Einleitung
Auch wenn inzwischen immer mehr Mainboards mit S-ATA Anschlüssen ausgestattet sind, ist das gerade im Mid-Price Sektor keineswegs Standard. Dort bietet sich der Einsatz einer Controller-Karte an, die zusätzliche Anschlussmöglichkeiten bietet. Die SATA150 TX4 Controller-Karte von Promise weist die Möglichkeit zum Anschluss von vier S-ATA Laufwerken an, verfügt aber nicht wie sein großer Bruder FastTrak S150 TX4 über die Fähigkeit, einen RAID-Verbund zu erstellen. Wer noch Festplatten mit P-ATA Anschluss besitzt, kann sich auch den SATA150 TX2Plus oder FastTrak S150 TX2Plus ansehen, beide bieten Anschluss für zwei S-ATA Laufwerke und einen P-ATA Kanal für zwei Laufwerke, der letztere Controller bietet ebenfalls wieder RAID-Funktionalität.
Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei Paul Dortmans von Promise bedanken, der so freundlich war, uns direkt auf der CeBIT2003 den Controller zur Verfügung zu stellen.


Ausstattung
Schauen wir uns den vorliegenden Controller genauer an. Der von Promise entwickelte Controller-Chip PDC20318 bildet das Herzstück der 32-Bit PCI-Steckkarte, die auch mit dem 66MHz Steckplätzen auf Server-Mainboards zurecht kommt. Die Karte beherrscht den '48-Bit Large LBA Modus' und kann damit problemlos Festplatten mit mehr als 137 GB Kapazität ohne Einbußen ansprechen. Neben der Controller-Karte selber sind noch eine Treiber-Diskette, vier Stück S-ATA Kabel, eine Schnellstartanleitung in fünf Sprachen und eine CD mit dem englischen Benutzerhandbuch als pdf-Datei im Karton enthalten. Auf der Diskette befindet sich noch ein kleines Tool, mit dem der Cache der angeschlossenen Platten zwischen 'Write through' und 'Write back' umgeschaltet werden kann. 'Write through' ist die langsamere Methode, da hierbei direkt auf die Festplatte geschrieben wird. Sie ist aber auch sicherer, da bei einem Stromausfall keine Daten aus dem Cache, die noch nicht geschrieben wurden, verloren gehen können.
Der Einbau der Karte mit BIOS Version 1.00.0.20 in das Testsystem verlief ohne Komplikationen. Auch Windows XP erkannte die neue Hardware und verlangte nach der Treiber-Diskette. Mitgeliefert wird hier die Version 1.0.0.14, im Gegensatz zum on-Board Controller PDC20376, der bereits mit der Version 1.0.015 arbeitet. Zum Testende veröffentlichte Promise sowohl ein neues BIOS als auch eine neue Treiberversion für den SATA150 TX4. Allerdings wurden im Kurztest keine bemerkenswerten Leistungsänderungen ausgemacht. Zur Kontrolle der Funktion der angeschlossenen HDDs gibt es die Möglichkeit, zwei Kontroll-LEDs an den TX4 anzuschließen, ähnlich wie bei anderen Controller Karten auch.
Das in den TX4 integrierte BIOS hat die für den Test genutzte Seagata Barracuda V S-ATA [1] ohne Probleme erkannt. Anders als beim normalen Mainboard-BIOS kann man beim BIOS des TX4 keine Einstellungen verändern. Nach der Erkennung des Plattentyps werden alle Einstellungen automatisch vorgenommen.
Nach den etwas enttäuschenden Meßwerten der Barracuda waren wir natürlich neugierig, ob der PDC20318 auf der PCI-Karte mehr Leistung aus der Platte heraus holt, als der on-Board PDC20376.
Testsystem
Kommen wir zum Testsystem. Nur der zusätzlich eingebaute Promise SATA150 TX4 hat das System im Vergleich zum Seagate HDD Test verändert.
Das Testsystem im Einzelnen:
- CPU:
- AMD AthlonXP 1800+
- Motherboard:
- ASUS A7V8X BIOS 1.011 Turbo-Modus
- Arbeitsspeicher:
- 1*256MB Corsair PC2700 DDR-RAM CL2
- Grafikkarte:
- ELSA Erazor III ViVo 32 MB
- Festplatten:
- Seagate Barracuda V S-ATA 120GB ST3120023AS [2]
- IBM DTTA 351010 10GB
- Controller:
- Promise SATA150 TX4
- Promise FastTrack 376 (OnBoard)
- Peripherie
- Plextor PX-W1210A
- Software
- WindowsXP Professional SP1
- VIA 4in1445 Hyperion
Benchmarks
Wie schon beim ersten Test der Barracuda benutzen wir dasselbe Testverfahren, bestehend aus drei verschiedenen Benchmarks. Bei den Diagrammen beschränken wir uns mangels anderer S-ATA Festplatten auf die Seagate und zeigen die erreichten Werte an den beiden verschiedenen Promise Lösungen.
