USB-Sticks haben einen großen Vorteil: man kann sie an jeden halbwegs aktuellen Computer anschließen. Doch USB 2.0 kommt allmählich in die Jahre und begrenzt die mögliche Leistung über USB angeschlossener Datenträger erheblich. Abhilfe könnte USB 3.0 schaffen, das mit deutlich höheren Datentransferraten von theoretisch bis zu 5 GBit/s aufwarten soll. Einen fixen Termin für die ersten Geräte gibt es jedoch noch nicht. Doch mit eSATA gibt es einen weiteren Standard, der die über USB derzeit möglichen Transferraten mit theoretisch bis zu 3 GBit/s deutlich übertrifft. Eben jenen nutzt OCZ (neben USB) für den „Throttle“ und verspricht, verglichen mit herkömmlichen USB-Sticks, neue Leistungsdimensionen.
OCZ Throttle 32 GB
Der Testkandidat
OCZ Throttle 32 GB
Damit der Stick überhaupt über eSATA angesprochen werden kann, wird auf dem Stick ein Controller mit SATA-Unterstützung benötigt. Dieser stammt in Form des JMF601 [1] mit Unterstützung für SATA-II und USB (dem Einen oder Anderen dürfte der große Bruder JMF602 aus dem SSD-Lager leidlich bekannt sein) von JMicron und bietet in der Theorie sequenzielle Transferraten von bis zu 110 MB/s beim Lesen und bis zu 90 MB/s beim Schreiben. Um diese zu erreichen, müssten jedoch alle vier Channel des Controllers genutzt werden, was bei einem Speicherstick eher unwahrscheinlich ist. OCZ gibt die maximalen Transferraten denn auch mit „nur“ 90 MB/s beim Lesen und 30 MB/s beim Schreiben an – sofern der Stick über eSATA mit dem Rechner verbunden wird. Zu den Transferraten über USB schweigt man sich unverständlicher Weise aus, testen werden wir sie natürlich trotzdem. Die dem Controller zur Seite stehenden NAND-Chips vom Typ MLC stammen von Micron.
OCZ Throttle 32 GB und USB-Kabel
Theoretisch bietet der Stick sowohl bei USB als auch bei eSATA eine Stromversorgung über den jeweiligen Anschluss an. Die Crux dabei: eSATAp (Power-over-eSATA) existiert zwar als Spezifikation, bei der Verbreitung sieht es allerdings recht düster aus. Nutzen lässt sich der Throttle zwar auch an einem gewöhnlichen eSATA-Anschluss, nur muss man dann zwangsweise zusätzlich das beiliegende USB-Kabel nutzen. Ohne dieses lässt sich der Stick aber auch bei ausschließlicher Nutzung des USB-Anschlusses nicht mit dem Computer verbinden, da er lediglich über eine Mini-USB-Buchse statt eines normalen Steckers verfügt. Ob die eSATA-Verbindung gerade aktiv ist, lässt sich anhand der zusätzlichen blauen Status-LED erkennen.
eSATA-Anschluss des OCZ Throttle Mini-USB-Port des OCZ Throttle
Der Lieferumfang des Throttle beschränkt sich auf das Wesentliche, in der Pappschachtel stecken lediglich der Stick sowie das USB-Kabel. Unser Testexemplar verfügt über eine Speicherkapazität von 32 GB [2]. Wer nicht so viel Speicherplatz benötigt oder Geld sparen möchte, bekommt aber auch Modelle mit 16 GB [3] oder 8 GB [4].
Der Testablauf entspricht dem üblichen Prozedere unserer letzten Tests [5], so dass wir für die Details des Testablaufs auf den entsprechenden Artikel [4] verweisen möchten. Die ermittelten Benchmarkergebnisse entsprechen jeweils dem Mittelwert aus drei Messungen. Der Form halber sei darauf hingewiesen, dass die bisherigen Tests mit SiSoft Sandra Lite XII SP2b durchgeführt wurden. Auf die Ergebnisse sollte dies aber keinen messbaren Einfluss haben.
Doppelführung für den Throttle bei der Messung der Leseleistung mit HD Tach: Schon beim Anschluss mittels USB kann sich der Throttle gemeinsam mit dem ATV Turbo an die Spitze setzen. Nutzt man jedoch die eSATA-Schnittstelle für den Datentransfer, wird die ohnehin hohe Leserate nochmals fast verdreifacht.
