Auftakt
Ring frei für eine weitere Runde. Ring frei für einen weiteren Vertreter der Sockel 754-Chipsatz-Zunft. Denn auch wenn AMD am 1. Juni [1] den Grundstein für den Wechsel der Mainstream- und Enthusiasten-Schiene auf den Sockel 939 gelegt hat, so hat der kleine Bruder mittelfristig nicht gravierend an Attraktivität verloren. Die Plattform ist außergewöhnlich preiswert und für aktuelle und zukünftige Aufgaben definitiv leistungsfähig genug. Nur an den Chipsätzen haperte es bisher noch. Zwar bieten ALi, nVidia, SiS und VIA allesamt mehr oder weniger hoch integrierte und schnelle Chipsätze an. Wirklich etabliert haben sich bisher jedoch nur der K8T800 aus VIAs Feder und der nForce 3 150 von nVidia. Und nicht nur wir mussten den nForce 3 150, einem offensichtlichen Derivat des nForce 3 Pro für den Sockel 940, in einem Artikel [2] kurz nach der Markteinführung des Athlon 64 mit kritischen Worten bedenken.
Zwar bot der Chip (bis auf wenige Ausnahmen) die von einem Prozessor mit integriertem Speichercontroller zu erwartende Leistung, wie ein Test des Shuttle XPC SN85G4 [3] einige Monate später nochmals unterstrich. An Features fehlte es ihm jedoch gewaltig. So wollen wir uns in diesem Artikel dem Nachfolger, dem nForce 3 250 (Gb), widmen, den uns EPoX in Form des EP-8KDA3+ in einer frühen Vorserien-Revision (0.3) zur Verfügung gestellt hat. Und ganz nebenbei klären wir erste Fragen bezüglich der Sockel 939-Plattformen, da der für diese Boards von nVidia aus der Taufe gehobene nForce 3 Ultra unter der Haube dem 250 (Gb) - bis auf den auf 1000 Mhz angehobenen HyperTransport-Bus - bis ins Detail gleicht.
Der nForce 3 250 (Gb)
Wir möchten an dieser Stelle auf die Features, die der nForce 3 250 (Gb) von seinem Vorgänger geerbt hat, nicht mehr in Textform eingehen und verweisen diesbezüglich auf die Tabelle auf der nächsten Seite und die vergangenen Schriften zu diesem Thema. Vielmehr soll es in den folgenden Abschnitten um die ohne Frage zahlreichen Neuerungen gehen, die den nForce 3 250 (Gb) zu einer lobenswerten Weiterentwicklung machen.
Fangen wir mit einem - unseren Messungen nach - eher unbedeutenden Novum an, das in Sachen Marketing allerdings eine der entscheidenden Rollen auf dem Athlon 64-Sektor spielt: Den HyperTransport-Bus. Wurden und werden die meisten CPUs über einen Front-Side-Bus an die restliche Peripherie und den Speicher angebunden, erfolgt der Zugriff auf den RAM beim Athlon 64 (FX) / Opteron über eine separate Datenautobahn und die Kommunikation mit anderen Komponenten auf dem Board per seriellem HyperTransport (technische Erläuterung [4]). Zwar hat AMD mit der Vorstellung des Sockel 939 diese Verbindung von ehemals maximal 800 MHz auf 1 GHz beschleunigt und nVidia mit dem nForce 3 Ultra gleich gezogen. Bisher blieb mit dem nForce 3 150 (Pro) jedoch den alten Vorgaben von 800 MHz fern und erreichte nur „magere“ 600 MHz bei acht anstatt sechzehn Bit auf dem Weg vom Chipsatz zum Prozessor.
Diesen Flaschenhals (immerhin ging das Duell um den HyperTransport-Bus 6,4 GB/s zu 4,2 GB/s für VIA aus) hat man nun mit dem nForce 3 250 (Gb) behoben. Allerdings - und das zeigten schon damals unsere Messungen [5] mit einem künstlich herunter geregelten K8T800 - bleiben derartige Leistungsunterschiede, die auf dem Papier noch gewichtig aussehen mögen, in der Praxis derzeit noch ungenutzt. Auch unsere Vergleiche zwischen dem nForce 3 250 (Gb) mit einem 800 MHz (16 Bit/16 Bit) breiten und einem künstlich auf 600 MHz (allerdings ebenfalls 16 Bit/16 Bit) herunter geregelten Bus zeigten praktisch keine messbaren Performanceunterschiede. Immerhin, in den technischen Dokumenten herrscht nun wieder Gleichstand.
