Einleitung
Wie in nahezu allen Belangen der Computerwelt hat man als Endkunde auch auf der Suche nach einem passenden Komplettrechner die Qual der Wahl. Discounter bieten PCs zu Schleuderpreisen, Fachmärkte werben mit klangvollen Zusammenstellungen und das Onlineangebot an Computern verschiedenster Leistungs- und Preisklassen scheint unüberschaubar. Und trotz intensiver Vorbereitung und Beschäftigung mit der Materie entscheidet man sich schlussendlich völlig überfordert häufig für einen Kompromissrechner, der unterm Strich die eigenen Ansprüche doch nicht vollends zu erfüllen vermag. Bei der ersten Inbetriebnahme kommt dann zumeist das böse Erwachen: Der PC entpuppt sich als laute Rumpelkiste, oder minderwertige Komponenten, die in den Hochglanzprospekten maximal im Kleingedruckten zu finden waren, bremsen die Performance der Gesamtkonstruktion und auch ansonsten möchte der teuer erkaufte Rechenknecht so wirklich nicht gefallen.
Wer diesem Elend entgehen will, legt zumeist selbst Hand an oder beauftragt, wenn dies nicht in Frage kommt, einen erfahrenen Profi wie das Oldenburger Unternehmen Besser Leise. ComputerBase testete Ende 2005 [1] bereits einen Komplett-PC der kleinen Schmiede und attestierte der Kreation durchweg Positives. Leistungsstark, harmonisch abgestimmt und vor allem superleise – so wusste der PC zu gefallen. Auch heute soll mit dem Intel Ultimo wieder ein Besser-Leise-PC im Blickpunkt stehen, der anhand seiner Leistungsdaten als Luxus- und Spiele-PC deklariert wird. Wir testen das Aushängeschild des Unternehmens nach den bekannten ergonomischen Gesichtspunkten.
Lieferumfang


Der mit 24 Kilogramm enorm schwere Ultimo wird sicher verpackt per GLS bis zur Haustür geliefert. Aufgrund des Gewichts und der Größe empfiehlt sich partnerschaftliche Arbeit beim Weitertransport zum Bestimmungsort. Anbei finden sich zunächst alle Beschreibungen und Guides der verbauten Einzelteile sowie alle Treiber-CDs und Zusatzprogramme, die man auch beim Erwerb der Einzelkomponenten erhalten hätte. Des Weiteren gibt es zwei DVI-Adapter, ein USB-Verlängerungskabel zur Verwendung des verbauten Cardreader-Moduls an anderen Rechnern und zwei Kaltgerätenetzkabel sowie die IR-Fernbedienung inklusive passender Batterien, mit welcher der PC bequem ferngesteuert werden kann.
PC-Konfiguration
Der Besser-Leise-PC wird sofort einsatzbereit geliefert. Die unten aufgezeigte Zusammenstellung gilt als Vorschlag und kann nach Absprache mit der Oldenburger Firma im Detail an die eigenen Wünsche und Vorstellungen angepasst werden – dies gilt sowohl für die Hardware als auch für das entsprechende Softwareangebot respektive das Betriebssystem. Wir finden in unserem Fall ein saubere Windows XP Installation vor. Apropos sauber: Als durchaus ordentlich und gewissenhaft kann neben der Verbauung der Komponenten auch die Verkabelung und die Verlegung des Dämmmaterials beschrieben werden.
