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Test: OCZ Vertex 2

von Norman Dittmar

Modellübersicht

In unserem heutigen Artikel beschäftigen wir uns mit der OCZ Vertex 2, die auf den Controller der Firma SandForce setzt. Der Hersteller OCZ Technology bietet inzwischen mehrere Modelle mit diesem Chip an, die wir im Folgenden gegenüber stellen werden, um unseren Lesern eine bessere Übersicht zu geben:

OCZ SandForce-SSDs
Modellname Controller Firmware Kapazitäten
Agility 2 SF-1200 Standard 50, 100, 200, 400 GB
Agility 2 Extended SF-1200 Standard 60, 120, 240, 480 GB
Vertex 2 SF-1200 High IOPS 50, 100, 200, 400 GB
Vertex 2 Extended SF-1200 High IOPS 60, 120, 240, 480 GB
Vertex LE SF-1500 Standard 50, 100, 200 GB
Vertex 2 Pro SF-1500 Standard 50, 100, 200, 400 GB

Als erstes soll die Besonderheit der „Extended“-Versionen heraus gearbeitet werden. Kurz und knapp: Der einzige Unterschied zu den „normalen“ Modellen ist die erweiterte (extended) Kapazität. Der Käufer hat hier mehr nutzbaren Speicherplatz, da weniger Flash-Speicher für das Wear-Leveling und andere Algorithmen reserviert wird. Wie wir bereits in der Vergangenheit berichtet haben [1], wird in Zukunft auch den Besitzern der Agility 2 und Vertex 2 ein Firmware-Update zur Verfügung gestellt, welches die Kapazität der SSD auf Wunsch auf das Niveau der „Extended“-Versionen erhöht. Da sich die Aktualisierungssoftware für die SandForce-SSDs bzw. die neue Firmware noch im Teststadium befindet, hat sich OCZ zu dieser Namensgebung entschlossen, damit Distributoren und Webshops nicht fälschlicherweise die „kleinen“ Modelle unter gleichem Namen an den Endkunden ausliefern. Hier wird also klar getrennt, um Verwirrung zu vermeiden. In Zukunft wird allerdings das gesamte Produktportfolio „erweitert“ sein. Doch zurück zu den einzelnen Modellen.

Die Agility 2 („Extended“) setzen auf den SF-1200 Controller und werden mit der Standard-Firmware ausgeliefert. Mit dieser Firmware werden die maximalen zufälligen Schreibvorgänge bei einer Dateigröße von 4 KB laut OCZ auf 10.000 IOPS begrenzt. Das entspricht bei derartigen Zugriffen einer Transferrate von 40.000 KB/s bzw. etwa 39 MB/s.

Die Vertex 2 („Extended“) ist mit dem gleichen Controller ausgestattet, bietet dank einer Firmwaremodifizierung nach Herstellerangaben aber maximal 50.000 IOPS.

Die Vertex LE ist mit dem SF-1500 Controller ausgestattet, der ein paar zusätzliche Diagnosemöglichkeiten sowie SLC-Unterstützung bietet. Unterschiede zur Vertex 2 Pro sind nicht bekannt. Gerüchten zu Folge sollen die Controller der Vertex LE aus einer frühen Bestellung bei SandForce stammen und deshalb für OCZ besonders günstig gewesen sein, weshalb die „Limited Edition“ auch nur in begrenzter Stückzahl produziert wurde.

Anmerkung:
Bei einem Consumer-PC sind die zufälligen 4k IOPS beim Schreiben für die Gesamtleistung von geringer Bedeutung, wie wir in den vergangenen Artikeln mehrfach verdeutlicht haben.

OCZ Vertex 2

Kommen wir nun zur detaillierten Vorstellung des eigentlichen Testkandidaten, kommen wir zur Vertex 2. Wie bereits erläutert, handelt es sich hierbei um eine SSD mit SandForce-Controller mit einer speziellen Firmware, die mit einem SATA-II-Interface ausgestattet ist. Die maximale sequentielle Transferrate gibt der Hersteller für die Modelle bis 240 GB mit 285 MB/s beim Lesen und 275 MB/s beim Schreiben an. Die 400-/480-GB-Version soll immerhin noch 250 (Lesen) bzw. 240 MB/s (Schreiben) erreichen.

Vertex2 mit Adapter
Vertex2 mit Adapter

Die Garantie für die neue SSD-Serie beträgt wie bei der ersten Vertex-Serie mit Indilinx-Controller drei Jahre. OCZ legt jeder Platte einen 3,5“-Adapter aus schwarzem Metall bei.

Vertex2 mit Adapter
Vertex2 mit Adapter
Verpackung
Verpackung

Das wichtigste Feature des Controllers nennt der Hersteller „DuraClass Technology“. Dazu gehört unter anderem „DuraWrite“, welches dafür sorgt, dass Daten vor dem Schreiben im Flash-Speicher komprimiert werden (Ein wichtiger Unterschied der Sandforce-SSDs im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten ist der Verzicht auf einen externen DRAM-Cache. Es ist sehr wahrscheinlich, dass SandForce stattdessen – ähnlich wie bei Prozessoren – internen Cache verbaut.). Laut Hersteller werden die Dateien im Schnitt ungefähr auf die Hälfte der Originalgröße komprimiert. Diese Kompression ermöglicht bei ursprünglich unkomprimierten Dateien natürlich eine höhere effektive Schreibgeschwindigkeit, da die Größe der zu schreibenden Daten geringer ist. Durch die Kompression werden außerdem weniger Schreibzyklen benötigt, wodurch die Lebensdauer der Speicherchips erhöht wird.

