Einleitung
Mit Veröffentlichung der 8xxer-Chipsatz-Serie hat AMD Ende April dieses Jahres die betagte 7xxer-Serie aus dem November 2007 abgelöst. Höchste Zeit also, einen breiteren Blick auf die neue Serie zu werfen. Nach dem letzten Mainboard-Test mit vier H55-Brettern [1] nehmen wir zu diesem Zweck vier Vertreter des 890GX genauer unter die Lupe. Alle gemeinsam setzten auf HD4290 als internen Grafikchip. Dieser taktet mit 700 MHz und stellt Anschlussmöglichkeiten per VGA, DVI, HDMI oder DisplayPort bereit.
Doch was hat sich überhaupt gegenüber der letzten Chipsatzserie geändert? Im Großen und Ganzen halten sich die Neuerungen in Grenzen. Die für Käufer augenscheinlichste Neuerung ist der Support von SATA mit 6 Gbit/s. Die Unterstützung von USB 3.0 obliegt weiter den Boardherstellern, die dafür auf externe Chips zurückgreifen müssen. Die Southbridge des Chipsatzes stellt „nur“ 14 USB-2.0-Anschlüsse zur Verfügung, des Weiteren sorgt sie für die Unterstützung von Gigabit-Ethernet. Für die Verbindung zur Northbridge sorgt der „A-Link Express 3.0“, die internen Schaltkreise kommunizieren per HyperTransport 3.0.
Die Probanden
Zu Beginn ein kleiner Überblick über die Ausstattung der vier Mainboards mit neuem Chipsatz. Die Angaben wurden den Herstellerseiten entnommen, je nach Board-Revision oder BIOS-Version können sich einige Angaben ändern.
| Asus M4A89GTD Pro/USB3 | Biostar TA890GXE | Gigabyte GA-890GPA-UD3H | MSI 890GXM-G65 | |
|---|---|---|---|---|
| Bild | ||||
| Format, Sockel | ATX, AM3 | µATX, AM3 | ATX, AM3 | µATX, AM3 |
| Chipsatz | AMD 890GX/SB850 | AMD 890GX/SB850 | AMD 890GX/SB850 | AMD 890GX/SB850 |
| Ausbaufähigkeit für Prozessoren |
Sempron 140 Athlon II X2 2xx Athlon II X3 4xx Athlon II X4 6xx Phenom II X2 5x5 Phenom II X3 7xx Phenom II X4 8xx Phenom II X4 9xx Phenom II X6 10xxT |
Sempron 14x Athlon II X2 2xx Athlon II X3 4xx Athlon II X4 6xx Phenom II X2 5xx Phenom II X3 7xx Phenom II X4 8xx Phenom II X4 9x5 Phenom II X6 10xxT |
Sempron 14x Athlon II 1x0u Athlon II X2 2xx Athlon II X3 4xx Athlon II X4 6xx Phenom II X2 5xx Phenom II X3 7xx Phenom II X4 8xx Phenom II X4 9xx Phenom II X6 10xxT |
Sempron 14x Athlon II 170u Athlon II X2 2xx Athlon II X3 4xx Athlon II X4 6xx Phenom II X2 5xx Phenom II X3 7xx Phenom II X4 810 Phenom II X4 9xx Phenom II X6 10xxT |
| Speicher | 4 Slots max. 16 GByte DDR3 Dual-Channel (2000), 1333, 1066 |
4 Slots max. 16 GByte DDR3 Dual-Channel (1600), 1333, 1066, 800 |
4 Slots max. 16 GByte DDR3 Dual-Channel (1866), 1333, 1066 |
4 Slots max. 16 GByte DDR3 Dual-Channel (2133), (1800), (1600), 1333, 1066, 800 |
| PCI- Erweiterungsslots |
2x PCIe 2.0 x16 1x PCIe 2.0 x4 1x PCIe 2.0 x1 2x PCI |
1x PCIe 2.0 x16 1x PCIe 2.0 x1 2x PCI |
2x PCIe 2.0 x16 3x PCIe x1 2x PCI |
2x PCIe 2.0 x16 1x PCIe x1 1x PCI |
| interne Peripherie- anschlüsse |
4x USB 2.0 6x SATA 6 Gbit/s 1x IEEE 1394a 1x Seriell 1x IDE |
3x USB 2.0 5x SATA 6 Gbit/s 1x IEEE 1394a 1x Seriell 1x IDE |
4x USB 2.0 6x SATA 6 Gbit/s 2x SATA 3 Gbit/s 2x IEEE 1394a 1x Seriell 1x IDE 1x Floppy |
