Vorwort
In den letzten Monaten sah es doch tatsächlich so aus, als wenn der nForce2 - nicht zuletzt durch seine hervorragende Leistung - den Sockel A Markt fest im Griff hätte. VIA schaffte es nicht mit ihrem KT400A nVidia Paroli zu bieten. Um vielleicht doch noch den Anschluss zu erreichen, stellte VIA vor einigen Monaten erneut ein neues Mitglied ihrer Apollo-Serie vor: Der KT600 war geboren. Neben einer Weiterentwicklung des Memorycontroller - dies behauptet man zumindest - verpasste man dem Chipsatz auch eine komplett neue Southbridge, die VT8237. Mittlerweile ist wieder einige Zeit ins Land verstrichen. Doch die Reviews zu Mainboards, die diesen Chipsatz tragen, sind im Netz noch eher überschaubar. Lediglich Epox hatte mit einem Vorserienmodell (Rev. 0.3) für ein wenig Aufsehen gesorgt, und auch wir wagten einen Blick auf das frühe Sample. Will man die Produkte nun jedoch eher vor den kritischen Augen eines Testers verstecken? Wird der Chipsatz seinen Erwartungen nicht gerecht?
Ehrlich gesagt hatten auch wir die Hoffnung schon fast aufgegeben, denn trotz einer Vielzahl an Anfragen wollte uns kein Hersteller ein Mainboard mit KT600 Chipsatz zukommen lassen. Bis zu unserer Rettung und Freude sich mit dem KT6 Delta schließlich doch noch eine KT600 Platine aus dem Hause MSI bei uns einfand, welches wir auf den nächsten Seiten ein wenig näher betrachten möchten und somit doch noch eine finale Platine unserem Vorseriensample hinterher schieben können.
Der Via KT600
Da wir dem KT600 bereits in unserem Preview zur Vorserienplatine [1]aus dem Hause EPoX, dem EPoX 8KRA2+, einen großen Abschnitt gewidmet haben, wollen wir an dieser Stelle nicht nochmals auf dessen Features eingehen. Lieber möchten wir noch ein paar Worte über das Chaos verlieren, das ominöse Chipsatz-Steppings vor ein paar Wochen hervorgerufen haben.


Stepping-Wirrwar
Als wäre es nicht genug, dass der von uns zur CeBIT2003 herauf geschworene KT600 tatsächlich den von VIA so hoch gelobten KT400A binnen Wochen zum alten Eisen verkommen ließ, geriet die Gerüchteküche erst mit der Veröffentlichung des KT600 so richtig ins Kochen. Schon kurz vor dem Realease durch VIA hatten wir aus sicherer Quelle erfahren, dass es wohl noch einen weiteren Chipsatz für den praktisch im Sterben liegenden Sockel A geben wird und dieses Gerücht schien nun gleich doppelt zuzutreffen. Zum einen gruben unsere Kollegen den KT880 aus, der zwar zwischenzeitig sogar von VIA bestätigt wurde, jedoch noch immer in keiner inoffiziellen Roadmap, die uns bekannt ist, zu finden ist. Zum anderen verwirrten den geneigten Käufer Meldungen um die sog. CD- und CE-Steppings des KT600. Während erste Samples mit dem CD-Stepping weder besonders stabil noch leicht zu kühlen waren, sollte das neue CE-Stepping für noch etwas mehr Tempo und einen sicheren Betrieb sorgen. Pech nur für VIA, dass bereits zehntausende 'CDs' an die Hersteller verschickt worden waren und nun nicht einfach ein verbesserter Chip auf neuere Platinen verlötet werden konnte, ohne den Käufer zutiefst zu verärgern. Und dies dürfte der Grund sein, warum es besagtes CE-Stepping bisher nicht an die Öffentlichkeit geschafft hat. Wie wir in Erfahrung bringen konnten, schlummert seit einiger Zeit in jedem KT600 ein CE - nur umgelabelt hat man den Chip nicht, um keinerlei Ärger mit wütenden CD-Käufern zu bekommen. Welches Stepping nun genau auf dem MSI KT6 Delta seinen Dienst verrichtet, ist aus diesem Grund nicht einwandfrei festzustellen. Auf Grund des relativ späten Produktionsdatums sollte es jedoch die neuere Revision sein. Wir werden sehen, ob der Chipsatz dem Vorseriensample des 8KRA2+ doch noch ein paar Frames und Zuverlässigkeitspünktchen abknabbern kann.
