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Test: Externe Festplattengehäuse

von Ralph Burmester

Einleitung

"Gute Idee", dachte sich der Geschäftsführer, "ich nehme die Daten mit nach Hause". Tja, aber wie nimmt man 12GB Daten mit, ohne mehrere CDs oder DVDs zu brennen? Na klar, eine externe Festplatte ist die Lösung. Für echte Mobilität sorgen die kleinen Gehäuse für 2,5" Festplatten, die meistens sogar ohne zusätzliche externe Stromversorgung auskommen, da die per USB Anschluss zur Verfügung gestellten 500mA für die auf geringen Stromverbrauch ausgelegten 2,5 Festplatten normalerweise völlig ausreichen. Auch im Bereich der Notebook Festplatten sind inzwischen 80GB Kapazität keine Seltenheit mehr. Wer noch mehr Kapazität benötigt, muss wohl oder übel auf die grösseren 3,5" Festplatten zurück greifen, hier sind auch 250GB kein Problem. Allerdings ist die Mobilität eingeschränkt, die externen 3,5" Gehäuse benötigen eine zusätzliche Stromversorgung, die Desktop Festplatten sind einfach zu leistungshungrig. Welche Lösung für wen die Richtige ist, wollen wir in unserem Test versuchen zu klären.

EIO USB 2.0 Hard Disk enclosure

Das aus dem Hause Innovision stammende externe Gehäuse für 2,5" Festplatten kommt im kleinen Retail-Karton. Zum Lieferumfang gehören ein 30cm langes Datenkabel, ein 80cm langes Stromversorgungskabel mit PS/2 Stecker, vier Schrauben, eine Treiber-CD sowie eine kleine bebilderte Anleitung und naturlich das Gehäuse selber.

Verpackung vorne
Verpackung vorne
Verpackung hinten
Verpackung hinten
Lieferumfang
Lieferumfang

Das Gehäuse selber besteht aus Kunststoff, hat zwei Anschlüsse für Daten und Strom sowie zwei LEDs auf der Oberseite, welche die Stromversorgung und den Datenverkehr signalisieren. Zusammen gehalten wird das Gehäuse von vier Schrauben, die an den Ecken des Gehäuses sitzen. Im Inneren sitzt eine kleine Platine, die für die Umsetzung der IDE Daten per USB 2.0 Bus an den PC sorgt. Die Platine selbst ist lose und kann daher recht einfach an die 2,5" Festplatte angeschlossen werden.

Bei den angeschlossenen Festplatten werden auch die U-DMA Modi 3 und 4 unterstützt, sprich 33 und 66MB/s Übertragungsrate. Natürlich kann das EIO Gehäuse auch an einen USB 1.1 Port angeschlossen werden, da die Datenraten dann nicht mehr als 12Mbit/s betragen können, das entspricht etwa 1,5 MB/s, macht das wenig Sinn. Am USB 2.0 Port werden Datenraten von maximal 480 Mbit/s , sprich 60 MB/s möglich, das sollte auch für aktuelle Festplatten reichen.

Gehäuse oben
Gehäuse oben
Gehäuse unten
Gehäuse unten
Rückseite
Rückseite
Geöffnet
Geöffnet
Elektronik
Elektronik

Auf der mitgelieferten CD finden sich Treiber für Windows 98SE, ME, 2000 und XP, sowie für Mac OS 9 und OS X. Von Windows XP Pro auf unserer Testplattform wurde das Laufwerk sofort als Wechseldatenträger erkannt und dem System zur Verfügung gestellt. Für Benutzer von Windows 98SE steht allerdings erst einmal die Installation der Treiber auf der Tagesordnung, danach sollte dem ungestörten Datenverschieben nichts mehr im Wege stehen.

Noch ein Wort zu den Kabeln: das Stromkabel ist mit rund 80cm ja noch ausreichend lang, wer allerdings keinen USB-Hub auf dem Tisch stehen hat, muß sich zum Anschliessen dann wohl doch nach unten an seinen Rechner begeben. Und selbst dann reicht das Kabel nicht aus, das EIO Gehäuse auf den Rechner zu legen, sondern nur auf den Boden (bei einem Chieftec CS-601 Tower). Abhilfe schafft hier ein USB-Verlängerungskabel, die es bei jedem PC-Händler um die Ecke gibt. Innovision sollte hier aber nachbessern und ein längeres Kabel beilegen.

