Einleitung
Viel wurde über den mysteriösen Chip namens „Hydra“ geredet, der die gewöhnlichen Multi-GPU-Technologien CrossFire und SLI überflüssig macht und stattdessen auf eine eigene, angeblich bessere Methode setzen soll. Nach der ersten Ankündigung ist dann aber Monate lang erst einmal nichts geschehen. Einige Previews machten die Runde, die im Endeffekt aber nichts handfestes über die Qualität des Hydra-Chips, dessen Hersteller auf den Namen Lucid hören, offenbaren konnten. Erst später wurde der ersten Bordpartner gewonnen: MSI.
Mit dem „Big Bang Fuzion“ kündigte MSI ein High-End-Produkt an, das auf den P55-Chipsatz von Intel setzt und somit sämtliche LGA1156-Prozessoren fasst. Mit von der Partie: Der Hydra-Chip von Lucid, der als eigentliches Kaufargument bei dem Mainboard fungieren soll. Doch daraufhin war wieder Stille angesagt.
So verschob sich das MSI Big Bang Fuzion immer wieder und es kamen sogar Gerüchte auf, dass das Produkt eingestellt worden sei. Diese Gerüchte sind jedoch falsch, denn die Mainboards sind mittlerweile im Handel zu finden. MSI konnte uns mit einem Testsample beliefern, das wir uns auf den folgenden Seiten, natürlich mit dem Fokus Multi-GPU, ansehen werden. Gibt es ab sofort tatsächlich eine flexible Alternative zu CrossFire und SLI?
Impressionen
MSI Big Bang Fuzion
Das Big Bang Fuzion stellt mit dem Big Bang Trinergy die aktuelle Speerspitze der P55-Produkte von MSI dar. Mittlerweile ist die neue High-End-Platine mit dem Hydra-Chip lieferbar, wobei die Kosten mit etwa 320 Euro [1] sehr hoch ausfallen.
Das MSI Big Bang Fuzion wird im normalen ATX-Format gefertigt und ist, wie bereits erwähnt, mit Intels P55-Chipsatz ausgestattet, womit sämtliche LGA1156-Prozessoren angesteuert werden können. Dem Käufer stehen dabei unter anderem vier DDR3-Bänke zur Verfügung, die mit einer maximalen Frequenz von 2.133 MHz (im übertakteten Zustand) umgehen können. Mit gleich drei PCIe-2.0-x16-Slots ist das Mainboard ausgestattet, wobei aber nur der erste und der zweite Slot mit den vollen 16 PCIe-Lanes betrieben werden. Bei Vollbestückung sind zwei Slots mit acht Lanes angeschlossen und nur einer mit den vollen 16.
Zusätzlich gibt es wei PCIe-x1- sowie zwei altgediente PCI-Slots. Optische Laufwerke sowie Festplatten finden an gleich zehn SATA-II-Schnittstellen ihren Platz, wobei für ältere Geräte auch ein IDE-Anschluss vorhanden ist. Auf einen Floppy-Anschluss verzichtet MSI dagegen. Auf der I/O-Blende findet der Käufer zwei PS/2-, acht USB-2.0-, zwei eSATA- sowie einen FireWire-Anschluss vor. Zwei Gbit-Ethernet-Controller sind ebenso vorhanden.
Die Kühlung fällt auf dem MSI Big Bang Fuzion recht simpel aus, da keine der Komponenten einen großen Stromverbrauch erzeugt. So sind über den Bauteilen (inklusive Hydra-200-Chip) nur recht kleine Kühlkörper angebracht. Der P55-Chipsatz sowie de Spannungswandler sind zudem mit einer 8-mm-Heatpipe bestückt.
Das MSI Big Bang Fuzion wurde dafür ausgelegt, möglichst hohe Übertaktungsergebnisse zu erzielen. So kommt das Mainboard unter anderem mit dem „OC Dashboard“ daher (eine externe Steuerungseinheit für Taktraten und Spannungen, um so das Übertakten einfacher zu gestalten). Die „OC Genie“-Funktion (mittels eines Knopfes auf der Platine) soll ohne „Handarbeit“ stabile Taktfrequenzen hingegen automatisch heraus finden. Ermittelt werden diese von einem separaten „OC Genie“-Chip.
Auf dem Big Bang Fuzion sollen nur höherwertige Komponenten wie zum Beispiel „Full Hi-c Cap“-Kondensatoren. Dies soll die maximal mögliche Temperatur um 25 Prozent erhöhen - ebenso die Effizienz. Die Lebensdauer soll ebenfalls verbessert worden sein.