Eine weitere Besonderheit nennt SandForce RAISE. Dahinter steckt, dass – ähnlich wie in einem RAID-5-Verbund – zusätzlich zu den eigentlichen Dateien Informationen gespeichert werden, die das korrekte Auslesen von Daten auch dann gewährleisten soll, wenn Bereiche der Flash-Chips beschädigt sind. Außerdem werden alle Dateien grundsätzlich mit einer 128-bit AES-Verschlüsselung gespeichert.

Testsystem & -methodik

Testsystem:

Testmethodik:
Für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse ist es von größter Bedeutung, dass die getesteten realen Szenarien bei allen Probanden so gleich wie möglich ablaufen. Um einen eventuell auftretenden Leistungsverlust zu simulieren, haben wir die gesamte Testroutine zweimal in unterschiedlichen Zuständen durchgeführt. Als erstes wurde die SSD mit dem Programm HDDErase in den Ursprungszustand versetzt. Danach wurde mit Hilfe der Windows-7-Backup-Funktion ein zuvor erstelltes Image geladen. Somit wurde ein vollständiges Betriebssystem mit installierten Programmen sowie Virenschutz, Firewall und ein paar Windows Sidebar Gadgets auf die SSD kopiert, so dass keine bzw. sehr wenige Flash-Zellen mit invaliden Daten entstehen. Danach haben wir verschiedene Tests wie die Bootzeit, den Start von Anwendungen, die Kopierleistung usw. manuell mit der Stoppuhr gemessen. Zwischen gleichartigen Tests wie beispielsweise dem Starten einer Anwendung wurde jeweils ein Neustart durchgeführt, da Dateien beim Ausführen der Aktion in den Arbeitsspeicher geladen werden. Ein erneuter Test ohne Neustart würde zum Teil die Lese- bzw. Schreibleistung des Arbeitsspeichers statt der SSD messen.

Nachdem der gesamte Testparcours einmal durchlaufen wurde, haben wir das Image erneut geladen, die gesamte SSD mehrmals mit realen Dateien gefüllt, TRIM deaktiviert und die letzten 10 GB entfernt, um das Ausführen von Benchmarks und Realtests zu ermöglichen. Da wir in der Vergangenheit bereits aufgezeigt haben, dass es durch die Verwendung des TRIM-Befehls mit Windows 7 keinen Leistungsverlust bei aktuellen SSDs gibt, wird die TRIM-Funktionalität des Betriebssystems vor der zweiten Testreihe deaktiviert. Aktuelle SSDs sollten mit Hilfe von GC auch ohne TRIM in der Lage sein, einen realen Leistungsverlust zu verhindern, da ansonsten viele Einsatzfelder wie z.B. RAID-Arrays sinnlos wären.

Neben den realen Szenarien aus unserem letzten Test verwenden wir erneut den ATTO Benchmark, um die Herstellerangaben zu den sequentiellen Transferraten zu überprüfen. Zusätzlich wird außerdem der AS SSD Benchmark genutzt, um verschiedene Leistungsaspekte genauer zu untersuchen.

Benchmarks

ATTO

Das Referenztool der meisten SSD-Hersteller zur Messung der max. möglichen Übertragungsraten ist momentan der ältere ATTO-Benchmark. Dieser zeigt das absolute Maximum an, das mit einer Festplatte bzw. SSD sequentiell erreichbar ist. Diese Werte sollten aber keinesfalls mit realen Transferraten verwechselt werden.

ATTO Leseleistung

Beim sequentiellen Lesen verschiedener Dateigrößen mit dem ATTO Benchmark zeigt sich, dass der Sandforce-Controller der Vertex 2 fast auf dem Niveau von Intels Postville liegt. Bis zu einer Dateigröße von 8 KB hat Intel die Nase vorn, dafür erreicht die Vertex 2 bei einer Dateigröße von 512 KB erstaunliche 285 MB/s und somit vermutlich die maximale Transferrate des SATA-II-Controllers. Unterschiede zwischen der OCZ Vertex 2 und der SuperTalent Teradrive sind nicht erkennbar.

ATTO Schreibleistung

Die Übersicht der sequentiellen Schreibraten zeigt ein etwas anderes Bild. Hier liegen die X25-M G2 und die OCZ Vertex 2 nur bis zu einer Dateigröße von 2 KB gleich auf. Das Maximum der Vertex 2 liegt bei diesem Test bei 276,2 MB/s. Damit schreibt die SandForce-SSD im ATTO Benchmark mehr als dreimal so schnell wie Intels Postville und immerhin 38 Prozent bzw. fast 80 MB/s schneller als die Corsair Nova mit 128 GB mit dem aktuellen Indilinx-Controller.

AS SSD Benchmark

Der AS SSD Benchmark ist das relativ junge Werk eines deutschen Programmierers. Er betrachtet wie der Crystal Diskmark verschiedene Leistungsaspekte von SSDs und Festplatten, gibt aber statt der maximal erreichten Werte den Durchschnitt aus mehreren Durchgängen an, wodurch die Ergebnisse eher der Realität entsprechen.

