Vorwort
Zwei Vertreter der neuen DDR RAM Chipsatz Generation haben wir ja bereits unter die Lupe genommen, den Via Apollo KT266 und AMDs 760, nun wollten wir das Testfeld um einen weiteren Kandidaten aus dem Hause ALi, dem ALi MAGiK 1, erweitern. ALi, einst neben VIA der größte Chipsatzhersteller für AMD Sockel 7 Systeme, war in letzter Zeit immer stärker in den Hintergrund getreten. Ob nun mit dem neuen Chip ein gelungenes Comeback gefeiert werden kann, wollten wir in diesem Review klären. Vielleicht ist ja ALi der Drahtseilakt zwischen Performance und einwandfreier Funktionalität gelungen. Für die postwendende Bereitstellung des Testboards, dem A7A266, möchten wir uns hiermit herzlichst bei der Firma Asus bedanken.
Der Chipsatz: ALi MAGiK 1
Wie schon in den vergangenen Tests, werfen wir zuerst einmal einen Blick auf die verwendete Technik, den Chipsatz. Der Übersicht halber haben wir die Spezifikationen der Konkurrenz-Chipsätze nochmals mit aufgeführt. Für genauere Informationen verweisen wir jedoch auf die ausführliche Behandlung der Thematik in den entsprechenden Reviews.
| Vergleichspunkt | AMD760 | KT266 | MAGiK 1 | |
|---|---|---|---|---|
| Chipbezeichnung | AMD761 | VT8366 | M1651 | |
| Unterstützte CPUs (AMD) | Duron/Athlon | Duron/Athlon | Duron/Athlon | |
| Sockel | Sockel A | Sockel A | Sockel A | |
| CPU Front Side Bus | 200/266 MHz | 200/266MHz | 200/266MHz | |
| Speichertyp | ||||
| DDR | Ja | Ja | Ja | |
| SDR | - | Ja | Ja | |
| VC-SDRAM | - | Ja | - | |
| RAM Takt | ||||
| SDR 100/133MHz | - | Ja / Ja | Ja / Ja | |
| DDR 200/266MHz | Ja / Ja | Ja / Ja | Ja / Ja | |
| Asynchroner Betrieb | Nein | Ja | Ja | |
| Maximaler Speicherausbau | 4 GB | 4 GB | 3 GB | |
| DIMM-Slots | 4 (8 Bänke) | 4 (8 Bänke) | 3 (6 Bänke) | |
| AGP 2x / 4x | Ja / Ja | Ja / Ja | Ja / Ja | |
Die Hauptschaltzentrale des ALi MAGiK 1 ist die Northbridge M1651 und besonders hervorstechende Eigenschaften sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Der Front Side Bus zwischen Chip und CPU liegt bei typischen 200/266Mhz (DDR) und kann wahlweise auch asynchron zum Speichertakt betrieben werden. Dies beschert auch Besitzern eines "B-Athlons" einen DDR RAM Takt von 266Mhz, obwohl die CPU selber nur mit 200Mhz arbeitet. Ein doch relativ schwerwiegendes Features ist der Support von SD- und DDR RAM. Nur der KT266 von VIA kann ebenfalls auf beide Speicherstandards zugreifen. Das maximale Speichervolumen liegt theoretisch bei 3GByte, bei nur zwei DDR RAM Slots liegt die Grenze bei aktuellen Boards meist bei 1GB- unser A7A266 ist jedoch bis 2GByte (1GB pro Slot) DDR RAM und 3GByte SDRAM spezifiziert. Der Mischbetrieb beider Speichertechnologien ist nicht möglich. Weitere Features der Northbridge sind das AGP 4x Interface und die optional stufenlose Justierung des Front Side Bus. Da sich ALi beim Design des MAGiK 1 an ein eher einfaches Layout gehalten hat, entfallen leider nette Extras wie AMDs "Super Bypass" oder VIAs "V-Link", die beide für mehr Performance sorgen können.
