Einleitung
In unseren letzten beiden Artikeln haben wir mit der OCZ Vertex 2 (Test [1]) und der Corsair Force (Test [2]) zwei SSDs auf Basis des SandForce-Controllers unter die Lupe genommen, um unter anderem die Leistungsfähigkeit mit zwei unterschiedlichen Kapazitäten darzustellen. Beide SSDs nutzen die High-IOPS-Firmware, die eine höhere Leistung bei zufälligen Schreibzugriffen mit kleinen Dateien bieten soll.
Der heutige Artikel soll nun dazu dienen, zwei Modelle des deutschen SSD-Herstellers extrememory vorzustellen und mit der XLR8 Plus eine SandForce-SSD zu analysieren, die die „normale“ Firmware verwendet, um eventuell auftretende Unterschiede zur High-IOPS-Firmware zu verdeutlichen.





Die XLR8-M-Serie basiert auf dem aktuellen Indilinx-Controller und ist mit Flash-Chips von Micron bestückt. Die maximalen Transferraten gibt der Hersteller mit 275 MB/s beim Lesen und 175 MB/s beim Schreiben an. Die Garantie beträgt zwei Jahre.



Bei der XLR8 Plus setzt extrememory auf den SandForce-Controller SF1222 und verbaut auch hier Micron-Flash-Chips. Die maximalen Transferraten werden wie bei anderen SandForce-SSDs mit 285 MB/s beim Lesen und 275 MB/s beim Schreiben angegeben. Die Herstellergarantie beträgt wie bei der M-Serie zwei Jahre. Das uns zur Verfügung gestellte Testexemplar hatte ein schwarzes Metallgehäuse. Bei den Verkaufsmodellen wird das Äußere laut Hersteller in Silber gehalten sein. Zusätzlich zum SATA-Anschluss verfügt die XLR8 Plus über eine Mini-USB-Verbindung.
Testsystem & -methodik
Testsystem:
- Prozessor
- Intel Core 2 Quad Q9550 @ 4,0 GHz
- Motherboard
- Gigabyte EP45-UD3P, S775, P45+ICH10R
- Arbeitsspeicher
- OCZ XTC Platinum DDR2-1000 (4x 2 GB , 5-5-5-15)
- Grafikkarte
- Sparkle 8800GTS 320MB (G80)
- Netzteil
- BeQuiet Dark Power Pro 530 Watt
- SSDs
- extrememory XLR8 (M-Serie) und XLR8 Plus
- Betriebssystem
- Microsoft Windows 7 Professional (64-Bit)
- Benchmarks
- ATTO Disk Benchmark v2.34
- AS SSD Benchmark 1.4.3645.3568
Testmethodik:
Für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse ist es von größter Bedeutung, dass die getesteten realen Szenarien bei allen Probanden so gleich wie möglich ablaufen. Um einen eventuell auftretenden Leistungsverlust zu simulieren, haben wir die gesamte Testroutine zweimal in unterschiedlichen Zuständen durchgeführt. Als erstes wurde die SSD mit dem Programm HDDErase in den Ursprungszustand versetzt. Danach wurde mit Hilfe der Windows-7-Backup-Funktion ein zuvor erstelltes Image geladen. Somit wurde ein vollständiges Betriebssystem mit installierten Programmen sowie Virenschutz, Firewall und ein paar Windows Sidebar Gadgets auf die SSD kopiert, so dass keine bzw. sehr wenige Flash-Zellen mit invaliden Daten entstehen. Danach haben wir verschiedene Tests wie die Bootzeit, den Start von Anwendungen, die Kopierleistung usw. manuell mit der Stoppuhr gemessen. Zwischen gleichartigen Tests wie beispielsweise dem Starten einer Anwendung wurde jeweils ein Neustart durchgeführt, da Dateien beim Ausführen der Aktion in den Arbeitsspeicher geladen werden. Ein erneuter Test ohne Neustart würde zum Teil die Lese- bzw. Schreibleistung des Arbeitsspeichers statt der SSD messen.
Nachdem der gesamte Testparcours einmal durchlaufen wurde, haben wir das Image erneut geladen, die gesamte SSD mehrmals mit realen Dateien gefüllt, TRIM deaktiviert und die letzten 10 GB entfernt, um das Ausführen von Benchmarks und Realtests zu ermöglichen. Da wir in der Vergangenheit bereits aufgezeigt haben, dass es durch die Verwendung des TRIM-Befehls mit Windows 7 keinen Leistungsverlust bei aktuellen SSDs gibt, wird die TRIM-Funktionalität des Betriebssystems vor der zweiten Testreihe deaktiviert. Aktuelle SSDs sollten mit Hilfe von GC auch ohne TRIM in der Lage sein, einen realen Leistungsverlust zu verhindern, da ansonsten viele Einsatzfelder wie z.B. RAID-Arrays sinnlos wären.