AS SSD Benchmark (sequentiell)

 sequentiell (lesen):
Corsair Nova 128 GB
236,01
SSDNow V+ 128 GB
221,28
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
211,45
Falcon II 64 GB
207,91
Teradrive 100 GB
207,38
OCZ Vertex 2 100 GB
206,81
Ultradrive GX 64 GB
189,44
X25-V 40 GB
182,14
 sequentiell (schreiben):
Corsair Nova 128 GB
182,67
SSDNow V+ 128 GB
176,23
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
171,63
Teradrive 100 GB
134,38
OCZ Vertex 2 100 GB
132,90
Falcon II 64 GB
105,65
Ultradrive GX 64 GB
97,86
X25-V 40 GB
43,23
Angaben in Punkten

Beim sequentiellen Lesen mit diesem Benchmark zeigt sich ein vollkommen anderes Bild als mit ATTO. Hier liegt die Vertex 2 mit 207 MB/s lediglich im Mittelfeld und etwa gleich auf mit einer Indilinx-SSD mit 64 GB. Auch beim sequentiellen Schreiben großer Dateien ergibt sich eine starke Differenz zu den ATTO-Ergebnissen. Hier erreicht die Vertex 2 gerade einmal 133 MB/s und somit weniger als die Hälfte im Vergleich zum vorigen Benchmark. Diese großen Unterschiede sind auf die angesprochene Kompression der Daten durch den Controller zurück zu führen. Die Daten, die ATTO zum Testen der Geschwindigkeit verwendet, sind stark komprimierbar, die Dateien des AS SSD Benchmarks nicht.

AS SSD Benchmark (4k)

 4k (Lesen):
Falcon II 64 GB
28,89
Corsair Nova 128 GB
28,55
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
27,57
Ultradrive GX 64 GB
27,33
Teradrive 100 GB
21,51
OCZ Vertex 2 100 GB
21,47
X25-V 40 GB
21,07
SSDNow V+ 128 GB
14,22
 4k (Schreiben):
OCZ Vertex 2 100 GB
66,77
Teradrive 100 GB
66,51
X25-V 40 GB
37,95
SSDNow V+ 128 GB
9,85
Corsair Nova 128 GB
9,58
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
9,36
Ultradrive GX 64 GB
9,12
Falcon II 64 GB
7,66
Angaben in Punkten

Beim zufälligen Lesen 4 KB großer Dateien liegt die Sandforce-SSD gleich auf mit Intels X25-V. Der Rückstand zu Indilinx beträgt hier 20 bis 25 Prozent. Bei den zufälligen Schreibzugriffen kann sich die Vertex 2 ganz klar an die Spitze setzen. Mit 67 MB/s ist sie hier ein Vielfaches schneller als die Indilinx-SSDs bzw. die Kingston SSDNow V+ und etwa 75 Prozent vor der Intel X25-V.

AS SSD Benchmark (4k_64Thrd)

 4k_64Thrd (Lesen):
X25-V 40 GB
131,81
OCZ Vertex 2 100 GB
124,66
Teradrive 100 GB
124,42
Corsair Nova 128 GB
68,42
Falcon II 64 GB
67,69
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
63,92
Ultradrive GX 64 GB
61,99
SSDNow V+ 128 GB
16,56
Hinweis: kein NCQ
 4k_64Thrd (Schreiben):
OCZ Vertex 2 100 GB
112,24
Teradrive 100 GB
93,08
X25-V 40 GB
38,95
Corsair Nova 128 GB
10,30
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
10,21
Ultradrive GX 64 GB
9,40
Falcon II 64 GB
8,04
SSDNow V+ 128 GB
7,71
Hinweis: kein NCQ

Der "4K_64Thrd" zeigt auf, wie gut die SSD mit zufälligen Zugriffen mit einer Größe von 4 KB umgehen kann, wenn sie mit einer Warteschlange von 64 Befehlen bzw. Anfragen von der CPU konfrontiert wird. Hierbei spielt „Native Command Queuing“ (NCQ) eine zentrale Rolle, da damit die eigentlich zufällig über den Speicher verteilten Zugriffe per Software optimiert werden, um einen maximalen Durchsatz zu ermöglichen. Dies wird durch eine Überprüfung und Neuordnung der Befehlskette erreicht. Bei diesem Test liegt die OCZ-SSD zusammen mit der Teradrive wieder ungefähr gleich auf mit der X25-V und ist fast doppelt so schnell wie die Indilinx-SSDs. Leider bleibt von diesem Vorsprung in den Realtests fast nichts mehr übrig, wie wir in den vergangenen Tests gezeigt haben, da selbst aktuelle Quadcore-CPUs nicht annähernd schnell genug sind, um einen so hohen Lastzustand zu erzeugen.

Bei zufälligen Schreibzugriffen kann sich die Vertex 2 aufgrund der speziellen Firmware mit 21 Prozent vor die Teradrive an die Spitze setzen. Da der X25-V zum Schreiben nur halb so viele Kanäle zur Verfügung stehen wie der X25-M, liegt diese signifikant hinter den SandForce-SSDs. Der Abstand zum Indilinx und Toshiba-Controller ist hier beträchtlich.

