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Test: 7 USB-Sticks & Windows ReadyBoost

von Pierre Wisnia

Einleitung

Wir schreiben das Jahr 2007. Seit dem 30. Januar ist Windows Vista, der jüngste Spross in Microsofts Betriebssystem-Familie, offiziell auf dem Markt erhältlich. Während Kritiker vielerorts von einem lauwarmen Windows-XP-Update mit hübscher Oberfläche, aber hohen Systemanforderungen sprechen, kontert Microsoft und verweist auf viele neue Technologien, die das Arbeiten mit Vista erleichtern und beschleunigen sollen. Damit auch langsamere Systeme besser mit Windows Vista zusammenarbeiten können, wurde Windows ReadyBoost entwickelt. ReadyBoost soll die Ausführung von Programmen und dem Betriebssystem beschleunigen, indem es sich die niedrigen Zugriffszeiten von USB-Flash-Speichern zunutze macht und häufig genutzte Dateien auf ein solches Laufwerk auslagert, um sie künftig von dort zu laden.

Windows ReadyBoost als RAM-Ersatz?

Parallel strömen immer leistungsfähigere Flash-Speicher auf den Markt, die mit immer höheren Geschwindigkeiten und Bonusfeatures um die Gunst des Käufers buhlen. Um den Nutzen von ReadyBoost richtig einschätzen zu können, haben wir sieben solcher USB-Sticks von verschiedenen namhaften Firmen zu einem Test eingeladen. Sie sollen uns nicht nur beweisen, dass sie als Wechseldatenträger über eine hervorragende Performance verfügen, sondern auch zeigen, wie gut sie mit ReadyBoost harmonieren. Außerdem versuchen wir herauszufinden, wie stark sich die Geschwindigkeit eines USB-Sticks auf die Leistungsverbesserung durch ReadyBoost auswirkt. Lasst die Spiele beginnen.

Die Kandidaten

Kingston DataTraveler ReadyFlash

Kingston, bekannter Hersteller von Speichermodulen für den heimischen Computer, eröffnet den Testreigen mit dem DataTraveler ReadyFlash. Der Name deutet schon ein wenig darauf hin: Der USB-Stick ist optimiert für Windows ReadyBoost. Dies lässt Kingston den Kunden auch bei jeder Gelegenheit wissen, indem man entsprechende Hinweise auf Verpackung und Stick platziert. Natürlich darf auch das „Works with Windows Vista“-Logo nicht fehlen.

Kingston DataTraveler ReadyFlash
Kingston DataTraveler ReadyFlash Kingston DataTraveler ReadyFlash: Lieferumfang Kingston DataTraveler ReadyFlash

Der recht kleine USB-Stick erreichte uns in einer Blisterverpackung, deren Papprücken aufgeklappt eine Schnellinstallations-Anleitung darstellt. Eine Anleitung zum Aktivieren von ReadyBoost befindet sich in Form einer PDF-Datei auf dem Stick. Neben dem Stick befindet sich noch eine kleine Schlaufe zur Befestigung des Sticks an einem Schlüsselbund oder ähnlichem im Lieferumfang. Der Stick selbst besitzt ein Plastikgehäuse, dessen Außenseite silbern-metallic lackiert ist. Leider ist der Lack vergleichsweise empfindlich, was – gerade an einem Schlüsselbund – nach einiger Zeit für ein nicht mehr allzu schönes Äußeres sorgen dürfte. Für eine höhere Griffigkeit sorgen an den beiden Seiten schwarze Streifen mit einer geriffelten Oberfläche. An den flachen Seiten finden sich zum einen das Firmenemblem sowie die Aktivitäts-LED, zum anderen der bereits erwähnte ReadyBoost-Hinweis. Daneben befindet sich die Öse zum Befestigen der Schlaufe.

Kingston DataTraveler ReadyFlash: Verpackung

Kingston versieht den Speicherstift mit einer Garantiezeit von fünf Jahren. Der Stick ist in zwei Kapazitäten erhältlich. Während die Variante mit einem Gigabyte ab 14 Euro zu haben ist [1], geht die 2-GB-Version ab 25 Euro [2] über den (virtuellen) Ladentisch.

Extrememory USB Drive Performance

Mit Extrememory hat es auch eine Marke aus Deutschland in den Test geschafft. Die Eigenmarke der COS Memory AG ist seit 1999 am Markt und bedient wie die Konkurrenz den gesamten Speichermarkt, angefangen bei DRAM für PCs und Notebooks über Speicherkarten und USB-Sticks bis hin zu Solid State Disks. Mit dem USB Drive Performance erreichte uns der derzeit schnellste Stick, den Extrememory zu bieten hat.

Extrememory USB Drive Performance
Extrememory USB Drive Performance Extrememory USB Drive Performance: Lieferumfang Extrememory USB Drive Performance

Im Lieferumfang des USB Drive Performance befindet sich neben dem schwarzen Stick nur ein Beipackzettel, der die Installation und Bedienung des Sticks erläutert. Auch Software-seitig hat der Stick nichts dabei. Das Gehäuse des USB Drive Performance besteht aus schwarzem Kunststoff. Auf der Frontseite des Sticks finden sich das Firmenemblem nebst grüner Aktivitäts-LED, während die Öse zum Befestigen an Lanyard oder Schlüsselbund auf der Rückseite zu finden ist. An der Seite des USB-Speichers befindet sich ein Schreibschutz-Schalter, der wichtige Inhalte vor versehentlichem Überschreiben oder Löschen schützt.

Extrememory USB Drive Performance: Verpackung

Das Extrememory USB Drive Performance gibt es in Kapazitäten zwischen 512 Megabyte und vier Gigabyte. Dabei gehen die Preise für die 1-GB-Variante bei 11 Euro los [3], zwei Gigabyte werden mit 17 Euro veranschlagt [4]. Für vier Gigabyte fallen hingegen 37 Euro an [5]. Die kleinste Version mit 512 Megabyte ist derzeit nicht beim Preisvergleicher Geizhals.at gelistet.

Lexar JumpDrive Lightning

Von Lexar erreichte uns das JumpDrive Lightning, der bis dato schnellste und laut Lexar hochwertigste Spross der JumpDrive-Familie. Der schicke Stift besitzt derzeit noch keine offizielle ReadyBoost-Zertifizierung, was ihn aber nicht davon abhält, mit der Technologie kompatibel zu sein. Lexar gibt an, dass der Stick eine Lesegeschwindigkeit von bis zu 24 Megabyte pro Sekunde und eine Schreibgeschwindigkeit von 18 Megabyte pro Sekunde erreicht. Dass diese Werte eher als vorsichtige Angaben gewertet werden können, zeigen später unsere Tests.

Lexar JumpDrive Lightning
Lexar JumpDrive Lightning Lexar JumpDrive Lightning: Lieferumfang Lexar JumpDrive Lightning

Der edel-wirkende Stick wird in einer für USB-Stick-Verhältnisse großen Blisterverpackung geliefert, in der der Käufer jedoch außer dem eigentlichen Stick keine Beigaben findet. Lediglich ein kleines Faltblatt mit den Garantiebestimmungen ist enthalten. Der Stick selbst besitzt ein Edelstahl-Gehäuse, dessen Hochglanzoptik von einem dünnen Streifen aus schwarzem Plastik verziert wird, der den Stift an der schmalen Seite komplett umrundet. Auf der Frontseite befindet sich eine kleine Vertiefung, in welcher die Aktivitäts-LED platziert wurde. Daneben ist der Firmenname aufgedruckt. Die dem USB-Stecker abgewandte Seite beinhaltet eine etwas hervorstehende Öffnung, durch welche der Speicherstift z.B. an einem Schlüsselring oder einem Lanyard befestigt werden kann. Softwareseitig liefert Lexar seine PowerToGo-Software mit. Diese startet automatisch, sobald der Stick als Laufwerk erkannt wurde, und erlaubt dem Anwender, seine Programme auf dem USB-Laufwerk statt auf dem Host-System zu installieren und in einer virtuellen Arbeitsumgebung zu nutzen. Dadurch sollen auf dem Rechner keinerlei Datenspuren anfallen. Gleichzeitig soll man so von jedem Rechner aus auf seine Programme und Dateien Zugriff haben und diese auch auf fremden Rechnern nutzen können. Zudem hilft eine Software namens „SecureII“, eine passwortgeschützte Partition zu erstellen. Alle Daten darin werden mit einer AES-256-Codierung vor unbefugtem Zugriff geschützt.