| Besser-Leise „Intel Ultimo 07“ | |
|---|---|
![]() |
|
| Prozessor | Intel Core 2 Duo Extreme X6800 (2 x 2,93 GHz, 4 MB L2) |
| Kühler | Thermalright Ultra 120 |
| Motherboard | Asus P5WDG2-WS Professional, i975X/iCH7R/6702PXH |
| Grafikkarte | Gainward GeForce 8800 GTS, 640 MByte |
| Soundkarte | Creative Sound Blaster X-Fi Xtreme Music PCI |
| Arbeitsspeicher | 2 x 1024 MByte Kingston HyperX DDR2 800, Dual-Channel |
| Netzteil | 2 x Seasonic S12-500 SS-500HT 500 Watt |
| DVD-Brenner | 2 x Sony NEC Optiarc DVD RW AD-7170S 18x SATA Brenner |
| Festplatten | 2 x 500 GByte Samsung SpinPoint Raid 0, SATA II |
| Gehäuse | Silverstone TJ07, gedämmt mit Noiseblocker Platinium |
| Lüfter | 3 x Scythe SFLEX SFF21D 120 mm (~850 U/min) 2 x ADDA AD1212MB-A73GL 120 mm im Netzteil (~1000 U/min) 1 x 70 mm Radial als Grafikkartenlüfter (~1500 U/min) |
| Cardreader | 50-in-1 ICY Box, silver |
| Display | VL Systems M-Play 202 Plus inkl. Fernbedienung |
| Gesamtgewicht | ~ 24 Kg |
| Komplettpreis | 3100 Euro [2] |
Komponenten kurz vorgestellt
Der Besser Leise Intel Ultimo hüllt sich standesgemäß in schickes Aluminium. Das verwendete Gehäuse, das Silverstone TJ07, bietet dabei mit seinen üppigen Abmessungen (220 x 560 x 565 mm (B,H,T)) jede Menge Platz für die verbaute Hardware, ein hervorragendes Qualitätsniveau und stellt eine ausgezeichnete Basis für eine gute, leise Luftkühlung der Komponenten dank der zahlreichen 120-mm-Belüftungsoptionen dar. Es verfügt über die Annehmlichkeiten eines Mainboardschlittens, Daumenschraubenverschlüsse und einer doppelten Netzteilaufnahme. Zwei getrennte Komponentenkammern sorgen für optimierte Struktur und Thermik. Sieben 5,25"-Laufwerkschächte (extern sowie intern) stehen zur Verfügung, wobei beim Ultimo bereits alle mit entsprechenden Komponenten (zwei Festplatten, zwei DVD-Brenner, ein Mal Floppy, ein Cardreader, ein Multimediadisplay) bestückt sind und somit Erweiterungswünsche einschränken.



Die Front wirkt ob des Material- und Farbmixes der vielen verschiedenen Komponenten trotz sorgfältiger Abstimmung etwas zerklüftet. Am hervorstechendsten zeigt sich das verbaute zweizeilige M-Play-Display von VL Systems. Mit Hilfe dieses Multimedia-Kits können sowohl hardware- als auch softwareseitige Systeminformationen und beliebig erstellte Logos ausgegeben werden. Dank Fernbedienung kann der PC mit seinen multimedialen Programmen (iTunes, Media Player, Windows Media Center etc. werden vorprogrammiert unterstützt) bequem als HTPC vom Sofa aus bedient werden. Der verbaute 50-in-1-ICY-Box-Cardreader, der sich auch herausnehmen und per USB-Anschluss extern verwenden lässt, dient zudem als funktionale Schnittstelle für alle denkbaren externen Flash-Medien.



Infrastrukturelle Basis des Intel Ultimo stellt das Asus P5WDG2-WS Professional [3] dar. Das Mainboard mit Intels noch aktuellem High-End-Chipsatz i975X [4] liefert hervorragende Stabilität und Performance, sowie eine ausgezeichnete Ausstattungszusammenstellung (Dual-PCI-Express, 800/1066-MHz-FSB, umfangreiche Übertaktungsoptionen u.v.m). Darüber hinaus verfügt das Board trotz des flotten Chipsatzes über ein rein passives Kühllayout inklusive Spannungswandler-Kühlern und ist somit prädestiniert für den Einsatz in einem leisen Luxus-PC.
