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29. Oktober 2007

Test: Intel Core 2 Extreme QX9650 (26/27)

Mit Penryn auf und davon?
Autoren: Volker Rißka, Simon Knappe und Thomas Hübner

Preise und Zukunft

Kommen wir nun zu einer der interessantesten Fragen dieses Artikel: „Was kostet der Spaß?“ Bei den Preisen hält sich Intel an das gewohnte Schema. Das absolute High-End- und in diesem Artikel vorgestellte Modell QX9650 mit 3,00 GHz kostet ab dem 12. November 2007 wie die vorangegangenen Extreme-Editions satte 999 US-Dollar bei einer Abnahme von 1.000 Stück. Dahinter reihen sich die weiteren Vier-Kern-Prozessoren von 530 bis hinunter zu 266 US-Dollar im Januar des kommenden Jahres ein. Die Zwei-Kern-Modelle staffeln sich von 163 bis 266 US-Dollar. Damit kostet der schnellste Zwei-Kern-Prozessor soviel wie der schwächste Vier-Kerner; Das ist aber auch schon bei der aktuellen Generation zwischen dem Q6600 und dem E6850 der Fall. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Mobile-Prozessoren, allerdings kostet hier die Extreme Edition lediglich 851 US-Dollar und die Staffelung der kleinen Prozessoren ist mit 209, 241, 316 und 530 US-Dollar leicht differenziert gegenüber der Desktop-Serie.

Im ersten Quartal 2008 überrascht Intel zudem mit zwei neuen Extreme-Editions, welche erstmals über einen Frontside-Bus von 1.600 MHz verfügen werden. Neben einer Version für Ein-Sockel-Systeme (QX9770) plant Intel auch eine Variante für Zwei-Sockel-Systeme (QX9775), welche zusammen mit dem Intel 5400 Server-/Workstation-Chipsatz (Codename: „Seaburg“) unter dem Namen der „Skulltrail“-Plattform inklusive Nvidias SLI- und AMDs CrossFire-Unterstützung vermarktet werden soll. Gegenüber der normalen Extreme Edition ist der QX9775 mit fast 1.500 US-Dollar nochmal ein gutes Stück teurer. Ein komplettes System, bestehend aus zwei CPUs, vier Gigabyte oder mehr Fully-Buffered Arbeitsspeicher (FB-DIMM) und zwei High-End-Grafikkarten erreicht so spielend einen Preis jenseits der 5.000-Euro-Marke.

Preise Intel Prozessoren
ModellTaktFSBL2-CacheSockelOkt.11. NovJan.08Q1/08
Desktop Intel Core 2 Extreme QX9xxx/QX6xxx
C2E QX97753,20 GHz1600 MHz12 MBLGA771 (DP)---$1.499
C2E QX97703,20 GHz1600 MHz12 MBLGA775---$1.399
C2E QX96503,00 GHz1333 MHz12 MBLGA775-$999--
C2E QX68503,00 GHz1333 MHz8 MBLGA775$999---
C2E QX68002,93 GHz1066 MHz8 MBLGA775$999---
Desktop Intel Core 2 Quad Q9xxx/Q6x00
C2Q Q95502,83 GHz1333 MHz12 MBLGA775--$530-
C2Q Q94502,66 GHz1333 MHz12 MBLGA775--$316-
C2Q Q93002,50 GHz1333 MHz6 MBLGA775--$266-
C2Q Q67002,66 GHz1066 MHz8 MBLGA775$530---
C2Q Q66002,40 GHz1066 MHz8 MBLGA775$266---
Desktop Intel Core 2 Duo E8xxx/E6xxx
C2D E85003,16 GHz1333 MHz6 MBLGA775--$266-
C2D E84003,00 GHz1333 MHz6 MBLGA775--$183-
C2D E82002,66 GHz1333 MHz6 MBLGA775--$163-
C2D E68503,00 GHz1333 MHz4 MBLGA775$266---
C2D E67502,66 GHz1333 MHz4 MBLGA775$183---
C2D E65502,33 GHz1333 MHz4 MBLGA775$163---
C2D E65402,33 GHz1333 MHz4 MBLGA775$163---
C2D E67002,66 GHz1066 MHz4 MBLGA775$316---
C2D E66002,40 GHz1066 MHz4 MBLGA775$224---
C2D E64202,13 GHz1066 MHz4 MBLGA775$183---
C2D E64002,13 GHz1066 MHz2 MBLGA775$183---
C2D E63201,86 GHz1066 MHz4 MBLGA775$163---
C2D E63001,86 GHz1066 MHz2 MBLGA775$163---
Mobile Intel Core 2 Extreme X9x00/X7x00
C2E X90002,80 GHz800 MHz6 MBSockel P--$851-
C2E X79002,80 GHz800 MHz4 MBSockel P$851---
Mobile Intel Core 2 Duo T9x00/T8x00/T7xxx
C2D T95002,60 GHz800 MHz6 MBSockel P--$530-
C2D T93002,50 GHz800 MHz6 MBSockel P--$316-
C2D T83002,40 GHz800 MHz3 MBSockel P--$241-
C2D T81002,10 GHz800 MHz3 MBSockel P--$209-
C2D T78002,60 GHz800 MHz4 MBSockel P$530---
C2D T77002,40 GHz800 MHz4 MBSockel P$316---
C2D T75002,20 GHz800 MHz4 MBSockel P$241---
C2D T72502,00 GHz800 MHz2 MBSockel P$209---