Eine wesentlich bedeutendere Neuerung stellt die Raid- und SATA-Funktionalität des nForce 3 250 (Gb) dar. Zwar hatte nVidia bereits zu Zeiten des nForce 3 150 versucht, nativ Serial-ATA im Chipsatz unter zu bringen, wie es Intel mit dem ICH5(R) und VIA mit der VT8327 schon länger mit großem Erfolg tun. Geglückt war es den vormals für ihre hoch integrierten Chipsätze so bekannten Ingenieuren jedoch nicht. So liefen externe Raid-Controller auf Athlon 64-Boards mit nVidia-Chipsatz bisher über den mit 133 MB/s sehr stark limitierten PCI-Bus und konnten Enthusiasten nur bedingt überzeugen.
Der nForce 3 250 (Gb) bietet nun einen integrierten SATA-Controller (zwei Ports), der zudem in der Lage ist, mehrere Platten im Raid 0, 1, 0+1 und sowie JBOD (Just a Bunch of Disks) anzusprechen. Als kleines Bonbon ermöglicht es der Chipsatz darüber hinaus, auch Laufwerke mit Parallel-ATA und einen Mix aus SATA- und PATA-Platten in einen Raid-Verbund zu hängen (Unlike competitive RAID solutions, the NVIDIA solution uniquely supports both Serial ATA (SATA) and parallel ATA disk devices within a single RAID array.). Auch den erst kürzlich vorgestellten nForce 2 Ultra 400Gb [6] hat nVidia endlich (Gerüchte [7] hierzu hielten sich beinahe ein Jahr) um dieses Feature erweitert.
Der nForce 3 250 (Gb) (Fortsetzung)
Ein weiteres Feature, das nForce 3 250 Gb (Ja, dieses Mal ohne Klammer! ;) ), nForce 3 Ultra und nForce 2 Ultra 400 Gb gemein haben, ist ein integrierter Gigabit-Ethernet-Controller (GbE-Controller - max. 250 MB/s bei Full-Duplex), der somit ebenfalls nicht mehr über den PCI-Bus mit dem Chipsatz kommunizieren muss. Eine ähnliche Lösung hatte bisher nur Intel mit der CSA-Technologie [8] zu bieten, die es ermöglichte, einen LAN-Controller mit einem 266 MB/s schnellen, führ ihn reservierten Bus direkt an die Northbridge zu binden.
In Sachen Serial-ATA hat nVidia also endlich gleich gezogen. Bezüglich Raid und GbE liegt man leicht in Front. Doch in Zeiten, in denen selbst die Verfechter der noch so kleinen Benchmarkunterschiede vor dem Athlon 64 und den fast immer gleichen Ergebnissen in Mainboard-Tests kapituliert haben, sollte man noch einige Pfunde mehr in die Waagschale werfen, um den potentiellen Kunden ins eigene Boot zu hieven. Und, nVidia hat einen solchen komparativen Wettbewerbsvorteil in Form einer Firewall im nForce 3 250 Gb, nForce 3 Ultra und nForce 2 Ultra 400 Gb integriert. Doch bevor wir uns diesem extravaganten Feature gesondert widmen, wollen wir eben noch die letzten Fakten bezüglich des Chipsatzes klären.
Keine Überarbeitung hat der Sound erfahren, der somit im Vergleich zum Sockel A-Pendant immer noch ohne Dolby Digital 5.1-Funktionalität auskommen muss. Wie wir aus Herstellerkreisen erfuhren, handelt es sich wohl nicht um ein Problem an der Logik oder deren Implementierung im Single-Chip. Vielmehr hat sich die direkte Integration in die Southbridge und die kostspielige Lizenzierung in Relation zur eher schwachen Nachfrage nach einem derartigen Feature nicht gelohnt. So war beim nForce 2 desöfteren zu beobachten, dass Mainboard-Hersteller die zum Betrieb notwendige Zusatzkarte ihrem Paket nicht von Anfang an beilegten, um die Lizenzierung zu umgehen.
Ein dezentes Update erfuhr schlussendlich das USB-Interface, das nun acht anstatt der sechs Ports des nForce 3 150 nach der Spezifikation 2.0 ansprechen kann.