Der Chipsatz im Vergleich
An dieser Stelle wollen wir noch kurze einen Blick auf die derzeit wohl geläufigsten North- und Southbridges für den Sockel A werfen. Wer auch hier weitere Erläuterungen wünscht, sei noch einmal auf unser KT600-Preview [2] verwiesen.
| Features | KT600 | KT400A | KT333 | nForce 2 400 Ultra |
nForce 2 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Hersteller | VIA | VIA | VIA | nVidia | nVidia | |
| Frontside-Bus | ||||||
| 266 MHz | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | |
| 333 MHz | Ja | Ja | Ja* | Ja | Ja | |
| 400 MHz | Ja | Nein* | Nein | Ja | Nein* | |
| * Stellenweise möglich, bzw. nicht möglich | ||||||
| Integrierte Grafik | Nein | Nein | Nein | Nein | Ja* | |
| * Je nach Variante | ||||||
| Speichertakt/typ | ||||||
| 133 MHz/DDR266 | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | |
| 166 MHz/DDR333 | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | |
| 200 MHz/DDR400 | Ja | Ja | Nein | Ja | Ja | |
| Asynchroner Speichertakt | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | |
| Speicherbestückung | ||||||
| Speicherkanäle | 1 | 1 | 1 | 2 | 2 | |
| DIMMs pro Kanal | 3 | 3 | 3 | 2 | 2 | |
| DIMMs insgesamt | 3 (4GB) | 3 (4GB) | 3 (4GB) | 3 (3 GB) | 3 (3 GB) | |
| AGP Support | ||||||
| 4x | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | |
| 8x | Ja | Ja | Nein | Ja | Ja | |
| Sonstiges | ||||||
| I/O-Link | 533 MB/s 8xV-Link |
533 MB/s 8xV-Link |
266 MB/s 4xV-Link |
800 MB/s HyperTransport |
||
| Southbridge | VT8237 | VT8237 VT8235CE |
VT8235 VT8233 |
MCP-T, MCP |
MCP-T, MCP |
|
| Southbridge | VT8237 | VT8235(CE) | VT8233 | MCP-T | MCP | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Hersteller | VIA | VIA | VIA | nVidia | nVidia | |
| Chipsätze | KT600, KT400A |
KT400, KT333, (KT400A) |
KT333, KT266A |
nForce2, nForce2 400 (Ultra) |
nForce2, nForce2 400 (Ultra) |
|
| Festplattencontroller | ||||||
| P-ATA 100 | Ja/2 Ch. | Ja/2 Ch. | Ja/2 Ch. | Ja/2 Ch. | Ja/2 Ch. | |
| P-ATA 133 | Ja | Ja | Nein | Ja | Ja | |
| S-ATA 150 | Ja/2 Ports | Nein | Nein | Nein | Nein | |
| RAID | 1,0,1+0,JBOD | Nein | Nein | Nein | Nein | |
| PCI-Busmaster | 6 | 6 | 5 (6) | 5 | 6 | |
| USB-Unterstützung | ||||||
| USB Ports | 8 | 6 | 4 | 6 | 6 | |
| USB 2.0 | Ja | Ja | Nein | Ja | Ja | |
| Firewire | Nein | Nein | Nein | 2 | Nein | |
| LAN | 1x100Mbps | 1x100Mbps | 1x100Mbps | 2x100Mbps | 1x100Mbps | |
| Audio | AC'97 6 Kanal Audio |
AC'97 6 Kanal Audio |
AC'97 6 Kanal Audio |
AC'97 Audio Dolby Digital |
AC'97 Audio | |
Das MSI KT6 Delta
Mit dem KT6 Delta erreichte uns zum allerersten Mal ein Mainboard für den AMD aus dem Hause MSI. Hatten wir vorher schon einige wenige Intelboards von MSI zu bestaunen, hält nun auch der AMD-Sektor von MSI bei uns Einzug. Das MSI KT6 Delta stellt zudem unsere erste "finale" KT600-Lösung dar. Kommt nach der erfolgreichen KT3-Serie nun der nForce2-Killer?
Lieferumfang
Die Ausstattung des MSI KT6 Delta FISR2 kann sich durchaus sehen lassen. Das Paket ist zwar nicht überfüllt aber geizig war man bei MSI auch nicht. So findet der geneigte User neben seinem Board noch einige Beigaben:
- Zwei orange Serial-ATA Kabel und ein Y-Stecker für die Stromversorgung von zwei Serial-ATA Geräten.
- 1 gerundetes 80poliges IDE- und ein gerundetes Floppykabel.


Angesichts der drei vorhandenen IDE Anschlüsse hätten wir uns ein wenig mehr erhofft. Glücklicherweise passt sich auch MSI dem Trend an und legt dem Board die Kabel in gerundeter Form bei. Somit gehören die elenden Fummeleien mit den doch recht sperrigen Flachbandkabeln der Vergangenheit an.
- 1 Slotblech mit zwei 6-poligen und einem 4-poligen Firewireanschluss.
- 1 Slotblech mit 2 USB Steckplätzen und 4 Diagnose-LEDs


Damit führt MSI alle drei verfügbaren Firewireports der Platine nach außen an die frische Luft. Mit den zusätzlichen USB Anschlüssen führt MSI insgesamt acht nach außen und schöpft damit die Kapazitäten der VT8237 Southbridge voll aus. Die anderen sechs Anschlüsse finden sich auf der ATX Leiste wieder. Doch dazu später mehr. Die 4 Diagnose-LEDs sind bei Fehlern eine gern gesehene Hilfe ähnlich wie die P80P Anzeige bei den Epox Boards. So muss sich der User bei Schwierigkeiten nicht vollkommen auf Beepcodes beziehen, sondern kann sich nach 16 verschiedenen LED Kombinationen auf Fehlersuche begeben.
