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Test: Asus S-presso S1-P111 Deluxe

von Frank Hüber

Einleitung

Schon seit geraumer Zeit versucht der PC in das Wohnzimmer vorzudringen, um dort als multimediales System Fuß zu fassen. Nicht erst seitdem erste Barebones mit dem Pentium M auf dem Markt sind, gibt es durchaus interessante Lösungen, die dieses Ziel weiter vorantreiben. Oftmals werden die Benutzer jedoch entweder durch eine zu große Geräuschkulisse davon abgeschreckt, den PC auch in das Wohnzimmer vordringen zu lassen, oder aber die Multimedia-Eigenschaften des Systems bieten eben doch nicht all das, was immer versprochen wird.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - geöffnete Front
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - geöffnete Front

Asus wagt sich mit dem S-presso S1-P111 Deluxe in eben diese Region vor und möchte dabei neben guter Rechenleistung vor allem durch Multimedia-Entertainment auf sich aufmerksam machen. Da es im Wohnzimmer nicht immer der neuesten Technik bedarf und es bei einem Multimedia-Barebone in erster Linie nicht um pure Rechenkraft unter Spielen geht, beruft man sich bei Asus deshalb auf eine ausgereifte Plattform auf Basis des Intel 865G, der den großen Vorteil mit sich bringt, dass auf eine zusätzliche, laute, aktiv gekühlte Grafikkarte verzichtet werden kann. Dementsprechend kommt der Sockel 478 zum Einsatz und nicht Intels neue Prozessor-Generation auf Basis des Sockel 775. Auf Features wie PCI Express muss deshalb zwar verzichtet werden, unserer Meinung nach bricht sich Asus damit jedoch keinen Zacken aus der Krone, da das Barebone vornehmlich für den Einsatz im Wohnzimmer konzipiert wurde.

Asus bewirbt das S-presso mit folgendem Slogan:

Wie der Name schon sagt: Genauso wie eine gute Tasse Espresso
ist diese brandneue Barebone-Lösung; kompakt, klein und sehr geschmackvoll.

Ob und welche Steine den Weg in das Wohnzimmer zur richtigen Tasse Espresso versperren, gilt es somit in diesem Artikel herauszufinden.

Bestandsaufnahme

Lieferumfang

Neben dem reinen Barebone befindet sich natürlich noch einiges anderes in der Verpackung des S-presso S1-P111 Deluxe. Neben Kabeln, CDs und Handbüchern liefert Asus dem Kunden zudem eine Fernbedienung mit, um die Multimedia-Funktionen direkt nutzen zu können.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Lieferumfang
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Lieferumfang

Den obligatorischen Heatpipe-Kühler und das Netzteil des S-presso, dessen Leistung Asus mit 220 Watt angibt, haben wir an dieser Stelle nicht aufgeführt. Als Mainboard setzt Asus das P4P8T ein, das auch schon beim T2-P zum Einsatz kommt. Als unterstützte Betriebssysteme gibt Asus lediglich Windows 2000 und Windows XP an, weshalb wir es uns nicht nehmen lassen werden, das System auch mal mit Linux zu beglücken.

Die Handbücher sind zwar ausführlich und erklären sowohl den Aufbau des Systems als auch dessen Zusammenbau ausführlich, leider jedoch wieder einmal lediglich in englischer Sprache. Dass es auch anders geht, zeigte bereits die Konkurrenz [1].

Features

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Seitenansicht
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Seitenansicht
Features Asus S-presso S1-P111 Deluxe
Feature Ausprägung
Ausmaße (BxHxT) 243x181x330 mm
Chipsatz Intel 865G + ICH5
Speicherslots 2x DDR(1)
Speichertakt 266/333/400 MHz
Speicher (max.) 2 GB
CPU-Sockel Sockel 478
CPU-FSB 400/533/800
OnBoard-Grafik Intel 865G
Erweiterungsslots 1x AGP 8x
1x PCI
OnBoard-Audio AC97 5.1 CH
Audio-Anschlüsse Line-In (Central/Subwoofer out)
Line-Out (Front-Out L/R)
Mic-In (Surround-Out L/R)
Front Mic-In
Front Headphones-Out
S/PDIF-Out
LAN(RJ-45) 10/100
ATA 2x ATA100
SATA 2x SATA150
USB 2.0 4x Rear
2x Front
IEEE 1394 optional über PCI-Karte
sonst. Anschlüsse VGA-Out (analog)
PS2-Keyboard-Port
PS2-Mouse-Port
Parallel-Port
Laufwerkschächte 1x 5,25"
1x 3,5"
Netzteil 220 Watt, PFC
Sonstiges Instant-On
LED Touch Panel
Fernbedienung
TV-Karte
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Rückseite
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Rückseite

Gehäuse und Display

Das Gehäuse des S-presso S1-P111 Deluxe kommt leider nicht in edlem Aluminium daher, sondern ist aus blauem Plastik gefertigt. Auch mit den Maßen von 243 x 181 x 330 mm (Breite x Höhe x Tiefe) geht Asus recht eigene Wege, da gerade die Breite im Vergleich zur Konkurrenz fast schon unangenehm groß ausfällt. Auch der Tragegriff, der zwar sowohl zum Transport als auch beim Öffnen des Systems sehr hilfreich ist, mag nicht jedermanns Geschmack sein. Am Design des S-presso scheiden sich demnach einmal mehr die Geister, zumindest der Autor behält sich das Recht zu sagen, dass ein aus Aluminium gefertigtes Barebone ohne Tragegriff seinen Geschmack eher trifft, auch wenn die Optik des S-presso keinen billigen Eindruck hinterlässt. In der Redaktion kamen zudem schnell Bezeichnungen wie "Mikrowelle" oder "Mini-Backofen" auf, die in diesem Fall ausnahmsweise keinen Bezug zu dem von uns verwendeten Prozessor hatten.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Seitenansicht
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Seitenansicht

Die Front des S-presso wirkt hingegen recht angenehm. Komplett in schwarz und sämtliche Steckplätze und Laufwerke abdeckend, erfüllt sie ihren Zweck sehr gut. Sofort ins Auge springt dabei natürlich das LED Touch Panel, mit dem Asus die Steuerung der Instant On-Features zulässt, auf die wir im weiteren Verlauf des Reviews noch genauer eingehen möchten. Neben einer elfstelligen LED-Anzeige, die den Status des Systems oder der abgespielten Lieder oder Videos anzeigt, verfügt es zudem über Temperaturanzeigen für das Gehäuse und den Prozessor. Genaue Werte lassen sich unter Windows mit einem kleinen Programm namens Asus Front Panel Display jedoch auch über das LED-Display anzeigen, so dass man nicht nur auf die Balkendiagramme angewiesen ist, die je nach Temperatur lediglich eine Kategorisierung in grün, gelb, orange, rot zulassen. Neben der Temperatur kann man mit diesem Programm auch die Lüfterdrehzahlen und die Spannungen des Systems auf dem Display wiedergeben. Hierbei muss jedoch bemängelt werden, dass für diese Anzeige lediglich die ersten vier Stellen des Displays genutzt werden, da nur diese Schrift anzeigen können. Es dürfte jedoch kein Problem sein, auf den ersten vier Stellen die Schrift durchlaufen zu lassen und die restlichen Stellen für die Anzeige der Werte zu nutzen. So könnten die Werte deutlich länger und besser ablesbar sein. Hier ist jedoch noch Hoffnung angebracht, dass Asus Änderungen an der Anzeige vornimmt, da diese Funktion erst neu implementiert wurde.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Display - DVD
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Display - DVD
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Display - Musikwiedergabe
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Display - Musikwiedergabe