4x USB 2.0 5x SATA 6 Gbit/s 1x Seriell 1x IDE |
| Audio | Realtek ALC 892 | Realtek ALC 892 | Realtek ALC 892 | Realtek ALC 889 |
| Backpanel | 2x USB 3.0 4x USB 2.0 1x eSATA 1x IEEE 1394a 1x PS/2 (Tastatur) 1x LAN 6x Audio 1x S/PDIF |
4x USB 2.0 1x eSATA 1x IEEE 1394a 2x PS/2 1x LAN 6x Audio 1x S/PDIF |
2x USB 3.0 4x USB 2.0 1x IEEE 1394a 1x PS/2 (Combo) 1x LAN 6x Audio 1x S/PDIF |
2x USB 3.0 4x USB 2.0 1x eSATA 1x PS/2 (Combo) 1x LAN 6x Audio 1x S/PDIF |
| Grafikausgänge | VGA DVI-D HDMI |
VGA DVI-D HDMI |
VGA DVI-D HDMI |
VGA DVI-D HDMI |
| Lüfter | 1x CPU-Fan 2x Chassis Fan 1x Power Fan |
1x CPU-Fan 2x System Fan |
1x CPU-Fan 2x System Fan 1x Power Fan |
1x CPU-Fan 1x System Fan |
| Stromversorgung | 24 Pin ATX 8 Pin für CPU |
24 Pin ATX 4 Pin für CPU |
24 Pin ATX 8 Pin für CPU |
24 Pin ATX 4 Pin für CPU |
| Sonstiges | 128MB DDR3 Sideport | 128MB DDR3 Sideport | Sideport |
Als einziger Hersteller unter den Testkandidaten verzichtet Biostar beim TA890GXE auf die Unterstützung von USB 3.0, keine sonderlich zukunftsweisende Entscheidung. Anlass zur Kritik gibt auch der Verzicht auf FireWire. Die übrigen Kandidaten verzichten bei der Ausstattung auf keine zum guten Ton gehörenden Schnittstellen und liefern alle ein ähnliches Bild.
Asus M4A89GTD Pro/USB3
Zum Anfang betrachten wird das Asus M4A89GTD PRO [2] genauer. Der Preis liegt mit knapp 120 Euro [3] höher als bei den anderen Vertretern in diesem Test.
- Lieferumfang
- Treiber-DVD
- Handbuch
- I/O-Blende
- 4 x SATA-Kabel (je zwei für 3 Gbit/s und 6 Gbit/s)
- 1 x Ultra-DMA-Kabel
- 1 x VGA-Switch-Card zum Betrieb einer Grafikkarte mit vollen x16 im zweiten Slot
- Steckerkit
Layout
Blaue Kühler, braunes PCB. Diese Farbgebung ist man aktuell von Asus gewöhnt, und auch das M4A89GTD Pro/USB3 wird diesem Bild gerecht. Zwei per kleiner Heatpipe verbundene Kühler in metallblau zieren den Bereich rund um den Prozessor, für die Kühlung der Southbridge sorgt ein recht flacher Kühlkörper. Mit vier Lüfteranschlüssen steht zudem ausreichend Potential zur guten Kühlung des Systems zur Verfügung.



Insgesamt entspricht des Layout des Boards der typischen Aufteilung, der Hersteller geht hier keine neuen Wege. Dennoch sorgt die Position mancher Elemente für etwas Verwunderung. So hat Asus den Button für MemOK! sowie die Umschalter für Core-Unlocker und Turbo-Key oben rechts platziert – also an einem in den meisten Fällen recht unzugänglichen Platz. Die Anordnung nahe der USB- oder SATA-Anschlüsse am unteren Rand wäre sicher sinnvoller, glücklicherweise werden diese Buttons nicht tagtäglich verwendet.
Die besagten Buttons und Schaltern mit ihren Funktionen finden sich auch auf anderen Asus-Baords wieder. Der MemOK!-Knopf muss beim Aufleuchten der Status-LED für inkompatiblen Speicher einige Sekunden gedrückt werden, daraufhin versucht das Mainboard die Speichereinstellungen anzupassen, um booten zu können. Der Core-Unlocker soll bei X2- und X3-Prozessoren deaktivierte Prozessorkerne wieder freigeben können. Ein weiterer Umschalter mit dem Titel Turbo Key II übertaktet das System automatisch.



