD“ illuminieren lassen. Die Beschriftung erweist sich jedoch auch schnell als das größte Manko der Razer Lycosa. Ohne eingeschaltete Beleuchtung ist die Beschriftung (genauer gesagt der durchsichtige Teil der Tasten) kaum zu entziffern. Dieser Modus ist somit nur von absolut treffsicheren Schreiberlingen überhaupt nutzbar. Die Beleuchtung des WASD-Feldes ist sicherlich Geschmackssache und auch von der eigenen Tastenbelegung im Spiel abhängig. Zwar findet man in dunkler Umgebung so schnell die vier wichtigsten Tasten, allein die Eingabe einer Textnachricht kann jedoch schon schwierig werden, wenn man kein geübter Schreiber ist. Illuminiert man das gesamte Tastenfeld, fällt zunächst auf, dass die Beleuchtung sämtlicher Tasten deutlich dunkler ausfällt als die Hinterlegung des WASD-Feldes. Allerdings reicht auch diese Beleuchtung aus, um sowohl bei Tageslicht als auch in der Dunkelheit die Beschriftung gut lesen zu können. Die Beleuchtung ist insgesamt stark blickwinkelabhängig – bereits bei normaler Sitzposition nimmt die Helligkeit der Beschriftung nach oben hin deutlich ab. Optimal ist die Beleuchtung somit nur bei direkter Draufsicht auf die Tastatur.

Razer Lycosa
Razer Lycosa Razer Lycosa Razer Lycosa

Über das im Sensorfeld befindliche Razer-Logo kann der Spieler jederzeit manuell zwischen den im Treiber hinterlegten und konfigurierten Profilen umschalten. Hierzu muss das Razer-Logo gedrückt gehalten und die passende Taste von F1 bis F10 betätigt werden. Insgesamt kann man so folglich zwischen zehn Profilen wählen. Darüber hinaus kann über das Logo der „Gaming-Modus“ aktiviert werden, bei welchem die Windows-Start-Funktion durch Deaktivierung der Windows-Taste außer Kraft gesetzt wird. Ein ungewolltes Katapultieren auf den Desktop durch versehentliches Drücken dieser Taste kann so ausgeschlossen werden.

An der Rückseite der Tastatur finden sich für den einfacheren Zugang sowohl ein Kopfhöreraus- und Mikrofoneingang als auch ein USB-Anschluss. Bei diesen Anschlüssen handelt es sich im Prinzip jedoch nur um eine Verlängerung der rückseitig am PC verfügbaren Anschlüsse – die Tastatur verfügt weder über eine integrierte Soundkarte noch über einen USB-Hub.

Razer Lycosa

Eine kleine, mittige Aussparung am oberen und unteren Rand der Tastatur verleiht der Form ebenso wie die schrägen Ränder der Handballenauflage Leichtigkeit und sollen vermutlich die kämpferischen Ambitionen des Benutzers nach außen unterstreichen.

Technik

Da die Razer Lycosa über einen USB-Anschluss mit dem PC verbunden wird, entfallen An- und Ausschalter und Batteriefächer an der Tastatur. Mit dem Thema Batterielaufzeit müssen sich Spieler somit auch nicht befassen. Der Kabelstrang, mit welchem die Tastatur selbst aber auch der Audioaus- und Mikrofoneingang sowie der an der Tastatur befindliche USB-Anschluss mit dem PC verbunden werden, ist insgesamt 200 cm lang – genügend Freiraum steht somit bereit. Auf den letzten 40 cm teilt sich der Strang in die einzelnen Kabel auf, um sie problemlos auch bei großen Gehäusen mit möglicherweise weit auseinander liegenden Anschlüssen verbinden zu können. Wenn auch eine Kleinigkeit, fällt hier positiv auf, dass Razer die beiden USB-Stecker eindeutig markiert hat, so dass der Spieler selbst auch nur die Tastatur mit Strom versorgen und den optionalen USB-Anschluss ungenutzt lassen kann. Die Geschwindigkeit des USB-Anschlusses der Lycosa richtet sich nach der Geschwindigkeit des USB-Ports des PCs; unterstützt dieser USB2.0, so liefert auch der integrierte Anschluss der Tastatur diese Geschwindigkeit.

Razer Lycosa Razer Lycosa Razer Lycosa

Da die Verbindung über USB vorgenommen wird, steht die Tastatur auch beim Starten des PCs und im Bios zur Verfügung. Für die Benutzung unter Windows ist theoretisch keine Treiberinstallation erforderlich. Möchte man jedoch von den Profilen und der Makrofunktion der Tasten Gebrauch machen, muss der Treiber installiert werden.

Die im Notebookstil gehaltenen Tasten lassen sich relativ leicht lösen, sodass eine Reinigung des Tastenfeldes sehr gut möglich ist. Der Sockel der Tasten wird lediglich durch zwei kleine Plastikanker im Gehäuse gehalten. Darunter offenbart sich, dass der Sockel mit der Unterseite auf kleine Silikonhauben drückt, welche dann den Kontakt mit der darunter liegenden Platine herstellen. Auch die Art und die Unterschiede in der Beleuchtung werden deutlich. Während bei den WASD-Tasten unter jeder eine kleine LED angebracht ist, die für eine helle Beleuchtung der Beschriftung sorgt, wird im Falle der ganzheitlichen Beleuchtung der Tasten die gesamte, durchsichtige Platine unter den Tasten relativ gleichmäßig, aber deutlich dunkler illuminiert. Da zwischen Platine und Tasten noch eine schwarze „Zwischendecke“ eingezogen wurde, welche lediglich passende Aussparungen für die jeweilige Taste bereithält und zur Sauberkeit des Innenlebens beiträgt, sind die Lücken zwischen den Tasten nicht beleuchtet.

Razer Lycosa
Razer Lycosa Razer Lycosa Razer Lycosa

Die von Spielern recht häufig genutzten Tasten 1, 2, 3, 4, 5, TAB, Q, W, E, A, S, D, Shift, Y, X, C, Strg und Alt verfügen über das so genannte „Anti-Ghosting“, welches die Verarbeitung von mehreren gleichzeitig ausgeführten Tastenanschlägen erlaubt. Leider kommt diese Technik jedoch nicht für sämtliche Tasten zum Einsatz, was Spieler, die nicht das „WASD“-Feld zur Steuerung nutzen, enttäuschen wird. So können etwa beim Nummernblock nur solche Tasten gleichzeitig verarbeitet werden, die nicht in einer horizontalen Reihe liegen. Die Tasten selbst sind mit Razers patentierter „Hyperresponse-“ und „1000-Hz-Ultrapolling“-Technologie ausgestattet, was für eine theoretische Reaktionszeit von einer Millisekunde sorgen soll. Die meisten Spieler werden dies, wie auch wir, nicht bemerken – einige Spieler sind jedoch der Meinung, diese Technik sei unumgänglich.

Software

Die mitgelieferte Treiber-Software (Version 1.00 mit Firmware 2.02) hinterlässt, trotz ihrer frühen Versionsnummer, einen sehr guten Eindruck. Nach der einfachen und schnellen Installation erscheint das Razer-Logo im Infobereich. Lediglich Kleinigkeiten trüben das ansonsten perfekte Gesamtbild. So wäre es beispielsweise wünschenswert, dass man über den Treiber selbst die zu beleuchtenden Tasten festlegen und nicht nur die Vorgabe An, Aus und WASD wählen könnte. Hierfür müsste jedoch jede Taste einzeln mit einer LED hinterlegt werden, was die Kosten erhöhen und eine neue Revision erforderlich machen würde. Zur Steuerung von Media Playern kann man aus den vier bekanntesten und wichtigsten Programmen wählen: Windows Media Player, iTunes, Winamp und Real Player. Weitere Media Player lassen sich jedoch nicht hinzufügen.

Treiber-Software der Razer Lycosa
Treiber-Software der Razer Lycosa Treiber-Software der Razer Lycosa Treiber-Software der Razer Lycosa

Eigentliche Aufgabe der Software ist jedoch die Verwaltung der Profile und die Programmierung der Tasten inklusive Makro-Möglichkeit. Hierzu kann der Benutzer zehn Profile erstellen, wobei durch Auswahl der ausführbaren Programmdatei eingestellt werden kann, dass sich ein Profil automatisch beim Starten der jeweiligen Anwendung aktiviert. Ist ein Profil über die Sensortasten der Tastatur aktiviert, werden im Treiber die programmierten Tasten auf dem dargestellten Tastenfeld rot markiert. Der Benutzer kann nun jede beliebige Taste auswählen und mit einem Makro oder einer einzelnen anderen Funktion belegen. Hierfür öffnet sich automatisch die Makro-Key-Funktion in der Software. Nun kann entweder eine direkt auf der Tastatur eingegebene Tastenkombination aufgezeichnet werden (inklusive oder exklusive Dauer des Tastendrucks und Zeitverzögerung zwischen den Tasten), aus mehreren Standardbefehlen gewählt oder ein auf Knopfdruck zu startendes Programm festgelegt werden. Die eingegebene Tastenkombination kann im Nachhinein vom Benutzer angepasst werden, indem Verzögerungen hinzugefügt oder entfernt oder die Reihenfolge der Ausführung verändert wird. Darüber hinaus kann man einstellen, ob die programmierte Funktion lediglich einmal, fortlaufend während des Drückens der Taste oder bis zum Drücken der nächsten Taste ausgeführt werden soll.

