Bereits zum Startschuss des Athlon 64 und FX (damals noch im Sockel 754 und Sockel 940) im September 2003 war eines klar [1]: Sobald sich DDR2 als Standard etabliert hat, wird AMD diesen Speichertyp unterstützen. Seit dieser Aussage ist einige Zeit ins Land gegangen.
Im Juni 2004 führe Intel zusammen mit dem Sockel 775 auch DDR2 als Speicher ein. Gestartet mit DDR2-533 (also 266 MHz realem Takt) hat sich die Speichertechnologie weiterentwickelt und stellt mit DDR2-800 und DDR2-1066 den Vorgänger klar in den Schatten. Ganz klar: DDR2 hat sich am Markt etabliert und liegt preislich mit dem Vorgänger bei (teilweise sogar) schnelleren Modulen auf einem Niveau. Mit der Vorstellung des neuen Sockel AM2 löst AMD nun sein Versprechen von 2003 ein.
Wir hatten die Gelegenheit einen Blick auf die neue Plattform zu werfen und stellen diese im Folgenden in aller Ausführlichkeit vor. Auf den folgenden Seiten wird es ausschließlich um die neue Prozessorfamilie von AMD gehen. Mainboards werden wir in einem gesonderten Artikel [2] vorstellen, ebenso wie nVidias neuen „nForce 500“-Chipsatz [3].
Aufgrund der Komplexität des Themas „Prozessoren“ ist es uns leider nicht möglich auf sämtliche Feinheiten wiederholt einzugehen. An dieser Stelle soll dabei auf interessante themenverwandte Veröffentlichungen hingewiesen werden.
Obwohl die Leistung der Prozessoren im Vordergrund steht, gilt es sich mit den Boliden aus dem Hause AMD und Intel vertraut zu machen. Wir haben uns dazu entschieden, die wichtigsten Informationen in einer tabellarischen Übersicht zu präsentieren.
| Merkmale | Athlon 64 X2 Athlon 64 FX-62 |
Athlon 64 Sempron 64 |
Athlon 64 X2 Athlon 64 FX-60 |
Athlon 64 Athlon 64 FX |
| Codename | Windsor (1 MB/512 kB) | Orleans (512 kB) Manila (256 kB/128kB) |
Manchester (1 MB) Toledo (2 MB) |
Venice (512 kB) San Diego (1 MB) |
| Logo |
|
|
|
|
| Taktrate oder Modellnummer (Takt in GHz) |
3800+ (2,0, 2x 512 kB) 4000+ (2,0, 2x 1MB) 4200+ (2,2, 2x 512 kB) 4400+ (2,2, 2x 1MB) 4600+ (2,4, 2x 512 kB) 4800+ (2,4, 2x 1MB) 5000+ (2,6, 2x 512 kB) FX-62 (2,8, 2x 1MB) |
Athlon 64 3800+ (2,4 GHz 512kB) 3500+ (2,2 GHz, 512kB) 3200+ (2,0 GHz, 512kB) Sempron 64 3600+ (2,0 GHz, 256kB) 3500+ (2,0 GHz, 128kB) 3400+ (1,8 GHz, 256kB) 3200+ (1,8 GHz, 128kB) 3000+ (1,6 GHz, 256kB) 2800+ (1,6 GHz,128kB) |
3800+ (2,0) 4200+ (2,2) 4400+ (2,2) 4600+ (2,4) 4800+ (2,4) FX-60 (2,6) |
3000+ (1,8) 3200+ (2,0) 3500+ (2,2) 3700+ (2,2) 3800+ (2,4) 4000+ (2,4) FX-55 (2,6) FX-57 (2,8) |
| Fertigung | 90 nm | 90 nm | 90 nm | 90 nm |
| Sockel | Sockel AM2 (940) | Sockel AM2 (940) | Sockel 939 | Sockel 939 |
| Dual-Core | √ | X | √ | X |
| Multithreading | X | X | X | X |
| Frontside-Bus | entfällt | entfällt | entfällt | entfällt |