Erkläuterung zu diesem Test:
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass eine Warteschlange von 64 Befehlen bei einer SSD in einem Consumer-PC ein unrealistisch hoher Wert ist. Der Bootvorgang von Windows stellt zum Beispiel eine sehr hohe Belastung für eine Festplatte oder SSD dar. Doch selbst mit unserem Q9550, welcher mit 4 GHz getaktet ist, lag die Warteschlange für eine Ultradrive GX praktisch immer zwischen 0 und 10. Um auf eine Warteschlangenlänge von 64 Befehlen bzw. Anfragen zu kommen, bräuchte man mindestens einen massiv übertakteten Corei7, wenn nicht sogar mehrere CPUs, da aktuelle SSDs die Anfragen von der CPU einfach zu schnell abarbeiten. Das ist auch der Grund, warum eine SSD einen Desktop-PC mit einem Quadcore stärker beschleunigt als ein Notebook mit einem niedrig getakteten DualCore. Die SSD ist so schnell, dass sie die Befehlsschlange zum Teil schneller abarbeitet als sie von der CPU verlängert wird.

AS SSD Benchmark (Zugriffszeit)

 Zugriffszeit Lesen:
Teradrive 100 GB
0,060
OCZ Vertex 2 100 GB
0,061
X25-V 40 GB
0,062
Falcon II 64 GB
0,134
SSDNow V+ 128 GB
0,135
Corsair Nova 128 GB
0,136
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
0,141
Ultradrive GX 64 GB
0,142
 Zugriffszeit Schreiben:
X25-V 40 GB
0,083
OCZ Vertex 2 100 GB
0,217
Teradrive 100 GB
0,218
Ultradrive GX 64 GB
0,419
Corsair Nova 128 GB
0,445
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
0,457
Falcon II 64 GB
0,548
SSDNow V+ 128 GB
0,727
Angaben in Millisekunden

Bei den Zugriffszeiten sind abermals keine Unterschiede zwischen der Vertex 2 und der SuperTalent Teradrive erkennbar. Beim Lesen sind beide mit 0,06 ms genau so schnell wie Intels X25-V und doppelt so schnell wie die Indilinx-SSDs. Bei Schreibzugriffen erreichen sie mit 0,2 ms den zweiten Platz.

Wenn man sich die Diagramme zu den Zugriffszeiten anschaut, drängt sich der Verdacht auf, dass diese abhängig von der Anzahl der Kanäle des Controllers sein könnten bzw. mit der Anzahl der Kanäle skalieren. Diese Vermutung werden wir aber wohl erst bestätigen oder widerlegen können, wenn wir die Ergebnisse einer X25-M G2 in die Übersicht aufnehmen.

AS SSD Benchmark Kopieren

 Kopiertest "ISO":
OCZ Vertex 2 100 GB
7,78
Teradrive 100 GB
8,08
SSDNow V+ 128 GB
8,37
Corsair Nova 128 GB
8,50
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
8,71
Falcon II 64 GB
9,36
Ultradrive GX 64 GB
10,96
X25-V 40 GB
17,09
 Kopiertest "Spiel":
SSDNow V+ 128 GB
11,31
Falcon II 64 GB
16,06
Ultradrive GX 64 GB
16,61
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
16,70
Corsair Nova 128 GB
16,91
OCZ Vertex 2 100 GB
17,90
Teradrive 100 GB
18,73
X25-V 40 GB
31,93
 Kopiertest "Programm":
Corsair Nova 128 GB
11,76
OCZ Vertex 2 100 GB
13,33
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
13,43
Teradrive 100 GB
13,98
SSDNow V+ 128 GB
15,01
Ultradrive GX 64 GB
19,42
Falcon II 64 GB
19,79
X25-V 40 GB
26,56
Angaben in Sekunden

Der Kopiertest des AS SSD Benchmarks besteht aus drei Gruppen. „ISO“ bedeutet, dass eine große Datei auf der SSD kopiert wird. „Spiel“ testet das Kopieren gemischter Dateigrößen und „Programm“ zeigt die Kopierleistung mit vielen kleinen Dateien. Der ISO-Test ist erwartungsgemäß die Domäne der 100- bzw. 128-GB-SSDs, da diese die höchsten sequentiellen Transferraten bieten. Hier können die SandForce-SSDs den ersten Platz belegen und sind sogar schneller als die SSDNow V+. Beim zweiten Test mit gemischten Dateigrößen schlägt sich die Vertex 2 nicht so gut. Hier muss sie sich sogar den Indilinx-SSDs geschlagen geben. Im dritten Test erreicht sie dann einen Platz im Mittelfeld, liegt aber immerhin dreizehn Prozent hinter der Corsair Nova.

Es sei noch einmal angemerkt, dass die Geschwindigkeit der SandForce-SSDs von der Komprimierbarkeit der Daten abhängt. Um so stärker sich die Dateien komprimieren lassen, desto schneller ist die SSD.

Realtests

Bootzeiten

Bei unserem Test der Systemstartzeit haben wir wie in der Vergangenheit nicht auf eine komplett frische Installation gesetzt. Um das Szenario so realistisch wie möglich zu gestalten, wurde bei allen Tests eine vollständige Installation von Windows 7 Professional 64 Bit mit allen Treibern und diversen Programmen verwendet. Beim Start wurden automatisch das Programm AntiVir, die Firewall Outpost Pro von Agnitum und ein paar Widgets für Wetter, Uhrzeit und Kalender geladen. Gemessen wurde die Zeit vom Ende des POST bis zum vollständigen Laden der Widgets und Autostartprogramme. Die Bootzeit wurde jeweils drei Mal gemessen. In unserem Diagramm werden die arithmetischen Mittel dieser Tests dargestellt, um die Fehlertoleranz, welche durch das manuelle Messen mit der Stoppuhr entsteht, zu minimieren.