Lexar JumpDrive Lightning: Verpackung

Das JumpDrive Lightning ist das erste Modell der JumpDrive-Familie, das von Lexar eine lebenslange Garantie erhält. Diese gilt jedoch nur, solange sich das Laufwerk in Besitz des Erstkäufers befindet. In Deutschland beschränkt man den Garantiezeitraum darüber hinaus auf zehn Jahre. Recht hoch gestochen ist der Preis für den USB-Stick. Während die Version mit einem Gigabyte Kapazität mit etwa 39 Euro [6] zu Buche schlägt, fallen für die 512-MB-Variante satte 67 Euro an [7]. Die hier getestete 2-GB-Version und eine Variante mit vier Gigabyte sind hingegen nicht mehr bei Geizhals.at zu finden. Zu beachten ist dabei außerdem, dass nur wenige Händler die gelisteten Sticks anbieten und darüber hinaus keiner ein Gerät auf Lager hat. Wer dennoch am Kauf interessiert ist, wird den Online-Shop des Herstellers [8] aufsuchen müssen.

Lexar JumpDrive Mercury

Über einen kleinen Umweg nimmt ein zweiter Vertreter aus dem Hause Lexar am Test teil. Dieses haben wir nicht beim Hersteller erfragt, sondern durch Zufall zu einem sehr günstigen Preis beim nahe gelegenen Elektronik-Discounter erworben. Und während die Verpackung dem Kunden weismachen möchte, es handele sich beim „Liquid Level“ um einen USB-Stick der Marke CnMemory, so offenbart sich der eigentliche Stick doch als Lexar JumpDrive Mercury.

Lexar JumpDrive Mercury
Lexar JumpDrive Mercury Lexar JumpDrive Mercury: Ladestands-Anzeige Lexar JumpDrive Mercury

Das JumpDrive Mercury ist abgesehen von der auffälligen Papierrückwand das einzige Objekt, dass sich in der leicht zu öffnenden Verpackung befindet. Der Käufer erhält als weder einen Beipackzettel mit Garantiehinweisen oder gar einer Bedienungsanleitung, noch sonstige Gimmicks. Dafür bietet der Stick ein Electronic-Paper-Display, das den aktuellen Ladezustand anzeigt. Durch E Inks Technologie [9] benötigt das Display weder eine Hintergrundbeleuchtung noch Strom, um die Pixel dauerhaft darzustellen. Aktiviert und deaktiviert werden die Pixel während des Datentransfers am Rechner. Der Rest des Gehäuses besteht aus lackiertem – und damit leider auch kratzeranfälligem – Plastik. Auf der Rückseite befindet sich darüber hinaus eine kleine Fläche, auf der der Stick beschriftet werden kann – vorzugsweise mit einem wasserlöslichen Stift. Eine etwas fragwürdige Entscheidung ist die Positionierung der Befestigungsöse an der Kappe. Auch wenn diese zumindest jetzt noch sehr fest sitzen mag, so wird sie sich erfahrungsgemäß mit der Zeit leichter vom Stick lösen, was im Endeffekt den Verlust des Mercury bedeuten könnte. Als zu erwähnender Lieferumfang befindet sich wie schon beim JumpDrive Lightning die PowerToGo- und SecureII-Software auf dem Stick.

Lexar JumpDrive Mercury: Verpackung

Schwierig wird es, wenn es um Bezugsquellen des Mercury geht. Während der eine oder andere Elektronik-Discounter den Stick vielleicht während einer Sonderaktion verkauft, bleibt uns an dieser Stelle nur der Verweis auf eBay oder den Hersteller Lexar. Selbst bei CnMemory [10] findet man keine Informationen (mehr) zum Liquid Level. Lexar bietet sein Produkt [11] zu einen unserer Meinung nach viel zu hohen Preis von 39 Dollar (ein Gigabyte) beziehungsweise 69 Dollar (zwei Gigabyte) an.

OCZ Rally²

Heutzutage kann man sich beinahe den kompletten PC nur mit Hardware von OCZ zusammenstellen. Neben Arbeitsspeicher bietet das Unternehmen inzwischen auch Netzteile, Grafikkarten, Computermäuse und Kühler für verschiedene PC-Komponenten an. Und irgendwo in dieser umfangreichen Produktpalette sind auch Flash-Speicher zu finden. Als Vertreter für das kalifornische Unternehmen nimmt der Rally² an unserem Test teil.

OCZ Rally²
OCZ Rally² OCZ Rally²: Lieferumfang OCZ Rally²

In der Verpackung des Rally² findet der Nutzer neben dem USB-Stick ein etwa 50 Zentimeter langes USB-Verlängerungskabel und ein Lanyard. Nicht dabei ist hingegen eine Anleitung für die Nutzung als ReadyBoost-Laufwerk, auch wenn OCZ auf der Packung auf die Einsatzmöglichkeit als solches hinweist. Auch elektronische Anleitungen oder Dreingaben sind nicht enthalten. Optisch macht der grazile Stick eine sehr gute Figur. Er besitzt ein mattschwarz lackiertes Aluminiumgehäuse, an dessen Ende eine transparente Plastikkappe befestigt ist. Durch diese Kappe leuchtet im Betrieb die OCZ-typische orange LED durchgehend. Bei Zugriff auf den Stick blinkt die unserer Meinung nach etwas zu helle LED. Außerdem wird – sofern gewünscht – das Lanyard an der Kappe befestigt.

OCZ Rally²: Verpackung

Der Stick wurde vom Hersteller mit einer lebenslangen Garantie ausgestattet. Erhältlich ist er in vier Kapazitäten. Während Geizhals.at die 512-MB-Version gar nicht listet, werden beim Modell mit einem Gigabyte etwa 17 Euro veranschlagt [12]. Das 2-GB-Modell startet bei 24 Euro [13] und die Variante mit vier Gigabyte ist ab 44 Euro zu haben [14].

Patriot Xporter XT

Wie OCZ aus Kalifornien stammt Patriot Memory. Patriot ist in Deutschland eher durch seinen High-End-Arbeitsspeicher bekannt, hat jedoch auch Flash-Speicher im Portfolio. für unseren Test schickt Patriot den „Xporter XT 200x“ ins Rennen, der mit ReadyBoost-Kompatibilität und einer maximalen Lesegeschwindigkeit von 32 Megabyte pro Sekunde beworben wird.

Patriot XPorter XT
Patriot XPorter XT Patriot XPorter XT: Lieferumfang Patriot XPorter XT

Grundsätzlich gibt Patriot seinem USB-Stick denselben Lieferumfang mit auf den Weg wie OCZ. Das heißt, der Käufer findet zusätzlich zum Stick ein USB-Verlängerungskabel, das hier 30 Zentimeter lang ist, und ein Lanyard in der Verpackung. Ergänzt wird das Patriot-Paket um eine kleine Kette mit Anhänger, mit der sich der Speicherstick auch am Schlüsselbund befestigen lässt. Zusätzlich dient der kleine Anhänger als Halter für die Kappe, wenn der Stick verwendet wird. Wer aber nach einer Anleitung zur Verwendung des Sticks als ReadyBoost-Erweiterung sucht, wird enttäuscht. Der Xporter XT ist Dank seiner Gummihülle vor Stürzen sicher geschützt, während das auffällige Design nicht unbedingt jedermanns Geschmack treffen mag. Auf jeden Fall aber ist der Stick durch das Weiche Gummi sehr griffig. Die neben dem Unternehmens-Emblem zu findende Aktivitäts-LED blinkt bei Zugriff auf den Stick rot. Daneben ist das Loch für die Befestigung am Schlüsselbund oder Lanyard.

Patriot XPorter XT: Verpackung

Bislang ist der Xporter XT nicht bei Geizhals gelistet. Dennoch lassen sich mit einer Suchmaschine einige deutsche Anbieter finden, die die Serie im Angebot haben. Das günstigste Angebot der 1-GB-Version konnten wir bei 1Deins [15] entdecken, wo der Stick für 18 Euro zu haben ist. Die Variante mit zwei Gigabyte ist bei MemoryWorld [16] für 30 Euro zu finden, während das günstigste 4-GB-Angebot für 50 Euro ebenfalls bei 1Deins [14] gefunden werden kann.

Verbatim Store'n'Go Professional

Verbatim gilt als anerkannter Hersteller für Datenträger aller Art. Da verwundert es wenig, dass sich im Portfolio des Unternehmens auch Flash-Speicherkarten und USB-Sticks befinden. Den schnellsten USB-Stick in Verbatims Angebot stellt der Verbatim Store'n'Go Professional dar. Er soll laut Hersteller eine Lesegeschwindigkeit von 25 Megabyte pro Sekunde sowie eine Schreibgeschwindigkeit von 14 Megabyte pro Sekunde erreichen.

