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Test: Maxtor DiamondMax Plus 9

von Ralph Burmester

Einleitung

Noch ist der Anteil an S-ATA Festplatten auf dem Markt sehr gering, doch sollte sich dies bis zum Jahresende deutlich ändern. Bis es aber soweit ist, werden viele noch die 'normalen' P-ATA Festplatten kaufen. Wir haben dieses Mal ein Modell von Maxtor im Test. Genauer gesagt die Maxtor DiamondMax Plus 9 mit 120GB Kapazität und 8MB Cache. Nach dem dem Test der Hitachi Festplatten [1] waren wir natürlich auch auf dieses ebenfalls mit 8MB Cache ausgestattete Modell von Maxtor gespannt.

Ausstattung

Im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen HDDs verwendet Maxtor im Inneren der DiamondMax Plus 9 6Y120P0 bereits Platter mit einer Kapazität von 80GB. Bei dem Testmodell werden zwei Platter mit 7.200U/min betrieben, der Motor verfügt über ein Flüssigkeitslager (Fluid Dynamic Bearing, FDB). Maxtor nennt als Kapazität genau 120GB, unter Windows XP werden formatiert 114,49GB angezeigt. Als Interface kommt das von Maxtor entwickelte ATA/133 Interface zum Einsatz, gepuffert mit 8MB Cache. Für die durchschnittliche Zugriffszeit werden von Maxtor 9,4ms angegeben, im Suchmodus werden etwas über 12Watt verbraucht, im Idle-Modus etwa 7,3Watt. Gegen mechanische Einflüsse von außen besitzt die DiamondMax Plus 9 das Maxtor SPS (Shock Protection System), so verträgt die Platte in Ruhe bis zu 300G, im Betrieb noch 60G, jeweils bei einer Schockdauer von 2ms.

Maxtor DiamondMax Plus 9
Maxtor DiamondMax Plus 9
Unterseite
Unterseite

Die Belegung der Jumper ist auf der Oberseite der Platte ersichtlich, man muß also vor dem Einbau kontrollieren, ob die HDD richtig konfiguriert ist. Maxtor liefert die Platten sowohl als OEM-Version als auch als Retail-Kit aus. Im letzteren sind zusätzlich ein Einbaurahmen, Schrauben und ein 80-adriges P-ATA-Kabel enthalten. Des Weiteren liegen eine Einbauanleitung und die Software 'MaxBlast' bei, welche die Konfiguration und das Einbinden der Festplatte in das Betriebssystem erleichtert.

Anschlüße
Anschlüße
Elektronik
Elektronik

Testsystem

Wir verwenden für den Test das bekannte Testsystem auf Basis des A7V8X von ASUS. Die P-ATA Schnittstellen (VIA und Promise) unterstützen beide den Ultra ATA/133 Standard, die Platte kann also mit voller Leistungsfähigkeit agieren. Hier noch einmal das Testsystem im Einzelnen:

Benchmarks

Auf Grund von Anregungen unserer Leser werden wir P-ATA Festplatten auch künftig an beiden Controllern, am VIA 8235 (hellblau) und am onBoard Promise 20376 (blau), auf ihre Tauglichkeit untersuchen. Zusätzlich haben wir eine vorhandene IBM Deskstar 120GXP ICL35060AVVA07-0 auf unserem Testsystem nachgebencht. Die bisherige IC35L mit 40GB war auf einem Intel-System gebencht worden, daher waren die Meßwerte nicht direkt vergleichbar. Damit ist die Ergebnis-Datenbank ein gutes Stück angewachsen und bereits recht interessant. Ansonsten bleibt sowohl das Testsystem als auch der Benchmark-Parcours unangetastet. Wie üblich geben wir im zweiten Diagramm die Werte der Seagate S-ATA Barracuda V an (rot). Zur besseren Erkennbarkeit des aktuellen Testprobanden werden die Werte der Maxtor in grün angezeigt.

Für den Testdurchlauf wurde das Acoustic Management der Maxtor auf den Wert '254' gestellt, damit ist die Platte zwar am lautesten, aber auch am schnellsten beim Zugriff. Falls es für den Benchmark nötig war, wurde die Festplatte unter Windows XP mit dem NTFS Dateisystem und Standardwerten formatiert. Hier die verwendeten Benchmarkprogramme:

Lesegeschwindigkeit

Die Maxtor Platte ist immer noch ein aktuelles Produkt von Maxtor, schauen wir, wie sie sich im Vergleich der Lesegeschwindigkeiten gegen die bereits getesteten Festplatten schlägt.


