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Test: OCZ Vertex 120 GB

von Parwez Farsan

Einleitung

Verglichen mit herkömmlichen Festplatten sind Solid State Drives ein recht junges Speichermedium, umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass sie erst seit wenigen Jahren in vergleichsweise bezahlbaren Regionen angekommen sind. Umso größer ist – auf den ersten Blick – die Vielfalt der aktuell am Markt verfügbaren Produkte. Doch sieht man einmal genauer hin, schrumpft die Auswahl recht schnell auf eine Hand voll Grunddesigns zusammen, die man jeweils noch danach unterscheiden kann, ob günstige MLC- oder teure SLC-NAND-Speicherbausteine zum Einsatz kommen. Entscheidend ist jedoch in erster Linie der Controller, der auf den SSDs zum Einsatz kommt. In den unteren Preisregionen finden sich beispielsweise unzählige Produkte auf Basis des 8-Kanal-Controllers JMF602(B) von JMicron. Diese bieten einen verhältnismäßig niedrigen Preis pro Gigabyte, stehen dafür aber auch in puncto Leistung auf der untersten Sprosse der Leiter, auch wenn dies bei einem Blick auf die teilweise noch durch RAID-Konstruktionen gepushten sequenziellen Lese- und Schreibraten nicht so erscheinen mag. Viel wichtiger für einen flüssigen Betrieb als Systemplatte sind jedoch die zufälligen Lese- und Schreibraten sowie die dazugehörigen Zugriffszeiten, die – unter anderem mangels Cache – wahrlich nicht die Stärke der aktuellen Controller von JMicron sind und auch weit unterhalb der Leistung von HDDs liegen. Der Nachfolger JMF612 mit DRAM-Cache soll einer vor einem Jahr gezeigten Produktroadmap zufolge zwar noch im Laufe des Jahres erscheinen, ein genaues Datum gibt es hierzu aber noch nicht.

JMicron Flash Roadmap, April 2008

Wer mehr Leistung wollte, musste bisher auf Produkte mit Controllern von Intel, Mtron oder Samsung zurückgreifen. Die Crux dabei ist jedoch der höhere Preis. So stellt Mtron dem selbst entwickelten Controller ausschließlich SLC-Chips zur Seite. Diese bieten Vorteile bei Leistung und Haltbarkeit, verfügen im Gegenzug aber über eine geringere Speicherdichte und sind teurer als MLC-Chips. Samsung kann hingegen als Pionier der „günstigen“ SSDs bezeichnet werden, seit das Unternehmen 2006 ein für damalige Verhältnisse bahnbrechend preiswertes SSD auf den Markt brachte. Der Controller kann grundsätzlich auch von anderen Firmen gekauft und auf den eigenen Produkten verbaut werden. Oftmals macht jedoch der höhere Preis gegenüber den JMicron-Produkten einen Strich durch die Rechnung, so dass die Auswahl entsprechender Produkte eher begrenzt ist. Mit Intel betrat dann im letzten Jahr ein weiteres Schwergewicht der Halbleiterbranche den Markt und konnte gleich mit den ersten SSD-Produkten Erfolge feiern. Ursächlich dafür verantwortlich zeichnet sich der eigene 10-Kanal-Controller mit 16 MB Cache für die Ausführung komplexer Algorithmen, der mit durchweg beeindruckenden Leistungen glänzen konnte (ComputerBase-Test Intel X25-M [1]) und den sich Intel natürlich entsprechend bezahlen lässt. Intels SSDs werden umgelabelt auch von Unternehmen wie Kingston und A-Data verkauft. Allein: Am Preis ändert dies nicht viel.

OCZ Vertex

Vor kurzem betrat nun mit Indilinx [2] ein junger Hersteller den Markt, der mit seinem „Barefoot“ getauften Controller Leistung zu einem günstigen Preis bieten möchte. Das Unternehmen wurde ein 2006 von drei ehemaligen Samsungmitarbeitern in Südkorea gegründet und sollte daher die benötigte Expertise für ein ausgereiftes Produkt mitbringen. Als einer der ersten Hersteller hat OCZ ein Solid State Drive auf Basis des Barefoot vorgestellt und wirbt – branchentypisch – zunächst mit hohen sequenziellen Transferraten. Das dies nicht das entscheidende Kriterium ist, haben wir bereits erwähnt. Doch wie schlägt sich OCZs Vertex nun im Vergleich zu Intels viel gerühmter X25-M? Dies soll im Laufe des Artikels geklärt werden.

