Die zwei heute vorgestellten Athlon 64-Prozessoren auf Basis der AMD64 Architektur, ehemals x86-64 genannt, welche unter dem Codenamen „Hammer“ entwickelt wurde, haben einen langen, steinigen und von Verzögerungen gepflasterten Weg hinter sich gebracht. Am 10. August 2000 für das Ende 2001 angekündigt, wurde daraus Ende Januar 2001, das erste Halbjahr 2002, das zweite Halbjahr 2002, das vierte Quartal 2002, das erste Halbjahr 2003 und schlussendlich ein Termin im September 2003. Letzteren Termin hatte man bereits am 31. Januar 2003 gesetzt und er sollte auch tatsächlich eingehalten werden. Aufgrund der langen Planungsphase sollten darüber hinaus genügend Mainboards für die neuen Produkte zur Verfügung stehen und jedwede Kompatibilitätsprobleme sollten dank der bereits seit 22. April verfügbaren Opteron-Prozessoren, welche ebenfalls auf der AMD64 Architektur beruhen, aber für den Workstation- und Servereinsatz in Multiprozessorumgebungen entwickelt wurden, weitestgehend aus der Welt geräumt sein. In wie weit das der Realität entspricht, wollen wir im weiteren Verlauf dieses Artikels klären.
Der Vollständigkeit halber folgt an dieser Stelle eine Übersicht der in offiziellen Pressemeldungen genannten Start-Termine für die neue Architektur, welche unter anderem aufgrund von Fertigungsproblemen immer wieder auf ein späteres Datum verschoben wurde.
Von ursprünglich Ende 2001
auf erstes Halbjahr 2002
auf zweites Halbjahr 2002
auf Q4 2002
auf erstes Halbjahr 2003
und anschließend auf September 2003
Dabei sollte jedoch jedem klar sein, dass man eine neue Architektur nicht von heute auf morgen entwickeln kann - häufig treten Probleme auf, welche zu Beginn der Entwicklung nicht einmal für möglich gehalten wurden. Das schließt auch Intel nicht aus, wo man aufgrund von Fertigungsproblemen die immer wieder zitierte Vorstellung des Pentium 4 Nachfolgers vom vierten Quartal 2003 (Anfangs für Oktober geplant, dann auf Dezember verschoben) Gerüchten zufolge auf Februar 2004 verschieben musste.
Häufig sind es auch nicht nur Probleme, auf die man stößt. Manchmal ist es auch eine zu starke Konkurrenz, durch die man gezwungen wird, während der Entwicklung eine andere Richtung einzuschlagen bzw. eine Planänderung vorzunehmen. Bei Intel trifft dies ganz klar auf den Pentium 4 Extreme Edition zu, welcher vollkommen überraschend am 16. September 2003 anlässlich des Intel Developer Forums Fall 2003 vorgestellt wurde - langfristig geplant war diese CPU ganz sicher nicht.