Einleitung
Unser letzter Test [1] eines Besser-Leise-PCs liegt bereits einige Monate zurück. Das damalige SLI-System auf AMD-Basis konnte uns allerdings nicht begeistern und zeigte für ein vorkonfiguriertes Silent-System eines Spezialisten Unstimmigkeiten sowohl in der Komponentenauswahl als auch in der entscheidenden Lautstärkecharakteristik. Dass es das Oldenburger Unternehmen jedoch auch deutlich besser kann, soll mit dem aktuellen Protagonisten und Aushängeschild in puncto Geräuschminimalismus, dem Besser-Leise Schwartz-PC, gezeigt werden.
Auf Basis schneller Sockel-775-Technik inklusive Quad-Core-Ausstattung wollen die PC-Bauer einen günstigen und nahezu lautlosen Rechenknecht für Spiele, Multimedia und Alltagsaufgaben geschaffen haben und benennen das System nach ihrem Chef-Konstrukteur Gerrit Schwartz. Wir schauen uns den Besser-Leise-Computer etwas genauer an und beleuchten vor allem die ergonomischen Kernpunkte in gewohnter Manier. Macht es dieser Rechner besser?
PC-Zusammenstellung
Der Besser-Leise-PC wird sofort einsatzbereit in sicherer Verpackung geliefert. Alle innen liegenden Kabel wurden sauber verlegt und mit Hilfe von Kabelbindern zusammengefügt. Die unten aufgezeigte Zusammenstellung gilt dabei als Vorschlag und kann nach Absprache mit der Oldenburger Firma im Detail an die eigenen Wünsche und Vorstellungen angepasst werden – dies gilt sowohl für die Hardware als auch für das entsprechende Softwareangebot respektive das Betriebssystem.
| Besser-Leise „Schwartz-PC“ | |
|---|---|
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|
| Prozessor | Intel Core 2 Quad Q9550, 2833 MHz (8,5 x 333 MHz) |
| Kühler | Cooler Master Gemin II |
| Motherboard | Asus P5Q Pro, Intel Eaglelake P45, S775 |
| Grafikkarte | Asus Nvidia GeForce GTS 250 (512 MB) |
| VGA-Kühler | Scythe Musashi |
| Sound | Onboard 7.1 Audio (Realtek ALC1200) |
| Arbeitsspeicher | 2 x 2 GByte Samsung M3 6400, 5-5-5-15 @ 333 MHz |
| Netzteil | Silverstone SST-ST45NF 450 Watt, lüfterlos |
| Blu-Ray-Combo | LG GGC-H20L (4x DVD-R, 16x DVD-RW, 6x BD-Rom ...) |
| DVD-Brenner | Samsung SH-S223Q (22x DVD-R, 6x DVD-RW ...) |
| Festplatte | Samsung HD103UJ, 1000 GB, SATAII, 7200 U/min |
| Gehäuse | Zalman GS 1000 mit Schalldämmung |
| Gehäuselüfter | 3 x Scythe Slip-Stream @ 555 U/min |
| Komplettpreis | Siehe Fazit [2] |
Komponenten kurz vorgestellt
Als Gehäuse für den Schwatz-PC haben die Besser-Leise-Mannen mit dem Zalman GS 1000 ein interessantes Full-Tower-Chassis gewählt. Das 22 x 52 x 58,5 cm (B x H x T) große Gehäuse mit Stahlkern stellt eine 14,4 kg schwere Basis für eine leise PC-Konfiguration. Dabei wirkt es zurückhaltend und mit der oberen Kunststoffpartie in Klavierlack-Optik sowie den gebürsteten Aluminiumseitenteilen abwechslungsreich gestaltet. Leider zeigen sich gerade die glänzenden Kunststoff-Oberflächen sehr staub- und fettfingeranfällig und benötigen etwas Pflege.