Testprobanden

OCZ Vertex 120 GB

Mit der Vertex-Serie hofft man bei OCZ sich auf dem noch jungen Markt für Solid State Drives Marktanteile sichern und neue Märkte – speziell in Asien – erobern zu können. SSD-typisch setzt OCZ auf das 2,5-Zoll-Format, so dass das SSD sowohl in Notebooks als auch in Desktop-Rechnern eingesetzt werden kann. Unser Testmuster hat eine Kapazität von 120 GB, erhältlich sind aber auch Versionen mit 30 GB, 60 GB oder 250 GB, die sich in den möglichen Transferraten unterscheiden, wie untenstehende Tabelle verdeutlicht. Das uns zur Verfügung gestellte Testmuster bietet dabei auf dem Papier die höchste sequenzielle Leistung.

OCZ Vertex Series
Kapazität Cache Sequential Read Sequential Write Sustained Write
30 GB 64 MB 230 MB/s 135 MB/s 80 MB/s
60 GB 64 MB 230 MB/s 135 MB/s 70 MB/s
120 GB 64 MB 250 MB/s 180 MB/s 100 MB/s
250 GB 64 MB 250 MB/s 160 MB/s 100 MB/s
MTBF: 1,5 Millionen Stunden
Garantie: 2 Jahre

Herzstück der Vertex ist der „Barefoot“-Controller von Indilinx. Dieser verfügt über acht Speicherkanäle, die bei unserem 120-GB-Modell jeweils zwei MLC-NAND-Speicherchips von Samsung bedienen. Die maximale Speichermenge des Controllers beträgt 256 GB, so dass das größere Vertex-Modell auch die derzeitige Kapazitätsgrenze ohne Einsatz zusätzlicher Komponenten darstellt. Dem Controller zur Seite steht ein 64 MB großer Cache zum Zwischenspeichern der Daten, der von Elpida gefertigt wird.

OCZ Vertex

Einen aus Kundensicht großen Vorteil stellen die regelmäßigen Firmware-Updates dar, die OCZ auf der eigenen Seite zur Verfügung stellt und die teils substanzielle Verbesserungen in der Leistung mit sich bringen. Dabei hört man auch auf die Wünsche der Kunden – in diesem Fall eine Umfrage im Supportforum – und ging vor ein paar Wochen in der Firmware-Entwicklung wieder einen Schritt zurück, um die Randrom-Write-Performance für kleine Dateien zu verbessern, auch wenn dies auf Kosten der sequenziellen Schreibleistung kleiner Dateien bis 16 kB ging. In der Praxis kommen sequenzielle Schreibvorgänge solch kleiner Dateien allerdings, ganz im Gegensatz zu den Random Writes, eher selten vor, so dass die Änderung aus Anwendersicht zu begrüßen ist.

OCZ Vertex OCZ Vertex OCZ Vertex

Auch unser Testmuster bekam gleich zu Beginn die neueste Firmware in der Version 1.10 (1370 nach alter Nummerierung) aufgespielt. Zum Flashen des Laufwerks muss zunächst ein Jumper gesetzt werden, den OCZ aber leider nicht mitliefert. Entweder man hat selbst einen Jumper zur Hand, oder bastelt sich ein entsprechendes Provisorium. Zudem gehen beim Flashen derzeit noch alle Daten auf dem Laufwerk verloren, so dass zuvor eine Sicherung der Dateien vorgenommen werden sollte. In Zukunft soll aber ein Flashen ohne Datenverlust und Jumper möglich sein, wozu es aktuell auch schon eine Beta-Version eines ISO-Images für eine bootfähige CD mit der neuesten Firmware gibt. Angenehmer Nebeneffekt beim Flashen nach der bisherigen Methode: Das Laufwerks wird durch einen Secure Erase zurückgesetzt, wodurch die Leistung der Vertex nach längerer Benutzung wieder auf das Ausgangsniveau zurückgesetzt wird. Der Performanceverlust entsteht dadurch, dass sich im Laufe der Zeit in den einzelnen Blöcken immer mehr vom Betriebssystem in der Zuordnungstabelle gelöschte Daten ansammeln, die physikalisch aber noch immer vorhanden sind und vom Laufwerk zunächst als valide Daten betrachtet werden. Das Laufwerk weiß also nicht, welche Daten vom Betriebssystem gelöscht wurden und behandelt folglich alle Daten gleichwertig. Sind dann irgendwann auch die Spare Blocks eines Solid State Drives komplett belegt, müssen zwangsweise invalide Daten gelöscht werden. Dass einem das Betriebssystem möglicherweise ein zu 90 Prozent freies Laufwerk anzeigt, ist dabei irrelevant.

