Vorwort
Nachdem wir erst kürzlich die Chance hatten, den KT133A mit seinem SDRAM gegen den KT266 und DDR RAM Support gegeneinander antreten zu lassen und wir zu dem Fazit gekommen waren, dass der Umstieg zwar nicht zwingen notwendig, aber gerade bei einer Neuanschaffung empfehlenswert ist, haben wir nun den AMD760 einmal genauer unter die Lupe genommen. Ziel dieses Reviews ist es, die interne Konkurrenz der DDR RAM Chipsätze und Boards zu durchleuchten. An dieser Stelle möchten wir abermals der Firma EpoX danken, die uns auf Anfrage prompt eine weiteres aktuelles Produkt, das 8K7A+, zusandte. Das Board basiert auf AMDs 760 Chipsatz und musste sich in einer ganzen Reihe an Benchmarks gegen das bereits getestete 8KHA und dessen VIA Apollo KT266 behaupten. Ob der AMD-Chip seinem durchaus guten Ruf gerecht werden und nochmals ordentlich an Leistung zulegen konnte, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Der Chipsatz: AMD760
Der Chipsatz 760 stellt AMDs Beitrag zur Einführung des DDR RAMs auf Socket A Systemen dar und basiert "eigentlich" auf der 761er Northbridge und der 766er Southbridge. Eigentlich deshalb, weil diese Kombination in der Realität praktisch nicht anzufinden ist, dazu später mehr. Da wir auch später im Test zum Vergleich die Benchmarkwerte des Epox 8KHA mit KT266 Chip heranziehen werden, stellen wir den Features der Northbridge auch hier nochmals die Konkurrenz von VIA gegenüber. Eine detailliertere Beschreibung der Spezifikationen findet sich in unserem KT133 vs KT266 Vergleich [1].
| Vergleichspunkt | AMD760 | KT266 | |
|---|---|---|---|
| Chipbezeichnung | AMD761 | VT8366 | |
| Unterstützte CPUs (AMD) | Duron/Athlon | Duron/Athlon | |
| Sockel | Sockel A | Sockel A | |
| CPU Front Side Bus | 200/266 MHz | 200/266MHz | |
| Speichertyp | |||
| DDR | Ja | Ja | |
| SDR | - | Ja | |
| VC-SDRAM | - | Ja | |
| RAM Takt | |||
| SDR 100/133MHz | - | Ja / Ja | |
| DDR 200/266MHz | Ja / Ja | Ja / Ja | |
| Asynchroner Betrieb | Nein | Ja | |
| Maximaler Speicherausbau | 4 GB | 4 GB | |
| DIMM-Slots | 4 (8 Bänke) | 4 (8 Bänke) | |
| AGP 2x / 4x | Ja / Ja | Ja / Ja | |
Schon auf den ersten Blick stechen zumindest zwei markante Unterschiede ins Auge. Der Chip unterstützt zwar wie die Konkurrenz einen 100 bzw. 133MHz FSB (200/266 DDR), ein asynchroner Betrieb ist jedoch nicht möglich. Ein Athlon B, der nur mit 200MHz FSB läuft, kann demnach nicht auf 266MHz schnellen RAM zurückreifen. Der mögliche Geschwindigkeitsbonus entfällt. Weitere Differenzen betreffen den Arbeitsspeicher selbst. Konnte der KT266 optional noch mit SDRAM kommunizieren, ist der AMD 760 nur noch in der Lage, DDR RAM anzusprechen. Sicherlich kein Nachteil, würde der Einsatz des langsameren SDRAMs auf diesem Chipsatz doch sowieso wenig Sinn machen. Für etwas Verwirrung dürfte das maximale RAM-Volumen sorgen. Obwohl theoretisch die Bestückung von vier RAM-Slots mit jeweils 2 Bänken mit insgesamt bis zu 4 GByte möglich wäre, sind sowohl auf dem AMD-Referenzdesign, als auch auf den meisten handelsüblichen Boards wie auch dem EPoX K7A+ nur zwei Slots zu finden. Das liegt in erster Linie daran, dass bei einer Bestückung von mehr als zwei Slots sog. buffered (registered) DDR-DIMMs zum Einsatz kommen müssen, die die Eingangssignale mit Hilfe zusätzlicher Bufferbausteine speichern und so den Memorycontroller entlasten. Registered RAM kann bis zu doppelt so teuer wie unregistered Module sein. Die restlichen Features gehören eher zur üblichen Kost. Der Front Side Bus kann theoretisch nach Belieben justiert werden und auch AGP 4x findet Verwendung in der 761er Northbridge. Auf eine weitere Eigenschaft wollen wir nun noch etwas genauer eingehen, der "Super Bypass".