| nVidia nForce 3 150 (Pro) |
nVidia nForce 3 250 Gb |
VIA K8T800 | ||
|---|---|---|---|---|
| Architektur | ||||
| Design | Single-Chip | Single-Chip | Dual-Chip | |
| Northbridge | - | - | VT8385 | |
| Package | - | - | 578-pin BGA | |
| Southbridge | CrushK8 | CrushK8S | VT8237 | |
| Package | 752-pin BGA | 752-pin BGA | 539-pin BGA | |
| Features | ||||
| Hypertransport | 2,4 GB/s (down) 1,2 GB/s (up) |
3,2 GB/s (down) 3,2 GB/s (up) |
3,2 GB/s (down) 3,2 GB/s (up) |
|
| V-Link* | - | - | 8x (533 MB/s) | |
| AGP | 8x | 8x | 8x | |
| AGP-Fix | Ja | Ja | Nein | |
| PCI (Busmaster) | 6 | 6 | 6 | |
| PCI-Fix | Nein | Ja | Nein | |
| PCI Express | Nein | Nein | Nein | |
| USB 2.0 | 6 | 8 | 8 | |
| FireWire | Nein | Nein | Nein | |
| Gigabit-Ethernet | - | Ja | - | |
| Dual-LAN | Nein | Nein | Nein | |
| EIDE** | 2x ATA133 | 3x ATA133 (1x für S-ATA) |
2x ATA133 | |
| Serial ATA | optional | 2x integriert, (+ 2x über PHY) |
2x integriert, (+ 2x über PHY) |
|
| Raid | - | 0, 1, 0+1, JBO, P-ATA+S-ATA möglich |
0, 1, 0+1, JBO | |
| Sound | AC'97 | AC'97 | AC'97 | |
| Modem | MC'97 | MC'97 | MC'97 | |
| FireWall | - | Ja | - | |
* An Stelle des 533 MB/s schnellen V-Links, der bei VIAs Zwei-Chip-Lösung North- und Southbridge verbindet, tritt bei nVidia die sog. StreamThru-Technologie, die dafür sorgen soll, dass die verschiedensten Prozesse im C8KS entsprechend ihrer Priorität abgearbeitet werden.
** Theoretisch ermöglichen K8T800 und nForce 3 250 Gb die Ansteuerung von bis zu vier S-ATA-Ports. Hierfür müsste in beiden Fällen auf einen P-ATA-Port verzichtet und auf einen externen PHY gesetzt werden. Entschließt sich der Hersteller auf einem nForce 3 250 Gb-Board gegen die Implementierung von S-ATA, so könnte er den freien Kanal theoretisch für einen dritten P-ATA-Port nutzen.
Die Firewall
Widmen wir uns nun endlich dem schon eben kurz angesprochenen Thema Firewall - ein herausstechendes Merkmal der neuen nVidia-Chipsätze nForce 3 250 Gb, nForce 3 Ultra und nForce 2 Ultra 400 Gb. Da auch der Tester ein erstes Mal mit dieser Lösung in Berührung kam und das Paket aus CK8S und Software nach dem bekannten "Trial&Error"-Prinzip erkundet hat, wollen wir die folgenden Abschnitt in einen kleinen Erfahrungsbericht einrahmen.
Auch der nicht über das Feature informierte Käufer wird spätestens bei der Installation des Chipsatztreibers (in diesem Fall der Version 4.24) hellhörig. Die Installationsroutine verlangt sowohl nach einer Bestätigung zur Aktivierung der Firewall als auch zur Installation einer extra Netzwerk-Software und legt einen gut sichtbaren Shortcut auf dem Windows-Desktop an. Ist der Reboot durchgeführt, prangt das Logo auf der Arbeitsfläche und wird zwecks Befriedigung der Neugierde kurzer Hand doppelt angeklickt. Der sich darauf hin startende Internet-Explorer präsentierte allerdings lediglich eine weiße Seite - das Interface in den nVidia-Präsentationen hatte der Tester anders in Erinnerung. Zwei Neuinstallationen des Treibers sowie einige Konsultationen des BIOS' später erfolgte die Aufklärung: Der aktuelle Treiber arbeitet nur mit einem Tastaturlayout zusammen, das die Eigenschaft Großbritannien inne hat. Sekunden später zeigte sich die volle Pracht der Konfigurationssoftware.


Die „Startseite“ bietet einen Einstieg in das reichhaltige Angebot, ohne den Nutzer gleich bei seinem ersten Besuch zu erschlagen. Ist das linke Menü komplett geöffnet (Bild 2), sieht es schon etwas anders aus. Nach ersten Gehversuchen wird allerdings schnell klar, dass nVidia eine Trennung zwischen weniger versierten Kunden und Firewall-Auskennern anstrebt und diese auch zielsicher verfolgt. In den zwei übergeordneten Kategorien Ethernet und Firewall gibt es jeweils oberflächliche Einstellungsmöglichkeiten und tiefer gehende Menüs. Wir wollen auf die Einstellungsmöglichkeiten des Ethernet-Interfaces an dieser Stelle nicht gesondert eingehen und diese nur anhand zweier Screenshots wiedergeben.