Lesen - Durchschnitt

 P-ATA:
Hitachi 180GXP 2MB an Promise
45.374
Hitachi 180GXP 2MB an VIA
45.371
Hitachi 180GXP 8MB an Promise
45.348
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
45.345
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
40.649
Maxtor DiamondMax Plus 9 an Promise
40.645
IBM 120GXP an Promise
38.002
IBM 120GXP an VIA
37.988
 S-ATA:
Seagate Barracuda V
36.524

Lesen - Maximum

 P-ATA:
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
60.618
Hitachi 180GXP 8MB an Promise
60.618
Hitachi 180GXP 2MB an Promise
60.588
Hitachi 180GXP 2MB an VIA
60.577
Maxtor DiamondMax Plus 9 an Promise
52.978
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
52.145
IBM 120GXP an VIA
48.598
IBM 120GXP an Promise
48.455
 S-ATA:
Seagate Barracuda V
44.550

Lesen - Minimum

 P-ATA:
Hitachi 180GXP 2MB an VIA
27.210
Hitachi 180GXP 2MB an Promise
27.209
Hitachi 180GXP 8MB an Promise
26.903
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
26.023
Maxtor DiamondMax Plus 9 an Promise
25.345
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
22.292
IBM 120GXP an Promise
22.066
IBM 120GXP an VIA
22.065
 S-ATA:
Seagate Barracuda V
21.622

Das sieht etwas enttäuschend aus! Insgesamt ist die Maxtor nur etwas besser als die über ein Jahr alte IBM 120GXP, kann aber zumindest die Seagate S-ATA Platte hinter sich lassen. Im Schnitt verliert die Maxtor gegen die Hitachi Laufwerke fast 5MB/s, bei den maximalen Werten sogar fast 8MB/s. Bei den minimalen Werten bleibt sie zumindest im Kontakt zur Spitzengruppe der beiden Hitachi Platten.

Wie man deutlich sieht, ist bei den Lesewerten der eingesetzte Controller nicht ausschlaggebend.


Lesen aus Cache

 P-ATA:
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
107,8
IBM 120GXP an VIA
89,5
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
89,4
Hitachi 180GXP 2MB an VIA
89,4
Hitachi 180GXP 8MB an Promise
69,3
IBM 120GXP an Promise
68,9
Hitachi 180GXP 2MB an Promise
68,7
Maxtor DiamondMax Plus 9 an Promise
66,1
 S-ATA:
Seagate Barracuda V
60,0

Und da waren wir doch erstaunt, was die Maxtor am VIA Controller beim Burst erreicht. Fast 108MB/s, kein Zweifel, die Maxtor kommt hier langsam an die Grenzen der über Ultra/ATA133 theoretisch möglichen 133MB/s heran. Nach dem Herabsetzen auf den Ultra-DMA5 Modus (Ultra-ATA/100) am VIA Controller, kam die Maxtor dann auch nur noch auf gute 85MB/s, was knapp hinter den anderen Festplatten liegt. Hier macht sich die bessere Schnittstelle also positiv bemerkbar.

Schreibgeschwindigkeit

Nach den doch etwas enttäuschenden Ergebnissen bei der Leseleistung schauen wir uns jetzt die Schreibwerte an.


Schreiben - Durchschnitt

 P-ATA:
Hitachi 180GXP 2MB an Promise
27.207
Hitachi 180GXP 2MB an VIA
27.133
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
26.602
Hitachi 180GXP 8MB an Promise
26.579
Maxtor DiamondMax Plus 9 an Promise
25.389
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
25.077
IBM 120GXP an Promise
23.918
IBM 120GXP an VIA
23.863
 S-ATA:
Seagate Barracuda V
22.657

Schreiben - Maximum

 P-ATA:
Hitachi 180GXP 2MB an VIA
41.473
Hitachi 180GXP 2MB an Promise
41.363
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
35.007
Hitachi 180GXP 8MB an Promise
34.870
IBM 120GXP an Promise
33.080
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
31.178
Maxtor DiamondMax Plus 9 an Promise
31.152
IBM 120GXP an VIA
31.076
 S-ATA:
Seagate Barracuda V
37.327