- Handbuch (englisch)
- Handbuch für die Serial-ATA RAID Funktion (englisch)
- ATX Blende
- Treiber CD und 2 Treiberdisketten für den RAID Controller.


Alles in allem zeigt sich das MSI KT6 Delta sehr anschlussfreudig und es bleiben praktisch keine Wünsche offen. Das Handbuch ist leider nur in englisch, jedoch ist alles leicht verständlich dargestellt, sodass die Installation selbst Leuten mit wenig Englischkenntnissen nicht vor eine unüberwindbare Hürde stellen dürfte.
Das BIOS
Mehr denn je spielt das BIOS für die Performance und Stabilität eines Mainboards eine entscheidende Rolle. Selbst der schnellste Chipsatz kann durch ein schlecht programmiertes BIOS zur lahmen Ente mutieren oder der User erhält beim Kauf nicht nur das Board, sondern auch haufenweise Probleme. Das BIOS vom MSI KT6 Delta zeigt sich im gewohnten American Megatrends Outfit und lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Sämtliche Onboard Komponenten lassen sich bei Nichtgebrauch einfach und bequem abschalten um weitere Ressourcen freizugeben. Nebenher finden sich eine ganze Reihe weiterer Optionen zur Optimierung und Feinjustage:
| Option | Einstellungen |
|---|---|
| SDRAM Frequency | 200 / 266 / 333 / 400 MHz |
| SDRAM CAS Latency | 1,5 / 2,0 / 2,5 / 3,0 clocks |
| Row Precharge Time | 2 / 3 / 4 / 5 clocks |
| RAS Pulse Width | 6 / 7 / 8 / 9 clocks |
| RAS to CAS Delay | 2 / 3 / 4 / 5 clocks |
| Write Recovery Cycle | 1T / 2T |
| Bank Interleave | Disabled / 2-way / 4-way |
| SDRAM Burst Lenght | 4QW / 8QW |
| SDRAM 1TCommand | 1T / 2T |
| Fast Command | Normal / Ultra |
| Fast R-2-R Turnaround | Disabled / Enabled |
Ein besonderes Augenmerk verdient die Einstellung der CAS Latency. Hier ist statt der sonst üblichen "2,0" sogar der Wert "1,5" einstellbar. Der Versuch diesen Wert bei 400MHz RAM Takt einzustellen endete trotz des guten Corsair Speichers bei uns jedoch mit einem schwarzen Bildschirm und ein Booten war erst nach einem CMOS Reset wieder möglich. Auch das 'Ultra FastCommand' konnten wir unter Standardbedingungen nicht zum Laufen bewegen. Doch auch die Overclocker kommen auf ihre Kosten:
| Option | Einstellungen |
|---|---|
| CPU FSB Clock | 100 - 280MHz in 1MHz Schritten |
| CPU Ratio (Multiplier) | 6 - 15x in 0,5er Schritten |
| CPU V-Core | 1,350V - 2,300V in 0,025 bzw ab 2V in 0,1er Schritten |
| V-Link Voltage | 2,60 / 2,70 / 2,80V |
| DDR Voltage | 2,55 - 3,30V in 0,05er Schritten |
| AGP Voltage | 1,55 - 2,10V in 0,05er Schritten |
Keine Frage, bei den Overclocking Einstellungen übertrifft MSI sich mal wieder selbst. Insbesondere bei den Spannungseinstellungen kann der mutige Overclocker in ungeahnte Höhen greifen, um das Letzte aus seiner Hardware heraus zu holen. Jedoch hätte man sich bei MSI den Gefallen tun können und einige Werte durch einen Schutz - beispielsweise mit einem Jumper - absichern können. Denn 2,3Volt V-Core bedeuten für heutige CPUs selbst mit Wasserkühlung oft einen recht schnellen Tod. Eine kleine Kindersicherung täte hier sicherlich nicht weh.
Die Platine
Das KT6 Delta FISR2 erscheint im gewohnten blutroten PCB von MSI und fällt auch sonst durch seine zahlreichen farblichen Merkmale auf. So haben praktisch alle Anschlüsse ihre eigene Farbe bekommen und sind leicht auf dem Mainboard wiederzufinden. Lediglich die IDE- und USB Anschlüsse müssen sich die Farbe "gelb" teilen. Da der Chipsatz nur ein Single-Channel Speicherinterface erlaubt erscheinen auch die DIMM-Slots - im Gegensatz zum nForce2 - in ein und derselben Farbe.


Die Northbridge trägt einen Kühlkörper mit aktiver Lüftung. Im Betrieb wurde der Kühlkörper jedoch nur handwarm und so können wir auch nicht ganz nachvollziehen, wieso man hier auf eine aktive Lösung setzt, die doch immer eine zusätzliche Geräuschkulisse darstellt - auch wenn sich der Radaubruder in diesem Falle vornehm zurück hält. Zwar machte unser Vorserien-Exemplar aus dem Hause EPoX einen äußerst hitzigen Eindruck. Der Final-Version hat man allerdings kurzer Hand einen kupfernen, passiven Kühlkörper spendiert. Die Southbridge der MSI-Platine kommt komplett ohne Kühlung daher und präsentiert sich dem User völlig nackt.