| Frontside-Bus-Last | entfällt | entfällt | entfällt | entfällt |
| Peripherieinterface | 8 GB/s HyperTransport | 8 GB/s HyperTransport 6,4 GB/s HyperTransport |
8 GB/s HyperTransport | 8 GB/s HyperTransport |
| Speichercontroller | integriert für DDR2-800 |
integriert für DDR2-667 |
integriert für DDR-400 |
integriert für DDR-400 |
| Transistoren | 153,8 Mio. (2x512 kB) 227,4 Mio. (2x 1MB) |
kA (128 kB) 81,1 Mio (256 kB) 81.1 Mio (512 kB) |
154 Mio. (2x512 kB) 233,2 Mio. (2x1 MB) |
68,5 Mio. (512 kB) 114 Mio. (1 MB) |
| Chipgröße | 183 mm³ (2x512 kB) 230 mm² (2x 1MB) |
kA (128 kB) 103 mm² (256 kB) 103mm² (512 kB) |
147 mm² (2x512 kB) 199 mm² (2x 1MB) |
83,5 mm² (512 kB) 115 mm² (1MB) |
| L1-Execution-Cache | 2x64 kB | 64 kB | 2x64 kB | 64 kB |
| L1-Daten-Cache | 2x64 kB | 64 kB | 2x64 kB | 64 kB |
| L2-Cache | 2x512 kB 2x1024kB |
128 kB 256kB 512kB |
2x512 kB 2x1024kB |
512kB 1024kB |
| L2-Anbindung | 128 Bit | 128 Bit | 128 Bit | 128 Bit |
| L2-Modus | L1 exclusive | L1 exclusive | L1 exclusive | L1 exclusive |
| Cache insgesamt | 1280 kB 2304 kB |
256 384kB 640 kB |
1280 kB 2304 kB |
640 kB 1152 kB |
Auch beim Athlon 64 im Sockel AM2 handelt es sich um ein waschechtes Mitglied der K8-Architektur (Codename Hammer) und demzufolge fallen die Unterschiede trotz des Sockelwechsels nicht übermäßig radikal aus. Die im Rahmen des Artikels behandelten Athlon 62 X2 5000+, 4600+, 4200+ und 3800+ setzen allesamt auf das F2-Stepping des Windsor-Kerns. Bei den in 90 nm gefertigten Athlon 64-X2-Prozessoren (Toledo, Manchester) im nun abgelösten Sockel 939 kam das E4- und E6-Stepping zum Einsatz.
Das F-Stepping beschert den Athlon 64 Support für DDR2-Arbeitsspeicher bis DDR2-800 im Falle von Athlon 64 FX-62 und Athlon 64 X2. Sempron und Athlon 64 (Single Core) müssen sich, wie man der Tabelle entnehmen kann, mit DDR2-667 begnügen. Letztendlich ist die Frage des unterstützten Speichers nur eine Frage des BIOS. Der neue, integrierte Speichercontroller ist wie seine Vorgänger in der Lage, den Speicher weitaus höher zu betreiben. Darüber hinaus halten sich Gerüchte, wonach in kurzer Zeit Support für DDR2-1066 nachgereicht wird.
Dank des integrierten Memory-Controllers verfügt der Athlon 64 über eine äußerst geringe Speicherlatenz (siehe Benchmarks Sciencemark). Mit diesem überaus erfolgreichem Feature – Intel wird in zukünftigen Prozessoren, die nach der Core-Architektur auf dem Plan stehen, zumindest im Server-Bereich einen ähnlichen Weg einschlagen – geht man jedoch eine Abhängigkeit von Speichertakt zu Prozessortakt ein. Der Speichertakt kann nicht mehr frei gewählt werden und damit werden z.B. DDR2-800-Speicher nicht immer mit den vorgesehen 400 MHz betrieben.
