Einleitung
In der Automobilbranche ziert das Akronym GTR in der Regel die Rennversionen von Seriensportwagen. Ein ähnliches Image will Corsair auch den „Flash Voyager GTR“ geben, die nochmals schneller als die normalen „Flash Voyager“ (ComputerBase-Test [1]) und die schnelleren „Flash Voyager GT“ (ComputerBase-Test [2]) sein sollen. Als potenzielles Erfolgsrezept dient dabei ein neuer Quad-Channel-Controller, der den MLC-Speicherchips zum Ende der USB-2.0-Ära nochmal Dampf machen soll. Ob das Vorhaben von Erfolg gekrönt ist, wollen wir uns im folgenden Test näher ansehen.
Der Testkandidat
Corsair Flash Voyager GTR 32 GB
Beim Design des Flash Voyager GTR hat Corsair an dem bewährten, gegen Stöße und Wasser geschützten Gummigehäuse und der blauen Status-LED festgehalten. Das Gelb wirkt indes noch ein Stück aggressiver als das Rot des GT und unterstreicht den Anspruch auf hohe Transferraten auch optisch. Je nach Speicherkapazität kommen zwei verschiedene Gehäuseformen zum Einsatz: Das von uns getestete 32-GB-Modell sowie die Variante mit 64 GB werden in der altbekannten Gehäuseform hergestellt. Für das Modell mit 128 GB Speicherkapazität wird jedoch mehr Platz benötigt, so dass ein rechteckiges, dem Gehäuse des GT mit 128 GB [1] sehr ähnliches Gehäuse zum Einsatz kommt, das auch schon in der Produktankündigung zu sehen war [3].
Details zum neuen Controller waren von Corsair nicht zu bekommen, man wollte lediglich verraten, dass es sich um ein Modell mit vier Kanälen handelt, was immerhin doppelt so viel ist wie bei bisherigen Modellen aus eigenem Haus und bei der Konkurrenz. Dass dies nicht automatisch mit einer doppelt so hohen Leistung gleichzusetzen ist, sollte allerdings klar sein, zumal die Leseraten über USB 2.0 schon bisher nahe am Limit waren. Hinsichtlich der Transferraten der einzelnen GTR-Varianten soll es keine Unterschiede geben. Im Lieferumfang sind – wie bei Corsair meist üblich – ein USB-Verlängerungskabel und ein Lanyard enthalten.
Testsystem und Vorgehen
Testsystem:
- Prozessor
- AMD Phenom II X2 550 Black Edition
- Motherboard
- Gigabyte GA-890GPA-UD3H, Sockel AM3, 890GX + SB850
- Arbeitsspeicher
- 2x 1.024 MB G.Skill DDR3-1600 (7-7-7-18) @ 1.333 MHz
- 2x 1.024 MB Patriot DDR3-1600 (7-7-7-18) @ 1.333 MHz
- Grafikkarte
- Radeon HD 4290, IGP, 128 MB Sideport + 512 MB Shared
- Netzteil
- Corsair HX620W
- Systemplatte
- Samsung SP2004C 200 GB S-ATA
- USB-Stick
- Corsair Flash Voyager GTR 32 GB
- Betriebssystem
- Microsoft Windows 7 Home Premium (64-Bit)
- Benchmarks
- SiSoftware Sandra Engineer Standard 2010 SP1 (Beta 16.32)
Die ermittelten Benchmarkergebnisse entsprechen jeweils dem Mittelwert aus drei Messungen und wurden an den beiden USB-3.0-Ports des Mainboards durchgeführt, die von einem NEC-Controller bereitgestellt werden.
Benchmarks
Synthetische
Die im Wechseldatenträger-Benchmark von Sandra erzielten Leseraten für verschiedene Dateigrößen wissen zu gefallen: Über 38 MB/s erreicht der GTR in der Spitze und verweist damit die Konkurrenz auf die Plätze. Erfreulich ist zudem, dass bereits bei relativ geringen Dateigrößen hohe Transferraten erreicht werden. Auch beim Schreiben kann Corsairs neuer USB-Stick überzeugen und kratzt bei großen Dateien sogar leicht an den 30 MB/s. Bei kleinen Dateigrößen ist SLC-Speicher jedoch weiterhin Trumpf. Insgesamt zeigt das Diagramm sehr schön den beim Schreiben lineareren Transferratenverlauf bei Sticks mit mehr als einem Speicherkanal wie dem GTR oder OCZs ATV.