Wirft man einen Blick auf die Roadmaps, kann einem tatsächlich Angst und Bange werden und es wird klar, dass Intel mit aller Macht versuchen will, ein erneutes Hintertreffen gegenüber der Konkurrenz in Form von AMD zu vermeiden. Bereits im zweiten Quartal 2008 steht das nächste Update für die Intel Desktop-Plattform an. Zusammen mit der neuen Chipsatzfamilie unter dem Codenamen „Eaglelake“ bekommt der mittlerweile doch recht betagte Frontside-Bus ein (vermutlich letztes) Update auf eine effektive Taktfrequenz von 1.600 MHz. Neben der Unterstützung des schnelleren Frontside-Bus bringt die „Eaglelake“-Familie auch eine neue Southbridge (I/O Controller Hub – kurz ICH10) sowie eine neue integrierte Grafikeinheit GMA (X)4500 mit. Zu den Keyfeatures des neuen Graphics Media Accelerators (GMA) X4500 gehören unter anderem eine volle Unterstützung der DirectX-10-Schnittstelle, eine verbesserte Beschleunigung bei der Ausgabe von HD-Inhalten (Blu-ray-, HD-DVD-Playback) und die native Unterstützung von HDMI und HDCP. Ursprünglich schien D3D10 dank der Unified Shader Architektur des GMA X3000 schon für den Broadwater-G (G965) Chipsatz vorgesehen zu sein. Zumindest für die aktuelle GMA X3500 des G35 soll im ersten Quartal 2008 ein neuer Treiber mit DirectX-10-Unterstützung folgen.

Wie schon bei der aktuellen Generation trennt Intel die einzelnen Chipsätze in ihr jeweiliges Marktsegment auf. Während der X48 mit Support für XMP (Xtreme Memory Profiles) DDR3-1600 und zahlreichen Auto-Overclocking-Features als Nachfolger des X38 auf das absolute High-End-Segment abzielt, decken der P45, G45 und Q45 die übrigen Marktsegmente ab und lösen die aktuellen Chipsätze P35, G35 und Q35 inklusive Value-Derivate in ihrer bestehenden Form ab.

Ende 2008 findet mit der „Nehalem“-Prozessorgeneration eine der wohl größten Architekturänderungen in den vergangenen Jahren bei Intel statt. Ähnlich wie bei AMD seit dem K8 praktiziert, wandert der Speichercontroller aus dem Chipsatz direkt in die CPU und auch der Frontside-Bus hat ausgedient. Stattdessen werden Chipsatz und Prozessor über ein auf den Namen „QuickPath“ getauftes serielles Interface verbunden. Aufmerksamen Lesern wird der Name „Nehalem“ durchaus bekannt vorkommen. Bereits im Jahre 2003 machte er von sich reden, sollte er doch erstmal die 10 GHz Marke knacken. Nachdem Intel jedoch mit dem Prescott-Debakel erkennen musste, dass nur über die Taktrate kein Weg zum Erfolg führte und auch der Prescott-Nachfolger „Tejas“ kurzerhand eingestampft wurde, verschwand der Name Nehalem wieder von den Roadmaps, um einige Jahre später unter einem anderen Gesicht wieder aufzutauchen.

Anders als bei den aktuellen Vier-Kern-Prozessoren, welche technisch gesehen mehr oder weniger nur zwei Zwei-Kern-Prozessoren als MCM auf einem Package zusammengeschaltet sind, verbirgt sich hinter Nehalem ein natives Vier-Kern-Design, welches zudem auch beliebig skaliert werden kann. Neben der Anzahl an Prozessor-Kernen, kann auch die Anzahl an QuickPath-Links und Speicherkanälen variiert werden. Das Topmodell „Bloomsfield“ startet beispielsweise mit einer Konfiguration bestehend aus vier Prozessorkernen, einem Quickpath-Link und insgesamt drei DDR3-1600 Speicher-Kanälen (Triple-Channel) zusammen mit dem Tylersburg-DT Chipsatz. Mit der neuen Generation wird zudem ein neuer Sockel eingeführt. Der Sockel LGA-1366 – auch bekannt als Sockel B – verdoppelt beinahe die Anzahl an Pins, was angesichts des integrierten Triple-Channel-Speichercontrollers auch kaum verwunderlich sein dürfte. Ebenfalls mit an Bord ist die bereits von der „Netburst“-Generation bekannte HyperThreading-Funktion, die es den Nehalem-Prozessoren erlaubt, pro Kern zwei Threads parallel zu verarbeiten sowie insgesamt sieben neue Befehle der Streaming SIMD Extensions 4.2. Neu ist hingegen die Multi-Level-Shared-Cache-Technologie, die den einzelnen Prozessor-Kerne den gemeinsamen Zugriff auch über mehrere Cache-Level ermöglicht, ohne über langsamere Zugriffe auf den Arbeitsspeicher zu gehen. Dank der deutlich besseren Skalierung durch die QuickPath-Technologie und den integrierten Speichercontroller sieht Intel für die Xeon-MP-Plattform auf Basis der Nehalem-Architektur sogar Systeme mit insgesamt acht Sockeln, 64 Kernen und dementsprechend 128 Threads vor.