Bootvorgang

 Bootzeit Windows 7:
SSDNow V+ 128 GB (genutzt)
27,9
Postville 80 GB (genutzt)
28,0
Postville 80 GB
28,2
SSDNow V+ 128 GB
28,4
Ultradrive GX 64 GB
28,5
Ultradrive GX 64 GB (genutzt)
28,5
Teradrive 100 GB
28,6
Teradrive 100 GB (genutzt)
28,7
Falcon II 64 GB (genutzt)
28,8
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
28,8
Corsair Nova 128 GB (genutzt)
28,8
OCZ Vertex 2 100 GB
28,8
OCZ Vertex 2 100 GB (genutzt)
28,8
Falcon II 64 GB
28,9
Corsair Nova 128 GB
28,9
X25-V 40 GB
29,1
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB (genutzt)
29,2
X25-V 40 GB (genutzt)
29,3
Velociraptor (genutzt)
58,6
Velociraptor
59,9
Caviar Blue
63,2
Caviar Blue (genutzt)
66,8
Angaben in Sekunden

Bei den Bootzeiten zeigt sich das gewohnte Bild. Alle aktuellen SSDs inklusive der SuperTalent Vertex 2 sind etwa gleich schnell. Der Unterschied zwischen der nach unseren Messungen schnellsten und langsamsten SSD beträgt gerade einmal fünf Prozent bzw. 1,4 Sekunden, was trotz mehrfacher Messungen im Rahmen der Messungenauigkeit liegt. Wie bei allen Realtests stellt sich die Frage, wie stark der Vorgang von der CPU limitiert wird und ob schnellere Prozessoren in Zukunft signifikante Unterschiede zwischen den SSDs zeigen werden.

Anwendungsstarts

Nach der Analyse des Bootvorgangs widmen wir uns nun den Startzeiten von Anwendungen. Dabei haben wir vor allem auf die Programme Photoshop CS 4 und iTunes gesetzt, da diese vergleichsweise lange zum Starten benötigen. Photoshop wurde dabei direkt mit einem sieben Megabyte großen Bild geöffnet. Da alle Programmstarts hauptsächlich aus Lesezugriffen bestehen, die nicht vom Leistungsverlust betroffen sind, sind ähnliche Ergebnisse unabhängig von der zu startenden Anwendung zu erwarten. Zusätzlich zu den beiden einzelnen Programmstarts wurden drei Anwendungen per Skript gleichzeitig gestartet.

Anwendungsstarts

 Photoshop mit Bild (7 MB):
Teradrive 100 GB
3,7
Teradrive 100 GB (genutzt)
3,7
OCZ Vertex 2 100 GB
3,7
OCZ Vertex 2 100 GB (genutzt)
3,7
Falcon II 64 GB
3,9
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB (genutzt)
3,9
Corsair Nova 128 GB
3,9
X25-V 40 GB
3,9
Falcon II 64 GB (genutzt)
4,0
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
4,0
Corsair Nova 128 GB (genutzt)
4,0
X25-V 40 GB (genutzt)
4,0
SSDNow V+ 128 GB (genutzt)
4,2
Ultradrive GX 64 GB
4,2
Postville 80 GB (genutzt)
4,2
Ultradrive GX 64 GB (genutzt)
4,3
SSDNow V+ 128 GB
4,4
Postville 80 GB
4,4
Velociraptor (genutzt)
10,2
Velociraptor
10,3
Caviar Blue (genutzt)
11,9
Caviar Blue
12,1
 iTunes:
Postville 80 GB (genutzt)
4,9
Teradrive 100 GB
5,0
Teradrive 100 GB (genutzt)
5,0
OCZ Vertex 2 100 GB (genutzt)
5,0
OCZ Vertex 2 100 GB
5,1
Postville 80 GB
5,2
Falcon II 64 GB
5,3
Falcon II 64 GB (genutzt)
5,3
Ultradrive GX 64 GB
5,3
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
5,3
X25-V 40 GB
5,3
X25-V 40 GB (genutzt)
5,3
SSDNow V+ 128 GB
5,4
SSDNow V+ 128 GB (genutzt)
5,4
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB (genutzt)
5,4
Ultradrive GX 64 GB (genutzt)
5,5
Corsair Nova 128 GB (genutzt)
5,6
Corsair Nova 128 GB
5,7
Velociraptor (genutzt)
9,3
Caviar Blue (genutzt)
10,0
Velociraptor
10,2
Caviar Blue
11,2
 Opera + iTunes + Photoshop:
Postville 80 GB (genutzt)
6,1
OCZ Vertex 2 100 GB (genutzt)
6,1
Corsair Nova 128 GB
6,2
Teradrive 100 GB (genutzt)
6,3
Falcon II 64 GB
6,4
Ultradrive GX 64 GB
6,4
Ultradrive GX 64 GB (genutzt)
6,4
OCZ Vertex 2 100 GB
6,4
Teradrive 100 GB
6,5
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB (genutzt)
6,5
Corsair Nova 128 GB (genutzt)
6,5
SSDNow V+ 128 GB
6,6
Falcon II 64 GB (genutzt)
6,6
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
6,6
Postville 80 GB
6,6
X25-V 40 GB
6,6
SSDNow V+ 128 GB (genutzt)
6,7
X25-V 40 GB (genutzt)
6,8
Velociraptor
19,5
Velociraptor (genutzt)
20,0
Caviar Blue
20,4
Caviar Blue (genutzt)
21,2
Angaben in Sekunden