Die Southbridge
Auch ALi setzt bei ihrem neuesten Chipsatz auf die "Zwei-Chip-Strategie", die momentan nur bei SiS mit dem 735 nicht zum Einsatz kommt und demnach befindet sich wie auf fast allen Boards unten rechts die Southbridge. In diesem Falle die „M1535D+'. Sie bietet die derzeit üblichen Features wie ATA100, OnBoard Sound nach AC'97, ein integriertes Modem und AMR- und CNR-Erweiterungssteckplätze. Der veraltete ISA-Bus fand hingegen, wie schon bei VIAs KT266, keinen Weg in den Chipsatz und auch das Hardware-Monitoring muss von einem separaten Chip übernommen werden. Ein besonderes Feature stellt jedoch der eingesetzte Interrupt Controller dar, der mit ganzen 6 INT-Eingängen zwei Ports mehr zur Verfügung hat, als es bei der Konkurrenz derzeit der Fall ist. Damit sind Mainboardhersteller zumindest theoretisch in der Lage, jedem PCI-Slot einen eigenen IRQ zuzuordnen. Verbunden sind North- und Southbridge beim ALi über den PCI-Bus, der Geschwindigkeitsvorteil, den VIA durch den hauseignen "V-Link" besitzt, bleibt somit aus. Eine integrierte Sound- und Modemlösung runden den Chipsatz ab.
| MAGiK 1 | KT266 | |
|---|---|---|
| Chipbezeichnung | M1535D+ | VT8233 |
| PCI-Slots | 6 | 6 |
| ISA Bus | Nein | Nein |
| ATA 33/66/100 | Ja | Ja |
| USB-Ports | 6 | 6 |
| Integrierte Modemlösung | Ja | Ja |
| Integrierte Soundlösung | Ja | Ja |
| AMR/CNR | Ja | Ja |
| V-Link | Nein | Ja |
Nachdem die wichtigsten Basics bezüglich der verwendeten Technik geklärt sein sollten, werfen wir nun einen Blick auf den Testkandidaten, das A7A266.
Features
Asus A7A266
- Formfaktor
- Socket A ATX (30.5cm x 24.5cm)
- Prozessor
- Unterstützt AMD Athlon und Duron
- Automatische CPU Erkennung
- 200/266MHz System Bus
- Chipsatz
- ALi MAGiK 1 Chipsatz
- ALi M1647 Northbridge (passiv gekühlt)
- ALi M1535D+ Southbridge
- RAM
- 2x 184 pin DIMMS (DDR RAM)
- 3x 168 pin DIMMS (SDRAM)
- Unterstützt PC1600/2100 DDR RAM bei 2,5V
- Maximale Speichergröße mit DDR RAM: 1GB
- Unterstützt PC100/133 SDRAM bei 3,3V
- Maximale Speichergröße mit SDRAM: 3GB
- Erweiterung-Slots
- 1x AGP 4x Slot
- 5x 32 Bit PCI Slots
- 1x AMR Slot
- 3x Lüfteranschlüsse (monitorfähig)
- 2 IDE Ports (UDMA 33/66/100)
- Externe Anschlüsse
- 1x Parallel Port
- 2x Serielle Ports
- 6x USB Ports (2x intern, 2x per Slotblende, 2x optional)
- 1x Game Port
- 1x Microphone in
- 1x Speaker Out
- 1x Line in
- Bios
- Award Bios mit 2MBit Flash ROM
- Front Side Bus in Stufen regulierbar im Bios (100-166Mhz)
- CPU Spannung regulierbar im Bios (1,75-1,85)
- Sonstige Funktionen
- Keyboard Power-On, Suspend To RAM
- Wake-On-LAN, Wake-On-Modem
- Multiplikator regulierbar per Dipswitch (5-12,5)
Lieferumfang
Auch wenn der vergleichsweise relativ günstige Preis von 300DM vielleicht den Anschein erwecken läßt, hat sich Asus beim Lieferumfang nicht lumpen lassen. Neben dem Board liegen dem gelben Karton zwei EIDE-Kabel (1x ATA66/100, 1x ATA33), ein Floppy-Kabel, eine USB-Slotblende für zwei zusätzliche Ports, Ersatz-Jumper, ein recht dickes Handbuch und die Treiber-CD bei. Das Masterkabel ist wie üblich beschriftet. Die netten Halteklammern, die die Kabel von EPoX aufwiesen, fehlen jedoch- kein Beinbruch, aber ein nettes Extra. Die CD beinhaltet das Ali Driver-Package in der Version 1.03c (im Test durch die Version 1.04 ersetzt), DirectX 8.0, PC-Cillin 2000, einen Screensaver und den Acrobat Reader. Auch Asus eigenes Monitoring-Tool, "PC Probe", darf natürlich nicht fehlen. Die Software bietet identische Funktionen wie der bekannte Motherboard Monitor, wartet jedoch mit graphischen und tabellarischen Auswertungen auf. Da es die Werte aus einem eigenen Diagnose-Chip abliest, ist es zudem sehr zuverlässig. Immer wieder ein brauchbarer Bonus bei Asus-Boards.



