Seitdem Corsair sich 2008 für eine Abkehr von schnellen SLC-Bausteinen entschied (wir berichteten [1]), darbte die Leistung der „Flash Voyager GT“-Serie vor sich hin. Mit einem neuen Dual-Channel-Controller, der ursprünglich für CompactFlash-Karten entwickelt wurde, versucht man nun auch mit MLC-Speicherbausteinen wieder in alte Leistungsregionen zurückzukehren. Doch mit höheren Transferraten alleine geben sich die Kalifornier noch nicht zufrieden. Mit einer Speicherkapazität von 128 GB setzt man auch beim Fassungsvermögen ein Zeichen und muss sich in diesem Punkt derzeit nur dem sogar 256 GB fassenden DataTraveler 300 von Kingston [2] geschlagen geben, der jedoch deutlich geringere Transferraten bietet. Ob Corsair das Versprechen halten und die altgewohnten Transferraten bieten kann, soll im folgenden Test geklärt werden.
Flash Voyager GT 128 GB
Der Testkandidat
Corsair Flash Voyager GT 128 GB
Corsair hat sich mit dem neuen Flash Voyager GT mit 128 GB viel vorgenommen. Dazu setzt der Hersteller vor allem auf einen neuen Dual-Channel-Controller, der ursprünglich für CompactFlash-Karten entwickelt wurde. Durch ihn verspricht sich Corsair trotz der Nutzung von MLC-Bausteinen ein mit SLC-Sticks vergleichbares Leistungsniveau, bei dem das USB-2.0-Interface den limitierenden Faktor darstellt. In Zahlen ausgedrückt sollen bis zu 32 MB/s beim sequenziellen Lesen und bis zu 25,6 MB/s beim sequenziellen Schreiben möglich sein, was ziemlich genau auch den Werten entspricht, die wir in der Vergangenheit mit über USB angeschlossenen Festplatten an unserem Testsystem erreichen konnten [3].
Flash Voyager GT 128 GB
Im Lieferumfang enthalten sind neben dem 62 Gramm schweren Stick im altbekannten Gummigehäuse mit blauer Status-LED auch ein Lanyard und ein USB-Verlängerungskabel. Letzteres ist in Anbetracht der Größe des Sticks von 10,1 cm x 3,9 cm x 1,8 cm für den Anschluss an so manchem USB-Anschluss auch zwingend notwendig.
Der Testablauf entspricht unserem üblichen Prozedere [4], so dass wir für die Details des Testablaufs auf den entsprechenden Artikel [3] verweisen möchten. Die ermittelten Benchmarkergebnisse entsprechen jeweils dem Mittelwert aus drei Messungen. Der Form halber sei darauf hingewiesen, dass die Tests vor dem OCZ Throttle [5] mit SiSoft Sandra Lite XII SP2b durchgeführt wurden. Auf die Ergebnisse sollte dies aber keinen messbaren Einfluss haben.
Die Ergebnisse in HD Tach sind bereits vielversprechend. Zwar ist die Leistung des aus der SSD-Welt stammenden Controllers des Throttle im Burst-Test etwas besser, bei der praxisrelevanteren durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit belegt der GT jedoch sogar noch vor dem SLC-basierten ATV Turbo den ersten Platz der USB-Sticks.
Im Wechseldatenträgertest zeigt sich beim Lesen, dass der Controller des GT wohl für größere Dateien optimiert wurde. Mit zunehmender Dateigröße landet er immer weiter vorne und kann sich bei sehr großen Datei letztendlich an die Spitze setzen.
Der Vollständigkeit halber haben wir auch wieder den in Windows Vista integrierten Test zur ReadyBoost-Eignung von USB-Sticks durchgeführt, auch wenn die Nutzung von USB-Sticks mit so hohen Kapazitäten zu diesem Zweck wenig Sinn ergibt. Beim Lesen kann der GT sich lediglich im Mittelfeld positionieren, beim Schreiben muss er sich jedoch nur dem Throttle geschlagen geben. In Anbetracht der relativ geringen Dateigrößen in diesem Test ist das Ergebnis jedoch nicht weiter verwunderlich.