Grundlegend bietet das Gehäuse Platz für vier externe 5,25"-Laufwerke sowie sechs interne 3,5"-Geräte. Letztere werden in Käfigen untergebracht und können sogar von außen über einen Klappmechanismus erreicht werden. Für den unteren Käfig steht eine Hot-Swap-Funktion zur Verfügung, mit welchem SATA-Festplatten ohne Direktverkabelung bequem ein- und ausgebaut werden können. Leider werden diese Funktionen bei der Besser-Leise-Umsetzung nicht genutzt, da die einzige Festplatte des Systems in einem 5,25"-Schacht verstaut wurde. Ansonsten bietet das Zalman GS 1000 reichlich Platz für Erweiterungen, eine sehr hohe Qualitätsanmutung, gute Möglichkeiten zur Kabelverlegung und ausreichend Belüftungsoptionen.






Ein Blick ins Innere zeigt, dass die Besser-Leise-Systembauer alle Komponenten und Frontanschlüsse handwerklich ordentlich verbaut haben und darüber hinaus sehr gern mit Kabelbindern arbeiten. Jeder freie Strang wurde sorgfältig abgebunden, sodass einerseits zwar ordnungs- und luftstromstörendem Kabelgewirr vorgebeugt wird, andererseits aber auch jegliche Veränderung an der Kabelführung oder -Nutzung sehr aufwändig wird.
Beim Motherboard setzt Besser-Leise auf das Asus P5Q Pro mit Intel-P45-(Eaglelake)-Chipsatz, welchen wir im Rahmen eines Kurztests [3] bereits vorgestellt haben. Das passiv gekühlte Mittelklasse-Board auf Sockel-775-Basis stellt einen überaus soliden und stabilen Grundpfeiler für ein ausgewogenes, leistungsfähiges System. Unter anderem ausgestattet mit zwei PCIe-16x-, zwei PCI- sowie drei PCIe-1x-Anschlüssen, Onboard ALC1200-8-Kanal-Sound, GB-LAN, 12 x USB 2.0, 2 x FireWire, 6 x SATA-II Raid, 2 x SATA-II sowie umfangreichen BIOS-Einstell- und Übertaktungsoptionen bietet es viele Möglichkeiten zur Erweiterung und Feinjustage.
Die zentrale Recheneinheit stellt der Intel Core 2 Quad Q9550 dar. Die aktuelle 45-nm-CPU bietet mit ihren vier nativen Kernen und 2,83 GHz (8,5 x 333 MHz) sehr hohe Rechenleistungen bei einem vertretbaren Anschaffungspreis, wie unser aktueller CPU-Vergleich [4] aufzeigt. Zwar zählt die Yorkfield-CPU nicht zu den Stromsparwundern, lässt sich bei einer Betriebsspannung von etwa 1,2 Volt aber dennoch mit einfachen Mitteln gut kühlen.



Beim Arbeitsspeicher verwendet Besser-Leise keine besonderen Module, sondern vertraut auf zwei 2-GByte-Riegel von Samsung. Die DDR2-Speicher sind PC6400 spezifiziert und arbeiten mit CL6-Latenzen bei 400 MHz respektive CL5 bei 333 MHz.
Für ein Spielesystem essentieller Bestandteil ist die Grafikkarte. Im Schwartz-PC nimmt mit einer GeForce GTS 250 von Asus ein Beschleuniger der aktuellen Nvidia-Mittelkasse Platz, der die ehemalige High-End-Karte GeForce 9800 GTX+ neu auflegt. Die 55-nm-G92b-GPU arbeitet mit 738 MHz Chiptakt, der mit 256-Bit angebundene 512 MB GDDR3-Speicher wird mit 1100 MHz betrieben. Eine ausführliche Besprechung der GeForce GTS 250 gibt es in unserem Testbericht [5].