Auch die linke, rechte und mittlere Maustaste lassen sich für die Makros verwenden. Hierbei muss nicht zwingend eine Maus aus dem Hause Razer eingesetzt werden. Eine im Test parallel betriebene Maus von Logitech bereitete keinerlei Probleme. Bis zu 16 nacheinander ausgeführte Tastatur- oder Mausbefehle lassen sich so als Makro auf einem einzigen Knopf vereinen. Bei Bedarf kann jede beliebige Taste der Tastatur auch einfach komplett deaktiviert werden.

Die Möglichkeiten der Makro-Funktion sind schier endlos und eignen sich nicht nur für Spieler. Auch bei der Bildbearbeitung lassen sich häufig genutzte Abläufe und Funktionen bequem auf eine einzelne Taste legen.

Treiber-Software der Razer Lycosa Treiber-Software der Razer Lycosa Treiber-Software der Razer Lycosa

Darüber hinaus lässt sich in der Software einstellen, dass der Wechsel eines Profils auf dem Bildschirm durch einen Schriftzug in der rechten unteren Ecke angezeigt wird. Dies funktioniert unter Windows zwar einwandfrei, in Spielen wird dieser Hinweis jedoch überlagert und ist für den Spieler somit nicht sichtbar. Zudem sollte man nach dem Spielen nicht vergessen, unter Windows wieder auf ein neutrales Profil zu wechseln, da man sonst auch bei anderen Tätigkeiten stets auf die gespeicherten Makros zurückgreift und ungewollte Aktionen und Eingaben vornimmt.

Einziger großer Kritikpunkt der Makro-Möglichkeit der Lycosa ist jedoch, dass die Profile zwar mittels Software geladen, gespeichert und so exportiert, jedoch nicht direkt in der Tastatur gespeichert werden können. Schließt man die Tastatur demnach in einem Wettkampf an einen gestellten Rechner an, muss man entweder zunächst die Software installieren und die Profile importieren oder gänzlich ohne diese Funktion auskommen. Viele Spiele bieten zudem die Möglichkeit, direkt in den Konfigurationsdateien Skripte einzubauen, so dass die Makrofunktion weitgehend überflüssig wird. Hierfür muss sich der Spieler jedoch genauer mit den Befehlen des jeweiligen Spiels auskennen und nicht einfach nur Tastenkombinationen eintippen.

Darüber hinaus wäre eine doppelte Tastenbelegung je Profil wie bei der Tarantula (siehe den Abschnitt „Software“ bei der Tarantula) wünschenswert, da man bei der Lycosa das Problem hat, dass man im Spiel keine normalen Chat-Nachrichten mehr eingeben kann, wenn man viele alphanumerische Tasten mit speziellen Makros belegt hat. Hierfür muss man immer erst auf ein nicht genutztes Profil wechseln, so dass eines von maximal zehn Profilen bereits hierfür verbraucht wird. Dass es besser geht, hat Razer bereits mit der Tarantula bewiesen, so dass dieser Rückschritt nicht nachzuvollziehen ist.

Ergonomie

In Sachen Ergonomie und Eingewöhnung profitiert die Razer Lycosa von ihrem klassischen Tastenlayout mit Tasten in Standardgröße. Da Razer sich keine aufwendigen Sondertasten, ungewohnte Verteilung und Gestaltung der Tasten oder Doppelbelegungen hat einfallen lassen, sollten somit keine Probleme bei der Benutzung der Tastatur auftreten. Freunde einer bogenförmigen Tastatur, welche die Haltung der Hände verbessert, sind mit der Razer Lycosa jedoch definitiv falsch beraten.

Razer Lycosa

Der Tastenanschlag ist sehr angenehm und gibt dem Benutzer eine deutliche Rückmeldung. Er fällt jedoch viel zu laut aus und hinterlässt keinen hochwertigen Eindruck. Der Tastenhub ist angenehm kurz. Die Gummierung der Tasten stellt nichts Ungewöhnliches dar, gibt jedoch einen guten Halt, neigt aber auch zum leichten Hängen der Finger an den Tasten, etwa wenn man nur knapp über den Tasten über das Feld gleitet.

Die minimal nach hinten ansteigende Tastatur fällt mit rund 1,5 cm sehr flach aus, lässt sich über Aufstellfüßchen jedoch noch etwas schräger stellen. Eine zusätzliche Differenzierung im Aufstellwinkel über doppelt unterteile Füßchen bietet Razer jedoch nicht. Mit aufgestellten Füßchen ist die Tastatur hinten circa 2,5 cm hoch. Wird die Tastatur im flachen Zustand von vier (mit Handballenauflage von sechs) großen Gummipads auch beim Spielen fest auf dem Tisch gehalten, geht diese Stabilität durch das Aufstellen der Füßchen etwas verloren, da die Tastatur nun nur noch im Bereich der Handballenauflage festgehalten wird und somit hinten deutlich stärker zum Verrutschen neigt.

Razer Lycosa
Razer Lycosa Razer Lycosa Razer Lycosa

Das über dem Zahlenblock angebrachte Sensorfeld ist eine nette Zugabe, die in der Praxis zwar problemlos funktioniert, dem Benutzer jedoch keine physische Rückmeldung gibt, sodass man sich etwa im Spiel beim Umschalten der Profile auf die korrekte Funktion verlassen muss. Da das Sensorfeld am rechten oberen Ende der Tastatur platziert ist, sollte es glücklicherweise jedoch nicht zu einer ungewollten Betätigung kommen.

Auch längere Tipparbeiten lassen sich relativ entspannt ausführen, auch wenn die Industrie mittlerweile sicherlich ergonomischere Modelle hervorgebracht hat. Hier ist aber auch die persönliche Präferenz des Benutzers gefragt.

Razer Tarantula

Lieferumfang

Der Lieferumfang der bereits seit über einem Jahr erhältlichen Razer Tarantula besteht neben der eigentlichen Tastatur aus einer Schnellstartanleitung, einem englischen Handbuch (Master Guide) inklusive Treiber-CD, einem Aufkleber des Razer-Logos, einem Echtheitszertifikat und einem Set aus zehn Sondertasten mit Symbolen für First-Person-Shooter nebst einem Werkzeug um Entfernen der Tasten.

Razer Tarantula
Razer Tarantula Razer Tarantula Razer Tarantula

Anders als bei der Lycosa befindet sich bei der Tarantula auf der Treiber-CD auch ein deutsches Handbuch als PDF, sodass man nicht zwingend auf das beiliegende englische Heftchen angewiesen ist. In der beiliegenden Kurzanleitung wird knapp auf den Anschluss der Tastatur an den PC, das Austauschen von Tasten und die Software-Installation eingegangen. Das Handbuch erläutert zusätzlich die Benutzung der Software, die Bedeutung der Multimediatasten und das Umschalten der entweder in der Tastatur oder Software gespeicherten Profile.

Äußerlichkeiten

Die Verwandtschaft zwischen der älteren Tarantula und der neuen Lycosa ist auch äußerlich nicht zu übersehen. Die Tarantula fällt jedoch deutlich größer aus als die Lycosa, erstrahlt aber ebenfalls in trendiger, jedoch staubanfälliger Klavierlackoptik. Die ebenfalls glänzenden, glatten Tasten fallen jedoch nicht so aus dem Rahmen, wie die gummierten Vertreter der Lycosa. Auch die Höhe der Tasten der Tarantula stellt einen Mittelweg zwischen herkömmlichen, hohen und ganz flachen Notebook-Tasten dar. Die matte Handballenauflage ist fest in die Tastatur integriert und kann vom Benutzer nicht entfernt werden. Das mittig eingearbeitete Logo wird dezent pulsierend blau hinterleuchtet. Unter Verwendung der neuesten Firmware flackert die integrierte Beleuchtung mitunter jedoch etwas. Ein Verhalten, welches mit der vorherigen Firmware, die wir zu Beginn des Tests kurz nutzten, nicht auftrat.

Razer Tarantula

Bis auf dieses Logo werden jedoch lediglich die zehn Makro-Keys rechts und links neben dem Tastenfeld sowie die Profiltaste blau hinterstrahlt. Die restlichen Tasten müssen sich mit einer weißen Beschriftung zufrieden geben, sodass Liebhaber von Festtagsbeleuchtungen und jene Zeitgenossen, die hauptsächlich im Dunklen oder auf LAN-Partys spielen, enttäuscht werden.

Razer Tarantula Razer Tarantula Razer Tarantula

Einziger Ausweg stellt der oberhalb des Tastenfeldes integrierte „BattleDock“ dar. An diesen BattleDock kann spezielles Zubehör von Razer angeschlossen werden. Hierunter befindet sich neben einer Webcam auch ein so genanntes „BattleLight“, welches von oben herab die Tastatur beleuchtet, vom Käufer einer Tarantula jedoch gesondert erworben werden muss.

Razer Tarantula Razer Tarantula Razer Tarantula

Während die neue Lycosa auf ein Sensorfeld zur Steuerung der Multimedia-Player setzt, verfügt die Tarantula auf der rechten Seite – leicht nach unten abgesetzt – über acht Multimedia-Tasten zur Steuerung der entsprechenden Wiedergabeprogramme. Symmetrisch hierzu finden sich am linken Rand – ebenfalls leicht nach unten abgesetzt – fünf Tasten für den Standby, das Aufrufen der Startseite des Standard-Browsers, die Rotation und das Zoomen eines Bildes sowie die Anzeige in Originalgröße.