File Copy
Zu guter Letzt haben wir noch die Lese- und Schreibleistung bei der Übertragung verschiedener Dateien gemessen.
Beim Lesen liegt der GT im Rahmen der Messungenauigkeit auf einem Level mit OCZs Throttle und erreicht durchweg hohe Transferraten, die sehr nahe an die von Corsair versprochenen Maximalwerte kommen.
Die Schreibleistung des GT erreicht nicht ganz das versprochene Maximum, kommt ihm bei größeren Dateien aber sehr nahe. Verglichen mit dem Throttle lässt sich kein klarer Gewinner feststellen. Hier kommt es auf die zu übertragenden Dateien an, wobei beide Sticks eine ordentliche Leistung abliefern.
Fazit
In puncto Leistung konnte Corsair die hoch gesteckten Ziele voll erfüllen. Zwar zeigt der Flash Voyager GT bei sehr kleinen Dateigrößen leichte Schwächen, doch sein primärer Einsatzzweck dürfte in der Regel ohnehin der Transport größerer Daten(mengen) sein und in dieser Disziplin kann der GT sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben vollends überzeugen. Den Flaschenhals bildet eher das in die Jahre gekommene USB-2.0-Interface, dessen Ablösung im Bereich Datenspeicher, insbesondere auch in Hinblick auf die enormen Speicherkapazitäten, längst überfällig ist. Eventuell hätte man bei Corsair zusätzlich über einen (wenn auch nicht ganz so verbreiteten) eSATA-Anschluss nachdenken sollen, wie ihn auch OCZs Throttle bietet. Die möglichen Leistungsgewinne sind doch sehr deutlich. Ansonsten bleibt nur auf eine schnelle Einführung von USB 3.0 zu hoffen, das deutlich höhere Transferraten bieten wird [6].
Corsair Flash Voyager GT 128 GB
Positive Eigenschaften
Transferraten
Speicherkapazität
Robustheit
Negative Eigenschaften
Größe
Preis
Nur USB-Anschluss
Für den einen oder anderen Kunden störend könnte das – verglichen mit herkömmlichen USB-Sticks – klobige Design sein, das der großen Speicherkapazität geschuldet ist. Der Anschluss an den Rechner stellt dank dem beiliegenden Verlängerungskabel aber auch bei beengten Platzverhältnissen kein Problem dar.
Wann genau Corsairs neuer USB-Stick es in den Handel schafft, steht indes noch nicht fest. Bei unserem Testmuster handelt es sich noch um ein Engineering Sample. Dementsprechend gibt es auch noch keine fixe Preisempfehlung, sie soll sich jedoch um 350 Euro bewegen. Günstig ist das nicht, kriegt man doch für deutlich weniger bereits ein schnelles und ebenfalls stoßunempfindliches Solid State Drive inklusive externem Gehäuse mit USB- und eSATA-Anschluss. Dieses fällt dann aber auch größer aus als der GT. Nochmals deutlich günstiger wird es mit einer HDD statt Flash-Speicher. Die Gehäusegröße bewegt sich dabei in ähnlichen Dimensionen, allerdings büßt man dann auch die Stoßunempfindlichkeit des GT ein.
Letztendlich hängt die Kaufentscheidung primär vom Anwendungszweck ab. Wer einen stoß- und wasserfesten USB-Stick mit großer Kapazität und schnellen Transferraten benötigt und sich von der Größe und dem Preis nicht abschrecken lässt, kann bedenkenlos zugreifen. In dieser Kombination gibt es derzeit kein Konkurrenzprodukt. Allen anderen sei geraten, sich zunächst mit den eigenen Anforderungen an den mobilen Datenspeicher auseinander zu setzen. Gleich viel und mehr Speicher gibt es selbst mit zusätzlichem eSATA- oder FireWire-Anschluss auch schon für weniger Geld. Auf der Kehrseite stehen dann allerdings ein größeres Gehäuse und empfindlichere Hardware.