Einzelteile
Einzelteile
Festplatte mit Elektronik
Festplatte mit Elektronik
Gehäuse geöffnet
Gehäuse geöffnet

Für einen Funktionstest stand uns eine bereits ältere IBM Notebookfestplatte vom Typ DKLA-22160 vom September 1998 zur Verfügung. Eine Messung der Datenübertragung macht damit natürlich keinen Sinn, daher haben wir hier darauf verzichtet. Die Inbetriebnahme funktioniert ohne Probleme, Windows XP erkennt die HDD einwandfrei, auch ohne Stromkabel war mit dieser Platte das Arbeiten möglich. Nach dem Einstecken des USB Kabels leuchtete die rote LED auf und die Festplatte nahm den Betrieb auf. Sicherheitshalber sollte man beim längeren Arbeiten jedoch die zusätzliche Stromversorgung anstecken, damit der USB-Bus nicht überlastet wird und es dadurch zu möglichen Datenverlusten kommt.

Der Einbau der Festplatte stellt auch keine Probleme dar, ist die Platine aufgesteckt, wird das Ganze im Inneren des Gehäuses gut festgeklemmt, wie die Bilder zeigen. An der rechten Seite befindet sich noch eine kleine "Nase", welche die Festplatte auch noch seitlich stabilisiert. Ist das Gehäuse geschlossen und zugeschraubt, kann sich die HDD im Gehäuse nicht mehr bewegen. Beim Zu- und Aufschrauben sollte man mit Sorgfalt vorgehen, da sonst schnell das Kunststoffgewinde beschädigt werden kann.

Gut festgeklemmt
Gut festgeklemmt
Die "Nase" gibt Halt
Die "Nase" gibt Halt

HighPoint RocketMate 1000

Kurz zum Lieferumfang: in dem Retail-Karton befindet sich neben dem eigentlichen Gehäuse für die Festplatte eine Anleitung mit Abbildungen, ein 80cm langes Datenkabel, ein Netzteil für die Stromversorgung mit 120cm Kabellänge und vier Schrauben. Da unser Testexemplar direkt aus Taipei stammt, hatte es noch ein Netzteil für den dortigen Markt, für den deutschen Markt steht natürlich ein passendes Modell zur Verfügung, wir konnten uns für den Test jedoch mit dem Netzteil eines Microsoft FF Wheel behelfen, das quasi identische Leistung bietet.

Verpackung vorne
Verpackung vorne
Verpackung hinten
Verpackung hinten
Lieferumfang
Lieferumfang
Netzteil
Netzteil
e.SATA Kabel
e.SATA Kabel
HighPoint B22 Adapter
HighPoint B22 Adapter

Das von uns betrachtete HighPoint RocketMate 1000 Gehäuse setzt z.B. auf den Anschluß per hauseigenem S-ATA Controller RocketRAID 1542. Dieser bietet die Möglichkeit, zwei externe Laufwerke per e.SATA Anschluss mit dem Rechner zu verbinden. Allerdings handelt es sich noch um einen propietären Standard, mit dem HighPoint gerne USB 2.0 ablösen möchte und dafür auch kräftig die Werbetrommel rührt. Inzwischen bietet HighPoint uns noch nicht vorliegende Slotblenden an, die auf der Innenseite mit einem kurzen Kabel und Standard S-ATA Stecker versehen sind und sich so an jedem S-ATA Anschluß betreiben lassen.

Das Gehäuse an sich besteht aus Aluminium und verfügt auf der Rückseite über den Anschluß für Strom und Daten und einen Power-Schalter. Front- und Rückseite sind mit einer Plexiglas Abdeckung versehen, die auf der Schmalseite mit kleinen runden Gummidämpfern versehen sind, und damit auch die vorgesehene Aufstellung des Gehäuses vorgeben. An der Vorderseite ist eine LED sichtbar, es handelt sich um eine Duo-LED, die im Betrieb gelb leuchtet, wird auf die Festplatte zugegriffen, leuchtet sie rot.