Verbatim Store'n'Go Professional
Verbatim Store'n'Go Professional Verbatim Store'n'Go Professional: Lieferumfang Verbatim Store'n'Go Professional

Neben dem USB-Stick enthält die Verpackung ein Lanyard und einige Sticker, welche zur Beschriftung des Sticks verwendet werden können. Die Hülle des Store'n'Go besteht aus blauem Kunststoff und wird seitlich von chromfarbenen Streifen verziert. Auf der Front findet sich das Firmenlogo nebst einer kleinen, blauen Status-LED. Auf der Rückseite ließ der Hersteller Platz für einen der mitgelieferten Aufkleber. Gegenüber dem USB-Stecker formt die Zierleiste eine Öse, mit welcher der Stick am Lanyard befestigt werden kann. Der Verbatim-Stick ist ab Werk mit Daten bestückt. Hier liefert der Hersteller zwei Anwendungen mit, namentlich „V-Key“ und „V-Safe“. V-Key stellt eine Oberfläche zum Verwalten der auf dem USB-Stick befindlichen Daten bereit, mit der diese auch mit einem Schreibschutz versehen werden können. Außerdem erlaubt sie die Synchronisieren zwischen Ordnern auf dem PC und auf dem Speicherstift. V-Safe hingegen lässt den Benutzer persönliche Bereiche einrichten und diese mit einem Passwort schützen. Wie die Programme gehandhabt werden, erläutern mehrsprachige Anleitungen, welche in PDF-Form auf dem Stick enthalten sind. Auch eine Anleitung für die Nutzung des Store'n'Go befindet sich auf dem Stick.

Verbatim Store'n'Go Professional: Verpackung

Verbatim gibt dem Store'n'Go Professional eine lebenslange Garantie mit auf den Weg. Der Speicherstick ist in Varianten mit einem, zwei oder vier Gigabyte erhältlich. Der hier getestete 2-GB-Stick geht derzeit für 29 Euro [17] über den Ladentisch. Die Version mit einem Gigabyte kostet etwa 13 Euro [18], während die 4-GB-Variante mit 83 Euro zu Buche schlägt [19].

Technische Daten

Technische Daten
USB Drive Performance DataTraveler ReadyFlash JumpDrive Lightning JumpDrive Mercury Rally² Xporter XT Store'n'Go Professional
allgemeine Angaben
Hersteller Extrememory [20] Kingston [21] Lexar [22] Lexar [23] OCZ [24] Patriot [25] Verbatim [26]
Kapazitäten 512 MB – 4 GB 1 GB, 2 GB 512 MB – 4 GB 1 GB, 2 GB 512 MB – 4 GB 1 GB – 8 GB 1 GB – 4 GB
Kapazität, 2 GB unformatiert 1953 MB 1977 MB 1914 MB 1914 MB 1992 MB 1977 MB 1922 MB
Abmessungen in mm (l*b*t) 67,0*19,0*10,0 67,6*20,8*9,0 76,5*22,0*11,0 68,0*21,5*7,0 68,0*15,5*7,0 73,0*24,0*13,0 78,0*20,0*7,0
Gehäusematerial Plastik Plastik Edelstahl Plastik Aluminium Gummi Plastik
Schreibschutz x x x x x x
Preis für 2-GB-Version ab 18 Euro [3] ab 25 Euro [1] 70 US-Dollar [7] [27] 70 US-Dollar [10] ab 26 Euro [12] ab 30 Euro [15] ab 29 Euro [16]
Geschwindigkeit laut Hersteller
Lesen 23 - (> 5 MB) 24 - 28 32 25
Schreiben 15 - (> 3 MB) 18 - 15 - 14
ReadyBoost kompatibel

Testsystem und -Bedingungen

Bevor wir mit der Untersuchung von ReadyBoost beginnen, wollen wir die Leistungen als normale Flash-Laufwerke erkunden. Nachdem das Laufwerk korrekt erkannt wurde, wird zunächst die darauf befindliche Partition gelöscht. Dies sorgt nicht nur für Chancengleichheit auf allen USB-Sticks, sondern ist gleichzeitig auch nötig, damit Schreibtests auf den Geräten durchgeführt werden können.

Anschließend bemühen wir die beliebten Benchmark-Programme HD-Tach 3.01 von Simpli Software, sowie Sandra XI von SiSoftware. Während wir mit HD-Tach ausschließlich die Werte beim sequentiellen Lesen feststellen wollen, wird SiSoft Sandra sowohl die sequentielle Lese- und Schreibperformance als auch die Leistung bei zufälligen Zugriffen ermitteln.

Benchmarks

HD Tach 3.01

HD-Tach 3.01 - Burst-Lesegeschwindigkeit

Lexar JumpDrive Lightning
32,0
Patriot Xporter XT
30,0
Verbatim Store'n'Go Professional
26,4
OCZ Rally²
25,1
Extrememory USB Drive Performance
25,0
Kingston DataTraveler ReadyFlash
19,1
Lexar JumpDrive Mercury
10,4

HD-Tach 3.01 - Durchschn. Lesegeschwindigkeit

Lexar JumpDrive Lightning
30,8
Patriot Xporter XT
29,1
Verbatim Store'n'Go Professional
26,1
OCZ Rally²
23,5
Extrememory USB Drive Performance
22,7
Kingston DataTraveler ReadyFlash
18,7
Lexar JumpDrive Mercury
10,2

Die Burst-Lesegeschwindigkeit bezieht sich auf Daten, die sich bereits im Zwischenspeicher des Laufwerks befinden und nicht mehr ausgelesen werden müssen. Sie stellt die maximale Geschwindigkeit dar, mit der das Laufwerk Daten versenden kann. Bei Flash-Laufwerken ist der Unterschied zwischen der tatsächlichen durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit und der Burst-Rate bauartbedingt nicht sehr groß, es sei denn, der Hersteller verbaut nur für einen Teil der Kapazität schnellen Speicher. Bei Extrememory ist ein solcher Effekt zu beobachten, betrifft jedoch nur die letzten fünf Prozent des Sticks, so dass es sich kaum auf die Durchschnittsgeschwindigkeit des Sticks auswirkt.

HD-Tach 3.01 - Zugriffszeit

Verbatim Store'n'Go Professional
0,5
Extrememory USB Drive Performance
0,7
OCZ Rally²
0,7
Lexar JumpDrive Lightning
0,8
Lexar JumpDrive Mercury
1,4
Patriot Xporter XT
1,7
Kingston DataTraveler ReadyFlash
1,8
Angaben in Millisekunden

Die (Lese-) Zugriffszeiten halten sich durch die Bank unter zwei Millisekunden, wobei die besten Laufwerke nicht einmal eine Millisekunde warten lassen. Doch egal, ob eine oder zwei Millisekunden – selbst schnelle Desktopfestplatten wie die Raptor-Serie von Western Digital können von solchen Zugriffszeiten nur träumen.

SiSoft Sandra - Lesen

SiSoft Sandra XI - Laufwerksindex Lesen

Lexar JumpDrive Lightning
31
Patriot Xporter XT
29
Verbatim Store'n'Go Professional
25
OCZ Rally²
24
Extrememory USB Drive Performance
23
Kingston DataTraveler ReadyFlash
18
Lexar JumpDrive Mercury
10

SiSoft Sandra XI - Durchschnitt Lesen

Lexar JumpDrive Lightning
30,58
Patriot Xporter XT
28,67
Verbatim Store'n'Go Professional
24,75
OCZ Rally²
23,03
Extrememory USB Drive Performance
21,81
Kingston DataTraveler ReadyFlash
17,88
Lexar JumpDrive Mercury
9,81

SiSoft Sandra bestätigt noch einmal alle Beobachtungen, die wir mit HD-Tach gemacht haben. Die Werte der durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit sind Mittelwerte der 31 von Sandra ermittelten Messzonen. Da die Ergebnisse denen von HD Tach entsprechen, stehen auch hier wieder das Lexar JumpDrive Lightning, der Patriot Xporter XT und Verbatims Store'n'Go Professional auf dem Siegertreppchen.

SiSoft Sandra XI - Zugriffszeit Lesen

Extrememory USB Drive Performance
0
Lexar JumpDrive Lightning
0
Lexar JumpDrive Mercury
0
Verbatim Store'n'Go Professional
0
OCZ Rally²
0
Kingston DataTraveler ReadyFlash
1
Patriot Xporter XT
1
Angaben in Millisekunden

Der Vollständigkeit halber soll auch die von Sandra ermittelte Zugriffszeit nicht unerwähnt bleiben, welche, wie zu erwarten war, bei keinem Testteilnehmer Grund zur Kritik bietet und grundsätzlich unter zwei Millisekunden bleibt. Sandra rundet leider die Werte auf ganze Zahlen, so dass kleinere Unterschiede zwischen den USB-Speichern nicht zu erkennen sind.

