Einleitung
Das Angebot an Festplatten ist groß. Auch Branchengewicht Maxtor ist mit einem breiten Produktportfolio an Serial-ATA-Modell am Markt vertreten. In unserem S-ATA Festplatten-Vergleichstest [1] war man beispielsweise mit der Diamond Plus 9 vertreten - ein Modell, das sich bereits seit einiger Zeit auf dem Markt tummelt. Kapazitäten bis 250 GB pro Festplatte stehen zur Verfügung. Allerdings ist die Diamond Plus 9 Serie nicht für den 24/7 Dauerbetrieb ausgelegt. Für diesen Einsatzzweck stellt Maxtor die MaXLine II und MaXLine Plus II Serie bereit, die zumindest bei geringer Belastung für genau diesen Zweck ausgelegt sind.
Neu im Programm hat Maxtor jetzt die MaXLine III-Serie, die neben einem erweiterten Cache von 16 MB bereits einige Funktionen des SATA II-Standards [2] beherrscht. Die Festplatte ist selbstverständlich voll abwärts kompatibel zu älteren S-ATA-Controllern. Um die Möglichenkeiten des neuen Standards voll ausreizen zu können, benötigt man natürlich einen passenden Chipsatz. Mit der offiziellen Vorstellung der neuen Intel-Chipsätze steht nun ein solcher Controller in Form des ICH6R [3] bereit.
Maxtor MaXLine III
Natürlich wollen wir auch bei der MaXLine III die technischen Daten nicht vernachlässigen. Folgende Hersteller-Angaben konnten wir in Erfahrung bringen:
| Maxtor MaXLine III 7B250S0 | Wert |
|---|---|
| Kapazität | 250 GB |
| Drehzahl | 7.200 U/min. |
| Cache | 16384 KB |
| Platter | 3x à 100 GB |
| Köpfe | 5 Stück |
| Zugriff (Ø) | 9,3 ms |
| Zugriff (full stroke) | unter 17 ms |
| AAM | ja |
| Datenrate intern | keine Angabe |
| MTBF | 1.000.000 h |
| Stoßfestigkeit (Ruhe) | 300 G |
| Stoßfestigkeit (Betrieb) | 60 G |
| Temperaturbereich | 5°C bis 55°C |
| Stromverbrauch (Schreib/Lese) | keine Angabe |
| Stromverbrauch (Suche) | keine Angabe |
| Stromverbrauch (Ruhe) | 7,6 W |
| Gewicht | 630 g |
| Hot-Plug | Ja |
| Garantiedauer | 3 Jahre |
Wichtigste Neuerungen bei der MaXLine III sind die native S-ATA-Unterstützung und das mit dem SATA II-Standard eingeführte „Native Command Queuing“ (NCQ). Mit NCQ ist die Festplatte in der Lage, bis zu 32 Lese/Schreib-Anfragen des Controllers zu speichern und diese dann so abzuarbeiten, dass die maximale Datentransferrate erreicht wird. Ein Beispiel: Liegen die Daten für Befehl 2 und 17 direkt hintereinander, wird die Festplatte diese auch am Stück lesen und an den Controller schicken, bevor sie mit den anderen anstehenden Anfragen weitermacht. Dadurch werden die Kopfbewegungen und die durch die Rotation der Platter entstehenden Latenzzeiten reduziert, wodurch wiederum die Performance steigt. Das hört sich in der Theorie sehr gut an, ob es sich in der Praxis bemerkbar macht, werden die Benchmarks zeigen. Umgesetzt wird die neue Technik mit Hilfe eines Chips von Agere, die 16 MB Cache werden mit einem Hynix- bzw. Winbond-Baustein realisiert.



Wichtig ist natürlich auch die Unterstützung dieser Features durch den Controller, in unserem Fall die ICH6R-Southbridge der neuen Intel-Chipsätze [4]. Dieser besitzt als zur Zeit einziger Chipsatz ein AHCI (Advanced Host Controller Interface), das neben dem NCQ unter Anderem auch bessere Stromsparmechanismen und verbessertes Hot-Plugging unterstützt. Intels ebenfalls neue Southbridges ICH6 und ICH6W bieten leider kein AHCI. Die Maxtor MaXLine III ist die erste Festplatte in unseren Händen, die das AHCI unterstützt. Im Rahmen der Vorstellung von Intels neuer Plattform [5] musste das ICH5R, das keine AHCI-Unterstützung bietet, bereits gegen das neue ICH6R antreten. Schon bei diesem Test kam Maxtors neueste Errungenschaft zum Einsatz. Im Folgenden darf sich das neue Gerät nun gegen die Festplattenkonkurrenz aus dem Hause Western Digital und Hitachi behaupten. Alle Festplatten wurden mit und ohne aktiviertem AHCI getestet, um Chancengleichheit zu wahren.