Lobenswert am M4A89GTD Pro/USB3 ist die Unterstützung von USB 3.0, damit einher geht auch die recht hohe Anzahl der internen USB-2.0-Verbindungen, denn derer sind vier vorhanden. Reine Geschmackssache bei den Anschlüssen ist stets das Anwinkeln diverser Ports. So hat Asus zwei der sechs SATA-Anschlüsse und den IDE-Anschluss um 90° angewinkelt.
Einen Minuspunkt muss das Board für die Speicherbänke in Kauf nehmen. Bei Dual-Channel-Bestückung müssen beide Riegel in den schwarzen oder blauen Slots platziert werden, bei etwas größeren Prozessorkühlern ist davon jeweils einer gerne mal verdeckt, was die Nutzung des Dual-Channel-Modus' unmöglich macht.
Software
Wie üblich öffnet sich nach dem Einlegen der CD von Asus ein Installationsmanager namens InstAll, welcher neben Treibern für Chipsatz, Sound, LAN, USB 3.0 etc. auch die bereits bekannten Übertaktungs- und Stromsparprogramme wie TurboV oder EPU mit sich bringt.



Abgesehen davon sorgt Asus beim M4A89GTD Pro/USB3 für keine Überraschungen im Bereich der Software. Der von anderen Mainboards mit interner Board- oder Prozessorgrafik bekannte GPU Boost Driver für Taktanpassungen beim Grafikchip steht ebenso zur Verfügung wie das kleine Linux-Betriebssystem ExpressGate, welches lediglich einfache Anwendungsaufgaben bereit stellt (wie Mails schreiben, skypen oder surfen), um nicht extra das eigentliche Betriebssystem starten zu müssen.
Weitere Standardanwendungen wie die Testversion eines Antivirenprogramms oder der Adobe Reader finden sich auch auf dem Datenträger.
BIOS
Zur Aktualisierung der BIOS-Version steht das recht einfach bedienbare Programm ASUSUpdate zur Verfügung, es führte im Test das Update ohne jegliche Probleme aus.
Das BIOS selbst hinterlässt einen soliden Eindruck und bietet alle notwendigen Features. Die Hierarchie-Ebenen sind logisch aufgebaut und alle Einstellungsoptionen lassen sich ohne lange zu suchen finden.












Biostar TA890GXE
Der zweite Kandidat hört auf den Namen TA890GXE [4] und stammt vom taiwanischen Hersteller Biostar. Mit gut 90 Euro [5] ist das Board der günstigste im Bunde.
- Lieferumfang
- Treiber-DVD
- Handbuch
- I/O-Blende
- 3 x SATA-Kabel
- 1 x SATA-Stromkabel (von 4-Pin-Molex)
Layout
Mut zur Signalfarbe zeigt Biostar bei der Farbgebung des TA890GXE, die roten Speicherbänke, PCI-Slots und SATA-Anschlüsse fallen direkt ins Auge. Während andere Hersteller bunte Kühlkörper als Blickfang verwenden, fallen die drei Kühler auf dem dunklen PCB hingegen erst beim zweiten Hinsehen auf. Eine Heatpipe zwischen den beiden Kühlern in Prozessornähe fehlt.



Obwohl µATX-Boards nicht den größten Platz bieten, sind alle wichtigen Elemente vorhanden und gut positioniert. Für Verwirrung sorgen die Speicherbänke oder besser gesagt deren Erläuterung im Handbuch. Zwei der Bänke sind rot, zwei weiß. Damit sollten zwei Riegel für den Dual-Channel-Betrieb in beiden roten oder beiden schwarzen Slots untergebracht werden – beim entsprechenden Auslesen der Kanäle per Software bestätigt sich diese Aussage. Im Handbuch steht allerdings, dass bei zwei Riegeln für Dual-Channel je einer in der roten und einer in der weißen Bank stecken muss. Für unerfahrene Benutzer ein ärgerlicher Fehler.


Löblich ist, dass auch Biostar extra Buttons für Power und Reset auf der Platine platziert hat, zudem informiert eine rote LED-Leiste über aktuelle Systemprobleme wie Speicherfehler oder Probleme mit der Grafikkarte. Da die vier LEDs jedoch nur unzureichend beschriftet und verschiedene Leuchtkombinationen möglich sind, ist immer ein Blick ins Handbuch zur Interpretation nötig – das hätte man auch geschickter lösen können.
