Einleitung
Bereits seit einiger Zeit liefern Hersteller IDE-Festplatten mit 2MB oder 8MB Cache an die Kunden aus. War früher ein so großer Cache nur SCSI-Festplatten im Serverbereich vorbehalten, haben fallende Preise bei Speicher-Bausteinen und die Nachfrage auf dem Markt dazu geführt, dass auch IDE-Festplatten mit großem Cache erhältlich sind. Stellt sich natürlich die Frage, was der Mehrpreis dafür an mehr Leistung bringt und wer davon profitiert. Für diesen Test standen uns zwei Hitachi 120GB Festplatten der 180GXP Serie zur Verfügung, wofür wir uns an dieser Stelle herzlich bei Hitachi [1] bedanken möchten. Die ungleichen 'Zwillinge' wurden durch unseren Testparcours gejagt und mußten dort zeigen, was in ihnen steckt.


Ausstattung
Zum Lieferumfang gibt es nicht viel zu sagen. Die HDDs kamen in antistatische Beutel verpackt zu uns, sonst lag kein weiteres Zubehör im Karton. Bei beiden Modellen handelt es sich um P-ATA Festplatten mit ATA/100 Interface, Hitachi nennt 123GB als Größe, die formatierte Kapazität wird von Windows XP mit 111,79GB angegeben. Im Inneren der äußerlich nur an der Bezeichnung zu unterscheidenden Festplatten rotieren zwei flüssigkeitsgelagerte Platten mit 7200 Umdrehungen pro Minute an vier Köpfen vorbei. Die interne Datentransferrate wird mit 699Mbit/s angegeben, die durchschnittliche Zugriffszeit mit 8,5ms, während der plattenübergreifende Zugriff mit 15,0ms aufgeführt wird. Der Stromverbrauch liegt laut Hitachi bei 5,9 Watt und die Festplatten können Erschütterungen von bis zu 350G in Ruhe und bis zu 55G im Betrieb vertragen, sofern diese kürzer als 2ms dauern. Bei Vibrationen liegen diese Werte erheblich niedriger, nur 0,67G in horizontaler und nur 0,56G in vertikaler Richtung sind hier im Betrieb zulässig. Weitere Daten und Werte können dem Datenblatt [2] direkt bei Hitachi entnommen werden.



Kommen wir nochmal zur Bezeichnung: das Modell mit 2MB Cache wird von Hitachi Deskstar 180GXP 120GB IC35L120AVV207-0 genannt, das 8MB Cache Modell trägt statt der '-0' eine '-1' am Ende: Deskstar 180GXP 120GB IC35L120AVV207-1. In unseren Diagrammen verwenden wir wegen der besseren Übersicht Hitachi 2MB und Hitachi 8MB. Die Erklärung der Jumper für Master, Slave etc. finden sich oberhalb der Anschlüße der Festplatten, so daß diese auch bei eingebauten Zustand gut abgelesen werden können.
