AMD hat sich viel Zeit gelassen um das eigene Prozessorportfolio noch oben hin auszubauen. Ende Mai kam der bis dato schnellste Dual-Core-Prozessor, der Athlon 64 X2 4800+ mit 2,4 GHz, auf den Markt, im Juni 2005 folgte das obligatorische Speed-Upgrade der Athlon-64-FX-Serie auf 2,8 GHz und AMDs Welt war wieder in Ordnung. Doch für den Käufer hatte sich etwas geändert.
Mit Einführung der Dual-Core-Prozessoren zeigte sich, dass man für diese bei AMD so tief wie nie zuvor in die Tasche greifen musste. Intels Dual-Core-Prozessoren für den Massenmarkt, die Pentium-D-CPUs (abseits von „Extreme Edition“ und „Extreme Price“), waren für einen Bruchteil dessen zu haben, was bei AMD auf den Tisch gelegt werden musste.
Das ist auch heute noch so. Für AMDs preiswertesten Athlon 64 X2, den 3800+, müssen im günstigsten Fall oft mehr als 310 Euro auf den Tisch gelegt werden, wohingegen Intels (deutlich langsamerer) Pentium D 820 schon für 230 Euro zum Dual-Core-Vergnügen – Video-Encoding auf dem einen, Zocken auf dem anderen Prozessorkern – einlädt. Während die Front im unteren Preissegment klar zu verlaufen scheint, wurde der Kampf an vorderster Front mit dem heutigen Tag neu entfacht.
In der rechten Ecke, mit einem Kampfgewicht von 233,2 Millionen Transistoren und einer Größe von 199 mm² in 90 nm feinen Strukturen, der Weltmeister! Der unglaubliche AMD Athlon 64 FX-60! Er hat die Sommerpause genutzt um sich ein zweites Herz anzutrainieren und die Schlagrate von 2,4 GHz auf 2,6 GHz zu steigern. Die Strategie des Kaliforniers: Die Kombination aus starker Linken und durchschlagendem rechten Haken soll bei 2,6 GHz schon vorzeitig zum Sieg führen. Noch früher, als es beim 2,8 GHz starken, einseitigen Dampfhammer vor über einem halben Jahr der Fall war. Man fühlt sich bestens gerüstet für den heute Abend stattfindenden Rückkampf.
Doch auch die Herausforderer in der linken Ecke fühlen sich bestens gewappnet. Intel hat den Pentium Extreme Edition 840 aus dem Kader gestrichen und greift nun mit der Modellnummer „955“ an. Schlanker ist er geworden. Mit fortschrittlicher 65-nm-Fertigungstechnologie wurden die Beweglichkeit gesteigert und Leckströme nach eigenen Angaben gesenkt. Trotz der von 230 Mio. auf 376 Mio. Transistoren deutlich aufgebauten Muskelmasse konnte man mit 280 mm² Die-Fläche und Sockel 775 die Klasse problemlos halten. Die Schlagzahl wurde bei beiden Fäusten auf 3,46 GHz gesteigert.
Es verspricht also ein interessanter Kampf zu werden und wir sagen sogleich, Ring frei für Runde eins: „Technische Daten und Features“!
Aufgrund der Komplexität des Themas „Prozessoren“ ist es uns leider nicht möglich auf sämtliche Feinheiten wiederholt einzugehen. An dieser Stelle soll dabei auf interessante themenverwandte Veröffentlichungen hingewiesen werden.
Obwohl die Leistung der Prozessoren im Vordergrund steht, gilt es sich mit den Boliden aus dem Hause AMD und Intel vertraut zu machen. Wir haben uns dazu entschieden, die wichtigsten Informationen in einer tabellarischen Übersicht zu präsentieren.