Bei den Anwendungsstarts zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Start von Photoshop ist die große Stärke der Vertex 2. Mit 3,7 Sekunden sind sie dreimal so schnell wie eine konventionelle Festplatte und fünf bis neunzehn Prozent schneller als die SSDs von Intel und Indilinx. Der Start des Programms iTunes geht ebenfalls sehr schnell und so teilt sich die Sandforce-SSD mit Intel die ersten beiden Plätze. Der Vorsprung vor der Indilinx-Konkurrenz ist zwar nicht groß, aber mit sechs bis vierzehn Prozent erkennbar.

Für das gleichzeitige Öffnen von drei Anwendungen benötigt die Vertex 2 im Schnitt 6,25 Sekunden und landet damit erneut weit vorn. Ein signifikanter Unterschied zu Indilinx ist hier allerdings nicht erkennbar. Auffällig ist jedoch, dass der Vorteil gegenüber einer Festplatte mit der Anzahl der zu startenden Anwendungen steigt. Während sich die Startzeiten bei einer HDD fast addieren, benötigt beispielsweise die Vertex 2 gerade einmal 1,2 Sekunden mehr für den Start von drei Anwendungen im Vergleich zu iTunes allein.

Kopiertests

Im folgenden Abschnitt widmen wir uns der Analyse der Kopierleistung. Da die Schreibraten der Indilinx-SSDs mit 64 GB Speicherplatz geringer ausfallen als die der großen Brüder mit 128 GB, ist auch die Kopierleistung etwas geringer. Außerdem sollte sich die vergleichsweise geringe Schreibleistung der Intel Postville beim Kopieren bemerkbar machen, wenn gleich die hohe sequentielle Leserate diesen Effekt teilweise kompensieren könnte. An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass der komplette zweite Durchlauf, welcher den genutzten Zustand überprüft, mit deaktiviertem TRIM durchgeführt wurde. Somit können wir insbesondere bei den Kopiertests feststellen, wie gut der „Garbage-Collection-Algorithmus“ des Controllers einen Leistungsverlust verhindert oder minimiert.

Kopiertests I – Win7 Image

 Windows 7 Image (ca. 3 GB):
SSDNow V+ 128 GB
30,5
SSDNow V+ 128 GB (genutzt)
30,6
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
34,6
Teradrive 100 GB
35,0
OCZ Vertex 2 100 GB
35,1
Corsair Nova 128 GB
35,6
Corsair Nova 128 GB (genutzt)
35,6
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB (genutzt)
35,8
Postville 80 GB
37,0
Postville 80 GB (genutzt)
40,5
OCZ Vertex 2 100 GB (genutzt)
40,6
Teradrive 100 GB (genutzt)
41,4
Falcon II 64 GB
44,2
Falcon II 64 GB (genutzt)
45,1
Ultradrive GX 64 GB
47,1
Ultradrive GX 64 GB (genutzt)
47,9
Velociraptor
55,8
Caviar Blue
66,3
X25-V 40 GB
66,9
X25-V 40 GB (genutzt)
70,7
Velociraptor (genutzt)
74,5
Caviar Blue (genutzt)
128,2
Angaben in Sekunden

Beim Kopieren eines ISO-Images von der SSD auf die SSD mit einer Größe von etwa drei Gigabyte liegt die SandForce-SSDs im ungenutzten Zustand gleich auf mit den Indilinx-SSDs mit einer Kapazität von 128 GB. In dem von uns als genutzten Zustand simulierten Szenario sinkt die Schreib- bzw. Kopierrate deutlich ab, weshalb die Vertex 2 zwischen den kleinen Indilinx-SSDs und der Intel Postville landet. Auf dieses Verhalten werden aber später noch genauer eingehen.

Kopiertest II – gemischte Dateien

 20.000 Dateien (2 GB):
OCZ Vertex 2 100 GB (genutzt)
109,6
Teradrive 100 GB (genutzt)
111,1
OCZ Vertex 2 100 GB
112,1
Teradrive 100 GB
112,2
SSDNow V+ 128 GB
114,3
SSDNow V+ 128 GB (genutzt)
115,5
Postville 80 GB (genutzt)
125,0
Corsair Nova 128 GB (genutzt)
129,0
Corsair Nova 128 GB
129,5
Postville 80 GB
131,6
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
132,4
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB (genutzt)
132,8
Ultradrive GX 64 GB
135,8
Falcon II 64 GB
135,9
Falcon II 64 GB (genutzt)
136,5
Ultradrive GX 64 GB (genutzt)
138,0
Velociraptor
141,5
X25-V 40 GB
155,4
X25-V 40 GB (genutzt)
157,1
Caviar Blue
159,8
Velociraptor (genutzt)
161,3
Caviar Blue (genutzt)
201,4
Angaben in Sekunden

Der zweite Kopiertest zeigt auf, wie gut die Kandidaten mit dem Kopieren vieler kleiner Dateien umgehen können. Hier kann die Vertex 2 wieder glänzen und sichert sich den ersten Platz zusammen mit der Teradrive vor Kingstons SSDNow V+. Der Vorsprung vor den 128-GB-Varianten der Indilinx-SSDs beträgt hier 15 bis 21 Prozent.