Dokumentation

Ausstattung
Das wohl augenscheinlichste Merkmal des A7A266 präsentiert sich einem schon kurz nach dem Öffnen des gelben Kartons. Das Board besitzt neben zwei Slots für DDR RAM noch drei separate Steckplätze für SDRAM. Die Fähigkeit des ALi MAGiK 1, beide RAM-Arten zu supporten, wird ohne Kompromisse ausgenutzt. Zwar ist der Mischbetrieb beider Speicher-Technologien nicht möglich (Asus warnt im Handbuch davor), praktisch erscheint dieses Feature jedoch, wenn Anwender etwas langsamer aufrüsten wollen, und aus Kostengründen vorerst den alten RAM behalten wollen. Der spätere Umstieg auf DDR RAM bleibt somit trotzdem möglich. Weitere Features offenbaren die auf dem Board verlöteten Erweiterungsslots. So handelt es sich beim AGP Slot um die relativ neue "Pro" Variante, die etwas länger ausfällt. Entsprechende Karten sind bisher jedoch kaum erhältlich- das Board zeigt sich in diesem Punkt jedoch zukunftssicher. Nach dem Sinn des so genannten AMR-Slot (Audio Modem Riser) darf man hingegen schon eher fragen. Karten für diesen Steckplatz gibt es kaum, so dass der Einsatz eines weiteren PCI-Slots wohl wesentlich mehr Sinn gemacht hätte. Eine aktiv gekühlte Northbridge und eine "Post Code"-Anzeige, wie sie beide EPoX Boards zu bieten hatten, sucht man hingegen vergeblich. Kein großes Übel, denn die Northbridge des MAGiK 1 leidet kaum unter Hitzeproblemen. Aber für die Zukunft könnte Asus zumindest die Debug-Card ebenfalls als festen Board-Bestandteil einplanen. Probleme mit unserem relativ großen Testlüfter "GlobalWin WBK38" hatten wir trotz einer Menge Kondensatoren nicht. Handelsübliche Kühler sollten ohne Probleme auf das Board passen.




Stabilität
Viele werden in dem Thema "ALi und Stabilität" vielleicht eine Art Paradoxon sehen, denn der Aladdin aus Sockel 7 Zeiten stand wahrhaftig nicht gerade für eine optimale Stabilität. Doch dies lag sicherlich auch daran, dass der ALi nur auf sehr billigen Boards zum Einsatz kam, die ihren eigenen Anteil an der Instabilität beitrugen. Was den ALi MAGiK 1 anbelangt, können wir auf ganzer Linie Entwarnung geben. Das Board lief über den gesamten Testzeitraum extrem stabil. Auch unter stundenlanger CPU-Vollast ließ es sich nicht aus der Ruhe bringen.