| Merkmale | Pentium D 9xx, Pentium Extreme Edition 955 |
Pentium D 8xx, Pentium Extreme Edition 840 |
Pentium 4 6xx, Pentium 4 Extreme Edition 3,73 |
Athlon 64 X2 Athlon 64 FX-60 |
Athlon 64 Athlon 64 FX |
| Codename | Presler | Smithfield | Prescott 2M | Manchester (1 MB) Toledo (2 MB) |
Venice (512 kB) San Diego (1 MB) |
| Logo |
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| Taktrate oder Modellnummer (Takt in GHz) |
920 (2,8) 930 (3,0) 940 (3,2) 950 (3,4) EE955 (3,46) |
820 (2,8) 830 (3,0) 840 (3,2) EE840 (3,2) |
630 (3,0) 640 (3,2) 650 (3,4) 660 (3,6) 670 (3,8) EE 3733 MHz |
3800+ (2,0) 4200+ (2,2) 4400+ (2,2) 4600+ (2,4) 4800+ (2,4) FX-60 (2,6) |
3000+ (1,8) 3200+ (2,0) 3500+ (2,2) 3700+ (2,2) 3800+ (2,4) 4000+ (2,4) FX-55 (2,6) FX-57 (2,8) |
| Fertigung | 65 nm | 90 nm | 90 nm | 90 nm | 90 nm |
| Sockel | Sockel 775 | Sockel 775 | Sockel 775 | Sockel 939 | Sockel 939 |
| Dual-Core | √ | √ | X | √ | X |
| Multithreading | √ (Nur EE) | √ (Nur EE) | √ | X | X |
| Frontside-Bus | 800 MHz QDR 1066 MHz QDR |
800 MHz QDR | 800 MHz QDR 1066 MHz QDR |
entfällt | entfällt |
| Frontside-Bus-Last | 2 | 2 | 1 | entfällt | entfällt |
| Transistoren | 376 Mio. | 230 Mio. | 169 Mio. | 154 Mio. 233 Mio. |
68,5 Mio. 114 Mio. |
| Chipgröße | 162 mm² | 206 mm² | 135 mm² | 147 mm² 199 mm² |
83,5 mm² 115 mm² |
| L1-Execution-Cache | 2x12.000 µ-Ops | 2x12.000 µ-Ops | 12.000 µ-Ops | 2x64 kB | 64 kB |
| L1-Daten-Cache | 2x16 kB | 2x16 kB | 16 kB | 2x64 kB | 64 kB |
| L2-Cache | 2x2048 kB | 2x1024 kB | 2048kB | 2x512 kB 2x1024kB |
512kB 1024kB |
| L2-Anbindung | 256 Bit | 256 Bit | 256 Bit | 128 Bit | 128 Bit |
| L2-Modus | L1 inclusive | L1 inclusive | L1 inclusive | L1 exclusive | L1 exclusive |
| Cache insgesamt | 4096 kB | 2048 kB | 1024 kB | 1280 kB 2304 kB |
640 kB 1152 kB |
Der Blick auf die Tabelle macht eins ganz deutlich: der neue Athlon 64 FX-60 ist nichts anderes als ein höher getakteter Athlon 64 X2 mit Toledo-Kern. Entgegen der ursprünglichen Planung hat AMD also zwei 2,6 GHz schnellen Prozessorkernen den Vortritt gelassen und auf einen 3,0 GHz schnellen Einzelkern-Boliden verzichtet. Das hat Sinn, denn das Angebot an „Threaded“-Anwendungen, die in der Lange sind, mehr als einen Prozessor zu belasten, wächst stetig. Mit nur einem Kern ist im fortschreitenden Jahr 2006 mit all seinen Neuerungen im Multimedia-Bereich kein Blumentopf mehr zu gewinnen, wie wir im Verlauf des Artikels noch sehen werden.
Wie alle Prozessoren der Athlon 64 FX-Serie ist auch der FX-60 mit einem freien Multiplikator ausgerüstet. Werksseitig mag zwar 13 als Multiplikator eingestellt sein, aufgrund der 90-nm-Fertigungstechnologie und des bekannt moderaten Stromverbrauchs steht einem Takt von 2,8 (14x200) jedoch nichts im Wege. Anders als beim normalen Athlon 64 oder Athlon 64 X2 muss hier zum Übertakten nicht am Referenz-Takt gedreht werden.
