Die Auswahl der Medien zum Archivieren digitaler Daten ist heutzutage groß. Angefangen bei kleinen, Flash-basierten microSD-Karten für das Handy und andere Kleingeräte, über optische Datenträger (CDs, DVDs, Blu-ray-Discs etc.) und herkömmliche Festplatten bis hin zu großen Tape-Libraries gibt es für fast jeden Anwendungszweck eine passende Lösung. Im Heimbereich dürften die meisten Nutzer derzeit entweder auf Festplatten oder auf DVDs setzen, da Flash-basierte Speicher und Blu-ray-Discs für den alltäglichen Gebrauch noch zu teuer sind. Setzt man auf Festplatten, bleibt die Frage, ob man sie ständig im Rechner haben möchte (was die Sicherheit der Archivierung mindert), oder sie lieber extern aufbewahrt. Im zweiten Fall erwarten einen entweder regelmäßig Ein- und Ausbauarbeiten, oder zusätzliche Investitionen für mehrere externe Gehäuse.
Sharkoon SATA Quickport Pro mit Western Digital Raptor WD1500ADFD
Eine Alternativlösung für den häufigen Wechsel von Festplatten bietet Sharkoon mit der Dockingstation „SATA Quickport Pro“ für Festplatten im 2,5- und 3,5-Zoll-Format. Zusätzlich werden ein USB-2.0-Hub mit zwei Steckplätzen sowie ein Cardreader geboten. Doch wie sieht es mit der Performance aus? Theoretisch sollte die Verbindung mit dem Rechner dank eSATA genauso flott sein wie eine direkte Anbindung an das Mainboard mittels SATA-Kabel. Diese und ein paar andere Fragen soll der folgende Test klären.
SATA Quickport Pro
Neben der Dockingstation befinden sich in der Packung eine kurze Anleitung, das externe Netzteil mit einem etwa 115 cm langen Kabel, ein 100 cm langes eSATA-Kabel sowie ein 150 cm langes USB-Kabel. Warum das eSATA-Kabel nun kürzer als das USB-Kabel ist und somit faktisch die Entfernung der Dockingstation zum Rechner begrenzt, bleibt offen. Die eSATA-Spezifikationen würden jedenfalls ohne weiteres bis zu zwei Meter Kabellänge erlauben.
Sharkoon SATA Quickport Pro mit Zubehör
An der Vorderseite der Dockingstation befinden sich die beiden USB-2.0-Buchsen des integrierten USB-Hubs sowie der Cardreader für Karten der Typen SD, SDHC und MMC/MS. Weitere wichtige Formate wie zum Beispiel CompactFlash werden leider nicht unterstützt. Mittig auf der Oberseite ist die Taste für die Auswurfmechanik für Festplatten platziert, rechts daneben die blaue Power-LED und die rote LED zur Anzeige von Schreibvorgängen. 2,5 und 3,5 Zoll große Festplatten werden ohne weitere Arretierung einfach in den Schacht gesteckt. Bei 3,5-Zoll-Festplatten klappt die Abdeckung mir Aussparung für 2,5-Zoll-Modelle dabei leichtgängig nach unten weg. Dieses System garantiert zwar einen schnellen und unkomplizierten Laufwerkswechsel, ist dafür aber auch weit weniger stabil als beispielsweise eine Befestigung mit Schrauben. Für das schnelle Sichern von Daten sitzen die Festplatten allemal fest genug in der Dockingstation, transportieren sollte man sie so allerdings nicht. Dafür ist die lediglich über die Schnittstellen bestehende Verbindung dann doch zu wackelig.
Vorderseite des Sharkoon SATA Quickport Pro Sharkoon SATA Quickport Pro von oben
Auf der Rückseite befinden sich die Anschlüsse für Netzteil, USB-Kabel (Typ B) und eSATA-Kabel sowie der Power-Schalter. Eine flotte eSATA-Verbindung stellt bei der Nutzung von Festplatten zwar den Idealfall dar, doch längst nicht alle PCs und kaum ein Notebook verfügen heutzutage über eine solche Schnittstelle. In diesem Fall erfolgt der Datentransfer, wie bei so vielen externen Gehäusen, über die langsamere, dafür allerdings allen nicht total veralteten Computern zur Verfügung stehende USB-2.0-Schnittstelle. Während man zur Nutzung von Festplatten auf die USB-Verbindung gut und gerne verzichten kann, funktionieren der USB-Hub und der Cardreader ausschließlich bei bestehender USB-Verbindung. Will man den vollen Leistungsumfang des SATA Quickport Pro nutzen, muss man die Dockingstation daher parallel über eSATA und USB mit dem Rechner verbinden.
Rückseite des Sharkoon SATA Quickport Pro mit Anschlüssen
Will man die Festplatte im laufenden Betrieb wechseln, sollte man zur Vermeidung von Datenverlusten auch bei Sharkoons Dockingstation zuvor die Windows-Option zum sicheren Entfernen von Hardware nutzen; der Knopf zum Auswurf der Festplatte ist lediglich eine mechanische Hilfe.