Schreiben - Minimum

 P-ATA:
Hitachi 180GXP 2MB an VIA
18.080
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
17.459
Maxtor DiamondMax Plus 9 an Promise
17.459
Hitachi 180GXP 2MB an Promise
17.448
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
14.651
IBM 120GXP an VIA
14.594
IBM 120GXP an Promise
14.497
Hitachi 180GXP 8MB an Promise
14.175
 S-ATA:
Seagate Barracuda V
11.479

Im Durchschnitt ist die Maxtor nur etwa 1-2MB/s langsamer als die Hitachi Festplatten. Bei der maximalen Schreibgeschwindigkeit allerdings sogar ganze 10MB/s (25 Prozent) langsamer als die 2MB Cache Version der Hitachi 180GXP. Nur bei den minimalen Werten kann die Maxtor mithalten, hier liegt sie mit der 2MB Hitachi etwa gleichauf ganz vorne.

Zugriffszeiten

Die Zugriffszeiten der Festplatten spielen ebenfalls ein große Rolle, wir haben wieder den Vergleich auf den ersten 500MB und beim Zugriff quer über die gesamte Oberfläche durchgeführt.


Zugriffszeiten

 Zugriff auf ersten 500MB P-ATA:
Hitachi 180GXP 8MB an Promise
6,31
IBM 120GXP an Promise
6,31
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
6,32
Hitachi 180GXP 2MB an VIA
6,35
Hitachi 180GXP 2MB an Promise
6,37
IBM 120GXP an VIA
6,39
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
7,19
Maxtor DiamondMax Plus 9 an Promise
7,36
 Durchschn. Zugriff P-ATA:
IBM 120GXP an Promise
12,15
IBM 120GXP an VIA
12,24
Hitachi 180GXP 2MB an Promise
12,65
Hitachi 180GXP 2MB an VIA
12,70
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
12,96
Hitachi 180GXP 8MB an Promise
12,97
Maxtor DiamondMax Plus 9 an Promise
13,27
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
13,29
 Zugriff auf ersten 500MB S-ATA:
Seagate Barracuda V
6,35
 Durchschn. Zugriff S-ATA:
Seagate Barracuda V
13,74
Angaben in Millisekunden

Schade, auch hier kann die Maxtor nicht überzeugen, trotz schnellster Einstellung des Acoustic Management. Wurde die Maxtor in den Silent-Mode (Wert=128) versetzt, sanken die Zugriffszeiten beim vollen Zugriff sogar auf etwa 19ms. Zu Gute halten muß man der DiamondMax Plus 9 aber, dass sie dabei sehr leise zu Werke geht und in etwa das Lautstärke-Niveau der Seagate hat. Die beiden Hitachi und die ältere IBM gehen beim Zugriff deutlich lauter zu Werke.

Prozessorlast

Das der Betrieb von Festplatten am VIA Controller den Prozessor schont, haben wir bereits in den anderen Reviews festgestellt. Wieviel Hilfe benötigt die Maxtor beim Datentransfer?


CPU Belastung

 P-ATA:
Hitachi 180GXP 2MB an Promise
13,5
Hitachi 180GXP 8MB an Promise
13,0
IBM 120GXP an Promise
12,7
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
5,5
Maxtor DiamondMax Plus 9 an Promise
5,3
Hitachi 180GXP 2MB an VIA
5,1
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
4,8
IBM 120GXP an VIA
4,8
 S-ATA:
Seagate Barracuda V
4,6
Angaben in Prozent

Erstaunlich wenig, wie man sieht. Selbst am belastenden Promise-Controller begnügt sich die Maxtor 6Y120P0 mit nur etwas mehr als 5 Prozent. Da können die Hitachi Festplatten nicht mithalten, selbst am VIA Controller benötigen sie in etwa soviel Prozessorleistung, wie die Maxtor am Promise-Controller.

Arbeitsgeschwindigkeit

Kommen wir zum letzten Test, der uns wichtige Daten für die Praxistauglichkeit der Festplatten liefert.