Bei Intels neuem Pentium Extreme Edition 955 und der dazugehörigen Pentium-D-900-Mainstreamfamilie hat sich dagegen etwas mehr getan. Die unter dem Codenamen „Presler“ entwickelten Prozessoren sind die ersten, die in fortschrittlicher 65-nm-Fertigungstechnologie hergestellt wurden. Einmal mehr unterstreicht Intel damit seine Führungsrolle im Halbleiterbereich. AMD wird den Strukturwechsel erst in einem halben Jahr vollziehen. Entsprechende 65-nm-Produkte werden aus AMDs Halberleiterwerk Fab 36 in Dresden kommen. Intel dagegen kann mit D1D, Fab 12 und Fab 24 [7] (Umstellung Q1. 2006) auf drei 65-nm-300-mm-Fabs in Oregon, Arizona und Irland zurückgreifen, die die Massenproduktion bereits aufgenommen haben.
Auf eine wiederholte, ausführliche Abhandlung über Intels 65-nm-Fertigungsprozess P1264 möchten wir an dieser Stelle verzichten und verweisen auf einen älteren Artikel zum Thema [5]. Zusammenfassend sei gesagt, dass Intel mit P1264 die störenden Leckströme der 90-nm-Fertigung (P1262) reduziert und damit den im Vergleich zur Konkurrenz deutlich höheren Stromverbrauch reduziert haben will. Für Ultra-Low-Power-Produkte wie Prozessoren für Mobiltelefone oder PDAs in der Unter-1-Watt-Klasse ist mit P1265 ein weiterer 65-nm-Prozess in der Entwicklung [8].
Wie sein Vorgänger setzt auch der „Presler“ auf die vom Pentium 4 bekannte Netburst-Architektur mit all' ihren Vor- und Nachteilen. Allerdings ist er der Letzte seiner Art. Auf dem Entwicklerforum im August letzten Jahres hat Intel bereits seine neue, noch namenlose Prozessorarchitektur vorgestellt [9], die in der zweiten Jahreshälfte den Markennamen „Pentium“ ausradieren und als „Core Solo“ und „Core Duo“ auch im Desktop-Segment Einzug halten wird. Die ersten Vorboten sind ab sofort in Notebooks auf Basis der neuen Centrino-Plattform „Napa“ zu finden, der wir einen getrennten Artikel gewidmet haben [1]. Dort wird auch auf den Desktop-Vertreter „Conroe“ eingegangen.
Zu den Neuerungen des „Presler“ gehört ein auf insgesamt 4 MB verdoppelter L2-Cache, der die Transistoranzahl auf gigantische 384 Mio. anschwellen lässt. Außerdem wurden – zumindest für die Extreme Edition – der Frontside-Bus auf 1066 MHz beschleunigt und der Takt auf 3,46 GHz erhöht. Der Vorgänger musste sich mit 3,2 GHz und FSB800 begnügen. Ansonsten hat Intel die Dual-Core-Idee hinter dem „Smithfield“-Kern weiter ausgebaut: Bestand der Smithfield aus nichts anderem als zwei Pentium 4 (Prescott)-Kernen auf einem monolithischen Silizium-Chip, kommen beim Presler von vornherein zwei physisch getrennte 65-nm-Chips zum Einsatz. Die einzelnen Chips hören auf den Codenamen „Cedar Mill“ und kommen solo beim überarbeiteten Pentium 4 6x1 zum Einsatz. Intel ist damit in der Lage, die Ausbeute an Dual-Core-Prozessoren zu steigern.