Razer Tarantula Razer Tarantula Razer Tarantula

Insgesamt zeigt die Tarantula eine minimale Abweichung vom Standard-Tastaturlayout. Neben den zusätzlichen Tasten für Makrofunktionen links und rechts sowie den Multimediatasten, verfügt die Tarantula über eine Taste zum Umschalten der Profile bzw. Keymaps (hierauf wird im Abschnitt „Software“ genauer eingegangen). Da diese Taste in der oberen Tastenreihe über den Pfeiltasten platziert ist, verschieben sich die normalerweise dort angeordneten Tasten nach links über den Nummernblock. Für die meisten Benutzer dürfte dies ebenso wie der Umstand, dass die obere Tastenreihe etwas schmaler ausfällt als die übrigen Tasten, ohne Probleme zu verschmerzen sein. Darüber hinaus ist die Taste für das Kontextmenü mit dem Razer-Logo versehen. Der Benutzer kann für diese Taste im Treiber einstellen, ob er ihre normale Funktion, das Kontextmenü, nutzen oder über die Tasten den Treiber der Tarantula aufrufen möchte. Auf eine zweite Windows-Taste auf der rechten Seite verzichtet die Tarantula ebenfalls. Wem die 13 Multimediatasten sowie das Tastenfeld der Razer Tarantula bekannt vorkommen, der irrt nicht. Logitechs Cordless Desktop S510 verfügt über ein exakt identisches Tastenfeld inklusive Anordnung der Multimediatasten.

Razer Tarantula Razer Tarantula Razer Tarantula

Auch die Tarantula verfügt über zwei integrierte 3,5-mm-Klinken-Anschlüsse für ein Mikrofon und einen Kopfhörer. Direkt daneben befinden sich zwei USB-Ports, die für die schnelle Verbindung von USB-Sticks oder anderer Peripherie mit dem PC genutzt werden können.

Technik

Der Anschluss der Tarantula gleicht dem der Lycosa. An einem insgesamt 200 cm langen Kabelstrang, der sich auf den letzten 40 cm in vier einzelne Kabel aufteilt, finden sich zwei USB-Stecker sowie ein 3,5-mm-Klinken-Anschluss für den Mikrofon-Ein- und Audio-Ausgang der Soundkarte. Bei der Tarantula hat Razer die USB-Stecker jedoch noch nicht eindeutig gekennzeichnet, so dass man zunächst nicht weiß, welcher Stecker für den Betrieb der Tastatur notwendig ist und welcher lediglich den in der Tarantula integrierten USB-Hub mit zwei USB-Ports speist. Bei der neueren Lycosa hat Razer hier demnach dazugelernt. Nach kurzem Probieren offenbart sich jedoch, dass der USB-Stecker mit dem etwas dickeren Kabel für den Betrieb der Tastatur genutzt werden muss. Eher ein verspieltes Extra denn von Nutzen ist die Vergoldung der beiden USB-Stecker zum Anschluss an den PC. Die beiden an der Tastatur befindlichen USB-Ports unterstützen lediglich den USB1.1-Standard. Der schnellere USB2.0-Standard wird mit der schon etwas länger auf dem Markt befindlichen Tarantula noch nicht unterstützt.

Razer Tarantula

Wie bei einer echten Spielertastatur üblich und bereits erwähnt, erfolgt der Anschluss an den PC mittels USB, so dass die Tastatur auch beim Starten des PCs und im BIOS oder Bootmanager zur Verfügung steht. Für die Benutzung unter Windows ist ebenfalls keine Treiberinstallation erforderlich. Doch auch bei der Tarantula gilt: Sämtliche Funktionen lassen sich nur mit installiertem Treiber nutzen.

Auch die Tarantula setzt bereits die von Razer als „Ultrapolling“ bezeichnete Technologie ein, bei der die Zeitverzögerung zwischen vorgenommenem Tastendruck und Tastenreaktion Dank einer Frequenz von 1.000 Hz lediglich bei einer Millisekunde liegt. Herkömmliche Tastaturen tasten mit 125 Hz ab, so dass die Verzögerung acht Millisekunden beträgt.

Razer Tarantula Razer Tarantula Razer Tarantula

Darüber hinaus verfügt das gesamte Tastenfeld der Tarantula über die so genannte Anti-Ghosting-Technologie, bei der in diesem Fall bis zu zehn Tasten gleichzeitig gedrückt und auch gleichzeitig verarbeitet werden können. Im Gegensatz zum DKTBoard, welches sich hier einen Totalausfall leistet, liefert die Tarantula in diesem Punkt eine erstklassige Leistung ab, die jedem Spieler gerecht werden sollte, der nicht mehr als seine Finger zur Eingabe nutzt. Die Tarantula bietet hierbei einen Turbo- und einen Legacy-Modus. Während im Turbo-Modus bis zu zehn Tasten gleichzeitig gedrückt werden können, ist dies im Legacy-Modus nur mit bis zu sechs Tasten möglich. Zwischen dem Turbo- und Legacy-Modus kann der Benutzer wechseln, indem er die Profiltaste gedrückt hält und ein Mal die Tarantula-Taste (Taste mit dem Razer-Logo) drückt. Beim Wechsel in den Legacy-Modus blinken die LEDs der Tastatur einmal, beim Wechsel in den Turbo-Modus zweimal auf.

Mit dem mitgelieferten Werkzeug lassen sich die Tasten der Tarantula relativ leicht lösen und offenbaren die darunter zum Einsatz kommende Technik. Schon bei der Tarantula setzt Razer demnach auf die uns bei der Lycosa begegnete Technik, bei der eine kleine Silikonhaube beim Tastendruck durch den Tastensockel nach unten gedrückt wird, den Kontakt mit der Platine herstellt und die Taste wieder nach oben drückt. Die Tasten werden auch hier von zwei kleinen Befestigungsankern gehalten, bei denen grundsätzlich die Gefahr besteht, sie abzubrechen. Auch wenn das mitgelieferte Werkzeug unnötigen Krafteinsatz und ein schräges Lösen der Tasten verhindern soll, sollte man es – wie immer – möglichst vorsichtig angehen. Auch der „BattleDock“ lässt sich so entfernen und zeigt den darunter verborgenen Mini-USB-Anschluss, mit welchem man entsprechendes Zubehör mit dem Dock verbindet.

Razer Tarantula

Anders als die Lycosa verfügt die Tarantula über einen 32 kB großen integrierten Speicher, welcher bis zu fünf vom Benutzer in der Software angelegte Profile speichert und diese so auch ohne Installation des Treibers an einem anderen Rechner bereitstellt. Zwar muss man hierbei ein paar Einschränkungen hinnehmen, auf welche im folgenden Abschnitt genauer eingegangen wird, grundsätzlich ist diese Funktion für Spieler, welche an Turnieren teilnehmen, bei denen zwar eine eigene Tastatur, jedoch keine Treiberinstallation erlaubt ist, jedoch je nach Spiel und persönlicher Präferenz sehr wichtig.

Software

Offiziell unterstützte die Razer Tarantula nur Windows 2000 und XP x32 und x64. Mittlerweile ist diese Liste auch um Windows Vista erweitert worden, sodass eine Benutzung der Tastatur unter Vista sowohl mit als auch ohne installierte Treibersoftware kein Problem darstellt. Für diesen Artikel wird die aktuelle Treiberversion 2.10 in Verbindung mit der Firmware 2.02 verwendet, die unter Vista SP1 keine Probleme bereiten.

Natürlich sind sich die Software der Tarantula und Lycosa sehr ähnlich. Beide bieten jedoch in verschiedener Hinsicht Einschränkungen, welche die jeweils andere nicht bietet. Schon vorweg kann man sagen, dass aus unserer Sicht eine Kombination beider Treiber ideal erscheinen würde und zumindest für die Lycosa noch auf zusätzliche Funktionen hoffen lässt.

Die grundlegende Funktion der Software ist mit der Treiber-Software der Lycosa identisch, sodass hierauf an dieser Stelle nicht noch einmal eingegangen wird. Anders als bei der Lycosa sind die normalen Tasten der Tarantula zwar ebenfalls frei programmierbar, jedoch nicht Makro-fähig. So können lediglich bis zu drei gleichzeitige Tastenbefehle auf eine Taste gelegt werden. Eine zeitliche Abfolge ist jedoch nicht möglich, was den Nutzen dieser Funktion je nach Spiel deutlich einschränkt. Leider ist es im Treiber auch nicht möglich, einfach eine Makrotaste auf eine normale Taste zu programmieren, um so über einen Umweg auch auf immerhin maximal zehn normalen Tasten ein Makro auszuführen. Die Software erkennt die Makrotasten jedoch nicht als mögliche Belegung einer normalen Taste an, so dass dieses Vorhaben im Keim erstickt wird. Makros können somit nur auf die insgesamt zehn hierfür vorgesehenen Makrotasten gelegt werden. Den Treiber der Lycosa einfach auch für die Tarantula zu benutzen, um so eine Makrofähigkeit sämtlicher Tasten zu erzwingen, klappt leider nicht.