Interessant ist dabei zu beobachten, wie sich die AHCI-Funktion des Controllers bei den älteren Festplatten-Modellen auswirkt, und natürlich auch, wie sich ein deaktiviertes AHCI bei der Maxtor MaXLine III bemerkbar macht. Da uns zwei Maxtor Festplatten zur Verfügung stehen, haben wir natürlich auch den RAID0- und RAID1-Modus getestet.
Testsystem
- Prozessor
- Motherboard
- Intel D925XCVLK Mainboard mit i925X Express Chipsatz
- Speicher
- Corsair TWIN2X1024-4200 DDR2
- Grafikkarte
- ATi RV380 Referenzgrafikkarte
- Festplatten:
- IBM IC35L040AVV01 (System)
- Hitachi Deskstar 7K250 [7]
- Western Digital Caviar SE WD1200JD [8]
- Maxtor MaXLine III 7B250S0
- Software
- Windows XP SP1
- DirectX 9.0b
- ATi Catalyst 4.6
- Intel Application Accelerator 4.0.0.6211
- Intel Chipsatztreiber 6.0.1.1002
Bedingt durch das völlig andere Testsystem sind die hier gemessenen Werte nicht mit den bisherigen vergleichbar. Viele Werte mögen recht ähnlich sein, allerdings hat der neue ICH6R Controller bereits mit Windows-Standard-Treibern Auswirkungen auf die Leistung der Geräte.
Benchmarks
Neben den bisher eingesetzten Benchmarkprogrammen haben wir zusätzlich den HDD-Test des PCMark04 und das recht neue HD-Tune 1.00 benutzt. Nicht dokumentierte Kontrollmessungen wurden mit HD-Tach 2.70 [9] und h2benchw [10] durchgeführt. Die Temperaturmessungen werden per HD-Tune 1.00 bzw. Motherboard Monitor [11] durch Auslesen der Smart-Werte vorgenommen. Das „Automatic Accoustic Managment“ (AAM) der Festplatten wurde, sofern möglich, auf den Wert "254" gesetzt, was der schnellsten Stufe entspricht.
Unser Kopiertest wurde für diesen Test etwas geändert. Statt der Windows XP mit SP1 CD wurden diesmal 1.504 Dateien in 32 Ordnern mit einer Größe von 1,37 GB der Spiele Unreal Tournament 2003 und Unreal Tournament benutzt. Wie bei allen anderen Tests führen wir diesen dreimal durch und mitteln die gemessenen Werte. Dadurch fallen besonders gute oder schlechte Werte (Ausreißer) sofort auf und verfälschen die Testergebnisse nicht.
Für die RAID0-Tests wurde die vorgegebene Clustergröße auf 128k belassen, beim RAID1-Modus ist keine Auswahl der Cluster möglich.
- HD-Tach 2.61
- HD-Tune 1.00 [12]
- tecChannel DiskBenchmark [13]
- WinBench 99 2.0 [14]
- PCMark04 1.10 [15]
Lesegeschwindigkeit
Lesen - Durchschnitt
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Lesen - Maximum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Lesen - Minimum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Kann sich bei den durchschnittlichen Werten die Hitachi noch leicht absetzen, verschafft sich die Maxtor MaXLine III beim maximalen Wert doch den ersten Platz. Wie nicht anders erwartet, spielt bei diesem Low-Level-Benchmark die AHCI-Funktionalität des Controllers und das NCQ der Maxtor keine Rolle. Der RAID0-Verbund setzt sich klar an die Spitze, wenn auch nicht so deutlich, wie zu erwarten wäre. Der Grund hierfür ist in der recht großen Clustergröße von 128k zu suchen. Die Vorteile der größeren Cluster vermag dieser Test, der mit kleinen Datenpaketen arbeitet, leider nicht zu offenbaren. Im alltäglichen Einsatz sollte man nichtsdestotrotz auf diese Cluster-Größe setzen. Auch der RAID1-Verbund läuft gut und stellt keine Leistungsbremse gegenüber dem Einzel-Laufwerk dar.