Overclocking
Das A7A266 bietet von Haus aus zwei Möglichkeiten des Übertaktens, die per Jumper vom User gewählt werden können. Default ist dieser auf "jumper free" gesetzt und schaltet so die Overclockingfeatures im Bios frei, ändert man den Jumper, so stehen dieselben Funktionen auf anderen Jumperblöcken bereit. Der Multiplikator darf in Schritten von 0,5 auf einer Skala von 5-12,5 frei gewählt werden. Auch die Corevoltage steht zur freien Manipulation bereit. Allerdings ist ein Untertakten nicht möglich. Das Hochschrauben der Spannung ist bis zu maximal 1,85V (AMD Spezifikation) in 0,025er Schritten erlaubt. Das Verhältnis von FSB- zu RAM-Takt darf hingegen den eigenen Bedürfnissen bzw. der CPU angepasst werden um so die optimale Leistung zu erlangen. Das Intervall, auf dem der Front Side Bus gewählt werden darf, reicht von 100 bis 166MHz. Die Justierung des FSB erfolgt in Schritten von einem Mhz. Anders als bei den Platinen aus dem Hause EPoX ist das Anheben der DIMM-Spannung nicht möglich. Unsere damaligen Tests zeigten jedoch, dass sich auf diesem Wege meist keine Verbesserung der RAM-Stabilität erreichen lässt- die Güte des RAM Moduls ist entscheidend. Insgesamt bietet das A7A266 übliche Overclocking-Kost in einem relativ benutzerfreundlichen Gewandt. (Die von uns getestete Version 1.1 ist mit älteren Revision übrigens nicht vergleichbar. Auf diesen war es teilweise nicht möglich, den Multiplikator zu verändern.)
Anmerkung: Nachdem Tomshardware.de vor ein paar Wochen der anscheinend zufälligen, "werksseitigen" Übertaktung von Asus-Boards auf den Grund gegangen war und dabei zu dem Resultat kam, dass es sich nicht, wie zuerst vermutet, um eine ungewollte Leistungssteigerungen handelt, sondern durchaus bewusst herbeigeführt ist, haben auch wir einen Blick auf die Taktung gewagt und wurden ebenfalls fündig. Während das Bios beim Booten korrekte 1333Mhz vermeldet (Einstellung im Bios: 10x133), weißt WCPUID bei diesen Settings einen internen CPU-Takt von 1343Mhz und einen FSB von 134,3Mhz aus. Asus lässt also auch das A7A266 leicht übertaktet laufen, um sich einen kleinen Vorsprung vor der Konkurrenz zu verschaffen. Die Tatsache, dass man versucht, diesen Tatbestand zu "vertuschen", zeigt, dass man sich des unfairen Charakters dieser Maßnahme wohl durchaus bewusst ist. Nichtsdestotrotz haben wir uns dazu entschieden, mit diesen Einstellungen zu benchen.
Testsystem
Um auch dieses Mal die Ergebnisse ohne Einschränkungen mit denen unserer letzten Reviews vergleichen zu können, kam erneut das schon eingespielte Gespann aus Athlon C 1333MHz und Inno3D Tornado GeForce 2 Ultra zum Einsatz. Das Leistungsstarke Duo besitzt gerade in niedrigen Auflösungen extreme Reserven, die die Performance des Boards deutlich zum Ausdruck bringen. Als Betriebssystem setzten wir ein weiteres Mal auf Windows 2000 (SP2), welches uns, denkt man an das bevorstehende Windows XP, wesentlich "zukunftssicherer" erscheint. DirectX 8.0, die offiziellen Detonator-Treiber 12.41 und das ALi Driver-Package 1.04 rundeten das System ab.
- Prozessor
- AMD Athlon-C 1333MHz
- Motherboard
- Asus A7A266 (Revision 1.1, Bios 1006)
- EPoX 8K7A+ (Revision 1.1, Bios 11.07.2001) [1]
- EPoX 8KHA (Revision 1.1, Bios 17.05.2001) [2]
- Arbeitsspeicher
- 1x 256MB PC2100 Apacer DDR RAM
- Grafikkarte
- Peripherie
- Western Digital Caviar AC310100B
- Maxtor 72577 AP
- Teac 532E
- Sony CRX160-E
- Soundblaster Live! 1024
- Realtek RTL8029(AS) Netzwerkkarte
- Hauppauge WinTV PCI
- Sonstiges
- Microsoft IntelliMouse Explorer
- Microsoft Natural Keyboard Pro
- Software
- Windows 2000 Professional ServicePack 2
- nVidia Detonator 12.41
- Via 4in1 Version 4.32
- ALi Driver-Package 1.04
- DirectX 8.0a
Benchmarks
Bei den Benchmarks haben wir bewusst auf einen Mix aus praxisnahen und eher theoretisch angehauchten Programmen zurückgegriffen. Sowohl in SiSoft Sandra 2001 als auch im c't-Benchmark "ctcm" mussten Speicher und Chipsatz ihre Zusammenarbeit unter Beweis stellen. Wie sich die dort sichtbaren Differenzen letztendlich im "PC-Alltag" auswirken, haben wir anschließend in den 3D Marks von MadOnion, Quake3, UT, GL Mark etwas genauer unter die Lupe genommen. Um auch die Arbeitsperformance der Boards und ihrer Speichersysteme zu testen, kam final der Sysmark 2000 zum Einsatz. Da auch das schnellste System in hohen Auflösungen an seine Grenzen stößt und meistens die Grafikkarte den limitierenden Faktor darstellt, so dass die Performance von Board und Speicher in den Hintergrund tritt, haben wir neben den üblichen hohen Auflösungen in jedem Test auf Einstellungen zurückgegriffen, die letztendlich CPU, Board und RAM am stärksten fordern sollten.