Winbench 99 2.0 Business

 P-ATA:
Hitachi 180GXP 8MB an Promise
16.133
Maxtor DiamondMax Plus 9 an Promise
16.000
Hitachi 180GXP 2MB an Promise
12.967
IBM 120GXP an Promise
12.600
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
10.393
Hitachi 180GXP 2MB an VIA
9.863
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
9.270
IBM 120GXP an VIA
9.120
 S-ATA:
Seagate Barracuda V
15.033

Winbench 99 2.0 Highend

 P-ATA:
Hitachi 180GXP 8MB an Promise
40.867
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
39.300
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
38.433
Maxtor DiamondMax Plus 9 an Promise
38.333
Hitachi 180GXP 2MB an Promise
36.467
Hitachi 180GXP 2MB an VIA
35.167
IBM 120GXP an Promise
33.067
IBM 120GXP an VIA
32.300
 S-ATA:
Seagate Barracuda V
33.133

Beim Business Bench liegt die recht neue Maxtor am VIA doch fast ganz am Ende, nur die ältere IBM ist etwas schwächer. Am Promise ein anderes Bild, hier mischt die DiamondMax Plus 9 ganz vorne mit, es zeigt sich der positive Einfluß des 8MB großen Cache, die Modelle mit kleinem Cache sind hier deutlich schwächer.

Beim High-End Bench sieht das Bild etwas anders aus. Am Promise Controller agiert die Maxtor etwas schwächer, kann am VIA Controller jedoch deutlich Boden gut machen, liegt hier sogar vor der 8MB Cache Version der Hitachi.

Temperatur

Fast alle modernen Festplatten sind dank SMART (Self Monitoring And Reporting Technologie) mit Hardware-Überwachungsfunktionen ausgestattet. Dazu gehören auch Sensoren für die Temperatur, die sich mit Programmen wie MBM [2] auslesen lassen. Wir zeigen hier die Werte im Ruhezustand (Idle) und unter Last. Der Controller spielt dabei keine Rolle, auch wenn dieser aus technischen Gründen im Diagramm mit angegeben ist.

Temperatur

 Idle:
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
33
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
35
IBM 120GXP an VIA
37
 Last:
Hitachi 180GXP 8MB an VIA
36
IBM 120GXP an VIA
39
Maxtor DiamondMax Plus 9 an VIA
45
Angaben in °C

Auffallend ist hierbei die hohe Temperatur der Maxtor unter Last. Deutlich werden 40° Celsius überschritten, selbst die noch nicht mit Flüssigkeitslager ausgestattete IBM erreicht nur 39° Celsius. Die Hitachi bleibt dagegen sehr kühl und erhöht auch unter Last kaum ihre Temperatur.

Fazit

Ingesamt hinterläßt die Maxtor DiamondMax Plus 9 (6Y120P0) keinen herausragenden Eindruck, sie kann sich nur beim Burst-Read, dem Lesen aus dem Cache-RAM der Festplatte, in Szene setzen. Dies liegt an der Ultra ATA/133 Schnittstelle, deren Entwicklung aus den Labors von Maxtor stammt. Im normalen Betrieb zeigt die Schnittstelle allerdings keine Verbesserung bei den Leistungen. Bei den theoretischen Benchmarks liegt die Maxtor fast immer hinten, selbst bei den praxisnahen Benchmarks kann sie sich nicht nach vorne bringen und muß sich mit dem zweiten Platz hinter der 8MB Cache Hitachi Deskstar 180GXP begnügen.

Leider ist auch Maxtor dazu übergegangen die Garantiedauer deutlich zu reduzieren, so wird nur ein Jahr Herstellergarantie gewährt. Wer allerdings eine leise Festplatte sucht, die in der Praxis keine großen Schwächen zeigt, ist mit der Maxtor gut beraten. Für viele ist auch die Möglichkeit, die Festplatte im Kit zu erwerben, ein positiver Punkt. Maxtor bietet die DiamondMax Plus 9 auch mit 2MB Cache als Modell 6Y120L0 an, leider stand uns hiervon kein Testmuster zur Verfügung; der Preis beträgt zur Zeit 115,- € bei ebenfalls einem Jahr Herstellergarantie.

Maxtor DiamondMax Plus 9 6Y120P0
Positive Eigenschaften
  • 8MB Cache
  • Laufgeräusch
  • Flüssigkeitslager
  • Als 'Kit' lieferbar
Negative Eigenschaften
  • 1 Jahr Herstellergarantie

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/laufwerke/hitachi_deskstar_180gxp/
  2. http://mbm.livewiredev.com/
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