Für den Ton auf dem MSI Big Bang Fuzion sorgt die separate „Quantum Wave“-Karte (7.1-Kanäle inklusive SPDIF und optischem Digitalanschluss, 24-Bit/192 kHz), die in einem PCIe-x1-Slot gesteckt werden muss. Sie trägt eine THX-Zertifizierung und kann darüber hinaus Creatives EAX-5.0-Effekte berechnen. Der Soundchip ist HDCP-kompatibel, sodass die Wiedergabe einer Blu-ray kein Problem darstellt. Durch einige von THX entwickelten Soundformate sollen unter anderem Stereo-Material auf bis zu sieben Kanäle hochgerechnet oder komprimierte MP3-Dateien qualitativ verbessert werden.
MSI stattet das Big Bang Fuzion mit einem vielseitigen Zubehör aus. So findet der Käufer in dem Karton neben dem „OC Dashboard“ einen USB-auf-Mini-USB-Adapter, drei SATA-Kabel inklusive Stromadapter, ein IDE-Kabel, eine Blende mit zwei USB-Anschlüssen, eine Blende mit zwei eSATA-Möglichkeiten inklusive Stromstecker und ein eSATA-Kabel vor. Eine Treiber-CD inklusive diverser MSI-eigener Tools und ein Datenträger mit der Software für den Hydra-Chip von Lucid fehlen genauso wenig.
Technische Details
Das MSI Big Bang Fuzion kommt mit dem Hydra-200-Chip von Lycid daher, mit dem wir uns nun etwas genauer beschäftigen wollen. Der Chip ermöglicht Multi-GPU abseits der gewöhnlichen CrossFire- beziehungsweise SLI-Technologie, womit es für den Bordpartner nicht mehr nötig ist, diese lizenzieren zu lassen. Mit CrossFire kann das Big Bang Fuzion dennoch um gehen, mit SLI nicht.
All' zu viel über die Technik und die Funktionsweise des Hydra-Chip können wir an dieser Stelle leider nicht bekannt geben, da es sich zu einem Großteil noch um ein nicht gelüftetes Geheimnis handelt. Denn angeblich soll der Hydra 200 kein AFR (Alternate Frame Rendering, jede GPU rechnet nacheinander komplett ein eigenes Bild) nutzen, sondern auf eine Art modifiziertes Split Frame Rendering setzen, bei dem die Rechenkerne sich die Arbeit an einem Bild teilen.
Da gewöhnliches SFR mit einer modernen Engine nicht funktioniert, müsste Lucid da Verfahren allerdings verändert haben. Hier soll der Hydra-200-Chip eingreifen, der sich zum Beispiel um die Verteilung der zu berechnenden Daten kümmert, was bei den Methoden von ATi und Nvidia nicht der Fall ist. Mit SFR könnten zudem einige Negativeffekte von AFR, wie zum Beispiel das Mikroruckeln, umgangen werden. Doch ob der Hydra 200 schlussendlich wirklich eine andere Methode als AFR nutzt ist fraglich: Zumindest in Crysis Warhead ist es definitiv ganz normales AFR, das zum Einsatz kommt (später dazu mehr).
Da technische Details mehr geraten werden müssen als sie bekannt sind, wollen wir uns nun auf die harten Tatsachen konzentrieren. Die Hydra-Technologie benötigt einen eigenen Treiber, der von der MSI-Seite zum Big Bang Fuzion [2] herunter geladen werden kann. Wir haben diesen Test mit der Version v1.4.108 bestritten.
Generell ist Hydra um einiges flexibler als CrossFire oder SLI. Denn so ist es nicht nur möglich, Grafikkarten von einem Hersteller innerhalb einer Generation zu mischen (zum Beispiel HD 5870 mit HD 5850), was zumindest CrossFire mittlerweile ebenfalls beherrscht. Darüber hinaus ist das auch mit unterschiedlichen Generationen möglich (HD 4890 mit HD 5870) und, als Krönung, zu guter Letzt ein Mischbetrieb aus einer ATI- und Nvidia-Karte (HD 5870 mit GTX 285) konfigurierbar. Die Mischbetriebe können jedoch merkwürdige Grafikfehler zur Folge haben, denen wir einen eigenen Abschnitt gewidmet haben.
Sollen zwei absolut identische Grafikkarten genutzt werden, ist die Installation sehr einfach. Einfach beide Grafikkarten einbauen (eine CF- oder SLI-Brücke ist nicht notwendig), den Grafikkarten-Treiber installieren, CrossFire oder SLI deaktivieren und anschließend den Hydra-Treiber aufspielen. Dieser muss immer zuletzt installiert werden.