- DirectX 7.0
- 3DMark 2000 1.1
- Unreal Tournament 4.36 (utbench)
- DirectX 8.0
- 3DMark 2001
- OpenGL
- Quake3Arena 1.17 (Q3bench)
- Vulpine GL Mark
- Speicherperformance
- SiSoft Sandra 2001
- c't ctcm
SiSoft Sandra 2001
Mit dem theoretischen Benchmark SiSoft Sandra 2001 wollten wir vor den Praxisprüfungen schon eine mögliche Prognose auf die zu erwartende Leitungsfähigkeit des Chipsatzes werfen, schließlich wird der in Sandra 2001 gemessenen Speicherperformance eine große Bedeutung zugeschrieben, die im Kampf um die Chipsatzkrone wohl letztendlich entscheidend sein wird.
Für den ersten Durchlauf wählten wir auf allen Boards eher konservative Einstellungen und ließen den Apacer DDR RAM mit den Bios Settings "By SPD" selber das Tempo vorgeben. Mit beachtlichen 602MB/s in der ALU-Wertung schiebt sich der ALi MAGiK 1 deutlich an die Spitze und verweist sogar den AMD760, der in dieser Disziplin seinerseits den KT266 hinter sich ließ, in die Schranken. Vor dem Bios-Update von 1003 auf 1006 Beta waren die Werte bei weitem nicht so gut. Asus scheint diesbezüglich ein goldenes Händchen bewiesen zu haben. Der FPU-Benchmark bringt nach diesem erstaunlichen Zwischenergebnis sofort die kalte Dusche. Über die müden 654MB/s kann zumindest der AMD760 mit stattlichen 761MB/s nur lächeln und auch der KT266 liegt mit 714MB/s noch klar vor dem ALi. Die zweite Messung beruht auf den schärfsten Einstellungen, die mit unserem RAM, 1x Apacer 256MB, auf den Boards noch möglich waren. Mit 640MB/s führt der ALI MAGiK 1 erneut die ALU-Rangliste an, der AMD kann mit 617MB/s jedoch recht deutlich näher rücken und mit 616MB/s vollführt der KT266 den größten Sprung. In der FPU Wertung liegt dieser mit 817MB/s sogar in Führung und verweist AMD760 (805MB/s) und ALi MAGiK 1 auf die Plätze zwei und drei. Diese Ergebnisse sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, die Güte des RAMs spielt eine extrem große Rolle.
Als erstes Zwischenergebnis ist demnach auf der einen Seite die sehr gute ALU-Performance zu sehen, die Asus aus dem A7A266 geholt hat, auf der anderen Seite präsentiert der ALi jedoch nur recht schlechte FPU-Resultate. Zu erwähnen ist noch, dass der ALi Chipsatz mit jedem weiteren Durchlauf des Benchmarks extrem an Leistung zulegt. AMD760 und KT266 konnten dort nur marginale Gewinne verbuchen. ALi scheint das Speichermanagement des MAGiK 1 demnach gerade für sich wiederholende Anfragen und Muster optimiert zu haben.
c't ctcm
Der DOS-basierte Benchmark ctcm der Zeitschrift c't führt gleich eine ganze Reihe an Speichertest durch und ermöglicht so neben Sandra einen zweiten Einblick in die theoretische Leistung der Chipsätze.