Der ATX Stecker findet sich auf der oberen rechten Ecke auf der Platine wieder und stört so nicht den Luftstrom vom CPU Kühler. Neben der Northbridge befindet sich weiterer 4-poliger ATX Stecker, welchen man unbedingt benötigt, da ohne zusätzliche Stromversorgung das Board jeglichen Bootvorgang verweigert. Auch sonst ist das Layout hervorragend durchdacht. Der AGP Port sitzt weit entfernt von den DIMM-Slots, sodass es bei großen Karten alá Geforce4 Ti4600 oder FX5800 Ultra keinerlei Platzprobleme geben sollte. Zwei kleine Schönheitsfehler hat man bei MSI doch eingebaut. So gibt es auf dem Board nur 2 FAN Anschlüsse die zudem sehr weit auseinander liegen. Bei Kühlern, die eine Leitung für die Strom und eine Tacholeitung besitzen, kann es schon mal passieren, dass die Kabel zu kurz sind und auf die Tacholeitung verzichtet werden muss. Aus uns unerklärlichen Gründen hat man bei MSI auf dem KT6 Delta darüber hinaus den BIOS Chip fest verlötet. Bei einem BIOS-Schaden muss also das ganze Board umgetauscht werden. Bei praktisch alle heutigen Platinen setzt man auf eine Sockellösung. Diese Tatsache trübt ein wenig den guten Eindruck und gibt einen Minuspunkt, der nicht hätte sein müssen. Ein großes Lob können wir jedoch der ATX Blende geben. Hier hat MSI gleich 6 USB Ports nach außen geführt und die restlichen 2 Ports per Slotblech beigelegt. Neben dem RJ45 Anschluss finden sich auch die üblichen Anschlüsse auf dem Panel wieder.


Das Board besitzt insgesamt 5 PCI und 1 AGP Slots. Ein sechster PCI Slot wäre eine Option gewesen, ist aber aufgrund der zahlreichen OnBoard-Features nur in den wenigsten Fällen notwendig. Bis auf zwei von drei IDE Anschlüssen findet man sämtliche Anschlüsse für Serial ATA und Co. am unteren Platinenrand und sind ausnahmslos gut zu erreichen, ohne eine andere Komponente zu behindern.


Die Onboard-Chips sind über das ganze Board verteilt. GigaBit LAN wird mit einer Lösung aus dem Hause Broadcom realisiert, ist jedoch über den herkömmlichen PCI Bus angeschlossen und muss sich die Bandbreite mit den anderen Komponenten teilen. Zu den zwei Serial-ATA Kanälen der VT8237 Southbridge gesellen sich zwei weitere Kanäle des Promise SATA150 [3]hinzu, welche zudem noch die RAID-Level 0, 1 und 0+1 unterstützen. So lassen sich theoretisch 10 Festplatten an das Board anschließen. Der MSI CoreCell Chip ist ebenfalls auf der Platine zu finden und erlaubt dem User im laufenden Windows-Betrieb mittels einer mitgelieferten Software einige Einstellungen bezüglich der Performance zu verändern. Der AC97 Sound wird über einen VIA VT6309 Chip ausgegeben.




Alles in allem hat man sich bei MSI durchaus Gedanken gemacht. Die kleinen Schönheitsfehler sind zwar ärgerlich, werden aber vielleicht in der nächsten Revision behoben. Das Mainboard lag uns in der Revision 2.0 vor.
Testsystem
- Prozessor
- AMD Athlon XP 3200+ (FSB400)
- Motherboard
- MSI KT6 Delta Rev. 2.0, Bios Version 5.1 (KT600)
- Leadtek WinFast K7NCR18D Pro2 Rev. D, Bios 30.05.2003 (nForce 2 Ultra 400) [4]
- EPoX 8RDA+ Rev. 1.1, Bios 09.06.2003 (nForce 2) [5]
- EPoX 8RDA3+ Rev. 1.1, Bios 19.06.2003 (nForce 2 Ultra 400) [3]
- EPoX 8KRA2+ Rev. 0.3, Bios 04.07.2003 (KT600) [6]
- Arbeitsspeicher
- 2x256MB DDR400 Corsair XMS3200C2 'Platinum'
- Grafikkarte
- Asus V8440 (GeForce4 Ti4400)
- Peripherie
- Waitec Storm 40
- IBM IC35LC040
- Treiberversionen
- nVidia Detonator 44.03
- Via 4in1 4.49 "Hyperion"
- nForce Driver Package 2.03
- Software
- Windows XP Professional SP1
- DirectX 9.0
Testsetup
Kurz die wichtigsten BIOS Settings für das MSI KT6 Delta (BIOS Version 5.1):
| Option | Einstellung |
|---|---|
| Frontside-Bus | 200MHz (FSB400) |
| Memory Frequency | 200MHz (DDR400) |
| Systemperformance | Turbo |
| T(RAS) | 6 |
| T(RCD) | 2 |
| T(RP) | 2 |
| CAS Latency | 2.0 |
| Command Rate | 1T Command |
| AGP Aperture Size | 128MB |
| AGP 8x | disabled |
| AGP Fast Writes | enabled |
| VDimm | 2,7 V (2-2-2-6-1) |
Während des gesamten Test erwies sich das Board als sehr stabil. Lediglich beim Versuch die CAS Latency auf 1,5 zu senken mussten wir den CMOS Clear Jumper zum Einsatz bringen. Selbst die Option "1T Command" ließ sich nach einer leichten Erhöhung der DIMM Spannung problemlos betreiben. An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Senkung von "2T CMD" auf "1T CMD" satte 140MB/s mehr Speicherdurchsatz unter Sandra und rund 600 Punkte in 3D Mark 2001 brachte. Nicht alle RAMs machen dieses aggressive Timing mit. Deshalb sollte man beim Kauf unbedingt auf sehr guten Markenspeicher setzen, sofern man diese Timings fahren möchte. Unter "Standard-Timings" bricht das Board recht deutlich in der Leistung ein.