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Display - Radio-Wiedergabe
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Display - Radio-Wiedergabe
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - LED-Display im Standby
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - LED-Display im Standby

Eine runde Anzeige auf der Front des S-pressos gibt außerdem Aufschluss über die eingestellte Lautstärke. Spezielle Symbole über dem LED-Display verraten dem Benutzer des Weiteren in welchem Modus er sich gerade befindet. Zur Auswahl stehen dabei TV, VCD, DVD, Photo, Music, MP3, FM. Das Display ist derzeit aber leider weder im Instant On-Betrieb noch unter Windows in der Lage genauere Informationen zu den abgespielten Titeln oder dem Fernsehprogramm anzuzeigen. Bei Musikstücken wird so lediglich die Nummer des Tracks und beim Fernsehsender lediglich dessen Sendernummer angezeigt. Wünschenswert wäre es natürlich, hier auch den Titel des Musikstückes zu sehen oder aber den Sendernamen des Fernsehprogrammes. Eventuell kann Asus hier in Zukunft mit neuerer Software noch nachbessern, genug Raum dafür besteht.

Ist das System ausgeschaltet, wird auf dem Front-Display das Datum und die Uhrzeit angezeigt. Wird das System kurzfristig vom Strom getrennt, wird jedoch auch das Datum zurückgesetzt, so dass es erst nach dem nächsten Hochfahren wieder korrekt angezeigt wird. Erst dann wird demnach die Zeitangabe erneut aus dem Bios ausgelesen bzw. an das Display übertragen.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - LED-Display bei abgenommener Frontblende
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - LED-Display bei abgenommener Frontblende

Die Knöpfe des Displays, die eigentlich gar keine sind, müssen übrigens gar nicht berührt werden, damit sie ihren Zweck erfüllen. Lediglich bei dem Power-Knopf des Systems handelt es sich um einen richtigen Druckknopf. Hinter den anderen Knöpfen verbergen sich lediglich Federn, welche die elektrostatische Aufladung des Menschen weiterleiten und so die jeweilige Funktion auslösen. Dies hat zwar den netten Effekt, dass die Knöpfe nicht verschleißen können und zudem die glatte Front des S-presso nicht unterbrochen wird, allerdings kann es auch schon mal zu ungewollten Systemstarts kommen, wenn man etwas zu dicht an der Front vorbeistreicht oder diese beispielsweise von Staub befreien möchte.

Gehäuse und Display (Fortsetzung)

Hinter der linken Klappe der Front verbirgt sich der 7in1-Kartenleser, der SD, SM, MMC, CF-Cards sowie Memory/Memory Pro Sticks aufnehmen kann. Eine kleine LED zeigt an, ob derzeit auf eine Karte gelesen oder geschrieben wird. Die obere Klappe geht automatisch auf, sobald das CD-ROM-Laufwerk über einen kleinen Knopf oder über das Betriebssystem herausgefahren wird. Hierbei fiel uns auf, dass der kleine Knopf zum Öffnen und Schließen des Laufwerkes bei geöffneter Frontklappe recht schwer zu erreichen ist. Die untere Klappe verbirgt die Front-Anschlüsse. Zwei USB 2.0-Ports, ein Mikrophon-Eingang sowie ein Kopfhörer-Ausgang warten hier auf den Benutzer. Die Qualität des Kopfhörer-Ausgangs muss jedoch bemängelt werden, da hier ein deutliches Rauschen vernommen werden kann. Somit ist selbst der Anschluss von Kopfhörern lediglich über die rückseitigen Anschlüsse zu empfehlen.

Des Weiteren verbergen sich hinter der unteren Klappe ein 4- und ein 6-poliger FireWire-Port, die im Auslieferungszustand des S-presso jedoch zugeklebt sind und sich auch nicht nutzen lassen, da sie intern nicht angeschlossen sind. Sie stellen demnach lediglich eine Option für den Benutzer dar, der über eine PCI-Steckkarte FireWire nachrüsten und dann über die hinter der Folie verborgenen Anschlüsse an die Front bringen möchte. Die Anschlüsse hierfür sind somit lediglich mechanisch vorhanden, werden von Asus selbst jedoch noch nicht beschaltet, da das Mainboard keinen FireWire-Controller besitzt. Wir mussten leider feststellen, dass Kollegen von uns dies übersehen haben und dem S-presso funktionsfähige FireWire-Ports bescheinigen, über die es aber leider nicht verfügt, weshalb wir dies noch einmal ausdrücklich hervorheben möchten.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Gehäuselüfter an der Rückseite des Barebones
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Gehäuselüfter an der Rückseite des Barebones
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Innenleben
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Innenleben
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - USB2.0- und Audio-Frontmodul
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - USB2.0- und Audio-Frontmodul

Sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite verfügt das S-presso über Lüftungsschlitze. Während sich auf der rechten Seite der CPU-Lüfter direkt hinter der Öffnung verbirgt, um frische Luft anzusaugen, sind auf der linken Seite hinter der Öffnung die Steckkarten verborgen, so dass kein direkter Luftstrom von rechts nach links möglich ist, sofern eine Steckkarte im System Verwendung findet. Die Abwärme wird in diesem Falle komplett über die Rückwand abgeführt. Hierfür ist nicht nur das Netzteil, sondern auch zwei 60 x 60 mm große Gehäuselüfter zuständig, die das System auch bei einem 3,4 GHz schnellen Prescott noch auf Temperatur halten sollen.

Auch wenn das Netzteil auf den ersten Blick den Eindruck erwecken könnte, als würde es komplett passiv gekühlt, zeigt sich bei der Demontage des Systems, dass Asus den Lüfter lediglich an die Unterseite des Netzteils gesetzt hat, wie man es auch von ATX-Netzteilen kennt. Das Netzteil des S-presso wird somit keineswegs komplett passiv gekühlt, wie einige Kollegen von uns bei sich berichteten. Der Lüfter saugt direkt die Wärme des CPU-Kühlers ab und befördert sie durch das Netzteil nach draußen. Im Gegensatz zu den Gehäuselüftern verrichtet dieser seine Arbeit äußerst leise. Die Gehäuselüfter sind hingegen bei entsprechender Abwärme deutlich wahrnehmbar, doch darauf werden wir später noch genauer eingehen.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Montierter CPU-Kühler
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Montierter CPU-Kühler
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Unterseite des ausgebauten Netzteils
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Unterseite des ausgebauten Netzteils
CPU-Kühler - Unterseite
CPU-Kühler - Unterseite

An der Gehäuserückseite trifft der geschulte Blick auf vier weitere USB 2.0-Ports, Buchsen für PS/2-Maus und -Keyboard, einen analogen Monitorausgang, einen seriellen und einen parallelen Port, einen optischen Digitalausgang, den Netzwerkanschluss und drei weitere Soundbuchsen. Das Netzteil kann komplett vom Netz getrennt werden und bietet Betriebsmodi für 115 und 230 V.