| Prozessortakt | DDR2-400 (Ziel: 200 MHz) | DDR2-533 (Ziel: 266 MHz) | DDR2-667 (Ziel: 333 MHz) | DDR2-800 (Ziel: 400 MHz) |
| 1,6 GHz (8x200) | 200 MHz (Teiler 8) | 266 MHz (Teiler 6) | 320 MHz (Teiler 5) | - |
| 1,8 GHz (9x200) | 200 MHz (Teiler 9) | 257 MHz (Teiler 7) | 300 MHz (Teiler 6) | 360 MHz (Teiler 5) |
| 2,0 GHz (10x200) | 200 MHz (Teiler 10) | 250 MHz (Teiler 8) | 333 MHz (Teiler 6) | 400 MHz (Teiler 5) |
| 2,2 GHz (11x200) | 200 MHz (Teiler 11) | 244 MHz (Teiler 9) | 314 MHz (Teiler 7) | 366 MHz (Teiler 6) |
| 2,4 GHz (12x200) | 200 MHz (Teiler 12) | 240 MHz (Teiler 10) | 300 MHz (Teiler 8) | 400 MHz (Teiler 6) |
| 2,6 GHz (13x200) | 200 MHz (Teiler 13) | 260 MHz (Teiler 10) | 325 MHz (Teiler 8) | 371 MHz (Teiler 7) |
| 2,8 GHz (14x200) | 200 MHz (Teiler 14) | 254 MHz (Teiler 11) | 311 MHz (Teiler 9) | 400 MHz (Teiler 7) |
| 3,0 GHz (15x200) | 200 MHz (Teiler 15) | 250 MHz (Teiler 12) | 333 MHz (Teiler 9) | 375 MHz (Teiler 8) |
Diese Eigenheit des integrierten Speichercontrollers ist nichts Neues und sorgte bereits im Sockel 754, Sockel 939 und Sockel 940 für nicht immer ganz korrekte Taktraten [12]. In synthetischen Benchmarks wie SiSoft Sandra 2007 oder Sciencemark lässt sich zwar ein Einfluss auf die Speicherperformance nachweisen, in realen Anwendungen fällt dieser Sachverhalt jedoch nicht weiter ins Gewicht.
| Merkmale | Athlon 64 X2 Athlon 64 FX-62 |
Athlon 64 Sempron 64 |
Athlon 64 X2 Athlon 64 FX-60 |
Athlon 64 Athlon 64 FX |
| Logo |
|
|
|
|
| Energiesparfunktion | Cool'n'Quiet | Cool'n'Quiet | Cool'n'Quiet | Cool'n'Quiet |
| Date Execution Prevention (NX-Bit) |
√ | √ | √ | √ |
| 64-Bit-Technologie | √ (AMD64) | √ (AMD64) | √ (AMD64) | √ (AMD64) |
| Virtualisierungs- Technologie |
√ (Pacifica) | √ (Pacifica) (Sempron nicht) |
X | X |
| CPU-Architektur | 17-stufige (FPU) 12-stufige (ALU) Pipeline |
17-stufige (FPU) 12-stufige (ALU) Pipeline |
17-stufige (FPU) 12-stufige (ALU) Pipeline |
17-stufige (FPU) 12-stufige (ALU) Pipeline |
| Befehlssätze | MMX 3DNow! 3DNow!+ SSE SSE2 SSE3 |
MMX 3DNow! 3DNow!+ SSE SSE2 SSE3 |
MMX 3DNow! 3DNow!+ SSE SSE2 SSE3 |
MMX 3DNow! 3DNow!+ SSE SSE2 SSE3 |
Auf der Feature-Seite halten mit dem F-Stepping die Virtualisierungstechnologie Pacifica und die Sicherheitstechnologie Presidio Einzug. Damit zieht AMD mit Intel gleich und bietet nun ebenfalls die in erster Linie für Unternehmen interessanten Technologien. Die konkrete Ausprägung von Presidio ist derzeit noch unklar, da dieses Feature weder im BIOS verfügbar ist noch in den uns vorliegenden Presseunterlagen zum Sockel AM2 angesprochen wird.
Die Zeiten, in denen ein Prozessor einzig und allein aufgrund seiner Leistung gekauft wurde, sind vorbei. Heute zählt neben der Performance oder dem Stromverbrauch auch das Gesamtpaket, das man nach der Grundsatzentscheidung „AMD oder Intel“ erhält. Im Folgenden soll es um die Chipsätze gehen, die für die jeweiligen Prozessoren zur Verfügung stehen.