Treiber-Software der Razer Tarantula
Treiber-Software der Razer Tarantula Treiber-Software der Razer Tarantula

Im Gegensatz zur Lycosa, bei der die Makros bis zu 16 Befehle enthalten können, sind diese bei der Tarantula noch auf maximal acht beschränkt. Viel zu wenig, um wirklich aufwendige Makros zu programmieren. Darüber hinaus zeigt sich, dass Razer bei der Makrofunktion noch ein wenig dazugelernt hat. So ist es im Treiber der Tarantula nicht wie bei der Lycosa möglich, die Reihenfolge einmal eingegebener Befehle oder Verzögerungen nachträglich zu verändern. Vertippt man sich oder muss man ein Makro nur leicht anpassen, muss es jedes Mal komplett neu eingetippt werden. Das ist umständlich und ärgerlich, mit der Lycosa jedoch glücklicherweise bereits ausgemerzt.

Für die Tarantula kann man insgesamt 100 Profile einrichten und in der Software speichern. Die Profile 6-100, welche nur in der Software und nicht direkt auf der Tastatur gespeichert werden können, unterstützen zwei Tastenbelegungen A und B (Keymaps). Somit stehen dem Benutzer bei jedem Profil zwei Funktionen für jede Taste zur Seite. Die Umschaltung der „Keymap“ erfolgt durch einmaliges Drücken der Profile-Taste. Besonders vorteilhaft ist dies, wenn man viele alphanumerische Tasten mit speziellen Kommandos belegt hat, während des Spielens jedoch auch mit seinen Mitspielern chatten möchte. Musste man bei der Lycosa immer ein Profil freihalten und umständlich auf dieses Wechseln, kann man bei der Tarantula bequem beispielsweise von Keymap A mit speziellen Kommandos auf die Standard-Keymap B wechseln, um unproblematisch Chat-Nachrichten einzugeben. Für die Profile 1 bis 5 steht nur die Keymap A zur Verfügung, da es sich bei diesen um die direkt in der Tarantula gespeicherten Profile handelt, die auch ohne Treiber auf jedem PC genutzt werden können.

Im integrierten Speicher können nur „Razer Synapse“-Funktionen gespeichert werden. Mit „Synapse“ bezeichnet Razer das proprietäre Programm zur Nutzung der in der Tastatur gespeicherten Profile. Die ersten fünf Profile bieten jedoch nicht den vollen Funktionsumfang der im Treiber gespeicherten Profile. So können über sie keine Tasten (einschließlich Makro-Tasten) zur Ausführung eines Programms bei Tastendruck programmiert werden und die automatische Umschaltung des Profils bei Spielstart steht ebenfalls nicht zur Verfügung. Darüber hinaus werden bei den integrierten Profilen auch keine Hinweise bei der Umschaltung des Profils ausgegeben.

Ergonomie

Sofort bei der ersten Benutzung der Tarantula fällt auf, dass das Tastenfeld bei eingeklappten Aufstellfüßchen an der Unterseite vollkommen waagerecht zur Unterlage positioniert ist. Wir konnten uns mit diesem komplett flachen Tastenfeld nicht anfreunden und nutzten deshalb die beiden Füße an der Unterseite der Tarantula, um das Tastenfeld leicht schräg zu stellen. Doch auch hier sind wieder einmal die persönlichen Vorlieben des Benutzers gefragt, ebenso wie bei der Frage, ob man eine gerade Tastatur, die sich nicht durch eine geschwungene Form der natürlichen Handhaltung anpasst, als ergonomisch bezeichnen möchte.

Razer Tarantula

Da sich die Tarantula bei allen wichtigen Tasten an das Standard-Layout hält, muss keine große Eingewöhnung stattfinden. Zunächst ist man zwar etwas von den links neben dem Buchstabenfeld platzieren Makrotasten irritiert und rutscht deshalb ab und an mit den Händen zu weit nach links auf dem Tastenfeld, nach wenigen Minuten ist jedoch auch dies passé. Das Arbeiten und Schrieben von langen Texten geht auf der Tarantula eigentlich sehr einfach von der Hand, umso ärgerlicher ist es, dass der Druckpunkt der Tasten nicht ideal umgesetzt wurde. Denn auch die von Razer eingesetzte „Ultrapolling“-Technik verhindert nicht, dass der Anschlag der Tarantula für unser Empfinden viel zu weich ausgefallen ist. Zwar ist er so angenehm leise, führt aber auch dazu, dass man mitunter eine Taste meint gedrückt zu haben, ein Signal aber dennoch nicht ausgelöst wird. Daraus folgt natürlich unweigerlich, dass sich beim Spielen keine Reaktion zeigt bzw. beim Tippen von Texten immer wieder einzelne Buchstaben fehlen, so dass man diesen immer wieder korrigieren muss. Insgesamt kann sich weder der Druckpunkt, das subjektive Qualitätsgefühl der Tasten noch der recht kurze Tastenhub mit der hauseigenen Lycosa messen, welche eine deutlichere Rückmeldung gibt und vor allem alle Aktionen des Benutzers auch sauber umsetzt.

Razer Tarantula

Die seitlich angebrachten Multimedia-Tasten sind gut umgesetzt, bieten einen deutlichen Druckpunkt und machen einen hochwertigen Eindruck. Dank ihrer optischen und teilweise auch baulichen Abtrennung vom eigentlichen Tastenfeld kommt es nicht zu einem versehentlichen Auslösen der Funktionen.

Dank ihrer Größe und der an der Unterseite angebrachten Gummierungen hat die Tarantula von Haus aus einen sehr sicheren Stand. Durch das Aufstellen der hinteren Füße für das Schrägstellen der Tastatur leidet dieser ansonsten bombensichere Halt etwas, da diese nicht gummiert sind. Die höchste Stelle der Tastatur ist mit ausgeklappten Füßchen etwa 3,5 cm hoch, mit eingeklappten Beinchen ist sie hingegen nur rund 2,5 cm dick.

Razer Tarantula Razer Tarantula Razer Tarantula

Als Besonderheit sind die mitgelieferten zehn Sondertasten mit Symbolen zu betrachten. Neben Symbolen für verschiedene Waffen und Handgranaten finden sich darauf auch ein Zeichen für das Zoomen mit einer Waffe oder einen Helm. Hiermit soll der Spieler vorzugsweise die Makrotasten auswechseln, kann aber auch jede andere Taste austauschen. Vorzugsweise die Makrotasten, da die Symbole, der für einen First-Person-Shooter beigelegten Sondertasten, durchsichtig sind und so von der Hintergrundbeleuchtung der Makrotasten gut beleuchtet werden. Wirklich sinnvoll sind diese Tasten nur dann, wenn man hauptsächlich ein einziges Spiel spielt oder „sehr vergesslicher Natur“ ist. Vom ständigen Wechseln der Tasten zwischen verschiedenen Spielen raten wir nicht nur ab, sondern auf Dauer dürfte es jedem Spieler auch zu zeitintensiv und schlichtweg zu nervig sein. Darüber hinaus sind die Makrotasten am Rand nicht so schnell erreichbar wie die normalen Tasten, so dass man ohnehin keine Funktionen auf diese legen sollte, die man mitten im Spielgeschehen schnell zur Verfügung haben möchte. Dies schränkt die Nutzbarkeit der Makrotasten deutlich ein und gibt der Lycosa einen immensen Vorteil.

Microsoft Reclusa

Lieferumfang

Auch bei Microsofts Reclusa fällt der Lieferumfang recht spartanisch aus. Neben der Tastatur befinden sich die abnehmbare Handballenauflage, eine Treiber-CD, die lediglich die Treiber-Software von Razer und keine weiteren Produkthandbücher beinhaltet, eine Kurzanleitung und ein Produkthandbuch, welches jedoch allgemein auf sämtliche Tastaturen von Microsoft eingeht und nicht speziell auf die Reclusa, im Lieferumfang. Die Kurzanleitung erläutert ebenfalls nur knapp den grundsätzlichen Anschluss sowie die Installation der Tastatur und enthält ansonsten lediglich den Hinweis, dass eine Konfiguration und Programmierung der Tastatur über Profile für Spiele in der Software möglich ist.

Microsoft Reclusa

Äußerlichkeiten

Ebenfalls in schwarzer Färbung präsentiert sich auch die Reclusa in einem großen Standardlayout. Während das eigentliche Tastenfeld komplett dem Standard entspricht und die Reclusa als einzige Tastatur im Feld mit normalen Desktop-Tasten in voller Höhe antritt, sind lediglich die rechte und linke Seite der Tastatur angepasst worden. Hier hat Microsoft je fünf Sondertasten, welche gleichzeitig die Makrotasten darstellen, platziert. Anders als bei der Tarantula, bei der die Makrotasten in einer Reihe untereinander angeordnet sind, sind die Tasten bei der Reclusa in einen 2er- und einen 3er-Block geteilt. Während je drei Makrotasten als normale Tasten integriert wurden, handelt es sich bei den anderen beiden um kleine Schultertaster. Direkt über den Makrotasten befindet sich auf jeder Seite ein drehbares 360-Grad-Jog-Dial. Diese Drehräder, welche durch Regelschalter realisiert werden, ermöglichen beispielsweise die Steuerung der Lautstärke. Auch die Reclusa verfügt über zwei USB-Ports, welche jeweils an der Rückseite der oberen Ecken der Tastatur platziert sind. Einen Mikrofon- oder Kopfhörer-Anschluss sucht man bei der Reclusa hingegen vergeblich.