In den herstellerreinen Mischbetrieben kann genauso verfahren werden, nicht aber, wenn eine ATi- und eine Nvidia-Karte eingesetzt wird. Dann soll auf Empfehlungen von Lucid die Nvidia-Karte in den primären und die ATi-Karte in den sekundären PCIe-Slot. Anschließend beide Treiber installieren und dann den Hydra-Treiber. Letzteres funktioniert übrigens ausschließlich unter Windows 7, während alle anderen Konfigurationen genauso mit Windows Vista möglich sind. Windows XP wird generell nicht unterstützt.
Beim Hersteller-Mischbetrieb ist daraufhin nur das Nvidia-Panel nutzbar, das ATi-Treibermenü dagegen nicht. Das kann bei aktivierten Qualitätseinstellungen zu Schwierigkeiten führen, wenn beide Karten diese unterschiedlich ansteuern.
Ist der Hydra-Treiber installiert und Hydra angeschaltet, ist eigentlich alles erledigt. Mehr kann nicht eingestellt werden. Doch wird an dieser Stelle gleich der größte Nachteil von Hydra sichtbar: Die Technik arbeitet genau wie alle anderen Multi-GPU-Verfahren mit Profilen und hat ein Spiel kein vorgefertigtes Profil, kann theoretisch zwar ein neues manuell angelegt haben, funktioniert hat das in unserem Test aber bei keiner einzigen Anwendung. Und selbst wenn es ein Profil gibt, heißt dies nicht, dass Hydra einwandfrei funktioniert. Viele Profile gibt es aktuell auch noch nicht, selbst einige bekannte Titel wie Far Cry 2 fehlen.
Aktuell ist Hydra mit sämtlichen Nvidia-Grafikkarten ab der GeForce-9000- und der Radeon-HD-4000-Serie kompatibel. Soll es allerdings einen Mischbetrieb aus einer ATi- und Nvidia-Karte geben, ist die Auswahl weiter eingeschränkt. Dann laufen generell nur die teureren Modelle. Genauere Informationen findet man dazu bei MSI. Eine weitere Limitierung sind die derzeit möglichen APIs: DirectX 9 und Direct X 10 werden unterstützt. DirectX 11 soll mit einem kommenden Treiber funktionieren, von OpenGL ist bis jetzt noch nichts bekannt. Drei und mehr Rechenkerne folgen später, aktuell sind nur zwei drin.
Technische Schwierigkeiten
Bevor wir genauer auf die Performance des Hydra-200-Chips auf dem MSI Big Bang Fuzion eingehen, müssen wir uns zuerst noch mit den Problemen während der Testphase beschäftigen. Und davon gab es leider mehr als genug!
Zuallererst staunten wir nicht schlecht, als auf der Platine noch nicht einmal CrossFire mit zwei gewöhnlichen Radeon-HD-5870-Karten laufen wollte. Eine davon war von MSI, eine andere von AMD. Eine Lösung hatten wir zum Glück schnell gefunden: Merkwürdigerweise funktionierte CrossFire nur, wenn das Referenzdesign im ersten Slot und die MSI-Karte im zweiten Slot steckte.
Nur wenige Minuten später standen wir vor einem weiteren Problem: Hydra konnte zwar aktiviert werden, funktionierte schlicht und ergreifend aber nicht. Und dieses Mal waren die Treiber schuld, denn die Version v1.4.108 funktioniert weder mit dem Catalyst 10.1 noch mit dem GeForce 196.34. Deswegen mussten wir auf den Catalyst 9.12 und den GeForce 195.62 zurück greifen. Es klappte. Doch bereits kurze Zeit später standen die nächsten Schwierigkeiten auf dem Tagesplan.




Hydra funktioniert aktuell nur mit wenigen Spielen, da viele Profile noch fehlen. Somit mussten wir unseren Testparcours stark umstellen, zumal DirectX 11 generell nicht funktioniert. Aber auch Spiele, zu denen es ein Profil gibt, funktionierten manchmal nur teilweise (Crysis Warhead und dann nur die 32-Bit-Version) oder gar nicht (Red Faction Guerilla). Als all' diese „Startschwierigkeiten“ endlich überwunden waren, ging es mit der Bildqualität los.