Programminstallation

Nachdem wir in unserem letzten SSD-Test 2009 [2] aufgezeigt haben, dass die Installation von einer CD bzw. DVD mit einer SSD immer gleich schnell abläuft, betrachten wir dieses Mal lediglich die Installationsdauer von Office 2007, welches von der SSD auf die SSD installiert wird.

Installation Office 2007

OCZ Vertex 2 100 GB
134,2
Teradrive 100 GB (genutzt)
136,1
Teradrive 100 GB
140,8
Postville 80 GB (genutzt)
143,8
X25-V 40 GB (genutzt)
147,1
OCZ Vertex 2 100 GB (genutzt)
147,9
Corsair Nova 128 GB (genutzt)
150,3
Postville 80 GB
152,8
Ultradrive GX 64 GB (genutzt)
153,0
X25-V 40 GB
153,6
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
155,1
SSDNow V+ 128 GB (genutzt)
156,4
SSDNow V+ 128 GB
156,6
Falcon II 64 GB
158,0
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB (genutzt)
158,2
Falcon II 64 GB (genutzt)
158,5
Ultradrive GX 64 GB
161,2
Corsair Nova 128 GB
167,3
Velociraptor
191,7
Velociraptor (genutzt)
191,9
Caviar Blue
224,4
Caviar Blue (genutzt)
261,1
Angaben in Sekunden

Bei diesem Test teilt sich die Vertex 2 erneut den Platz mit der SuperTalent Teradrive. Der Vorsprung vor Intel ist nicht riesig, aber erkennbar. Die Indilinx-SSDs liegen nach unseren Ergebnissen zusammen mit der SSDNow V+ noch etwas dahinter. Die Western Digital Velociraptor ist immerhin 40 Prozent langsamer bei der Office-Installation als der Testkandidat. Eine Caviar Blue benötigt je nach Zustand bis zu 95 Prozent mehr Zeit für den Vorgang.

AntiVir

AntiVir

SSDNow V+ 128 GB (genutzt)
221
SSDNow V+ 128 GB
225
Teradrive 100 GB (genutzt)
228
OCZ Vertex 2 100 GB
230
Ultradrive GX 64 GB
238
OCZ Vertex 2 100 GB (genutzt)
240
Postville 80 GB (genutzt)
241
Teradrive 100 GB
244
Corsair Nova 128 GB (genutzt)
244
Falcon II 64 GB
245
Falcon II 64 GB (genutzt)
246
Postville 80 GB
246
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB
250
Corsair Nova 128 GB
250
Ultradrive GX2 (Micron) 128 GB (genutzt)
251
Ultradrive GX 64 GB (genutzt)
252
X25-V 40 GB
267
X25-V 40 GB (genutzt)
269
Velociraptor
364
Velociraptor (genutzt)
372
Caviar Blue
425
Caviar Blue (genutzt)
442
Angaben in Sekunden

Beim Test mit AntiVir führen wir nach allen vorangegangenen Tests eine komplette Überprüfung des Systemlaufwerks C: durch. Dabei erreicht die Vertex 2 zusammen mit der SuperTalent Teradrive den zweiten Platz hinter Kingstons SSDNow V+. Der Vorsprung vor Indilinx und der Intel X25-M ist jedoch gering.

SandForce und TRIM

Wie beim Test der SuperTalent Teradrive [3] haben wir beim Kopiertest mit einer großen Datei [4] eine signifikante Verringerung der Schreibleistung bemerkt. Da wir den genutzten Zustand stets mit deaktiviertem TRIM analysieren, haben wir beim letzten Mal vermutet, dass der SandForce-Controller noch keinen ausgereiften Algorithmus bietet, der die Schreibleistung auch ohne TRIM konstant hält. In der Vergangenheit haben wir einen solchen Algorithmus immer als Garbage Collection (abgekürzt „GC“) bezeichnet.

Diese These hat sich mittlerweile als falsch herausgestellt. Die Schreibleistung sinkt zwar auf etwa 90 MB/s ab, fällt aber nicht weiter, wie dies bei Indilinx-SSDs mit einer frühen Firmware der Fall war. Im Forum von OCZ erklärte ein Mitarbeiter, dass dieses Verhalten als normal angesehen werde und mit der Funktionsweise des Controllers zusammenhängt. Da SandForce den Fokus vor allem auf eine lange Lebensdauer der MLC-Chips gelegt hat, scheint hier ein etwas weniger aggressiver GC-Algorithmus für die Konstanz der Schreibleistung zu sorgen. Laut OCZ soll sich die Technik bei SandForce aber grundlegend vom Indilinx-GC unterscheiden.