SiSoft Sandra - Schreiben

SiSoft Sandra XI - Laufwerksindex Schreiben

Patriot Xporter XT
22
Lexar JumpDrive Lightning
20
Kingston DataTraveler ReadyFlash
17
Extrememory USB Drive Performance
16
OCZ Rally²
16
Verbatim Store'n'Go Professional
14
Lexar JumpDrive Mercury
8

SiSoft Sandra XI - Durchschnitt Schreiben

Patriot Xporter XT
19,13
Lexar JumpDrive Lightning
18,07
Kingston DataTraveler ReadyFlash
16,01
Extrememory USB Drive Performance
12,89
OCZ Rally²
11,05
Verbatim Store'n'Go Professional
11,01
Lexar JumpDrive Mercury
7,00

Wie schon beim Lesevorgang ermittelt SiSoft Sandra neben dem Laufwerksindex – der maximalen Geschwindigkeit, mit der das Laufwerk vorgehen kann – auch die tatsächliche Geschwindigkeit an 31 Messpunkten. Die Ergebnisse dieser Messungen unterscheiden sich zum Teil um bis zu 4 MB/s. Den Durchschnitt dieser Werte stellt das zweite Diagramm dar.

SiSoft Sandra XI - Zugriffszeit Schreiben

Kingston DataTraveler ReadyFlash
22
Lexar JumpDrive Lightning
32
Patriot Xporter XT
36
Extrememory USB Drive Performance
58
OCZ Rally²
61
Lexar JumpDrive Mercury
85
Verbatim Store'n'Go Professional
100
Angaben in Millisekunden

Die Zugriffszeiten beim Schreibvorgang auf den Flash-Speichern unterscheiden sich erheblich von denen beim Lesen. Denn während die Daten in nicht einmal zwei Millisekunden zum Auslesen bereitstehen, vergeht bis zu einer Zehntelsekunde, bis Daten auf das Laufwerk geschrieben werden können. Lobend ist hier die Geschwindigkeit des DataTravalers von Kingston, der mit 22 Millisekunden der Konkurrenz vormacht, wie man es besser machen kann.

SiSoft Sandra - Flash-Speicher, Lesen

SiSoft Sandra XI - 512 Byte lesen

Lexar JumpDrive Lightning
380
Patriot Xporter XT
373
Kingston DataTraveler ReadyFlash
372
Verbatim Store'n'Go Professional
333
Lexar JumpDrive Mercury
331
Extrememory USB Drive Performance
239
OCZ Rally²
210

SiSoft Sandra XI - 32 KB lesen

Lexar JumpDrive Lightning
13.260
Patriot Xporter XT
13.171
Verbatim Store'n'Go Professional
12.794
Kingston DataTraveler ReadyFlash
11.004
Extrememory USB Drive Performance
9.214
OCZ Rally²
8.509
Lexar JumpDrive Mercury
6.715

SiSoft Sandra XI - 256 KB lesen

Lexar JumpDrive Lightning
27.840
Patriot Xporter XT
23.778
Verbatim Store'n'Go Professional
22.677
Extrememory USB Drive Performance
21.039
OCZ Rally²
20.019
Kingston DataTraveler ReadyFlash
17.553
Lexar JumpDrive Mercury
9.472

SiSoft Sandra XI - 2 MB lesen

Lexar JumpDrive Lightning
30.891
Patriot Xporter XT
26.214
Verbatim Store'n'Go Professional
24.678
Extrememory USB Drive Performance
23.518
OCZ Rally²
23.074
Kingston DataTraveler ReadyFlash
18.671
Lexar JumpDrive Mercury
9.865

SiSoft Sandra XI - 64 MB lesen

Lexar JumpDrive Lightning
31.676
Verbatim Store'n'Go Professional
25.122
Patriot Xporter XT
25.122
Extrememory USB Drive Performance
24.030
OCZ Rally²
22.938
Kingston DataTraveler ReadyFlash
18.569
Lexar JumpDrive Mercury
9.830

Unangefochten für Lexars Hochleistungsstick die Riege der USB-Sticks an. Während er sich bei 512-Byte-Zugriffen nur knapp behaupten kann, kann er schon bei 256-kB-Blöcken mit einem Geschwindigkeitsvorteil von vier Megabyte pro Sekunde aufwarten. Der DataTraveler von Kingston hingegen lässt sich mit zunehmender Dateigröße zurückfallen und muss sich ab einer Blockgröße von 256 Kilobyte mit dem sechsten Platz zufrieden geben. Das rote Schlusslicht trägt unterdessen Lexars JumpDrive Mercury, das beinahe nur die Hälfte der Leistung des Kingston-Sticks aufzubringen vermag.

SiSoft Sandra - Flash-Speicher, Schreiben

SiSoft Sandra XI - 512 Byte schreiben

Lexar JumpDrive Lightning
49
Kingston DataTraveler ReadyFlash
44
Verbatim Store'n'Go Professional
31
Extrememory USB Drive Performance
23
OCZ Rally²
20
Lexar JumpDrive Mercury
11
Patriot Xporter XT
6

SiSoft Sandra XI - 32 KB schreiben

Lexar JumpDrive Lightning
3.355
Verbatim Store'n'Go Professional
1.993
Kingston DataTraveler ReadyFlash
1.854
Lexar JumpDrive Mercury
1.751
Extrememory USB Drive Performance
1.325
OCZ Rally²
1.137
Patriot Xporter XT
332

SiSoft Sandra XI - 256 KB schreiben

Lexar JumpDrive Lightning
11.823
Kingston DataTraveler ReadyFlash
10.197
Extrememory USB Drive Performance
9.591
OCZ Rally²
7.949
Verbatim Store'n'Go Professional
7.343
Lexar JumpDrive Mercury
5.726
Patriot Xporter XT
2.590

SiSoft Sandra XI - 2 MB schreiben

Lexar JumpDrive Lightning
16.247
Kingston DataTraveler ReadyFlash
14.609
Extrememory USB Drive Performance
11.298
OCZ Rally²
9.557
Verbatim Store'n'Go Professional
9.523
Lexar JumpDrive Mercury
7.578
Patriot Xporter XT
6.246

SiSoft Sandra XI - 64 MB schreiben

Extrememory USB Drive Performance
19.661
Lexar JumpDrive Lightning
18.569
Patriot Xporter XT
18.569
Kingston DataTraveler ReadyFlash
16.384
OCZ Rally²
14.199
Verbatim Store'n'Go Professional
10.923
Lexar JumpDrive Mercury
8.738

Wenig Konstanz zeigen die Wechseldatenträger-Schreibtests von SiSoft Sandra bei den 7 USB-Sticks. Denn während zwar das JumpDrive Lightning von Lexar durchgehend eine hohe Performance bietet und nur bei 64-MB-Schreibzugriffen von Extrememory geschlagen wird, legen die anderen Kandidaten eine wechselhafte Leistung an den Tag. Besonders auffällig ist dies beim Xporter XT von Patriot. Während er in vier von fünf Tests als Letzter ins Ziel kommt, erwacht er bei 64-MB-Blöcken zu neuen Leben und erreicht dieselbe Geschwindigkeit wie das Lightning-Modell von Lexar.

Windows ReadyBoost

Der Weg, den Daten nehmen um letztendlich vom Prozessor verarbeitet zu werden, ist lang und mit einigen Geschwindigkeitseinschränkungen verbunden. Während zwischen CPU und Arbeitsspeicher der Cache des Prozessors in seinen verschiedenen Leveln einen gewissen Leistungspuffer darstellt, ist der zwischen RAM und Festplatte entstehende Leistungseinbruch ungleich direkter, da der RAM mit einem Datendurchsatz von mehreren Gigabyte pro Sekunde und einer kaum vorhandenen Zugriffszeit wesentlich performanter als die Festplatte mit ihren Zugriffszeiten ab sieben Millisekunden und Datenübertragungsraten von unter 100 MB pro Sekunde. Während man die Übertragungsgeschwindigkeit von Festplatten durch den Aufbau von RAID-Verbunden oder schlichtweg schnellere Technologien steigern kann, bleibt das Problem der Festplatte die recht hohe Zugriffszeit. Aus diesem Grund ist auch das Auslagern gerade nicht benötigter Daten auf die Festplatte eher eine Notlösung.