OCZ Vertex OCZ Vertex OCZ Vertex OCZ Vertex

Entscheidend ist, ob die Blöcke irgendwann beschrieben wurden. Will man nun weitere Daten Schreiben, müssen zunächst die formal freien Bereiche gelöscht werden. Da technologiebedingt aber immer nur ganze Blöcke mit einer Größe von derzeit 128 kB gelöscht werden können, müssen zunächst die im Block vorhandene Daten zwischengespeichert und neu zusammengesetzt werden, bevor im nächsten Schritt der ganze Block gelöscht und anschließend wieder mit den alten und den neuen Daten beschrieben werden kann. Dabei entsteht ein Overhead, da das Laufwerk ja nicht unterscheiden kann, welche Daten valide sind und welche nicht. Um Daten zu Schreiben, sind in diesem Fall also ein Lese- und zwei Schreibvorgänge erforderlich, was natürlich deutlich länger dauert als ein einfacher Schreibvorgang in einen leeren Block. Hier wäre es hilfreich, wenn das Laufwerk bereits im Vorfeld wüsste, welche Daten es verarbeiten muss und welche nicht.

Eine Verbesserung des Problems verspricht nun der sogenannte „TRIM“-Befehl, der gelöschte Daten für das Laufwerk markiert. Derzeit wird er aber lediglich von Linux unterstützt und wurde daher von den SSD-Herstellern noch nicht in die Firmware implementiert. In der Microsoft-Welt soll erst Windows 7 eine entsprechende Funktion bieten, in den aktuellen Builds wurde der Befehl jedoch noch nicht implementiert. OCZ hat nun mit der letzten Firmware-Aktualisierung eine TRIM-Implementierung eingeführt, die unabhängig von der Unterstützung durch das Betriebssystem ist. Allerdings funktioniert das Ganze nicht automatisch. Neben der aktuellen Firmware wird auch die Beta-Version eines Tools für Windows benötigt, dass innerhalb weniger Minuten manuell die gelöschten Daten für das Solid State Drive erkennbar markiert und so die Performance auch ohne einen Secure Erase wieder anheben soll. Wie effektiv das Ganze ist, werden wir uns später näher ansehen.

Intel X25-M 80 GB

Auch Intels X25-M [3] hat seit unserem letzten Artikel [4] in Form eines bootfähigen ISO-Images ein erstes Firmware-Upgrade [5] auf Version „04098820“ erfahren. Sofern das Update ohne Probleme verläuft, sollten hinterher erfreulicher Weise alle Daten noch vorhanden sein. Genaue Angaben zu den Veränderungen macht Intel zwar nicht, die neue Firmware soll aber wohl in erster Linie das Problem der nachlassenden Leistung adressieren, die sich unter bestimmten Voraussetzungen ohne Secure Erase nicht mehr erholte, obwohl die Algorithmen des Controllers genau dies verhindern sollten.

Intel X25-M

Intel X25-M
Kapazität Cache Sequential Read Sequential Write
80 GB 16 MB 250 MB/s 70 MB/s
160 GB 16 MB 250 MB/s 70 MB/s
MTBF: 1,2 Millionen Stunden
Garantie: 3 Jahre

Intels Controller verfügt über zehn parallele Speicherkanäle, die jeweils zwei Speicherchips anbinden und beherrscht im Gegensatz zu den Produkten der Konkurrenz Native Command Queuing (NCQ), was für die Minimierung des Write Overhead von Bedeutung ist. Ihm zur Seite stehen 16 MB Cache, die zur effizienten Ausführung der „Wear Leveling“-Algorithmen und das NCQ benötigt werden. Die Wear-Leveling-Algorithmen sollen für die gleichmäßige Nutzung aller Speicherbausteine sorgen, um den frühzeitigen Ausfall einiger Blöcke zu verhindern. Dies ist nun keine Erfindung von Intel sondern wird in der einen oder anderen Form von allen Herstellern genutzt. Intel beansprucht allerdings, hierfür besonders effiziente Algorithmen einzusetzen.