Eine weitere Neuerung der Presler-Familie offenbart die nachfolgende Feature-Tabelle.
| Merkmale | Pentium D 9xx, Pentium Extreme Edition 955 |
Pentium D 8xx, Pentium Extreme Edition 840 |
Pentium 4 6xx, Pentium 4 Extreme Edition 3,73 |
Athlon 64 X2 Athlon 64 FX-60 |
Athlon 64 Athlon 64 FX |
| Logo |
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| Energiesparfunktion | Noch defekt | C1E, Enhanced SpeedStep (Nicht EE) |
C1E, Enhanced SpeedStep (Nicht EE) |
Cool'n'Quiet | Cool'n'Quiet |
| Date Execution Prevention (NX-Bit) |
√ | √ | √ | √ | √ |
| 64-Bit-Technologie | √ (EM64T) | √ (EM64T) | √ (EM64T) | √ (AMD64) | √ (AMD64) |
| Virtualisierungs- Technologie |
√ (Vanderpool) | X | √ (Vanderpool) Nur P4 672, 662 |
X | X |
| CPU-Architektur | 31-stufige Pipeline |
31-stufige Pipeline |
31-stufige Pipeline |
17-stufige (FPU) 12-stufige (ALU) Pipeline |
17-stufige (FPU) 12-stufige (ALU) Pipeline |
| Befehlssätze | MMX SSE SSE2 SSE3 |
MMX SSE SSE2 SSE3 |
MMX SSE SSE2 SSE3 |
MMX 3DNow! 3DNow!+ SSE SSE2 SSE3 |
MMX 3DNow! 3DNow!+ SSE SSE2 SSE3 |
Abgesehen von den im aktuellen B1-Stepping leider noch defekten Stromsparfunktionen Enhanced SpeedStep (EIST) und C1E [10] (Errata AA30), die erst mit der im nächsten Quartal erscheinenden neuen Revision oder einem Bios-Update tadellos funktionieren werden, bietet Intel mit den neuen Pentiums nun hardwareseitig unterstützte Systemvirtualisierung, wie sie von VMware, Xen oder Microsofts Virtual PC bislang vollständig in Software emuliert wurde. Intels Ansatz hört auf den Codenamen Vanderpool [11] und trägt die Marketingbezeichnung Intel Virtualisierungstechnologie [12]. AMD arbeitet unter dem Codenamen Pacifica an einer ähnlichen, jedoch nicht kompatiblen Technik. Sie wird in die zukünftige Prozessorgeneration mit neuem Sockel und DDR2-Speichersupport Einzug halten.
Die Zeiten, in denen ein Prozessor einzig und allein aufgrund seiner Leistung gekauft wurde, sind vorbei. Heute zählt neben der Performance oder dem Stromverbrauch auch das Gesamtpaket, das man nach der Grundsatzentscheidung „AMD oder Intel“ erhält. Gerade Intel hat sich hier viel Mühe gegeben, den Plattform-Gedanken zu stärken und die omnipräsenten Markennamen wie Centrino Mobiltechnologie oder – ganz neu – Viiv [13] zu stärken. Für uns als Tester bedeutet das in erster Linie eins: noch viel mehr Codenamen.
Centrino – bzw. jetzt neu Centrino Duo – ist zum Jahreswechsel in der dritten Generation an den Start gegangen. Innerhalb der neuesten Plattform gilt es vier Codenamen zu behalten: „Napa“, die Bezeichnung für die Plattform, „Yonah“ für den Prozessor, „Calistoga“ für den Chipsatz und „Golan“ für das verbesserte WLAN-Modul. Und der Gigabit-Ethernet-Controller von Napa hatte ebenso einen Codenamen wie es „Azalia“ gab, heute besser bekannt als HD Audio. Soviel zur Napa-Plattform, die in einem anderen Artikel näher betrachtet wird [1].
Intels Desktop-Plattformen des Jahres 2006 tragen die Codenamen „Anchor Creek“ und „Lyndon“ und werden im zweiten Quartal von „Bridge Creek“ und „Averill“ abgelöst. Die Codenamen Lyndon und Averill, die für die aktuelle und zukünftige Unternehmensplattform (SIPP, Stable Image Platform Program) mit integrierter Grafik (i945G) und Active Management stehen, kann man getrost wieder vergessen. Für uns interessant bleiben somit Anchor Creek und Bridge Creek.