Für einen sicheren Stand sorgen Gummistreifen an der Unterseite des Gehäuses des S-presso S1-P111 Deluxe. Das Innenleben des S-presso wirkt sehr aufgeräumt und sämtliche Kabel wurden mit Schellen und Kabelbindern sauber verlegt. Das Netzteil wird völlig schraubenlos lediglich von einem Bügel gehalten, den man leicht herunterdrücken kann. Auf den genaueren Aufbau werden wir jedoch noch bei der Installation des Systems eingehen.

Mainboard

Asus setzt in Sachen Mainboard natürlich auf eine Eigenentwicklung. So muss auch beim S-presso das P4P8T herhalten, welches wir bereits aus dem Artikel zum Asus T2-R [2] kennen. Das P4P8T ist mit Intels 865G-Chipsatz bestückt und unterstutzt somit Prozessoren für den Sockel 478 mit einer maximalen Taktfrequenz von 3,4 GHz. Ein Frontside-Bus von 400, 533 oder 800 stellt für das Mainboard somit kein Problem dar. Auch Dual-Channel DDR400 wird unterstützt, allerdings wird hierfür ein FSB800 vorausgesetzt. Bei einem Frontside-Bus von 200 MHz (FSB800) kann natürlich auch DDR333 und DDR266 betrieben werden, wobei der Speicher bei DDR333 aufgrund der Teiler lediglich mit 320 MHz angesprochen wird. Bei FSB533 kann sowohl DDR333 als auch 266 eingesetzt werden, wohingegen bei FSB400 lediglich DDR266 unterstützt wird. Der maximale Speicherausbau beträgt zwei Gigabyte, wobei einzelne Module eine Kapazität von einem Gigabyte nicht überschreiten dürfen.

Intels integrierte Features werden vom S-presso dabei ausgeschöpft, auf zusätzliche Controller etwa für FireWire wird jedoch verzichtet. Dank des ICH5 stellt man dem Benutzer zwei SATA-Ports zur Verfügung, die jedoch nicht als RAID betrieben werden können. Intels integrierte Extreme Graphics 2 sorgt für bewegte Bilder, die in Spielen jedoch das ein oder andere Mal ins Stocken geraten.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Geöffneter Deckel
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Geöffneter Deckel
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - MOSFETs, Sockel, 12V Stecker und Anschlüsse
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - MOSFETs, Sockel, 12V Stecker und Anschlüsse
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - RAM-Steckplätze und Stromstecker
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - RAM-Steckplätze und Stromstecker

Während die Southbridge ohne Kühler daher kommt, thront auf der Northbridge ein recht großes Modell aus Aluminium, welches direkt im Luftstrom des CPU-Kühlers liegt. Die beiden EIDE-Ports liegen ebenso wie die SATA-Anschlüsse im fordern Teil des Mainboards, einen Floppy-Controller bietet die Platine nicht. Der Analog Devices AD1888 Codec [3] sorgt für die Sound-Ausgabe, während der Realtek RTL8100C [4] für die 10/100 MBit Netzwerkschnittstelle zuständig ist.

Alltagserfahrungen

Installation

Bei einem Barebone ist die Entwicklung eines durchdachten Layouts für das Gehäuse von besonderer Bedeutung, damit der Benutzer trotz der beengten Platzverhältnisse die einzelnen Komponenten möglichst einfach installieren kann. Auch hier geht Asus einen ungewohnten Weg und setzt dem Barebone somit keinen Deckel auf, den man nach hinten abziehen muss, sondern stattet das System mit einem Klappmechanismus aus, mit dem die Front und die Oberseite des Gehäuses nach vorne geklappt werden kann. Hierfür ist es im ersten Schritt notwendig die Plastikfront des Gehäuses zu entfernen, so dass daraufhin das Display ungeschützt zu Tage kommt. Dies erreicht man, indem man die Front von unten nach oben drückt und nach vorne kantet. Dabei muss man offenbar etwas stärker zu Werke gehen, da sich die Front erst löst, wenn man denkt, dass doch gleich irgendetwas brechen müsste. Nach ein paar Versuchen geht dieser Handgriff jedoch schon wesentlich leichter von der Hand.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Lösen des Deckels
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Lösen des Deckels
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - ICH5 und S-ATA-Anschlüsse
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - ICH5 und S-ATA-Anschlüsse
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Festplattenkäfig
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Festplattenkäfig

Daraufhin löst man die Schraube an der Rückseite des Gehäuses, bei der es sich um eine so genannte Rändelschraube (Thumbscrew) handelt, die auch ohne Schraubenzieher gelöst werden kann. Die Oberseite wird nun leicht nach vorne geschoben und dann mit Hilfe des Griffes nach vorne geklappt. Das Innenleben liegt daraufhin frei. Möchte man den Prozessor einbauen, muss man zunächst sämtliche Stromkabel lösen und das Netzteil durch einen leichten Druck auf den dafür vorgesehenen Hebel lösen. Das Netzteil lässt sich dann völlig ohne Schrauben lösen zu müssen herausnehmen. Hat man nun den Prozessor eingesetzt, muss der Kühler festgeschraubt werden. Asus befestigt den Kühler mit vier Schrauben direkt am Gehäuse und nutzt kein zusätzliches Retention-Modul, wie man es von den Pentium 4-Mainboards gewohnt ist.