Der "Super Bypass"
Diesen gewichtigen Namen verpasste AMD der zweiten wesentlichen Neuerung des AMD 760 neben der Unterstützung von DDR RAM. Durch diese Technik gelingt es AMD nach eigenen Angaben, die Latenzzeit (Verzögerung) zwischen CPU und Arbeitsspeicher um bis zu 25% zu senken. Erste Versuche mit dieser Technik nahm AMD bereits vor knapp 2 Jahren in der Northbridge 751 des Irongate Chipsatzes (750) vor, doch erst mit dem Stepping C5 waren die Probleme und Bugs so weit behoben, dass sie erstmals lauffähig war. Der Geschwindigkeitsvorteil des "Super Bypass" beruht auf der Tatsache, dass die Northbridge normalerweise den eintreffenden Datenverkehr von CPU, RAM, PCI-Bus und AGP-Port strikt nach einem vorgegebenen Muster abarbeitet, um Fehler von vorne herein zu vermeiden. Der AMD 760 ist nun jedoch in der Lage, dieses Muster zu umgehen, wenn kein simultaner Zugriff der verschiedenen Komponenten erfolgt. Die sonst für den vorschriftsmäßigen Ablauf benötigten Dienste entfallen, die Daten werden direkt und mit geringerer Verzögerung versandt. Die Latenzzeit sinkt.
Die Southbridge
Wie oben bereits erwähnt, ist die Kombination AMD 761 mit der 766er Southbridge so gut wie nie vorzufinden. Stattdessen greifen die Hersteller auf die Version 686B von VIA zurück. Die Gründe sind schnell gefunden. An erster Stelle liegt sicherlich der Preis, denn der soll bei der Alternative aus Taiwan, der 686B, wesentlich niedriger liegen und gerade die derzeitige Marktsituation mit einem enormen Konkurrenzkampf lässt die Produzenten von Mainboards nicht lange überlegen, zu welchem Modell sie greifen. Des Weitern bekommt man mit der 686B für weniger Geld noch integrierte Modem- und Soundfunktionen dazu. AMR- und CNR-Slots werden von der 766 Southbridge ebenfalls nicht unterstützt. Leider hat diese Wahl der Komponenten jedoch nicht nur positive Folgen. Als Kehrseite der Medallie erweisen sich ein weiteres Mal die sog. "VIA Bugs" der Southbridge 686B, die im Alltagsbetrieb der Otto-Normal-User zwar eher selten auftreten, im Falle eines Falles jedoch zu irreperablen Schäden an den gespeicherten Daten führen können. Eine genaue Beschreibung der Bugs sowie der technischen Daten der 686B ersparen wir uns an dieser Stelle und verweisen auf das letzte Review [2], in dem wir ausführlich auf die Thematik eingegangen sind.
Doch leider scheint es nicht nur Probleme mit der verwendeten Southbridge zu geben, denn derzeit sind zumindest zwei weitere (zum Glück relativ harmlose) Bugs bekannt, die in der Kombination AMD-VIA auftreten können.
Der erste Fehler liegt in der Implementierung des WSC Protokolls (Write Snoop Complete) begründet, welches in North- Southbridge durch den Pin WSC# integriert ist und dafür sorgen soll, dass alle noch vorliegenden Schreibpufferungen abgearbeitet werden, sobald eine Interrupt Anforderung erfolgt. Leider wird diese Funktion in AMDs Kombination 761-766 von der 766er Southbridge ausgelöst, im Falle VIA KT133A-686B jedoch von der Northbridge, sodass in der Kombination, die uns vorliegt (761-686B), beide Komponenten vergeblich auf das "Go" warten. Allerdings existiert zumindest für dieses Problem eine Lösung. Durch den Einsatz eines sog. "unpopulated resistor pads" zwischen den Chips kann dieses Malheur behoben werden. Das zweite Problem bezieht sich hingegen auf den sog. STR Zustand (Suspend to RAM), in dem das Board in der Lage ist, auch den Arbeitsspeicher in einen "Schlafmodus" zu schicken. Durch einen Fehler in der Implementierung der dafür notwendigen Befehle DCSTOP# und PCIRESET# wird der Speicherinhalt nicht ordnungsmäßig geleert, die Daten gehen verloren. Allerdings tritt dieser Bug nur bei den bereits erwähnten buffered RAM-Modulen auf, die für den Privatanwender normalerweise nicht in Frage kommen. Doch auf dem Servermarkt kann dieser Fehler, für den AMD definitiv keine Lösung parat hat, zu erheblichen Schäden führen.