Auch wenn das Versetzen von Jumpern nicht zu den alltäglichen Aktionen im Umgang mit Computern gehört, sollten diese trotzdem halbwegs zugänglich platziert werden. Dies missglückt Biostar leider mit einem USB-Jumper, welcher genau zwischen dem CMOS-Jumper und einem Kondensator sitzt und somit ohne Zange kaum zu versetzen ist. Kein großer Kritikpunkt, dennoch schade.
Ansonsten gibt das Layout Biostar TA890GXE wenig Anlass für Beschwerden und hinterlässt mit seinem Layout einen soliden Gesamteindruck.
Software
Die beiliegende CD des Biostar-Mainboards beinhaltet den üblichen Umfang an Programmen: Angefangen von benötigten Treibern bis hin zu herstellereigener Software für Aktualisierungen des BIOS' oder zum Übertakten des Systems.
Der TOverclocker bietet neben einer informativen Ansicht der Hardwarekomponenten und deren Eigenschaften sowie einem Hardware-Monitor auch die Möglichkeit das System zu übertakten. Dazu stehen entweder fünf vordefinierte Profile oder manuelle Regler zur Verfügung.
Bereits zum guten Ton bei Mainboard-Herstellern gehört ein Tool zum Stromsparen. Auch wenn die Effizienz und gerade die Anzeige der tatsächlich gesparten Watt wohl eher Spielerei ist, lässt es sich auch Biostar nicht nehmen mit dem Green Power II Utility ein solches Programm mitzuliefern. Auch hier stehen verschiedene Modi zur Verfügung, welche die Stromspareigenschaften steuern. Zudem lässt sich über einen Reiter die interne Grafikkarte des Chips steuern (ob diese mit möglichst hoher Leistung, möglichst niedrigem Verbrauch oder zwei Zwischenstufen laufen soll).
BIOS
Zu Beginn der Betrachtungen wurde das BIOS des Mainboards aktualisiert, mit diesem Update wurden auch die installierten RAM-Riegel korrekt erkannt und die Geschwindigkeit richtig gesetzt. Vorher musste dies manuell korrigiert werden und die RAM-Größe wurde im BIOS falsch ausgegeben, was vermutlich nur auf eine andere Berechnung auf Basis von Megabyte oder Mebibyte zurückzuführen ist. Das Update ging dank des mitgelieferten Programms TSeries BIOS Update problemlos von Statten.
Eine kuriose Eigenart führte das BIOS am Testrechner aus, inwiefern dies auch bei anderen Rechnern zu tragen kommt, ist zwar schwer einzuschätzen, es ist jedoch wahrscheinlich. Beim Booten erkannte das BIOS zunächst die angeschlossene SSD nicht, woraufhin automatisch neugestartet wurde. Beim zweiten Versuch wurde die Hardware stets korrekt erkannt und das Betriebssystem geladen. Dieser Fehler trat bei jedem Booten auf, selbst eine Anpassung der SATA-Einstellungen konnte das Problem nicht beheben. In künftigen BIOS-Aktualisierungen ist jedoch mit einer Problemlösung zu rechnen, jedenfalls wurde Biostar von uns auf den Fehler hingewiesen.













Ansonsten bietet das BIOS des Mainboards alle gängigen Features. Zum Übertakten des Rechners steht ein automatisches System zur Verfügung, dessen Taktungsfreude in drei Stufen festgesetzt werden kann. Wie üblich sind natürlich auch manuelle Eingriffe an sämtlichen Taktfrequenzen möglich, allerdings kann der Multiplikator selbst bei entsprechend freigegebenen Prozessoren aufgrund der fehlenden Möglichkeit im BIOS nicht geändert werden.
Gigabyte GA-890GPA-UD3H
Als dritter Kandidat wird das Gigabyte GA-890GPA-UD3H [6] der ersten Revision genauer betrachtet. Mit seinem Preis von rund 109 Euro [7] ist es hinter dem Asus das zweitteuerste Produkt in diesem Test.