Für genügend Speicherplatz steht die im 5,25"-Schacht verbaute Samsung HD103UJ Pate. Der als sehr leise und kühl bekannte Magnetspeicher wartet mit 1000 GByte Speichervolumen und 32 MByte Cache auf, dreht mit 7200 U/min und wird mit SATA-II angebunden. Um multimedialen Aufgaben gewachsen zu sein, kommt mit dem LG GGC-H20L ein Blu-Ray-Combolaufwerk zum Einsatz, welches in der Lage ist, Blu-Ray-Disks mit bis zu sechsfacher Geschwindigkeit zu lesen und darüber hinaus alle gängigen DVD- und CD-Formate in ansprechender Geschwindigkeit zu brennen. Sogar die nicht mehr produzierten [6] HD-DVDs können mit bis zu dreifacher Geschwindigkeit gelesen werden. Ferner steckt mit dem Samsung SH-S223Q noch ein zuverlässiges Brenn- und Leselaufwerk im PC, das bis auf den Blu-Ray-Support ebenfalls mit allen gängigen Datenträgern harmoniert. Da beide Laufwerke Lightscribe-fähig sind, reduziert sich der Nutzen des Samsung-Brenners auf On-The-Fly-Kopier-Aufgaben.



Als Stromlieferant sieht Besser-Leise mit dem Silverstone SST-ST45NF ein 450 Watt starkes Passiv-Netzteil vor und verbaut es am Boden des Gehäuses in etwas separierter Position. Das 86 x 150 x 160 mm große und etwa 2,8 kg schwere Silverstone-Netzteil arbeitet als Vollaluminiumkonstruktion komplett lüfter- und lautlos und kommt dabei mit nur kleinen Passivkühlern sowie einem offenen Wabendesign aus. Ermöglicht wird dies durch die hohe Effizienz von über 80 Prozent sowie durch eine eigentlich auf deutlich höhere Leistungswerte konzipierte Elektronik. Das SST-ST45NF genügt dem ATX-2.3-Standard und bietet ausreichend Anschlussmöglichkeiten: 1x 20/24-Pin, 1x 4+4-Pin ATX/EPS, 6x 4-Pin HDD, 6x SATA, 2x Floppy, 1x 6-Pin-PCIe sowie 1x 6+2-Pin PCIe und für ein Mittelklassesystem genügend Stromstärke auf den einzelnen Leitungen (+3.3V: 22A, +5V: 15A, +12V: 35A).
Komponentenkühlung
Die Kühlung der verbauten Hardware-Kernkomponenten avanciert in einem auf lautlos getrimmten PC zur fundamentalen Herausforderung. Schließlich muss das Zusammenspiel aller Kühlelemente stark genug sein, um die entstehende Wärme abzuleiten, darf aber auf der anderen Seite aus akustischer Sicht nicht durchfallen. Für einen PC, der per Versand oder Spedition ins heimische Arbeitszimmer kommt, gelten zudem erhöhte Sicherheitsanforderungen an die Kühlhardware. Verschraubmontagen sind daher Pflicht, damit der Kunde beim Auspacken kein böses Erwachen hat.
Beim Schwartz-PC heißt das Belüftungsmotto „doppelt kühlt besser“. So thront auf der CPU mit dem Cooler Master Gemin II einer der größten verfügbaren CPU-Kühler in herkömmlicher Downblow-Bauweise, welcher von zwei 120-mm-Scythe-Slip-Stream-Lüftern aktiv ventiliert wird. Letztere sind der „SL“-Serie zugehörig, arbeiten serienmäßig lediglich mit etwas über 500 U/min und belüften damit neben dem Gemin II, der auf einem Sechsfach-Heatpipe-Design und einem riesigen Kühlkörper beruht, auch sockelnahe Bauteile (Chipsatz, Spannungswandler, RAM) des Motherboards. Wohl nur aus diesem Grund dürfte die Wahl auf den Cooler-Master-Spross gefallen sein, denn seine reine CPU-Kühlleistung konnte uns in unserem damaligen Einzeltest [7] in Referenz zu seiner unheimlichen Größe nur bedingt überzeugen.
