Einleitung
Seit der Einführung der CD-ROM im Jahre 1985 ist die 12 cm große Scheibe zu dem wohl populärsten Datenträger überhaupt geworden. Doch auch hier hat der Fortschritt der Technik nicht Halt gemacht und nun stößt die CD langsam aber sicher an ihre Grenzen. Aus diesem Grunde begab man sich auf die Suche nach einer neuen Technik - Dies war die Geburtsstunde der Digital Versatile Disc.
Denn wenn sich auf den Regalen die CDs nur so stapeln und man einfach nicht mehr weiß wohin mit den Dingern, sollte man sich ernsthaft Gedanken über den Kauf eines DVD-Brenners machen.
Wer jetzt aber gleich zu seinem Hardwarehändler stürmt oder den nächstbesten Onlineshop besucht um sich mal schnell einen DVD-Brenner zu kaufen, wird schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Denn viele Wege führen nach Rom - oder zur ersten selbstgebrannten DVD.
Die DVD-Typen
Wer gedacht hat, es gäbe nur eine DVD, der liegt leider falsch. Schon seit langem wird hier zwischen single-layer und double-layer, einseitigen und zweiseitigen Medien, unterschieden. Hier die verschiedenen DVD-Typen in der Übersicht:
DVD-5: Diese speichert bis zu 4,7 GByte. Sie besteht zu einer Hälfte aus einem Trägermaterial - meist ein Polycarbonat, auf das eine Aufzeichnungsschicht aus Aluminium gedampft ist. Zur anderen Hälfte besteht sie aus einem Dummy-Substrat.
DVD-9: Diese kann bis zu 8,5 GByte speichern. Sie besitzt zwei Datenebenen, die ein Laserstrahl von einer Seite aus lesen kann. Die erste Datenebene ist halbdurchlässig, die zweite vollreflektierend. Die halbdurchlässige Schicht bezeichnet man als Layer 0. Sie liegt der Leseoberfläche näher als die vollreflektierende Datenebene Layer 1. Der Vorteil dieser Technik ist, dass sie bei der Wiedergabe nicht mehr gewendet werden muss wie die DVD-10.
DVD-10: Die Kapazität der DVD-10 beträgt 9,4 GByte. Das Medium besitzt auf beiden Oberflächen Aufzeichnungsschichten. Um beide Seiten der DVD abzuspielen, muss sie im Player gewendet werden. Man erkennt sie auch daran, dass keine der beiden Seiten bedruckt ist.
DVD-14: Bei der DVD-14 handelt es sich einfach um eine Kombination von DVD-9 und DVD-5. Auf einer der beiden Seiten liegt ein Layer, auf der anderen Seite liegen zwei Layer. Praktisches Einsatzgebiet sind DVDs, die auf der einen Seite einen längeren Film gespeichert haben und auf der anderen Seite z.B. Bonusmaterial enthalten.
DVD-18: Auf einer DVD-18 lassen sich bis zu 17,0 GByte speichern. Die DVD-18 eine Kombination zweier DVD-9-Hälften. Zum Lesen beider übereinander liegenden Datenebenen auf einer DVD-Seite kann der Laser durch das semitransparente Material auf die darunter liegende Aufzeichnungsschicht fokussieren. Für das Lesen der zweiten DVD-Seite muss das Medium wie eine DVD-10 gewendet werden. Wie bei der DVD-10 ist keine der beiden Seiten bedruckt.
Erklärung: Bei einer DVD ist der Abstand zwischen Oberfläche und Informationsschicht wesentlich geringer als bei einer normalen CD. Dadurch ist eine feinere Fokussierung des Laserstrahls und damit das Auslesen dichter geschriebener Informationen möglich. Die Windungen der Spur können sehr viel dichter zusammenliegen. Die Pitlänge und der Trackabstand sind geringer als bei der CD. Die Informationsschichten werden mit einem roten Laser mit einer Wellenlänge von 635 nm und 650 nm ausgelesen.
Die verschiedenen DVD Formate
Die Hersteller streiten sich bis heute noch über einen einheitlichen DVD Schreibstandard. Nur für drei Anwendungen besteht bereits eine Einigung über Spezifikationen und Formate: Dies sind die DVD-Video (Kauf-DVDs), DVD-Audio und DVD-ROM für Computerdaten.