Windows Vista Logo

Um dennoch schnell an Programme und Daten zu kommen, haben viele Betriebssysteme, darunter natürlich auch Windows, Caching-Funktionen. So versuchen viele Betriebssysteme, brachliegende Bereiche des Arbeitsspeichers zum Verbessern der Ansprechbarkeit und Leistung des Systems zu verwenden. Eine Funktion, die in Windows anzutreffen ist, behält Programme weiterhin im Arbeitsspeicher, nachdem sie geschlossen werden. Bei einem neuerlichen Aufruf steht das Programm dann schneller zur Verfügung. Allerdings kann diese Funktion die Daten im RAM nur solange aufbewahren, wie der Rechner eingeschaltet ist und die Kapazität des Speichers nicht für eine Anwendung gebraucht wird. Wird der Platz im RAM zum Beispiel von einem umfangreichen Programm benötigt oder der Rechner neu gestartet, geht alles verloren, was sich bis dahin im RAM befindet. Anschließend dauert das Aufrufen der Daten wieder etwas länger, da alle Daten von der langsamen Festplatte ausgelesen werden müssen.

Superfetch, der „große Bruder“

Schon Windows XP nutzt daher eine Prefetch-Funktion, die leere Speicherbereiche automatisch mit bereits verwendeten Programmdaten auffüllt. Um diese Funktion zu ermöglichen, werden Daten aus dem RAM teilweise auch in einen Ordner auf der Festplatte geschrieben. Aus diesem lädt sich die Prefetch-Funktion nach einem Reset des Computers selbständig die Informationen in den Arbeitsspeicher vor. Werden die entsprechenden Programme anschließend aufgerufen, starten sie deutlich schneller.

In Windows Vista wird die Technologie erneut verbessert. Hier ist die Funktion nun als Dienst integriert, welcher gemeinsam mit Windows startet und „Superfetch“ genannt wird. Der Dienst überwacht das Verhalten des Benutzers und lädt die am häufigsten verwendeten Programme präventiv in den freien Arbeitsspeicher vor, ohne dass der Anwender selbst Hand anlegen muss. Wird eines dieser Programme gestartet, profitiert es von einem beschleunigten Start. Die Analyse des Nutzerverhaltens ist ein Zeitaufwändiger Prozess, so dass man davon ausgehen kann, dass das Feature erst nach einigen Tagen seine volle Wirkung entfaltet. Ebenso ist für einen erfolgreichen Einsatz der Windows-Funktion wichtig, dass der Benutzer den Prefetch-Ordner im Windows-Verzeichnis nicht regelmäßig „säubert“.

Superfetch im Taskmanager

Ein Blick in den Task-Manager, im Reiter „Leistung“, offenbart die Aktivität der Vista-Funktion. Auch wenn der RAM kaum von irgendeiner Software außer dem Betriebssystem selbst verwendet wird, ist nur wenig bis gar kein freier Arbeitsspeicher vorhanden. Dafür ist der Wert „Im Cache“ entsprechend hoch. Natürlich lädt Superfetch nicht pausenlos Daten in den RAM, bis dem Anwender der Arbeitsspeicher ausgeht und Programme nicht mehr funktionieren. Die Technik ist so entwickelt, dass, sobald RAM für andere Software benötigt wird, die Dateien aus dem Speicher fliegen, die wahrscheinlich am wenigsten gebraucht werden. Ist später wieder Platz frei, beginnt Superfetch erneut, diesen mit den Daten zu befüllen, die der Anwender voraussichtlich als nächstes benötigen wird. Leider benötigt das Befüllen des Arbeitsspeichers seine Zeit, so dass man dem System nach einem Neustart des Rechners oder dem Schließen RAM-lastiger Software etwas Zeit geben muss, damit es diese Aufgabe erfüllen kann. Natürlich kann man auch sofort zur Tat schreiten und mit der Arbeit in einer anderen Anwendung beginnen, doch werden die Programme im ersten Moment nicht schneller geladen.

Wenn man an Superfetch einen negativen Effekt erkennen kann, dann den, dass das Feature zu einer erhöhten Belastung der Festplatte führt. Speziell nach Neustarts fällt das lange Rappeln der Festplatten deutlich auf. Das größte Problem, das diese Technik hat, ist aber die Kapazität des Arbeitsspeichers. So kann ein Vista-PC mit 512 MB RAM das Superfetch-Feature so gut wie gar nicht verwenden, da allein das Betriebssystem schon den Großteil des verfügbaren Freiraums belegt. Wenn dann zusätzlich zu Antiviren-Software, Firewall und Treibersoftware noch ein Browser oder andere Programm verwendet werden, sind schnell die gesamten 512 Megabyte belegt. Ab einem Gigabyte Arbeitsspeicher sollten Anwender, die wenig Multitasking betreiben, in den Genuss des Features kommen. Mit noch mehr RAM ist entsprechend mehr möglich.

ReadyDrive

Windows ReadyDrive klingt nicht nur ähnlich wie Windows ReadyBoost, es verfolgt auch dasselbe Ziel. Dabei ist allerdings nicht der Einsatz von USB-Sticks oder Speicherkarten gefragt. Statt dessen setzt ReadyDrive eine Hybrid-Festplatte (H-HDD) voraus. Dabei handelt es sich um normale Festplatten, denen aber ein kleiner zusätzlicher Flash-Speicher als Cache verliehen wurde. Entsprechende Modelle sind von allen bekannten Festplattenherstellern angekündigt. Darüber hinaus wird auch Intels Robson-Technologie mit ReadyDrive kompatibel sein, so dass auch herkömmliche Festplatten Dank Intels Flash-Speicher zu Hybrid-Modellen werden. Das Minimum an Flash-Speicher, das eine H-HDD aufbringen muss, um mit ReadyDrive kompatibel zu sein, sind 50 Megabyte, doch je größer der Ausbau, desto deutlicher der Effekt. So ist bei einem Flash-Cache zwischen 256 Megabyte und einem Gigabyte ein wesentlich größerer Effekt zu erwarten. Das Maximum, das ReadyDrive unterstützt, sind zwei Terabyte, so dass man hier nicht allzu kurz angebunden ist.

ReadyDrive nutzt den Flash-Speicher der Festplatte zum Beschleunigen des Boot-Vorgangs und zum Entlasten der mechanischen Festplattenteile, was wiederum zu weniger Energieverbrauch führt. Darüber hinaus sollen Anwendungen schneller starten und durch die geringere Zugriffszeit allgemein besser reagieren. Wichtig ist dabei, dass der Leistungsvorteil reduziert wird, wenn man Superfetch deaktiviert. Der Haupteinsatzort der ReadyDrive-Technologie werden Notebooks sein, da diese am meisten von den Stromsparmöglichkeiten profitieren, doch auch Desktop-PCs können einen Vorteil daraus ziehen.

ReadyBoost

Windows ReadyBoost soll ansetzen, wo die Kapazität des Arbeitsspeichers aufhört. Es basiert auf der Superfetch-Technik, nutzt zum Vorladen häufig genutzter Dateien jedoch nicht den RAM des PCs, sondern zusätzlich ansteckbare Flash-Speicher – und erweitert diese damit um eine zusätzliche Einsatzmöglichkeit. Durch die RAM-ähnlichen Zugriffszeiten der Flash-Speicher soll so acht- bis zehnmal schneller auf die Dateien zugegriffen werden können als bei Festplatten. Laut Microsoft stört die im Vergleich zu Festplatten eher geringe Durchsatzrate beim sequentiellen Lesen und Schreiben nicht, denn große Dateien, bei denen sequentielles Lesen erforderlich ist, werden von ReadyBoost ignoriert. Sie werden wie bisher über die Auslagerungsdatei behandelt. Außerdem sollen kleine Dateien auf dem Flash-Speicher so angeordnet werden, dass sequentielle Lesevorgänge weitgehend vermieden werden.

ReadyBoost-Symbol

Wer nun eine rasche Abnutzung der begrenzten Wiederbeschreibbarkeit seines Speichers befürchtet, kann aufatmen, denn die Technologie soll in vergleichsweise großen Blöcken auf das externe Gerät schreiben. So sollen Lebenszyklen von mehreren Jahren auch mit ReadyBoost-Einsatz gesichert sein. Mit anderen Worten: Es ist wahrscheinlicher, dass der Anwender auf ein neueres Betriebssystem oder einen komplett neuen Rechner umsteigt, als dass der für die Systembeschleunigung eingesetzte USB-Stick den Geist aufgibt. Auch hat Microsoft daran gedacht, dass man seinen mit hoher Kapazität ausgestatteten USB-Stick eventuell auch weiterhin als Daten-Transportmöglichkeit zwischen verschiedenen Computern nutzen möchte, und lässt dem Benutzer die Freiheit, den für ReadyBoost verwendeten Bereich selbst einzustellen.