| KT266 | AMD760 | MAGiK 1 | Differenz (ALi u. AMD |
|
|---|---|---|---|---|
| Transfer Cache / Page Hit | 3975 | 3974 | 4001 | - |
| Transfer Cache (Miss +Hit) | 1269 | 1268 | 1275 | - |
| Transfer Cache (L2 clean) | 1268 | 1268 | 1274 | - |
| Transfer Cache (L2 dirty) | 275 | 273 | 252 | -8,3% |
| Transfer Cache (misses) | 275 | 273 | 252 | -8,3% |
| Transfer VIA FPU | 421 | 471 | 473 | +0,4% |
| Transfer VIA MMX | 434 | 471 | 473 | +0,4% |
| Blocktransfer | 209 | 222 | 202 | -9,9% |
| Transfer Durchschnitt über L2 Cache DOS |
882 | 863 | 827 | -4,4% |
| Transfer Durchschnitt über L2 Cache Windows |
572 | 518 | 512 | -1,2% |
Die ersten drei Kategorien können wir ohne Bedenken Außen vor lassen, da sie sich lediglich auf den internen Cache-Verkehr der CPU beziehen. Die CPU konnte hier auf dem ALi MAGiK 1 zwar die besten Resultate erzielen, die Ursache ist jedoch schnell gefunden: Schlichtweg die Übertaktung des A7A266 hat sich hier bemerkbar gemacht. Interessanter sind vielmehr die folgenden Werte. Sowohl im Transfer Cache (L2 dirty) als auch im Transfer Cache (misses) liegt der MAGiK 1 recht deutlich hinter der Konkurrenz zurück. Im Transfer VIA FPU und Transfer VIA MMX kann er sich dahingegen jedoch sogar knapp die Spitzenposition vor AMD und VIA sichern. In den letzten drei Wertungen muss sich der MAGiK 1 dann allerdings erneut von der Konkurrenz geschlagen geben und liegt teilweise recht deutlich zurück. Als Fazit bleibt wohl ein weitres Mal nur zu erwähnen, dass jeder Chipsatzhersteller sein Produkt auf die verschiedensten Gebiete hin optimiert hat und somit jeder Chip mindestens einmal die Spitzenposition übernehmen kann. Fasst man die Ergebnisse des CTCM grob zusammen, ergibt sich jedoch eine feste Reihenfolge: Der AMD760 liegt vor VIAs KT266 und dem ALi MAGiK 1.
Quake3Arena 1.17
Quake3Arena sollte nun ein weiteres Mal den praxisnahen Benchmarkparcours eröffnen und ehrlich gesagt hatten wir mit eher bescheidenden Werten des ALi MAGiK 1 gerechnet. Doch es kam anders, als erwartet.
Als wir gleich zu Anfang des Reviews testweise ein paar Benchmarks mit der Bios Revision 1003 durchführten, musste sich der ALi in 640x480 wie auch in allen anderen Auflösungen klar geschlagen geben. Doch ein Update auf die Version 1006 (Beta Release) brachte einen unerwarteten Leistungsschub. In allen drei Configeinstellungen muss sich der Chipsatz nur knapp der Konkurrenz von AMD geschlagen geben. Das EPoX 8KHA mit KT266 läßt er klar hinter sich. Asus scheint aus dem MAGiK 1 wirklich alles heraus zu holen.
Auch in der noch relativ anspruchlosen Auflösung 800x600, in der die Grafikkarte noch einige Leistungsreserven besitzt, zeigt sich ein ähnliches Bild. Der ALi liegt knapp hinter dem AMD760 und weiterhin recht deutlich vor KT266.
In 1024x786 stößt die GeForce2 Ultra besonders bei den aufwendigeren Configs so langsam an ihre Leistungsgrenze und bremst das System. So liegen alle drei Chipsätze in den Configs "High" und "Max" gleichauf. Die Config "normal" bestätigt abermals das gewohnte Bild. Der ALi MAGiK 1 liegt zwischen KT266 und AMD760.
Wir hatten das Bild beim Wettlauf KT133A-KT266 und auch beim Vergleichstest KT266-AMD760 und somit war der Ausgang der graphisch aufwendigsten Quake3-Benchmarks eigentlich schon beim Durchlaufen der demo001 klar. Auch der ALi muss sich in 1280x1024 der Grafikkarte kompromisslos unterordnen. Alleine die GeForce gibt das Tempo vor, alle Kandidaten liegen exakt gleichauf.