- Lieferumfang
- Treiber-DVD
- Handbuch
- I/O-Blende
- 2 x SATA-Kabel
- 1 x IDE-Kabel
Layout
Beim GA-890GPA-UD3H setzt Gigabyte auf ein blaues PCB, in passender Farbgebung kommen auch die Kühler daher. Diese fallen zumindest in Prozessornähe vergleichsweise groß aus und sind zudem per Heatpipe verbunden. Der Kühler auf der Southbridge weist die gewohnt kompakten Maße auf. Die vier Lüfteranschlüsse stellen genug Möglichkeiten zur Systemkühlung bereit.




Direkt beim Einschalten des ATX-Boards fällt auf, dass Gigabyte weder einen On-Button noch irgendwelche optischen Systemstatus-Indikatoren verbaut hat. Keine einzige LED ziert das Board. Für den Einschaltvorgang praktisch ist dafür der farblich sehr gut akzentuierte Front-Panel-Connector, der das Anstecken der kleinen Stecker an der richtigen Postion erleichtert und keinen Blick ins Handbuch verlangt.
Wie zahlreiche andere Mainboards hat auch das Gigabyte Probleme mit großen CPU-Lüfter in Kombination mit RAM-Riegeln samt Heatspreader. Denn die Bestückung aller vier Slots ist bei Nicht-Boxed-Lüftern mit ausufernder Basis fast unmöglich.
Die übrige Anordnung der Steckplätze gibt kaum Anlass zur Kritik. Bei den SATA-Ports müssten womöglich nicht alle Ports 90° zur Boardfläche stehen, ein großes Problem ergibt sich daraus aber nicht. Das Layout des GA-890GPA-UD3H hinterlässt damit kurzum einen guten Eindruck.
Software
Wie gewohnt bietet die Gigabyte-CD das Tool Xpress Install, das fehlende Treiber erkennt und installiert. Die sonstigen herstellereigenen Hilfsprogrammen zum Energiesparen, Übertakten oder für Systeminformationen entsprechen dem üblichen Inhalt und Umfang.


Somit ist auch das bekannte EasyTune 6 mit von der Partie. Es erlaubt dem Nutzer das einfache Übertakten des Systems. An der Übersichtlichkeit könnte Gigabyte allerdings noch etwas arbeiten, so sollten für einen guten Überblick die aktuellen Taktraten und Temperaturen nicht auf verschiedene Tabs verteilt sein – das bringt beim Übertakten viele unnötige Klicks mit sich.
BIOS
Die Aktualisierung des BIOS mit dem Tool @BIOS ging zu Beginn der Betrachtungen ohne Probleme von Statten.
Das BIOS selbst bietet ein gewohntes Bild. Angefangen vom Mainboard Intelligent Tweaker (M.I.T.), wo sich sämtliche Takteinstellungen sammeln (von Prozessor, Speicher, interner Grafik) über einen Hardware-Monitor bis hin zu normalen SATA- und Power-Management-Einstellungen.









MSI 890GXM-G65
Als nächstes wird das MSI 890GXM-G65 [8] genauer betrachtet, sein Preis von gut 108 Euro [9] liegt mit dem des Gigabyte-Boards auf einem Niveau.
- Lieferumfang
- Treiber-DVD
- Handbuch
- I/O-Blende
- 1 x SATA-Kabel
- 1 x SATA-Stromkabel (von 4-Pin-Molex)
- 1 x Ultra-DMA-Kabel
Layout
Schwarzes PCB mit schwarzen und blauen Slots, so kommt das MSI 890GXM-G65 daher. Gekühlt wird von zwei grauen Kühlkörpern in Prozessornähe, welche per Heatpipe verbunden sind. Die Southbridge trägt, wie bei den vorigen Kandidaten auch, einen kleinen Kühler – viel zu tun hat sie in heutigen Zeiten aber eh nicht mehr.



Wie von MSI gewohnt, geht der Hersteller bei der Positionierung der Komponenten auf den ersten Blick keine unbekannten Wege. Es findet sich alles an seinem angestammten Platz wieder, welcher auf dem µATX-Mainboard selbstredend nicht in Hülle und Fülle zur Verfügung steht.
Bei genauerer Betrachtung finden sich dann aber doch kleine Eigenheiten, so fällt direkt beim Anschließen des 24-Pin-ATX-Kabels auf, dass es etwas im Mainboardinneren nach dem IDE-Anschluss angebracht werden muss. Eine Position beider Anschlüsse nebeneinander wäre für eine Verkabelung hinsichtlich guter Luftströme sicherlich sinnvoller.