Microsoft Reclusa

Oben schließt die Tastatur mit einer großen, halb durchsichtigen Abdeckung ab, welche lediglich das Microsoft-Logo trägt und zur optischen Untermalung der Statusanzeigen dienen soll. Diese verbergen sich nämlich, wie üblich rechts oben, unterhalb der Abdeckung, und schimmern dank LED-Beleuchtung effektvoll durch diese hindurch. Dennoch wirkt die obere Abdeckung sehr schlecht verarbeitet, da der Benutzer direkt vor seinem Tastenfeld die Aussparungen für die Befestigung sieht und der Übergang zwischen Tastenfeld und Abdeckung sehr unsauber verarbeitet ist.

Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa

Genau an der anderen Seite der Tastatur hat der Benutzer hingegen die Wahl, ob er eine Handballenauflage benutzen möchte oder nicht. Anders als bei den meisten Tastaturen ist die in recht ansehnlicher Lederimitation gehaltene Auflage sehr weich gestaltet, so dass der Handballen bei Auflage leicht einsinkt. Passt sich die Handballenauflage im montierten Zustand zwar sehr gut der Form der Tastatur an, fällt jedoch sofort auf, dass auch hier die Verarbeitung deutlich zu wünschen übrig lässt. Die Befestigung an der Unterseite erfüllt ihren Zweck nur sehr eingeschränkt, da sie viel zu viel Spiel hat, so dass die Halterungen jeweils nur auf einer Seite einrasten. Sobald man die Tastatur anhebt, klappt die Handballenauflage nach unten weg und verkantet sich leicht mit der Tastatur. Nervig und völlig unnötig.

Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa

Auch das Tastenfeld der Reclusa wird blau hinterleuchtet. Wie bei den anderen Tastaturen – mit Ausnahme der Tarantula – wird das gesamte Tastenfeld hinterleuchtet und die durchsichtige Beschriftung der Buchstaben durchleuchtet, so dass man tatsächlich im Dunklen auch die Buchstaben erkennt. Negatives lässt jedoch auch hier nicht lange auf sich warten. So wirkt die Beleuchtung der Buchstaben etwas zu dunkel, was wohl auf die Höhe der Tasten zurückzuführen ist. Darüber hinaus sind die Makrotasten, für einen Spieler, an den sich diese Tastatur dank lautstarkem Marketing genau auf diese Funktion auch richtet, viel zu dunkel beleuchtet. Die SMD-LEDs, welche wie bei den anderen Tastaturen die gesamte Acryl-Platte beleuchten sollen, sind nur an der Oberseite der Tastatur platziert, können jedoch nicht das gesamte Feld gleichmäßig illuminieren, da immer wieder Stützhalter den Weg des Lichts kreuzen und so eine ausgewogene Beleuchtung verhindern. Besonders bei den nur unzureichend hinterleuchteten Tasten in der Mitte und den oberen Funktionstasten, F1 – F12, Druck, Rollen und Pause, macht sich dieses fehlerhafte Konzept deutlich bemerkbar. Bei den beiden Jog-Dials und den Schultertasten kommt die Beleuchtung hingegen aufgrund des internen Aufbaus mit gesonderten Platinen gar nicht mehr an.

Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa

Als einzige Tastatur in diesem Test bietet die Reclusa einen integrierten Kabelhalter an der Unterseite der Tastatur. Das USB-Kabel lässt sich für den Transport so einfach aufwickeln. Auch für den USB-Stecker sind im Halter kleine Aussparungen eingearbeitet, so dass auch er beim Tragen einen festen Platz bekommt. Wie lange das Kabel dieses Knicken direkt am Stecker ohne Kabelbruch überlebt, möchten wir allerdings lieber nicht vorhersagen. Einen speziellen Schutz für diese sensible Stelle hat Microsoft nicht integriert. Leider muss man sich aufgrund der Kabelführung an der Unterseite der Tastatur stets versichern, dass man das Kabel korrekt durch eine kleine Aussparung nach außen geführt hat, da sonst die Tastatur hinten auf dem Kabel steht.

Technik

Auch die Reclusa wird einfach und ausschließlich mittels USB mit dem PC verbunden, so dass sie auch beim Bootvorgang zur Eingabe zur Verfügung steht. Theoretisch kann die Tastatur so auch ohne Treiber benutzt werden. Offiziell unterstützt werden sowohl Windows XP als auch Vista mit 32 oder 64 Bit. Anders als die übrigen Tastaturen im Feld, welche dem Benutzer zusätzliche USB-Ports anbieten, wird die Reclusa jedoch nur mit einem einzigen USB-Port mit dem PC verbunden, so dass auch alle Transaktionen der an den integrierten USB-Hub angeschlossenen Datenträger über denselben Anschluss realisiert werden und sich die Bandbreite teilen. Microsoft nutzt für den Anschluss des vergoldeten Steckers jedoch den schnellen USB2.0-Standard, der integrierte USB-Hub unterstützt jedoch nur USB1.1. Das Kabel zum Anschluss der Reclusa ist angenehme 2,2 Meter lang und bietet keinen Grund zur Kritik.

Microsoft Reclusa
Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa

Wie bereits erwähnt wird die Beleuchtung über zwölf an der Oberseite schlecht platzierte LEDs und die Jog-Dials über Reglerknöpfe realisiert. Die Hintergrundbeleuchtung lässt sich jedoch weder über einen speziellen Taster noch über die Software deaktivieren. Der Tastendruck erfolgt auch bei der Reclusa über kleine Silikonhauben unter den Tasten, welche beim Tippen heruntergedrückt werden und den Kontakt zwischen zwei dünnen Plastikplatinen schließen, die durch eine Lochmaske voneinander getrennt werden. Sämtliche Tastaturen im Feld machen im Bereich der Tasten demnach von derselben Technik Gebrauch, auch wenn die genaue Ausführung der Silikonhauben, Tastenbefestigungen und darunter befindlichen Platinenlösungen leicht abweicht. Das Lösen der ersten Taste gestaltet sich aufgrund der Höhe der Tasten ohne spezielles Zubehör bei der Reclusa recht schwierig. Die am einfachsten zu lösende Taste scheint das „A“ zu sein, da die Caps-Lock-Taste eine leichte Vertiefung bietet, über die man unter das A gelangen kann. Hat man die erste Taste gelöst, lassen sich auch die übrigen Tasten recht einfach entfernen.

Microsoft Reclusa
Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa

Die Tasten verfügen ebenfalls über Razers Hyperresponse-Technik, welche sich durch besonders leichtgängige Tasten mit niedriger Latenz für eine sofortige Umsetzung der Eingaben bemerkbar machen soll. Leider versteht sich die Reclusa aber in keiner Weise auf das so genannte Anti-Ghosting, welches das gleichzeitige Verarbeiten vieler Tastendrücke ermöglicht. Im schlechtesten Fall werden so nur zwei Tasten gleichzeitig sauber erkannt und umgesetzt. Zwar lassen sich beispielsweise zwei Buchstaben-Tasten und die Leertaste gleichzeitig betätigen, schon das Drücken von drei Buchstaben-Tasten oder Zahlen auf dem Nummernblock gleichzeitig führt jedoch zu keiner Reaktion mehr. Für einen Spieler, je nach favorisiertem Spiel, mitunter untragbar.

Software

Bei der Software für die Reclusa setzt Microsoft nicht auf die sonst bei Hardware aus eigenem Hause bekannte IntelliTyp-Software, sondern vertraut dem Software-Treiber von Razer. Dementsprechend bekannt präsentiert sich das Menü des Treibers. Die Einstellungsmöglichkeiten decken sich weitgehend mit denen des Treibers der Razer Tarantula. Eine Option zum Deaktivieren der Beleuchtung bietet die Reclusa jedoch nicht. Diese ist somit immer aktiviert und kann vom Benutzer nicht ausgeschaltet werden.

Die Makrofunktion ist mit den Möglichkeiten der Tarantula identisch, so dass hierauf nicht noch einmal gesondert eingegangen wird. Makros lassen sich demnach mit einer maximalen Länge von acht Befehlen erstellen, wobei sie ebenso auf Anhieb korrekt eingegeben werden müssen und nicht im Nachhinein ohne komplettes Löschen bearbeitet werden können, wie es bei der Lycosa möglich ist.

Treiber-Software der Razer Reclusa
Treiber-Software der Razer Reclusa Treiber-Software der Razer Reclusa Treiber-Software der Razer Reclusa

Das Programmieren des normalen Tastenfeldes ist jedoch überhaupt nicht möglich, so dass die Software einzig zum Festlegen der Funktionen der Makrotasten und zur Auswahl des Standard-Media-Players genutzt wird. Keymaps wie die Tarantula sucht man bei der Reclusa demnach auch vergebens. Eine Funktion zum Deaktivieren der Hintergrundbeleuchtung wie bei der Lycosa oder Tarantula bietet die Software nicht.

Lediglich fünf Profile lassen sich in der Software anlegen und speichern (v1.02). Diese müssen auch immer umständlich über die Software ausgewählt werden, sofern man nicht von der automatischen Umschaltung beim Programmstart Gebrauch machen möchte oder kann – wie etwa bei der normalen Benutzung unter Windows -, da die Reclusa eine Taste zur Auswahl der Profile vermissen lässt. Einen integrierten Speicher bietet die Tastatur auch nicht, so dass eine Installation und ein Importieren der Profile auf anderen Rechnern zwingend notwendig sind, sofern man diese dort benutzen möchte. Die Windows-Taste lässt sich nicht deaktivieren und birgt somit das Risiko, während des Spiels auf den Desktop geworfen zu werden.