| Prozessor | ATi | nVidia | SiS | ULi | VIA | |
| Logo |
|
|
||||
| Athlon 64 X2 Athlon 64 FX (Dual Core) |
RS480 RD480 RD580 |
nForce 500-Familie nForce 4-Familie nForce 400 |
SiS756 SiS761GL SiS761GX |
M1695 M1697 |
K8T890* K8M890 K8T900 | |
| Athlon 64 Athlon 64 FX (Single Core) |
RS480 RD480 RD580 |
nForce 5-Famile nForce 4-Familie nForce 400 |
SiS755FX SiS756 SiS761GL SiS761GX |
M1695 M1697 |
K8T800 Pro K8T890 K8M890 K8T900 | |
| * Nur überarbeite Version des Chipsatzes | ||||||
| RS480 = Radeon Xpress 200 RD480 = Radeon Xpress 200 CrossFire RD580 = Radeon Xpress 3200 CrossFire | ||||||
Aufgrund des beim Athlon 64 eingesetzten HyperTransport-Interfaces zur Anbindung von Peripherie ist theoretisch jeder aktuelle Chipsatz für den Sockel 939 auch für den Sockel AM2 geeignet. Tatsächlich erscheinen Lösungen mit ATi RD580 (Asus M2R32-MVP Deluxe), VIA K8T890 (z.B. Asus M2V) oder nVidia nForce 4 (Albatron K8NF4X-AM2) und GeForce 6100 (Gigabyte GA-M51GM-S2). Mainboards mit ULi M1697 (MSI K9N Master-A4R) oder SiS 761GX (PC Chips A33G) dürfen ebenfalls erwartet werden. Alle bieten Support für das komplette Produktportfolio an „Sockel AM2“-Prozessoren und werden damit jedem Geschmack gerecht.
Die Mehrheit der Board-Partner setzt den Fokus jedoch ganz klar auf die neue „nForce 500“-Familie [2], auf die wir in einem gesonderten Artikel eingehen (Link ab 15 Uhr verfügbar). Man darf mit recht behaupten, dass nVidia hiermit die für den Enthusiasten ohne Zweifel beste Lösung am Markt platziert. Selbst Intels kommender Broadwater-Chipsatz (G965, P965, Q965) kommt an nVidias Top-Lösungen nForce 590 SLI oder nForce 570 SLI wohl nicht heran.
Ganz so üppig wie bei AMD stellt sich das Angebot für Intel-Prozessoren dagegen nicht dar, wie die folgende Tabelle demonstriert.
| Prozessor | ATi | Intel | nVidia | SiS | ULi | VIA |
| Logo |
|
|
|
|||
| Pentium XE 9x5 | ? | i975X | nForce 4 Ultra nForce 4 SLI XE nForce 4 SLI nForce 4 SLI x16 |
? | ? | ? |
| Pentium D 9xx | ? | i945-Familie i955X i975X |
nForce 4 Ultra nForce 4 SLI XE nForce 4 SLI (ohne 920) nForce 4 SLI x16 |
? | ? | ? |
| Pentium XE 840 | ? | i955X i975X |
nForce 4 SLI nForce 4 SLI x16 nForce 4 SLI nForce 4 SLI x16 |
? | ? | ? |
| Pentium D 8xx | RS400 RD400 |
i945-Familie i955X i975X |
nForce4 Ultra nForce4 SLI XE nForce 4 SLI (Ohne 820) nForce 4 SLI x16 |
SiS656FX SiS649FX SiS656 SiS649 |
? | ? |
| Pentium 4 Extreme Edition |
RS400 RD400 |
i925X/XE i945-Familie i955X i975X |
nForce4 Ultra nForce4 SLI XE nForce 4 SLI nForce 4 SLI x16 |
SiS656FX SiS649FX |
? | PT880 Ultra PT894 PT894 Pro |
| Pentium 4 6xx/5xx | RS400 RD400 |
i915-Familie i925X/XE i945-Familie i955X i975X |
nForce4 Ultra nForce4 SLI XE nForce 4 SLI nForce 4 SLI x16 |
SiS656FX SiS649FX SiS656 SiS649 |
M1685 | PT880 PT880 Ultra PT894 PT894 Pro |
| RS400 = Radeon Xpress 200 RD400 = Radeon Xpress 200 CrossFire | ||||||
Wie man sieht, ist der Chipsatz-Support bei Intel relativ eingeschränkt, insbesondere dann, wenn man sich für Prozessoren aus der Extreme Edition-(XE-)Familie entscheidet. Auf hauseigenen Mainboards ist der Betrieb nur zusammen mit dem i975 Express Chipsatz mit Crossfire-Support (2x x8-Lanes für die Grafikkarten) möglich. Wer von einem Mainboard-Chipsatz Support für SLI erwartet und bei einem Intel-Prozessor nicht auch einen Intel-Chipsatz vorzieht, für den liefert nVidia derzeit das interessanteste Produktportfolio. Der im Rahmen des Sockel AM2 vorgestellte, neue nVidias-Chipsatz nForce 500 wird darüber hinaus mit Support für Intels nächste Prozessorgeneration im Juni das Licht der Welt erblicken
Wie es um den Support der kompletten Pentium-D-900-Serie bei ATi, SiS, ULi und VIA aussieht, ist dagegen unklar. Im Lager von AMD ist es um den Dual-Core-Support wesentlich besser bestellt, wenngleich hier Prozessoren und Chipsatz nicht aus einer Hand kommen.