Als treibende Kraft verbaut Besser Leise Intels Core 2 Duo X6800 mit 2,93 Doppelgigahertz, 1066 MHz Frontsidebus und vier MByte L2-Cache. Die CPU führt das aktuelle Desktop-Prozessoraufgebot des Halbleiterriesens in Sachen Geschwindigkeit an und sollte dementsprechend keinerlei Wünsche offen lassen. Allerdings ist der Anschaffungspreis dieses Exreme-Prozessors enorm hoch, was sich natürlich auf die Gesamtkosten des Systemes niederschlägt. Hier sollte man, sobald verfügbar, schnellstmöglich auf den kommenden E6850 umstellen, dessen Leistung bei einem Viertel des Preises vergleichbar ist.
Beim Arbeitsspeicher setzt das Oldenburger Unternehmen standardmäßig auf ein Zwei-Gigabyte-Kit der Kingston-Hyper-X-Serie. Die mit blauen Heatspreadern ausgestatteten 800-MHz-DDR2-Module hören auf die Kennnummer KHX6400D2LL und bieten mit CL4-4-4-12 die Serienspezifikationen. Von Fall zu Fall dürften diese zwei Gigabyte etwas knapp bemessen sein – die Aufstockung auf vier Gigabyte Arbeitsspeicher sind bei einem Computer dieses Anspruchs eigentlich Pflicht.



Für den 3D-Zauber sorgt mit der Gainward GeForce 8800 GTS (ComputerBase-Test [5]) eine Grafikkarte der gehobenen Mittelklasse. Die Karte, mit 640 MByte GDDR3 (800 MHz Speicher- und 500 MHz Chiptakt) ausgestattet, genügt den aktuellen Pixel- und Vertexshader-4.0-Spezifikationen, bietet eine sehr gute und leise Serienkühlung und ausreichend Leistungsreserven für das Spielen aktueller und kommender Titel. Für den ein oder anderen könnte sie aber noch etwas zu zahm sein. Eine SLI-Nachrüstung ist aufgrund der Mainboardoptionen möglich, im Rahmen der Temperatur- und Lautstärkeansprüche aber praktisch nur schwer umsetzbar.
Beim Sound muss man sich nicht mit der Onboard-Leistung zufrieden geben, sondern bekommt mit der Creative Sound Blaster X-Fi Xtreme Music eine sehr gute PCI-Karte für den klaren, audiophilen 24-Bit-Klang bei Spiel, Film oder Musik mit ins Haus. Leider zuungunsten der Anschlussvielfalt, sodass unter anderem die Frontanschlüsse am Gehäuse nicht über die Creative-Karte angesteuert werden können. ComputerBase testete die Karte bereits ausführlich, weshalb wir an dieser Stelle auf den Bericht [6] verweisen wollen.



Bei den übrigen Komponenten sieht man mit dem Besser Leise Intel Ultimo doppelt: Zwei 500-Watt-Netzteile verwundern auf den ersten Blick, erscheinen aber bei näherer Überlegung nicht unclever. Die beiden Modelle (S12-500 SS-500HT) vom Spezialisten für leise Netzteile Seasonic besitzen zusammen ein Kilowatt Leistung und damit unheimliche Reserven für spätere Aufrüstungen. Dabei besitzen sie einen deutlich höheren Wirkungsgrad als einzelne Modelle dieser Leistungsklasse, setzen also weniger Wärme frei und agieren insgesamt deutlich leiser. Da auch das Gehäuse die Verwendung von zwei Netzteilen unterstützt, gibt es also in dieser Hinsicht keine Probleme. Die Konfiguration ist so ausgelegt, dass ein Netzteil als Stromlieferant für die Grafikkarte arbeitet, während das andere Power-Supply die übrigen Komponenten speist.