Alles in allem wurde der Treiber für die Reclusa somit auf das Nötigste beschränkt und lässt einige Funktionen der Lycosa und Tarantula vermissen. Wer die seitlichen Zusatztasten nicht mit angepassten Makros belegen möchte, kann in den meisten Fällen gut und gerne auf sie verzichten.

Ergonomie

Die Reclusa bietet ein gewohntes Tastaturlayout, welches keinerlei Eingewöhnungszeit benötigt. Das Tastenfeld steigt auch bei eingeklappten Aufstellfüßchen, welche die Reclusa an der Unterseite bietet, leicht nach hinten an. Auf eine geschwungene Form, die von einigen Benutzern besonders beim Schreiben langer Texte als angenehm empfunden wird, setzt jedoch auch die Reclusa nicht. Die optionale Handballenauflage ist sehr weich gestaltet, so dass die Handballen auch nach längerer Aktivität an der Tastenmatte keine Druckstellen aufweisen. Für unser persönliches Empfinden ist die Handballenauflage jedoch gerade beim Spielen, wenn man die Hand nicht immer an derselben Stelle belässt, etwas zu weich geraten.

Microsoft Reclusa

Das Arbeiten mit der Reclusa wäre eigentlich problemlos möglich, wäre der Anschlag der Tasten nur etwas genauer. Dieser ist für den Benutzer nämlich praktisch nicht spürbar, was sich zwar als „sehr leichtgängige“ Tasten vermarkten lässt, beim Schreiben unserer Meinung nach jedoch nicht optimal ist. Dennoch ist die Tastatur angenehm leise, verfügt jedoch über das bekannte Scheppern normaler Desktop-Lösungen, wenn man mit den Fingern über das Tastenfeld streicht. Die Tasten bieten aufgrund ihrer leicht rauen Struktur und minimalen Vertiefung einigermaßen Halt für die Finger.

Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa

Die linken und rechten Schultertaster, von Microsoft Bumper genannt, lassen zumindest in ihrer Standardbelegung unter Office ihren Sinn und Zweck nicht ganz erkennen. So dienen die linken Taster zum Einfügen und Kopieren von markieren Textstellen. Das Benutzen der Schultertaster ist aufgrund ihrer Position aber sehr viel umständlicher als einfach die bekannten Tastenkombinationen Strg+V und Strg+C zu nutzen. Auch die rechten Schultertaster zum Scrollen im Browser bieten nichts, was sich nicht auch einfach über die Pfeiltasten realisieren ließe. Am sinnvollsten erscheint da neben den obligatorischen Multimediatasten zum Aufrufen des Email- und Musik-Programms noch die R3-Taste zum Öffnen des CD/DVD-Laufwerks. Für Spieler sind die Makrotasten wie schon bei der Tarantula etwas ungünstig am Rand der Tastatur platziert, so dass ein direkter, schneller Zugriff nicht ohne Weiteres gegeben ist.

Microsoft Reclusa
Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa Microsoft Reclusa

Die Reclusa hat Dank ihrer Größe und der vier großen Gumminoppen an der Unterseite einen sehr festen Halt. Die Handballenauflage bietet noch einmal fünf kleine Noppen gegen ungewolltes Verrutschen. Beim Aufstellen der Füßchen verliert auch die Reclusa etwas von diesem Halt, ist aufgrund ihrer Größe aber noch recht standfest.

Die Jog-Dials sind zwar eine ungewöhnliche und daher abwechslungsreiche Offerte, leider aber auch nicht optimal umgesetzt. Die Drehräder haben viel zu viel Spiel und wackeln munter in jede nur denkbare Richtung. Beim Drehen ist das Raster zwar gut spürbar, der Spielraum aber zu groß, um ohne Konzentration genaue Einstellungen vorzunehmen. Zum groben Einstellen der Lautstärke (rechter Jog-Dial) oder dem schnellen, ungenauen Scrollen (linker Jog-Dial) reicht es so zwar, zu mehr aber auch nicht.

Everglide DKTBoard

Lieferumfang

Der Lieferumfang des Everglide DKTBoard fällt äußerst spartanisch aus. Mehr als die nackte Tastatur bekommt der Käufer nicht geboten. Weder eine Treiber-CD, noch ein Handbuch oder andere Accessoires und Adapter liegen der dementsprechend klein geratenen Verpackung bei.

Everglide DKTBoard

Äußerlichkeiten

Das DKTBoard ist sowohl in Schwarz als auch in Silber erhältlich – bislang jedoch nur in den USA, so dass auch unser Testmodell über ein amerikanisches Tastaturlayout verfügt. Beworben wird die Tastatur als „Aluminium Gaming Keyboard“, welches durch das Aluminium besonders robust und langlebig sein soll. Lediglich im Kleingedruckten offenbart sich, dass nur die Abdeckung aus gebürstetem Aluminium gefertigt wird. Sämtliche Tasten, die ein Mittelding zwischen normalen und Notebook-Tasten darstellen, und die Rückseite, sind jedoch aus herkömmlichem Kunststoff gefertigt. Dem Käufer fällt dennoch sofort auf, dass er sich mit dem DKTBoard keine gewöhnliche Tastatur zugelegt hat. Die kleinste Tastatur im Testfeld setzt auf ein verändertes Tastaturlayout, mit dem sich Everglide vor allem zum Ziel gesetzt hat, eine möglichst kleine Tastatur zu schaffen, die auch bei engen Platzverhältnissen problemlos genutzt werden kann – ideal für LAN-Partys also? Eine Frage, die es später zu klären gilt.

Everglide DKTBoard

Aufgrund dieser Zielsetzung fallen die normalen Tasten minimal (18x18 statt 19x19 mm), die Funktions- und Pfeiltasten jedoch deutlich kleiner aus als bei herkömmlichen Tastaturen. Da dies jedoch nicht die notwendigen Einsparungen liefert, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden, wurde der Nummernblock, auf den trotz des kleinen Layouts nicht verzichtet wurde, fast komplett an das eigentliche Tastenfeld herangezogen. Lediglich ein schmaler eingelassener Balken trennt den Nummernblock von den übrigen Tasten. Dementsprechend sind jedoch die Pfeil- und Funktionstasten, welche sich gewöhnlicherweise zwischen Nummernblock und Tastenfeld befinden, bündig an die anderen Tasten angeschlossen, oder aber sogar völlig anders positioniert worden. Die Tasten „Bild-Auf“ und „Bild-Ab“ finden sich deshalb untypisch zwischen „Alt Gr“ und rechter „Strg“-Taste. Der üblicherweise zweite Windows-Key ist dieser Anordnung komplett zum Opfer gefallen. Die Taste für das Kontextmenü ist auf die linke Seite zwischen Windows- und „Alt“-Taste gerutscht. Die Pfeiltasten befinden sich letztendlich unter der Enter- und rechten Shift-Taste. Der Nummernblock wurde oben um eine Tastenreihe erweitert, damit hier die Funktionen „Pos1“, „Ende“, „Pause“ und „Scroll Lock“ in einer verkleinerten Version Platz finden. Bis auf die zweite Windows-Taste lässt das DKTBoard somit grundsätzlich keine Taste vermissen, ordnet sie jedoch recht eigenwillig an. Auf eine Handballenauflage muss der Spieler jedoch auch verzichten. Auch diese fiel dem Rotstift zum Opfer, um eine möglichst kleine, portable Tastatur zu kreieren, die sich vor allem durch ihren mobilen Einsatz auszeichnen soll.

Everglide DKTBoard Everglide DKTBoard Everglide DKTBoard

Die Tastatur verfügt an ihrer Oberseite über acht Multimedia-Tasten zur Steuerung zur Steuerung von Media Playern. Neben den obligatorischen Lauter, Leiser, Stop, Play/Pause, Vor und Zurück Funktionen können zusätzlich der Standard-Browser und -Email-Programm per Knopfdruck aufgerufen werden. Die Multimedia-Tasten selbst sind nicht beschriftet. Die Beschriftung findet sich jedoch darüber direkt auf der Aluminiumabdeckung. Keine gute Entscheidung, wie sich schnell offenbart. Das einfache Rubbeln mit den Fingern oder ein ordentliches Reinigen der Tastatur genügt, um die Beschriftung nach und nach komplett zu entfernen. Die Funktion jeder einzelnen Taste, sofern man sie nutzen möchte, sollte man sich somit schnell einprägen.

Everglide DKTBoard Everglide DKTBoard Everglide DKTBoard

Neben diesen Multimedia-Tasten stolpert der Benutzer über einen weiteren Taster an der rechten oberen Ecke der Aluminiumabdeckung. Dieser Taster dient zum Ein- und Ausschalten der Hintergrundbeleuchtung. Sie fällt trendgemäß in blau aus und erleuchtet neben der Tastenbeschriftung – anders als etwa die Razer Lycosa - auch die Lücken zwischen den Tasten. Die Multimedia-Tasten müssen jedoch ohne Beleuchtung auskommen. Auch wenn die Positionen der für die Beleuchtung zuständigen LEDs auf der durchsichtigen Plastikplatine deutlich sichtbar sind, wird die Tastatur relativ gleichmäßig und hell hinterleuchtet. Anders als bei Razers Lycosa ist die Tastenbeschriftung auch aus einem schrägen Blickwinkel und auch völlig ohne Beleuchtung sehr gut lesbar. Nach dem Herunterfahren des PCs bleibt die Hintergrundbeleuchtung übrigens aktiv, erst das manuelle Ausschalten über die Tastatur oder das komplette Trennen der Stromversorgung des PCs lassen die Beleuchtung erlöschen.