Performance ist nicht alles, wie Halbleiterriese Intel mit der Vorstellung des in 90 nm gefertigten Pentium 4 [13] „eindrucksvoll“ unter Beweis stellte. Der Prozessor machte gar solche Probleme, dass zwar ein 3,4 GHz schnelles Modell vorgestellt wurde, zum Testen jedoch nur die etwas sparsamere 3,2-GHz-Variante zur Verfügung stand. Vorbei waren die Zeiten eines schnellen und „stromsparenden“ Desktop-Prozessors aus dem Hause Intel.
Zum Einstieg in die Thematik „Stromverbrauch“sollen uns die offiziellen Angaben der Hersteller dienen. Dabei ist zu beachten, dass Intel und AMD diese Zahlen auf unterschiedlichem Wege ermitteln. AMD gibt den maximalen Verbrauch an. Intel dagegen nennt Zahlen der „Thermal Design Power“, also die Leistung, die eine Kühllösung in gewöhnlichen Anwendungsszenarien zu bändigen hat. Der tatsächliche Maximalverbrauch kann höher liegen.
Thermal Design Power (Herstellerangabe)
Angaben in Watt (W)
|
Mit dem Sockel AM2 deckt AMD alle Ansprüche an den Stromverbrauch ab. Für Performance-Freunde ein 2,8 GHz Athlon 64 FX-62 mit maximal 125 Watt Verbrauch. Anschließend folgen sämtliche Mainstream-Athlon 64-X2-Prozessoren mit 89 Watt Verbrauch. Für Stromsparer stellt AMD etwas teure Energy-Efficient-(EE-)Modelle vor, die bis hinaus zu X2 4800+ verfügbar sind und maximal 65 Watt verschlingen. Darüberhinaus startet ein X2 3800+ als „Energy Efficient Small Form Factor“ durch und macht mit 35 Watt selbst Notebook-Prozessoren Konkurrenz.
Das Angebot an Prozessoren stellt sich wie folgt dar:
| Prozessor | Verbrauch (max) | Spannung | Preis |
| Normale Dual Core Athlon 64 X2 | |||
| Athlon 64 FX-62 | 125 Watt |
1,35-1,4 Volt |
1031 US-Dollar |
| Athlon 64 X2 5000+ | 89 Watt |
1,30-1,35 Volt |
969 US-Dollar |
| Athlon 64 X2 4800+ | 89 Watt |
1,30-1,35 Volt |
645 US-Dollar |
| Athlon 64 X2 4600+ | 89 Watt |
1,30-1,35 Volt |
558 US-Dollar |
| Athlon 64 X2 4400+ | 89 Watt |
1,30-1,35 Volt |
470 US-Dollar |
| Athlon 64 X2 4200+ | 89 Watt |
1,30-1,35 Volt |
365 US-Dollar |
| Athlon 64 X2 4000+ | 89 Watt |
1,30-1,35 Volt |
328 US-Dollar |
| Athlon 64 X2 3800+ | 89 Watt |
1,30-1,35 Volt |
303 US-Dollar |
| Normale Athlon 64 | |||
| Athlon 64 3800+ | 62 Watt |
1,35-1,4 Volt |
290 US-Dollar |
| Athlon 64 3500+ | 62 Watt |
1,35-1,4 Volt |
189 US-Dollar |
| Athlon 64 3200+ | 62 Watt |
1,35-1,4 Volt |
138 US-Dollar |
| Athlon 64 3000+ | 62 Watt |
1,35-1,4 Volt |
? |
| Normale Sempron 64 | |||
| Sempron 64 3600+ | 62 Watt |
1,35-1,4 Volt |
123 US-Dollar |
| Sempron 64 3500+ | 62 Watt |
1,35-1,4 Volt |
109 US-Dollar |
| Sempron 64 3400+ | 62 Watt |
1,35-1,4 Volt |
97 US-Dollar |
| Sempron 64 3200+ | 62 Watt |
1,35-1,4 Volt |
87 US-Dollar |
| Sempron 64 3000+ | 62 Watt |
1,35-1,4 Volt |
77 US-Dollar |
| Sempron 64 2800+ | 62 Watt |
1,35-1,4 Volt |