Testsystem
Wie gewohnt setzen wir auch diesmal unser Testsystem auf Basis des ASUS A7V8X ein. Fast unverändert, trafen aber doch heute zwei PCI S-ATA Controller-Karten von Highpoint direkt aus Taipei ein. Diese haben wir noch nicht eingebaut, wir werden die Daten in einem kommenden Controller-Vergleich nachreichen. Damit haben wir den gleichen Testaufbau wie beim Controller-Test des Promise SATA150 TX4. [3]
Das Testsystem:
- CPU:
- AMD AthlonXP 1800+
- Motherboard:
- ASUS A7V8X BIOS 1.011 Turbo-Modus
- Arbeitsspeicher:
- 1*256MB Corsair PC2700 DDR-RAM CL2
- Grafikkarte:
- ELSA Erazor III ViVo 32 MB
- Festplatten:
- Seagate Barracuda V S-ATA 120GB ST3120023AS [4]
- IBM DTTA 351010 10GB
- Controller:
- Promise FastTrack 376 (OnBoard)
- Peripherie
- Plextor PX-W1210A
- Software
- Windows XP Professional SP1
- VIA 4in1445 Hyperion
Benchmarks
Wie schon bei den anderen Festplatten-Tests benutzen wir dasselbe Testverfahren, bestehend aus drei verschiedenen Benchmarks. Bei den Diagrammen beschränken wir uns mangels anderer P-ATA Festplatten leider erstmal auf die beiden Hitachi und zeigen die erreichten Werte (blau) am onBoard Promise 20376 Controller, sowie nochmal die Werte der Seagate S-ATA Barracuda V [3] (rot). Zur Ergänzung folgen die aus unserem Iomega USB 2.0 20 GB Disk Review [5] übernommenen Werte der älteren IBM Desktar 120GXP IC35L040AVV01 (grün). Falls nötig wurden die Platten unter Windows XP mit dem NTFS Dateisystem mit Standardwerten formatiert, alle Tests wurden wieder dreimal durchgeführt und die erreichten Mittelwerte der einzelnen Ergebnisse in die Auswertung übernommen. Für die Tests wurde per Feature Tool [6] das Acoustic Mangement der Hitachi Festplatten aktiviert und auf den schnellsten und lautesten Wert gestellt.
Folgende Benchmarks wurden eingesetzt:
- HDTach 2.61
- tecBench Disk Benchmark
- Business Winbench 99 2.0
Lesegeschwindigkeit
Wie schlagen sich die Hitachis gegeneinander und im Vergleich dazu gegen die Seagate S-ATA Barracuda V? Schauen wir uns die Lesegeschwindigkeiten an.
Lesen - Durchschnitt
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Lesen - Maximum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Lesen - Minimum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Beim Durchschnitt weichen die 'Zwillinge' nur um 0,1 % ab, sind also quasi gleich schnell. Bei den Maximalwerten holt sich die 8MB Version die Performancekrone zurück, im Gegensatz zu der minimalen Lesegeschwindigkeit.
Die S-ATA Seagate liegt im Vergleich noch hinter der IBM und kann nur bei der minimalen Lesegeschwindigkeit das Schlusslicht an die ältere IBM abgeben.
Und was ist mit dem PCI-Bus als begrenzendem Faktor beim Burst-Lesen aus dem Festplatten-Cache?
Lesen aus Cache
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Das gewohnte Bild zeigt sich auch hier: Immerhin kann der Promise PDC20376 onBoard zeigen, dass er mehr als nur 60MB/s übertragen kann. Bekanntes gilt immer noch für die Barracuda V, bei etwa 60MB/s ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Werte der IBM sind hier nicht vergleichbar, da sie auf einem anderen Testsystem (Intel CPU+Chipsatz) am normalen IDE-Controller gemessen wurden.
Schreibgeschwindigkeit
Nach diesen interessanten Werten beim Lesen von Daten wollen wir natürlich wissen, wie schnell die Hitachi HDDs beschrieben werden können.
Schreiben - Durchschnitt
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Schreiben - Maximum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Schreiben - Minimum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Hier zeigt sich ein für viele sicherlich erstaunliches Ergebnis: die 2MB Version ist generell schneller beim Schreiben als die 8MB Version. Im Schnitt nur etwa 600KB/s, bei den Maximal- und Minimalwerten aber schnell drei bis sieben MB/s besser. Offenbar wirkt sich der große Cache in diesem Fall als Hindernis aus, die anfallenden Daten werden aus dem kleineren Cache schneller verarbeitet als bei dem größeren Cache.
Die Seagate und die IBM streiten sich um den letzten Platz, obwohl sich bei den maximalen Schreibwerten die Seagate sogar auf Platz 2 nach vorne schieben kann.
Zugriffszeiten
Bei den Zugriffszeiten spielen weder Cache noch der eingesetzte Controller eine große Rolle, aber lassen wir die Daten für sich sprechen.