Vorderseite
Vorderseite
Rückseite
Rückseite
Unterseite
Unterseite
geöffnet
geöffnet
Blick in das Gehäuse
Blick in das Gehäuse

Zum Öffnen sind zwei kleine Kreuzschlitzschrauben zu lösen, die Rückseite lässt sich dann vom restlichen Gehäuse abziehen. Im Inneren dann die Ernüchterung, kein S-ATA Anschluss sondern ein "normaler" P-ATA Anschluss für Festplatten wird sichtbar. Im Inneren des RocketMate 1000 ist somit quasi ein RocketHead Adapter integriert, der per Marvel-Chip für die Übersetzung zwischen S-ATA und P-ATA Kommandos sorgt. Der Einbau der Festplatte, vor allem das Anstecken der Daten- und Stromkabel ist etwas Fummelarbeit, stellt aber keine wirklichen Probleme dar. Für sicheren Halt im Kunststoffrahmen, in dem die Festplatte lagert, sorgen vier Schrauben, mit denen die HDD von unten befestigt wird. Die für den Test eingebaute Maxtor wird gut festgehalten, allerdings kann sich die Festlatte im Rahmen zwischen Boden und Deckel des Gehäuses bewegen. Im liegenden Zustand des Gehäuses spielt das natürlich keine Rolle, da hier keine Bewegungen nach oben oder unten zu erwarten sind. Im stehenden Betrieb allerdings bergen die dann seitlichen Bewegungen das Risiko, das die Festplatte etwas schwingt, obwohl sie im Gegensatz zu Notebook Festplatten nicht dafür ausgelegt ist. Das ist eigentlich nicht relevant, da wohl niemand das Gehäuse im laufenden Betrieb schüttelt, was sicherlich zu Datenverlust oder gar Beschädigung der Festplatte führen würde, allerdings wollen wir es nicht unerwähnt lassen.

HDD montiert
HDD montiert
Elektronik
Elektronik
Anschlüsse
Anschlüsse
Elektronik Unterseite
Elektronik Unterseite
Elektronik Oberseite
Elektronik Oberseite

Messergebnisse

Für das Testen des externen HighPoint Gehäuses stand uns noch die Maxtor Diamond Plus 9 [1]Festplatte zur Verfügung, sie wurde intern an der ICH5/R des EPoX 4PDA2+ [2] angeschlossen. Wir haben diesmal nur das Intel basierende Testsystem genutzt, das AMD basierende System blieb aussen vor.

Hier noch einmal das Testsystem im Detail:

Bei den Benchmarks verwenden wir weiterhin unsere drei Standard-Benchmarks.

Schauen wir als erstes auf die Werte beim Lesen von Daten.

Lesegeschwindigkeit


Lesen - Durchschnitt

Maxtor DM+ 9 extern
40.644
Maxtor DM+ 9 intern
40.640

Lesen - Maximum

Maxtor DM+ 9 intern
52.127
Maxtor DM+ 9 extern
52.124

Lesen - Minimum

Maxtor DM+ 9 intern
26.029
Maxtor DM+ 9 extern
26.029

Die Werte sprechen für sich, der HighPoint RocketRAID 1542 Controller mit der Maxtor Festplatte im externen RocketMate 1000 Gehäuse steht der Intel ICH5/R in nichts nach. Die Werte sind quasi identisch und liegen sicherlich im Rahmen der Toleranzen des Benchmark.

Lesen aus Cache

Maxtor DM+ 9 intern
83,5
Maxtor DM+ 9 extern
67,4

Dass die Burst-Werte nicht so hoch beim HighPoint liegen ist klar, ist doch der Controller an den langsameren PCI-Bus gebunden.