Doch nun genug der Theorie. Werfen wir nun erst einmal einen Blick auf den Testkandidaten und das, was er zu bieten hat.
Lieferumfang
Nachdem uns vor ein paar Wochen bereits der Lieferumfang des 8KHA aus dem Hause EPoX voll überzeugen konnte, gingen wir auch dieses Mal freudig ans Auspacken und wurden nicht enttäuscht. Neben dem Board liegen dem blauen Pappkarton zwei EIDE-Kabel (1x UDMA66/100, 1x UDMA33), ein Floppy-Kabel, die Slotblende für zwei zusätzliche USB-Ports, diverse Handbücher, eine Treiberdiskette für den Raid-Controller und die Treiber-CD bei. Das EIDE "Masterkabel" weißt die übliche Beschriftung für weniger versierte Kunden auf, alle drei Kabel bieten erneut die praktischen "Klammern", die ein Loslösen der Stecker vom Board unmöglichen machen. Nach einem ersten Blick auf die CD findet sich auch dort Altbekanntes wieder. Die AMD Miniport Treiber liegen in der aktuellen Version 5.22 vor, auch die VIA Busmastertreiber sind noch frisch und müssen nicht erst durch eine neuere Version ersetzt werden. Passende Soundtreiber für den AC'97 Soundchip der Southbridge 686B, USB-Treiber und das Tool "Raid Administrator" der Firma HighPoint runden das Treiber-Paket ab. Auf den kleinen "EPoX"-Bonus müssen auch die Käufer des KT7A+ nicht verzichten und erhalten mit dem Board die OEM Versionen von Norton Antivirus 2001 und Norton Ghost gratis dazu.



Dokumentation
Das Handbuch bietet erneut kaum Ansatzpunkte für kritische Tester-Augen. Nur die Tatsache, dass es abermals allein in englischer Fassung vorliegt, könnte fremdsprachlich nicht so gebildete Nutzer enttäuschen. Ansonsten bietet es die übliche Kost in gewohnt gut verständlicher Form. Nach einer kurzen Einführung in die Materie "Athlon und Co.", die Boardfeatures und Spezifikationen, wird sowohl der Einbau der CPU als auch des Kühlers und RAMs kurz und bündig abgehandelt. Die Funktion und Bedienung der insgesamt 7 Jumper(-Blöcke) ist gut beschildert und sollte keine Fragen offen lassen- für Notfälle kann auf ein zweites Handbuch zurückgegriffen werden. Nach einem Überblick über den Hintergrund einiger Bios-Funktionen wie "Suspend to RAM" oder "Keyboard Power ON" folgt die übliche Auflistung sämtlicher Bios-Funktionen. Wie immer darf der Sinn diese Kapitels angezweifelt werden, informativer als das BIOS selbst ist er nicht. Vier Anhänge ("Appendix") behandeln abschließend die Installation und den Gebrauch von Norton Ghost, die Aussagekraft der sog. "Post Codes" und den Wechsel des BIOS-Flash-ROMs. Neben dem eigentlichen Handbuch liefert EPoX noch zwei weitere Dokumentationen aus. Die bereits erwähnte Broschüre geht abermals auf die Einstellung der Jumperblöcke ein, neben fünf anderen Sprachen werden auch deutsche Kunden hier fündig. Das dritte Handbuch stammt von der Firma HighPoint und steht dem Kunden sowohl bei der Installation des Raid Controllers als auch dem Gebrauch des "Raid Administrator" hilfreich, wenn auch nur in englisch, beiseite.