Benchmarks
- Synthetische Benchmarks
- Sisoft Sandra 2003 Pro
- Futuremark PCMark2002
- Futuremark 3DMark 2001 SE
- Cachemem
- HD Tach
- ScienceMark 2.0
- Games
- Epic Games Unreal Tournament 2003
- NovaLogic Comanche 4
- id Software Quake 3 Arena
- Anwendungen
- Sysmark 2002
- WinACE 2.11
- 3D Render Performance
- Maxon Cinema 4D XL R8
Wer die Benchmarks bei sich zu Hause selbst einmal nachvollziehen möchte, der findet einen Großteil der oben aufgelisteten Testprogramme bei uns in der Downloadsektion [7].
SiSoft Sandra 2003 Pro
- SiSoft Sandra bietet Informationen über das System in Hülle und Fülle und ist zudem in der Lage, die wichtigsten Bestandteile des PCs auf ihre Geschwindigkeit hin zu überprüfen.
- Sandra Speicher-Test
Der Memory-Benchmark bietet einen perfekten Überblick über das Zusammenspiel von CPU, Frontside Bus, Northbridge und Speicher. Da die Daten nicht nur vom Speicher zur Northbridge sondern darüber hinaus auch zum Prozessor geschickt werden, sind beide Bus-Systeme für die Performance von entscheidender Rolle. Ein alter Athlon XP, der zwar mit DDR333 (166MHz) theoretisch 2,7GB Daten aus dem RAM erhalten kann, wird hier durch seinen FSB von nur 133MHz auf 2,1GB/s limitiert.
- Sandra Speicher-Test
SiSoft Sandra 2003 Pro
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Das MSI KT6 Delta legt einen klassischen Fehlstart hin. Die Platine muss sich dem gesamten Feld - wenn auch nur knapp - geschlagen geben. Die rund 3 GByte/s, welche vom Epox KT600 Vorserienmodell erreicht wurden, liegen in weiter Ferne und auch an den nForce2 Platinen führt kein Weg dran vorbei. Bis zur Spitze fehlen dem MSI etwa 6% Durchsatz. Für uns eine kleine Enttäuschung, denn wir hätten nach den Ergebnissen des Epox 8KRA2+ Previews doch ein wenig mehr erwartet. Inwieweit sich die Ergebnisse über den Parcours fortsetzen wird sich zeigen.
Cachemem
- Cachemem scheint wie geschaffen für das Ausloten der Speicherlatenzen (Verzögerungen). Diese stellen neben der reinen Bandbreite die wichtigsten Faktoren für die Geschwindigkeit eines Systems dar und sind zumeist ausschlaggebend für die finale Rangfolge der Hauptplatinen.
Cachemem - Latenzen
Angaben in Nanosekunden
|
Die Boards mit gleichem Chipsatz liegen bei den Latenzen praktisch gleichauf. Hier ist der nForce2 einfach nicht zu schlagen und der KT600 sieht mit 17% mehr Latenzzeit relativ alt aus. Auch das KT6 Delta kann an diesem Umstand rein gar nichts ändern.
Cachemem - Durchsatz
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Beim Durchsatz zeigt sich ein geteiltes Bild. Fern ab der nForce2 Platinen wechseln sich das MSI KT6 Delta und das Epox 8KRA2+ im Kampf um den letzten Platz ab. Absoluter Spitzenreiter bleibt das Leadtek K7NCR18D ProII mit nForce2 Ultra 400 Chipsatz.
PC Mark 2002
- Der PCMark 2002 ist ein vergleichsweise neuer Benchmark, der, wie der Name schon sagt, zur Messung der gesamten Systemleistung entwickelt wurde. Hierfür führt er eine Reihe von Tests durch, die primär den Prozessor und den Arbeitsspeicher fordern. Auch die Festplatte wird auf ihre Leistungsfähigkeit hin überprüft. Auf die Veröffentlichung des Teilergebnisses haben wir jedoch verzichtet. Somit liefert uns der PCMark 2002 lediglich eine Punktzahl für die Prozessorleistung und den Arbeitspeicher.