Schlägt sich der Nutzer wagemutig in die Tiefen der Firewall-Einstellungsmöglichkeiten, wird all zu voreiligem Handeln schnell ein Riegel vorgeschoben. So sind praktisch alle Detail-Einstellungen standardmäßig gesperrt. Der Nutzer wird hierbei deutlich darauf hingewiesen, dass er den Rahmen der vorgegebenen Profile verlassen muss, um eigene Einstellungen vornehmen zu können. So begab sich auch der Tester vorerst zurück zu den „Basic Settings“, in denen kurz nach der Installation die Stufe „Medium“ eingestellt ist. Die Spannweite reicht von der Deaktivierung der Firewall bis zum so genannten „LockDown“ - dem hermetischen Abschotten des Netzwerkanschlusses. Will der Nutzer eigene Einstellungen an der Firewall vornehmen, muss er - wie bereits angesprochen - die vorgegebenen Profile verlassen und in eines der drei freien, benutzerdefinierten Themen wechseln, die selbstverständlich abgespeichert werden dürfen.
Hier kann nun entweder mit Hilfe der wirklich verständlichen Wizards ein spezieller Dienst frei geschaltet oder in die Tiefen der Einstellungen eingegriffen werden. Beispielsweise dauert es bei der Installation eines FTP-Servers nur drei Schritten, bis der Port 21 frei geschaltet ist.



Kurz gesagt: Es gibt praktisch keine Einstellung, die der Nutzer unangetastet lassen muss. Auch wenn die bereits einen sehr guten Eindruck vermittelnde Online-Hilfe bei vielen Fragen mit Antworten bereit steht, raten wir zur wirklich lückenlosen Konfiguration zu zusätzlicher Lektüre, die im Internet zum Glück allerorts anzutreffen ist.
Um den Benutzer über den aktuellen Status der Firewall zu informieren, bietet das Kontrollzentrum eine ganze Reihe an grafischen und tabellarischen Statistiken sowie ein aussagefähiges Log über abgefangene Anfragen aus dem Netz. Auch die Fern-Administration ist binnen weniger Sekunden einstellbar. Standardmäßig ist die Konfiguration nur über den PC, in dem das Mainboard steckt, möglich. Sie kann jedoch in wenigen Schritten auch für den Zugriff von Außerhalb eingerichtet werden. Es genügt die Freigabe sowie die Vergabe eines Passwortes (wahlweise kann der Zugang auf eine bestimmte IP-Adresse begrenzt werden). Sind IP und Port der Konfigurationssoftware bekannt, kann ab sofort unter Eingabe eines Standard-Logins und dem selbst gesetzten Passwort aus der Ferne an den Einstellungen justiert werde.



Insgesamt vermittelt selbst die frühe Version der Firewall - bis auf die Probleme mit der Ländereinstellung - einen sehr guten Eindruck. Die Fülle an Einstellungsmöglichkeiten und Statistiken bietet dem versierten Nutzer den Spielraum, den er zur Sicherung seiner individuellen Bedürfnisse benötigt, ohne den unerfahrenen Nutzer vor eine unlösbare Aufgabe zu stellen. Das voreingestellte Profil bietet guten Schutz bei ebenso guter Anwendungs-Kompatiblität. Die geläufigsten Dienste, die unter diesem Profil nicht laufen, sollten durch den Einsatz der Wizards zur Zusammenarbeit überredet werden können.
EPoX EP-8KDA3+
Lieferumfang
Der Lieferumfang des EPoX EP-8KDA3+ ist üppig. AirFlow-Kabel und Brackets sind eine gerne gesehene Beigabe. Das EPoX-Powerpack darf hingegen mit einem Schmunzeln betrachtet werden. Wer sich an die Montage der selbstklebenden MOSFET-Kühler wagt, sollte dabei tunlichst vermeiden, Kontakt zur Stromversorgung des Mainboards herzustellen.
- EPoX EP-8KDA3+
- 2x ATA66/100/133 (AirFlow), 1x Floppy (AirFlow), 2x Serial ATA (Daten), 2x Serial ATA (Strom)
- 1x USB2.0-Blende (2 Ports)
- 1x Gameport-, Comport-Blende
- ATX-Blende
- Treiber-CD, Treiberdisketten, Handbuch (englisch), Quick-Installation-Guide (deutsch)
- EPoX-Powerpack: Schraubendreher, MOSFET-Kühler, Sticker
Das BIOS
Das BIOS zeigt sich in gewohnter EPoX-Manier. Schon der Bootscreen gibt Auskunft über Taktraten, Timings, Lüfterdrehzahlen und Temperaturen. Die Einstellungen sind komplett. Lediglich die Deaktivierung des Silicon-RAID-Chips war in unserer Version nicht möglich. Auf Anfrage teilte uns EPoX mit, dass an dem Problem bereits gearbeitet wird, eine Realisierung sich jedoch als äußerst schwierig erweist, da der Taktgeber des Silicon-Chips direkt auf dem Frequenzgenerator des Mainboards sitzt und somit nicht einfach deaktiviert werden kann. Ein Feature vermissen wir leider auch im 8KDA3+: Eine Lüftersteuerung. Als der Tester zwecks Nachtest auf dem Asus K8V in den Genuß des dort eingesetzten Q-Fans kam, welches dafür sorgt, dass der Lüfter dank niedriger Verlustleistung und Cool'n'Quiet unter Windows und selbst in Anwendungen nur selten lautstark zu Werke geht, wurde ihm dieser Umstand umso bewußter. Erst kürzlich hat EPoX ein solches Feature auf den hauseigenen i915-Platinen vorgestellt. Asus zeigt, wie sinnvoll eine solche BIOS-Erweiterung gerade auf dem Athlon 64-Sektor ist. Positiv überrascht hat uns hingegen der perfekt auf 200,00 MHz justierte Referenztakt der Athlon-CPU.