Bei den optischen Laufwerken setzt man auf Modelle von Sony NEC Optiarc. Hier hat es sich bei Besser Leise eingebürgert, anstatt der Standardkombination von einem DVD-RW- und einem DVD-R- auf zwei identische Brenner zu setzen. Damit verliert man zwar im Einzelfall die Lese-Besonderheiten einiger spezieller Lese-Laufwerke, hat aber insgesamt aufgrund der geringen preislichen Differenz zwei potente Lese- und Schreibmedien verbaut. Dabei ermöglichen die verwendeten Modelle aktuelle 18-fach-Schreibgeschwindigkeit (Herstellerlink [7] für weiterführende Spezifikationsauflistung), werden per SATA angebunden und arbeiten recht leise.
Final sei noch das Speicherplatzangebot erwähnt: Zwei leise 500-Gigabyte-Samsung-SpinPoint-SATA-II-Festplatten kombinieren sich zu einem Terabyte und halten damit ausreichend Datenträgervolumen für jede Art an Daten bereit. Sind sind als Raid-0-Verbund vorkonfiguriert, was der Geschwindigkeit des Gesamtsystems sehr zu Gute kommt.
Komponentenkühlung
Für einige Anwender lassen sich die Begriffe leise, leistungsstark und gut gekühlt nicht mit einer herkömmlichen Luftkühlung vereinen. Dass es doch geht, möchte Besser Leise mit seinen PCs unter Beweis stellen und fertigt die versandfertigen Rechner größtenteils auf Luftkühlbasis. Das verwendete Silverstonegehäuse TJ07 bietet dafür neben seiner üppigen Dimensionen gewisse Annehmlichkeiten.
Zunächst verfügt es über zwei relativ gut getrennte Kammern: Die untere für die beiden Netzteile inklusive deren ungenutzte Kabelstränge und die obere für die übrige Hardware. Damit stehen beide Bereiche, was den Luftstrom betrifft, kaum noch in Kontakt, sodass kein zusätzlicher Kühleffekt durch die Netzteilbelüftung, wie man ihn vom Standard-ATX-Gehäuse her kennt, erwartet werden kann. Dafür entfällt auf diesem Weg die thermische Zusatzbelastung für die temperaturgesteuerten Netzteillüfter, sodass diese, frische Luft durch die Gitterstruktur der Seitenwände ansaugend, bei absolut unbedenklichen Temperaturen stets mit niedrigen Drehzahlen (~ 900 U/min) agieren können.
In der oberen Kammer wird unterdessen absolut konsequent mit der verbauten Lüftertechnik der Luftstrom entlang des gewöhnlichen Temperaturgradienten gezogen. Auf die rückseitigen, optionalen 92-mm-Lüfteranbringungen des Gehäuses verzichtend, werkeln unter dem ebenfalls partiell gelochten Gehäusedeckel zwei ausblasende Scythe-SFLEX-120-mm-Lüfter bei konstanten 850 U/min. Ein dritter wurde per Kabelbinder sicher am Prozessorkühler fixiert, während der letzte Lüfter im System zur großflächigen Serienkühlereinheit des GeForce-8800-GTS-Grafikkartenkühlers gehört, von radialer 70-mm-Bauart ist und auslastungsgemäß im Test mit etwa 1420 bis 1660 U/min arbeitet.



Das Asus-Mainboard wird standardmäßig passiv gekühlt und verfügt neben dem Chipsatzblock über einen per Heatpipe angebundenen Ausläufer zu den Spannungswandlern. Auf der CPU kommt der bereits von ComputerBase im Einzeltest [8] betrachtete Thermalright Ultra 120 zum Einsatz. Der bärenstarke Hybrid-Towerkühler der fernöstlichen Edelkühlerschmiede wird verschraubend montiert – ein wichtiger Sicherheitsaspekt beim Versand-PC, der andere potentielle Kandidaten à la Scythe Infinity [9] mit ihrer Push-Pin-Methodik disqualifiziert. Final seien auch noch die im 5,25-Zoll-Schacht verbauten Festplatten erwähnt, deren Aufhängung jeweils über Zalmans HDD Heatpipe ZM-2HC2 realisiert wurde. Die beliebte Zalman-Einheit gehört dabei aber trotz des üppigen Heatpipe-Einsatzes eher zu den lärmmindernden, denn zu den wirklich effektiv kühlenden Elementen des PCs.