Anchor Creek ist die aktuell im Handel erhältliche Plattform basierend auf der i945-Familie einschließlich des i955-Chipsatzes und kann damit als Grundlage für Produkte mit Viiv-Logo [14] gesehen werden. Anchor Creek unterstützt bereits die neu vorgestellten Pentium-D-Prozessoren mit dem in 65 nm gefertigten „Presler“-Kern, kann jedoch mit der neuen Extreme Edition 955 nichts anfangen, wie folgende Tabelle zeigt:
| Prozessor | ATi | Intel | nVidia | SiS | ULi | VIA |
| Logo |
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| Pentium XE 955 | ? | 975X | ? | ? | ? | ? |
| Pentium D 9xx | ? | i945-Familie i955X i975X |
? | ? | ? | ? |
| Pentium XE 840 | ? | i955X i975X |
nForce 4 SLI nForce 4 SLI x16 |
? | ? | ? |
| Pentium D 8xx | RS400 RD400 |
i945-Familie i955X i975X |
nForce 4 SLI nForce 4 SLI x16 (Ohne 820) |
SiS656FX SiS649FX SiS656 SiS649 |
? | ? |
| Pentium 4 Extreme Edition |
RS400 RD400 |
i925X/XE i945-Familie i955X i975X |
nForce 4 SLI nForce 4 SLI x16 |
SiS656FX SiS649FX |
? | PT880 Ultra PT894 PT894 Pro |
| Pentium 4 6xx/5xx | RS400 RD400 |
i915-Familie i925X/XE i945-Familie i955X i975X |
nForce 4 SLI nForce 4 SLI x16 |
SiS656FX SiS649FX SiS656 SiS649 |
M1685 | PT880 PT880 Ultra PT894 PT894 Pro |
| RS400 = Radeon Xpress 200 RD400 = Radeon Xpress 200 CrossFire | ||||||
Auch wenn es technisch nicht wirklich zu begründen ist, wird der in diesem Artikel vorgestellte Pentium Extreme Edition XE 955 ausschließlich auf dem eigens dafür aus der Taufe gehobenen i975X-Express-Chipsatz laufen. Die Unterschiede im Vergleich zum Vorgänger, dem i955X, beschränken sich auf die Möglichkeit, den x16-PCI-Express-Steckplatz in zwei x8-Lanes aufzuteilen, wie es für den Einsatz von zwei Grafikkarten von Vorteil ist. Intels Chipsätze (beginnend mit dem i955X) haben als erste Nicht-ATi-Chipsätze die Freigabe für CrossFire erhalten. Das Ganze funktioniert auch schon recht gut, wie wir jüngst demonstrieren konnten [15]. Auch nVidias SLI wäre rein technisch problemlos machbar. Allerdings sperrt sich der ForceWare-Treiber der Kalifornier bei allen Nicht-nForce-4-Chipsätzen sehr effektiv dagegen.
Ansonsten sieht es um die offizielle Unterstützung der neuen Intel-Prozessoren noch sehr mager aus. Theoretisch sollte nVidias nForce 4 mit „Presler“ umgehen können, allerdings fehlt uns hierzu die offizielle Bestätigung.
Übrigens: Keiner der in der obigen Tabelle aufgelisteten Chipsätze wird dem aktuellen Stand der Dinge nach die in der zweiten Jahreshälfte 2006 erscheinenden Prozessoren (Codename Conroe) mit Intels neuer Prozessorarchitektur [8] unterstützen. Erst die Bridge-Creek-Plattform mit dem Broadwater-Chipsatz [16] wird dies zur Jahresmitte ändern. Eine überarbeitete Version des i975X-Chipsatzes mit Conroe-Support wird ebenfalls erscheinen und dann unter der Bridge-Creek-Flagge über die Weltmeere segeln.