Lesen aus Cache
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Etwas seltsam wirkt das Ergebnis schon, denn: Ohne AHCI schafft die Maxtor beachtliche 121 MB/s beim Burstlesen. Selbst die sehr gute Hitachi 7K250 kann hier nicht mithalten. Auffällig ist auch wieder das Abschneiden der RAID-Verbände. Neben Hardware-nahen Gründen kann die Ursache hierfür auch im - wohl nicht ganz ausgereiften - Intel-Treiber gesucht werden.
Schreibgeschwindigkeit
Schreiben - Durchschnitt
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Schreiben - Maximum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Schreiben - Minimum
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
|
Als Einzel-Laufwerk zeigt hier wieder die Hitachi, dass sie immernoch das Maß der Dinge ist. Sie bricht zwar auch am stärksten ein. Die Maxtor kann sich kaum gegen ihre Kontrahenten behaupten. Der RAID0-Verbund bietet hier auch wieder das gewisse Extra an Leistung, im Schnitt werden fast 9 MB/s mehr erreicht. Der RAID1-Verbund liegt wieder auf Einzel-Laufwerk-Niveau der Maxtor, bricht aber stärker ein als diese.
Zugriffszeiten
Zugriffszeiten
Angaben in Millisekunden
|
Schneller als die Hitachi geht es im Testfeld nicht. Mit knapp über 12 ms im Schnitt liegt sie bei den Laufwerken mit 7.200 U/min ganz vorne. Die Maxtor liegt genau in der Mitte und in etwa auf dem Niveau der Maxtor DiamondMax Plus 9. Der RAID0-Verbund erscheint im Schnitt auffällig langsam. Die Verwaltung der beiden Festplatten benötigt hier wohl doch zusätzliche Zeit.
Prozessorlast
CPU Belastung
Angaben in Prozent
|
Hier zeigt sich ein weiteres Indiz für einen noch nicht ganz ausgereiften Treiber, die Belastung der CPU bei eingeschaltetem AHCI geht bei der Maxtor deutlich in die Höhe. Mehr als das doppelte an Prozessorzeit fordert der Zugriff auf die Festplatte. Die Hitachi bleibt unberührt, bei der Western Digital ist nur ein kleiner Anstieg zu verzeichnen. Im RAID-Modus wird die Prozessorlast noch einmal deutlich höher. Vor allem das Spiegeln im RAID1-Modus benötigt Prozessorkraft. Bei heutigen Prozessorleistungen sollte das jedoch nicht zu spürbaren Leistungseinbußen beim Arbeiten am PC führen.
HD-Tune und PCMark



Anbei wieder die Screenshots vom Programm HD-Tune, das allerdings nur bei abgeschaltetem AHCI die technischen Daten der Festplatten korrekt auslesen kann. Auch das weißt wieder auf kleine Mängel am Treiber hin. Die Daten aus dem RAID-Verbund können bis auf die Kapazität gar nicht ausgelesen werden. Dies liegt allerdings in der Natur des RAID, auch mit anderen Controllern ist bis auf wenige Ausnahmen keine Auslesung möglich.


Der PCMark stellt bereits einen praxisbezogenen Benchmark dar, wie wirkt sich die NCQ der Maxtor aus?
PCMark04 1.10
Angaben in Punkten
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Tja, kein großer Unterschied zwischen AHCI mit NCQ, nur ein dünner Mehrdurchsatz von etwa vier Prozent bei der Maxtor. Interessant allerdings, dass die Western Digital von dem neuen Controller-Interface profitiert, und zwar mit satten neun Prozent. Sieht also wohl eher nach einem Problem im Zusammenhang mit dem PCMark aus, durch den die neuen Features der Maxtor nicht wirklich genutzt werden können. Im RAID-Verbund schwingen sich die zwei Maxtor-Laufwerke auf und davon; selbst der RAID1-Modus ist schneller als die gute Hitachi.