Everglide DKTBoard

Die LEDs zur Beleuchtung der Statusanzeigen in der rechten oberen Ecke der Tastatur erscheinen uns etwas zu hell geraten. Ein etwas dezenteres Leuchten hätte seinen Zweck auch vollkommen erfüllt und wäre im Dunklen etwas angenehmer.

Das DKTBoard wirkt durch das gebürstete Aluminium sehr hochwertig und aufgrund des kleineren, zusammengerückten Tastenlayouts ist es sehr handlich und klein. Mit Blick auf Größe und Festigkeit erfüllt Everglide die Zielsetzung der Portabilität somit.

Technik

Das DKTBoard wird über ein USB-Kabel mit dem PC verbunden und steht so auch beim Bootvorgang zur Eingabe im BIOSoder Bootmanager zur Verfügung. Das USB-Kabel hat eine Länge von 140 cm und fällt somit deutlich kürzer aus als etwa das Kabel der Razer Lycosa.

Bis auf die geringe Größe, die durch das Aluminium erzielte Robustheit und die Hintergrundbeleuchtung, welche sowohl die Beschriftung der Buchstaben als auch die Zwischenräume beleuchtet, indem die durchsichtige Platine von einigen LEDs komplett illuminiert wird, weist das DKTBoard keine besonderen technischen Merkmale auf, die sich speziell an Spieler richten. So verfügen auch die Tasten nicht über die mittlerweile bei Spieler-Tastaturen eigentlich obligatorische „Anti-Ghosting“-Funktion, die es dem Spieler erlaubt, eine Vielzahl von Tasten gleichzeitig zu drücken. Bereits das gleichzeitige Betätigen dreier Tasten führt somit dazu, dass lediglich zwei Befehle gleichzeitig verarbeitet werden. Lediglich drei Tasten in einer Reihe scheinen manchmal gleichzeitig genutzt werden zu können, wobei die Signale auch dann nicht gleichzeitig sondern nacheinander in schnell wiederkehrender Reihenfolge an den PC übertragen werden. Ein generelles System ließ sich hinter diesem nicht mit allen Tasten reproduzierbaren Verhalten jedoch nicht erkennen. Spieler, die für ihre Bewegungen mehrere Tasten gleichzeitig benutzen, müssen beim DKTBoard deutliche Einschränkungen hinnehmen.

Everglide DKTBoard
Everglide DKTBoard Everglide DKTBoard Everglide DKTBoard

Das Lösen der Tasten geht ebenso wie das Befestigen nicht sehr einfach von der Hand. Hier ist etwas Kraftaufwand gefragt, der jedoch dazu führen kann, dass der kleine Befestigungsanker an der Unterseite der Tasten abbricht. So haben auch wir beim Lösen der Tasten gleich einen dieser kleinen Widerhaken abgebrochen, so dass die Taste nun keinen festen Halt mehr hat und beim Transport oder Umdrehen der Tastatur herausfällt. Ein ausgedehntes Reinigen sollte man sich somit genauer überlegen und es eventuell lieber beim Umdrehen, Absaugen und Ausklopfen der Tastatur belassen.

Auch beim DKTBoard drücken die Sockel an der Unterseite der Tasten auf eine in der Mitte der Befestigungsführung sitzenden Silikonhaube, welche wiederum den Kontakt mit der darunter liegenden Platine herstellt und gleichzeitig dafür sorgt, dass die Tasten nach dem Drücken wieder angehoben werden.

Software

Nicht nur, dass Everglide dem minimalistischen Lieferumfang der Tastatur keine Treiber-CD beilegt, es gibt schlicht und einfach keine Software für das DKTBoard. Die Tastatur wird dementsprechend einfach über einen USB1.1- oder USB2.0-Anschluss mit dem PC verbunden, von Windows 2000/XP/Vista (sowohl 32- als auch 64-Bit Versionen) automatisch als HID-Tastatur erkannt und mit dem Windows-eigenen Standard-Treiber in Betrieb genommen. So ist zwar sichergestellt, dass die Tastatur unter jedem Windows-System identisch ihren Dienst verrichtet, besondere Anpassungen und Einstellungen kann der Benutzer jedoch nicht vornehmen. An Makros oder frei programmierbare Tasten wie bei anderen Testkandidaten ist somit nicht zu denken.

Ergonomie

Da das DKTBoard auf ein angepasstes Tastaturlayout setzt, bei welchem viele Tasten verkleinert worden und unüblich angeordnet sind, keine Handballenauflage bietet und derzeit nur mit amerikanischem Layout erhältlich ist, eignet sich die Tastatur nicht für längere Schreibarbeiten oder das längere Arbeiten in Produktivumgebungen, bei denen mehr als nur die Buchstaben benutzt werden müssen.

Everglide DKTBoard

Eine längere Eingewöhnungszeit ist in jedem Fall notwendig, da der Griff nach einigen Tasten Übung erfordert und man beispielsweise auf der Suche nach der Entfernen-Taste stets automatisch auf den Num-Lock oder die Home-Taste greift. Die Bild-Auf und Bild-Ab Tasten sind unüblich neben- und nicht übereinander angeordnet, was ihre Benutzung zusätzlich erschwert. Auch die Pfeiltasten lassen sich praktisch nicht ohne Blick auf die Tastatur nutzen. Positiv hingegen muss man Everglide anrechnen, dass die obere, verkleinerte Tastenreihe nicht in ihrer Breite reduziert wurde, so dass man sie weiterhin gut nutzen kann.

Die Tasten selbst sind für unseren Geschmack einen Tick zu hoch geraten, so dass man beim Wechseln der Tasten mitunter an der oberen Kante einer Taste hängen bleibt. Die Tasten erwecken insgesamt einen eher wackeligen Eindruck und bieten keinen überzeugenden Anschlag. Um einen Kontakt herzustellen, müssen sie komplett heruntergedrückt werden, auch wenn man bereits vorher eine deutliche Reaktion der Silikonhaube wahrnimmt. Auf dieses Feedback sollte man sich demnach nicht verlassen und zarte Naturen, die nicht stark genug in die Tasten hauen, werden einige Buchstaben doppelt drücken müssen. Auch die Multimedia-Tasten und der Schalter für die Beleuchtung haben zu viel Spiel und sind daher recht wackelig.

Everglide DKTBoard Everglide DKTBoard Everglide DKTBoard Everglide DKTBoard

Zudem kommt es beim schnellen Tippen zu einem Vibrieren der Tastatur auf dem Tisch, da lediglich an der vorderen Unterseite zwei Gummifüßchen angebracht sind. Am Hinterteil verzichtet Everglide auf diesen Rutsch-Schutz, so dass die Tastatur keinen besonders guten Halt hat. Unser Exemplar ist regelmäßig über die linke Seite nach hinten weggerutscht. Das Tippgeräusch ist jedoch immerhin leiser als das laute Tippen auf der Razer Lycosa.

Für alle, denen die an der höchsten Stelle rund 2,5 cm hohe Tastatur zu flach ist, bietet Everglide zwei Aufstellfüßchen, welche die Neigung der Tastatur erhöhen. Bei aufgestellten Beinchen ist die Tastatur an der höchsten Stelle rund 3,5 cm von der Unterlage entfernt. Einen besseren Stand hat die Tastatur, die aufgrund des höheren Gewichts des Aluminiums zwar einen besseren Stand hat als viele andere Mini-Tastaturen, auch bei aufgestellten Füßen jedoch nicht, da auch diese nicht gummiert sind und somit auf glatten Unterlagen leicht rutschen.

Fazit

Eines vorweg: Keine der getesteten Tastaturen ist in allen Bereichen fehlerfrei. Jede liefert sich an der einen oder anderen Stelle mehr oder weniger gravierende Patzer. Über das beste Gesamtkonzept verfügt unserer Meinung nach jedoch die Lycosa von Razer, welcher wir von den hier getesteten vier Tastaturen von oder „powered by“ Razer insgesamt den Vorzug geben würden. Doch fehlerfrei ist auch sie nicht. So ist die Beschriftung der Tasten ohne Beleuchtung nur sehr schlecht zu lesen. Im Gegenzug erhält die so fast komplett schwarz wirkende Tastatur eine interessante, ungewöhnliche Optik. Darüber hinaus ist es verwunderlich, dass Profile und somit auch Makros, die zwar nun mit einer Länge von immerhin 16 Befehlen doppelt so lang wie bei der Tarantula und Reclusa ausfallen können, jedoch nicht direkt in der Tastatur gespeichert werden können und man so stets zu einer Treiberinstallation gezwungen ist, wenn man vordefinierte Profile nutzen möchte. Dies hat Razer bereits bei der älteren Tarantula deutlich besser umgesetzt. Darüber hinaus würden wir uns auch bei der Lycosa eine doppelte Tastenbelegung (Keymaps) wie bei der Tarantula wünschen, um einfacher das Problem, dass Makros auch bei der Eingabe von Chatnachrichten im Spiel und unter Windows aktiv sind, umgehen zu können.