Im Lager von AMD ist es um das Angebot besser bestellt, wenngleich hier Prozessoren und Chipsatz nicht aus einer Hand kommen. Damit soll die Qualität der Prozessoren gewohnt hoch sein und beim Unterbau für eine größere Auswahl gesorgt werden, wie folgende Übersicht eindrucksvoll bestätigt:
| Prozessor | ATi | nVidia | SiS | ULi | VIA | |
| Logo |
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| Athlon 64 X2 Athlon 64 FX60 |
RS480 RD480 |
nForce 4-Familie nForce 400 |
SiS756 SiS761GL SiS761GX |
M1695 M1697 |
K8T890* K8M890 K8T900 | |
| Athlon 64 Athlon 64 FX |
RS480 RD480 |
nForce 4-Familie nForce 400 |
SiS755FX SiS756 SiS761GL SiS761GX |
M1695 M1697 |
K8T800 Pro K8T890 K8M890 K8T900 | |
| * Nur überarbeite Version des Chipsatzes | ||||||
| RS480 = Radeon Xpress 200 RD480 = Radeon Xpress 200 CrossFire | ||||||
Mit einer Ausnahme (nämlich den Produkten von VIA) sind alle im Handel erhältlichen Sockel-939-Mainboards bereits zur Vorstellung vor einem halben Jahr für die Dual-Core-Generation gerüstet gewesen. Hier hat AMD wirklich gute Arbeit geleistet. Ein simples Bios-Update genügte und einem Wechsel von Athlon 64 auf Athlon 64 X2 stand nichts im Wege.
Das ist auch beim neuen Athlon 64 FX-60 nicht anders. Bei unserer Testplatine, einem Asus A8N-SLI Premium, ist die CPU mit Bios-Version 1009 bereits lauffähig und wird mit Version 1010 Beta 1 auch korrekt als FX-60 erkannt. Stabilitätsprobleme waren nicht festzustellen.
Performance ist nicht alles, wie Halbleiterriese Intel mit der Vorstellung des in 90 nm gefertigten Pentium 4 [17] „eindrucksvoll“ unter Beweis stellte. Der Prozessor machte gar solche Probleme, dass zwar ein 3,4 GHz schnelles Modell vorgestellt wurde, zum Testen jedoch nur die etwas sparsamere 3,2-GHz-Variante zur Verfügung stand. Vorbei waren die Zeiten eines schnellen und „stromsparenden“ Desktop-Prozessors aus dem Hause Intel.
Zum Einstieg in die Thematik „Stromverbrauch“sollen uns die offiziellen Angaben der Hersteller dienen. Dabei ist zu beachten, dass Intel und AMD diese Zahlen auf unterschiedlichem Wege ermitteln. AMD gibt den maximalen Verbrauch an. Intel dagegen nennt Zahlen der „Thermal Design Power“, also die Leistung, die eine Kühllösung in gewöhnlichen Anwendungsszenarien zu bändigen hat. Der tatsächliche Maximalverbrauch kann höher liegen.
Thermal Design Power (Herstellerangabe)
Angaben in Watt (W)
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Trotz der verfeinerten Strukturen bleibt die Thermal Design Power des Pentium XE 955 mit 130 Watt unverändert auf Niveau des Pentium XE 840. Dabei wurde das Spannungsfenster der Modelle von 1,25 V - 1,388 V auf 1,200 V - 1,3375 V herabgesenkt. Die Spannung ist von besonderer Bedeutung, da sie quadratisch in den Verbrauch (P = f*C*U²) eingeht. Auch bei AMD gibt es keine Überraschungen. Mit 110 Watt hält man die Klasse der schnellsten Athlon 64 X2. Allerdings wurde auch hier an der Betriebsspannung gedreht. Sie wurde von 1,35 V - 1,40 V (X2 4800+) auf 1,30 V - 1,35 V (FX-60) herabgesenkt.
So viel zu den theoretischen Werten des jeweiligen Herstellers. Nun folgen unsere Messungen mit einem handelsüblichen Voltcraft-Energy-Check-3000-Messgerät. Bei keinem der Prozessoren wurden besondere Einstellungen vorgenommen. Das Windows-XP-Powermanagement wurde auf das Profil „Desktop“ eingestellt. AMDs Cool'n'Quiet war damit nicht aktiv, da hierfür das Profil „Minimaler Energieverbrauch“ geladen werden müsste. Tests mit aktiviertem Cool'n'Quiet haben jedoch gezeigt, dass hierdurch der Stromverbrauch im Idle-Zustand um weitere 10 Watt gesenkt werden kann.