Neben den realen Szenarien aus unserem letzten Test verwenden wir erneut den ATTO Benchmark, um die Herstellerangaben zu den sequentiellen Transferraten zu überprüfen. Zusätzlich wird außerdem der AS SSD Benchmark genutzt, um verschiedene Leistungsaspekte genauer zu untersuchen.
Benchmarks
ATTO
Das Referenztool der meisten SSD-Hersteller zur Messung der max. möglichen Übertragungsraten ist momentan der ältere ATTO-Benchmark. Dieser zeigt das absolute Maximum an, das mit einer Festplatte bzw. SSD sequentiell erreichbar ist. Diese Werte sollten aber keinesfalls mit realen Transferraten verwechselt werden.
Hinweis: Durch Anklicken einer SSD-Bezeichnung in der Legende wird der dazugehörige Graph fett dargestellt und es werden die einzelnen Leistungswerte als „Mouse RollOver“ dargestellt, was die Lesbarkeit der Graphen deutlich verbessert.
Beim sequentiellen Lesen verschiedener Dateigrößen mit dem ATTO Benchmark konnten wir keine relevanten Unterschiede zwischen der XLR8 Plus und den anderen getesteten SandForce-SSDs feststellen. Die Transferraten liegen hier stets über denen der Indilinx-Konkurrenz bzw. der SSDNow V+ und je nach Dateigröße ein wenig unter bzw. über den Ergebnissen der Intel Postville. Lediglich beim sequentiellen Lesen von Dateien mit einer Größe von 4 KB ist die XLR8 Plus etwas schneller als die Vertex 2 oder die Corsair Force. Die indilinxbasierte XLR8 M liegt erwartungsgemäß auf dem Niveau der Corsair Nova, bleibt aber ab einer Dateigröße von 16 KB etwas hinter der Konkurrenz zurück.
Die Übersicht der sequentiellen Schreibraten zeigt ein ähnliches Bild. Die Ergebnisse unterscheiden sich kaum von den anderer SandForce-SSDs. War die XLR8 Plus beim Lesen von 4 KB großen Dateien noch etwas besser als die Konkurrenz, liegt sie in diesem Benchmark ein wenig dahinter. Die XLR8 M zeigt einen etwas anderen Verlauf als die Corsair Nova, was wohl auf die unterschiedlichen Flash-Chips zurück zu führen ist.
An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass ATTO stark komprimierbare Daten zum Testen der sequentiellen Transferraten verwendet, weshalb die SandForce-SSDs in diesem Benchmark herausragende Ergebnisse erreichen, die lediglich das absolute Maximum anzeigen. Die minimalen sequentiellen Transferraten findet man unter anderem mit dem AS SSD Benchmark, da dort nicht beziehungsweise kaum komprimierbare Daten verwendet werden. Die realen sequentiellen Transferraten liegen demzufolge immer zwischen diesen beiden Benchmarks.
AS SSD Benchmark
Der AS SSD Benchmark ist das relativ junge Werk eines deutschen Programmierers. Er betrachtet wie der Crystal Diskmark verschiedene Leistungsaspekte von SSDs und Festplatten, gibt aber statt der maximal erreichten Werte den Durchschnitt aus mehreren Durchgängen an, wodurch die Ergebnisse eher der Realität entsprechen.
AS SSD Benchmark (sequentiell)
Angaben in Punkten
|
Auch bei den sequentiellen Transferraten mit dem AS SSD Benchmark gibt es keine Überraschungen, die XLR8 M liegt gleich auf mit der Corsair Nova und das sandforcebasierte Plus-Modell ist genauso schnell wie die Vertex 2.
Aus unserem letzten Artikel:Die anfänglich höhere sequentielle Schreibgeschwindigkeit muss als temporärer Bonus angesehen werden. Das Absinken auf das niedrigere Niveau wird nach unseren momentanen Kenntnissen immer auftreten, egal ob TRIM aktiv oder deaktiviert ist und unabhängig davon, welcher Treiber verwendet wird. Je nach Nutzung der SSD kann sich der Zeitpunkt des Absinkens aber sehr lange hinauszögern. Wenn das niedrigere Niveau erreicht ist, kann die Schreibleistung nur mit einem Secure Erase wiederhergestellt werden. Dieses Verhalten hängt wahrscheinlich mit der Kompression und Verschlüsselung der Daten sowie dem Fehlen eines externen Caches zusammen. Da die genaue Funktionsweise der DuraClass Technology unter NDA [3] steht, können wir aktuell leider keine bessere oder detailliertere Erklärung bieten.