Schreibgeschwindigkeit


Schreiben - Durchschnitt

Maxtor DM+ 9 intern
25.431
Maxtor DM+ 9 extern
25.306

Schreiben - Maximum

Maxtor DM+ 9 intern
32.972
Maxtor DM+ 9 extern
32.932

Schreiben - Minimum

Maxtor DM+ 9 intern
14.791
Maxtor DM+ 9 extern
14.408

Wie bereits bei den Lesewerten gibt es auch beim Schreiben so gut wie keine Unterschiede, der Highpoint zeigt, was in ihm steckt.

Zugriffszeiten


Zugriffszeiten

 Zugriff auf ersten 500MB:
Maxtor DM+ 9 extern
7,18
Maxtor DM+ 9 intern
7,19
 Durchschn. Zugriff:
Maxtor DM+ 9 intern
13,36
Maxtor DM+ 9 extern
14,54
Angaben in Millisekunden

Nur beim Zugriff über den gesamten Datenträger fällt die maxtor DM+ 9 im RocketMate 1000 Gehäuse etwas zurück, etwas mehr als eine Millisekunde langsamer als die ICH5/R.

Prozessorlast


CPU Belastung

Maxtor DM+ 9 extern
3,4
Maxtor DM+ 9 intern
3,0
Angaben in Prozent

Egal, ob die Maxtor Festplatte intern oder extern betrieben wird, die Belastung für die CPU des Rechners liegt in etwa gleichauf, dieser kleine Unterschied ist für die Praxis jedoch zu vernachlässigen.

Arbeitsgeschwindigkeit


Winbench 99 2.0 Business

Maxtor DM+ 9 extern
26.367
Maxtor DM+ 9 intern
9.270

Winbench 99 2.0 Highend

Maxtor DM+ 9 extern
45.400
Maxtor DM+ 9 intern
39.967

Auch wenn die theoretischen Meßwerte alle auf etwa gleichem Niveau liegen, wird doch das externe Laufwerk im Winbench weitaus höher bewertet, als beim Anschluss an der internen Southbridge ICH5/R. Wir vermuten, das die großen Unterschiede gerade im Business Winbench hier im Zusammenspiel zwischen Treiber und Benchmark begründet liegen, ohne jedoch eine besondere Anpassung der Treiber zu unterstellen.

Fazit

HighPoint RocketMate 1000
Das externe Gehäuse für 3,5" Festplatten RocketMate 1000 von Highpoint kann durchaus überzeugen. Die Verarbeitung ist gut und wenn das Gehäuse auf den Gummifüssen steht, sind die Laufgeräusche der Festplatte kaum zu hören. Gegen eine uneingeschränkte Mobilität sprechen aber der benötigte 230V Stromanschluß für das externe Netzteil und der von HighPoint ins Leben gerufenen propietäre Standard e.SATA. Denn überall dort, wo man den Platz auf der Festplatte nutzen möchte, wird ein HighPoint Controller oder zumindest neuerdings erhältliches Zubehör benötigt. Für wen das kein Problem darstellt, der kann mit dem RocketMate 1000 Gehäuse seinen Datenspeicher "mobilisieren".

EIO USB 2.0 Hard Disk enclosure
Wer nicht gerade riesige Mengen an Daten mitnehmen will, aber Wert auf höchste Mobilität legt, für den sind externe Gehäuse für 2,5" Festplatten mit USB 2.0 Anschluß genau richtig. Es wird keine externe Stromquelle benötigt, alles liefert der Rechner, an den das Gerät angschlossen wird. Die Festplatte sitzt im EIO Gehäuse fest, eine Schutzhülle für die relativ empfindliche Kunststoffoberfläche wäre wünschenswert. Dorn im Auge jedoch ist das viel zu kurze Datenkabel, das nicht zum sonst durchdachten Produkt passt.

Je nach Verwendungszweck sind beide Gehäuse durchaus empfehlenswert. Das RocketMate 1000 ist ab rund 80 Euro im Handel erhältlich, die Slotblenden Adapter B11/B22 konnten wir nicht im Handel entdecken. Das EIO USB 2.0 Hard Disk enclosure ist für rund 16 Euro käuflich zu erwerben, ein guter Preis für das Gebotene.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/laufwerke/maxtor_diamondmax_plus_9/
  2. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/mainboards/intel_i865pe_i865g_fsb800_support/
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