Der Arbeitsspeicher lässt sich wie bei jedem anderen Mainboard einfach einsetzen. Im Prinzip ändert sich dies auch bei den Erweiterungskarten für den AGP- oder PCI-Port nicht, jedoch werden diese durch einen kleinen Bügel und nicht wie sonst durch Schrauben fixiert. Man sollte beim Einbau der Steckkarten jedoch stets darauf achten, dass man die USB-Kabel, die zur Front verlaufen, nicht einklemmt, da diese genau zwischen der AGP- und PCI-Karte verlaufen. Hat man diese Schritte auch durchgeführt, sollte man sich den Laufwerken zuwenden. Für diese legt Asus spezielle Schrauben bei, die man direkt an das 3,5"- und 5,25"-Laufwerk schraubt. Erst danach steckt man die Laufwerke in die vorgesehenen Käfige, in denen diese dann durch spezielle Bügel an den Schrauben einrasten. Nachdem man sämtliche Kabel mit den Laufwerken verbunden hat, kann das Netzteil wieder eingesetzt und das Gehäuse geschlossen werden.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Hebel für die Erweiterungssteckkarten
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Hebel für die Erweiterungssteckkarten
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Steckkarten und Northbridge-Kühler
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Steckkarten und Northbridge-Kühler
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Komplett ausgerüstetes System
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Komplett ausgerüstetes System

Äußerst negativ fiel bei beim S-presso lediglich die Demontage einer AGP-Grafikkarte auf. Dies wird nämlich durch einen kleinen Bügel am Ende des AGP-Ports gehalten, wie man ihn von unzähligen Desktop-Mainboards her kennt. In einem Barebone hat ein derartiger Befestigungsmechanismus unserer Meinung nach jedoch keinen Sinn, da er den Ausbau der AGP-Grafikkarte erheblich erschwert. Je nach installierter AGP-Karte ist es nur sehr schwer möglich an diesen Hebel überhaupt heranzukommen. Wir mussten uns mehrmals einen Schraubendreher zu Hilfe nehmen, um mit diesem vorsichtig den Hebel drücken zu können. Dies kann natürlich nicht im Sinne des Erfinders sein.

Ansonsten geht die Installation des S-presso sehr einfach von der Hand. Das Handbuch, welches leider komplett in Englisch verfasst wurde, ist bei diesem Vorhaben ein hilfreicher Begleiter, der auch Neulingen im Bereich Barebones den Einstieg deutlich erleichtern sollte.

Testsystem

Da Asus dem S-presso eine Unterstützung des 3,4 GHz schnellen Pentium 4 auf Basis des Prescott-Kerns zuspricht, möchten wir uns auch nicht lumpen lassen und nutzen eben diesen Prozessor für unsere Tests. Da wir zumindest ein paar Leistungsmessungen durchführen möchten, kamen zudem eine Radeon 9600 und GeForce FX 5900 Ultra zum Einsatz, deren Betrieb sich jedoch nicht ganz so einfach erwies, wie ursprünglich geplant.

Insgesamt griffen wir somit auf folgendes Testsystem zurück:

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Testsystem - Radeon 9600
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Testsystem - Radeon 9600
CPU-Kühler - Oberseite
CPU-Kühler - Oberseite
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Sockel und Spannungswandler
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - Sockel und Spannungswandler

Multimedia

Fernbedienung - 2
Fernbedienung - 2

Für die multimedialen Funktionen des S-presso S1-P111 Deluxe stellt Asus dem Benutzer einer Fernbedienung zur Seite, die ihren Dienst sehr gut erfüllt. Sowohl unter Windows als auch im Instant On-Betrieb lassen sich die einzelnen Funktionen über diese steuern. Für den Instant On-Betrieb setzt das S-presso zwingend eine Software voraus, die jedoch 200 MB unpartitionierten Festplattenspeicher benötigt und somit nach Möglichkeit bereits vor dem Betriebssystem installiert werde sollte. Leider lässt sich die Instant On-Software nur auf einer PATA-Festplatte installieren, da eine SATA-Festplatte nicht am ersten Port erkannt wird. Wir halten den Einsatz des Instant On-Features beim S-presso nicht nur aus diesem Grund für völlig überflüssig. Die Software lässt sich auf einer PATA-Festplatte zwar problemlos installieren und arbeitet auch wie gewünscht, kann jedoch nur in Kombination mit der integrierten Grafik genutzt werden - bei einer externen Grafikkarte verweigert sie komplett ihren Dienst. Dies liegt am Prinzip der Software, die ein kleines Linux Betriebssystem installiert und dementsprechend leider auch den kompletten Rechner hochfährt, sobald man Instant On nutzen möchte. Außer dass man nicht zwingend ein Betriebssystem benötigt, um die multimedialen Funktionen des S-presso zu nutzen, birgt Instant On deshalb keinerlei Vorteile für den Benutzer - sogar eher Nachteile. Wenn man schon 100 Watt Leistungsaufnahme in Anspruch nimmt und in vielen Fällen ohnehin nebenbei noch andere Dinge am PC verrichten möchte, sollte man lieber gleich Windows starten und sich nicht mit einer schlechteren Bedienung bei der Instant On-Funktion zufrieden geben.

Home Theater Setup
Home Theater Setup
Home Theater Setup
Home Theater Setup
Home Theater Setup DVD
Home Theater Setup DVD

Unter Windows bedient sich Asus der Home Theater Software von InterVideo [6], die sehr dem Design der Windows Media Center Edition nachempfunden wurde. Beim ersten Starten werden automatisch die Einstellungen abgefragt. Im Großen und Ganzen macht die Software einen sehr guten Eindruck und kann wahlweise über die Fernbedienung oder die Maus gesteuert werden. Bei der Fernsehfunktion steht wahlweise ein Videotext oder eine Programmzeitschrift von tvtv.de über das Internet zur Verfügung. Aufzeichnungen des Fernsehprogrammes werden im MPEG2-Format vorgenommen. Möchte man schnell einen Überblick über das laufende Fernsehprogramm erhalten, kann man die „Kanal-Surfen-Funktion“ nutzen, welche 16 Sender gleichzeitig anzeigt und immer wieder aktualisiert.

Home Theater - Bilder
Home Theater - Bilder
Home Theater - Musik
Home Theater - Musik
Home Theater - Musik-Genres
Home Theater - Musik-Genres

Bei der Wiedergabe von MP3-Titeln ist man auf die Unterstützung des Windows Media Players angewiesen, da die Software auf dessen Wiedergabeliste zurückgreift. Doch auch hier zeigen sich die Kritikpunkte der Software. Zwar scannt sie sämtliche Fernsehkanäle automatisch, versieht sie jedoch nicht mit den passenden Sendernamen, sondern zeigt lediglich die Kanalnummer an, was die Auswahl deutlich erschwert. Auch bei der MP3-Wiedergabe zeigen sich ähnliche Mankos, da die Tags der Musiktitel nicht selbst ausgelesen werden und so die Anzeige des Interpretens oder Albums nicht immer gewährleistet ist. Ebenso werden bei den Radiosendern lediglich die Frequenzen angezeigt, eine automatische Erkennung der Sendernamen wird nicht durchgeführt.

Home Theater - Musik - Visualisierung
Home Theater - Musik - Visualisierung
Home Theater - Radio
Home Theater - Radio
Home Theater - TV
Home Theater - TV

Insgesamt ist das Angebot des InterVideo Home Theater zwar sehr reichhaltig, kann in der Tiefe jedoch nicht überzeugen, da die einzelnen Funktionen nicht bis zur letzten Konsequenz entwickelt wurden. Die meisten Benutzer werden für die Wiedergabe ihrer Musiktitel oder Videos deshalb andere Programme nutzen, wenn sie auf die Steuerung via Fernbedienung verzichten können.