Temperaturmessungen
Zunächst geben wir anhand der mit einem Infrarotthermometer gemessenen Oberflächentemperaturen einen Überblick über die Temperaturverhältnisse im Inneren des Besser Leise Ultimo nach fünfstündigem 3DMark05-Dauerlastbetrieb. Die Maximalwerte der entsprechenden Zonen wurden von uns in folgender Grafik dokumentiert. Die Raumtemperatur betrug im Verlauf der Tests konstant 22 °C.
Demnach lassen sich besondere Hot-Spots vor allem auf der Grafikkarten- und der Mainboardoberfläche feststellen. Speziell der passiv gekühlte, kaum im Luftzug stehende Chipsatz dringt mit knapp 60 °C bereits in beachtliche Regionen vor. Da schafft der expandierte, bis über die Spannungswandler verlaufende Heatpipe-Passivkühler nur wenig Abhilfe. Auch der Kingston-DDR2-Speicher wird trotz moderater Taktraten relativ warm, während die übrigen wichtigen Komponenten wie Prozessor, Festplatten und Netzteile zumindest oberflächlich maximal Körpertemperatur erreichen.
Parallel zu dieser Darstellung interessieren und freilich noch die internen Messdioden der verschiedenen Komponenten, welche während des genannten Betriebsmodus' mit dem umfangreichen Diagnose- und Benchmark-Tool Everest [10] ausgelesen und aufgezeichnet wurden.
Temperaturmessungen
Angaben in °C
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Insgesamt kann man dem Besser Leise Ultimo eine gute Komponentenkühlung zusprechen. Für einen leisen, dämmmattenverkleideten PC auf Luftkühlbasis bleibt die sensible Hardwareausstattung durchweg im vertretbaren, reservenbehafteten Bereich. Eine gute Kabelverlegung, die den Luftstrom nicht behindert, ein großzügiges Gehäuse mit vielen Möglichkeiten und die partieller Lochblechausstattung sowie der Griff zu geeigneten aktiven sowie passiven Kühlelementen sind dabei die Schlüssel zum Erfolg.
Lautstärkeempfinden
Die Akustik der Komplettkonstruktion gehört firmenphilosophiegemäß zur Domäne des Besser-Leise-Rechners. Der Intel Ultimo als leistungsstarkes Aushängeschild des Unternehmens hat es dabei grundsätzlich nicht einfach, schließlich gelten die verbauten Komponenten mitunter als sehr stromhungrig und stark wärmeproduzierend, sodass der beschriebene Lüftereinsatz nicht zu knapp ausfallen darf. Dementsprechend ist eine nahezu lautlose Konfiguration kaum zu erwarten.
Nichts desto trotz hat man es geschafft, die acht rotierenden Bauteile (sechs Lüfter und zwei Festplatten) so harmonisch zu wählen und aufeinander abzustimmen, dass der Ultimo bis auf ein sanftes Hintergrundsummen durch die Lüfter und vereinzelt zartes Kratzen bei Festplattenzugriffen während des Betriebs nicht unangenehm aufzufallen vermag und als absolut leise beschrieben werden kann. Besonders die als Silent-Garanten bekannten drei Scythe-S-FLEX-SFF21D-120-mm-Lüfter, von Besser Leise als Gehäuse- und CPU-Lüfter verbaut, überzeugen durch nahezu nebengeräuschfreies Arbeiten bei kaum auftretenden Umschlagsgeräuschen und konstanten Umdrehungszahlen (~850 U/min).
