Vorwort
Mit dem KinetiZ 7T bringt QDI sein erstes Sockel A Board mit VIA KT-133 Chipsatz auf den Markt. Anbei möchte ich nochmals meinen Dank an die Firma QDI aussprechen, die uns freundlicherweise das Testmodell zur Verfügung gestellt hat. Preislich liegt es eher im unteren Sektor. Ob es sich dafür bei der Qualität, der Ausstattung und der Leistung im oberen Sektor positioniert, zeigt der nachfolgende Test.
Lieferumfang
Der unauffällig gestalteten Packung liegen neben dem Board noch andere nützliche bzw. zwingend erforderliche Dinge bei. Eine Treiber CD nebst Handbuch und Garantiekarte erweisen sich als selbstverständlich. Neben diesen Sachen befindet sich noch ein IDE-Kabel, das für den Betrieb von Laufwerken im UDMA-66-Mode erforderlich ist, sowie ein Kabel zum Anschluss des Diskettenlaufwerks. Für ganz neue Gehäuse befindet sich noch eine Metall-Blende für die Rückseite des PCs mit Löchern für die verschiedenen Schnittstellen in der Packung. Ein zweiter Seriell-Port ist ebenfalls vorhanden, jedoch auf einem Slotblech und muss extra mit einem Kabel mit dem Mainboard verbunden werden. Um gewisse Einstellungen per Jumper vernehmen zu können, liegen der Packung noch 10 Steckbrücken in einem kleinen wiederverschließbaren Plastiktütchen bei. Auf der CD befinden sich neben den VIA Chipsatz Treibern noch diverse Tools. Darunter ein Anti-Viren Programm sowie ein Programm namens „ManageEasy“ von QDI selbst. Damit ist es möglich, Computer in einem Netzwerk fern zu warten und zu managen. Dann liegen noch diverse andere Programme bei, zum Beispiel ein Programm um ein eigenes Bios-Boot-Logo in das Bios zu laden oder ein Programm um das Bios zu flashen und upzudaten.
Technische Daten
Anbei die wichtigsten technischen Daten, die ganze Liste ist hier [1] verfügbar.
- Sockel A
- VIA KT133 Chipsatz
- VIA 686A Southbridge
- UltraDMA/ 66 Support
- 1 AMR (Audio Modem Riser)
- 1 AGP Slot
- 5 PCI Slots
- 1 ISA Slot
- 4 USB Ports
- Maximal 1,5 GByte SDRAM
- Creative 5880 PCI Sound Chip on-board
- Hardware-Monitoring von CPU-Temperatur, CPU-Lüfter Geschwindigkeit, etc.
Die Features des QDI KinetiZ 7T unterscheiden sich somit kaum zu den derzeit aktuellen Sockel A Motherboards. Jedoch setzt QDI auf die etwas ältere VIA Southbridge 686A wodurch man auf die Unterstützung von UltraDMA/ 100 verzichten muss, da dieser Übertragungsmodus erst mit der neuen Southbridge-Revision 686B unterstützt wird.
Aufbau
Das Board ist nach ATX-Spezifikation aufgebaut. Um den Sockel herum ist viel Platz, so kann man auch größere Kühler problemlos auf der CPU anbringen. Lediglich der „Silber Orb“ der Firma Titan bereitete etwas Schwierigkeiten beim Einbau: Die Kondensatoren behinderten das korrekte Anbringen des Lüfters, mit ein wenig Druck ließ er sich jedoch korrekt befestigen. Auf der North-Bridge befindet sich ein grüner Kühlkörper mittlerer Größe, der durch eine Plastik-Querverstrebung gehalten wird. Ob dies den Kühlprozess negativ beeinflusst, ist ungewiss. Das Board verfügt zwar über 2 COM-Ports, der zweite COM-Port wird aber mittels einem Slotblech angebracht, wobei das Flachbandkabel ungünstig auf dem Board aufgesteckt werden muss: Zwischen dem 2. und dem 3. PCI-Slot. Bei Belegung des 2. Slots drückt das Kabel leicht gegen die eingesteckte Karte, was aber nicht weiter von Belangen ist. Die Stromversorgung für das Board ist so angebracht, dass sie keine anderen Bauteile stört oder behindert, was sehr von Vorteil ist. Die 4 USB-Ports waren bei unserem Testmodell nur unvollständig nutzbar: Das im Handbuch beschriebene Flachbandkabel mit Slotblech lag unserer Packung nicht bei. Wenn man sich nun die Rückseite des Boards mit den Anschlüssen genauer ansieht, so fällt auf, dass an der Stelle wo eigentlich der zweite COM-Port sein sollte, eine Loch ist. Um zu verhindern, dass durch diese "Lücke" lästiger Staub in das Gehäuse gelangt liegt dem Board eine speziell für das Mainboard angepasste Rückblende bei. Wer einen zweiten COM-Port benötigt kann das bereits beschriebene Slotblech benutzen.