AS SSD Benchmark (4k)
Angaben in Punkten
|
Beim zufälligen Lesen 4 KB großer Dateien liegen XLR8 M und XLR8 Plus erneut gleich auf mit der Konkurrenz. Beim Schreiben konnte sich letztere sogar mit sechs Prozent vor der Vertex 2 platzieren.
AS SSD Benchmark (4k_64Thrd)
Angaben in Megabit pro Sekunde
|
Der "4K_64Thrd" zeigt auf, wie gut die SSD mit zufälligen Zugriffen mit einer Größe von 4 KB umgehen kann, wenn sie mit einer Warteschlange von 64 Befehlen bzw. Anfragen von der CPU konfrontiert wird. Hierbei spielt „Native Command Queuing“ (NCQ) eine zentrale Rolle, da damit die eigentlich zufällig über den Speicher verteilten Zugriffe per Software optimiert werden, um einen maximalen Durchsatz zu ermöglichen. Dies wird durch eine Überprüfung und Neuordnung der Befehlskette erreicht. Beim Lesen erreicht die XLR8 Plus erneut einen Gleichstand mit der Vertex 2. Beim Schreiben bleibt sie in diesem Test sechszehn Prozent hinter der Vertex 2, was sich durch die unterschiedliche Firmware erklären lässt.
Erkläuterung zu diesem Test:
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass eine Warteschlange von 64 Befehlen bei einer SSD in einem Consumer-PC ein unrealistisch hoher Wert ist. Der Bootvorgang von Windows stellt zum Beispiel eine sehr hohe Belastung für eine Festplatte oder SSD dar. Doch selbst mit unserem Q9550, welcher mit 4 GHz getaktet ist, lag die Warteschlange für eine Ultradrive GX praktisch immer zwischen 0 und 10. Um auf eine Warteschlangenlänge von 64 Befehlen bzw. Anfragen zu kommen, bräuchte man mindestens einen massiv übertakteten Corei7, wenn nicht sogar mehrere CPUs, da aktuelle SSDs die Anfragen von der CPU einfach zu schnell abarbeiten. Das ist auch der Grund, warum eine SSD einen Desktop-PC mit einem Quadcore stärker beschleunigt als ein Notebook mit einem niedrig getakteten DualCore. Die SSD ist so schnell, dass sie die Befehlsschlange zum Teil schneller abarbeitet als sie von der CPU verlängert wird.
AS SSD Benchmark (Zugriffszeit)
Angaben in Millisekunden
|
Bei den Lesezugriffen liegt die XLR8 Plus etwas überraschend noch hinter der Corsair Force mit 60 GB, ist aber immernoch elf bis dreizehn Prozent schneller als die Indilinx-Laufwerke. Beim Schreiben liegt der Unterschied zur Vertex 2 erneut im Rahmen der Messungenauigkeit. Die XLR8 M erreicht wie erwartet sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben die gleichen Ergebnisse wie die Corsair Nova.
AS SSD Benchmark Kopieren
Angaben in Sekunden
|
Der Kopiertest des AS SSD Benchmarks besteht aus drei Gruppen. „ISO“ bedeutet, dass eine große Datei auf der SSD kopiert wird. „Spiel“ testet das Kopieren gemischter Dateigrößen und „Programm“ zeigt die Kopierleistung mit vielen kleinen Dateien. Der ISO-Test ist erwartungsgemäß die Domäne der 100- bzw. 128-GB-SSDs, da diese die höchsten sequentiellen Transferraten bieten. Hier bleiben die XLR8 M und die XLR8 Plus knapp hinter der Vertex 2 zurück. Im zweiten Kopiertest liegen beide Modelle vor der Konkurrenz. Die XLR8 Plus erreicht erstaunlicherweise sogar einen Vorsprung von 21 Prozent gegenüber der Vertex 2. Beim dritten Test fällt der Vorsprung mit sechs Prozent wieder gering aus. Die XLR8 M liegt sogar etwas hinter der Nova zurück.
Es sei noch einmal angemerkt, dass die Geschwindigkeit der SandForce-SSDs von der Komprimierbarkeit der Daten abhängt. Um so stärker sich die Dateien komprimieren lassen, desto schneller ist die SSD.