Etwas überraschend ist, dass Besser Leise beim Grafikkartenkühler das Gainward-Standardmodell belässt und nicht durch ein effizienteres Retailpendant ersetzt. Immerhin lag gerade bei der Serienkühlung des Pixelbeschleunigers in der Vergangenheit bisweilen Einiges im Argen – das Optimierungspotential hinsichtlich Lautstärke und Kühlperformance schien mitunter riesig. Wie sich bereits in den Einzeltests zur GeForce 8800 GTS [11] abzeichnete, ist die aktuelle Kühlergeneration allerdings durchaus brauchbar und agiert mit dem 70-mm-Radiallüfter auf angenehmen, leicht zischendem Niveau zwischen 1420 und 1660 U/min je nach Auslastung.
Ebenfalls unberührt von hardwareseitigen Veränderungen zeigt sich die Lüfterausstattung der beiden Seasonic-Netzteile. Idealerweise hätten wir auch hier gern zwei Scythe S-FLEX gesehen, allerdings gehört auch die Seasonic-Serienaustattung mit ADDA-120-mm-Setup zur äußerst leisen Garde, die sich leicht zischelnd bei etwas unter 1000 U/min durch den Alltag bewegt und auch unter Last nur minimal zulegt.



Den Festplattengeräuschen der ohnehin sehr leisen Samsung-Magnetspeicher entgegnet Besser Leise seit Jahr und Tag mit Zalmans HDD Heatpipe ZM-2HC2 wirkungsvoll. Die stabile Konstruktion entkoppelt die beiden HDDs durch ihre gummierte Aufhängung vom Gehäuse und verhindert so das Übertragen von Festkörperschwingungen. Dadurch werden subjektiv sowohl die Lauf- als auch die Zugriffsgeräusche minimiert, ohne die Festplatten in eine aus thermischen Betrachtungen weniger sinnvolle, abgeschlossene Box zu verfrachten. So sind auch bei sensibler Betrachtung keine festplattenbedingten Rotationsgeräusche zu vernehmen, lediglich Lese- und Schreibzugriffe dringen durch ein dumpfes, gutmütiges Kratzen nach außen.
Um letzte Körperschall- und Vibrationsgeräusche abzudämpfen, kleidet Besser Leise das Silverstone-Gehäuse mit Noiseblocker-Platinium-Dämmern aus. Die vierlagigen Kombimatten bestehend aus einer hochfrequenzabschirmenden Microfleeceauflage, einer luftschalldämpfenden Akustikschaumstoffschicht, einer resonanzverringernden Bitumenschwerschicht und einer Aluminium-Thermostabilisatorfolie wussten schon im damaligen Dämmmattenvergleichstest [12] zu gefallen. Ihnen bleibt im ohnehin sehr leisen Intel Ultimo nur noch die Feinarbeit.
Lautstärkemessungen
Neben diesen subjektiven Empfindungen darf selbstverständlich auch die messtechnische Unterlegung der Geräuscheindrücke nicht fehlen. Dazu bedienen wir uns wie gewohnt dem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, welches den anliegenden Schalldruck in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel nach den bekannten A-Bewertungskurven ausgibt. Da die Messungen unter Nicht-Laborbedingungen in einem normalen Arbeitsraum stattfinden – dessen Grundlautstärke sich bei subjektiv empfundener Stille bei 30,4 dB(A) einpendelte – können die erzielten Ergebnisse lediglich als ungefährer Anhaltspunkt dienen. Schalldrücke über der Toleranzgrenze von 30,4 dB(A) sind grundlegend als wahrnehmbar zu bezeichnen. Je nach persönlichem Empfinden kann man bis 35 dB(A) von (sehr) leise, bis 40 db(A) von mittellaut und darüber von unangenehm bis extrem laut sprechen.
Die Messungen erfolgen in einer arbeitstypischen Entfernung von einem halben Meter vom PC in einem Meter Höhe. Das Messgerät ist dabei auf einem Stativ befestigt.