Arbeitsgeschwindigkeit
Winbench 99 2.0 Business
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Winbench 99 2.0 Highend
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)
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Auch beim WinBench zeigt sich ein eher gespaltenes Bild. Hat das neue AHCI beim Business-Teil scheinbar noch Auswirkungen, wird dieses beim Highend-Teil in das Gegenteil verkehrt. Bei ersterem kann auch die Western Digital vom eingeschalteten AHCI profitieren, beim Highend dagegen nicht mehr. Die Hitachi wird beim Business-Teil sogar durch das AHCI ausgebremst, ein Rückgang um fast 14 Prozent schlägt hier zu Buche. Offenbar lässt sich auch mit diesem zugegebenermaßen in die Jahre gekommenen Benchmark kein Vorteil für die Maxtor belegen.
Kopiergeschwindigkeit
Kopieren P-ATA - S-ATA
Angaben in Sekunden
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Kopieren S-ATA - S-ATA
Angaben in Sekunden
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Beim Kopieren von der Systemplatte auf die S-ATA Laufwerke zeigt sich die Grenze der Leistungsfähigkeit der guten alten IBM IC35L040AVV01 mit P-ATA-Interface, denn alle Laufwerke liegen quasi gleichauf. Auch der RAID-Verbund vermag sich nicht abzusetzen. Ganz anders sieht das Bild beim Kopieren auf sich selbst aus, wie schon im letzten Festplattentest fällt die Western Digital völlig aus der Rolle und braucht fast doppelt soviel Zeit wie die beiden Mitbewerber. Mit AHCI kann die Maxtor über acht Sekunden zulegen. Hier scheint sich die positive Wirkung der „Native Command Queue“ in Verbindung mit dem „Advanced Host Controller Interface“ bemerkbar zu machen. Bestzeiten legen die RAID-Verbände hin. Die etwas über 40 Sekunden für fast 1,4 GB können sich wirklich sehen lassen.
Temperatur
Temperatur
Angaben in °C
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Nur einen kurzen Blick werfen wir auf die Temperaturen, diese sind natürlich stark vom Gehäuse und der entsprechenden Belüftung abhängig. Daher kommen hier auch ganz andere Werte als beim letzten Test zum Vorschein. Allerdings wird die Maxtor - und das muss man zweifelsohne feststellen - deutlich wärmer als die beiden anderen Mitbewerber. Die Unterschiede sind hier jedoch nicht so gravierend wie bei der Maxtor DiamondMax Plus 9 [16], die deutlich zu warm wurde.
Fazit
Die Maxtor MaXLine III mit 250 GB ist eine ausgewachsene Festplatte, die mit neuester Technik glänzen kann. Die 16 MB Cache machen sich leider kaum bemerkbar und auch die Native Command Queing (NCQ) hilft allem Anschein nach (noch) nicht. Ob das an der Hardware liegt, sei es die Festplatte oder der Controller, oder ob der Treiber hier eine nicht unwichtige Rolle spielt, vermögen wir derzeit nicht zu sagen. Ganz ausgereift scheint die neue Technik jedenfalls noch nicht zu sein. Zumindest fällt es uns schwer, mit den verwendeten Messmethoden den theoretischen Vorteil praktisch nachzuweisen. Allerdings wollen wir hier nicht behaupten, dass dieser Vorteil nicht existiert. Mit anderen Messmethoden, die wir versuchen werden auszuloten, mag sich ein Vorteil für die neue Technik einstellen.
Wer für die Zukunft gerüstet sein möchte und in absehbarer Zeit den Kauf eines Mainboards mit AHCI-Technik plant, der sollte auf jeden Fall auch ein Auge auf die Maxtor MaXLine III-Serie werfen. Derzeit durchlaufen die MaXLine III weltweite Qualitätstests. Die Auslieferung ist für das kommende Quartal geplant - dementsprechend ist dieser Test auch nur als Vorschau auf zukünftige Produkte anzusehen. Seagate ist der zweite große Hersteller, der S-ATA-Festplatten mit NCQ-Technik angekündigt hat. Die Entwicklung bei den Datenträgern bleibt also auch nicht stehen. Natürlich werden wir unsere Leser auf dem Laufenden halten, um vielleicht doch noch den Vorteil durch die neuen Techniken nachzuweisen.