Was wir in unserem letzten Test nicht untersucht haben, war der korrekte Umgang des Controllers mit dem ATA-TRIM-Befehl. Zu unserer Überraschung stellten wir fest, dass die Schreibleistung im genutzten Zustand auch mit aktiviertem TRIM auf das gleiche Niveau absank. Deshalb vermuteten wir, dass sich die Schreibleistung vielleicht auch verringert, wenn die SSD fast vollständig beschrieben wurde. Doch auch dies hat sich als falsch heraus gestellt. Wir bekamen immer die gleichen Werte für die Kopierleistung mit einer großen Datei, völlig unabhängig vom Füllstand oder der Aktivierung/Deaktivierung von TRIM. Nach unzähligen E-Mails und Diskussionen mit OCZ über das Verhalten können wir aktuell folgendes dazu sagen:

Zitat

Die anfänglich höhere sequentielle Schreibgeschwindigkeit muss als temporärer Bonus angesehen werden. Das Absinken auf das niedrigere Niveau wird nach unseren momentanen Kenntnissen immer auftreten, egal ob TRIM aktiv oder deaktiviert ist und unabhängig davon, welcher Treiber verwendet wird. Je nach Nutzung der SSD kann sich der Zeitpunkt des Absinkens aber sehr lange hinauszögern. Wenn das niedrigere Niveau erreicht ist, kann die Schreibleistung nur mit einem Secure Erase wiederhergestellt werden. Dieses Verhalten hängt wahrscheinlich mit der Kompression und Verschlüsselung der Daten sowie dem Fehlen eines externen Caches zusammen. Da die genaue Funktionsweise der DuraClass Technology unter NDA [5] steht, können wir aktuell leider keine bessere oder detailliertere Erklärung bieten.

Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich das Verhalten in Bezug auf die sequentielle Schreibleistung noch ändert. Dies könnte nicht nur durch eine neue Firmware sondern auch durch Änderungen in Windows 7 passieren, die eventuell im Service Pack 1 enthalten sind. Dabei handelt es sich allerdings um reine Spekulationen. Unsere eigenen Tests und die Informationen von OCZ lassen jedenfalls die Schlussfolgerung zu, dass TRIM vollständig von der SandForce-SSD unterstützt wird und funktioniert.

Fazit

Die Testergebnisse der OCZ Vertex 2 und vor allem die Informationen über die DuraClass Technology haben unseren ersten Eindruck, den wir beim Test der SuperTalent Teradrive [2] gewinnen konnten, bestätigt. Die SandForce SSDs sind einen Tick schneller als Intels Postville und damit die vorerst insgesamt schnellsten SSDs, die wir bisher getestet haben. Auch das vermutlich im Betrieb unvermeidbare Absinken der sequentiellen Schreibrate ändert daran nichts.

Vertex2-Front
Vertex2-Front

Durch die DuraClass Technology sollten SandForce-SSDs mit MLC-Chips eine bedeutend höhere Lebenserwartung haben als die Konkurrenzprodukte von Intel oder Indilinx. Da die Lebenserwartung von MLC-Chips mit kleineren Fertigungsverfahren sinkt, scheint der Ansatz von SandForce sehr gut geeignet zu sein, um dieser Entwicklung zumindest teilweise entgegenzuwirken.

Preise Vertex 2 (Extended)
Kapazität 50/60 GB 100/120 GB 200/240 GB 400/480 GB
Vertex 2 178,49 € [6] 339,89 € [7] 648,61 € [8] 1678,22 € [9]
Vertex 2 Extended 182,50 € [10] 340,39 € [11] 646,86 € [12] 1678,22 € [13]

Sowohl die Verfügbarkeit als auch der Preis der SandForce-SSDs hat inzwischen ein annehmbares Niveau erreicht. Die von uns getestete Vertex 2 liegt mit etwa 180 Euro für die 50/60-GB-Variante und 340 Euro für eine Kapazität von 100 bzw. 120 GB aber immer noch ein gutes Stück über der Konkurrenz. Mit zunehmender Verfügbarkeit und Konkurrenz durch Corsair, Mushkin, SuperTalent und G.Skill ist zu erwarten, dass die Preise noch etwas weiter sinken werden. Ein höherer Preis im Vergleich zu Indilinx-SSDs scheint am Ende des Tages aber auf jeden Fall gerechtfertigt.

Empfehlung (06/10)
Empfehlung (06/10)

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Vertex 2 mit 100/120 GB mit und ohne TRIM mit einer geringfügig besseren Leistung und einer höheren Lebenserwartung als die Konkurrenz punkten kann und damit die (Status quo) beste SSD für verschiedenste Betriebssysteme, Notebooks und Desktops zu sein scheint. Aus diesem Grund erhält die Vertex 2 stellvertretend für alle SandForce-SSDs mit 100 bzw. 120 GB unsere Empfehlung.

Übersicht: Sämtliche SSD-Tests, die bisher auf ComputerBase erschienen sind [14]

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/news/hardware/laufwerke/massenspeicher/2010/mai/ocz_update_speicherplatz/
  2. http://www.computerbase.de/artikel/laufwerke/2009/test_ssds_2009/
  3. http://www.computerbase.de/artikel/laufwerke/2010/test_supertalent_teradrive_ft_ssd/
  4. http://www.computerbase.de/artikel/laufwerke/2010/test_ocz_vertex_2/8/?key=1075cc25
  5. http://de.wikipedia.org/wiki/Geheimhaltungsvertrag
  6. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a518202.html
  7. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a518203.html
  8. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a518204.html
  9. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a534344.html
  10. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a534348.html
  11. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a534347.html
  12. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a533265.html
  13. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a534346.html
  14. http://www.computerbase.de/artikel/laufwerke/
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