Intel X25-M

Zudem soll die sogenannte „Write Amplification“minimiert werden. Dabei handelt es sich um einen Faktor, der angibt, wie viel mehr Zellen bei Schreibvorgängen angesprochen und damit abgenutzt werden, als dies eigentlich nötig wäre. Denn die Blockgröße bei NAND-Bausteinen in den für SSDs benötigten Größen beträgt 128 KB. Zwar sind die in einem Block zusammengefassten Pages nur 2.048 Byte groß, beim Löschen werden jedoch immer alle Pages eines Blocks gleichzeitig angesprochen, auch wenn eigentlich nur eine einzelne Page gelöscht werden müsste. Wenn man sich nun ins Gedächtnis ruft, dass die Zahl der Schreib-/Löschzyklen bei Flashspeicher begrenzt ist (10.000 bei MLC und 100.000 bei SLC), ist es natürlich entscheidend jeweils so wenige Pages wie möglich zu löschen, zumal die Performance ebenfalls davon profitiert. Bei der Entwicklung der SSDs legte Intel neben einer langen Nutzungsdauer zudem besonderen Wert auf eine hohe IOPS-Leistung (Input/Output Operations per Second) auch bei Random Writes sowie eine geringe Leistungsaufnahme. Die MTBF der X25-M liegt bei 1,2 Mio. Betriebsstunden, die Garantie bei drei Jahren.

Intel X25-M

Wir haben uns Intels Mainstream-SSD nun nochmals mit der neuen Firmware getestet und, ebenso wie bei der Vertex, die Leistung nach einem Secure Erase, im intensiv genutzten Zustand sowie genutzt und über 80 Prozent befüllt näher angesehen.

Testsystem

Testsystem:

Neben den üblichen Benchmarkprogrammen haben wir auf Leserwunsch diesmal auch die Startzeiten verschiedener Anwendungen ermittelt. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Laufwerken sind in unserem Testszenario zwar gering bis nicht existent, dies kann bei anderen Programmen aber durchaus anders aussehen und sollte nicht verallgemeinert werden. Die Ergebnisse stellen dabei jeweils das Mittel aus drei Messungen dar.

Benchmarks

ATTO

Zur Messung der sequenziellen Lese- und Schreibleistung für verschiedene Dateigrößen haben wir ATTO Disk Benchmark verwendet.

ATTO Leseleistung

Beim Lesen liegt Intels X25-M klar vorne, die Unterschiede in der Leistung zwischen den verschiedenen Zuständen sind hier minimal, in intensiv genutztem Zustand lieferte sie gar das gleichmäßigste Ergebnis ab. Etwas schwächer aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau agiert OCZs Vertex. Hier ist allerdings der leichte Leistungseinbruch durch intensive Nutzung und starke Befüllung deutlicher. Das TRIM-Tool scheint sich indes positiv auf die Leseleistung auszuwirken, das Laufwerk reagiert hinterher wieder wie ein Laufwerk nach Secure Erase und OS-Installation. Die HDD-Fraktion in Form der VelociRaptor kann hier nicht mithalten und stößt bei rund 126 MB/s an ihre Grenzen.

ATTO Schreibleistung

Ein etwas anderes Bild ergibt sich bei der sequenziellen Schreibleistung. Fürs Intels SSD ist hier bei rund 80 MB/s Schluss. Darüber, ob dies wirklich technisch bedingt ist, oder Intel hier als weitere Abgrenzung zur X25-E mit SLC-Chips künstlich die Handbremse angezogen hat, kann man sich natürlich streiten. An den Tatsachen ändert sich dadurch allerdings nichts. Schon die VelociRaptor bietet mit rund 125 MB/s in der Spitze deutlich höhere Transferraten, OCZs Vertex schafft es sogar auf sagenhafte 200 MB/s. Abermals fällt die Effektivität der TRIM-Funktion im sequenziellen Bereich auf. Die Transferraten sind sogar etwas höher als nach Secure Erase und OS-Installation. Ebenso auffällig ist jedoch der Leistungsabfall um bis zu 60 MB/s, während die X25-M relativ stoisch ihren Dienst verrichtet, ohne sich in größerem Maße durch die Benutzung beeindrucken zu lassen. Trotzdem liegt die Vertex auch im schlechtesten Fall noch 60 MB/s vor der X25-M.

Iometer

Mit dem Iometer wollen wir die Achillesferse der SSDs auf die Belastungsprobe stellen: zufällige Lese- und vor allem Schreibzugriffe mit kleinen Dateigrößen, wie sie speziell bei Systemplatten vorkommen und die für ein flüssiges Arbeiten wichtig sind. Dazu haben wir die Testkandidaten jeweils drei Minute mit einer Dateigröße von 4 KB und zwei Workern mit je drei ausstehenden I/Os konfrontiert, um ein Szenario mit mehreren parallel auf das Laufwerk zugreifenden Programmen zu simulieren. Beim Lesen haben wir uns in diesem Fall auf eine Messung über das gesamte Laufwerk entschieden. Iometer misst jeweils die I/Os pro Sekunde, die MB/s, die durchschnittliche Reaktionszeit sowie die maximale Reaktionszeit.