Features
EPoX 8K7A+
- Formfaktor
- Socket A ATX (30.5cm x 24.5cm)
- Prozessor
- Unterstützt AMD Athlon und Duron von 500-1666MHz
- Automatische CPU Erkennung
- 200/266MHz System Bus
- Chipsatz
- AMD 760 Chipsatz
- AMD 761 Northbridge (Aktiv gekühlt)
- VIA VT82C686B Southbridge mit Onboard-Audio (AC97)
- RAM
- 2x 184 pin DIMMS (DDR RAM)
- Unterstützt PC1600/2100 DDR RAM mit 2,5V
- Maximale Speichergröße: 1.0GB
- Erweiterung-Slots
- 1x AGP 4x Slot
- 6x 32 Bit PCI Slots
- 3x Lüfteranschlüsse (Monitorfähig)
- 2 IDE Ports (UDMA 33/66/100)
- 2 IDE RAID Ports ATA100 (High Point HPT370A onboard)
- Externe Anschlüsse
- 1x Parallel Port
- 2x Serielle Ports
- 4x USB Ports (2 per Slotblendel)
- 1x Game Port
- 1x Microphone in
- 1x Speaker Out
- 1x Line in
- Bios
- Award Bios mit 2MBit Flash ROM
- Front Side Bus in 1Mhz-Schritten im Bios einstellbar (100-250MHz)
- Besonderheiten
- P80P "Post Code" Anzeige
- Sonstige Funktionen
- Keyboard Power-On, Suspend To RAM
- Wake-On-LAN, Wake-On-Modem
- Multiplikator regulierbar per Dipswitch (5-12,5)
- CPU Spannung regulierbar per Jumper (1,75-2,15V)
- DIMM Spannung regulierbar per Jumper (2,5-2,9V)
Ausstattung
Auf einige Merkmale des EPoX 8K7A+ wollen wir im folgenden noch etwas genauer eingehen, sie sollten nicht in der Masse der Spezifikationen untergehen. Schon aus dem Test des 8KHA bekannt, begrüßte uns auch diese Mal wieder die massive Kondensatorreihe in der Nähe des CPU Sockels. Doch auch hier können wir Entwarnung geben. Weder der Kühler der Firma Spire [3], noch der wuchtige GlobalWin WBK XL Pro kamen nur im Ansatz mit den trommelartigen Bauteilen in Berührung. In die Röhre sehen dürften lediglich ein weiteres Mal Besitzer einiger Varianten der Marke "Orb". Ein noch immer eher seltenes Features befindet sich in der unteren rechten Ecke des Boards. Die aus zwei Digitalanzeigen zusammengesetzte P80P Debug-Card ist in der Lage, im Falle eines Störfalles einen präzisen Zahlencode über die Ursache des Malheurs auszugeben. Ganze 6 Handbuch-Seiten füllen die Bedeutungen aller möglichen Kombinationen und stellen somit im Ernstfall eine wesentlich bessere Hilfe dar, als es die mageren Beep-Codes des Bios bisher waren und sind. Auch an kleinen Extras hat EPoX nicht gespart. So verrichtet auf der Northbridge ein aktiver Lüfter seine Dienste und der AGP-Port verfügt über die immer moderner werdende Arretierungshilfe. Auf den veralteten ISA-Slot müssen Käufer des 8K7A+ leider verzichten und die nur selten genutzten AMR- und CNR-Erweiterungssteckplätze fehlen ebenfalls, obwohl der Chip sie zulassen würde. Dafür laden satte 6 PCI-Slots zur üppigen Bestückung des PCs ein. Heutzutage sicherlich meist die bessere Lösung. Als kleinen Bonus bietet die uns vorliegende "+"-Version des 8K7A einen OnBoard Raid-Controller der Firma HighPoint (Mehrpreis der "+"-Variante im Handel ca. 20DM). Dieser bietet neben zwei weiteren ATA100 Ports für insgesamt vier Geräte auch die Möglichkeit, die Laufwerke im RAID 0, 1 , 0+1 oder JBOD Modus laufen zu lassen. Der einfache Betrieb verlief im Test reibungslos. Den RAID-Betrieb konnten wir auf Grund fehlender Hardware leider nicht testen.




Stabilität
Was die Stabilität anbelangt, so zeigte sich das 8K7A+ von seiner besten Seite. Trotz der enormen Fülle an Benchmarks und Härteproben stand nach dem Ausbau der Platine nur ein einziger Crash in Unreal Tournament zu Buche, der vielleicht nicht einmal auf das Board zurück zu führen ist. Neben den obligatorischen Applikationen trumpfte das 8K7A+ auch in Spielen wie Counter-Strike und dem bereits im letzten Test erwähnten UD Agent (ähnlich Seti@Home) voll auf.