Vulpine GL Mark
Als zweiten Vertreter der OpenGL-Fraktion wählten wir ein weiteres Mal den GL Mark aus dem Hause Vulpine. Und das Bild sollte sich nach dem unerwarteten Ergebnis in Quake3Arena komplett ändern.
In der kleinen Auflösung von 640x480 muss sich der ALi MAGiK 1 seinen Konkurrenten geschlagen geben. Er liegt mit 0,4% hinter dem KT266 zurück. Der AMD 760 führt unangefochten mit 1,7% Vorsprung. Im "default run" fallen die Resultate schon wesentlich knapper aus- ein weiteres Mal tritt die GeForce2 Ultra auf die Bremse. Die Reihenfolge bleibt jedoch gleich. AMD führt vor KT266 und dem ALi-Chipsatz.
3DMark 2000
Mit dem 3D Mark 2000 schickten wir abermals einen zwar etwas betagten, aber sehr "fairen" und aussagekräftigen Benchmark ins Rennen. In drei Tests mussten sich die Boards den unterschiedlichsten Anforderungen stellen.
In den beiden wenig anspruchsvollen Testsettings 640x480 und 800x600 (jeweils 16Bit) wird die im GL Mark erstmals gezeigte Staffelung AMD, Via, ALi ohne Einschränkung fortgesetzt. Der ALi muss sich auch hier beiden Konkurrenten klar geschlagen geben. AMD und Via schenken sich hingegen kaum etwas und liegen beinnahe gleichauf. Im Default Benchmark hingegen ein komplett anderes Bild und ein verdutzter Tester. Der ALi MAGiK 1 liegt dort doch recht deutlich und über 5 Testläufe konstant vor Via und Co. Warum er gerade in der hohen Auslösung in der Lage ist, die Inno3D zu mehr Leistung zu motivieren, war uns ehrlich gesagt auf den ersten Blick ein kleines Rätsel. Doch dann kam uns die Übertaktung der CPU wieder ins Gedächtnis. Diese liegt bei 12Mhz oder 0,9%. Der Vorsprung des ALi vor dem AMD im Default-Run bei 0,26% und somit ist die Herleitung dieser Tatsache über den höheren Core-Takt wohl durchaus realistisch, geht man davon aus, dass die CPU im Default-Run die entscheidenden Frames liefern muss/kann.
3DMark 2000 CPU Mark
Ein Teil des 3D Mark 2000 stellt der so genannte CPU Mark dar, der ausschließlich die theoretische Leistung der CPU ermitteln soll. Natürlich spielt auch der Speicherzugriff über den Chipsatz hier eine wichtige Rolle.
In dieser Disziplin muss sich der ALi erneut klar geschlagen geben. Doch nicht der AMD760 liegt an der Spitze, sondern der KT266 von Via. Die Differenzen sind mit knapp 2% vom langsamsten zum schnellsten Chip jedoch recht gering.
3DMark 2000 HPC
Der High Polygone Count (1 Light) ist ein weiterer Bestandteil des 3D Marks aus dem Jahre 2000. Seine Resultate können direkt auf die AGP Performance des Mainboards übertragen werden.
Schon im letzten Test war uns an dieser Stelle die relativ schlechte Leistung des EPoX 8K7A+ aufgefallen, was sicherlich an eher konservativen Einstellungen des EPoX 8K7A+ lag. Der KT266 liegt ein weiteres Mal vorne und der ALi MAGiK 1 positioniert sich in allen drei Auflösungen zwischen der Konkurrenz.
3DMark 2001
Mit seiner gnadenlosen Ausrichtung auf Grafikkarten mit GeForce-Chip musste und muss der 3D Mark 2001 eine Menge Kritik einstecken. Da wir in unserem Test jedoch keine Grafikkarten, sondern Mainboards vergleichen wollten, konnte uns dies relativ kalt lassen und der Benchmark durfte einen weiteren Beitrag zur objektiven Meinungsbildung leisten.