Iometer, Random Read

 Total IO/s:
X25-M (unused)
22.544,67
Vertex (unused)
15.874,04
VelociRaptor
199,70
Angaben in Instruktionen pro Sekunde (it/s)
 Total MB/s:
X25-M (unused)
88,07
Vertex (unused)
62,01
VelociRaptor
0,78
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
 Average IO Response Time:
X25-M (unused)
0,27
Vertex (unused)
0,38
VelociRaptor
30,03
Angaben in Millisekunden
 Maximum IO Response Time:
X25-M (unused)
9,77
Vertex (unused)
21,16
VelociRaptor
375,83
Angaben in Millisekunden

Wie erwartet, können die beiden SSDs hier ihre Stärke voll ausspielen und landen meilenweit vor der VelociRaptor. Den Kampf um die Spitze kann jedoch Intel recht deutlich für sich entscheiden. Satte 42 Prozent beträgt der Vorsprung auf die Vertex, die unabhängig davon jedoch ein hervorragendes Ergebnis liefert.

Iometer, 100% Random Write, 4 kB

 Total IO/s:
X25-M (unused)
7.119,89
X25-M (used)
5.990,68
X25-M (used + voll)
5.649,23
Vertex (unused)
2.517,43
Vertex (nach TRIM + Löschen)
2.206,93
Vertex (nach TRIM)
2.051,01
Vertex (used)
1.716,45
Vertex (used + voll)
1.236,21
VelociRaptor
400,72
Angaben in Instruktionen pro Sekunde (it/s)
 Total MB/s:
X25-M (unused)
27,81
X25-M (used)
23,40
X25-M (used + voll)
22,07
Vertex (unused)
9,83
Vertex (nach TRIM + Löschen)
8,62
Vertex (nach TRIM)
8,01
Vertex (used)
6,70
Vertex (used + voll)
4,83
VelociRaptor
1,57
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
 Average IO Response Time:
X25-M (unused)
0,84
X25-M (used)
1,00
X25-M (used + voll)
1,06
Vertex (unused)
2,38
Vertex (nach TRIM + Löschen)
2,72
Vertex (nach TRIM)
2,92
Vertex (used)
3,49
Vertex (used + voll)
4,85
VelociRaptor
14,97
Angaben in Millisekunden
 Maximum IO Response Time:
Vertex (nach TRIM + Löschen)
35,55
Vertex (nach TRIM)
36,97
Vertex (unused)
44,21
VelociRaptor
73,60
Vertex (used)
139,50
Vertex (used + voll)
145,80
X25-M (unused)
153,78
X25-M (used + voll)
503,93
X25-M (used)
688,43
Angaben in Millisekunden

Die Schreibtests haben wir jeweils über einen 10 GB großen Abschnitt der Laufwerke ausgeführt. Intels Controller kann hier wieder seine Stärken ausspielen, liegt deutlich vor der Vertex und zeigt auch eine geringere Anfälligkeit für Nutzungserscheinungen. So ist das SSD im frischen Zustand um den Faktor 2,83 schneller, was nach intensiver Nutzung und bei über 80 Prozent Befüllung bis auf 4,57 ansteigt. Erfreulich ist jedoch der Effekt des TRIM-Tools, das die Leistung des Laufwerks wieder fast auf das ursprüngliche Niveau bringen kann. Sieht man sich die Leistung der Vertex nun im Vergleich zur VelociRaptor an, lässt sich feststellen, dass die SSD selbst im schlimmsten Fall noch dreimal so schnell ist wie die HDD und auch bei starker Belastung noch ausreichend Leistung bietet.

Nachdem das Worst-Case-Szenario nun abgehandelt und von den Testkandidaten mit Bravour bestanden wurde, wollen wir uns noch ansehen, wie die Laufwerke bei einer Mischbelastung aus Sequential und Random Writes reagieren. In unserem letzten Tests zeigten alle Laufwerke durchweg eine steigende Leistung bei zunehmender sequenzieller Belastung. Dazu sollten wir uns nun nochmal in Erinnerung rufen, dass man bei der Vertex die Leistung bei Sequential Writes für kleine Dateigrößen zugunsten der Random Writes geopfert hat, was aus Sicht des Kunden auch zu begrüßen ist. Dennoch ist es interessant zu sehen, wie stark sich dies bemerkbar macht. Dazu haben wir den Anteil zufälliger Schreibzugriffe auf 50 respektive 10 Prozent gesenkt, die übrigen Rahmenbedingungen aber beibehalten.