Home Theater_Video
Home Theater_Video
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Multimedia - Sendersuchlauf
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Multimedia - Sendersuchlauf
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Multimedia - Fernsehwiedergabe im Fenster - 2
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Multimedia - Fernsehwiedergabe im Fenster - 2

Die von Asus verbaute TV-Karte setzt auf den CX23881 Chip aus dem Hause Conexant [7] und ist anscheinend (fast) baugleich mit der Leadtek WinFast TV2000 XP Expert [8]. Da der Chip von Conexant HDTV unterstützt, wir die Karte auch immer wieder gerne für HDTV-Präsentationen eingesetzt. Der verbaute Tuner arbeitet jedoch analog, obwohl auch digitale Daten per Satellit, Kabel oder terrestrisch kein Problem für den CX23881 darstellen. Bei dem Analog-zu-digital-Converter handelt es sich um einen 10 bit ADC. Zudem kann er sowohl mit dem PAL, SECAM als auch NTSC-Standard umgehen. Neben dem TV-Eingang verfügt die Karte über einen analogen FM-Tuner-Eingang und einen S-Video-Eingang. Über diesen Eingang können so beispielsweise Videos über den Videorekorder, Camcorder oder DVD-Spieler auf den PC übertragen werden. Es handelt sich aber wohl gemerkt „lediglich“ um einen S-Video-Eingang, einen S-Video-Ausgang bietet das S-presso nicht.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - TV-FM-Karte
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - TV-FM-Karte
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - TV-FM-Karte - Conexant CX23881 Chip
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - TV-FM-Karte - Conexant CX23881 Chip
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Anschlüsse der TV-FM-Karte
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Anschlüsse der TV-FM-Karte

Die Qualität des Fernsehbildes ist zwar nicht die beste, die wir jemals zu Gesicht bekommen haben. Für die Wiedergabe in einem Fenster auf dem Monitor jedoch vollkommen ausreichend. Im Vollbildmodus kann das Bild gerade auf einem großen TFT mit einer hohen Auflösung aufgrund der entstehenden Unschärfe nicht ganz überzeugen.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Multimedia - Videotext
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Multimedia - Videotext
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Multimedia - Kanal-Surfen
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Multimedia - Kanal-Surfen
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Multimedia - Minimierte Home Theater Software mit TV-Wiedergabe
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Multimedia - Minimierte Home Theater Software mit TV-Wiedergabe

Lautstärke

Analog zu unseren Gehäusetests [9] haben wir die Messungen in einem Abstand von ca. 40 Zentimetern an vier verschiedenen Punkten vorgenommen. Es ist zu beachten, dass wir über keinen komplett schallfreien Raum verfügen und die Ergebnisse somit leicht über den unter perfekten Bedingungen durchgeführten Tests liegen. Asus selbst gibt für das S-presso ein typisches Betriebsgeräusch von „29 dB im Ruhezustand“ an. Natürlich verrät man dabei weder Prozessor noch andere Hardwarekomponenten. Wir setzen bei unseren Messungen unser bekanntes Testsystem ein, griffen jedoch auf die integrierte Grafik zurück, da eine aktiv gekühlte Grafikkarte unserer Meinung nach im S-presso nichts zu suchen hat.

Lautstärke (40 cm Abstand)

 Front:
Ruhezustand
34,5
Volllast
38,1
 Links:
Ruhezustand
34,7
Volllast
38,3
 Rechts:
Ruhezustand
35,6
Volllast
39,4
 Hinten:
Ruhezustand
36,2
Volllast
42,3
Angaben in Dezibel

Natürlich kann man unser Testsystem für ein Barebone als etwas überdimensioniert bezeichnen, so weit sind wir aber dennoch von den Werten von Asus gar nicht entfernt. Subjektiv störend nimmt man dabei tatsächlich nur die beiden Gehäuselüfter an der Rückseite wahr, die bei unserem System bereits nach kurzer Zeit ihren Betrieb aufnehmen. Mit einem langsameren Prozessor kann man die Geräuschentwicklung demnach wahrscheinlich sogar noch senken. Spielt die Geräuschkulisse eine entscheidende Rolle sollte man wohl auch nicht unbedingt auf einen Pentium 4 mit Prescott-Kern zurückgreifen. Grundsätzlich ist immer zu beachten, dass ein Computer auf dem Schreibtisch anders wahrgenommen wird, als ein System unter dem Tisch, dessen gemessene Lautstärke zwar höher liegen mag, man als Benutzer subjektiv jedoch aufgrund der anderen Positionierung des Systems als sehr viel angenehmer empfindet.

Trotz Verwendung einer passiven Grafikkarte haben uns die gemessenen Ergebnisse angesichts des eingesetzten Prozessors überrascht. Als Liebhaber von leisen Systemen sollte man jedoch versuchen die Aktivität der rückseitigen Gehäuselüfter so weit wie möglich einzudämmen, da diese trotz guter Werte gerade unter Last ein wenig den positiven Gesamteindruck trüben.

Stromverbrauch

Auch den Stromverbrauch des S-presso haben wir gemessen. Es sei darauf hingewiesen, dass hier die Stromaufnahme des gesamten Systems gemessen wurde. Neben dem Stromverbrauch mit integrierter Grafik haben wir zudem auch den Stromverbrauch bei eingebauter GeForce FX 5900 Ultra und im Standby-Betrieb gemessen. Volllast wurde erzielt, indem neben einem Burn-In Test für die CPU auch FarCry lief und die Grafikkarte belastete. Um den Sinn oder Unsinn des Instant On-Features noch einmal zu beleuchten, haben wir auch hier noch einen Vergleichswert gemessen, der im unbelasteten Instant On-Betrieb gemessen wurde.

Stromverbrauch (System)

 Idle (Windows XP):
S-presso Onboard-Grafik
94,9
S-presso GeForce FX 5900 Ultra
124,7
 Volllast:
S-presso Onboard-Grafik
174,8
S-presso GeForce FX 5900 Ultra
238,0
Angaben in Watt (W)

Beim Stromverbrauch macht sich natürlich der Pentium 4 3,4 GHz Prescott bemerkbar, der schon im Idle-Zustand bei integrierter Grafik für eine minimale Stromaufnahme von mehr als 90 Watt sorgt. Der Volllastbetrieb mit eingebauter GeForce FX 5900 Ultra zeigt langsam aber sicher die Grenzen des Netzteils auf, auch wenn dieser Betrieb, wie unser Abschnitt „Inkompatibilitäten“ zeigen wird, ohnehin nicht genutzt werden wird. Das gesamte System mit LED-Display und Datumsanzeige genehmigt sich im Standby immerhin noch 4,6 Watt. Gegen ein Barebone auf Basis des Pentium M kommt man somit in keiner Weise an und orientiert sich eher an ausgewachsenen Desktop-Systemen, was angesichts der verbauten Komponenten auch nicht verwunderlich ist.

Der Instant On-Modus verschlingt im unbelasteten Betrieb bereits rund 97 Watt und bietet so - bis auf die Unabhängigkeit vom Betriebssystem - keinen Vorteil in Sachen Stromverbrauch. Da auch unter Instant On sämtliche Komponenten des Systems betrieben werden müssen, um sämtliche Eigenschaften nutzen zu können, kann der Benutzer hier nicht auf Einsparungen hoffen.

