Sockel wechsel dich! Bereits zur Präsentation der Athlon 64-Produktfamilie war klar, dass hier den Kunden in nicht all zu ferner Zukunft ein neuer Unterbau erwarten würde und jetzt ist es - nach einer Verzögerung von mehr als zwei Monaten - endlich soweit. Die Beweggründe sind dabei mehr als einleuchtend: Im Vorfeld der Vorstellung der lang ersehnten „Hammer“-Familie wurde AMD, dem Prozessorhersteller aus dem sonnigen Kalifornien, recht schnell klar, dass es im Desktop-Segement mehr als nur einem integrierten Speichercontroller und dem Zauberwort „64 Bit“ bedarf, um sich deutlich vor den Prozessoren der Konkurrenz zu positionieren. Ein schnelleres Produkt musste her; ein Produkt, dem die Speedkrone ohne Zweifel gewiss sein würde - der Athlon 64 FX war geschaffen! Beheimatet auf dem Sockel, der im Server- und Workstation-Bereich angestammten Opterons, konnte dieser mit allen Vorzügen, aber leider auch den damit verbundenen Nachteilen, aufwarten. Ein duales Speicherinterface steht auf der Haben-Seite dieser Plattform. Der Zwang nach teuerem, gepuffertem (Registered) Arbeitsspeicher leider auch. Auch musste der gewillte Käufer eines „FX“ auf Cool“n“Quiet, eine recht interessante Errungenschaft der normalern Athlon 64, um den Stromverbrauch bei Nichtbelastung zu senken, verzichten.
Es steht außer Frage, dass die Präsentation des Athlon 64 FX etwas unglücklich verlief. Doch es blieb einfach nicht genügend Zeit, um Hals über Kopf ein neues Platinenlayout aus der Taufe zu heben. Die meisten Hersteller hatten ihre Sockel 754-Platinen für den Athlon 64 schon lange fertig und damit begonnen die Lager zu füllen. Ein „Dual Channel“-Speicherinterface war und ist mit diesem Sockel aber einfach nicht zu realisieren. So blieb AMD nichts anderes übrig, als in den sauren „Sockel 940“-Apfel zu beißen. Entsprechende Boards für den Opteron - leider auch mit der Peripherie für den Worksation-Einsatz und dem damit verbundenen Preis - waren ohnehin am Markt verfügbar.
Gut acht Monate später, genauer gesagt am heutigen 1. Juni, erhält der Athlon 64 FX nun endlich die für ihn maßgeschneiderte Plattform. Auch der normale Athlon 64 zieht mit um und kann so ebenfalls von den Eigenheiten des neuen Sockels profitieren.
Auf den folgenden Seiten wollen wir auf die neuen Athlon 64 näher eingehen, um uns dann im weiteren Verlauf mit der Performance des Athlon 64 FX-53 für den Sockel 939 eingehend zu beschäftigen.
Da es möglich ist, dass in diesem Artikel auf bestehendes Wissen aus älteren Prozessortests zurückgegriffen wird, ist es für alle, die etwas „mehr“ wissen möchten, keinesfalls verkehrt, auch einen Blick in unsere älteren Berichte (Ausschnitt) zu werfen.
Wer mehr über den Athlon 64 und dessen Architektur erfahren möchte, der sollte sich insbesondere unseren sehr umfangreichen Testbericht "Athlon 64 FX-51 und Athlon 64 3200+ [7]" nicht entgehen lassen. Als ganz besonderen Artikel möchten wir außerdem unseren Blick auf den „Energieverbrauch aktueller Prozessoren [12]“ jedem ans Herz legen, für den auch die Stromrechnung beim Kauf eines neuen Systems eine Rolle spielt. Auf den Energiebedarf der neuen Prozessoren werden wir im Rahmen dieses Artikels eingehen.