Löblich ist die Position der Speicherbänke, denn diese sind auch bei größeren CPU-Kühlern und RAM-Riegeln mit Heatspreader allesamt gut zugänglich.
Etwas nachlässig war MSI dafür beim Front-Panel-Connector, dieser ist weder anständig beschriftet noch farblich gegliedert. Besonders ist auch Platzierung der Batterie, diese liegt direkt am PCI-Express 2.0 x16 Anschluss, also in vielen Fällen unter der Grafikkarte versteckt. Zwar wird die Batterie nicht alltäglich gewechselt, allerdings haben andere Hersteller dafür bessere Postionen finden können.


Für etwas optische Abwechselung sorgen vier blaue LEDs am oberen Rand, welche den Status des Strommodi der CPU anzeigen. Abgesehen davon war MSI mit Schaltern und Buttons beim 890GXM-G65 etwas sparsam, für einen Ein- oder Resetschalter wäre noch Platz vorhanden. Stattdessen findet man eine OC-Switch mit zwei Reglern, welche – je nach Position – den Prozessor um 10, 15 oder 20 Prozent übertakten. Allerdings sollte das Umschalten nicht „on-the-fly“ sondern im ausgeschaltetem Zustand unternommen werden.
Software
Die beiliegende Software-Sammlung des 890GXM-G65 umfasst die üblichen Verdächtigen, angefangen von Treibern für Chipsatz, Grafik, LAN, RAID, Audio und USB 3.0 über zusätzliche Programme wie Live Update 4 oder Control Center bis hin zur Testversion eines Antiviren-Programms.
Das Control Center zeigt Informationen zur aktuell verbauten Hardware und bietet die Möglichkeit den Prozessor zu übertakten. Der gesamte Aufbau ist recht übersichtlich und die vordefinierten Profile beim OC geben keinen Anlass zur Sorge, beim installierten Phenom II X4 965 wird maximal eine Erhöhung des Bus' um 7 MHz auf 207 MHz vorgeschlagen. Bei manuellen Eingriffen geht, mit höherer Gefahr, natürlich deutlich mehr.
Werden die Systemlüfter vom Mainboard und nicht über eine extra Lüftersteuerung verwaltet, kann deren Maximaldrehzahl unter dem Menüpunkt Green Power nach unten angepasst werden und eine Anzeige gibt die dadurch gesparte Energie aus.
BIOS
Zu Beginn der Betrachtungen wurde das BIOS des MSI-Mainboards auf die Version 1.60 aktualisiert.










Die taktrelevanten Einstellungen fasst MSI im Cell-Menu zusammen, entsprechende OC-Einstellungen könnten außerdem in Profilen abgespeichert werden. Die Einstellungen des internen Grafikchips finden sich unter den Advanced BIOS Features, vermuten würde man sie eher im besagten und recht umfangreichen Cell-Menu. Ansonsten ist das BIOS logisch strukturiert, die benötigte Einstellmöglichkeit wird recht schnell gefunden.
Testsystem
Testsystem
- Prozessor
- AMD Phenom II X4 965 Black Edition (4x 3.43 GHz, 2 MByte L2-Cache, 6 MByte L3-Cache, 2.0 GHz HT)
- CPU-Kühler
- Noctua NH-U12P
- Arbeitsspeicher
- 2x 2.048 MB Corsair XMS3 Dominator DDR3-1600 (8-8-8-24)
- 2x 2.048 MB OCZ Platinum XTC Edition DDR2-1066 (5-5-5-18)
- Grafikkarte
- ATi Radeon HD 3870 (777 MHz / 1.124 MHz), 512 MB
- Netzteil
- Silverstone ST60F (600 Watt)
- Peripherie
- LG GH22NS50 (DVD-Laufwerk)
- Toshiba SD-H802A (HD-DVD-Laufwerk)
- Super Talent Ultradrive GX MLC (SSD mit 128 GB Kapazität und 64 MB Cache)
- Gehäuse
- Lancool Metal-Boned K7 Gold
- Treiberversionen
- ATi Catalyst 10.5
- Software
- Microsoft Windows 7 x64
Benchmarks
Die Einstellungen innerhalb der Grafiktreiber wurden bei den Standard-Settings belassen. Der Prozessor lief mit aktiviertem Cool'n'Quiet.