Folgende Benchmarks wurden eingesetzt:
- HDTach 2.61
- tecBench Disk Benchmark
- Business Winbench 99 2.0
Lesegeschwindigkeit
Als erstes wieder die ermittelten Werte der Lesegeschwindigkeiten.
Lesen - Durchschnitt
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Lesen - Maximum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Lesen - Minimum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Nichts Neues beim Betrieb am TX4, es werden quasi die gleichen Werte erreicht. Auch bei der maximalen Datenübertragung keine Überraschung: Beide Promise-Controller liegen bei der Seagate gleichauf. Bei den minimalen Werten bleibt die Barracuda am TX4 zurück, sie kommt nur knapp über die 20MB/s. Allerdings liegt der onBoard FastTrak knapp 6,5 Prozent besser.
Lesen aus Cache
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Wir hatten zwar etwas anderes erwartet, allerdings hält sich die Enttäuschung in Grenzen. Weder der onBoard FastTrak, noch der TX4 können der Seagate Barracuda mehr Leistung entlocken. Bei Tests mit einer anderen P-ATA Platte am FastTrak wurden aber etwa 68MB/s erreicht, hier ist wohl eindeutig die Festplatte der begrenzende Faktor.
Schreibgeschwindigkeit
Was bringen die Schreibwerte, welchen Unterschied macht der Promise SATA150 TX4 hier aus?
Schreiben - Durchschnitt
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Schreiben - Maximum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Schreiben - Minimum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Gute 800KB/s fehlen beim TX4 durchschnittlich beim Schreiben, bei immer noch fast 22MB/s nur etwa 3,6 Prozent weniger.
Und hier ist wieder die Paraderolle der Barracuda: die maximale Schreibgeschwindigkeit. Am TX4 allerdings leicht ausgebremst und rund 1,8MB/s langsamer.
Schwach sieht es allerdings bei der minimalen Schreibleistung aus, denn die Seagate bricht stark ein. An welchem Controller die Platte angeschlossen ist, spielt hier keine Rolle. Die geringsten Werte werden am inneren Ende der Platte erreicht, wo die Datendichte am niedrigsten ist.
Zugriffszeiten
Auch wenn der Einfluss der Controller auf die Zugriffszeit sehr gering ist, haben wir trotzdem die Meßwerte aufgenommen.
Zugriffszeiten
Angaben in Millisekunden
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Bei den ersten 500MB liegt der PDC20376 vorne, beim durchschnittlichen Zugriff ist es bei der Seagate gerade umgekehrt. Der PDC20318 liegt hier sehr knapp besser.
Prozessorlast
Der Betrieb von Festplatten an der Southbridge benötigt kaum den Prozessor. Aber wie genau sieht es beim Einsatz von on-Board-Controllern oder PCI Steckkarten aus?
CPU Belastung
Angaben in Prozent
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Bei diesen Ergebnisse haben wir dann doch gestaunt. Die Belastung hängt deutlich von der Kombination von Platte und Controller ab. Generell ist die Belastung durch externe Controller deutlich höher, als bei integrierten Lösungen.
Arbeitsgeschwindigkeit
Kommen wir zu den Meßwerten im praxisbezogenen Winbench.
Winbench 99 2.0 Business
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Winbench 99 2.0 Highend
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Lagen uns beim Einzeltest der Seagate Barracuda noch keine Vergleichswerte vor, können wir diese hier nachliefern. Leider bekleckert sich der TX4 nicht mit Ruhm und fällt beim Business Winbench deutlich zurück und schafft nur gute 70 Prozent der Leistung des FastTrak. Anders sieht das Bild beim Highend Winbench aus, hier liegen beide Controller in etwa gleichauf.
Fazit
Die Promise SATA150 TX4 PCI Controller Karte hat im Testbetrieb keinerlei Probleme bereitet. Auch der Einbau der Karte und die Treiberinstallation gingen problemlos von der Hand - von Promise Produkten nicht anders erwartet. Allerdings ist der TX4 nicht ganz in der Lage, mit dem on-Board Promise PDC20376 mitzuhalten, der in allen Disziplinen bessere Werte liefert. Der Lieferumfang kann nur als komplett bezeichnet werden, allerdings hat das alles seinen Preis, der mit etwa 93 Euro nicht gerade gering ist. Wer sein Mainboard behalten möchte, aber trotzdem den Umstieg auf zukunftssichere S-ATA Festplatten plant, sollte den SATA150 TX4 ins Auge fassen, da der Controller auch später auf einem neuen Board ohne weitere Einschränkungen einsetzbar ist. Angesichts der aktuellen Preislage (alle Controller bewegen sich inetwa auf einem solchen, überteuerten Niveau) sollten man sich jedoch überlegen, ob man mit der Anschaffung einer S-ATA-Platte nicht noch ein paar Monate warten kann.
- Einfache Installation
- Preis