Für alle Freunde der schnörkellosen Theorie wollen wir, bevor es an's Eingemachte geht, nochmals einen Blick auf die Eckdaten der Kontrahenten werfen.
| Merkmale | Pentium 4 | Pentium 4 | Pentium 4 Extreme Edition | Athlon XP | Athlon 64 (FX) |
| Kern | Prescott | Northwood | Northwood 2M | Thoroughbred Barton | Clawhammer Clawhammer-512 Newcastle |
| Frontside-Bus | 533 MHz QDR 800 MHz QDR | 400 MHz QDR 533 MHz QDR 800 MHz QDR | 800 MHz QDR | 266 MHz DDR 333 MHz DDR 400 MHz DDR | entfällt (externe Anbindung über 2000 MHz HyperTransport) |
| Fertigung | 0,09µm | 0,13 µm | 0,13 µm | 0,13 µm | 0,13 µm SOI |
| Sockel | Sockel 478 | Sockel 478 | Sockel 478 | Sockel A | Sockel 754 Sockel 940 (FX) Sockel 939 |
| Taktrate oder Modellnummer | 533 MHz QDR 2400 MHz A 2800 MHz A 800 MHz QDR 2800 MHz E HT+ 3000 MHz E HT+ 3200 MHz E HT+ 3400 MHz E HT+ HT+: Verbessertes Hyper-Threading | 400 MHz QDR 1600 MHz A 1800 MHz A 2000 MHz A 2200 MHz 2400 MHz 2500 MHz 2600 MHz 533 MHz QDR 2266 MHz 2400 MHz B 2533 MHz 2666 MHz 2800 MHz 3066 MHz HT 800 MHz QDR 2400 MHz C HT 2600 MHz C HT 2800 MHz C HT 3000 MHz HT 3200 MHz HT 3400 MHz HT HT: Hyper- Threading | 800 MHZ QDR 3200 MHz HT 3400 MHz HT HT: Hyper- Threading | 266 MHz DDR 1800+ 1900+ 2000+ 2100+ 2200+ 2400+ 2600+ 333 MHz DDR 2600+ 2700+ 2800+ 333 MHz DDR 2500+ 2600+ 2800+ 3000+ 400 MHz DDR 3000+ 3200+ | Athlon 64 (S754): 2800+* 3000+* 3200+ 3400+ 3700+ Athlon 64 (S940): FX-51 FX-53 Athlon 64 (S939) 3500+** 3800+** FX-53 * 512 kB L2-Cache ** 512 kB L2-Cache und ausschl. Newcastle |
| Transistoren | 125 Mio. | 55 Mio. | 169 Mio. | 37,5 Mio. (Tho.) 54,3 Mio. (Bar.) | 68.5 Mio. (NewC.) 105.9 Mio. |
| DIE-Size | 112 mm² | 146 mm² (nB0) 131 mm² (nC1) 131 mm² (nD1) | 240 mm² (nM0) | 80 mm² ("Tho A") 84 mm² ("Tho B") 101 mm² (Bar.) | 144 mm² (NewC.) 193 mm² |
| L1-Execution-Cache | 12.000 µ-Ops | 12.000 µ-Ops | 12.000 µ-Ops | 64 kB | 64 kB |
| L1-Daten-Cache | 16 kB | 8 kB | 8 kB | 64 kB | 64 kB |
| L1-Takt | CPU-Takt | CPU-Takt | CPU-Takt | CPU-Takt | CPU-Takt |
| L2-Cache | 1024kB | 512kB | 512kB | 256kB (Tho.) 512kB (Bar.) | 512kB 1024kB |
| L2-Anbindung | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit | 64 Bit | 128 Bit? |
| L2-Cache-Takt | CPU-Takt | CPU-Takt | CPU-Takt | CPU-Takt | CPU-Takt |
| L2-Modus | L1 inclusive | L1 inclusive | L1 inclusive | L1 exclusive | L1 exclusive |
| L3-Cache | - | - | 2048kB | - | - |
| L3-Cache-Takt | - | CPU-Takt | CPU-Takt | CPU-Takt | CPU-Takt |
| L3-Modus | - | - | L2 inclusive | - | - |
| HW Data Prefetching | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
| VCore | 1,250V 1,275V 1,300V 1,325V 1,350V 1,375V 1,400V | 1,475V 1,500V 1,525V 1,550V | 1,475V 1,500V 1,525V 1,550V 1,575V 1,600V | 1,50V 1,60V 1,65V | 1,50V |
| Befehlssätze | MMX SSE SSE2 SSE3 | MMX SSE SSE2 | MMX SSE SSE2 | MMX 3DNow! 3DNow!+ SSE | MMX 3DNow! 3DNow!+ SSE SSE2 AMD64 |
| Temperatur Diode | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Energiesparfunktion | - | - | - | Cool'n'Quiet | |
| NX-Bit (Win XP SP2) | - | - | - | Ja | |
| Multiprozessor-fähig | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein |
| CPU-Architektur | 31-stufige Pipeline | 20-stufige Pipeline | 20-stufige Pipeline | 15-stufige (FPU) 10-stufige (ALU) Pipeline | 17-stufige (FPU) 12-stufige (ALU) Pipeline |
Am heutigen Tage stellt AMD insgesamt vier neue Prozessoren vor. Zum Athlon 64 FX-53 für den Sockel 939 gesellen sich der Athlon 64 3800+ und 3500+. Für den altbekannten Sockel 754 geht der Athlon 64 3700+ neu ins Rennen. Mit einem Takt von 2,40 GHz kommen FX-53, 3800+ und 3700+ nach Hause, der 3500+ wird mit einem Takt von 2,2 GHz betrieben. In Sachen Cache kann der FX-53 und der 3700+ mit jeweils 1 MB Level 2 Cache aufwarten, Athlon 64 3800+ und 3500+ müssen sich mit Hälfe, also 512 kB, begnügen.