67 US-Dollar |
| Stromsparende Dual-Core Athlon 64 X2 | |||
| Athlon 64 X2 4800+ EE | 65 Watt |
1,20-1,25 Volt |
671 US-Dollar |
| Athlon 64 X2 4600+ EE | 65 Watt |
1,20-1,25 Volt |
601 US-Dollar |
| Athlon 64 X2 4400+ EE | 65 Watt |
1,20-1,25 Volt |
514 US-Dollar |
| Athlon 64 X2 4200+ EE | 65 Watt |
1,20-1,25 Volt |
417 US-Dollar |
| Athlon 64 X2 4000+ EE | 65 Watt |
1,20-1,25 Volt |
353 US-Dollar |
| Athlon 64 X2 3800+ EE | 65 Watt |
1,20-1,25 Volt |
323 US-Dollar |
| Athlon 64 X2 3800+ EE SFF | 35 Watt |
1,025-1,075 Volt |
364 US-Dollar |
| Stromsparende Athlon 64 | |||
| Athlon 64 3500+ EE | 35 Watt |
1,20-1,25 Volt |
231 US-Dollar |
| Stromsparende Sempron 64 | |||
| Sempron 3500+ EE | 35 Watt |
1,20-1,25 Volt |
? |
| Sempron 3400+ EE | 35 Watt |
1,20-1,25 Volt |
145 US-Dollar |
| Sempron 3200+ EE | 35 Watt |
1,20-1,25 Volt |
119 US-Dollar |
| Sempron 3000+ EE | 35 Watt |
1,20-1,25 Volt |
101 US-Dollar |
Welche Vorteile die „Energy Efficient“-Prozessoren gegenüber den normalen Vertretern besitzen, zeigen unsere nun folgenden Messungen mit einem handelsüblichen Voltcraft-Energy-Check-3000-Messgerät. Bei keinem der Prozessoren wurden besondere Einstellungen vorgenommen. Das Windows-XP-Powermanagement wurde auf das Profil „Desktop“ eingestellt. AMDs Cool'n'Quiet war damit nicht aktiv, da hierfür das Profil „Minimaler Energieverbrauch“ geladen werden müsste. Tests mit aktiviertem Cool'n'Quiet haben jedoch gezeigt, dass hierdurch der Stromverbrauch im Idle-Zustand um weitere 10 Watt gesenkt werden kann.
Intels Stromsparfunktion C1E (nicht jedoch Enhanced Speedstep, EIST) war aktiv, da sie betriebssystemtransparent arbeitet, indem der Prozessortakt automatisch auf bis zu 2,8 GHz herabgesenkt wird. Dies trifft in unserem Fall aber nur auf den Pentium 4 670 und Pentium XE 965 zu. Die Extreme Edition 840 bietet kein C1E oder EIST und beim XE 955 ist dieses Feature aufgrund des mehrfach angesprochenen Defekts ebenfalls nicht vorhanden.
Der Athlon 64 X2 5000+ wurde mit einer Default-Spannung von 1,35 Volt betrieben. Zur Simulation der „Energy Efficient“- und „Energy Efficient Small Form Factor“-Prozessoren wurde die Spannung auf 1,20 Volt und der Takt auf 2,4 GHz herabgesenkt (entspricht X2 4600+ EE). Auch die Spannung des X2 3800+ EE SFF von 1,025 konnten wir – zu unserer eigenen Überraschung – mit dem 5000+ problemlos einstellen und stabil betreiben. Der Prozessor wurde hier mit 2,0 GHz betrieben.
Die Messungen wurden beim Pentium XE 955 und Pentium XE 965 mit einer Betriebsspannung von 1,3375 Volt und 1,3000 Volt durchgeführt. Bei beiden handelt es sich um die Standardwerte der jeweiligen Prozessoren, die von unserem Mainboard erkannt wurden. Die Spannung der zum Vergleich eingetragenen „Athlon 64“-Prozessoren im Sockel 939 betrug 1,35 Volt.