| EPoX EP-8KDA3+ | ||
|---|---|---|
| Version | 05.07.2004 | |
| Speichereinstellungen | ||
| Speichertakt | Auto, 400, 333, 266, 200 | |
| Timing-Modes | By SPD, Manuel | |
| CAS Latency (CL) | 2;2,5;3 | |
| RAS to CAS Delay (tRCD) |
2-7 | |
| RAS Precharge (tRP) |
2-6 | |
| Active to Precharge Delay (tRAS) |
5-15 | |
| Burst Length | - | |
| Overclocking | ||
| Taktraten | ||
| HyperTransport | 200-350 MHz | |
| Speichertakt HT:DRAM |
1:1 2:1 6:5 3:2 |
|
| AGP/PCI Takt | 66-100 MHz | |
| AGP/PCI-Fix | ja | |
| CPU-Multi | 8-20 | |
| Spannungen | ||
| CPU | 1,55 bis 1,70 V | |
| DRAM | 2,5 Bis 2,8 V | |
| AGP | 1,5 bis 1,8 V | |
| Chipsatz | 1,60 bis 1,75 V | |
| OnBoard-Komponenten | ||
| Abschaltbar | bis auf Silicon-RAID | |
| Besonderheiten | ||
| Cool'n'Quiet | ja | |
| Lüftersteuerung | nein | |
Layout
Das EPoX EP-8KDA3+ ist schon auf den ersten Blick „typisch EPoX“. Grünes PCB, lila AGP und sechs PCI-Slots - klare Merkmale der Platinen aus diesem Hause. Das Board macht einen aufgeräumten Eindruck und bietet gerade um das Retention-Modul viel Platz. Das EPoX-8HDA3+ mit K8T800 bot hier deutlich weniger Spielraum für die Befestigungsklammern des CPU-Kühlers. In Sachen Stromversorung setzt EPoX auf eine Lösung mit lediglich zwei Phasen, die unserem Board im Betrieb keinerlei Probleme bereitete. Die Stromanschlüsse sitzen praktisch neben den MOSFETS und sorgen so für extrem kurze Leiterbahnen. Der Abstand ist ausreichend, um Kabel problemlos am Sockel vorbei zu führen. Berührungsängste brauchen auch AGP-Karten mit ausladenden Kühlern nicht zu haben.




Anders sieht es diesbezüglich mit den beiden Serial-ATA-Ports des nForce 3 250 Gb aus. Diese sind - höchst unglücklich - direkt über dem AGP-Port positioniert. Herstellerangaben zufolge gibt es kaum eine andere Möglichkeit, die beiden Stecker in der Nähe des Chipsatzes unter zu bringen, da es an anderer Stelle Probleme mit den PCI-Slots oder dem Silicon Image-Controller gäbe, der am Platinenende vier weitere S-ATA-Ports zur Verfügung stellt. So logisch diese Erklärung auch klingen mag: Der rückwärtige, aktive Kühler unserer MSI-Karte ließ die Bestückung der Anschlüsse nicht zu und musste demontiert werden. Karten, die auf der Rückseite nur ein Kühlblech aufweisen, sind von dieser Problematik zum Glück ebenso ausgeschlossen wie ihre ungekühlten Verwandten.



Dass der auf dem EP-8KDA3+ eingesetzte Attansic-Chip die Notabschaltung des Systems einwandfrei beherrscht, konnten wir in einem ungewollten Testlauf ohne CPU-Kühler eindrucksvoll unter Beweis stellen. Feuerprobe bestanden! Da dieser Chip vormals dafür verschrien war, die Prozessortemperatur nicht an Softwaretools weiter geben zu können, übernimmt nach Recherchen der HardTecs4U [9] auf dem EPoX-Board ein Winbond-Chip diese Aufgabe. Die Molex-Stecker zur Stromversorgung von maximal drei Lüftern liegen gut erreichbar auf dem Board verteilt - zwei am CPU-Sockel und einer am unteren Ende neben dem gesockelten Bios-Chip.
