Einleitung
USB-Sticks sind in der Regel von Haus aus nicht besonders sicher. Verliert man sie, sind die Daten für jedermann zugänglich. Eine mögliche Lösung zur Sicherung der Daten auf einem beliebigen USB-Stick ist zum Beispiel die Software TrueCrypt [1], die jedoch ihre Nachteile hat. Eine weitere Möglichkeit hat Corsair vor drei Jahren auf der CeBIT mit der ersten Generation des „Flash Padlock“ vorgestellt. Der Stick hatte Tasten zur Eingabe eines PIN-Codes, ohne den man keinen Zugang zu den Daten bekam – Software war dazu nicht nötig. Das damalige Design wirkte jedoch recht klobig und unterschied sich deutlich von den anderen Corsair-Sticks. Dem neuen Flash Padlock 2 sieht man seine Herkunft nun viel deutlicher an. Wie Corsairs neuer Stick funktioniert, welche Neuerungen er bietet und ob auch die Transferraten überzeugen können, wollen wir uns im folgenden Test näher ansehen.
Der Testkandidat
Corsair Flash Padlock 2 8 GB
Das Gehäuse des 8 GB fassenden Flash Padlock 2 ist kompakter, dank eines Materialwechsels zu Gummi robuster als beim Vorgänger und erinnert sehr stark an den Flash Voyager (GT). In das Gehäuse sind sechs Tasten sowie eine rote und eine grüne LED eingelassen, die den aktuellen Status anzeigen und der Bedienung dienen. Eine blaue Status-LED am Ende des Sticks zeigt zudem Transferaktivität an. Zur Sicherung der Daten kann eine benutzerdefinierte, vier- bis zehnstellige PIN festgelegt werden, ab Werk ist der Stick zunächst nicht mit einer PIN versehen. Hat der Nutzer eine der rund 12,2 Millionen möglichen PIN-Kombinationen festgelegt, muss man diese, um das Laufwerk zu entsperren und auf die Daten zuzugreifen, zunächst über die in das Laufwerk integrierten Zahlentasten eingegeben, bevor man den Stick in den USB-Port steckt. Dabei sorgt ein eingebauter Akku für die nötige Stromversorgung. Zieht man den Stick ab, ist er wieder gesperrt.
Wird fünf Mal hintereinander eine falsche PIN eingegeben, sperrt sich der Padlock 2 automatisch für zwei Minuten selbst. Zusätzlich zu diesem Schutz wird der Laufwerksinhalt neuerdings durch eine AES-Verschlüsselung (256 Bit) geschützt, wodurch Unbefugte selbst beim Zerlegen des Laufwerks nicht auf die Daten zugreifen können sollen. Auch die Sicherheit bei der Kommunikation zwischen dem integrierten Prozessor und dem USB-Controller soll Corsair zufolge deutlich erhöht worden sein.
Im Falle des Verlusts der Original-PIN bleiben einem zwei Möglichkeiten: Entweder man hat zusätzlich eine optionale Master-PIN eingegeben, mit der sich die normale PIN löschen lässt, oder man muss eine neue PIN festlegen. Im zweiten Fall lässt sich der Inhalt des Laufwerks allerdings nicht mehr retten, er soll bei diesem Prozess zuverlässig gelöscht werden.
Wer die normale PIN kennt, kann sie jederzeit zügig löschen ohne die Daten zu verlieren. Dies ist insbesondere dann interessant, wenn man schnell Daten zwischen mehreren Geräten tauschen möchte, ohne dabei jedes mal die PIN eingeben zu müssen.
Im Lieferumfang des Sticks sind das altbekannte Corsair-Lanyard sowie ein USB-Verlängerungskabel enthalten. Letzteres kann nicht nur den Weg hinter das Gehäuse ersparen sondern umgeht auch das Problem der für größere USB-Sticks oftmals zu nah beieinander liegenden USB-Ports.