Lautstärkemessungen
Angaben in Dezibel
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Die aufgenommenen Messwerte bescheinigen dem Besser Leise Ultimo eine hervorragende Lärmcharakteristik nur knapp über dem Grundniveau das Messraumes (Vergleich zum Dell XPS 700 [13]). Weiterhin ist ein relativ konstantes Geräuschverhalten zu beobachten. Auch unter Lastbedingungen gibt es kein böses Erwachen, denn nur Grafikkarten- und Netzteillüfter legen minimal an Geschwindigkeit zu.
Auch einem zünftigen DVD-Abend steht mit dem Ultimo nichts im Wege. Die Lese- und Schreibgeräusche der verbauten Laufwerke sind akzeptabel und stören – sofern kein Stummfilm abgespielt werden soll – kaum. Das „Bootmaximum“ wird unterdessen nur für etwa eine Sekunde gehalten, in welcher der Grafikkartenlüfter kurzzeitig maximal betrieben wird.
Stromverbrauch
Um der Frage nach der Wirtschaftlich- und Umweltverträglichkeit der Besser-Leise-Konstruktion beizukommen, soll eine Messung zur Leistungsaufnahme des Gesamtrechners nicht fehlen. Dazu schalten wir ein Voltcraft Energie Check 3000 zwischen Steckdosenverteiler und den beiden Kaltgerätenetzkabeln des Besser-Leise-PCs und lesen die Werte in den angegebenen Situationen aus. Die Last-Werte wurden während eines 3DMark05-Durchlaufs entnommen, bei welchem sowohl CPU als auch Grafik sehr hoch beansprucht werden, während die optischen Laufwerke sicher nicht ihr Maximum an Leistung in diesem Modus zapfen.
Stromverbrauch Gesamtsystem
Angaben in Watt (W)
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Der Besser Leise Ultimo ist hinsichtlich des Strombedarfs kein Sparfuchs, was sich bereits durch die Verwendung der zwei 500-Watt-Netzteile ankündigte. Die von uns maximal generierte Leistungsaufnahme von unter 300 Watt scheint insgesamt aber nur bedingt rechtfertigend für das duale Power-Supply-Aufgebot. Nach Angaben von Besser Leise, die sich im Stichprobentest nicht klar verifizieren ließen, startet der Ultimo nicht immer problemlos mit nur einem der Netzteile, weshalb auf die Doppelbestückung zurück gegriffen wurde. Die Reserven sind auf diesen Weg auf jeden Fall immens, auch ohne den Einsatz unverhältnismäßig teuer und lauter Netzteile mit 700 Watt und mehr. Dafür muss man sich trotz der sehr effizienten Seasonic-Netzteile auch mit recht hohen Verlusten abfinden, wenn der PC im Standby-Modus verharrt oder ausgeschaltet ist. Damit Letzteres nicht zu sehr am Geldbeutel nagt und die Umwelt belastet, empfiehlt sich auf jeden Fall eine abschaltbare Steckdosenleiste. (Vergleichswerte für den Stromverbrauch von Komplettsystemen [14])
Systemperformance
Nachdem wir uns die wichtigsten Ergonomie-Eckpunkte des Besser Leise Intel Ultimo zu Gemüte geführt haben, soll unser letzter Blick etwas auf die Leistungsdaten des Power-PCs fallen. Dabei beschränken wir uns auf eine kleine Zusammenstellung an Benchmarks, da die Performance des Komplettrechners entsprechend der verbauten Komponenten ausfällt. Wer sich darüber hinaus für gegenüberstellende Tests der einzelnen Komponenten interessiert, wird in unseren reichhaltigen Testartikeln in den einzelnen Kategorien [15] sicher fündig. Vergleichswerte des Dell XPS 700 vom Januar dieses Jahres sind hier [16] zu finden.