Iometer, 50% Random Write, 4 kB

 Total IO/s:
X25-M (unused)
9.757,33
X25-M (used)
8.088,85
X25-M (used + voll)
7.655,23
Vertex (unused)
1.609,11
Vertex (used)
1.192,40
Vertex (used + voll)
1.113,72
VelociRaptor
881,17
Angaben in Instruktionen pro Sekunde (it/s)
 Total MB/s:
X25-M (unused)
38,11
X25-M (used)
31,60
X25-M (used + voll)
29,90
Vertex (unused)
6,29
Vertex (used)
4,66
Vertex (used + voll)
4,35
VelociRaptor
3,44
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
 Average IO Response Time:
X25-M (unused)
0,61
X25-M (used)
0,74
X25-M (used + voll)
0,78
Vertex (unused)
3,73
Vertex (used)
5,03
Vertex (used + voll)
5,39
VelociRaptor
6,81
Angaben in Millisekunden
 Maximum IO Response Time:
Vertex (unused)
44,44
VelociRaptor
126,03
X25-M (unused)
133,89
Vertex (used + voll)
140,35
Vertex (used)
141,28
X25-M (used)
557,40
X25-M (used + voll)
715,26
Angaben in Millisekunden

Intels X25-M und Western Digitals VelociRaptor zeigen denn auch die erwartete höhere Leistung bei nur noch 50 Prozent Random Writes, wohingegen die Vertex Leistung einbüßt, aber weiterhin vor der VelociRaptor bleibt.

Iometer, 10% Random Write, 4 kB

 Total IO/s:
X25-M (unused)
16.326,57
X25-M (used)
9.496,85
X25-M (used + voll)
9.054,76
VelociRaptor
2.668,72
Vertex (unused)
1.309,87
Vertex (used)
997,72
Vertex (used + voll)
939,70
Angaben in Instruktionen pro Sekunde (it/s)
 Total MB/s:
X25-M (unused)
63,78
X25-M (used)
37,10
X25-M (used + voll)
35,37
VelociRaptor
10,42
Vertex (unused)
5,12
Vertex (used)
3,90
Vertex (used + voll)
3,67
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
 Average IO Response Time:
X25-M (unused)
0,37
X25-M (used)
0,63
X25-M (used + voll)
0,66
VelociRaptor
2,25
Vertex (unused)
4,58
Vertex (used)
6,01
Vertex (used + voll)
6,38
Angaben in Millisekunden
 Maximum IO Response Time:
Vertex (unused)
34,88
X25-M (unused)
94,69
Vertex (used + voll)
140,19
Vertex (used)
144,58
VelociRaptor
193,83
X25-M (used)
571,48
X25-M (used + voll)
654,73
Angaben in Millisekunden

Bei 10 Prozent Random Writes liegt schließlich auch die VelociRaptor noch recht deutlich vor der Vertex, während die X25-M an der Spitze einsam ihre Kreise zieht. Praxisrelevant sind wie schon bemerkt jedoch eher die Random Writes.

Anwendungsstart

Neu in unserem Testprogramm sind Programmstartzeiten und das Laden von Dateien. Neben der Vista-Bootzeit haben wir auch die Ladezeit von Uneal Tournament 3 und die Map „Torlan“ sowie das parallele Öffnen von sieben Anwendungen (Internet Explorer 7, OpenOffice Writer und Impress, Adobe Acrobat Reader 9.0, Windows Media Player, WinMail und Gimp 2.6) gemessen. Hinzu kamen das Öffnen von zwölf zusammen 30,7 MB großen JPEG-Dateien mit Gimp sowie von drei zusammen 577 MB großen PDF-Dateien mit dem Acrobat Reader.

Application Load

 Vista Boot:
Vertex (unused)
41,65
Vertex (used + voll)
42,00
Vertex (used)
43,55
X25-M (used)
44,75
X25-M (unused)
46,85
VelociRaptor
46,85
X25-M (used + voll)
47,00
 UT3:
Vertex (unused)
23,10
X25-M (used)
23,27
Vertex (used)
23,30
VelociRaptor
23,60
X25-M (used + voll)
24,13
Vertex (used + voll)
24,37
X25-M (unused)
24,87
 UT3-Map (Torlan):
Vertex (used + voll)
13,10
VelociRaptor
13,23
X25-M (used + voll)
13,70
Vertex (used)
13,73
X25-M (unused)
13,87
Vertex (unused)
14,27
X25-M (used)
14,57
 Multi Application:
X25-M (used + voll)
4,83
Vertex (unused)
5,00
X25-M (used)
5,00
Vertex (used + voll)
5,17
X25-M (unused)
5,20
VelociRaptor
5,27
Vertex (used)
5,30
 GIMP (12 JPEGs):
X25-M (unused)
18,97
Vertex (used + voll)
19,47
Vertex (unused)
19,70
X25-M (used + voll)
19,80
Vertex (used)
19,93
X25-M (used)
20,00
VelociRaptor
20,13
 Adobe Acrobat (3 PDFs):
X25-M (unused)
3,30
X25-M (used)
3,30
X25-M (used + voll)
3,30
Vertex (used + voll)
3,37
VelociRaptor
3,40
Vertex (unused)
3,50
Vertex (used)
3,50
Angaben in Sekunden