Stromverbrauch: Windows Desktop (Idle)
Angaben in Watt (W)
|
Stromverbrauch: Volllast (PCMark05)
Angaben in Watt (W)
|
Man sollte sich nicht von den Zahlen täuschen lassen: Die Vergleichsmessungen des Sockel 939 wurde auf einem Asus A8N-SLI Premium durchgeführt, bei dem es sich um eine Ein-Chip-Lösung mit nForce 4 SLi handelt. Dieser stellt zwei ggf. vorhandenen Grafikkarten maximal 2x x8 PCIe-Lanes zur Verfügung. Die „Sockel AM2“-Plattform dagegen bestand aus einer Asus M2N32-SLI Deluxe-Platine mit nForce 590 SLI. Hierbei handelt es sich um die Highend-Variante mit zwei Chips für 2x x16 PCIe-Lanes. In Folge dessen ist der Stromverbrauch des Sockel-AM2-Systems gezwungenermaßen höher als jener der Sockel-939-Vergleichslösung.
Eins wird dennoch deutlich: Mit EE und EE SFF lässt sich ordentlich Strom sparen. Inwiefern auch die Nicht-EE-Modelle mit einer deutlich verringerten Spannung dauerhaft stabil betrieben werden können, wird die Zeit zeigen. Garantien auf Basis unseres von AMD bereitgestellten Musters zu machen, wäre voreilig. Probleme mit niedrigeren Spannungen hatten wir zumindest nicht.
Auch wenn der Athlon 64 X2 5000+ im Vergleich zum FX-62 mit einem nach oben festen Multiplikator daher kommt und somit nicht speziell für das Overclocking konzipiert wurde, lässt sich dennoch mehr Leistung aus ihm herausholen. Ein Übertakten ist dabei über eine Erhöhung des Referenztaktes möglich, der standardmäßig 200 MHz beträgt.
Viel Spielraum nach oben bietet der X2 5000+ nicht. Ohne Veränderung der Spannung (1,35 Volt) war ein stabiler Betrieb mit Luftkühlung bei 2,8 GHz (13 x 215 MHz) möglich. Darüber hinaus traten Instabilitäten auf.
Overclocking: PCMark06
Angaben in Punkten
|
Aufgrund der äußerst knapp bemessenen Zeit die uns das Sockel-AM2-System zur Verfügung stand, sind leider keine umfassenden Aussagen möglich. Die mit FX-62 bestückten Testsysteme sollen – so haben wir erfahren – bis zu einem Takt von etwa 3 GHz betrieben werden können.
Um einen möglichst fairen Vergleich zwischen den Kontrahenten zu ermöglichen, wurden sämtliche Tests in einem geschlossenen Midi-Tower mit vollständiger Lüfterbestückung (zwei rückseitig saugend, einer beim Festplattenkäfig seitlich blasend) durchgeführt, um so auch auf thermische Probleme bei den Boliden aufmerksam zu werden.
Da bis auf Intels neue Mobil-Prozessoren „Core Duo“ und „Core Solo“ alle Neuvorstellungen von nun an mit 64-Bit-Support ausgestattet sein werden, haben wir uns dazu entschlossen, sämtliche Messungen auf Microsofts Windows XP Professional x64 durchzuführen, um auch hier Vor- und Nachteile der Implementierung aufdecken zu können. Alles in Allem hielten sich die Probleme in Grenzen. Nur Aquamark 3 verweigerte die Zusammenarbeit gänzlich und der PCMark05 störte sich an der 64-Bit-Version des Windows Media Encoder 9. Hier darf ausschließlich die 32-Bit-Version installiert werden. Weitere Einzelheiten folgen im Abschnitt „Benchmarks“.
Sämtliche Benchmarks wurden in einer Auflösung von 1280x1024 bei 75 Hz durchgeführt. Die Spiele wurde ohne erzwungenes FSAA oder AF getestet.
Sandra Arithmetic Whetstone
Angaben in MIPS
|
Sandra Arithmetic Drystone
Angaben in MFLOPS
|
Sandra Multimedia Integer
Angaben in Instruktionen pro Sekunde (it/s)
|
Sandra Multimedia Float
Angaben in Instruktionen pro Sekunde (it/s)
|
Sandra Arbeitsspeicher Int Buffered
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Sandra Arbeitsspeicher Float Buffered
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Sciencemark 2.0 - Speicherbandbreite
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Sciencemark 2.0 - Speicherlatenz
Angaben in Taktzyklen
|
PCMark05 Gesamt
Angaben in Punkten
|
PCMark05 Prozessortest
|