- Weitere Informationen: Futuremark.com [8]
- Download: Futuremark.com [9]
PCMark2002
Angaben in Punkten
|
Ähnlich wie beim SiSoft Sandra Memorybench muss sich das MSI KT6 Delta knapp dem 8KRA2+ aus dem Hause Epox geschlagen geben. Auch hier haben die nForce2 Boards die Krone fest im Griff.
WinACE
- Neben dem wohl verbreitetsten Packformat *.zip dürfte das *.ace-Format sicherlich das Beliebteste sein. Erstellt wird es in erster Linie durch den grafisch übersichtlichen und recht flinken Packer WinACE. Neben der Performance der Festplatte spielt beim Encoden einer gepackten Datei auch die Rechenleistung der CPU und erneut das Zusammenspiel aus Speicher und CPU eine wichtige Rolle. In unserem Test gilt es, mit WinACE 2.11 eine Wave-Datei (200MB) bei maximaler Kompressionsstufe zu komprimieren.
- Weitere Informationen: WinAce.com [10]
- Download: ComputerBase.de [11]
WinACE
Angaben in Minuten, Sekunden
|
Die Unterschiede sind denkbar gering aber auch hier findet sich das KT6 Delta am Ende des Feldes wieder. In einem relativ speicherintensiven Test wie WinACE machen sich die Defizite im Speicherdurchsatz bemerkbar. Auch wenn wir uns fragen dürfen, wann es im Alltag auf acht Sekunden Zeitunterschied ankommt.
Cinema 4D
- Cinema 4D XL8 gehört zu den ausgewachsenen Rendering-Programmen à la 3D Studio Max. Für den Privatanwender praktisch unerschwinglich, bietet es dem Profi unendliche Möglichkeiten in den Welten des 3D-Renderings und der Animation. Auch hier spielt das Zusammenspiel zwischen Prozessor, Northbridge (Chipsatz) und Speicher erneut eine übergeordnete Rolle.
- Weitere Informationen: Maxon.de [12]
- Download: Maxon.de [11] (eingeschränkte Demoversion)
Cinema 4D
Angaben in Minuten, Sekunden
|
Cinema 4D scheint eher wenig aussagekräftig bezogen auf die Performance von Mainboards zu sein. Hier limitiert klar die CPU. Die Sekunde Vorsprung der nForce2 Platinen ist demnach zu vernachlässigen.
Seti@Home
- Besonders stolz bei unserem Vergleichtest sind wir natürlich auf die Einbeziehung des Textclienten von Seti@Home (3.03). Aufgrund der langen Laufzeit sollte sich hier ein klares Bild über die Leistung der einzelnen Mainboards ergeben. Um die Ergebnisse vergleichbar zu halten, kam immer die gleiche Work Unit mit einer Angle Range von 0,417 zum Einsatz.
- Weitere Informationen: ComputerBaseTeam.de [13]
- Download: berkeley.edu [14]
Seti@Home
Angaben in Stunden, Minuten
|
Seti@Home spricht eine deutliche Sprache. Ganze fünf Minuten mehr benötigt das MSI KT6 Delta für die Berechnung ein und derselben Workunit im Vergleich zu der Konkurrenz mit nForce2 Chipsatz. Dieser Test ist auch der zeitaufwendigste in unserem Parcours, weshalb sich kleine Schwächen hier schnell addieren.
3DMark 2001 SE
- Der 3DMark 2001SE ist ohne Frage das beliebteste Programm zur Bewertung eines "Gamer-PCs". In einer Reihe synthetischer, aber recht praxisnaher Einzeltests (zum Teil basierend auf der Max Payne Engine) wird vor allem der Grafikkarte alles abverlangt. Neben der Grafikkarte werden hier CPU und Speicher bzw. deren reibungslose Kooperation besonders in den Vordergrund gestellt. Allerdings ist der Benchmark in den letzten Monaten immer öfter in die Kritik geraten, weil man ihm parteiische Messungen zu Gunsten nVidias oder andere Manipulationen zu Gunsten eines Hersteller nachweisen konnte.
- Weitere Informationen: Futuremark.com [15]
- Download: ComputerBase.de [16]
3DMark2001 SE
Angaben in Punkten
|
Wie schon in unserem letzten Review verzichten wir auf die 03er Version des 3D Marks und ziehen abermals der Vorgänger zum Vergleich heran. Das MSI liegt zwar weiterhin auf dem letzten Platz. Doch die Unterschiede der einzelnen Kontrahenten sind geringer geworden. Startet der KT600 doch noch seine große Aufholjagd?
Quake 3 Arena
- Quake 3 Arena und auf dieser Engine basierende Programme gelten als die speicherabhängigsten Spiele überhaupt. Neben den Latenzzeiten spielt hier vor allem die reine Bandbreite eine entscheidende Rolle, weshalb die Canterwood- und Springdale-Chipsätze mit ihren bis zu 6,4 GB/s hier zumeist die Führung übernehmen. Ein nützliches Tool, dass das Benchmarken mit dieser Software enorm erleichtert, ist der Q3Bench. Hier können vordefinierte Configs sowie die gewünschten Auflösungen und Detailstufen gewählt werden. Das Protokollieren der Ergebnisse übernimmt der fleißige Helfer ebenfalls.