Um die Vorstellung der neuen Boliden möglichst kompakt zu halten: Der A64 3700+ kommt mit dem Clawhammer-Kern daher. Er bringt außer dem gestiegenen Prozessortakt und einem auf 1,2 GHz angehobenen niedrigsten Cool“n“Quiet-Takt (bisher 800 MHz bzw. 1 GHz) keine weiteren Neuerungen mit sich. Auch die maximale thermische Verlustleistung gibt AMD weiterhin mit 89 Watt an. Bisherige Kühler können also auch weiterhin verwendet werden.
Die neuen Sockel 939-Prozessoren können allesamt mit einem Dual Channel DDR400-Speicherinterface aufwarten und können darüber hinaus auf einen schnelleren HyperTransport-Bus mit nunmehr 1 GHz zurückgreifen. Bisher war hier 800 MHz das Maß der Dinge. Außerdem wird im Sockel 939 nun ebenfalls das Cool“n“Quiet-Feature unterstützt. Der FX-53 setzt weiterhin auf den bewährten Clawhammer-Kern, bei den anderen kommt der neue Newcastle-Kern zum Einsatz. Beide unterscheiden sich ausschließlich in der Größe des Caches, den AMD nun auserkoren hat, um sein bestes Stück von den übrigen abzugrenzen, da man nun das bisher dazu genutzte Dual Channel Speicherinterface den Athlon 64-CPUs nicht länger verweigern möchte.
Mit der Vorstellung des Athlon64 3800+ und 3500+ nennt AMD nun zum ersten Mal Fakten zum Newcastle-Kern. Dieser besitzt eine auf 144 mm² geschrumpfte Chipfläche (Clawhammer: 192 mm²) und muss sich mit 69 Mio. Transistoren (Clawhammer: 105.9 Mio.) begnügen.
Der neue Athlon 64 FX wird erstmals wie seine Athlon 64 Kollegen mit einem Organic Pin Grid Array (OPGA) ausgeliefert, welches in der Fertigung günstiger ist und bessere thermische Eigenschaften als das bisherige Ceramic Pin Grid Array (CPGA) [13] besitzt.
Der neue Sockel mag zwar große Ähnlichkeit mit dem bisherigen Sockel 940 haben - tatsächlich fehlt augenscheinlich nur ein Pin - , unter der Haube hat sich jedoch einiges getan. Das komplette Pin-Layout wurde geändert, um ein Dual Channel Speicherinterface-mit einem günstigen 4-Layer-Mainboard-Layout realisieren zu können. Dieser Maßnahme sind zwei Pin-raubende HyperTransport-Kanäle des Sockel 940 zum Opfer gefallen, die für den Dual Prozessor- und Mehr-Wege-Betrieb benötigt werden.