Ein ähnliches Bild zeigt sich im Laufwerkstest. Bei der Schreibleistung kann der Throttle allerdings nicht mehr ganz so weit davonziehen. Der Vorsprung auf den ATV Turbo beträgt „nur noch“ 38 Prozent, über USB ist er gar knapp 8 Prozent langsamer, liegt aber dennoch auf einem sehr hohen Niveau. Die Zugriffszeiten beim Schreiben sind mittelmäßig, liegen aber noch deutlich vor denen der USB-Sticks mit gleicher Kapazität.
Der Wechseldatenträgertest bestätigt beim Lesen die bisherigen Ergebnisse. Während beim Anschluss über USB praktisch Gleichstand herrscht, lassen sich über eSATA etwa dreimal so hohe Transferraten erreichen. Bei kleinen Dateigrößen ist der Throttle jedoch auch über USB schneller als der ATV Turbo.
Beim Schreiben kann der ATV Turbo bei kleinen Dateigrößen weiterhin die Spitze für sich beanspruchen und bleibt stets vor dem über USB angeschlossenen Throttle. Über eSATA mit dem Rechner verbunden, kann dieser mit zunehmender Dateigröße aber die Führung übernehmen.
Der Vollständigkeit halber haben wir auch wieder den in Windows Vista integrierten Test zur ReadyBoost-Eignung von USB-Sticks durchgeführt, auch wenn die Nutzung von USB-Sticks mit so hohen Kapazitäten zu diesem Zweck wenig Sinn ergibt. Grundsätzlich lassen sich zwar auch über eSATA und andere Schnittstellen verbundene Datenträger testen, für ReadyBoost lassen sich jedoch nur über USB angeschlossene Datenträger nutzen.
Auch hier kann der Throttle sich wieder an die Spitze setzen und ist beim Schreibtest – etwas unerwartet – selbst über USB noch rund 50 Prozent schneller als der ATV Turbo.
Fazit
Die Performance von OCZs „Throttle“ kann sich wahrlich sehen lassen. Bereits bei Anschluss über die USB-Schnittstelle platziert sich der Stick in der Spitze der bisher von uns getesteten Produkte und liefert sich mit dem ebenfalls von OCZ stammenden ATV Turbo mit SLC-Chips ein Duell mit wechselndem Gewinner. Richtig schnell wird es jedoch erst bei Anschluss über eSATA. Abhängig von der konkreten Anwendung werden die von OCZ beworbenen sequenziellen Transferraten von bis zu 90 MB/s beim Lesen und bis zu 30 MB/s beim Schreiben teilweise sogar noch übertroffen. Sicher, die Schreibraten könnten über eSATA noch höher sein, dies wäre aber mit ziemlicher Sicherheit mit spürbaren Mehrkosten verbunden, käme man doch in Leistungsregionen von SSDs. Herkömmliche USB-Sticks übertrifft der Throttle ohnehin auch so schon.
Ein kleines Manko gibt es dann aber doch noch zu nennen: die bereis erwähnte Abhängigkeit von einem USB-Kabel. Zwar unterstützt der Throttle Power-over-eSATA (eSATAp), jedoch kann man danach auf Mainboard-Seite derzeit noch lange suchen, so dass man zur Stromversorgung, wie auch zwingend beim Datentransfer über USB, auf das mitgelieferte USB-Kabel angewiesen ist. Dabei handelt es sich in unseren Augen jedoch um einen eher kleinen Makel, der deutlich hinter den durchweg hohen Transferraten im USB- und eSATA-Betrieb zurücksteht, für die sich der OCZ Throttle unsere Empfehlung redlich verdient hat.
Empfehlung (04/09)
Die Preise für den Stick beginnen derzeit bei rund 75 Euro [1] für die 32-GB-Version. Die kleineren Modelle mit 16 und 8 GB sind bereits für rund 48 [2] respektive 33 Euro [3] erhältlich. Damit kostet der Throttle zwar etwas mehr als normale USB-Sticks mit gleicher Kapazität, doch dafür erreicht er über eSATA deutlich höheren Transferraten und liegt auch über USB noch im Spitzenfeld.
OCZ Throttle 32 GB (eSATA/USB)
Positive Eigenschaften
über eSATA schneller als jeder USB-Stick
über USB Leistung auf SLC-Niveau
Negative Eigenschaften
USB-Kabel wird praktisch immer benötigt
Nachtrag
Auf Leserwunsch haben wir zusätzlich noch die Lese- und Schreibleistung bei verschiedenen Dateitypen und -größen getestet. Als Ziel bei den Lesetests diente eine VelociRaptor von Western Digital.