Bei den Gehäuselüftern fiel die Wahl konsequenterweise ebenfalls auf die sehr leisen, langsam drehenden SL-Slip-Stream-Modelle aus dem Hause Scythe (500 U/min, 42 m³/h, Gleitlager, 3-Pin-Anschluss). Zwei Exemplare befördern an der Gehäuseoberseite erwärmte Luft aus dem Chassis, während ein Dritter (an der Rückwand montiert) ausbläst. Ein einfacher Blick auf diese Konfiguration lässt erahnen, dass im Zusammenspiel mit dem CPU-Kühler kein klar gerichteter Luftstrom im Zalman-Gehäuse erzeugt wird. Eine unterstützende, gezielte und positive Beeinflussung der Belüftungen kann aufgrund der verschiedenen Strömungsrichtungen und angesichts der geringen Lüfterabstände von teilweise nur wenigen Millimetern kaum erreicht werden. Hier wäre die CPU-Kühler-Entscheidung wohl besser auf einen aktuellen 120-mm-Tower denn auf den Cooler-Master-Mammut gefallen.



Eine sehr gute Wahl hat Besser-Leise derweil bei der Grafikkartenkühlung getroffen. Hier tauschen die Oldenburger den Standardkühler der GTS 250 gegen den Scythe Musashi und verbauen damit einen der derzeit besten und vor allem leisesten Nachrüst-Kühler für 3D-Beschleuniger, welcher im Einzeltest [8] unsere ComputerBase-Empfehlung einheimsen konnte. Der Musashi ist relativ flach gebaut und verfügt über eine 100-x-12-mm-Doppelventilierung. Serienmäßig sind beide VGA-Lüfter auf minimaler Drehzahl eingestellt (etwa 700 U/min), über ein Doppelpotentiometer an der Gehäuserückwand kann der Anwender bei Bedarf die Lüftergeschwindigkeiten bis auf 1900 U/min anheben. Ein solcher Eingriff sollte aufgrund der Leistungsfähigkeit der Kühlung und der im Test gezeigten Temperaturen unter Normalbedingungen nie nötig sein.
Messungen
Temperatur
Zunächst geben wir anhand der mit einem Infrarotthermometer gemessenen Oberflächentemperaturen einen Überblick über die Temperaturverhältnisse im Inneren des Besser-Leise-Systems nach fünfstündiger 3DMark06-Loop-Prime95-Kombination. Die Maximalwerte der entsprechenden Zonen wurden von uns in folgender Grafik dokumentiert. Die Raumtemperatur betrug im Verlauf der Tests konstant 25 °C.
Erwartungsgemäß konzentrieren sich die Hot-Spots im Bereich der Grafikkarte und des Chipsatzes. Hier lassen sich noch unkritische PCB- respektive Kühleroberflächentemperaturen von über 60 °C ablesen. Vergleichsweise kühl geht es derweil in der CPU-Region zu. Während der aktiv ventilierte Prozessorkühler nur wenig über Gehäusetemperatur erwärmt ist, werden selbst in Sockelnähe lediglich 50 °C erreicht. Ein Wert, der sogar vom Arbeitsspeicher überschritten wird. Erfreulich kühl präsentiert sich das passive Silverstone-Netzteil. Das offene Wabendesign und der nach unten gerichtete Passivkühlkörper sorgen hier für unbedenkliche Temperaturwerte. Darüber hinaus gibt es lediglich im Frontbereich der Festplatte und der optischen Laufwerke weitere Wärmekonzentrationen.
Parallel zu dieser Darstellung interessieren uns natürlich noch die internen Messdioden der verschiedenen Komponenten, welche während des genannten Betriebsmodus' mit dem umfangreichen Diagnose- und Benchmark-Tool Everest [9] ausgelesen und aufgezeichnet wurden.
Maximaltemperaturen
Angaben in °C
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Die intern gemessenen Temperaturresultate unterscheiden sich dahingehend von der Oberflächendarstellung, dass die CPU-Aufheizung maßgeblich wird. Über 80 °C Kerntemperatur sind noch vertretbar für eine Silent-Konfiguration, bieten aber nur geringe Reserven für eventuelle Experimente. Abseits davon bleibt vor allem die Grafikchip mit dem sehr guten Scythe Musashi selbst auf niedrigster Stufe in angenehm moderaten Gefilden.