Overclocking
Noch ganz entzückt von den Overclocking-Eigenschaften des 8KHA, hieß es erst einmal die Lage sondieren. Doch der erste Überblick brachte Ernüchterung zu Tage: Anstatt die geradezu perfekten Lösungen des 8KHA auch auf diese Serienproduktionen zu übertragen, griff EPoX in diesem Fall auf Jumper und Dip-Switch zurück- ein Rückschritt. Doch der Reihe nach. Ein 5-elementiger Dip-Switch ermöglicht die Justierung des Multiplikators in 0,5er Schritten von 5 bis maximal 12,5. Die Einstellung "Auto" ist ebenfalls möglich und funktionierte bei unserem Athlon einwandfrei. Den benutzerfreundlichen Weg ins Bios darf der User wählen, wenn er sich an die Übertaktung des Front Side Bus macht. Hat man die grundlegendste Wahl des FSB (100 oder 133MHz) per Jumper gewählt, ist die Regulierung des FSB in 1MHz Schritten bis auf wohl utopische 250MHz möglich. Doch gerade bei den derzeit hochgezüchteten CPUs spielt neben dem Übertakten auch die Spannung der Komponenten eine große Rolle. Satte Leistungssprünge sind meistens nur mit einer erhöhten Core-Spannung möglich und auch dem RAM kann man mit mehr Spannung oftmals noch ein paar MHz FSB mehr zumuten. Obwohl AMD selber nur bis 1,85 Volt für seine Athlons (Default 1,75) grünes Licht gibt, erlaubt das 8K7A+ in 0,1Volt Schritten einen maximalen VCore von 2,15 Volt, ganz ohne eine Modifikation. Ambitionierte Overclocker dürften hier ihre wahre Freude haben. Die RAM Spannung läßt sich ebenfalls per Jumperblock justieren. Auf einer Skala von 2,5V (Default) bis maximal 2,9V kann in 0,1V Schritten frei gewählt werden- ausreichend. Insgesamt bietet das 8K7A+ somit ein breites, wenn auch nicht optimal umgesetztes, Übertaktungspotential, das an die Konkurrenz aus eigenem Hause jedoch bei Weitem nicht heran reicht.
Doch lassen wir nun endgültig die Theorie und das Aufzählen von Eigenschaften hinter uns und begutachten lieber die Resultate in der Praxis.
Testsystem
Um auch dieses Mal die Leistung des Gespannes Mainboard-Speicher-CPU in den Vordergrund zu rücken, haben wir abermals auf die Plattform AMD Athlon C 1333MHz mit Inno3D Tornardo GeForce2 Ultra zurückgegriffen, die von vorneherein die bremsenden Komponenten auf ein Minimum reduzieren sollten. Da wir auch die letzten Mainboardtests mit der exakt identischen Konfiguration vorgenommen haben, sind die Resultate darüber hinaus zu 100% vergleichbar.
- Prozessor
- AMD Athlon-C 1333MHz
- Motherboard
- EPoX 8K7A+ (Revision 1.1, Bios 11.07.2001)
- EPoX 8KHA (Revision 1.1, Bios 17.05.2001) [4]
- Arbeitsspeicher
- 1x 256MB PC2100 Apacer DDR RAM
- Grafikkarte
- Peripherie
- Western Digital Caviar AC310100B
- Maxtor 72577 AP
- Teac 532E
- Sony CRX160-E
- Soundblaster Live! 1024
- Realtek RTL8029(AS) Netzwerkkarte
- Hauppauge WinTV PCI
- Sonstiges
- Microsoft IntelliMouse Explorer
- Microsoft Natural Keyboard Pro
- Software
- Windows 2000 Professional ServicePack 2
- nVidia Detonator 12.41
- Via 4in1 Version 4.32
- DirectX 8.0a
Benchmarks
Bei den Benchmarks haben wir abermals bewusst auf einen Mix aus praxisnahen und eher theoretisch angehauchten Programmen zurückgegriffen. Sowohl in SiSoft Sandra 2001 als auch im c“t-Benchmark „ctcm7“ mussten Speicher und Chipsatz ihre Zusammenarbeit unter Beweis stellen. Wie sich die dort sichtbaren Differenzen letztendlich im „PC-Alltag“ auswirken, haben wir anschließend in den 3D Marks von MadOnion, Quake3, UT, GL Mark etwas genauer unter die Lupe genommen. Da auch das schnellste System in hohen Auflösungen an seine Grenzen stößt und meistens die Grafikkarte den limitierenden Faktor darstellt, sodass die Performance von Board und Speicher in den Hintergrund tritt, haben wir neben den üblichen hohen Auflösungen in jedem Test auf Einstellungen zurückgegriffen, die letztendlich CPU, Board und RAM am stärksten fordern sollten.