Natürlich gibt es einige Bedingungen, die die Geräte erfüllen müssen, um mit ReadyBoost kompatibel zu sein:

Sind all diese Voraussetzungen gegeben, kann ReadyBoost – glaubt man dem Marketing von Microsoft – die Geschwindigkeit beim Umgang mit dem PC spürbar erhöhen. Natürlich kann die Technologie keine Wunder bewirken. Ist das System zum Beispiel mit Hochgeschwindigkeitsfestplatten mit sehr hohen Drehzahlen ab 10.000 Umdrehungen pro Minute ausgerüstet, dürfte der Nutzen der Technologie verschwindend gering sein. Auch bei einem großen RAM-Ausbau ist ReadyBoost nur begrenzt von Nutzen. Auf die Masse an Heim-PCs dürften diese Eigenschaften jedoch nicht zutreffen, so dass hier das Haupteinsatzgebiet der Cache-Technologie zu finden ist.

Einrichten

Das Einrichten einer ReadyBoost-Speichererweiterung erweist sich als vergleichsweise einfach. Ist der benötigte Dienst nicht durch Benutzerhand deaktiviert worden, wird Windows Vista bei jedem Einstecken eines externen Speichers dessen Tauglichkeit prüfen und dem Anwender bei bestandenem Test die Option anbieten, das System zu beschleunigen.

System beschleunigen mit ReadyBoost

Wird diese Option gewählt, folgt die Einstellung, wie groß der reservierte Bereich sein soll. Das Minimum ist 230 Megabyte, das Maximum entweder der gesamte verfügbare Speicherplatz auf dem Laufwerk oder vier Gigabyte. Dank einer Komprimierung der ausgelagerten Daten kann ReadyBoost effektiv etwa das doppelte an Speicherplatz nutzen wie eingestellt ist. Somit ist eine maximales Datenvolumen von acht Gigabyte mittels ReadyBoost auslagerbar. Mit einem Klick auf die Schaltfläche „Übernehmen“ sind alle relevanten Einstellungen getroffen und das System kümmert sich um den Rest – wie ein beinahe konstantes Blinken der Aktivitäts-LED an USB-Stick oder Kartenleser eindeutig zeigt. Will der Nutzer nachträglich die Größe des ReadyBoost-Bereichs ändern, so kann er die Dialogbox über die Eigenschaften des Flash-Laufwerks erreichen.

Dialogfeld ReadyBoost

Doch was passiert, wenn das Laufwerk mit den ReadyBoost-Daten versehentlich oder absichtlich aus dem System entfernt wird? Da ReadyBoost keine aktiven Daten aus dem RAM übernimmt, hat der Benutzer nichts zu befürchten. Das System verhält sich bei einer Trennung vom Laufwerk, als hätte es das Laufwerk nie gegeben. Das bedeutet einerseits, dass alles wieder etwas langsamer startet, andererseits aber auch, dass weder relevanten Daten verlorengehen, noch das System abstürzt. Wird der Speicher wieder angeschlossen, findet Vista die Readyboost-Datei wieder und nutzt sie weiter. Beim Herunterfahren entfernt Vista darüber hinaus von selbst die ReadyBoost-Datei, um den Flash-Speicher für eventuelle andere Aufgaben freizugeben. Die Datei wird beim nächsten Hochfahren des Vista-Systems per Superfetch neu erstellt.

Geschwindigkeitstest

Wer genauer wissen möchte, wie kompatibel sein Flash-Speicher mit den ReadyBoost-Vorgaben ist, für den hält Windows eine Testmöglichkeit parat. Statt nur den USB-Stick oder die Speicherkarte anzuschließen und sich von Windows sagen zu lassen, ob ReadyBoost damit verwendet werden kann oder nicht, ist es möglich, über einen Befehl in der Eingabeaufforderung die genaue Geschwindigkeit des Speichers zu messen. Voraussetzung für diese Messung sind allerdings Administrator-Rechte auf dem System.

Zum Ausführen des Tests für zufällige Lesezugriffe ruft man die Eingabeaufforderung (Start > Alle Programme > Zubehör > Eingabeaufforderung) auf und gibt folgende Befehlskette ein:

Code
winsat disk -read -ran -ransize <<Blockgröße in Byte>> -drive <<Laufwerksbuchstabe>>

Die Blockgröße, auf die sich die ReadyBoost-Vorgaben beziehen, ist 4 KB, also 4096 Byte. Bei der Angabe des Laufwerks ist es wichtig, dass nur der Buchstabe ohne Doppelpunkt eingegeben wird. Für einen Lesetest auf Laufwerk E lautet dieser Befehl also „winsat disk -read -ran -ransize 4096 -drive e“. Genauso lässt sich auch der Schreibtest durchführen, nur dass statt „read“ der Befehl „write“. Eingesetzt wird. Der Befehl lautet entsprechend:

Code
winsat disk -write -ran -ransize <<Blockgröße in Byte>> -drive <<Laufwerksbuchstabe>>

Für ReadyBoost gibt Microsoft 512-KB-Blöcke vor, also 524288 Byte. Der vollständige Befehl für ein zu testendes Laufwerk E wäre also „winsat disk -write -ran -ransize 524288 -drive e“. Der Schreibtest kann, anders als der Lesetest, mehrere Minuten in Anspruch nehmen.

Nun wollen wir sehen, wie gut unsere Testexemplare mit den ReadyBoost-Vorgaben harmonieren. Dazu wird bei jedem der Laufwerke sowohl der Lese- als auch der Schreibtest mindestens fünfmal durchgeführt. Der Wert des folgenden Diagramms ist der Mittelwert der Ergebnisse.

Vista - Lesegeschwindigkeit, 4 KB Blöcke

Lexar JumpDrive Lightning
7,36
Verbatim Store'n'Go Professional
6,24
Kingston DataTraveler ReadyFlash
6,16
Patriot Xporter XT
5,86
Extrememory USB Drive Performance
5,50
OCZ Rally²
5,20
Lexar JumpDrive Mercury
3,26

Vista - Schreibgeschwindigkeit, 512 KB Blöcke

Kingston DataTraveler ReadyFlash
12,95
Patriot Xporter XT
12,48
Lexar JumpDrive Lightning
12,46
Extrememory USB Drive Performance
6,67
Verbatim Store'n'Go Professional
5,76
OCZ Rally²
5,44
Lexar JumpDrive Mercury
4,94

Der Test fördert interessante Ergebnisse zu Tage. So scheint das Lexar JumpDrive Mercury die Aufnahmeprüfung zur ReadyBoost-Kompatibilität nur sehr knapp zu bestehen. Von einer Eignung für die Bezeichnung „Enhanced for Windows ReadyBoost“ ist der USB-Speicher aber noch ein gutes Stück entfernt, wenn auch nur auf Seiten der Lesegeschwindigkeit. Alle anderen Sticks konnten sich für dieses Zertifikat als würdig erweisen. Und während das Lexar JumpDrive Lightning beim Lesetest weiterhin die Spitzenposition behaupten kann, zieht der Kingston DataTraveler beim Schreibtest an Lexar vorbei und vermag etwa ein halbes MegaByte mehr pro Sekunde über den USB zu schicken.

Programm-Ladezeiten

Im Folgenden werden wir untersuchen, wie stark Superfetch wirklich auf die Ausführung von Anwendungen Einfluss nimmt. Dabei beobachten wir anhand von Macromedia Flash 8, dem Microsoft Internet Explorer 7 und Nero Burning ROM 7.7.5.1 den Zeitraum, in welchem sich die Programme öffnen. Unser Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf vier Szenarien: Das erste Öffnen eines Programms direkt nach einem Systemstart, das Ladeverhalten bei mehrfachem Aufrufen der Software bei niedriger und hoher Speicherauslastung und die Ladegeschwindigkeit nach dem Gebrauch einer speicherintensiven Anwendung.