Lautstärke-Empfinden
Die Lautstärkecharakteristik sollte zu den Paradedisziplinen des Besser-Leise Schwartz-PCs gehören. Hier kommt der Konfiguration das auf minimale Drehzahlen abgestimmte Lüftersetup ebenso zugute wie die selektierte Auswahl der verbauten Ventilatoren. Mit Bedacht haben die Oldenburger PC-Bauer darauf geachtet, dass die verwendeten Scythe-Lüfter über keinerlei spürbare Schleif- oder Lagerrasselgeräusche verfügen. Folgerichtig präsentiert sich dem Anwender ein überaus erfreuliches Klangbild bei etwa 550 U/min aller fünf 120-mm-Slip-Stream-SL- respektive gut 700 U/min der beiden 100-mm-Musashi-Lüfter. Subjektiv kann man selbst bei geöffnetem Gehäuseseitenteil kaum Laufgeräusche vernehmen und kann daher von einem nahezu lautlosen Eindruck sprechen.




Zu diesem tragen die verbauten Schalldämmmatten nur einen geringen Teil bei, können sie bei kaum vorhandener Emission doch ihrer schallschluckenden Hauptaufgabe nur bedingt nachgehen. Dafür leisten die sorgtfältig an den Seitenteilen, an der gesamten Gehäuse-Unterseite und selbst im vorderen, oberen und hinteren Gehäusebereich zurecht gestutzten und verklebten Mehrschicht-Matten auf schwerer Bitumenbasis vor allem einen vibrationsdämpfenden Effekt durch die eingebrachte Masse und ergänzen damit die Lärm-Präventivausstattung des Besser-Leise-PCs.
Nicht einmal die Samsung-HD103UJ-Festplatte vermag die unheimliche Ruhe bei Zugriffen mit ihren von Haus aus sehr zurückhaltenden Arbeits- und Laufgeräuschen zu stören. Hierbei vertraut Besser-Leise traditionsgemäß auf die Wirkweise der Zalman ZM-2HC2, einer entkoppelnden Aufhängung für 3,5"-Laufwerke, die trotz ihrer offenen Bauweise erstaunlich zuverlässig zur Geräuschreduzierung der Magnetspeicher beiträgt und dabei die Temperaturen kaum beeinflusst. In Kombination mit der Schalldämmung des Zalman-Gehäuses beweist die Zusammenstellung damit hervorragende klangliche Leistungen im Betriebsalltag.
Einzig das Blu-Ray-Combolaufwerk und der Samsung-DVD-Brenner trüben die Stille, sofern man ihnen eine Aufgabe gibt. Hierbei beweist aber vor allem das LG-Combolaufwerk akzeptable Lärmcharakteristik und unterstreicht seine Eignung für ausgedehnte Filmabende in ruhiger Umgebung.
Lautstärke-Messung
Neben diesen subjektiven Empfindungen darf selbstverständlich auch die messtechnische Unterlegung der Geräuscheindrücke nicht fehlen. Dazu bedienen wir uns wie gewohnt dem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, welches den anliegenden Schalldruck in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel nach den bekannten A-Bewertungskurven ausgibt. Da die Messungen unter Nicht-Laborbedingungen in einem normalen Arbeitsraum stattfinden (dessen Grundlautstärke sich bei subjektiv empfundener Stille bei 30,4 dB(A) einpendelte), können die erzielten Ergebnisse lediglich als ungefährer Anhaltspunkt dienen. Schalldrücke über der Toleranzgrenze von 30,4 dB(A) sind grundlegend als wahrnehmbar zu bezeichnen. Je nach persönlichem Empfinden kann man bis 35 dB(A) von (sehr) leise, bis 40 db(A) von mittellaut und darüber von unangenehm bis extrem laut sprechen.
Die Messungen erfolgen in einer arbeitstypischen Entfernung von einem halben Meter vom PC in einem Meter Höhe. Das Messgerät ist dabei auf einem Stativ befestigt.
Lautstärkemessungen
Angaben in Dezibel
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Die messtechnischen Schalldruckbetrachtungen untermalen die überragende akustische Leistung des PCs. Hier macht Besser-Leise seinem Namen alle Ehre und schafft es tatsächlich, dem Anwender einen im Betriebsalltag nahezu lautlosen Gefährten zur Seite zu stellen. Lediglich die optischen Laufwerke machen sich naturgemäß etwas bemerkbar – sofern sie benötigt werden.