- DirectX 7.0
- 3DMark 2000 1.1
- Unreal Tournament 4.36 (utbench)
- DirectX 8.0
- 3DMark 2001
- OpenGL
- Quake3Arena 1.17 (Q3bench)
- Vulpine GL Mark
- Speicherperformance
- SiSoft Sandra 2001
- c't ctcm
SiSoft Sandra 2001
Sandra ist derzeit einer der wohl angesehensten Speichertest, der auf dem Markt zu finden ist und kommt auch bei uns erneut zum Einsatz. Eine Rolle spielen hier lediglich Chipsatz und RAM, andere Komponenten läßt der Benchmark Außen vor. Hier sollte sich erstmals zeigen, ob das Speicher-Interface des AMD760 nun tatsächlich etwas schneller arbeitet.
Auch dieses Mal griffen wir auf zwei Speichereinstellungen zurück. Die ersten Werte beruhen auf eher konservativen Settings, anhand derer wir auch die restlichen Benchmarkergebnisse ermittelt haben. Schon beim KT266 waren wir nach dieser Methode vorgegangen, um eine größtmögliche Stabilität zu erreichen. Wie schon beim 8KHA lief auch der RAM des 8K7A+ nun mit "by SPD" (Der RAM gibt sein eigenes Tempo vor). Mit 2% in der ALU und 23% in der FPU Kategorie scheint sich erstmals die Überlegenheit des AMD760 zu offenbaren, auch wenn zumindest das ALU Ergebnis nicht ganz so hoch ausgefallen ist, wie erwartet. Für die Ermittlung des zweiten Wertes gingen wir erneut nach dem Motto "Das-Beste-was-machbar-ist" vor und benchten mit den schärfsten noch absturzfrei laufenden Bios-Settings. Seltsamer Weise erreichten wir damals mit dem 8KHA in dieser Disziplin geringfügig bessere Werte. Aber auch der AMD760 schneidet noch vollkommen zufrieden stellend ab. Sicherlich spielt hier auch die Güte des RAMs eine außerordentlich große Rolle- nicht jedes Board arbeitet gleichgut mit identischem RAM.
c't ctcm
Als zweiten reinen Speicherbenchmark zogen wir den DOS-basierte CTCM der Zeitschrift c“t heran, der gleich eine ganze Reihe an Speichertest durchführt und so neben Sandra einen zweiten Einblick in die theoretische Leistung des AMD760 gewährt.
| KT266 | AMD760 | Differenz | |
|---|---|---|---|
| Transfer Cache / Page Hit | 3975 | 3974 | - |
| Transfer Cache (Miss +Hit) | 1269 | 1268 | - |
| Transfer Cache (L2 clean) | 1268 | 1268 | - |
| Transfer Cache (L2 dirty) | 275 | 273 | -0,73% |
| Transfer Cache (misses) | 275 | 273 | -0,73% |
| Transfer VIA FPU | 421 | 471 | +12% |
| Transfer VIA MMX | 434 | 471 | +12% |
| Blocktransfer | 209 | 222 | +6% |
| Transfer Durchschnitt über L2 Cache DOS |
882 | 863 | -2% |
| Transfer Durchschnitt über L2 Cache Windows |
572 | 518 | -10% |
Die ersten drei Werte können wir bewusst unter den Teppich kehren. Sie geben lediglich den internen Transfer des CPU-Caches wieder und sind, da die CPU in beiden Tests identisch war, praktisch konstant. Doch die restlichen Werte zeichnen ein eher seltsames Bild. Als würde jeder Chipsatz seine Lieblingsdisziplinen haben, schiebt sich das eine Mal der AMD, da andere der KT266 recht deutlich an die Spitze.
Quake3Arena 1.17
In Quake3Arena schickten wir das 8K7A+ erstmalig in den "harten Praxisalltag". Schon in unserem letzten Review hatte sich hier in hohen Auflösungen die Grafikkarte als Systembremse herauskristallisiert. In niedrigen konnte sich damals der KT266 jedoch klar gegen den KT133A behaupten.
Keine der drei Configs kann in der niedrigsten Auflösung die Ultra so richtig fordern und somit haben Board und Speicher die Chance, zu zeigen, was in ihnen steckt. Recht beachtlich kann sich hier der AMD761 gegenüber dem KT266 durchsetzen. Mit 2,5 bis 3,5% fällt der Vorsprung relativ hoch aus.