RaidSonic Icy Box IB-351 mit Western Digital Raptor WD1500ADFD
OCZ ATV Turbo 4 GB
SanDisk Extreme III SD-Card 2 GB
Betriebssystem
Microsoft Windows Vista Home Premium SP1 (32-Bit)
Benchmarks
HD-Tach 3.04
SiSoft Sandra Lite XII SP2b
Im unserem Test müssen alle angebotenen Schnittstellen ihre Performance unter Beweis stellen. Dabei ist die Festplattenperformance über eSATA von besonderem Interesse. Theoretisch sollte es keinen relevanten Unterschied zu einer direkt über SATA angeschlossenen Festplatte geben. Da die eSATA-Anschlüsse im Gegensatz zu den SATA-Anschlüssen jedoch nicht an der Southbridge sondern am JMicron JMB363 [1] hängen, wird es in der Praxis zu Leistungsunterschieden kommen. Den ebenfalls über USB laufenden Cardreader testen wir hinsichtlich der Performance lediglich in so weit, ob er die laut Hersteller maximale Geschwindigkeit unserer Testkarte erreicht. SanDisk gibt sowohl für das Lesen als auch für das Schreiben 20 MB/s an. Die ermittelten Leistungskennwerte sind die Mittelwerte aus jeweils drei Messungen. Neben der Performance interessiert uns zudem die Leistungsaufnahme unter verschiedenen Bedingungen.
Bei der Burstgeschwindigkeit kann Sharkoons QuickPort erstaunlich deutlich davonziehen, der JMicron-Chip (eSATA) scheint in diesem Fall mehr Leistung zu bieten als Intels Southbridge (SATA). Deutlich abgeschlagen ist, wie nicht anders zu erwarten, die Verbindung über USB. Die Leistung der Festplatte wird so nicht annähernd ausgenutzt. Bei der durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit liegen SATA und eSATA gleich auf, während bei der CPU-Last SATA einen kleinen Vorteil verbuchen kann. USB landet wiederum abgeschlagen auf dem dritten Platz.
Die einzige Auffälligkeit beim Laufwerkstest in SiSofts Sandra bildet der Laufwerksindex Schreiben. eSATA landet mit 114,25 MB/s gut 17 MB/s vor SATA. Gemischtes Bild beim Wechseldatenträgertest von Sandra: in den meisten Tests schneidet SATA sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben ein wenig besser ab.
Zur Messung der Performance des USB-Hubs nutzen wir die bereits beim Test der Festplattenperformance eingesetzte Western Digital Raptor WD1500ADFD zusammen mit einer RaidSonic Icy Box IB-351. Wie erwartet, zeigten sich keine nennenswerten Unterschiede hinsichtlich der gebotenen Leistung.
Abermals recht ausgeglichene Leistungswerte beschert der Laufwerkstest. Nur bei der Zugriffszeit sind leichte Unterschiede feststellbar. Im Wechseldatenträgertest liefert lediglich das Ergebnis für das Schreiben von 512-Byte-Dateien einen halbwegs nennenswerten Vorteil für den Port direkt am Rechner.
Während beim Laufwerkindex Lesen die Soll-Werte von SanDisk erreicht werden, erreichen Karte und Dockingstation beim Laufwerkindex Schreiben „nur“ 16,48 MB/s. Im Test für Wechseldatenträger werden die beworbenen 20 MB/s weder beim Lesen, noch beim Schreiben erreicht.
Für den vollen Funktionsumfang der Dockingstation sollte sie gleichzeitig über USB und eSATA mit dem Rechner verbunden sein, so dass wir diese Option als Standard für die Leistungsaufnahme ansehen. Der ermittelte Strombedarf fällt in diesem Fall (wenn auch knapp) am höchsten aus. Wie man gut sehen kann, nimmt die Leistungsaufnahme von USB über eSATA zu eSATA + USB zu. Da die Leistungsaufnahme beim Einschalten selbst bei identischem Anschluss sehr stark schwankte, entschieden wir uns in diesem Fall dazu, den insgesamt am höchsten ausgefallenen Wert für alle drei Anschlussmethoden zu übernehmen, da dieses Szenario näher an der Realität liegen dürfte als eine Mittelwertbestimmung mit lediglich drei Messwerten.
Fazit
Das Fazit zu Sharkoons SATA Quickport Pro ist schnell gezogen. Die Dockingstation konnte unsere Erwartungen hinsichtlich der Leistung vollends erfüllen. Performanceeinbrüche gegenüber direkt an den Rechner angeschlossenen Geräten muss man weder über USB, noch über eSATA befürchten. Der Schnellwechselmechanismus für Festplatten funktioniert tadellos und erlaubt einen schnellen Wechsel, für den Dauereinsatz ist ein externes Gehäuse mit Verschraubung dann allerdings doch die sicherere Variante.
Sharkoon SATA Quickport Pro
Ein wenig ärgerlich ist lediglich die unterschiedliche Länge von eSATA- und USB-Kabel, da die Entfernung zum Rechner auf die Länge des kürzeren eSATA-Kabels beschränkt ist. Alles in allem fällt dieser Punkt jedoch kaum ins Gewicht und Sharkoons SATA Quickport Pro hat sich unsere Empfehlung redlich verdient. Aktuell ist die Dockingstation ab etwa 31 Euro [2] im Fachhandel erhältlich.