- Weitere Informationen: guru3d.com [17]
- Download: G256.com [18]
Quake 3 Arena
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
In Quake 3 nun ein völlig unterschiedliches Bild. Unter 640x480, wo es insbesondere auf die Mainboard und RAM-Performance ankommt, verteidigt das MSI KT6 Delta seinen letzten Platz, kann sich jedoch unter 1280x1024 um ganze 3 Frames pro Sekunde absetzen. Auch wir starrten zunächst etwas ratlos auf die Frametabelle, doch die Ergebnisse waren absolut reproduzierbar. Hier scheint man bei MSI wohl besonderen Ehrgeiz in die AGP-Performance gesteckt zu haben.
Comanche 4
- Comanche 4 ist ein recht neues Spiel, welches exzessiven Einsatz von den Pixelshadern moderner Grafikkarten zur Darstellung der detaillierten Landschaft, sowie des schön animierten Wassers und reflektierender Flächen macht. Bei durchschnittlichen 30 fps beträgt der Polygondurchsatz runde 6 Millionen pro Sekunde. Bei uns im Test konnten teilweise über 10 Millionen Polygone pro Sekunde dargestellt werden, was natürlich auf die starke Unterstützung der Grafikkarte durch den Prozessor zurückzuführen ist.
- Weitere Informationen: Novalogic.com [19]
- Download: Novalogic.com [20]
Comanche 4
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Comanche 4 scheint so etwas wie die Paradedisziplin des KT600 zu sein. Das KT6 Delta kommt zwar nicht am Epox 8KRA2+ vorbei, gegen die nForce2 Front kann es sich jedoch gut behaupten. Eine kleine Lichtung im dichten, nVidia-grünen Wald für den VIA-Chip.
UT2003
- In einem Report [21] hatten wir uns bereits den Hardwareanforderungen der Demo angenommen und ein fast perfektes Umfeld für einen CPU-Test vorgefunden. Denn wie schon UT (1) ist auch UT2003 stark von Prozessor und Speicher-Anbindung, also auch dem FSB, abhängig.
- Weitere Informationen: ComputerBase.de [20]
- Download: UnrealTournament2003.com (Demoversion) [22]
UT2003
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Im FlyBy Test zeigt das MSI KT6 Delta abermals, was es zu leisten im Stande ist und setzt sich mit knapp 2 Frames Vorsprung an die Spitze des Feldes. Beim Botmatch bleibt jedoch nur der vierte Platz hinter den drei nForce2 Platinen und vor dem 8KRA2+.
HD Tach
- HD Tach ist ein kleines, aber feines Tool zur Bestimmung der Festplattengeschwindigkeit bzw. der Fähigkeit des geforderten Controllers, Daten anzufordern und entgegen zu nehmen. Zudem können Zugriffszeit und - noch wichtiger - die CPU Auslastung beim Festplattenzugriff bestimmt werden.
- Weitere Informationen: tcdlabs.com/hdtach.htm [23]
- Download: tcdlabs.com [24] (Demo)
| MSI KT6 Delta | EPoX 8RDA3+ | Leadtek Winfast | |
|---|---|---|---|
| Read Speed (Burst) | |||
| max | 47019,0 KB/s | 46960 KB/s | 46969 KB/s |
| min | 12464,0 KB/s | 7633 KB/s | 8170 KB/s |
| avg | 35460,6 KB/s | 37188,9 KB/s | 36971,3 KB/s |
| CPU utilization | 11,0% | 9,3% | 8,8% |
| Zugriffzeit | 13,5ms | 13,7 ms | 13,4 ms |
Während das MSI KT6 Delta bei den maximalen und minimalen Transferraten gegenüber der Konkurrenz mit nForce 2-Chipsatz leicht in Führung geht, liegt das Mittel doch leicht zurück. Auch in der CPU-Auslastung muss sich der KT600 hier geschlagen geben - auch wenn 11% im vollkommen erträglichen Rahmen liegen. Die Differenzen in der Zugriffszeit sind wohl eher der Messungenauigkeit anzukreiden. Besitzer der deutschen Windows XP Version mit installiertem SP1 sollten übrigens diesen Patch [25] installiert haben, um keine zu hohe Prozessorlast beim Festplattenzugriff zu haben.



ScienceMark 2.0
- Der ScienceMark in der Version 2.0 ist eine umfassende Benchmarkssuite mit vielen verschiedenen mathematischen und physikalischen Berechnungen. Zudem besitzt die Suite einen umfangreichen Cache- und Memory-Test, wo sich das Subsystem zwischen Prozessor und Hauptspeicher prüfen lässt.