Intels Stromsparfunktion C1E (nicht jedoch Enhanced Speedstep, EIST) war aktiv, da sie Betriebssystemtransparent arbeitet, indem der Prozessortakt automatisch auf bis zu 2,8 GHz abgesenkt wird. Dies trifft in unserem Fall aber nur auf den Pentium 4 670 zu. Die Extreme Edition 840 bietet kein C1E oder EIST und beim neuen XE 955 ist dieses Feature aufgrund eines Defekts vorerst deaktiviert.
Stromverbrauch: Windows Desktop (Idle)
Angaben in Watt (W)
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Stromverbrauch: Volllast (PCMark05)
Angaben in Watt (W)
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Vorab sei gesagt, dass vor allem die Messungen im Windows Desktop mit gehörigen Schwankungen (stellenweise +/- 10 Watt) verbunden waren und wir uns für einen typischen Wert entschieden haben. Unter Volllast wurde dagegen die Peak-Leistung gewertet. Gemessen wurde der Verbrauch des gesamten Systems.
Kurz und knapp: AMD schneidet gewohnt gut ab und kann mit aktivem Cool'n'Quiet noch stärker zum Stromsparen beitragen. Intels neuer Pentium XE 955 kann nicht wirklich überzeugen. Der Verbrauch ohne Belastung ist aufgrund des erwähnten Defekts zu hoch. Unter Volllast ist eine erste Entwicklung hin zum Positiven zu erkennen, aber AMD scheint weit enteilt. Dieses Bild wird sich wohl erst mit der neuen Prozessorarchitektur ändern.
Auch die Temperaturen waren bei Intel alles andere als erfreulich. Mit Boxed-Lüfter mussten wir uns im Bios mit erschreckenden 70 °C plagen, während der Athlon 64 FX-60 mit ca. 40 °C überzeugte.
Wir haben es in diesem Test mit den Spitzenvertretern beider Prozessorschmieden zu tun. Mit dem hohen Preis erkauft man sich einen ganz besonderen Bonus: die freie Wahl des Multiplikators. Beim Intel Pentium XE 955 darf zwischen 12 und 60 frei gewählt werden. Beim FX-60 geht die Liste bis 25 (einschließlich halber Multiplikatoren). Unsere Erwartungen waren entsprechend groß.
Intels neues Silizum erweist sich als sehr taktfreudig. Mit Luftkühlung konnten wir die 4,533 GHz problemlos erreichen. Allerdings war der Hitzkopf unter Last beinahe die ganze Zeit am „throtteln“, legte also interne Taktpausen ein, um nicht den Hitzetod zu sterben. Mit ausreichender Kühlung (z.B. Wasser) ist hier viel Potential vorhanden. Mit handelsüblicher Luftkühlung mussten wir uns trotz mehrmaliger Versuche mit stabilen 3,73 GHz (ohne Temperaturprobleme) zufrieden geben. Die Betriebsspannung (1,3500 V, da Engeneering Sample) musste während des Tests nicht angehoben werden.
Bei AMD hatten wir da schon größere Probleme. Wirklich stabil wollte der FX-60 mit 3,0 GHz nicht laufen. Mehr als einen Screenshot von Windows können wir daher trotz der auf 1,4625 Volt gesteigerten Betriebsspannung nicht präsentieren. Die 2,8 GHz waren dagegen mit Standardspannung problemlos möglich, so dass der Takt des einzelligen Athlon 64 FX-57 erreicht wurde. Mit aufwendiger Kühlung ist auch hier mehr drin.
Overclocking: Last (PCMark05)
Angaben in Punkten
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Overclocking: Stromverbrauch
Angaben in Watt (W)
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Die Ergebnisse sprechen für sich. Aufgrund vergleichsweise geringen Takterhöhungen war jedoch auch nicht mit großen Sprüngen zu rechnen.