Die Soundausgabe übernimmt der brandneue Realtek-Chip ALC850, der in der Lage ist, sieben Boxen und einen Subwoofer anzusprechen (7.1). Nicht zuletzt dank der hervorragenden Konfigurationssoftware konnte die Soundlösung im Alltag durchweg überzeugen. Ein Pfeifton, wie er bei den geschätzten Kollegen der HardTecs4U auftrat, konnten wir nicht verzeichnen, weshalb wir die dort aufgestellte Vermutung eines Defektes des speziellen Testsamples unterstreichen können.


Die ATX-Blende bietet neben den üblichen PS/2- und USB 2.0-Ports die volle Bandbreite an sechs analogen und zwei digitalen (1x optisch, 1x coaxial) Soundbuchsen. Einen FireWire-Port sucht man hier wie auf den Brackets vergeben. Kein Wunder, bietet die Platine dieses Feature leider nicht. Schlussendlich soll auch die von EPoX bekannte Diagnose-Anzeige nicht unerwähnt bleiben.


Eins muss man dem Testsample des EPoX EP-8KDA3+ dann auf jeden Fall noch lassen. Trotz früher Entwicklungsrevision 0.3 machte die Platine einen ausgereiften Eindruck - manuell gesetzte Kabel und Lötstellen konnten nicht ausfindig gemacht werden.
Benchmarks
Speichertests
SiSoft Sandra 2003 Max
- Offizielle Website:
www.sisoftware.co.uk [10]
- Download:
ComputerBase.de [11]
- Kostenpunkt: kostenlose Standardversion
- Was benchen wir?
- Arithmetik- und Multimedia-Leistung der CPU, Speichertransferraten.
- Besondere Einstellungen: - keine -
- Arithmetik- und Multimedia-Leistung der CPU, Speichertransferraten.
Sisoft Sandra 2003 MAX - Speicher
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Audio-Encoding
Ogg Vorbis
- Offizielle Website:
Vorbis.com [12]
- Download:
Vorbis.com [13] (Oggdrop)
- Kostenpunkt: Freeware
- Was benchen wir?
- Komprimieren einer Wave-Datei in OGG-Vorbis mittels Ogg-Drop: "Iron Butterfly - In-A-Gadda-DA-Vida" CD Rip, 17,04 Minuten, 180,75MB.
- Besondere Einstellungen: nominal Bitrate 320 kBps (Quality 9)
- Komprimieren einer Wave-Datei in OGG-Vorbis mittels Ogg-Drop: "Iron Butterfly - In-A-Gadda-DA-Vida" CD Rip, 17,04 Minuten, 180,75MB.
Ogg Vorbis
Angaben in Minuten, Sekunden
|
Video-Encoding
XMPEG 5.0 Divx 5.1
- Offizielle Website:
Mp3guest.com [14]
- Download:
Download.de [15]
- Kostenpunkt: Freeware
- Was benchen wir?
- XMPEG 5.0 encodiert einen 328MB großen THX-Werbetrailer aus dem von DVD gerippten vob-Format in ein DivX 5.1. Heraus kommen 47,35 MB.
- Besondere Einstellungen: no audio, divx 780 kbps, "home theater", disable logo, disable feedback windows, crop 720x480 auf 720x309, DivX Commandozeile: "-bv1 780 -psy 2 -key 300 -p -b -sc 50 -pq 5 -vbv 6951200,3145728,2359296 -profile 3 -nf"
- XMPEG 5.0 encodiert einen 328MB großen THX-Werbetrailer aus dem von DVD gerippten vob-Format in ein DivX 5.1. Heraus kommen 47,35 MB.
XMPEG 5.02 Divx 5.1
Angaben in Minuten, Sekunden
|
CAD & 3D-Rendering
Spec Viewperf 7.1
- Offizielle Website:
Specbench.org [16]
- Download:
Specbench.org [17]
- Kostenpunkt: kostenlos
- Was benchen wir?
- Alle in Spec Viewperf 7.1 enthaltenen Benchmarks werden ausgeführt.
- Besondere Einstellungen: - keine -
- Alle in Spec Viewperf 7.1 enthaltenen Benchmarks werden ausgeführt.
Spec Viewperf 7.1 proe-02
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Spec Viewperf 7.1 ugs-03
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Spec Viewperf 7.1 light-06
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Spec Viewperf 7.1 dx-08
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Spec Viewperf 7.1 drv-09
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Spec Viewperf 7.1 3dsmax-02
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Cinema 4D 8.1
- Offizielle Website:
Maxoncomputer.com [18]
- Download:
Maxoncomputer.com [19]
- Kostenpunkt: kostenlose Demoversion
- Was benchen wir?