Razer Lycosa

Warum man anders als bei der Tarantula das Anti-Ghosting nur für das „WASD“-Feld und die umliegenden Tasten anwendet und nicht wie bei der Tarantula zehn gleichzeitige Tastenbefehle sämtlicher Tasten erlaubt, ist für uns ebenfalls schwer nachvollziehbar. Das Sensorfeld ist zwar eine nette Spielerei, verliert jedoch schnell seinen Reiz und bietet dem Benutzer keine Rückmeldung über die Ausführung eines Befehls. Gut haben uns hingegen die integrierten Mikrofon- und Kopfhörer-Anschlüsse sowie der USB-Port gefallen, der Dank eines direkten Anschlusses an den Rechner auch den schnellen USB2.0-Standard unterstützt. Ebenfalls lobenswert ist die Verarbeitung, Optik, Haptik, Größe und Qualität der Razer Lycosa. Die Tasten bieten einen angenehmen Anschlag, sind jedoch etwas zu laut. Die Beleuchtung ist zwar recht blickwinkelabhängig, gefällt uns jedoch sehr gut, da die Zwischenräume der Tasten nicht mit beleuchtet werden. Eine über den Treiber individuell konfigurierbare Beleuchtung sollte eine Option für nachfolgende Generationen sein. Größter Vorteil der Lycosa im Vergleich zu der in diesem Test angetretenen Konkurrenz ist jedoch die freie Programmierbarkeit und Makrofähigkeit sämtlicher Tasten. Keine am falschen Platz liegenden Makrotasten, die den Benutzer einschränken und völlige Konfigurationsfreiheit, sind die Folge. Dennoch kann auch die Lycosa ob der angeführten Kritikpunkte keine Empfehlung von uns einheimsen. Der Straßenpreis der Razer Lycosa [1] liegt derzeit bei rund 70 Euro.

Im Vergleich zur Lycosa und vor allem dem DKTBoard ist die Tarantula ein regelrechtes Schlachtschiff – der Nebenmann wird es bei der nächsten LAN-Party sicherlich danken. Erster Kritikpunkt der Tarantula ist die völlig fehlende Beleuchtung des normalen Tastenfeldes. Lediglich die Makrotasten, die Profiltaste und das in der Handballenauflage integrierte Logo werden beleuchtet. Auf dunklen LAN-Partys muss man sich somit entweder auf einen leuchtstarken Monitor verlassen oder weiterhin im Dunklen stochern. Die Makrotasten, für welche sogar noch zehn spezielle Tasten mit Symbolen beigelegt werden, können mit Befehlen der Länge acht programmiert werden, liegen jedoch ungünstig an der Seite der Tastatur, so dass der Benutzer während des Spielens keinen schnellen Zugriff auf diese hat. Sie eignen sich daher vor allem beispielsweise für Aktionen, die bei First-Person-Shootern etwa am Beginn einer jeden Runde ausgeführt werden wie das Kaufen der Ausrüstung. In dieser Disziplin ist die Lycosa mit ihren frei programmierbaren Tasten das Maß aller Dinge.

Razer Tarantula

Programmierbar sind die normalen Tasten der Tarantula jedoch auch, allerdings nur in sehr eingeschränktem Maße. So lassen sich bis zu drei gleichzeitige Tastenbefehle einer jeden einzelnen Taste zuordnen. Sehr positiv fällt in diesem Zusammenhang der integrierte Speicher der Tarantula auf, der eine Nutzung von fünf Profilen an jedem Rechner ermöglicht, auch wenn diese, wie beschrieben, einigen Einschränkungen unterliegen. Der Anschlag der Tasten ist zu weich und führt dazu, dass Eingaben mitunter nicht registriert werden. Im Gegenzug ist der Anschlag leiser als bei der Lycosa. Der größte Vorteil der Tarantula ist das sich über das gesamte Tastenfeld erstreckende, im Test beste Anti-Ghosting, welches die gleichzeitige Verarbeitung von bis zu zehn Tastenanschlägen ermöglicht. Der Straßenpreis der Razer Tarantula [2] liegt derzeit wieder bei rund 80 Euro, nachdem er schon einmal auf rund 70 Euro gefallen war.

Mit der Reclusa hat sich Microsoft hingegen keinen Gefallen getan. Eine schlechte Verarbeitung und Befestigung der Handballenauflage paart sich mit einer schlechten Beleuchtung, die sich auch nicht deaktivieren lässt. Darüber hinaus versteht sich die Reclusa nicht auf das so genannte Anti-Ghosting und die Tasten bieten einen schlechten Druckpunkt. Auch die Jog-Dials sind zwar ganz nett gedacht, ihre Umsetzung ist jedoch erneut halbherzig, wackelig und unpräzise. Das Einzige, was die Reclusa überhaupt zu einer Tastatur für Spieler werden lässt, sind die seitlichen Sondertasten mit Makrofähigkeit, welche wie bei der Tarantula während des Spiels nicht schnell genug zu erreichen sind, sowie die (jedoch schlechte) Hintergrundbeleuchtung.

Microsoft Reclusa

Die Treiber-Software der Reclusa wirkt zu beschnitten und erlaubt keine Programmierung der normalen Tasten, so dass lediglich die Sondertasten (inklusive Jog-Dials) mit acht Befehlen langen Makros versehen werden können. Die auf lediglich fünf beschränkten Profile können darüber hinaus nicht direkt in der Tastatur gespeichert werden. So verfügt die Reclusa zwar über insgesamt gute Ansätze, Microsoft ist jedoch auf halbem Wege zur Gaming-Tastatur stehen geblieben, was auf diesem Markt nicht ausreicht, um Kunden zu gewinnen. Dass Microsoft es eigentlich besser kann, haben sie in der Vergangenheit schon oft bewiesen. Spielern können wir von der Reclusa jedoch nur abraten. Der Straßenpreis der Microsoft Reclusa [3] liegt bei nur noch rund 40 Euro und macht sie so zum günstigsten Modell dieses Tests.

Das DKTBoard von Everglide stellt aufgrund des angepassten, gewöhnungsbedürftigen Tastaturlayouts das außergewöhnlichste Modell im Testfeld dar. Der eigenen Zielsetzung, möglichst klein, mobil und robust zu sein, wird man so zwar gerecht und das Aluminium verleiht der Tastatur ein schönes Äußere, im Alltag wünscht man sich jedoch eher ein ausgewachsenes Tastenfeld. Für den Office-Einsatz eignet sich das DKTBoard nicht. Auch die Tasten sind insgesamt zu wackelig und schwammig und lassen sich nur schwer lösen und befestigen. Ein fehlendes Anti-Ghosting verwundert ebenso wie der Mangel einer Treibersoftware, welche zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten wie die Programmierung der Tasten liefern könnte.

Everglide DKTBoard

Die auf dem Aluminium aufgebrachte Beschriftung der Multimediatasten löst sich schnell ab, was ebenfalls keinen guten Eindruck hinterlässt. Deutlich punkten kann die Tastatur hingegen bei der Beleuchtung und Lesbarkeit der Tasten. Das DKTBoard, welches nach derzeitigen Informationen wohl doch nicht den Weg nach Deutschland finden wird und somit nur mit amerikanischem Tastenlayout importiert werden kann, eignet sich in erster Linie für Besucher von LAN-Partys mit sehr wenig Platz. Alle anderen sollten lieber auf ein größeres Modell zurückgreifen, welches zusätzliche Funktionen bereithält.

Sämtliche hier getesteten Tastaturen setzen nicht auf ein spezielles GamerPad, welches versucht möglichst viele Tasten für den Spieler möglichst optimal anzuordnen. Hierfür kann man beispielsweise auf die Hersteller Zykon oder die ZBoard-Serie von Ideazon [4] zurückgreifen. Auch ein Display wird bei keinem der Kontrahenten geboten, so dass all jene, die Wert auf dieses Ausstattungsmerkmal legen, einen Blick auf Logitechs Dauerbrenner, die G15, werfen sollten, die bereits ab rund 60 Euro verfügbar ist [5].

Doch kommen wir noch einmal zur Eingangs gestellten Frage zurück, ob aus speziellen Spieler-Tastaturen tatsächlich ein Vorteil gezogen werden kann. Am Ende des Tests können wir diese Frage zwar mit „Ja“ beantworten, allerdings nur dann, wenn man die gebotenen Funktionen auch einzusetzen weiß. Dies hängt stark nicht nur von den eigenen Vorlieben sondern auch von den Spielen, die man favorisiert, ab. Bei Spielen, die ein umfangreiches Scripting erlauben, kommt man oft bequem auch ohne Makrotasten aus, sofern man gewillt ist, sich mit den Befehlen in den Konfigurationsdateien auseinanderzusetzen. Gleiches gilt für die Technik. Nicht jeder Spieler benötigt tatsächlich „Anti-Ghosting“, um erfolgreich zu sein, auch wenn es das Marketing suggeriert. Die Anschaffung einer Spieler-Tastatur sollte somit anhand eigener Präferenzen gut abgewogen werden, um sie am Ende nicht nur wie jede andere Standard-Tastatur zu nutzen.

URL-Liste:

  1. http://geizhals.at/deutschland/a293267.html
  2. http://geizhals.at/deutschland/a217520.html
  3. http://geizhals.at/deutschland/a238020.html
  4. http://geizhals.at/deutschland/?fs=ideazon+zboard&x=0&y=0&in=
  5. http://geizhals.at/deutschland/a277184.html
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