Ladezeit nach Neustart

 Flash 8:
ReadyBoost an
8,14
Nur Superfetch an
10,52
Dienste aus
19,13
 Internet Explorer 7:
ReadyBoost an
1,58
Nur Superfetch an
2,28
Dienste aus
2,42
 Nero 7.7.5.1:
ReadyBoost an
3,02
Nur Superfetch an
3,48
Dienste aus
5,92
Angaben in Sekunden

Wie man deutlich sehen kann, vermag Superfetch die Ladezeit der getesteten Programme um zwei Drittel zu kürzen. Dies ist aber auch nur dann möglich, wenn der Nutzer nach dem Einschalten des Rechners nicht sofort mit der Arbeit beginnt und Superfetch seinen Job verrichten lässt. Es handelt sich hier also um eine Art Tauschhandel: Entweder man beginnt sofort mit dem Arbeiten am Computer und akzeptiert etwas längere Wartezeiten beim Starten der Programme oder man warten nach dem Booten einen Moment und erhält dafür eine beschleunigte Programmausführung. Mit ReadyBoost lassen sich sogar noch ein paar Sekunden mehr einsparen, doch auch hier muss der Benutzer erst warten, bis Vista den ReadyBoost-Cache neu erstellt hat.

Ladezeit bei niedriger RAM-Last

 Flash 8:
ReadyBoost an
5,54
Dienste aus
5,56
Nur Superfetch an
5,63
 Internet Explorer 7:
Dienste aus
1,11
ReadyBoost an
1,11
Nur Superfetch an
1,11
 Nero 7.7.5.1:
ReadyBoost an
1,70
Nur Superfetch an
1,74
Dienste aus
1,75
Angaben in Sekunden

Das Ergebnis dieses Tests ist wenig verwunderlich. Wurde ein Programm geschlossen und der Arbeitsspeicher danach nicht stark in Anspruch genommen, befinden sich die Daten auch weiterhin im RAM. Damit ist es für Superfetch auch kaum noch nötig, die Daten von der Festplatte oder mittels ReadyBoost vom Flash-Speicher zu laden.

Ladezeit bei hoher RAM-Last

 Flash 8:
ReadyBoost an
16,740
Nur Superfetch an
32,360
Dienste aus
38,660
 Internet Explorer 7:
ReadyBoost an
3,000
Nur Superfetch an
3,530
Dienste aus
6,460
 Nero 7.7.5.1:
ReadyBoost an
7,690
Nur Superfetch an
9,827
Dienste aus
11,160
Angaben in Sekunden

Benutzt ein Programm einen Großteil des verfügbaren Arbeitsspeichers, kann Windows keine anderweitigen Programmdaten mehr im RAM halten, muss teilweise sogar auf die Festplatte auslagern. Hier zeigt sich der Einsatz von ReadyBoost am deutlichsten. Über 22 Sekunden lassen sich beim Ladevorgang von Flash 8 einsparen. Beim Internet Explorer und bei Nero Burning ROM sind es immerhin noch gute 3,5 Sekunden. Doch auch ohne die Flash-Speicher-Unterstützung kann Superfetch zumindest einen Teil der Ladezeit der drei Testprogramme verkürzen.

Ladezeit nach hoher RAM-Last

 Flash 8:
ReadyBoost an
9,94
Nur Superfetch an
15,64
Dienste aus
19,08
 Internet Explorer 7:
ReadyBoost an
1,82
Nur Superfetch an
2,84
Dienste aus
4,45
 Nero 7.7.5.1:
ReadyBoost an
3,11
Nur Superfetch an
4,99
Dienste aus
7,28
Angaben in Sekunden

Auch hier sieht man sowohl den Vorteil von Superfetch als auch den zusätzlichen Leistungsschub von ReadyBoost. So werden die Ladezeiten durch ReadyBoost halbiert, während die Speicheroptimierung von Superfetch immerhin eine Ersparnis von mindestens 25 Prozent mit sich bringt. In unserem Fall haben wir nach dem Schließen des speicherhungrigen Programms einen Moment gewartet, damit Superfetch die häufig genutzten Daten zurück in den Arbeitsspeicher befördern kann. Lässt der Anwender dem System aber keine „Verschnaufpause“, ist ReadyBoost zur Stelle und sorgt für die Beschleunigung der Programmstarts.

Neben den Programm-Ladezeiten sorgt ReadyBoost aber auch für ein schneller reagierendes System und flüssigere Darstellungen von Fenstern und Animationen, insbesondere bei Systemen mit nur 512 MB Arbeitsspeicher. Speziell bei den Vista-eigenen Spielen fällt dies auf: Wirken die Animationen ohne ReadyBoost noch sehr abgehackt, werden sie um einiges fließender, sobald ein Zusatzcache eingerichtet ist. Doch auch beim Ziehen der Fenster über den Desktop sowie beim Öffnen und Schließen ist eine Verbesserung zu merken.

Testkandidaten im Vergleich

Im Abschnitt Geschwindigkeitstest haben wir eine Methode erläutert, wie man die Performance eines Flash-Laufwerks in den für ReadyBoost kritischen Bereichen ermitteln kann. Doch wie stark wirken sich diese teils sehr deutlichen Unterschied in der Realität aus? Um das herauszufinden, lassen wir alle Testkandidaten das Programm Animationsprogramm Flash 8 von Macromedia laden, während der Arbeitsspeicher bereits fast vollständig belegt ist.

Flash 8 Ladezeit

Lexar JumpDrive Lightning
16,95
Verbatim Store'n'Go Professional
17,97
Patriot Xporter XT
18,43
Kingston DataTraveler ReadyFlash
18,51
Extrememory USB Drive Performance
18,68
OCZ Rally²
18,81
Lexar JumpDrive Mercury
20,13
Angaben in Sekunden

Die Ergebnisse spiegeln beinahe die Resultate des Windows-eigenen Geschwindigkeitstests wieder. Nur Patriot tanzt etwas aus der Reihe und schneidet „besser“ ab als beim Speedtest. Allgemein lässt sich jedoch feststellen, dass es kaum Unterschied macht, ob der USB-Stick beziehungsweise die Speicherkarte nur ReadyBoost-kompatibel oder auch „Enhanced“ ist. Die Differenz zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Stick beträgt nur etwas über drei Sekunden – kein Vergleich also zu den durch ReadyBoost gesparten zu zwanzig Sekunden, die wir im vorigen Test feststellen konnten. Die Unterschiede zwischen den „Enhanced“-Laufwerken fallen dabei sogar noch geringer aus.

Spiele-Performance

Die bisherigen Tests bezogen sich ausschließlich auf das Laden von Programmen. Doch wie sieht es mit der Performance in Spielen aus? Wir wissen, dass ReadyBoost keine aktiven Daten aus dem RAM übernimmt, damit ein versehentliches Entfernen des Flash-Mediums nicht einen Systemabsturz zur Folge hat. Doch ist es trotzdem möglich, dass das System einen leichten Leistungsschubser bekommt, wenn man den Arbeitsspeicher um etwas Flash-Kapazität erweitert? Als Tests sollen uns „Need for Speed: Most Wanted“ und „F.E.A.R.“ dienen. Need for Speed wird dazu auf eine maximale Bildqualität bei 1280x1024 Bildpunkten eingestellt, bei der lediglich Anti Aliasing deaktiviert bleibt. Bei F.E.A.R. werden hingegen eine mittlere Grafikqualität, aber maximale „Systemeinstellungen“ eingerichtet.

Und während unser Testsystem den für Windows Vista als Minimum empfohlenen Arbeitsspeicherausbau von einem Gigabyte besitzt, lässt sich das Betriebssystem auch auf Rechnern mit 512 MB RAM installieren. Bei diesen dürfte sich ReadyBoost stärker bemerkbar machen, was wir mit diesem Test ebenfalls überprüfen. Zusätzlich soll herausgefunden werden, wie sich unterschiedliche ReadyBoost-Kapazitäten auf die Performance auswirken. Dazu richten wir bei 512 MB RAM den ReadyBoost-Bereich auf 512 MB, 1024 MB und 1920 MB (das Maximum beim verwendeten JumpDrive Lightning) ein. Für einen RAM-Ausbau von 1024 MB setzen wir hingegen nur eine Cache-Größe von 1024 MB und 1920 MB ein.

F.E.A.R.

1 GB RAM, ReadyBoost aus
76
1 GB RAM, 1 GB ReadyBoost
76
1 GB RAM, 2 GB ReadyBoost
76
512 MB RAM, 1 GB ReadyBoost
71
512 MB RAM, 2 GB ReadyBoost
71
512 MB RAM, 512 MB ReadyBoost
70
512 MB RAM, ReadyBoost aus
69

Der FEAR-Benchmark zeigt es deutlich: ReadyBoost kann auch beim Spielen unter Vista eine Hilfe sein, wenn es dem Benutzer an Arbeitsspeicher mangelt. Einfach einen vorhandenen USB-Stick an einen freien Anschluss angesteckt, die Cache-Größe eingerichtet und schon kann sich der Anwender über das eine oder andere Bild pro Sekunde mehr freuen. Besitzer von RAM-Ausbauten von einem Gigabyte oder mehr gewinnen durch ReadyBoost hingegen keinen spürbaren Vorteil.