- Rendern zweier Demos in der aktuellen Ansicht (render view).
- Besondere Einstellungen: caust static (320x240 NTSC), cloud sun (640x480 NTSC)
- Rendern zweier Demos in der aktuellen Ansicht (render view).
Cinema 4D 8.1 - Caustatic Animated
Angaben in Minuten, Sekunden
|
Spiele
3DMark03
- Offizielle Website:
Futuremark.com [20]
- Download:
ComputerBase [21]
- Kostenpunkt: kostenlos
- Was benchen wir?
- Durchlauf des Benchmarks unter "Default"-Settings
- Besondere Einstellungen: Update auf Version 330.
- Durchlauf des Benchmarks unter "Default"-Settings
3DMark03
Angaben in Punkten
|
3DMark03 CPUMark
Angaben in Punkten
|
Comanche 4
- Offizielle Website:
Novalogic.com [22]
- Download:
Novalogic.com [23]
- Kostenpunkt: kostenlose Demoversion
- Was benchen wir?
- Comanche-Demo in 1024x768 bei 32 Bit.
- Besondere Einstellungen: texture compression, disable sound, disable vsync, hardware shaders, full screen antialiasing 0
- Comanche-Demo in 1024x768 bei 32 Bit.
Comanche 4 - 1024x768x32
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Serious Sam - The Second Encounter
- Offizielle Website:
Serioussam.com [24]
- Download:
Fileplanet.com [25] (Demo)
- Kostenpunkt: 10,00 Euro (Amazon.de [26])
- Was benchen wir?
- Serious Sam - The Second Encounter - Version 1.07
- Besondere Einstellungen: 3DCenter.org 32bit HQ++ Settings, Demo „Große Kathedrale“
- Serious Sam - The Second Encounter - Version 1.07
Serious Sam - 1024x768x32 HQ++
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Unreal Tournament 2003
- Offizielle Website:
Blizzard.de [27]
- Download:
Atari.com [28]
- Kostenpunkt: kostenlose Demoversion
- Was benchen wir?
- Ur-Demo Version 2206.
- Besondere Einstellungen: 1024x768
- Ur-Demo Version 2206.
Unreal Tournament 2003 - Flyby
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Unreal Tournament 2003 - Botmatch
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Schnittstellen
USB 2.0
- Offizielle Website:
Tcdlabs.com/hdtach.htm [29]
- Download:
HT4U.de [30]
- Kostenpunkt: kostenlose Demoversion (keine Schreibtests möglich)
- Was benchen wir?
- Geschwindigkeit der Übertragung auf eine externe USB2.0-Platte von Iomega.
- Besondere Einstellungen: - keine -
- Geschwindigkeit der Übertragung auf eine externe USB2.0-Platte von Iomega.
HD-Tach - USB2.0
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
ATA133
- Offizielle Website:
Tcdlabs.com/hdtach.htm [28]
- Download:
HT4U.de [29]
- Kostenpunkt: kostenlose Demoversion (keine Schreibtests möglich)
- Was benchen wir?
- Geschwindigkeit der Übertragung auf eine interne ATA-100 Platte von IBM (IC35LC040).
- Besondere Einstellungen: - keine -
- Geschwindigkeit der Übertragung auf eine interne ATA-100 Platte von IBM (IC35LC040).
HD Tach - ATA133
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
SATA
- Offizielle Website:
Tcdlabs.com/hdtach.htm [28]
- Download:
HT4U.de [29]
- Kostenpunkt: kostenlose Demoversion (keine Schreibtests möglich)
- Was benchen wir?
- Geschwindigkeit der Übertragung auf ein Raid-0 (16K Cluster) bestehend aus zwei Serial ATA-Platten von Seagate (120GB).
- Besondere Einstellungen: - keine -
- Geschwindigkeit der Übertragung auf ein Raid-0 (16K Cluster) bestehend aus zwei Serial ATA-Platten von Seagate (120GB).