Beim Test der Eignung für das ReadyBoost-Feature von Windows Vista und Windows 7 wird die Leistung bei zufälligen Schreib- (512-KB-Blöcke) und Lesezugriffen (4-KB-Blöcke) mit dem im Betriebssystem enthaltenen Programm WinSAT getestet. Unter Windows Vista ließen sich maximal 4 GB nutzen, unter Windows 7 wurde dieses Limit auf 256 GB, verteilt auf bis zu acht Geräte, erhöht. Verglichen mit den auf unserem alten Testsystem unter Vista erzielten Ergebnissen scheinen die Transferraten unter Windows 7 durchweg niedriger zu sein. Über die Gründe können wir derzeit nur spekulieren, zur Sicherheit haben wir die Ergebnisse jedoch stichprobenartig an den USB-Ports der SB850 des Testsystems und auf einem zweiten Rechner mit einer anderen Version von Windows 7 überprüft und kamen dabei zu ähnlichen Ergebnissen.
ReadyBoost-Eignung Lesen
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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ReadyBoost-Eignung Schreiben
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Im Schreibtest reicht auch der GTR bei weiterm nicht an einen Stick mit SLC-Chips heran, unter den getesteten MLC-Modellen kann er sich jedoch die Spitzenposition sichern. Beim Lesen rückt das Testfeld dichter zusammen, vorne liegt jedoch auch hier das alte SLC-Modell.
Dateitransfer
Um die Sticks im praktischen Einsatz zu testen, haben wir verschiedene Dateitypen und -größen auf den Stick übertragen, von ihm gelesen und die benötigte Zeit mit einer Stoppuhr festgehalten. Die Ergebnisse sind auch hier das Mittel aus drei Messungen.
Dateitransfer Lesen
Angaben in Stunden, Minuten, Sekunden
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Beim Lesen der Daten vom GTR gibt es – verglichen mit den beiden ATVs – zwar messbare aber keine eklatanten Unterschiede in der gemessenen Zeit. Ob es sich dabei nun um große oder kleine Dateien handelt, ist relativ egal.
Dateitransfer Schreiben
Angaben in Stunden, Minuten, Sekunden
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Beim Schreiben gibt es deutlich größere Unterschiede. Bei einer ISO-Datei kann sich der GTR an der Spitze des Feldes behaupten und ist verglichen mit den anderen MLC-Sticks deutlich schneller. Gegenüber dem SLC-Stick verliert er mit abnehmender Dateigröße jedoch zunehmend Boden.
Fazit
Corsair will mit dem Flash Voyager GTR einem „extrem schnellen“ USB-Stick abliefern – so steht es auch auf der Verpackung. Dort ist sogar von einer „sagenhaften Lese- und Schreibgeschwindigkeit“ die Rede. Letzteres mag übertrieben sein, doch ein sehr schneller USB-2.0-Stick ist den Kaliforniern in jedem Fall gelungen. Einen GT hatten wir zum direkten Vergleich zwar nicht zur Hand, zumindest ausgehend von den Ergebnissen im Wechseldatenträgertest von Sandra dürfte der GTR ihn jedoch leicht in Schach halten. Für ReadyBoost scheint hingegen der Controller des GT besser geeignet. Bei den maximalen Transferraten wird aber einmal mehr deutlich, dass das USB-Interface in der Version 2.0 an seine Grenzen stößt. Noch höhere Transferraten versprechen eSATA und USB 3.0, die aktuell allerdings noch keine echte Alternative darstellen. Während ersteres nicht über den Status einer Nischenlösung hinaus kommt, ist USB 3.0 derzeit noch sehr rar gesät und teuer.
Den Flash Voyager GTR mit 32 GB bekommt man derzeit ab rund 86 Euro [4], für einen USB-3.0-Stick mit gleicher Kapazität werden dagegen rund 200 Euro [5] fällig. Von den – allerdings deutlich höheren – Transferraten profitiert man dann auch nur, wenn das passende Gegenstück am Computer vorhanden ist, was derzeit noch recht unwahrscheinlich sein dürfte. Eine günstige Alternative bieten Sticks mit USB- und eSATA-Anschluss [6]. Diese bieten in der Regel bereits über USB 2.0 recht hohe Transferraten und drehen nochmal deutlich auf, wenn sie über eSATA angeschlossen werden. Sie sind allerdings in den schnellen Varianten mit maximal 32 GB erhältlich. Wer auf eine möglichst kompakte und robuste Bauweise verzichten kann, sollte ohnehin lieber zu einer tragbaren Festplatte greifen, die in puncto Preis und Leistung gegenüber USB-2.0-Sticks die Nase vorne hat.
Für zukünftige GTR-Modelle wäre der Umstieg auf USB 3.0 in jedem Fall sinnvoll (und wird wohl zwangsweise irgendwann erfolgen). Den aktuellen GTR hätte man jedenfalls genauso gut als überarbeiteten GT auf den Markt bringen können – nicht nur auf Grund des bereits jetzt nicht besonders großen Preisunterschiedes [7]. Ob die Leistungsunterschiede groß genug sind, um ihn in eine neue Produktlinie zu packen, ist Ansichtssache. Über kurz oder lang ergeben drei Produktlinien aber erst dann wirklich Sinn, wenn es sehr deutliche Unterschiede in der Leistung gibt.