Temperaturen

Dem S-presso war es während unserer Testläufe problemlos möglich die eingebauten Komponenten auf ausreichender Temperatur zu halten. Je nach Auslastung variierte dabei natürlich die Geräuschkulisse durch den unterschiedlichen Lüftereinsatz. Unter Verwendung der integrierten Grafik wurde der Prozessor im Ruhemodus bei konstant 42°C gehalten, während sich das System bei etwa 33°C einpendelte. Hierbei drehten der Prozessorlüfter mit 2072 U/min und die Gehäuselüfter mit 1442 U/min.

Unter Volllast sah das dann schon etwas anders aus. Der CPU-Lüfter drehte auf 2540 U/min auf und die Gehäuselüfter steigerten sich auf rund 1900 U/min. Nach einiger Zeit pendelte sich das System bei 56°C für den Prozessor und einer Systemtemperatur von 43°C ein. Interessant ist jedoch, dass das Front-Display bei einer CPU-Auslastung von 100 Prozent mit der Ausgabe der Werte Probleme bekommt. Die Schrift läuft nur noch stockend über das Display und einige Anzeigen werden so einfach übersprungen. Ein genaues Ablesen der Werte ist so nur noch durch zusätzliche Programme über das Betriebssystem möglich.

Inkompatibilitäten

Leider lief unser Test des S-presso S1-P111 Deluxe nicht gänzliche ohne Probleme ab. Die erste Hürde musste bereits bei der Wahl des Speichers genommen werden. Mit den von uns ausgewählten 2 x 512 MB DDR400 Corsair TWINX1024-3200LL [4] war ein Booten gar nicht erst möglich. Doch auch mit 2 x 512 MB TwinMOS TwiSTER DDR500 [10] war unser Vorhaben nicht von Erfolg gekrönt. Da es uns mit DDR400 nicht einmal vergönnt war ins BIOS zu gelangen, schien die Ursache schnell gefunden. Die automatisch gewählten Timings (by SPD) verkraftete das im S-presso verbaute P4P8T wohl nicht. Um diese Timings jedoch verändern zu können, muss man erst einmal ins BIOS gelangen, worin genau die Schwierigkeit bestand. Aus diesem Grund wählten wir alten DDR266 Speicher von Samsung, der ein Booten ermöglichte. Im BIOS wurden daraufhin die Timings stark zurückgefahren und der DDR400 von Corsair wieder eingebaut. Und siehe da, das Systeme fuhr problemlos hoch. Nach unzähligem Löschen des CMOS und mehrmaligem Speicherwechsel waren dann irgendwann die schnellstmöglichen Timings gefunden. Mit 2,5-3-3-6-4 mussten diese jedoch deutlich langsamer gewählt werden als die sonst veranschlagten Werte von 2-3-2-6-4.

Für den normalen Benutzer, der in aller Regel nicht auf eine Vielzahl von Modulen unterschiedlicher Hersteller zurückgreifen kann, ist dieser Umstand natürlich in keiner Weise zu verkraften. Im Single-Channel-Betrieb war es uns immerhin vergönnt mit einem einzelnen 256 MB fassenden Modul des TwinMOS TwiSTER DDR500 zu booten. Das 512 MB-Modul verwehrte selbst dies.

Da das S-presso über einen AGP-Steckplatz verfügt, steht dem Einsatz einer Grafikkarte im Ersatz für die integrierte Grafikeinheit im Grunde nichts im Wege. Da Asus den AGP-Steckplatz nicht ganz außen verbaut hat, wäre sogar der Einsatz von Zweislot-Grafikkarten beispielsweise der Reihe GeForce FX 5900 (Ultra) möglich. Bei der reinen Montage dieser hat der Benutzer auch noch keinerlei Probleme. Diese tauchen erst auf, wenn man das S-presso S1-P111 Deluxe wieder schließen möchte. Dies ist bei aktuellen Grafikkarten aus zweierlei Gründen schlichtweg nicht möglich. Bei Asus hat man leider übersehen, dass ein kleines Modul, das an dem 5,25"-Laufwerksschacht angebracht ist, mit längeren Grafikkarten kollidiert. Der Einsatz von einer GeForce FX 5900 (Ultra) wird so nicht etwa durch das zwei Slots füllende Design der Grafikkarte, sondern durch ihre Länge verhindert. Dieses Modul verhindert natürlich ebenso den Einsatz sämtlicher aktueller Grafikkarten, die in etwa die Länge einer GeForce FX 5900 aufweisen.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Inkompatibilität - Platine und Haltebügel, welche lange Grafikkarten unmöglich machen
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Inkompatibilität - Platine und Haltebügel, welche lange Grafikkarten unmöglich machen
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Inkompatibilität - GeForce FX 5900 Ultra, bei der das Gehäuse nicht mehr geschlossen werden kann
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Inkompatibilität - GeForce FX 5900 Ultra, bei der das Gehäuse nicht mehr geschlossen werden kann
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Inkompatibilität - GeForce FX 5900, bei der das Gehäuse nicht mehr geschlossen werden kann
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Inkompatibilität - GeForce FX 5900, bei der das Gehäuse nicht mehr geschlossen werden kann

Natürlich wollten wir dies nicht auf uns Sitzen lassen und schraubten das befestigte Modul kurzerhand in der Hoffnung ab, daraufhin das System schließen zu können. Nicht im Auge hatten wir dabei jedoch den Haltebügel für das 5,25"-Laufwerk, der nunmehr gegen den auf der Rückseite der Grafikkarte angebrachten Passivkühler schlägt, und ein Schließen des Systems gänzlich unmöglich macht. Unsere Leistungsmessungen mit einer GeForce FX 5900 Ultra haben wir deshalb mit leicht geöffnetem Gehäuse durchgeführt.

Doch welche Grafikkarten können problemlos verbaut werden? Die GeForce FX 5900- und schnelle Modelle der GeForce 6-Reihe kommen nicht in Frage. Bei einer GeForce FX 5900 (Ultra) hat das PCB eine Länge von 216 mm - dies ist entschieden zu lang für das S-presso. Eine Radeon 9700 (PCB-Länge: 175 mm) mit Referenzdesign ist jedoch ebenso wie eine Radeon 9600 (166 mm) und GeForce 4 Ti4200 (175 mm) problemlos zu betreiben. Die Grafikkarten dürfen jedoch in keinem Fall einen Kühlkörper auf der Rückseite aufweisen, dann passt auch eine kurze Grafikkarte nicht. Viel länger als 175 mm darf das PCB der Grafikkarte jedoch nicht sein, möchte man nicht die kleine Platine vom 5,25"-Laufwerksschacht lösen und unbefestigt im Gehäuse hängen lassen. Wir gehen von einer maximalen Länge von etwa 185 mm aus, übernehmen hierfür jedoch keine Garantie.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Inkompatibilität - Rückseite mit installierter GeForce FX 5900
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Inkompatibilität - Rückseite mit installierter GeForce FX 5900
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - TV-Karte und Radeon 9600
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Installation - TV-Karte und Radeon 9600

Den Einbau einer schnellen und somit höchstwahrscheinlich unpassenden Grafikkarte in ein Barebone halten wir zwar sowohl wegen der entstehenden Geräuschkulisse als auch wegen der Wärmeentwicklung für wenig sinnvoll, der Kunde sollte jedoch vor seinem Kauf in Kenntnis gesetzt werden, welche Grafikkarten überhaupt verbaut werden können, und eben dies gibt Asus leider nirgends an.

