Einleitung
Noch ist der Anteil an S-ATA Festplatten auf dem Markt sehr gering, doch sollte sich dies bis zum Jahresende deutlich ändern. Bis es aber soweit ist, werden viele noch die 'normalen' P-ATA Festplatten kaufen. Wir haben dieses Mal ein Modell von Maxtor im Test. Genauer gesagt die Maxtor DiamondMax Plus 9 mit 120GB Kapazität und 8MB Cache. Nach dem dem Test der Hitachi Festplatten [1] waren wir natürlich auch auf dieses ebenfalls mit 8MB Cache ausgestattete Modell von Maxtor gespannt.
Ausstattung
Im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen HDDs verwendet Maxtor im Inneren der DiamondMax Plus 9 6Y120P0 bereits Platter mit einer Kapazität von 80GB. Bei dem Testmodell werden zwei Platter mit 7.200U/min betrieben, der Motor verfügt über ein Flüssigkeitslager (Fluid Dynamic Bearing, FDB). Maxtor nennt als Kapazität genau 120GB, unter Windows XP werden formatiert 114,49GB angezeigt. Als Interface kommt das von Maxtor entwickelte ATA/133 Interface zum Einsatz, gepuffert mit 8MB Cache. Für die durchschnittliche Zugriffszeit werden von Maxtor 9,4ms angegeben, im Suchmodus werden etwas über 12Watt verbraucht, im Idle-Modus etwa 7,3Watt. Gegen mechanische Einflüsse von außen besitzt die DiamondMax Plus 9 das Maxtor SPS (Shock Protection System), so verträgt die Platte in Ruhe bis zu 300G, im Betrieb noch 60G, jeweils bei einer Schockdauer von 2ms.


Die Belegung der Jumper ist auf der Oberseite der Platte ersichtlich, man muß also vor dem Einbau kontrollieren, ob die HDD richtig konfiguriert ist. Maxtor liefert die Platten sowohl als OEM-Version als auch als Retail-Kit aus. Im letzteren sind zusätzlich ein Einbaurahmen, Schrauben und ein 80-adriges P-ATA-Kabel enthalten. Des Weiteren liegen eine Einbauanleitung und die Software 'MaxBlast' bei, welche die Konfiguration und das Einbinden der Festplatte in das Betriebssystem erleichtert.


Testsystem
Wir verwenden für den Test das bekannte Testsystem auf Basis des A7V8X von ASUS. Die P-ATA Schnittstellen (VIA und Promise) unterstützen beide den Ultra ATA/133 Standard, die Platte kann also mit voller Leistungsfähigkeit agieren. Hier noch einmal das Testsystem im Einzelnen:
- CPU:
- AMD AthlonXP 1800+
- Motherboard:
- ASUS A7V8X BIOS 1.011 Turbo-Modus
- Arbeitsspeicher:
- 1*256MB Corsair PC2700 DDR-RAM CL2
- Grafikkarte:
- ELSA Erazor III ViVo 32 MB
- Festplatten:
- IBM DTTA 351010 10GB
- Controller:
- Promise FastTrack 376 (OnBoard)
- Peripherie
- Plextor PX-W1210A
- Software
- Windows XP Professional SP1
- VIA 4in1445 Hyperion
Benchmarks
Auf Grund von Anregungen unserer Leser werden wir P-ATA Festplatten auch künftig an beiden Controllern, am VIA 8235 (hellblau) und am onBoard Promise 20376 (blau), auf ihre Tauglichkeit untersuchen. Zusätzlich haben wir eine vorhandene IBM Deskstar 120GXP ICL35060AVVA07-0 auf unserem Testsystem nachgebencht. Die bisherige IC35L mit 40GB war auf einem Intel-System gebencht worden, daher waren die Meßwerte nicht direkt vergleichbar. Damit ist die Ergebnis-Datenbank ein gutes Stück angewachsen und bereits recht interessant. Ansonsten bleibt sowohl das Testsystem als auch der Benchmark-Parcours unangetastet. Wie üblich geben wir im zweiten Diagramm die Werte der Seagate S-ATA Barracuda V an (rot). Zur besseren Erkennbarkeit des aktuellen Testprobanden werden die Werte der Maxtor in grün angezeigt.