Bei der Bootzeit kann sich die Vertex klar an die Spitze setzen, auch wenn im Alltag eine drei Sekunden kürzere Bootzeit wohl kaum jemandem auffallen dürfte. Den schlechtesten Wert verbucht hier die X25-M im schlechtest möglichen Zustand, die VelociRaptor ist jedoch auch nur knapp besser. Beim Starten von Unreal Tournament 3 und beim Laden der Map Torlan fallen die Unterschiede um einiges geringer aus, tendenziell liegt jedoch auch hier wieder die Vertex vorne. Das parallele Starten mehrerer Anwendungen fällt in der Tendenz zu Gunsten Intels aus, die Unterschiede sind aber auch hier wieder sehr gering. Auch beim Öffnen der Bilder und PDFs ist eher Intel ein wenig schneller, wirklich eklatante Unterschiede gibt es aber auch hier wieder nicht. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Leistungsunterschiede beim Laden von Anwendungen – zumindest bei der Auswahl für unser Testfeld – vernachlässigbar gering sind. Zudem gibt es keinen Testkandidaten, der durchweg die besten Ergebnisse erzielt hätte. Ein spürbarer Vorteil für die SSD-Fraktion lässt sich auch nicht feststellen.

Es muss aber auch gesagt werden, dass dies nicht für alle Anwendungen gelten muss. Je nach Anwendung kann es durchaus zu größeren Unterschieden kommen, was jedoch im Einzelfall überprüft werden muss.

PCMark Vantage

Zu guter Letzt haben wir die Probanden noch der PCMark Suite und der HDD Test Suite des PCMark Vantage unterzogen, die verschiedene Alltagsaufgaben wie zum Beispiel das Importieren von Bildern, Spiele und Videobearbeitung simulieren. Die erste Suite testet die Gesamtperformance des PCs, so dass der Einfluss der Festplatte nicht ganz so stark ins Ergebnis einfließt. Die zweite Suite ist dagegen – der Name lässt es erahnen – rein auf die Leistung der Festplatte ausgerichtet, so dass Leistungsunterschiede hier noch deutlicher werden.

PCMark Vantage

 PCMark:
X25-M (used + voll)
6.901
X25-M (used)
6.854
X25-M (unused)
6.756
Vertex (used + voll)
6.364
Vertex (used)
6.347
Vertex (unused)
6.262
VelociRaptor
5.155
 HDD:
X25-M (unused)
30.401
X25-M (used + voll)
26.197
X25-M (used)
26.057
Vertex (unused)
23.872
Vertex (used)
21.525
Vertex (used + voll)
21.365
VelociRaptor
6.527
Angaben in Punkten

Ein wenig überraschend ist, dass in der PCMark Suite sowohl bei der Vertex als auch bei der X25-M die Leistung mit zunehmender Nutzung besser wird. Die X25-M liegt hier rund 8 Prozent vor der Vertex. Die HDD Test Suite bringt dieselbe Reihenfolge zwischen den Laufwerken zum Vorschein, auch wenn die Unterschiede etwas größer ausfallen. Allerdings haben die SSDs hier im wenig genutzten Zustand die Nase vorne.

Fazit

Wie sieht nun das Fazit das aktuellen Tests aus? Rein optisch sind die Ergebnisse nicht unbedingt auf den ersten Blick eindeutig, doch ein wenig Interpretation kann hier Abhilfe schaffen. Fangen wir mit den sequenziellen Transferraten an. Diese fallen immer besonders hoch aus und werden von den Herstellern daher auch gerne werbewirksam in den Vordergrund gestellt. Hätten wir es mit USB-Sticks zu tun, wäre dagegen auch nichts weiter zu sagen. Fakt ist aber nunmal, dass ein Systemlaufwerk, ausschließlich auf möglichst hohe sequenzielle Transferraten setzt, für den Einsatz im Alltag nicht unbedingt ideal ist, wie man am Beispiel der zahlreichen SSDs auf Basis eines Micron-Controllers in den letzten Monaten sehen konnte. Entscheidend ist eine ausgewogene Mischung, bei der vor allem die Random Writes nicht zu kurz kommen dürfen.