| Benchmarktest | Modus | Ergebnisse |
|---|---|---|
| Futuremark PCMark05 | Sytem Score CPU Score Memory Score Graphic Score HDD Score |
7737 7452 5718 9616 8100 |
| HD Tach 3.0.4.0 | Long bench | Burst Speed 337,3 MB/s Random Access: 14,8 ms Average read: 122,8 MB/s |
| CineBench 03 Multi CPU | Rendering (x CPU) | 28,7 sec. |
| 3DMark05 (1.2.0) | Standard | 15337 3DMarks |
| 3DMark06 (1.1.0) | Standard | 9041 3DMarks SM2.0 Score: 3927 HDR/SM3 Score: 3926 CPU Score: 2500 |
| Colin McRae DIRT | 1.280x1.024 (Details:Ultra, 4xAA) 1.024x 768 (Details:Hoch, 4xAA) |
Min: 21, Max. 29, AVG: 25,3 [FPS] Min: 32, Max. 53, AVG: 43,7 [FPS] |
| C&C 3 Tiberian Wars | 1.280x1.024 (Details:Ultra, 4xAA) | Min: 28, Max. 32, AVG: 30,3 [FPS] |
Der Leistungsstand des Rechenknechtes ist erwartungsgemäß sehr hoch. Speziell die Performance des Raidverbundes und der CPU stechen heraus. Dem ein oder anderen wird, GTX- oder SLI-fordernd, nichts desto trotz die eingesetzte GeForce 8800 GTS (Einzeltest [4]) zu vernünftig erscheinen. Aus Sicht der Preisleistung ist diese unserer Meinung nach aber eine ausgezeichnete Wahl, wenngleich sich für den Gesamt-Systempreis mit Blick auf die 3D-Leistung sicher deutlich potentere Systeme kreieren lassen.
Fazit
Mit dem Besser Leise Intel Ultimo 07 ist man weit entfernt von den üblichen Problemen der Komplettrechner-Welt und erhält einen harmonisch abgestimmten Hochleistungs-PC, der als Multitalent allen gängigen Ansprüchen genügen sollte. Seine besondere Stärke liegt dabei in einem bemerkenswerten Verhältnis von Performance und Lautstärke, das weit über dem Fertig-PC-Standard liegt. Die Komponenten sind mit Bedacht gewählt und aufeinander abgestimmt, die Verarbeitung und Konfiguration standesgemäß und die Kühlung bei verschwindender Lärmemission absolut ausreichend.
Kritikpunkte können also kaum an der handwerklichen Umsetzung gefunden werden. Beim stolzen Preis von gut 3000 Euro könnte man allerdings auch eine GTX [17], Ultra [18] oder gar ein SLI-Aufgebot anstatt der leicht abgespeckten Single-GTS-Grafikkarte erwarten, um dem Anspruch an einen Luxus-PC, der nicht mit technischem Geschütz zu geizen weiß, gerecht zu werden. Den preislichen Differenzbetrag könnte man unterdessen bei der CPU einsparen: Der X6800 als Intels derzeit schnellster Desktop-Prozessor wird diesen Rang in Bälde an den E6850 [19] verlieren – letzterer wird nur ein gutes Viertel der im Ultimo verbauten Extreme-CPU kosten. Allerdings scheinen speziell bei der Verwendung der Grafikkarte die thermischen und lärmseitigen Faktoren zu limitieren, weshalb man sich letztendlich für eine GTS entschied. Weiterhin stünden dem Ultimo gerade für speicherlastige Anwendungen vier GByte Arbeitsspeicher in der Grundausstattung gut zu Gesicht – die preisliche Mehrbelastung bei den aktuellen RAM-Preisen [20] wäre marginal. So gibt es das Speicherplus nur gegen weiteren Aufpreis.
Nichts desto trotz legt Besser Leise mit dem Ultimo einen ausgezeichneten Auftritt aufs Parkett. Die Kritikpunkte sind dünn gesät und unterliegen im Detail den individuellen Vorstellungen von einer optimalen Computer-Zusammenstellung und -Konfiguration. Der Besser Leise Intel Ultimo 07 ist in der hier gezeigten Version zum stattlichen Preis von 3100 Euro direkt über die Internetseite [1] des Unternehmens online bestellbar und erhält unsere Empfehlung.