Um einen möglichst fairen Vergleich zwischen den Kontrahenten zu ermöglichen, wurden sämtliche Tests in einem geschlossenen Midi-Tower mit vollständiger Lüfterbestückung (zwei rückseitig saugend, einer beim Festplattenkäfig seitlich blasend) durchgeführt, um so auch auf thermisch Probleme bei den Boliden aufmerksam zu werden.
Da bis auf Intels neue Mobil-Prozessoren „Core Duo“ und „Core Solo“ alle Neuvorstellung von nun an mit 64-Bit-Support ausgestattet sein werden, haben wir uns dazu entschlossen, sämtliche Messungen auf Microsofts Windows XP Professional x64 durchzuführen, um auch hier Vor- und Nachteile der Implementierung aufdecken zu können. Alles in Allem hielten sich die Probleme in Grenzen. Nur Aquamark 3 verweigerte die Zusammenarbeit gänzlich und der PCMark05 störte sich an der 64-Bit-Version des Windows Media Encoder 9. Hier darf ausschließlich die 32-Bit-Version installiert werden. Weitere Einzelheiten folgen im Abschnitt „Benchmarks“.
Sämtliche Benchmarks wurden in einer Auflösung von 1280x1024 bei 75 Hz durchgeführt. Bei allen Spielen wurde außerdem 2xFSAA und 8xAF im Treiber aktiviert.
Futuremark PCMark05
Angaben in Punkten
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Futuremark PCMark05 Prozessor
Angaben in Punkten
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Futuremark PCMark05 Speicher
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Der Athlon 64 X2 4600+ mit E4-Stepping wollte diesen Test nicht mit schneller 1T-Command-Rate bestehen. Aus diesem Grund wurde ausschließlich für den Speichertest von PCMark05 auf 2T umgeschaltet.
Futuremark PCMark05 Grafik
Angaben in Punkten
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Bei SYSmark 2004 SE handelt es sich um eine Benchmark-Suite, die aus diversen Einzelanwendungen besteht, die zu zwei Obergruppen zusammengefasst wurden:
Internet Content Creation (ICC)
Office Productivity (OP)
Das Ergebnis des Internet Content Creation und Office Productivity beruht wiederum aus den unter drei verschiedenen Prämissen zusammengefassten Einzeltests:
Internet Content Creation (ICC)
Office Productivity (OP)
Das SYSmark2004-Gesamtergebnis ist jeweils der gerundete Durchschnitt der Einzelergebnisse. Als Basis-System dient ein 2,0-GHz-Intel-Pentium-4 mit Intel-i845-Chipsatz, 512 MB DDR266-Speicher (CL 2.5), Creative Labs SoundBlaster Audigy PCI, ATi-Radeon-9700-Pro-Grafikkarte mit 64 MB und einer 80-GB-IBM-Festplatte. Dieses System erreicht eine Wertung von 100 Punkten. Erreicht ein Computer 200 Punkte im SYSmark2004, so ist dieser doppelt so schnell wie das Basis-System.
Bapco Sysmark 2004 SE - Gesamt
Angaben in Punkten
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Bapco Sysmark 2004 SE - ICC
Angaben in Punkten
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Bapco Sysmark 2004 SE - 3DC
Angaben in Punkten
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Bapco Sysmark 2004 SE - 2DC
Angaben in Punkten
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Bapco Sysmark 2004 SE - WP
Angaben in Punkten
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Bapco Sysmark 2004 SE - OP
Angaben in Punkten
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Bapco Sysmark 2004 SE - C
Angaben in Punkten
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Bapco Sysmark 2004 SE - DC
Angaben in Punkten
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Bapco Sysmark 2004 SE - DA
Angaben in Punkten
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Photoshop CS2
Angaben in Sekunden
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7-Zip (32-Bit)
Angaben in Minuten, Sekunden
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7-Zip (64-Bit)
Angaben in Minuten, Sekunden
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WinRAR 3.51
Angaben in Minuten, Sekunden
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Maxon Cinebench 2003 (32-Bit)
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Maxon Cinebench 2003 (64-Bit)
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Newtek Lightwave 8.5 (32-Bit)
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