Leistung

Der Leistung des S-presso S1-P111 Deluxe soll im Grunde keine große Bedeutung zu Teil werden, da das System nur bedingt für Spieler konzipiert wurde. Dennoch möchten wir einige Werte veröffentlichen, die sowohl mit integrierter Intel Extreme Graphics 2 als auch mit Radeon 9600 und GeForce FX 5900 Ultra ermittelt wurden.

SiSoft Sandra 2004 SP2

 Int ALU:
Asus P4C800-E + Radeon 9600
4.834
Asus S-presso + Radeon 9600
4.327
Asus S-presso + GeForce FX 5900 Ultra
4.234
Asus S-presso + OnBoard
4.047
 Float ALU:
Asus P4C800-E + Radeon 9600
4.839
Asus S-presso + Radeon 9600
4.338
Asus S-presso + GeForce FX 5900 Ultra
4.247
Asus S-presso + OnBoard
4.039

3DMark03

 Overall:
Asus P4C800-E + GeForce FX 5900 Ultra
6.374
Asus S-presso + GeForce FX 5900 Ultra
6.349
Asus S-presso + Radeon 9600
1.748
Asus P4C800-E + Radeon 9600
1.748
Asus S-presso + OnBoard
137
Angaben in Punkten

3DMark05

 Overall:
Asus P4C800-E + GeForce FX 5900 Ultra
1.214
Asus S-presso + GeForce FX 5900 Ultra
1.212
Asus S-presso + Radeon 9600
820
Asus P4C800-E + Radeon 9600
819
Asus S-presso + OnBoard
0
Hinweis: nicht möglich
 CPU:
Asus P4C800-E + Radeon 9600
4.342
Asus S-presso + Radeon 9600
4.217
Asus P4C800-E + GeForce FX 5900 Ultra
3.833
Asus S-presso + GeForce FX 5900 Ultra
3.647
Asus S-presso + OnBoard
0
Hinweis: nicht möglich
Angaben in Punkten

Half-Life 2

 1024x768:
Asus P4C800-E + GeForce FX 5900 Ultra
92,17
Asus S-presso + GeForce FX 5900 Ultra
90,20
Asus P4C800-E + Radeon 9600
24,41
Asus S-presso + Radeon 9600
24,40
Asus S-presso + OnBoard
0,00
Hinweis: nicht möglich
 1280x1024:
Asus P4C800-E + GeForce FX 5900 Ultra
64,53
Asus S-presso + GeForce FX 5900 Ultra
64,35
Asus S-presso + Radeon 9600
15,90
Asus P4C800-E + Radeon 9600
15,90
Asus S-presso + OnBoard
0,00
Hinweis: nicht möglich

Doom 3

 1024x768:
Asus P4C800-E + GeForce FX 5900 Ultra
42,1
Asus S-presso + GeForce FX 5900 Ultra
42,0
Asus S-presso + Radeon 9600
13,8
Asus P4C800-E + Radeon 9600
13,8
Asus S-presso + OnBoard
3,6

FarCry

 1024x768:
Asus P4C800-E + GeForce FX 5900 Ultra
47,75
Asus S-presso + GeForce FX 5900 Ultra
47,59
Asus S-presso + Radeon 9600
15,32
Asus P4C800-E + Radeon 9600
15,30
Asus S-presso + OnBoard
8,62

UT2004

 1024x768:
Asus P4C800-E + GeForce FX 5900 Ultra
141,87
Asus S-presso + GeForce FX 5900 Ultra
135,48
Asus S-presso + Radeon 9600
49,35
Asus P4C800-E + Radeon 9600
49,34
Asus S-presso + OnBoard
15,03

Quake 3 Arena

 1024x768:
Asus P4C800-E + GeForce FX 5900 Ultra
408,3
Asus S-presso + GeForce FX 5900 Ultra
389,4
Asus S-presso + Radeon 9600
115,7
Asus P4C800-E + Radeon 9600
115,6
Asus S-presso + OnBoard
50,5
 1280x1024:
Asus P4C800-E + GeForce FX 5900 Ultra
344,5
Asus S-presso + GeForce FX 5900 Ultra
337,1
Asus S-presso + Radeon 9600
76,4
Asus P4C800-E + Radeon 9600
76,4
Asus S-presso + OnBoard
33,8

Den Einsatz einer passiv gekühlten Radeon 9600 halten wir durchaus für sinnvoll, da zum einen die Grafikleistung gesteigert wird, die Grafikkarte dem System jedoch zum anderen einen TV-Ausgang beschert, über den es ansonsten leider nicht verfügt. Das S-presso erreicht insgesamt fast die Leistung eines ausgewachsenen Desktop-Systems, wobei die Ergebnisse mit einer GeForce FX 5900 Ultra aufgrund der vorher beschriebenen Inkompatibilitäten im Grunde wenig Praxisrelevanz besitzen. Sobald die Grafikkarte limitierend wirkt, liegt das S-presso mit dem P4C800-E Deluxe gleichauf.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Festplattenmessung mit HD Tach
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Festplattenmessung mit HD Tach

Auch die gemessene Festplattenperformance gibt keinen Grund zum Klagen. Das S-presso S1-P111 Deluxe erreicht unter HD Tach sehr gute Werte.

Bios und Übertakten

Das BIOS ist gänzlich untypisch für ein Mainboard aus dem Hause Asus. Übertaktungsmöglichkeiten gibt es im BIOS praktisch nicht, da der Benutzer den Front-Side-Bus nicht verändern kann. Lediglich die Timings des Speichers, dessen Frequenz und Spannung lassen sich manuell wählen. Hyper-Threading kann vom Benutzer wahlweise aktiviert oder deaktiviert werden. Bei Verwendung der integrierten Grafik können maximal 32 MB Arbeitsspeicher für die Grafikeinheit bereitgestellt werden.

Da das BIOS ansonsten eher rudimentäre Kost bietet, lassen wir in diesem Fall die nachfolgenden Bilder sprechen:

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Main Settings
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Main Settings
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - System Information
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - System Information
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Advanced Chipset Settings
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Advanced Chipset Settings
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Advanced Chipset Settings - 2
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Advanced Chipset Settings - 2
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Speicherfrequenz
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Speicherfrequenz
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Advanced CPU Settings
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Advanced CPU Settings
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Advanced PCI Settings
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Advanced PCI Settings
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Boot Settings
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Boot Settings
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Hardware Monitor
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Hardware Monitor
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Integrated Peripherals
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - Integrated Peripherals
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - USB Cardreader
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - USB Cardreader
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - USB Configuration
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Bios - USB Configuration

Linux?