Mit der Einführung des neuen Sockels erwarten uns auch zahlreichen neue Chipsätze, die mit dem auf 1 GHz beschleunigten HyperTransport (HTT) umgehen können. VIA hat hierfür den K8T800 Pro [14] im Angebot, der alle Features des K8T800 bietet, zusätzlich jedoch mit dem verbesserten HTT umgehen kann. Bei nVidia heißt das neue Produkt nForce 3 Ultra und auch hier gibt es außer dem Support des schnelleren Busses im Vergleich zum nForce 3 250Gb keine Neuerungen zu vermelden. Ein neues nVidia-Feature "Auto Tuning" [15] wird es demnächst für alle aktuellen nForce 3 Platinen geben. Im Lager von SiS schickt man den SiS755FX [16] ins Rennen, der demnächst von dem SiS756 mit PCI Express [17]-Support abgelöst werden soll. Generell ist PCI Express ein Thema, an dem alle arbeiten. VIA entwickelt hierfür eine neue Southbridge, die auf den Namen VT8251 hören wird. Bei nVidia erwartet uns dagegen ein komplett neuer Chipsatz - handelt es sich beim nForce 3 doch um eine Single Chip Lösung, bei der nicht einfach nur die Southbridge ausgetauscht werden muss, um den neuen Peripheriestandard zu unterstützen. Das Produkt befindet sich derzeit mit dem Codenamen K8-04 [18] in der Entwicklung.
Erst recht spät erreichte uns eine Sockel 939-Platine für diesen Test. VIA selbst, die mit ihren neuen Chipsatz übrigens am weitesten zu sein scheinen, haben in Deutschland nur zwei Testmuster des K8T800 Pro im Umlauf. MSI wiederum scheint alle seine lauffähigen Mainboards direkt an AMD für die Pressetestkits dieser Produktvorstellung geschickt zu haben. Einzelne Testmuster für den Sockel 939 - mit welchem Chipsatz auch immer - waren nicht verfügbar. Diese Antwort mussten wir von nahezu allen namhaften Mainboard-Herstellern zu Kenntnis nehmen. Wenn überhaupt, waren nur wenig Testmuster verfügbar. Einzig und allein Asus scheint den anderen (neben MSI) einen Schritt voraus zu sein. Aus diesem Hause stammt auch unser Testmuster für diesen Artikel. Überbrückte Lötstellen erwecken allerdings auch beim Asus A8V Deluxe den Eindruck, dass man es noch nicht mit der Weißheit letzter Schluss zu tun zu haben scheint. Immerhin lief das Board stabil. In Sachen Festplattenperformance sollten sich mit einem Bios-Update noch Leistungssteigerungen einstellen. Die Platine aus dem Hause MSI ist in diesem Bereich - bei sonst gleicher Ausstattung - etwas schneller.
Alles in allem können noch gut und gerne mehrere Wochen ins Land gehen, bis vollends ausgereifte Boards im Handel erhältlich sind. Übrigens: Mit dem Sockel 939 legt auch AMD das Fundament dafür, auch den steigenden Stromverbrauch von Athlon 64 FX-57 und Athlon 64 4200+ bändigen zu können. Die für das nächste Jahr erwarteten Prozessoren sollen mit einer thermischen Verlustleistung von 104 Watt daher kommen.
Fehlte dem Athlon 64 in irgendeinem Bereich ein ordentliches Stück Performance, so wurde in der Vergangenheit häufig der Speichercontroller dafür verantwortlich gemacht. Der Athlon 64 3400+ im Sockel 754 konnte in gängigen Benchmarks einen Speicherdurchsatz von 3 GB/s vorweisen; beim voll ausgewachsenen Athlon 64 FX-53 im Sockel 940 fiel dieser mit unschlagbaren 5,9 GB/s fast doppelt so hoch aus. Leider wurde diese Leistung bislang mit exotischen Registered Speichermodulen erkauft. Der normale A64 wiederum konnte zwar mit normalen Speichermodulen, wollte dafür ein um's andere Mal bei einer bestimmten Speicherkonstellation nicht stabil oder mit voller Performance arbeiten. Die erste Auflistung der möglichen Bestückung der drei zur Verfügung stehenden Speicherslots des Sockel 754 las sich wie folgt:
| DIMM 1 | DIMM 2 | DIMM 3 | Max Speed | ||
| Beim Einsatz von einem Modul | |||||
| x8 Single Sided or x16 | - | - | DDR400 | ||
| - | x8 Single Sided or x16 | - | DDR400 | ||
| - | - | x8 Single Sided or x16 | DDR400 | ||
| x8 Double Sided | - | - | DDR400 | ||
| - | x8 Double Sided | - | DDR400 | ||
| - | - | x8 Double Sided | DDR400 | ||
| Beim Einsatz von zwei Modulen | |||||
| x8 Single Sided or x16 | x8 Single Sided or x16 | - | DDR400 | ||
| x8 Single Sided or x16 | x8 Double Sided | - | DDR400 | ||
| x8 Single Sided or x16 | - | x8 Single Sided or x16 | DDR400 | ||
| x8 Single Sided or x16 | - | x8 Double Sided | DDR400 | ||
| x8 Double Sided | x8 Single Sided or x16 | - | DDR400 | ||
| x8 Double Sided | x8 Double Sided | - | DDR400 | ||
| x8 Double Sided | - | x8 Single Sided or x16 | DDR400 | ||
| - | x8 Single Sided or x16 | x8 Single Sided or x16 | DDR333 | ||
| - | x8 Single Sided or x16 | x8 Double Sided | DDR200 | ||
| - | x8 Double Sided | x8 Single Sided or x16 | DDR200 | ||
| - | x8 Double Sided | x8 Double Sided | DDR200 | ||
| x8 Double Sided | - | x8 Double Sided | DDR400 | ||
| Beim Einsatz von drei Modulen | |||||
| x8 Single Sided or x16 | x8 Single Sided or x16 | x8 Single Sided or x16 | DDR333 | ||
| x8 Single Sided or x16 | x8 Single Sided or x16 | x8 Double Sided | DDR200 | ||
| x8 Single Sided or x16 | x8 Double Sided | x8 Single Sided or x16 | DDR200 | ||
| x8 Single Sided or x16 | x8 Double Sided | x8 Double Sided | DDR200 | ||
| x8 Double Sided | x8 Single Sided or x16 | x8 Single Sided or x16 | DDR333 | ||
| x8 Double Sided | x8 Single Sided or x16 | x8 Double Sided | DDR200 | ||
| x8 Double Sided | x8 Double Sided | x8 Single Sided or x16 | DDR200 | ||
| x8 Double Sided | x8 Double Sided | x8 Double Sided | DDR200 | ||
Allerdings scheint man im weiteren Verlauf festgestellt haben zu müssen, dass es insbesondere beim Einsatz von Double Sided-Modulen dennoch zu Problemen kommen kann, wenn diese mit einem Takt von 200 MHz betrieben werden. Aus diesem Grund wurde diese mögliche Konstellation kurzerhand aus den internen Dokumenten - diese Informationen waren fortan nicht mehr für die Öffentlichkeit bestimmt - gestrichen. Auch beim neuen Sockel 939 wollte uns AMD keine entsprechende Liste zur Verfügung stellen, dennoch ist uns entsprechendes Material aus heiterem Himmel in die Hände gefallen.
Am Speichercontroller der Athlon 64 Prozessoren im Sockel 939 hat sich insofern etwas verbessert, als dass nun eine Bestückung mit zwei DDR400 Double Sided-Speichermodulen im Dual Channel-Betrieb ohne Probleme möglich ist. Hier leistet der neue Speichercontroller ganze Arbeit. Im Single Channel-Modus führt der Einsatz von zwei DDR400 Double Sided-Modulen - was ob des zweiten Speichercontrollers ohnehin nicht besonders sinnvoll ist - weiterhin nicht zum Erfolg.