Schon der "Default Bench", in dem die Grafikkarte praktisch am Limit arbeitet, gibt eine klare Tendenz für die niedrigeren Auflösungen vor. Erneut muss sich der ALi MAGiK 1 mit dem roten Schein des Schlusslichtes zufrieden geben. Der AMD760 liegt mit 0,54% vor ihm. Dazwischen platziert sich der Via KT266. Auch die beiden weniger anspruchsvollen Tests zeigen das selbe Bild. Während KT266 und AMD760 in etwa die identische Leistung zeigen, liegt der ALi-Chipsatz durchgehend mit 1,3-2,6% zurück.
Unreal Tournament
Als letzter Grafikbenchmark kam der äußerst beliebte "utbench" zum Einsatz. Schon Unreal Tournament setzt außergewöhnlich hohe Anforderungen an CPU, Board und RAM. Der "utbench" (Demofile eines Spieles gegen Bots) toppt dies jedoch nochmals, die Grafikkarte spielt kaum eine Rolle.
Auch UT hatten wir testweise anfänglich mit der Bios Revision 1003 gebencht und die Ergebnisse vielen verheerend aus. Das Update auf die Version 1006 brachte auch hier einen nicht zu verachtenden Leistungsanstieg von ca. 2 FPS. Trotz alldem präsentierte sich uns in UT das schon aus GL Mark und den 3D Marks bekannte Bild. Der ALi MAGiK 1 muss sich abermals doch recht deutlich seinen Konkurrenten geschlagen geben. AMDs 760 trumpft erneut stark auf und verweist den KT266 von Via auf den 2. Platz. Die Abstände sind in allen drei Auflösungen fast identisch und liegen für die Differenz ALi/AMD zwischen 2,7 und 3,4 Prozent.
Fazit Asus A7A266
Ohne Frage, das Asus A7A266 kann sich sehen lassen. Lieferumfang und Dokumentation lassen fast keine Wünsche offen und die Verarbeitung ist exzellent. Der AMR-Slot trübt jedoch ein Wenig die ansonsten gute Ausstattung. Ein sechster PCI-Slot wäre sicher sinnvoller angebracht und auch kleine Extras, wie sie z.B. EPoX bietet, versüßen dem Käufer das Leben mit seiner Platine. Nichtsdestotrotz bietet das A7A266 viel Leistung zu einem relativ kleinen Preis und kann gerade in Zusammenarbeit mit der letzten Bios-Revision auch in den Benchmarks überzeugen. Wer auf der Suche nach einem zuverlässigen, günstigen und absolut problemlosen Mainboard ist, sollte das A7A266 auf jeden Fall mit in die engere Wahl einbeziehen.
- Lieferumfang
- Preis
- Dokumentation
- Verarbeitung
- Stabilität
- Performance reicht nicht an AMD760 und KT266 heran
- AMR- statt 6. PCI-Steckplatz
Fazit ALi MAGiK 1
Der ALi MAGiK 1 hat uns ehrlich gesagt mehr als überrascht und zwar von seiner positiven Seite. Die Stabilität ist ausgezeichnet, die Performance auf einem höheren Niveau, als wir erwartet hatten. Asus scheint diesbezüglich besonders gute Arbeit geleistet zu haben. An den Geschwindigkeitskönig AMD 760 kann er zwar nicht heran reichen, aber zumindest das EPoX 8KHA mit KT266 muss sich in ein paar Disziplinen schon wärmer anziehen. Mittelt man die Ergebnisse aller Benchmarks unseres Reviews springt für ALi neuen Chip zwar "nur" der 3. Platz heraus, die Unterschiede sind jedoch meist nur marginal und kommen eh nur mit einem extrem schnellem System zum Vorschein. Wer also sein Hauptaugenmerk auf Performance legt, der greift auch weiterhin zu AMDs 760er. Wer allerdings gerne auf die verbuggte 686B-Southbridge der AMD Boards verzichten will, der findet neben dem KT266 nun auch im ALi eine lohnende Alternative. Die Wahl liegt dann zwischen etwas mehr Performance (KT266) und einem niedrigeren Preis (ALi MAGiK 1). Abschließend noch die Antwort auf unsere Eingangsfrage "Der MAGiK 1 - ALis neuer Meilenstein?". Ein Meilenstein ist er sicherlich nicht, aber ein grundsolider und stabiler Chipsatz mit einer guten Performance.