Realtests
Bootzeiten
Bei unserem Test der Systemstartzeit haben wir wie in der Vergangenheit nicht auf eine komplett frische Installation gesetzt. Um das Szenario so realistisch wie möglich zu gestalten, wurde bei allen Tests eine vollständige Installation von Windows 7 Professional 64 Bit mit allen Treibern und diversen Programmen verwendet. Beim Start wurden automatisch das Programm AntiVir, die Firewall Outpost Pro von Agnitum und ein paar Widgets für Wetter, Uhrzeit und Kalender geladen. Gemessen wurde die Zeit vom Ende des POST bis zum vollständigen Laden der Widgets und Autostartprogramme. Die Bootzeit wurde jeweils drei Mal gemessen. In unserem Diagramm werden die arithmetischen Mittel dieser Tests dargestellt, um die Fehlertoleranz, welche durch das manuelle Messen mit der Stoppuhr entsteht, zu minimieren.
Bootvorgang
Angaben in Sekunden
|
Bei den Bootzeiten zeigt sich das gewohnte Bild. Die Unterschiede zwischen der schnellsten und langsamsten SSD sind mit fünf Prozent minimal. Die Differenz zu den Konkurrenzmodellen von Corsair und OCZ beträgt bei der XLR8 Plus ein Prozent, bei der XLR8 M maximal zwei Prozent. Ob es sich hier trotz mehrfacher Messungen um normale Abweichungen handelt oder ob die Micron-Chips beim Booten minimal langsamer sind, lässt sich nicht beurteilen.
Anwendungsstarts
Nach der Analyse des Bootvorgangs widmen wir uns nun den Startzeiten von Anwendungen. Dabei haben wir vor allem auf die Programme Photoshop CS 4 und iTunes gesetzt, da diese vergleichsweise lange zum Starten benötigen. Photoshop wurde dabei direkt mit einem sieben Megabyte großen Bild geöffnet. Da alle Programmstarts hauptsächlich aus Lesezugriffen bestehen, die nicht vom Leistungsverlust betroffen sind, sind ähnliche Ergebnisse unabhängig von der zu startenden Anwendung zu erwarten. Zusätzlich zu den beiden einzelnen Programmstarts wurden drei Anwendungen per Skript gleichzeitig gestartet.
Anwendungsstarts
Angaben in Sekunden
|
Bei den Anwendungsstarts zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Start von Photoshop ist die große Stärke der SandForce-SSDs. Mit 3,7 Sekunden sind sie dreimal so schnell wie eine konventionelle Festplatte und fünf bis neunzehn Prozent schneller als die SSDs von Intel und Indilinx. Leistungsunterschiede sind bei gleichem Controller nicht vorhanden. Der Start des Programms iTunes geht ebenfalls sehr schnell. Hier ist die XLR8 M allerdings genauso schnell wie das Plus-Modell und somit vor der Corsair Nova. Die XLR8 Plus bleibt mit maximal 0,2 Sekunden knapp hinter den anderen SandForce-SSDs zurück. Beim gleichzeitigen Öffnen von drei Anwendungen sind die SandForce-SSDs dann wieder gleich schnell. Die XLR8 M liegt bei diesem Test minimal hinter der Corsair Nova.
Kopiertests
Im folgenden Abschnitt widmen wir uns der Analyse der Kopierleistung. Da die maximalen sequentiellen Schreibraten der kleinen SSDs mit 60 und 64 GB geringer sind als bei 120 bzw. 128 GB, wird sich das vor allem in diesem Test niederschlagen. Außerdem sollte sich die vergleichsweise geringe Schreibleistung der Intel Postville beim Kopieren bemerkbar machen, wenn gleich die hohe sequentielle Leserate diesen Effekt teilweise kompensieren könnte. An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass der komplette zweite Durchlauf, welcher den genutzten Zustand überprüft, mit deaktiviertem TRIM durchgeführt wurde. Somit können wir insbesondere bei den Kopiertests feststellen, wie gut der „Garbage-Collection-Algorithmus“ des Controllers einen Leistungsverlust verhindert oder minimiert.
Kopiertests I – Win7 Image
Angaben in Sekunden
|
Beim Kopieren eines ISO-Images von der SSD auf die SSD mit einer Größe von etwa drei Gigabyte macht besonders die XLR8 M eine sehr gute Figur. Sie erreicht zwar nicht die Spitzenwerte einer SSDNow V+, liegt aber immerhin drei bis vier Prozent vor der Corsair Nova und 17 Prozent vor den SandForce-SSDs mit gleicher Kapazität im genutzten Zustand. Wie wir in den letzten Artikeln verdeutlicht haben, sinkt die minimale sequentielle Schreibrate der SandForce-SSDs ab, sobald alle Zellen einmalig beschrieben wurden. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um einen schlecht funktionierenden GC-Algorithmus. Dieses einmalige Absinken ist nach unserem Wissen eine Notwendigkeit im Rahmen der DuraClass Technology [4]. Die XLR8 Plus ist wie erwartet genauso schnell wie die Vertex 2. Außerdem liegt sie nach dem einmaligen Absinken der sequentiellen Schreibgeschwindigkeit mit großen Dateien gleich auf mit Intels Postville.