| MSI KT6 Delta (KT600) |
Epox 8RDA3+ (nForce2 Ultra 400) |
|
|---|---|---|
| Memory Bandwidth (höher ist besser) | ||
| L1 Cache | 19511 MB/s | 21627 MB/s |
| L2 Cache | 5626 MB/s | 5818 MB/s |
| Memory | 2745 MB/s | 2717 MB/s |
| Cache/Memory Latency (weniger ist besser) | ||
| L1 Cache - 32byte stride | 3 cycles / 1,36ns | 3 cycles / 1,36ns |
| L2 Cache - 4byte stride | 3 cycles / 1,36ns | 3 cycles / 1,36ns |
| L2 Cache - 16byte stride | 5 cycles / 2,27ns | 5 cycles / 2,27ns |
| L2 Cache - 64byte stride | 24 cycles / 10,68ns | 24 cycles / 10,92ns |
| L2 Cache - 256byte stride | 20 cycles / 9,07ns | 20 cycles / 9,10ns |
| L2 Cache - 512byte stride | 20 cycles / 9,07ns | 20 cycles / 9,10ns |
| Memory - 4byte stride | 9 cycles / 4,08ns | 9 cycles / 4,09ns |
| Memory - 16byte stride | 39 cycles / 17,69ns | 32 cycles / 14,56ns |
| Memory - 64byte stride | 138 cycles / 62,58ns | 126 cycles / 57,32ns |
| Memory - 256byte stride | 183 cycles / 82,98ns | 202 cycles / 91,90ns |
| Memory - 512byte stride | 187 cycles / 84,80ns | 204 cycles / 92,81ns |
ScienceMark findet sich zum ersten Mal in unserem Parcour wieder und bei der Fülle an Werten ist es nicht leicht den Überblick zu behalten. Auffällig ist auf jeden Fall, dass in diesem Benchmark die Memory Bandbreite des MSI KT6 Delta mit KT600 höher liegt als die des Epox 8RDA3+ mit nForce2. Damit widersprechen sich die Ergebnisse mit den Erfahrungen aus SiSoft Sandra und Cachemem. Die Bandbreite zum L1 Cache ist beim Epox jedoch rund 2GB pro Sekunde höher. Bei den Latenzen liegt mal das eine, mal das andere Board vorne.
Fazit
Nach diesem Test müssen wir sicherlich zwei Fazite ziehen. Als erstes ein paar Worte zum VIA KT600:
VIA hat in der Performance zwar zu nVidia aufgeholt, aber nicht eingeholt - unser Resumée aus dem EPoX-Preview bleibt somit bestehen. In dem ein oder anderen Test muss VIA weiterhin deutlich einstecken kann sich allerdings erstmals seit einer halben Ewigkeit durchaus auch einmal an die Spitze setzen. Für ein endgültiges Machtwort kann VIA nur noch auf den ominösen KT880 hoffen, der laut einigen Gerüchten zur "Abschiedstour" des Sockel A doch noch mit einem Dual-Channel Interface auftreten soll, und den Kampf um die schnellste Sockel A Platine zu Gunsten von VIA entscheiden könnte. Zurück zum Ist-Zustand, dem KT600. Denn auch wenn der Chip in der Geschwindigkeit nur selten zum nForce 2 aufschließen kann, hat er durchaus seine Berechtigung. Denn schließlich stellt er den ersten VIA-Chip dar, der den FSB400 stabil ermöglicht. Und in diesem Aspekt und der Ansteuerung von DDR400 schlug sich der Chipsatz ohne Fehl und Tadel. Doch neben der Northbridge hat VIA mit der neuen VT8237 Southbrigde eine wesentlich gewichtigere Neuentwicklung erschaffen, die sich vor nVidias MCP-T nicht verstecken braucht und sogar integriertes Serial-ATA vereint, was wir bisher nur von Intels ICH5 kennen. Nicht zuletzt aufgrund der in letzter Zeit gehäuften Probleme mit nVidas nForce 2, dem fragwürdigen Treibersupport und dem Bios-Bug [26] dürften sich Kunden, die nicht auf die letzten (unwichtigen) Zehntelframes aus sind, durchaus den Kauf einer Platine mit KT600 durch den Kopf gehen lassen.
MSI hat es mal wieder geschafft mit dem KT6 Delta FISR2 eine solide Plattform für den Sockel A zu entwickeln. In der Performance musste man sich zwar der Konkurrenz geschlagen geben, dafür trumpft das Board im Layout und in der Ausstattung auf. Jedoch sollte man die Leistung des Epox 8KRA2+ KT600 Board auch nicht überbewerten. Offensichtlich war die Platine in der Revision 0.3 als reines Presseboard gehandelt und das BIOS voll auf Leistung getrimmt. Bis auf die digitalen S/PDIF Anschlüsse wurden alle verfügbaren Anschlüsse nach außen geführt und bieten hervorragende Anschlussmöglichkeiten. Während unseres gesamten Test wies das Board keinerlei Patzer in der Stabilität auf, und meisterte sämtliche Tests ohne Zicken. Das BIOS ist übersichtlich und alle relevanten Einstellungen lassen sich bequem einstellen und das Board somit nach Herzenslust tunen. Zudem bietet das Board sehr gute Overclockingmöglichkeiten. 2,3 Volt V-Core, 3,3 Volt V-DIMM und 2,1 Volt AGP Spannung sagen eigentlich schon alles aus. Zahlen die bei einigen Usern das Herz höher schlagen lassen. Ein gutes Stück Hardware, welches für rund 120 Euro im Handel erhältlich ist.