| Channel 1 | Channel 2 | Timing | |||
| Slot 1 | Slot 2 | Slot 3 | Slot 4 | 1T | 2T |
| Single Channel | |||||
| Single Sided | N/A | N/A | N/A | DDR400 | DDR400 |
| Double Sided | N/A | N/A | N/A | DDR400 | DDR400 |
| N/A | N/A | Single Sided | N/A | DDR400 | DDR400 |
| N/A | N/A | Double Sided | N/A | DDR400 | DDR400 |
| Single Sided | N/A | Single Sided | N/A | DDR333 | DDR400 |
| Single Sided | N/A | Double Sided | N/A | DDR200 | DDR400 |
| Double Sided | N/A | Single Sided | N/A | DDR200 | DDR400 |
| Double Sided | N/A | Double Sided | N/A | DDR200 | DDR333 |
| Dual Channel | |||||
| Single Sided | Single Sided | N/A | N/A | DDR400 | DDR400 |
| Double Sided | Double Sided | N/A | N/A | DDR400 | DDR400 |
| N/A | N/A | Single Sided | Single Sided | DDR400 | DDR400 |
| N/A | N/A | Double Sided | Double Sided | DDR400 | DDR400 |
| Single Sided | Single Sided | Single Sided | Single Sided | DDR333 | DDR400 |
| Single Sided | Single Sided | Double Sided | Double Sided | DDR200 | DDR400 |
| Double Sided | Double Sided | Single Sided | Single Sided | DDR200 | DDR400 |
| Double Sided | Double Sided | Double Sided | Double Sided | DDR200 | DDR333 |
Wie schlägt sich der neue Speichercontroller nun in Sachen Performance? Hierfür wollen wir an dieser Stelle einen kleinen Vergleich ziehen. In Sachen Geschwindigkeit spielen neben dem Speicherdurchsatz auch die Latenzzeiten, also die Verzögerungen, die beim Zugriff auf den Speicher hingenommen werden müssen, eine Rolle. Die Vorteile zum alten Sockel 940 mit Registered Speicher werden in Sachen Latenzzeiten recht schnell deutlich.
Science Mark - Latenzen
Angaben in Nanosekunden
|
Ein wiederholter Speicherzugriff ist mit dem neuen Sockel dank dem Einsatz normaler DDR400-Module 7 ns (oder umgerechnet knapp 20 Taktzyklen) schneller möglich als bisher. Damit liegt nun auch der Athlon 64 FX auf dem sensationell niedrigen Niveau der normalen Athlon 64 im Sockel 754.
Auch in Sachen Speicherdurchsatz stellt der Sockel 939 neue Rekorde auf. Der Athlon 64 FX-53 im Sockel 940 war schon schnell? Der neue Athlon 64 FX-53 im Sockel 939 ist noch schneller!
Sisoft Sandra 2003 MAX - Speicher
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Die theoretischen Messungen sprechen eine eindeutige Sprache. Doch wieviel bleibt davon in Anwendungen tatsachlich übrig? Ganz besonders interessant ist hier die Frage nach dem Vorsprung zum Sockel 754 mit Single Channel-Interface. Um dieser Frage nachzugehen, wurde der uns zur Verfügung stehende FX-53 mit einem auf 2,2 GHz gedrosselten Prozessortakt und einem 800 MHz schnellen HyperTransport-Bus durch unseren Benchmark-Parcours gejagt. Die so gewonnenen Messergebnisse können unter Berücksichtigung der Messtolleranzen direkt mit den Daten des Athlon 64 3400+ verglichen werden.
Media Encoding - Rating
Angaben in Prozent
|
Sonstige Anwendungen - Rating
Angaben in Prozent
|
3D/CAD-Rating
Angaben in Prozent
|
Spiele-Rating
Angaben in Prozent
|
Gesamt-Rating
Angaben in Prozent
|
Das Ergebnis ist eindeutig. Das neue Dual Channel-Speicherinterface hat auf jeden Fall Vorteile aufzuweisen. Beim Packen (Sonstiges Rating) kommt es ganz offensichtlich am stärksten auf den Speicherdurchsatz an. Zwar muss sich hier der Sockel 939 noch dem Vorgänger geschlagen geben, ein Bios-Update sollte jedoch auch hier dem neuen Sockel zum Sieg verhelfen. Insgesamt schwanken die Ergebnisse je nach Anwendungsbereich stark. Beim Media Encoding oder beim Spielen spielt die Bandbreite beispielsweise keine durchschlagende Rolle; wirken hier doch andere Komponenten (Prozessor, Grafikkarte) limitierend.