Kopiertest II – gemischte Dateien
Angaben in Sekunden
|
Der zweite Kopiertest zeigt auf, wie gut die Kandidaten mit dem Kopieren vieler kleiner Dateien umgehen können. Zum wiederholten Male sind hier keine Abweichungen zwischen der XLR8 Plus und der Vertex 2 bzw. der XLR8 M und der Nova feststellbar, die außerhalb der Messtoleranz liegen. Die SandForce-SSDs mit 100 bzw. 120 GB sind bei diesem Test am schnellsten und liegen 12 bis 22 Prozent vor Indilinx und Intel.
Programminstallation
Nachdem wir in unserem letzten SSD-Test 2009 [5] aufgezeigt haben, dass die Installation von einer CD bzw. DVD mit einer SSD immer gleich schnell abläuft, betrachten wir aktuell lediglich die Installationsdauer von Office 2007, welches von der SSD auf die SSD installiert wird.
Installation Office 2007
Angaben in Sekunden
|
Bei diesem Test liegt die XLR8 Plus wie erwartet ganz vorn. Der Vorsprung zur hauseigenen M-Serie beträgt 10 bis 14 Prozent. Im Vergleich zu Intels Postville ist die SandForce-SSD zwar nicht ganz so dominant, braucht aber immernoch 5 bis 13 Prozent weniger Zeit für den gleichen Vorgang.
AntiVir
AntiVir
Angaben in Sekunden
|
Beim Test mit AntiVir führen wir nach allen vorangegangenen Tests eine komplette Überprüfung des Systemlaufwerks C: durch. Die indilinxbasierte XLR8 erreicht erneut ähnliche Werte wie die Corsair Nova. Das Plus-Modell liegt minimal vor Corsair Force bzw. OCZ Vertex 2 und knapp hinter Kingstons SSDNow V+ mit dem aktuellen Toshiba-Controller.
Fazit
Der Test der XLR8 M und der XLR8 Plus von extrememory hat uns noch einmal verdeutlicht, dass die Indilinx-SSDs zwar sehr gut beim sequentiellen Schreiben großer Dateien sind, aber gerade bei Anwendungsstarts oder Installationen nicht mit den sandforcebasierten Modellen mithalten können.
Außerdem konnten wir bei unseren Tests im Schnitt keinen Leistungsunterschied zwischen der XLR8 Plus mit „normaler“ Firmware und der Vertex 2 mit der High-IOPS-Firmware feststellen. Von der Leistung scheint jede SandForce-SSD, unabhängig vom Hersteller und den verwendeten Flash-Chips, gleich gut zu sein.
| Kapazität | 60/64 GB | 120/128 GB | 240/256 GB |
|---|---|---|---|
| XLR8 Plus | 154,90 [6] | 249,00 [7] | 519,00 [8] |
| XLR8 M-Serie | 161,98 [9] | 289,88 [10] | 527,05 [11] |
Ein zentrales Kaufkriterium scheint also mal wieder der Preis zu sein. Aktuell bekommt man die XLR8 M-Serie ab 162 Euro, das Plus-Modell bereits ab 155 Euro. Damit bietet die M-Serie bei 64 und 248 GB zwar einen minimal besseren Preis je GB, dafür ist sie der Plus-Reihe in fast allen Bereichen leistungsmäßig unterlegen. Die XLR8 Plus bietet neben einer hervorragenden Leistung bereits mit wenigen Listungen in unserem Preisvergleich [12] einen vergleichsweise günstigen Preis. Besonders die von uns getestete Variante mit einer Kapazität von 120 GB ist mit einem Preis von aktuell 249 Euro sehr attraktiv und im Preis je GB sogar günstiger als Intels Postville.
Aufgrund der sehr guten Leistung des SandForce-Controllers und des hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses hat sich die extrememory XLR8 Plus mit 120 GB unsere Empfehlung verdient.
Übersicht: Sämtliche SSD-Tests, die bisher auf ComputerBase erschienen sind [13]
Preisvergleich: Preisübersicht SSDs [14]