Für den Testdurchlauf wurde das Acoustic Management der Maxtor auf den Wert '254' gestellt, damit ist die Platte zwar am lautesten, aber auch am schnellsten beim Zugriff. Falls es für den Benchmark nötig war, wurde die Festplatte unter Windows XP mit dem NTFS Dateisystem und Standardwerten formatiert. Hier die verwendeten Benchmarkprogramme:
- HDTach 2.61
- tecBench Disk Benchmark
- Business Winbench 99 2.0
Lesegeschwindigkeit
Die Maxtor Platte ist immer noch ein aktuelles Produkt von Maxtor, schauen wir, wie sie sich im Vergleich der Lesegeschwindigkeiten gegen die bereits getesteten Festplatten schlägt.
Lesen - Durchschnitt
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Lesen - Maximum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Lesen - Minimum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Das sieht etwas enttäuschend aus! Insgesamt ist die Maxtor nur etwas besser als die über ein Jahr alte IBM 120GXP, kann aber zumindest die Seagate S-ATA Platte hinter sich lassen. Im Schnitt verliert die Maxtor gegen die Hitachi Laufwerke fast 5MB/s, bei den maximalen Werten sogar fast 8MB/s. Bei den minimalen Werten bleibt sie zumindest im Kontakt zur Spitzengruppe der beiden Hitachi Platten.
Wie man deutlich sieht, ist bei den Lesewerten der eingesetzte Controller nicht ausschlaggebend.
Lesen aus Cache
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Und da waren wir doch erstaunt, was die Maxtor am VIA Controller beim Burst erreicht. Fast 108MB/s, kein Zweifel, die Maxtor kommt hier langsam an die Grenzen der über Ultra/ATA133 theoretisch möglichen 133MB/s heran. Nach dem Herabsetzen auf den Ultra-DMA5 Modus (Ultra-ATA/100) am VIA Controller, kam die Maxtor dann auch nur noch auf gute 85MB/s, was knapp hinter den anderen Festplatten liegt. Hier macht sich die bessere Schnittstelle also positiv bemerkbar.
Schreibgeschwindigkeit
Nach den doch etwas enttäuschenden Ergebnissen bei der Leseleistung schauen wir uns jetzt die Schreibwerte an.
Schreiben - Durchschnitt
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Schreiben - Maximum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Schreiben - Minimum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Im Durchschnitt ist die Maxtor nur etwa 1-2MB/s langsamer als die Hitachi Festplatten. Bei der maximalen Schreibgeschwindigkeit allerdings sogar ganze 10MB/s (25 Prozent) langsamer als die 2MB Cache Version der Hitachi 180GXP. Nur bei den minimalen Werten kann die Maxtor mithalten, hier liegt sie mit der 2MB Hitachi etwa gleichauf ganz vorne.
Zugriffszeiten
Die Zugriffszeiten der Festplatten spielen ebenfalls ein große Rolle, wir haben wieder den Vergleich auf den ersten 500MB und beim Zugriff quer über die gesamte Oberfläche durchgeführt.
Zugriffszeiten
Angaben in Millisekunden
|
Schade, auch hier kann die Maxtor nicht überzeugen, trotz schnellster Einstellung des Acoustic Management. Wurde die Maxtor in den Silent-Mode (Wert=128) versetzt, sanken die Zugriffszeiten beim vollen Zugriff sogar auf etwa 19ms. Zu Gute halten muß man der DiamondMax Plus 9 aber, dass sie dabei sehr leise zu Werke geht und in etwa das Lautstärke-Niveau der Seagate hat. Die beiden Hitachi und die ältere IBM gehen beim Zugriff deutlich lauter zu Werke.