Als Software wurde PC Mark Vantage, SiSoftware Sandra Lite 2010.1.16.11, Cinebench R10 und ATTO Disk Benchmark v2.41 verwendet. Die Überwachung der Bootzeiten erfolgte mit der Ereignisanzeige „eventvwr“ von Windows selbst. Die Leistungsaufnahme wurde mit einem handelsüblichen Strommessgerät überprüft, dadurch erhält man also den Stromverbrauch des kompletten Systems als Wert.
Als Vergleich dienen das Asus M3A78-T und das Asus M4A79T Deluxe auf Basis von 790GX bzw. 790FX sowie Asus P7P55D und MSI H55M-ED55 auf Basis von Intels P55- bzw. H55-Chipsatz. Als Prozessor kam bei den Intel-Mainboards der Core i7-870 zum Einsatz, bei den Tests der internen Grafik wurde der Core i5-661 verwendet.
PCMark Vantage
PCMark Vantage
Angaben in Punkten
|
Dass die Intel-Prozessoren hier im Vergleich die Nase vorne haben, ist keine Überraschung. Unter den Testkandidaten zeigt sich ein recht ausgeglichenes Bild, ohne besondere Ausreißer nach oben oder unten.
Cinebench
Maxon Cinebench R10
Angaben in Punkten
|
Wie sich in Cinebench zeigt, liegen alle Testkandidaten mit den Boards mit älteren 790er-Chipsätzen auf etwa einem Niveau – zumindest beim Rendering mit einem Prozessorkern. Wie sich beim Rendering mit allen vier Kernen zeigt, sind die neueren Chipsätze besser auf aktuelle Prozessoren wie den Phenom II X4 abgestimmt und erzielen daher sichtlich bessere Werte.
SiSoft Sandra 2010
Prozessor (Arithmetik)
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Prozessor (Multimedia)
Angaben in Megapixel pro Sekunde (MPix/s)
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Bei der Prozessorleistung zeigt sich, dass das Board mit 790FX-Chipsatz etwas zurückliegt. Da sich der Vergleichskandidat mit 790GX-Chipsatz nicht so weit abschütteln lässt, müsste die Lösung hier in einem nicht mehr ganz taufrischen BIOS zu finden sein, das die Phenom-X4-CPUs nicht optimal anspricht.
Speicherbandbreite
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Speicherlatenzzeit
Angaben in Nanosekunden
|
Bei den Speicherbenchmarks zeigt sich insgesamt ein sehr ausgeglichenes Bild unter den Test-Mainboards, auch im Vergleich zu deren Chipsatz-Vorgänger. Aufgrund des DDR2-Speichers mit anderen Timings und Taktraten ist das Asus M3A78-T mit 790GX-Chipsatz hier nicht gelistet.
Spielebenchmarks
Anno 1404
Anno 1404
Angaben in Bilder pro Sekunde (FPS)
|
Im Vergleich zum Referenz-Mainboard mit Intel-Chipsatz samt prozessorinterner Grafik liegen die Kandidaten dieses Tests mit ihren Board-Grafikchips deutlich vorne. Der Vorteil der höheren Taktrate im Vergleich zum 790GX-Chipsatz kann allerdings nicht ausgespielt werden.
Colin McRae: Dirt 2
Colin McRae: Dirt 2
Angaben in Bilder pro Sekunde (FPS)
|
Die durchschnittlichen FPS bei einer Auflösung von 1280x1024 sind allesamt auf einem Niveau. Die Referenz zum H55-Chipsatz fehlt hier, da Colin McRae: Dirt 2 mit der Grafik des Core i5-661 gar nicht lief.
Crysis Warhead
Crysis Warhead
Angaben in Bilder pro Sekunde (FPS)
|
Hier liegen die getesten Mainboards nur minimal vor dem Vergleichswert des H55-Boards. Ansonsten zeigt sich wieder, dass der Vorteil des 890GX-Chips im Vergleich zum Vorgänger marginal ausfällt.
Sonstige Messungen
Schnittstellen
Sowohl die Testkandidaten als auch die Vorgänger-Chipsätze und die H55-Referenz liegen bei den Raten auf einem recht ähnlichen Niveau.
Zwar unterliegen die Leistungswerte bei USB augenscheinlich größeren Schwankungen als es bei SATA der Fall ist, doch zeigen sich auch hier letztendlich keine gravierenden Unterschiede. Obwohl die Differenzen prozentual recht hoch sind, ist hier bei keinem der Boards von einem Defekt bei der USB-Ansteuerung auszugehen. Zumal Messwerte stets gewissen Schwankungen unterliegen.