Auch in der etwas höheren Auflösung von 800x600 dreht die Inno3D Tornado noch gemütlich ihre Runden und setzt jede Mehrleistung des Boards in Frames per Seconds um. Der AMD761 beweist ein weiteres Mal seine Kraft und liegt mit 3-4% vorne
Wie zu erwarten, kommt auch die Grafikkarte in dieser Auflösung langsam ins Schwitzen. Nur mit der Configeinstellung "normal" (16Bit, kaum Details) ist der Unterschied noch spürbar (3%), die anderen beiden Configs lasten die Inno3D bereits voll aus, sodass die theoretische Mehrleistung des AMD verpufft.
In 1280x1024 stößt die Inno3D nun endgültig an ihre Grenzen und der theoretische Vorsprung des AMD kann nicht weiter in Leistung umgesetzt werden. In allen drei Configs liegen beide Chipsätze gleichauf bzw. auf dem Niveau des KT133A mit SDRAM.
Vulpine GL Mark
Als zweiten OpenGL-basierender Benchmark kam der GL Mark von Vulpine zum Einsatz. Und auch hier offenbarte sich uns ein ähnliches Bild.
Kann sich der AMD in der niedrigen Auflösung 640x480 (16Bit) noch relativ klar, wenn auch knapp, mit 1,7% an die Spitze schieben, so ist der Unterschied von 0,1 FPS (0,2%) in der hohen Auflösung wohl eher der Messungenauigkeit zuzuschreiben. Die Grafikkarte hat auch dort wieder die Bremse gezogen und "holt" auf KT266 und AMD761 "fast" die selbe Leistung.
3DMark 2000
Schon etwas betagt aber immer noch aktuell: Der 3D Mark 2000 in der Version 1.1. Da er den heutigen Grafikboliden nicht mehr ganz gewachsen ist, bildet er eine perfekte Basis, um wiederum RAM, Board und CPU freien Lauf zu lassen.
Bei einer maximalen Differenz von 9 Punkten von einem Vorsprung des AMD zu sprechen, ist im 3D Mark 2000, der durch seine hohen Resultate teilweise enorm in den Ergebnissen streut, wohl eher nicht angebracht, zudem in 800x600 auch noch der KT266 aus der Reihe tanzt und die Führung übernimmt. Sprechen wir in dieser Disziplin lieber von einem Unentschieden auf hohem Niveau.
3DMark 2000 CPU Mark
Der CPU Mark spiegelt theoretisch ausschließlich die Leistung von CPU, Chipsatz und Speicher wider, wird jedoch ebenfalls von der T&L-Einheit der GeForce beeinträchtig. Da die Karte in beiden Systemen jedoch dieselbe war, spielt dies hier keine weitere Rolle.
Etwas überraschend kann hier das EPoX 8KHA die Führung übernehmen. Die Differenz hält sich mit rund einem Prozent jedoch einigermaßen in Grenzen. Trotzdem eine kleine Sensation.
3DMark 2000 HPC
Der High Polygone Count (1 Light) ist ein Garant für die Zusammenarbeit von Grafikkarte und Hauptspeicher. Das AGP-Interface bekommt hierbei eine besondere Bedeutung.
Obwohl auf beiden Systemen die AGP-Settings identisch waren, erlangt auch hier der KT266 wieder einen Sieg auf ganzer Ebene. In allen drei Auflösungen liegt er mit 6-8% mehr als deutlich vor dem AMD Chip. Dieser behauptet sich sogar nur knapp gegen den KT133A mit SDRAM aus dem letzten Test.
3DMark 2001
Die aktuelle Schöpfung aus dem Hause MadOnion. Oft durch seine gnadenlose "GeForce-Optimierung" verschrien, sollte er auch hier einen weiteren Beitrag zur objektiven Bewertung beitragen.
Als wolle er seinem Vorgänger ein guter Nachfolger sein, offenbart auch der 3D Mark 2001 keine neuen Höchstleistung des AMD 760. Mit 0,1-0,5% Differenz liegt er erneut nur hauchdünn in Führung. Allerdings streuten die Ergebnisse im Test wesentlich weniger, sodass wir in dieser Version die weniger Punkte Vorsprung als Geschwindigkeitsbonus des AMD-Chipsatzes werten. Die extrem geforderte Grafikkarte verhindert jedoch mit ziemlicher Sicherheit größere Leitungsschübe.