Testsystem und Vorgehen
Testsystem:
- Prozessor
- AMD Phenom II X2 550 Black Edition
- Motherboard
- Gigabyte GA-890GPA-UD3H, Sockel AM3, 890GX + SB850
- Arbeitsspeicher
- 2x 1.024 MB G.Skill DDR3-1600 (7-7-7-18) @ 1.066 MHz (7-7-7-20)
- 2x 1.024 MB Patriot DDR3-1600 (7-7-7-18) @ 1.066 MHz (7-7-7-20)
- Grafikkarte
- Radeon HD 4290, IGP, 128 MB Sideport + 512 MB Shared
- Netzteil
- Corsair HX620W
- Systemplatte
- Samsung SP2004C 200 GB S-ATA
- USB-Stick
- Corsair Flash Padlock 2 8 GB
- Betriebssystem
- Microsoft Windows 7 Home Premium (64-Bit)
- Benchmarks
- SiSoftware Sandra Engineer Standard 2010 SP1 (Beta 16.32)
Die ermittelten Benchmarkergebnisse entsprechen jeweils dem Mittelwert aus drei Messungen und wurden an den beiden USB-3.0-Ports des Mainboards durchgeführt, die von einem NEC-Controller bereitgestellt werden.
Benchmarks
Synthetische
Die Transferraten beim Lesen und Schreiben haben wir für verschiedene Dateigrößen mit dem Test für Mobile Datenträger in SiSoft Sandra 2010 ermittelt. Beim Lesen pendelt sich der Padlock 2 bei immerhin rund 17 MB/s ein, sobald eine gewisse Dateigröße erreicht ist. Der Transfer größerer Datenmengen auf den Stick kann jedoch durchaus eine Weile dauern. Insbesondere wenn viele kleine Dateien ins Spiel kommen, sollte man sich ein paar Minuten Zeit nehmen.
ReadyBoost-Eignung Lesen
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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ReadyBoost-Eignung Schreiben
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Zwar wird das seit Windows Vista implementierte ReadyBoost-Feature von den wenigsten Kunden genutzt, der Vollständigkeit halber wollen wir jedoch auch beim Padlock 2 nicht darauf verzichten, den im Betriebssystem integrierten Test für die Lese- und Schreibgeschwindigkeit durchzuführen. Die Leseleistung würde zwar auch für ein „enhanced for ReadyBoost“-Logo reichen, die Schreibleistung des Sticks bleibt mit 2,52 MB/s jedoch unter der Mindestanforderung von 3 MB/s.
Dateitransfer
Zu guter Letzt haben wir die Transferraten in der Praxis für verschiedene Dateiarten (ISO-File, AAC-Dateien und ein Programmordner) ermittelt.
Dateitransfer Lesen
Angaben in Stunden, Minuten, Sekunden
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Beim Lesen der verschiedenen Dateien vom Stick ist der Padlock 2 zwar nicht gerade das schnellste Modell am Markt, die Leistung ist aber ausreichend hoch um nicht entnervt vor dem Rechner warten zu müssen.
Dateitransfer Schreiben
Angaben in Stunden, Minuten, Sekunden
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Beim Schreiben auf den Stick sollte man allerdings ein wenig Zeit mitbringen, wenn man größere Datenmengen transferieren will. Insbesondere wenn eine Vielzahl kleinerer Dateien übertragen wird, brechen die Transferraten doch deutlich ein.
Fazit
Der Padlock 2 ist sicher kein Produkt für jedermann. Wer einfach große Datenmengen möglichst schnell von A nach B transferieren will, fährt mit anderen Sticks wie Corsairs Flash Voyager GT(R) oder OCZ ATV ohne Frage besser. Diese bieten bei geringeren Kosten pro GB – der Flash Padlock 2 ist aktuell mit 8 GB Speicherkapazität ab etwa 43 Euro [2] erhältlich – teils deutlich bessere Transferraten und sind auch mit mehr als 8 GB Speicherkapazität erhältlich. Wer seine Daten jedoch nicht völlig ungeschützt mit sich herum tragen möchte und dabei keine Softwarelösung nutzen will, findet im Padlock 2 eine interessante Alternative.
Der Sicherungsmechanismus und die hardwareseitige AES-Verschlüsselung funktionieren ohne Software, so dass sich der Stick immer und überall nutzen lässt. Sollte der Stick verloren gehen, sind die Daten vor dem Zugriff des Großteils aller möglichen Finder sicher. Mit ausreichendem Aufwand lassen sich die Sicherungsmechanismen allerdings aushebeln, zumal bei mehrmaliger falscher Eingabe des Passworts – das rund 12,2 Millionen Kombinationen zulässt – lediglich die Passworteingabe für zwei Minuten gesperrt wird, die Daten jedoch erhalten bleiben. Doch wer so hohe Anforderungen an die Sicherheit der Daten hat, wird ohnehin zu Produkten mit noch ausgefeilteren Sicherheitsmechanismen greifen, die dann allerdings auch deutlich teurer sind.