Prozessorlast
Das der Betrieb von Festplatten am VIA Controller den Prozessor schont, haben wir bereits in den anderen Reviews festgestellt. Wieviel Hilfe benötigt die Maxtor beim Datentransfer?
CPU Belastung
Angaben in Prozent
|
Erstaunlich wenig, wie man sieht. Selbst am belastenden Promise-Controller begnügt sich die Maxtor 6Y120P0 mit nur etwas mehr als 5 Prozent. Da können die Hitachi Festplatten nicht mithalten, selbst am VIA Controller benötigen sie in etwa soviel Prozessorleistung, wie die Maxtor am Promise-Controller.
Arbeitsgeschwindigkeit
Kommen wir zum letzten Test, der uns wichtige Daten für die Praxistauglichkeit der Festplatten liefert.
Winbench 99 2.0 Business
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Winbench 99 2.0 Highend
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Beim Business Bench liegt die recht neue Maxtor am VIA doch fast ganz am Ende, nur die ältere IBM ist etwas schwächer. Am Promise ein anderes Bild, hier mischt die DiamondMax Plus 9 ganz vorne mit, es zeigt sich der positive Einfluß des 8MB großen Cache, die Modelle mit kleinem Cache sind hier deutlich schwächer.
Beim High-End Bench sieht das Bild etwas anders aus. Am Promise Controller agiert die Maxtor etwas schwächer, kann am VIA Controller jedoch deutlich Boden gut machen, liegt hier sogar vor der 8MB Cache Version der Hitachi.
Temperatur
Fast alle modernen Festplatten sind dank SMART (Self Monitoring And Reporting Technologie) mit Hardware-Überwachungsfunktionen ausgestattet. Dazu gehören auch Sensoren für die Temperatur, die sich mit Programmen wie MBM [2] auslesen lassen. Wir zeigen hier die Werte im Ruhezustand (Idle) und unter Last. Der Controller spielt dabei keine Rolle, auch wenn dieser aus technischen Gründen im Diagramm mit angegeben ist.
Temperatur
Angaben in °C
|
Auffallend ist hierbei die hohe Temperatur der Maxtor unter Last. Deutlich werden 40° Celsius überschritten, selbst die noch nicht mit Flüssigkeitslager ausgestattete IBM erreicht nur 39° Celsius. Die Hitachi bleibt dagegen sehr kühl und erhöht auch unter Last kaum ihre Temperatur.
Fazit
Ingesamt hinterläßt die Maxtor DiamondMax Plus 9 (6Y120P0) keinen herausragenden Eindruck, sie kann sich nur beim Burst-Read, dem Lesen aus dem Cache-RAM der Festplatte, in Szene setzen. Dies liegt an der Ultra ATA/133 Schnittstelle, deren Entwicklung aus den Labors von Maxtor stammt. Im normalen Betrieb zeigt die Schnittstelle allerdings keine Verbesserung bei den Leistungen. Bei den theoretischen Benchmarks liegt die Maxtor fast immer hinten, selbst bei den praxisnahen Benchmarks kann sie sich nicht nach vorne bringen und muß sich mit dem zweiten Platz hinter der 8MB Cache Hitachi Deskstar 180GXP begnügen.
Leider ist auch Maxtor dazu übergegangen die Garantiedauer deutlich zu reduzieren, so wird nur ein Jahr Herstellergarantie gewährt. Wer allerdings eine leise Festplatte sucht, die in der Praxis keine großen Schwächen zeigt, ist mit der Maxtor gut beraten. Für viele ist auch die Möglichkeit, die Festplatte im Kit zu erwerben, ein positiver Punkt. Maxtor bietet die DiamondMax Plus 9 auch mit 2MB Cache als Modell 6Y120L0 an, leider stand uns hiervon kein Testmuster zur Verfügung; der Preis beträgt zur Zeit 115,- € bei ebenfalls einem Jahr Herstellergarantie.
- 8MB Cache
- Laufgeräusch
- Flüssigkeitslager
- Als 'Kit' lieferbar
- 1 Jahr Herstellergarantie