Unreal Tournament
Als letzter Grafikbenchmark kam der äußerst beliebte "utbench" zum Einsatz. Schon Unreal Tournament setzt außergewöhnlich hohe Anforderungen an CPU, Board und RAM. Der "utbench" (Demofile eines Spieles gegen Bots) toppt dies jedoch nochmals, die Grafikkarte spielt kaum eine Rolle.
Dass die Grafikkarte im Test kaum eine Rolle spielt, beweist die enorme Konstanz der Messwerte. Von der kleinsten bis zur größten Auflösung gehen nur magere 2 FPS verloren. Die einseitige Belastung von Board, RAM und CPU scheinen dem AMD jedoch zu liegen, denn auch wenn der Vorsprung mit 1-2% relativ knapp ausfällt, ist er nicht von der Hand zu weisen und komplettiert als letzten Benchmarkwert den Testparkour.
Fazit EPoX 8K7A+
Auch mit dieser Platine hat EPoX erneut gute Arbeit geleistet. Lieferumfang, Dokumentation und Ausstattung liegen wie gewohnt auf einem sehr hohen Niveau- der Preis von ca. 360DM ist gerechtfertigt. Auch von der Leistung her konnte das Board überzeugen. Es lag fast durchgehen leicht vor dem Konkurrenzprodukt EPoX 8KHA aus eigenem Hause und musste sich nur in 3 Disziplinen knapp geschlagen geben. Die Stabilität ist hervorragend. Lediglich die Overclocking-Eigenschaften hätten etwas benutzerfreundlicher ausfallen können. Wie eine wirklich perfekte Lösung aussieht, konnte uns erst neulich das 8KHA demonstrieren. Wer jedoch keine Angst vor übersichtlichen Jumpern hat, davon ausgeht, die Bugs der Southbridge 686B umschiffen zu können und sich mit maximal 1GByte RAM zufrieden geben kann, der erhält mit dem 8K7A+ eine schnelle, stabile und sauber verarbeitete Platine mit RAID OnBoard. Käufer, die keinen Wert auf den zusätzlichen Controller legen, können wahlweise auch zum 8K7A greifen, welches für 20DM weniger (ansonsten baugleich) im Fachhandel zu haben ist.
- Lieferumfang
- Dokumentation
- Ausstattung
- Performance
- Stabilität
- Bios-Einstellungen
- RAID OnBoard
- Problem mit sehr großen CPU-Kühlern
- Overclocking nicht optimal
Fazit AMD760
KT266 oder AMD760? Eine schwere Frage, deren Antwort wohl nur individuell getroffen werden kann. Auf der einen Seite stehen die rund 1-5% mehr Geschwindigkeit in den meisten Anwendungen, die der AMD-Chipsatz in unserem Test aufweisen konnte und die ihm in nahezu allen Disziplinen den Spitzenplatz ermöglicht haben. Allerdings beschränkte sich der Vorsprung in fast allen Benchmarks auf die unteren Auflösungen, zu hohe Grafikdimensionen ließen eher den 3D-Beschleuniger als das Board zur Systembremse werden. Mit anderen Worten: Die von uns gemessenen Differenzen sind nur spürbar, wenn a) eine extrem schnelle Grafikkarte zum Einsatz kommt und b) selbst dann nur in niedrigen Auflösungen. Ansonsten haben die Benchmarks nämlich gezeigt, dass nicht einmal mit einer leistungsstarken Grafikkarte des Typs GeForce2 Ultra das volle Potential beider Chips (KT266 und AMD760) genutzt werden kann. Sicherlich kann z.B. eine GeForce3 in dem ein oder anderen Programm den Gleichstand KT266-AMD760 noch um eine Auflösungsstufe nach oben verschieben, es bleibt jedoch die Frage, ob man dafür die paar Nachteile in Kauf nehmen will, die der Chipsatz mit sich bringt. Schließlich erhält der Kunde mit der sehr guten Northbridge 761 immer die "verbuggte" VIA 686B Southbridge, die, je nach Anwendungsgebiet, immer noch zu Problem und sogar Datenverlusten führen kann. Ein weiteres Manko könnte der auf 1GByte limitierte Hauptspeicher sein. Aber auch diese Entscheidung sollte jeder für sich selber treffen. Eine abschließende Empfehlung können und wollen wir deshalb nicht treffen. Jeder Käufer sollte die genannten positiven und negativen Aspekte miteinander abwiegen und die für ihn günstigere Wahl treffen.