Da Asus dem S-presso lediglich Unterstützung für Windows 2000 und XP zuspricht, wollten wir uns den Spaß nicht nehmen lassen und haben das S-presso zumindest für einen kurzen Test mit Kanotix 2005-01 gefüttert. Kanotix ist ein vollständiges, von CD bootendes Linux-System mit grafischer Oberfläche auf der Basis von Debian Sid mit den Tools aus Knoppix. Als Grafikkarte setzten wir für diese Versuche die passiv gekühlte Radeon 9600 von Creative ein.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Linux - Kanotix Bootscreen
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Linux - Kanotix Bootscreen
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Linux - Kanotix Bootvorgang - 2
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Linux - Kanotix Bootvorgang - 2

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Linux - Hochgefahrenes Kanotix
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Linux - Hochgefahrenes Kanotix
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Linux - Kanotix Shutdown
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Linux - Kanotix Shutdown

Für Linux-Experten mag der Einsatz von Kanotix zwar wahrscheinlich unvorstellbar sein, für einen Test, inwiefern sich ein System für den Betrieb unter Linux eignet, ist es jedoch eine gute Basis, da man es schnell und einfach von CD starten kann. Auch unsere Versuche mit dem S-presso S1-P111 Deluxe waren im Zusammenspiel mit Kanotix von Erfolg gekrönt. Allerdings gibt es auch keinen Grund, warum Linux nicht mit dem verbauten System zusammenarbeiten sollte. Anfängliche Versuche unsererseits die TV-Karte unter Linux in Betrieb zu nehmen, schlugen leider fehl. Hier bedarf es also wie so oft etwas Bastelei, falls man auch dieses Feature unter Linux nutzen möchte.

Fazit

Um von uns eine Empfehlung zu erhalten, fehlt dem Asus S-presso S1-P111 Deluxe trotz seines günstigen Preises von rund 260 Euro die letzte Konsequenz. So bietet es zwar einen 7in1-Kartenleser, auf Firewire muss der Benutzer aber leider im Auslieferungszustand verzichten. Für ein auf Multimedia ausgelegtes System, mit dem man meistens auch einen Camcorder in Verbindung bringt, leider ein KO-Kriterium, wenn man nicht den unnötigen Umweg über die TV-Karte in Kauf nehmen möchte. Des Weiteren wird zwar ein optischer Ausgang bereitgestellt, auf einen entsprechenden Eingang muss man aber leider verzichten. Das System an sich ist durchaus durchdacht aufgebaut, zeigt jedoch gerade im Zusammenspiel mit aktuellen Grafikkarten seine Schwächen, da sich diese praktisch nicht betreiben lassen, ohne das Gehäuse offen zu lassen. Auch die Speicherkompatibilität bereitete uns anfänglich erhebliche Probleme, was wir sonst von Asus nicht gewohnt sind.

Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Frontansicht
Asus S-presso S1-P111 Deluxe - Frontansicht

Das LED-Display ist zwar sehr nett gemacht, mit der aktuellen Software jedoch ebenfalls noch nicht zur Perfektion getrieben. Sowohl die Anzeige der Systeminformationen als auch der Video- und Musiktitel, Fernsehsender und Radiostationen kann, wie bereits im Artikel beschrieben, noch deutlich gesteigert werden. Hier bleibt abzuwarten, welche Updates Asus dem Benutzer in Zukunft zur Verfügung stellt. Da die Steuerung der ebenfalls nicht ganz überzeugend wirkenden Home Theater Software problemlos mit der Fernbedienung von der Hand geht, wird der Benutzer das Touch Panel bis auf anfängliche Spielerein wahrscheinlich nicht oft benutzen. In diesem Zusammenhang drängt sich auch der nächste Kritikpunkt auf. Die Instant On-Funktion des S-presso weiß nicht zu überzeugen, da man sie zum einen nur in Verbindung mit der integrierten Grafik nutzen kann, zum anderen jedoch 200 MB unpartitionierter Festplattenspeicher für die Installation zu Verfügung stehen muss und des Weiteren das gesamte System startet, wenn man lediglich eine Musik-CD abspielen möchte. Dies ist jedoch notwendig, da man sonst nicht auf die Funktionen der TV-Karte zurückgreifen kann. Wer ohnehin Windows als Betriebssystem einsetzt, sollte unserer Meinung nach immer auf die dort zur Verfügung stehende Home Theater Software zurückgreifen.

Die Lautstärke des S-presso S1-P111 Deluxe hat sich trotz unseres gewagten Testsystems in Grenzen gehalten und lässt sich mit langsameren Komponenten durchaus noch senken. Einzig störend fallen die beiden rückseitigen Gehäuselüfter auf, die den Geräuschpegel deutlich in die Höhe treiben, wenn sie sich dank Asus Q-Fan-Technologie nach kurzer Zeit automatisch einschalten.

Trotzdem scheint dem Asus S-presso S1-P111 Deluxe der Weg ins Wohnzimmer verwehrt zu bleiben, da ein Anschluss an das Fernsehgerät nur über den VGA-Ausgang oder eine externe Grafikkarte möglich ist. Angesichts einer integrierten TV-Karte scheint Asus dieses Ziel jedoch auch nicht vor Augen zu haben, sondern möchte vielmehr Leben in das Arbeitszimmer bringen - dies gelingt dem S-presso durchaus.

Wie man das Asus S-presso S1-P111 Deluxe schlussendlich einsetzen sollte, ist jedoch nicht sehr einfach zu entscheiden. Als reiner Multimedia-PC ist er ebenso wie als Spiele-Barebone aufgrund der Inkompatibilitäten mit aktuellen Grafikkarten nur bedingt geeignet, so dass es wieder einmal vom Kunden abhängt, was er von seinem System erwartet.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/komplettsysteme/2005/test_aopen_xc_cube_ey855/2/
  2. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/komplettsysteme/2004/test_msi_mega_865_asus_t2-r/
  3. http://www.analog.com/en/prod/0,2877,765%255F803%255FAD1888,00.html
  4. http://www.realtek.com.tw/products/products1-2.aspx?modelid=2003044
  5. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/arbeitsspeicher_chips/14_ddr400_speichermodule_vergleich/
  6. http://www.intervideo.com/jsp/HomeTheater_Profile.jsp
  7. http://www.conexant.com/products/entry.jsp?id=720
  8. http://www.leadtek.nl/nts/uk/products/tv/index.php?page=tv.php&pronameid=93&tab=1
  9. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/
  10. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/arbeitsspeicher/2004/ddr500-round-up/3/#abschnitt_twinmos_twister_ddr500
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