Overclocking
Der Multiplikator für den CPU-Takt lässt sich lediglich per Jumper direkt auf dem Board ändern. Der Multiplikator lässt sich dabei von 5 bis 12.5 einstellen, oder einfach auf „AUTO“ setzen, doch startet der Rechner nicht, wenn der Taktmultipler nicht auf der vom Hersteller vorgegebenen Wert gesetzt ist. Die Jumper-Einstellungen für jeden Multiplikator sind sehr detailliert im Handbuch beschrieben, was Probleme bei der Einstellung fast völlig ausschließen. Die CPU Host und PCI Taktrate lässt sich etwas leichter ändern: Man stellt sie komfortabel im Bios um. Dabei ist der voreingestellte Wert „Default“. Die restlichen Verfügbaren Einstellungen sind (FSB / PCI, jeweils in MHz): 100/33, 102/34, 104/35, 106/35, 107/36, 108/36, 109/36, 110/37, 111/37, 112/37. Dann gibt es noch Einstellungen mit FSB Taktfrequenz ab 133 MHz. Dazu kann man ebenfalls weitere Einstellungen tätigen: 136/34, 140/35, 145/36, 150/38, 155/39, 160/40, 166/42. Es gibt also einiges an Möglichkeiten für den Overclocker, doch leider fehlt das so wichtige Verändern der Core-Spannung über Jumper oder BIOS.
Bios-Boot-Logo
QDI hat sich ein nettes, aber nicht sonderlich nützliches Tool einfallen lassen. Dabei wird an Stelle des Power On Self Test ein Logo angezeigt. Im normalen Zustand wird eine goldene Medaille mit der Aufschrift „QDI“ angezeigt. Man kann aber auch mit Hilfe eines kleinen DOS-Tools ein selbst erstelltes Logo ins Bios laden und anzeigen lassen, das maximal 640x480 groß ist und 256 Farben haben darf. Man kann die Anzeige eines Logos aber auch ganz deaktivieren, was zu empfehlen ist, da man sonst nicht mitbekommt, welche Bios-Version man zum Beispiel hat, oder welche Laufwerke erkannt wurden, da das Boot-Logo, wie bereits erwähnt, während des Power On Self Test angezeigt wird.
Dokumentation
Das 49 Seiten umfassende Handbuch ist sehr übersichtlich gestaltet. Die ersten Kapitel beschreiben den Einbau des Boards. Die Jumper-Einstellungen sind hervorragend dokumentiert: Zu jedem Jumper wird seine Position auf dem Boards mittels einer Skizze verdeutlicht und daneben alle möglichen Einstellungen beschrieben. In der Mitte des Handbuchs findet sich eine 2 Seite umfassende schematische Abbildung des Boards mit allen Steckplätzen, wichtigen Jumpern, Anschlüsse. Da die Dokumentation nur in Englisch beilag, ist sie insgesamt gut, sonst sehr gut.
Benchmarks
Kommen wir nun zum wahrscheinlich interessantesten Teil: Die Benchmark-Tests. Zum Einsatz kamen zum einen 3DMark 2000, um die generelle Performance des Boards zu messen. Als nächstes kam Sandra2001 zum Einsatz, um das Speicherinterface des Boards zu testen. Zum Schluss benutzte ich ein Programm namens „PerformanceTest“, um verschiedene Werte zu erhalten, unter anderem Mathematische Operationen sowie Speichertests. Testrechner war bei allen Tests ein AMD Athlon 1 GHz/1000 MHz mit 128 MB RAM von Infineon, einer ASUS V6600 GeForce Deluxe mit 32 MB SG-RAM sowie eine 30 GB Festplatte von Maxtor. Als Vergleichsboard zog ich das BioStar M7VKA heran, ebenfalls mit völlig identischer Bestückung.
3DMark 2000
3DMark 2000
Angaben in Punkten
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Bei 3DMark 2000 konnte das QDI Board im Gegensatz zum BioStar Board nicht so rech überzeugen, da es auf nur 4371 Punkte kam, das BioStar Board hingegen auf 4583. Hierbei war die Auflösung auf 1024x768x16 Bildpunkte gestellt und es wurden 16-Bit-Texturen verwendet. Bei 32 Bit Farbtiefe und 32-Bit-Texturen kam das BioStar Board auf 3124 Punke, das QDI Board lediglich auf 2869, was nicht gerade berauschend ist.
Sandra 2001
Sandra 2001
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Beim Speicher-Benchmark von Sandra 2001 unterscheiden sich die Boards nun doch schon etwas deutlicher. Das Speicherinterface des QDI KinetiZ 7T scheint etwas schneller als das des Konkurrenz-Boards zu sein. Nachfolgend sind die Ergebnisse übersichtlich in einem Diagramm dargestellt.
PerformanceTest
Performance-Test
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Beim Speicher-Benchmark von PerformanceTest sieht es da schon etwas anders aus. Bei diesem Benchmark liegen beide Boards gleich auf. Der einzige Unterschied, beim „Read uncached“, fällt im täglichen Gebrauch so gut wie nicht auf.
Fazit
Mit dem KinetiZ 7T liefert QDI ein für diesen Preis sehr gutes Board ab. Die Leistung stimmt, der Packung liegt alles Nötige bei, die Dokumentation ist erstklassig, die Ausstattung sehr gut. Für den ambitionierten Overclocker ist es allerdings nicht das Richtige. Das Board zielt mehr auf Anwender mit etwas schmalerem Geldbeutel ab, aber auch für den normalen Rechner ist nicht nur zweite Wahl. Für einen Preis von rund 300 DM ein hervorragendes Board. Gut gemacht, QDI.
- Günstig
- gute Ausstattung
- guter Support
- Boardlayout
- sehr stabil
- Leistung
- Overclockingfähigkeiten
- Jumpereinstellungen