Leistungsaufnahme
Um der Frage nach der Wirtschaftlich- und Umweltverträglichkeit der Besser-Leise-Konstruktion beizukommen, soll eine Messung zur Leistungsaufnahme des Gesamtrechners nicht fehlen. Dazu schalten wir ein Voltcraft Energie Check 3000 zwischen Steckdosenverteiler und das Kaltgerätenetzkabel des PCs und lesen die Werte in den angegebenen Situationen aus. Dabei beschränken sich die Lastmessungen vornehmlich auf die Auslastung der Kernkomponenten CPU und Grafikkarte, während die optischen Laufwerke sicher nicht ihr Maximum an Leistung in diesem Modus zapfen.
Leistungsaufnahme Gesamtsystem
Angaben in Watt (W)
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Etwa 100 Watt Verbrauch im Leerlaufbetrieb sind für ein System der gehobenen Mittelklasse ein ordentlicher Wert. Auch knapp 250 Watt Maximalverbrauch in anspruchsvollen Anwendungen gehen aus wirtschaftlicher Sicht in Ordnung und decken sich mit den Erfahrungen der Einzelkomponententests.
Systemperformance
Nachdem wir uns die wichtigsten Ergonomie-Eckpunkte des Schwartz-PCs zu Gemüte geführt haben, soll unser letzter Blick auf die Leistungsdaten des Rechenknechtes fallen. Dabei beschränken wir uns auf eine kleine Zusammenstellung an Benchmarks, da die Performance des Komplettrechners entsprechend der verbauten Komponenten ausfällt. Wer sich darüber hinaus für gegenüberstellende Tests der einzelnen Komponenten interessiert, wird in unseren reichhaltigen Testartikeln in den einzelnen Kategorien [10] fündig. Im Besonderen sei dabei auf unseren aktuellen Prozessoren-Vergleich [3], bei welchem der Q9550 Referenz stellt, den Kurztest [2] des Asus P5Q mit Intel P45-Chipsatz sowie den ausführlichen Test [4] der GeForce GTS 250 verwiesen.
| Benchmarktest | Modus | Ergebnisse |
|---|---|---|
| Futuremark PCMark05 | System Score CPU Score Memory Score Graphic Score HDD Score |
9969 9081 5905 17880 7516 |
| Futuremark PCMark Vantage | System Score Memories Score TV & Movie Score Gaming Score Music Score Comminications Score Productivity Score HDD Score |
6207 4997 4244 5592 4850 5795 6079 4636 |
| CineBench R10 64Bit | Rendering (1 CPU) Rendering (x CPU) |
3478 12624 |
| POV-Ray 3.7 | All-CPU Rendering Benchmark | 101 Sekunden |
| HDTach 3.4.0.4 | Long Benchmark | Burst Speed 242,8 MB/s Random Access: 13,6 ms Average read: 98,1 MB/s |
| SiSoft Sandra | CPU-Multimedia-Leistung Speicherbandbreite Speicher-Latenzzeit |
131,47 MB/s (Integer), 90,25 MB/s (Fließkomma) 6,46 GB/s (Integer), 6,46 GB/s (Fließkomma) 105 ns |
| 3DMark06 (1.1.0) | Standard | 14720 3DMarks SM2.0 Score: 6039 HDR/SM3 Score: 6290 CPU Score: 4695 |
| 3DMark Vantage | Standard | 8381 3DMarks GPU Score: 6692 CPU Score: 34503 |
| Call of Duty 5 | 1.280 x 1.024 (Details:Maximal, 4xAA) |
Min: 46; Max. 94; AVG: 72,7 [FPS] |
| Company of Heroes | 1.280 x 1.024 (Details:Maximal, 4xAA) |
Min: 20; Max. 63; AVG: 49,6 [FPS] |
| Anno 1404 | 1.440 x 900 (Details:Hoch, 0xAA) |
Min: 25; Max. 77; AVG: 50,3 [FPS] |
Die Benchmarkauswahl offenbart keinerlei Überraschungen. Das System arbeitet gemäß der verbauten Hardware in allen Bereichen sehr zügig. Die Abstimmung und Implementierung der Komponenten wirkt ohne Flaschenhals stimmig, sodass sowohl häufiges 3D-Spielen als auch ausgedehnte Rechenbeanspruchung in Form von Render- oder Multimediaaufgaben problemlos und flott bewerkstelligt werden. Natürlich kann der Schwartz-PC keine Geschwindigkeitsrekorde brechen, sehr gute Allround-Fähigkeiten besitzt er jedoch allemal.