Ebenfalls ein Novum des Sockel 939 ist der auf 1 GHz beschleunigte HyperTransport-Bus der ersten Generation. Durch die Taktsteigerung von 800 MHz auf 1 GHz steigert sich die theoretische Busbandbreite von 6,4 GB/s auf nunmehr 8,0 GB/s. Über HyperTransport (HTT) sind alle externen Schnittstellen, darunter natürlich auch der Chipsatz, an den Prozessor angeschlossen. Es handelt sich hierbei um ein recht geschicktes Interface [19], bei dem mehrere Gerät seriell hintereinander angeschlossen werden können. Auf den ersten Blick scheint die Bandbreite gigantisch und irgendwie sinnlos. Sicherlich ist aktuelle Peripherie (PCI, AGP, USB, PATA, SATA) nicht annährend in der Lage, diesen Bus mit Daten auszulasten. Letztendlich können die genannten Komponenten nicht mehr als 3 GB/s über den Bus schaufeln. Mit PCI Express steht die nächste große Wachablösung allerdings bereits vor der Tür. PCI Express ist ein serieller Bus, der mit einem Takt von 2,5 GHz betrieben wird. Die größte Ausbaustufe von PCI Express (x16), die bei Grafikkarten zum Einsatz kommen wird, erreicht eine theoretische Bandbreite von 4 GB/s in eine, und 8 GB/s in beide Richtungen. Diese Zahlen sind es, die dem schnelleren HTT seine Daseinsberechtigung geben. Welche Vorteile sich zum jetzigen Zeitpunkt ergeben, haben wir nachgemessen.
Media Encoding - Rating
Angaben in Prozent
|
Sonstige Anwendungen - Rating
Angaben in Prozent
|
3D/CAD-Rating
Angaben in Prozent
|
Spiele-Rating
Angaben in Prozent
|
Gesamt-Rating
Angaben in Prozent
|
Alles in allem kann man im Rahmen von Messtoleranzen nicht wirklich von Vorteilen sprechen. Einzig und allein beim Media Encoding und im 3D/CAD-Bereich ist ein kleines Plus auszumachen.
Es hat lange gedauert, doch endlich kann sich auch der Athlon 64 FX - nur auf dem Sockel 939 versteht sich - über AMDs „Cool“n“Quiet“ freuen. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine interessante Stromspartechnik, welche in der gleichen Form schon seit längerem in Notebooks unter dem Begriff „PowerNow!“ zum Einsatz kommt. Hat der Prozessor nichts zu tun, wird dessen Prozessortakt automatisch reduziert und die ihn treibende Spannung gesenkt. Dadurch sinkt der Energieverbrauch und ein Betrieb mittels passivem Kühler wird möglich. Im niedrigsten „Cool“n“Quiet“-Zustand wird der Prozessor mit einem Takt von 1,2 GHz und einer Spannung von 1,1 Volt betrieben. Dies trifft auch auf den Athlon 64 3800+ und 3700+ zu. Der Athlon 64 3500+ senkt seinen Takt auf bis zu 1 GHz.
Systemverbrauch - Windows Desktop (Idle)
Angaben in Watt (W)
|
Systemverbrauch - Seti@Home
Angaben in Watt (W)
|
Systemverbrauch - 3DMark03
Angaben in Watt (W)
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Überraschend niedrig fällt der Energiebedarf des kompletten Athlon 64 FX-53 Systemes aus. Dank Cool“n“Quiet und dem neuem CG-Stepping verbraucht er im Idle-Mode nicht mehr als der von uns getestete Athlon 64 2800+, welcher allerdings noch im C0-Stepping gefertigt wurde. Auch bei Belastung können sich die Ergebnisse sehen lassen. Doch Obacht: Generell sind die Ergebnisse der hier aufgeführten Prozessoren nicht 100-prozentig miteinander vergleichbar, da verschiedene Mainboards eingesetzt wurden. Zur groben Orientierung können sie dennoch zweifelsohne dienen. Weitere Informationen zu den gemessenen Verlustleistungen finden sich in einem gesonderten Artikel [11].
Wir haben die Neuvorstellung des Athlon 64 / 64 FX genutzt, um unseren Benchmarkparcours general zu überholen. Dabei haben wir insbesondere auf Anwendungen, die uns Leser auf Anfrage im Forum [23] genannt haben, Wert gelegt. Neben einer Reihe aktueller Spiele liegt der Schwerpunkt nun auf Audio- und Video-Encoding. Aber auch CAD/Render-Anwendungen haben wir nach durchweg positiver Resonanz im Sortiment behalten. Wie und was wir genau gebencht haben, steht im jeweiligen Infokasten über den Ergebnissen.
Sisoft Sandra 2003 MAX - Arithmetic
Angaben in Punkten
|
Sisoft Sandra 2003 MAX - Multimedia
Angaben in Megapixel pro Sekunde (MPix/s)
|
Sisoft Sandra 2003 MAX - Speicher
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Lame 3.93.1
Angaben in Minuten, Sekunden
|