Bootzeit
Bootzeit
Angaben in Sekunden
|
Mit dem Biostar gibt es bei der Bootzeit einen signifikanten Ausreißer. Der Grund für die bedeutend längere Bootzeit des TA890GXE ist in der bereits erwähnte Tatsache, dass das angeschlossene Laufwerke vom BIOS stets erst beim zweiten Startversuch erkannt wird, zu finden.
Leistungsaufnahme
Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
|
Im Leerlauf zeigen sich teils Differenzen von rund 20 Watt, was auf die unterschiedliche Ansteuerung des Cool'n'Quiet-Modus zurückzuführen ist. Einen recht großen Stromhunger weist das Gigabyte-Board auf. Im Vergleich dazu ist das MSI 890GXM-G65 der sparsamste Kandidat.
Leistungsaufnahme (iGPU)
Leistungsaufnahme (iGPU)
Angaben in Watt (W)
|
Beim Vergleich der Leistungsaufnahme mit interner Grafik zeigen sich kaum Unterschiede bei den Kandidaten. Einzig und allein das Gigabyte GA-890GPA-UD3H zog während des Starts des Betriebssystems kurzzeitig 193 Watt. Danach wurde dieser Wert aber nicht wieder erreicht.
Fazit
Insgesamt verdeutlichen die Benchmarks, dass sich der 890GX-Chipsatz von seinem Vorgänger nicht wesentlich unterscheidet und eher eine Evolution als eine Revolution darstellt. Das trifft sowohl auf die CPU- als auch auf die GPU-Performance zu. Dafür bieten entsprechende Boards aktuelle Schnittstellen, bei USB 3.0 muss allerdings auch bei der 8xxer-Serie auf Zusatzchips zurück gegriffen werden. Doch kommen wir zu unseren Testkandidaten.
Bei der Betrachtung der Mainboards ist das unterschiedliche Format zu berücksichtigen, wir starten mit µATX. Bei den beiden Mainboards Biostar TA890GXE und MSI 890GXM-G65 muss sich das Biostar nicht nur aufgrund der fehlenden USB-3.0-Unterstützung geschlagen geben. Doch das größere Problem des Boards ist der Bootvorgang, welcher stets zwei Anläufe braucht um angeschlossene Laufwerke korrekt zu erkennen. Zwar könnte ein BIOS-Update hier Abhilfe schaffen, doch ob und wann der Hersteller dieses bereitstellt, bleibt vorerst unklar. Einer besseren Platzierung des TA890GXE würde es helfen, denn die sonstigen Leistungen überzeugen – wenn auch mit kleinen Abstrichen beim Layout – gerade aufgrund des günstigen Preises. Somit bleibt für Fans kleiner Boards das 890GXM-G65 von MSI. In den Benchmarks platziert es sich im Mittelfeld und kann auch bei Software und BIOS überzeugen. Mit zwei PCIe-2.0-x16-Slots auf engem Raum sind beim Layout kleinere Kompromisse nötig, welche MSI aber insgesamt gut löst.
Die in ihren Ausmaßen größeren Mainboards namens Asus M4A89GTD Pro/USB3 und Gigabyte GA-890GPA-UD3H unterscheiden sich in ihrer Anschlussvielfalt kaum. Schade nur, dass Gigabyte auf eSATA und LEDs zur Statusanzeige des Boards verzichtet. Auch bei den Benchmarks zeigen sich beide ATX-Kandidaten auf einem ähnlichen Niveau. Beim Stromverbrauch muss sich das GA-890GPA-UD3H dann allerdings deutlich geschlagen geben. Damit sind es letztendlich die kleinen Details, die das M4A89GTD Pro/USB3 mit solidem Layout, zusätzlichen Buttons und zahlreichen Lüfteranschlüssen hier zur besseren Wahl machen.
Empfehlenswert sind somit sowohl Asus M4A89GTD Pro/USB3 als auch MSI 890GXM-G65, wobei es zwischen beiden lediglich eine Frage des Platzes im Gehäuse ist. Das MSI bietet alles Nötige auf engem Raum und das Asus bietet etwas mehr Komfortfunktionen dank besseren Platzverhältnissen.
