Gleich fünf, leider nicht zueinander kompatible, Formate buhlen um die Gunst des Käufers: DVD-RAM, DVD-R, DVD+R, DVD-RW und DVD+RW.
DVD-R Die DVD-R lässt sich nur einmal beschreiben. Gedacht ist sie damit für Archivierungszwecke. Entwickelt wurde sie 1997 von Pioneer und kann in der zweiten Generation bis zu 4,7 GB an Daten speichern. Daneben existieren zwei unterschiedliche Varianten: Typ A, der nur im professionellen Einsatz verwendet wird und Typ G für den privaten Bereich.
DVD+R Auch die DVD+R kann bis zu 4,7GB an Daten speichern und lässt sich auch nur einmal beschreiben. Sie bietet gegenüber der DVD+RW zwei Vorteile. Sie ist zum einen günstiger in der Anschaffung, zum anderen sorgt sie für eine bessere Kompatibilität. Das heißt, dass es nahezu keine Einschränkungen bei der Wiedergabe auf herkömmlichen Heim DVD-Playern gibt.
DVD-RW Die wiederbeschreibbare DVD-RW wurde ebenfalls von Pioneer entwickelt. Laut Herstellerangaben ist die DVD-RW mindestens 1000 mal wiederbeschreibbar. Sie fasst ebenfalls bis zu 4,7 GB an Daten pro Seite. Alle DVD-RW-Schreibgeräte verarbeiten daneben auch DVD-Rs. DVD-RW Medien sind zwar theoretisch in den meisten DVD-Playern spielbar, doch tauchen häufig Probleme auf.
DVD+RW Die DVD+RW ist ein wiederbeschreibbares Medium und kann auch bis zu 4,7 GB an Daten speichern. Sie soll mindestens 1000 Schreib-Lösch Vorgänge vertragen. Bei ihr sind die geringsten Probleme zu erwarten, wenn ein Rohling in einem DVD-Player abgespielt werden soll.
DVD-RAM Die DVD-RAM wird offiziell unter dem Namen DVD rewritable geführt. 1998 auf den Markt gebracht, war sie das erste wiederbeschreibbare Medium. Ihre Schöpfer waren Hitachi, Panasonic und Toshiba. Medien der zweiten Generation können auch wieder bis zu 4,7 GB an Daten speichern und sind bis zu 100.000 mal wiederbeschreibbar. Je nach Medientyp muss die DVD-RAM allerdings in ein Cartridge eingelegt werden. Die DVD-Ram ist jedoch zu den meisten Home DVD-Playern nicht kompatibel.
Die DVD-Audio Die DVD-Audio ist DVD-Video sehr ähnlich. Nur ist sie für höchstqualitative Audioanwendungen gedacht. Diese Scheiben sollen nach dem Willen ihrer Erfinder nach und nach die Audio CD ablösen. Die Vorteile der DVD-Audio liegen in erster Linie in der höheren Klangqualität, aber auch die zusätzlichen Funktionen, wie Wiedergabe von Musikvideos und Liedtexten während der Musikwiedergabe (über TV oder PC), Anmerkungen des Interpreten und vieles mehr. Darüber hinaus enthält das DVD-Audio Format ein eigenes digitales Wasserzeichen. Dieses soll die digitale Aufnahme und/oder das Rippen eines Songs verhindern. Zudem existiert bislang kein DVD-Audio-Player mit digitalen Ausgängen.
Technische Zusammenfassung Die Produktion von +R/+RW-Medien ist für die Hersteller deutlich einfacher als bei -R/-RW Medien, weil das Vollschreiben des CSS-Bereiches entfällt, da die Einhaltung des Kopierschutzes dem Brenner überlassen wird. Eine DVD+RW hat die gleichen Reflexionseigenschaften wie eine DVD-RW, und daher haben beide Formate bei älteren Lesegeräten die gleiche Kompatibilitätsschwäche.