Need for Speed: Most Wanted

1 GB RAM, 1 GB ReadyBoost
25,8
1 GB RAM, 2 GB ReadyBoost
25,8
1 GB RAM, ReadyBoost aus
25,7
512 MB RAM, 2 GB ReadyBoost
21,9
512 MB RAM, 1 GB ReadyBoost
21,3
512 MB RAM, 512 MB ReadyBoost
20,7
512 MB RAM, ReadyBoost aus
18,2

Need for Speed: Most Wanted zeigt das Ergebnis noch ein wenig deutlicher. Hier ist das Spielen mit wenig RAM eher schlecht als recht spielbar, da das Geschehen auf dem Bildschirm mit nur 18 Bildern pro Sekunde dargestellt wird – alles andere als flüssig. Während ReadyBoost den fehlenden Arbeitsspeicher nicht ersetzen kann, kann es den negativen Effekt der fehlenden RAM-Kapazität je nach Cache-Ausbau stark abschwächen. So konnten wir mit dem Einsatz des Lexar JumpDrive Lightning die durchschnittliche Bildwiederholrate um fast 4 FpS erhöhen, was immerhin etwa 20 Prozent der ursprünglichen Bildwiederholrate ausmacht.

Zum Einfluss von ReadyBoost auf die Spieleperformance haben die auch Kollegen von GameSpot einen Bericht veröffentlicht [28], der ähnliche Ergebnisse liefert wie unser kleines Experiment. Dennoch raten wir Anwendern, die unter Windows Vista Spiele möchten, zu einer Erhöhung der RAM-Kapazität, speziell bei einem Ausbau von nur 512 MB RAM. Durch die niedrigen RAM-Preise sollte auch dies kein all zu großes Loch in die Brieftasche des geneigten Spielers reißen.

Fazit

Ein zweigeteilter Artikel verdient auch ein zweiteiliges Fazit. Bei den USB-Sticks gibt es kaum etwas zu bemängeln. Jedes Laufwerk erreicht zu mindestens annähernd die Geschwindigkeit, die der Hersteller bewirbt – oder hat auf seine Weise eine Daseinsberechtigung. Im Falle des Lexar JumpDrive Mercury mangelt es zum Beispiel etwas an Geschwindigkeit. So kann es sich nur knapp als ReadyBoost-tauglich erweisen. Dafür besitzt der Stick eine nette Füllstandsanzeige, die auch ohne Stromzufuhr aktiv bleibt. Ob diese Anzeige aber den sehr hohen Preis von bis zu 70 US-Dollar wert ist, die der Hersteller dafür verlangt, ist angesichts der heutigen Flash-Speicher-Preise doch ein wenig fraglich.

Hardware-HammerAls krasser Gegensatz zum JumpDrive Mercury zeigt sich das JumpDrive Lightning in unserem Test. In nahezu jedem Test kann sich der Hochglanz-Stick als Sieger behaupten, mit Benchmark-Ergebnissen, die die Herstellerangaben, speziell die Lesegeschwindigkeit betreffend, sogar noch weit übersteigen. Leider hat diese Leistung auch ihren Preis, der mit 70 Dollar nicht zu unterschätzen ist. Trotzdem ist dem Edelmetall-Stick unser Hardware-Hammer sicher. Ebenso wie Lexars Lightning konnte der Patriot Xporter XT überzeugen, bleibt mit einem Preis von etwa 30 Euro (2 GB) jedoch im bezahlbaren Bereich. Das einzige Manko, die geringe Performance im SiSoft Sandra Schreibtest für Wechseldatenträger, macht er durch die hohe Leistung in den meisten anderen Tests und den guten Lieferumfang mehr als wett. Auch Patriot erhält von uns daher den Hardware-Hammer.

Preis-Hammer
Mit einem geringen Preis von nur 17 Euro für die Version mit zwei Gigabyte erweist sich das USB Drive Performance aus dem Hause Extrememory als finanziell günstigste Alternative in der Testaufstellung – ein wahrer Preishammer. Die von Hersteller versprochenen Geschwindigkeiten von bis zu 23 MB/s lesend und 15 MB/s schreibend erreicht der Stick spielend. Dass er dennoch in unseren Geschwindigkeitstests nur im Mittelfeld landet, liegt nicht an mangelnder Leistung des Sticks, sondern allein an der starken Konkurrenz.


Ähnlich erfolgreich verteidigt der Verbatim Store'n'Go Professional die Versprechen des Herstellers. Der Blaumann kann sich außerdem mit der niedrigsten Lese-Zugriffszeit im Test rühmen. Weniger gefallen hat allerdings die Zugriffszeit beim Schreiben, die mit durchschnittlich 100 Millisekunden deutlich zu hoch ausfällt. OCZs Rally² ist auf Seiten der Geschwindigkeit in etwa mit Verbatim und Extremememory gleich auf, kommt aber mit einem kompletteren Lieferumfang und einem hübscheren Äußeren daher, welches noch dazu aus Aluminium besteht. Als etwas irritierend empfinden wir nur die helle Aktivitäts-LED. In der aktuellen Version umwirbt OCZ den Rally² auch mit ReadyBoost-Support, was auch an einem Aufdruck auf der Verpackung zu sehen ist, den es früher noch nicht gab.

Kingstons DataTraveler ReadyFlash bietet nicht nur Unterstützung für Microsofts Cache-Technologie, der Stick wurde ganz speziell auf die Verwendung als Speichererweiterung unter Windows Vista konzipiert. Dies erklärt auch die Testergebnisse. Während der Kingston-Stick im Großteil aller Benchmarks eher unauffällig im Mittelfeld mitschwimmt, springt er bei den ReadyBoost-Geschwindigkeitsprüfungen unter Windows Vista auf das Siegertreppchen. Dank eines nicht allzu hohen Preises von 25 Euro können wir den Stick wie fast alle anderen bedenkenlos empfehlen, sei es als Wechseldatenträger oder als ReadyBoost-Cache.

USB-Sticks am Schlüsselbund

Womit wir auch schon beim zweiten Teil dieses Artikel wären: Windows Superfetch und Windows ReadyBoost. Beide Funktionen haben in unserem Test zeigen können, dass sie nicht nur Marketing-Versprechen sind, sondern durchaus für den Anwender einen nicht zu unterschätzenden Vorteil mit sich bringen können. Speziell Vista-Nutzer mit nur 512 MB RAM sollten sich überlegen, nicht vielleicht dauerhaft ein Flash-Laufwerk als ReadyBoost-Cache zu betreiben, da es gerade bei diesen Systemen einen ungemeinen Vorteil verschafft, was die Ansprechbarkeit des Systems und Ladezeiten von Programmen verschafft. Selbst die Spieleleistung lässt sich damit aufbessern.

Doch auch bei Systemen mit Arbeitsspeicher-Größen von einem Gigabyte und mehr kann das Flash-Laufwerk zur Systemleistung beitragen. Wenn ein sehr großes Bild in Photoshop beinahe den gesamten Arbeitsspeicher belegt und man es ungern schließen möchte, der Anwender aber dringend eine E-Mail schreiben oder in einem zweiten Programm arbeiten muss, können die Sekunden, die die anderen Programme weniger zum Laden brauchen, eine Wohltat für den gestressten Nutzer sein. Leider löscht Windows den ReadyBoost-Cache beim Herunterfahren des Systems, so dass der Flash-Speicher leider nicht zum Verkürzen der Boot-Dauer verwendet werden kann. Hier wäre der Einsatz der Flash-Technologie durchaus willkommen gewesen. Dies wird wohl erst mit ReadyDrive und Intels Robson-Technologie bzw den angekündigten Hybrid-Festplatten möglich. Dennoch möchten wir jedem Vista-Nutzer den Einsatz von ReadyBoost ans Herz legen und ihn ermutigen das Feature wenigstens für ein paar Tage selbst zu testen und sich ein eigenes Urteil über den Nutzen zu verschaffen.

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  21. http://www.kingston.com/deroot/products/datatraveler_home/dt_readyFlash.asp
  22. http://www.lexar.com/de/jumpdrive/jd_lightning.html
  23. http://www.lexar.com/de/jumpdrive/jd_mercury.html
  24. http://www.ocztechnology.com/products/flash_drives/ocz_rally2_usb_2_0_dual_channel_flash_memory_drive
  25. http://www.patriotmemory.com/products/groupdetailp.jsp?prodgroupid=64&prodline=4&group=USB%20-%20Extreme%20Performance%20Flash%20Drives&catid=8
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