Zugriffszeiten
Angaben in Millisekunden
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Die schwache Barracuda V S-ATA liegt mit ihren Werten immer noch am Ende der Rangliste, bei den ersten 500MB einen Besten zu finden fällt schwer. Anders beim durchschnittlichen Zugriff quer über die Festplatte, die 2MB Version liegt hier mit etwa 0,3ms vor ihrer Schwester mit 8MB Cache, wobei sich beide der älteren IBM geschlagen geben müßen.
Selbst bei geschlossenem Gehäuse sind allerdings die klickenden Zugriffsgeräusch der Köpfe deutlich zu hören, beide Hitachi sind hier erheblich lauter als die langsamere Seagate. Das reine Laufgeräusch ist allerdings bei allen Platten kaum wahrzunehmen, selbst die leisen Gehäuselüfter erzeugen einen höheren Pegel.
Prozessorlast
Mit Schrecken denken wir an die Meßergebnisse des Promise SATA150 TX4 [2] zurück, der sich fast 15 Prozent Prozessorlast genehmigte. Wie hoch liegt der Bedarf der beiden Hitachi Festplatten?
CPU Belastung
Angaben in Prozent
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Die Prozessorlast der einzelnen Festplatten liegt mit rund 13 Prozent ebenfalls sehr hoch, die Seagate am selben Controller erweist sich mit unter fünf Prozent Last aber als erheblich genügsamer. Am wenigsten CPU-Zeit benötigt hier die IBM, allerdings an dieser Stelle noch einmal der Hinweis auf das völlig andere Testsystem.
Arbeitsgeschwindigkeit
Nach all den theoretischen Werten kommen wir jetzt zum praxisbezogenen WinBench aus den Labors von Ziff-Davis. Bisher konnte sich der größere Cache der 8MB Version nicht wirklich in Szene setzen, vielleicht gelingt dies bei diesen Benchmarks?
Winbench 99 2.0 Business
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Winbench 99 2.0 Highend
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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'Aha', durchzuckte es uns, 'also doch etwas dran'. Die 8MB Version zeigt hier der kleinen Schwester doch recht deutlich die Rücklichter. Beim Highend-Bench liegt die 8MB Hitachi auf den ersten beiden Plätzen, der kleine Cache ist in der Praxis offenbar deutlich unterlegen. Selbst die Seagate kann sich im Business Winbench den zweiten Platz holen und hängt die 2MB Hitachi ab.
Fazit
Kommen gut, die ungleichen IC35L120AVV207-0 bzw. -1 Zwillinge von Hitachi. Mit durchschnittlichen Lesewerten, die über den maximalen Lesewerten der Seagate Barracuda V S-ATA liegen, stehen die Deskstar 180GXP im Moment sehr gut da. Für den Otto-Normal-User reicht die Leistung der 2MB Cache Version völlig aus, wer viele Datentransfers durchführt ist mit dem 8MB Cache Modell besser beraten, wie die Winbech-Werte beweisen. Die Ergebnisse zeigen aber deutlich, das der große Cache bei den theoretischen Meßwerten nicht zu einer Mehrleistung führt. Der Preisunterschied von nur etwa 12,-€ spielt für den Kauf wohl kaum eine Rolle, aber die unterschiedlichen Garantiezeiten dafür um so mehr. So wird für das 2MB Cache Modell nur ein Jahr Herstellergarantie geboten, im Gegensatz zu drei Jahren beim 8MB Cache Modell. Unsere Empfehlung geht daher eindeutig zum 8MB Modell IC35L120AVV207-1.
Da wir von Highpoint auch S-ATA zu P-ATA Adapter erhalten haben, werden wir die Hitachis im demnächst folgenden Controller-Review an den vorhandenen S-ATA Controllern prüfen.
- Schnell
- Laufgeräusch
- Flüssigkeitslager
- 1 Jahr Herstellergarantie
- Zugriffsgeräusch
- Schnell
- Laufgeräusch
- Flüssigkeitslager
- 8MB Cache
- 3 Jahre Herstellergarantie
- Zugriffsgeräusch