Für die Benchmarks wurde Windows Vista Ultimate 64-Bit genutzt. Lediglich für HDTach kam Windows XP mit SP3 zum Einsatz. Als Grafikkartentreiber wurde der Nvidia ForceWare 190.62 verwendet.
Fazit
Der Besser-Leise Schwartz-PC zählt zweifelsfrei zu den leisesten Komplettsystemen, die je in der Redaktion begutachtet werden konnten. Aus dieser Perspektive hat das Oldenburger Spezialunternehmen wirklich beachtliche Arbeit geleistet und präsentiert einen PC der gehobenen Mittelklasse, der in allen Alltagsbereichen nahezu lautlos arbeitet. Abseits des gelungenen akustischen Auftrittes erhält der Anwender einen durchaus schnellen Rechenknecht, der sowohl aktuellen Spielen als auch der multimedialen Untermalung inklusive Blu-Ray-Unterstützung ebenso wie rechenintensiven Aufgaben gut gewachsen ist. Allerdings gehört die Hardwarebasis, speziell die Sockel-775-Infrastruktur, nicht mehr zur aktuellen Garde, was angesichts der preislichen Ausrichtung und der gezeigten Leistung aber durchaus legitim erscheint.
Handwerklich kann man am Besser-Leise-Machwerk kaum Kritik anbringen. Alle Komponenten wurden sicher und sauber verbaut, alle Kabelstränge akribisch mit Kabelbindern abgebunden und verlegt. Das Dämmmaterial wurde ordentlich eingepasst und die Kühlhardware fachgerecht installiert. Mit der Auswahl der Kühler sind wir dagegen nur bedingt zufrieden. Sehr gut gefallen uns die selektierten Slip-Stream-Belüftungen für Gehäuse und CPU, die mit ihrer niedrigen Seriendrehzahl und den guten Lagern Kühlleistung und Silentfähigkeiten treffend verbinden. Auch der Scythe Musashi macht auf der GTS 250 eine sehr gute Figur, agiert er doch platzökonomisch und leistungsstark zugleich. Unterdessen hätte man beim CPU-Kühler durchaus sinnvollere Konstruktionen, die den Luftstrom im Gehäuse fördern und obendrein noch eine bessere Rohleistung aufweisen, verbauen können.
Unterm Strich liefert Besser-Leise [1] mit dem Schwartz-PC aus ergonomischer Sicht dennoch eine gute Vorstellung ab. Verbesserungs- und Änderungsoptionen gibt es, im Rahmen individueller Vorstellungen und Präferenzen an ein Komplett-System, natürlich im fast beliebigen Maße.
Ergänzung
Während der Testphase hat sich Besser-Leise entschieden, Komponenten des Schwartz-Systems zu tauschen. So muss das passive Silverstone-Netzteil aus Kostengründen dem 450-Watt-Modell Scythe Kamariki weichen. Das Netzteil der Japaner ist ebenfalls 80-Plus-zertifiziert und soll laut Aussagen von Besser-Leise aufgrund der superleisen 100-mm-Belüftung nichts an der überragenden Akustik der PC-Konstruktion ändern. Außerdem setzt man beim Gehäuse nun auf das Zalman GS 1000 SE, welches über stählerne Seitenwände verfügt und durch das Mehr an Gewicht noch höhere Vibrationsprophylaxe bieten soll. Der Gesamtpreis für das so geänderte System beläuft sich auf 1300 Euro.