HD Tach - SATA
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Fazit
nForce 3 250 Gb
Nun, nach einem durchwachsenen Fazit zum nForce 3 150 (Pro) kommen die folgenden Absätze beinahe einem Stilbruch gleich. Doch was uns der nForce 3 250 Gb an Features gezeigt hat, konnte praktisch auf ganzer Linie überzeugen. Mussten wir seinem Vorgänger noch das fehlende S-ATA-Interface und einen allgemeinen Hang zur Innovationslosigkeit ankreiden, liefert der 250 Gb nicht nur zwei sehr schnelle Serial-ATA-Ports samt bekannter Raid-Modi mit. Er ermöglicht darüber hinaus als erster Chipsatz einen Mix aus P-ATA- und S-ATA-Platten. Wir gehen davon aus, dass die kurzen Einbrüche in der Übertragungsrate mit späteren Treibern behoben werden. Auch die von uns so oft geäußerte Kritik am angesagten Gigabit-Ethernet-Wahn trifft nVidia als ersten Hersteller - von Intels CSA-Lösung und den erst vor wenigen Tagen vorgestellten i915/i925X-Chipsätzen einmal abgesehen - nicht, da das bandbreitenhungrige Interface nativ in den Chipsatz gewandert ist und den PCI-Bus somit nicht mehr belastet. Dagegen sind der (endlich) auf 6,4 GB/s beschleunigte HyperTransport-Bus, der auch mit weniger Leistung seine Arbeit tadellos verrichten konnte, und die zwei zusätzlichen USB 2.0-Ports als reine Schönheitskorrekturen anzusehen.
Besonders überraschen konnte uns die integrierte Firewall, hat sie unsere Erwartungen doch deutlich übertroffen. nVidia ist es - zumindest in der englischen Version - gelungen, den Wust an Optionen zu ordnen und je nach Kenntnis des Nutzers freizuschalten. Die vorgegeben Profile bieten einen guten Kompromiss aus Sicherheit und Kompatibilität und sind im Bedarfsfall dank selbsterklärender Wizards und guter Online-Hilfe relativ einfach zu ergänzen.
Dass nVidia endlich die vom nForce 3 150 insbesondere in der Spec Viewperf gezeigten Rechengeschwindigkeits-Defizite unter Kontrolle gebracht hat, rundet das Single-Chip-Gesamtpaket nForce 3 250 Gb ab. Ein Chipsatz, den auch wir nun ohne Probleme in einem Atemzug mit VIAs K8T800 nennen können und der - in fast vergessen geglaubter - nVidia-Manier Ideen für eine ganze Branche beinhalten könnte.
EPoX EP-8KDA3+
Das EPoX EP-8KDA3+ hat während der Testphase einen soliden Eindruck hinterlassen. Der Lieferumfang und die Ausstattung liegen auf hohem Niveau, wie man es von EPoX-Produkten in der mit einem Plus gekennzeichneten Variante gewohnt ist. Die Platine zeigte die von einem Athlon 64 zu erwartende Performance, die Stabilität war mit den unterschiedlichsten Speichermodulen ausgezeichnet.
Das Board-Layout macht einen fast durchweg sehr guten Eindruck, der unter dem Manko der beiden S-ATA-Ports aus diesem Grund leider umso mehr leidet. Zwar bietet die Platine vier weitere, gut zugängliche Anschlüsse. Die Vorteile einer nativen Lösung bieten diese jedoch nicht. Ansonsten gebührt insbesondere den nach außen geführten Anschlüssen und den beigelegten Brackets ein deutliches Lob. Schade ist, dass man auf FireWire komplett verzichtet hat.
Den leichten Schatten kann leider auch das lichte BIOS nicht vollkommen von sich weisen. Denn Neben der Fülle an Einstellungsmöglichkeiten hätten wir uns speziell eine Lüftersteuerung gewünscht. (Update: Das EP-8KDA3+ bietet eine automatische Lüftersteuerung namens „Smart Fan“ in der Verkaufsversion)
Nichtsdestotrotz zeigt sich das EPoX EP-8KDA3+ auch und dank des verbauten Chipsatzes als solide Arbeitsplattform mit großem Funktionsumfang, dem aufgrund der gezeigten Schwächen ein Award leider nicht ganz vergönnt ist. Ein Fazit, wie wir es bisher im Großen und Ganzen bei allen Athlon 64-Boards getroffen haben. Die Platine ist für ca. 170 € im Fachhandel erhältlich.
Testsystem
- Prozessor
- Athlon 64 3200+ (2,0 GHz, Single Channel) - Sockel 754
- Motherboard
- Asus K8V Deluxe (Version 1.0, Bios 1007d)
- EPoX EP-8KDA3+ (Version 0.3, Bios 7.5.2004)
- Arbeitsspeicher
- 2x512MB DDR400 TwinMOS Twister
- Grafikkarte
- MSI GeForce FX 5950 Ultra (GeForce FX 5950 Ultra)
- Peripherie
- Asus CRW 4012A
- IBM IC35LC040
- Treiberversionen
- nVidia Detonator 61.32
- nVidia nForce Treiberpaket 4.24
- VIA Hyperion 4.51 Pro
- Software
- Microsoft Windows XP Professional SP1
- Microsoft Windows Media Player 9
- Microsoft Windows Movie Maker 2.0
- Microsoft DirectX 9.0b