Der wesentliche Unterschied zwischen DVD-RW und DVD+RW liegt darin, dass +RW aufgrund seiner anderen Struktur des Spurrandes beim Brennen die Sektoren genauer adressiert. +R/+RW Brenner unterstützen auch "Lossless Linking". Zudem können +RW Brenner die Rohlinge auch in Teilen neu beschreiben, dies ist vor allem für Standalone-Rekorder interessant.
Das DVD+RW-Format sieht neben dem üblichen CLV-Schreibverfahren (Constand Linear Velocity) für sequenzielle Daten auch einen CAV-Modus (Constant Angular Velocity) für schnellere Dateizugriffe vor. Auch die optionale Defektverwaltung ist bei DVD+RW mit an Bord. Bei der aktuellen Brennergeneration sucht man allerdings vergeblich die genannten Modi, denn im CAV-Modus (Constant Angular Velocity) würden die Medien langsamer beschrieben als per CLV (Constand Linear Velocity). Der CAV-Brenner würde mit Maximalgeschwindigkeit erst in den Außenbereichen brennen. Zudem könnte kein DVD-Player mit diesen Optionen gebrannte Medien lesen. Daher unterstützt DVD+R auch überhaupt kein CAV.
Die Kompatibilität
Die meisten Hersteller haben mittlerweile bei Ihren DVD-Laufwerken nachgebessert und die Kompatibilität zu beschreibbaren DVD-Medien erhöht. Bei selbstgebrannten DVDs kann es aber bei einigen, gerade älteren, Laufwerken immer noch zu Problemen kommen.
Bei der Kompatibilität zu Standalone-DVD-Playern geben sich die beiden Formate hingegen wenig. 93 Prozent der DVD-Player kommen mit DVD+R klar, lediglich zwei Prozent weniger als bei DVD-R. Manipuliert man mit einem "Compatibility Tool" das Bit für die Erkennung des Medientyps auf DVD-ROM, liegt die Erkennungsrate für beide Formate gleichauf bei 95 Prozent.
Zwei umfangreiche Kompatibilitätslisten gibt es unter folgenden URLs.
Plus oder Minus
DVD+R übertrifft DVD-R in Sachen Leistung: +R Medien lassen sich, genauso wie +RW, mit 2,4x Geschwindigkeit brennen. Eine DVD beschreiben die +RW Rekorder in rund 24 Minuten. Aktuelle DVD-R/-RW Brenner hingegen schreiben -R Rohlinge mit maximal 2x Geschwindigkeit und benötigen daher fast 30 Minuten für einen Brennvorgang. DVD-RW/-R Brenner mit vierfacher Geschwindigkeit haben wir an dieser Stelle aussen vor gelassen, da noch fast keine entsprechenden Medien verfügbar sind.
DVD+RW hat die größten Chancen, sich als Standard für DVD-Recording durchzusetzen. In Anbetracht dessen, dass sich Firmen wie Dell, HP, Memorex, Mitsubishi, Philips, Ricoh, Sony und Yamaha hinter DVD+RW/+R gestellt haben, lässt vermuten, dass die Anschaffung eines entsprechenden Brenners keine Fehlinvestition ist. Mit Microsoft hat die DVD+RW Alliance zudem noch einen gewichtigen Fürsprecher gewonnen. Der Software-Hersteller kündigte an, diesen Standard künftig zu unterstützen. Bereits Windows Longhorn wird den entsprechenden Support bieten.
Fazit
Dieser Kampf wird noch sehr lange dauern und es ist nicht einmal garantiert, dass er irgendwann enden wird. Bedauerlich ist dies vor allem für den Käufer, da sich dieser früher oder später für einen der beiden Wege entscheiden muss und sich damit der Gefahr aussetzt, auf das falsche Pferd zu setzten.
Die momentane Lage spricht aber eindeutig für DVD+R/+RW.
Die Lösung bringen da die neuen DVD Brenner, welche dann bereits beide Brennformate unterstützen werden.
Und als ob die Verunsicherung um Plus und Minus nicht ausreichen würde, werden momentan wieder zwei Formate parallel entwickelt: Die nächste Runde im Kampf der Standards gehört den DVD-Nachfolgern "Advanced Optical Disc" und dessen Konkurrent "Blu-ray".