Trotzdem wollen wir zunächst die sequenziellen Testergebnisse rekapitulieren. Beim Lesen kann sich Intel klar an der Spitze positionieren, die Vertex steht ihr hier aber nicht viel nach und erreicht ebenfalls sehr hohe Werte, die weit oberhalb der Möglichkeiten einer HDD liegen. Beim Schreiben kann OCZ sich deutlich vorne positionieren und auch die VelociRaptor ist hier um einiges schneller als die X25-M. Die Leistungsunterschiede werden aber erst bei größeren Dateien offenbar und die Zahl derer, die tagtäglich gigabyteweise große Dateien auf das Systemlaufwerk schieben, dürfte doch eher gering sein. Für die Praxis ist dieses Ergebnis also eher von geringer Bedeutung. Insgesamt lässt sich aber auch feststellen, dass Intels X25-M deutlich weniger anfällig für – wenn auch auf sehr hohem Niveau angesiedelte – Leistungsabfälle durch intensive Nutzung ist als die Vertex, die neue Firmware leistet hier gute Arbeit. Mit dem Trim-Tool kann aber auch die Vertex auf einem recht konstant hohen Niveau gehalten werden, auch wenn dazu – derzeit noch – ein wenig manuelle Arbeit von Nöten ist.

Kommen wir zu den Random Writes mit kleinen Dateien, mit denen sich ein Laufwerk im Alltag ständig herumschlagen muss und die bei paralleler Nutzung mehrerer Programme einen flüssigen Arbeitsablauf verhindern können. Intels X25-M bleibt hier zwar weiterhin eindeutig der Platzhirsch, im Gegensatz zu den SSDs auf Basis von JMicron-Controllern in unserem letzten Artikel zeigt die Vertex jedoch eine mehr als überzeugende Leistung, mit der sie sich deutlich von der VelociRaptor absetzen kann.

Beim Starten von Anwendungen ließ sich kein eindeutiger Gewinner feststellen, mal lag die Vertex vorne, mal die X25-M. Aber auch die VelociRaptor kann hier sehr gut mithalten. Ein wenig deutlichere Unterschiede gibt es bei der Simulation verschiedener Arbeitsabläufe mit dem PCMark Vantage, wobei sich wiederum die X25-M vorne positionieren kann. Absolut gesehen liefert aber auch die Vertex ein sehr hohes Ergebnis.

Intel X25-M OCZ Vertex WD VelociRaptor
Kapazität 80 / 160 GB 30 / 60 / 120 / 250 GB 74 / 150 / 300 GB
Preis 335,68 [6] / 587,95 [7] Euro 128,44 [8] / 206,20 [9] / 356,49 [10] / 688,96 [11] Euro 128,70 [12] / 139,90 [13] / 201,79 [14] Euro
Preis pro GB 4,20 / 3,67 Euro 4,28 / 3,44 / 2,97 / 2,76 Euro 1,74 / 0,93 / 0,67 Euro

Bleibt zuletzt der Blick auf den Preis der Probanden. Hier kann die Vertex im Vergleich zur X25-M nochmals deutlich punkten, da sie einerseits ab einer Kapazität von 30 GB erhältlich ist und andererseits pro Gigabyte deutlich weniger kostet. Wer nun auf der Suche nach einer SSD für seinen Rechner ist, kann sowohl bei der X25-M als auch bei der Vertex bedenkenlos zugreifen, eine überzeugende Leistung liefern beide ab. Während erstere etwas mehr Leistung bietet, hat letztere den geringeren Preis und die größere Auswahl bei der Speicherkapazität auf ihrer Seite. Nachdem die X25-M sich bereits im letzten Artikel unsere Empfehlung verdient hat, können wir dieses mal auch die Vertex uneingeschränkt zum Kauf empfehlen.

Empfehlung (04/09)

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/laufwerke/2009/test_hdd_ssd/
  2. http://www.indilinx.com/
  3. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/laufwerke/2009/test_hdd_ssd/2/#abschnitt_intel_x25m
  4. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/laufwerke/2009/test_hdd_ssd/
  5. http://www.computerbase.de/news/hardware/laufwerke/flashspeicher/2009/april/intel_firmware_ssds/
  6. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a365725.html
  7. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a397660.html
  8. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a389701.html
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  10. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a389707.html
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  14. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a358271.html
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