Als Beispiel haben wir uns für diese Betrachtung Crysis Warhead ausgesucht, da der First-Person-Shooter sehr allergisch auf Hydra zu reagieren scheint. Die meisten anderen Spiele sind weniger kritisch, aber teilweise dennoch weit weg vom Zustand optimal (Resident Evil 5, Stalker Clear Sky, Company of Heroes). Solange zwei Nvidia-Karten desselben Typs verbaut werden, macht Hydra allerdings auch bei Crysis Warhead noch keine Schwierigkeiten, ärgerlicher wird dann jedoch bereits beim Wechsel auf zwei identische Radeon-HD-5870-Modellen, da Crysis Warhead daraufhin teilweise stark anfängt zu flackern. Auf Videos ist dieses Phänomen leider nicht festzuhalten, da Fraps immer nur die Daten von einer GPU aufgenommen und die der anderen ignoriert hat. Aber selbst auf Bildern werden die Probleme deutlich. So geht auf der zweiten GPU in einer Szene die gesamte Helligkeit verloren, einige Schritte weiter verschwindet das Problem dagegen wieder. Normales CrossFire hat damit nicht zu kämpfen.




Auch bei einer Mischbestückung zeigen sich die Nvidia-Probanden (GeForce GTX 285 und GTX 260) gut aufgestellt. Crysis Warhead wird durchgängig ohne Grafikfehler dargestellt. Die ATi-Fraktion hat dagegen unabhängig von der Generation (HD 5870 mit HD 5850 oder HD 5870 mit HD 4890) dieselben Probleme wie schon zuvor.
Davon abgesehen funktioniert das Mischen der beiden Generationen innerhalb der Lager, obwohl sie eine leicht andere Bildqualität aufweisen, übrigens überraschend gut. Grafikfehler (abseits der erwähnten) sind uns keine aufgefallen. Nichtsdestotrotz: Soweit normales CrossFire eine Kombination ermöglicht, ergeben sich dort keine Fehler.
Das reinste Chaos mit den „interessantesten“ Ergebnissen kommt dagegen beim gleichzeitigen Einsatz einer ATi- (HD 5870) und einer Nvidia-Karte (GTX 285) zu Stande. Quasi jedes Spiel zeigt dann Grafikfehler, wobei Crysis Warhead wieder am schlimmsten betroffen ist. In unserer ersten Testszene geht bei der zweiten GPU (ATi) wieder die komplette Beleuchtung verloren. Nach kürzester Zeit sieht das Bild zudem nur noch „verstrahlt“ aus.




Die gesamte Beleuchtung kommt im Spielverlauf durcheinander und erholt sich nicht mehr. Darüber hinaus flackern beinahe sämtliche Texturen. Crysis Warhead zeigt zudem eindrucksvoll, dass Hydra zumindest teilweise dann doch AFR benutzt. Bei dem Bild, das von der Nvidia-Karte erzeugt wird, wird das im Treiber applizierte 16xAF korrekt dargestellt. Dies kann auf der ATi-GPU aufgrund des fehlenden Catalyst Control Panel nicht dargestellt werden, weswegen die anisotrope Filterung auf jedem zweiten Bild nicht vorhanden ist – ein beinahe schon lustiges Verhalten.
Zusammengefasst funktioniert die Hydra-Technologie also ganz gut, solange ausschließlich Nvidia-Karten genutzt werden. Es gibt hier und da einige Grafikfehler, die sich aber in Grenzen halten. Wechselt man dagegen in die ATi-Fraktion, ist Hydra in vielen Spielen nicht mehr zu gebrauchen. Nur wenige laufen ordnungsgemäß. Beim gleichzeitigen Betrieb einer ATi- und Nvidia-Karte, also dem Steckenpferd der Plattform, ist dagegen alles vorbei.
Von den Bildfehlern abgesehen wollen wir nicht vergessen, dass Spiele zeitweise auch gerne einfach so abstürzen. Manchmal einfach nur beim Umstellen der Auflösung, manchmal nach wenigen Minuten im Spielbetrieb. Und damit nicht genug. Auf der nächsten Seite widmen wir uns den Mikrorucklern.
Hydra und die Mikroruckler
Die gefürchteten Mikroruckler sind mit die größten Schwierigkeiten beim Betrieb von Multi-GPU-Systemen. Diese treten auf, wenn die beiden Grafikkarten im AFR-Modus laufen und die Frameraten sich der 30-FPS-Marke und darunter annähernd. In dem Fall schickt jede GPU die fertig gerenderten Bilder nicht in gleichen Zeitabständen ab. Mal sind die Abstände extrem kurz, mal extrem lang. Dadurch entsteht eine Art Ruckeln, was ein Spielvergnügen oft gar nicht erst aufkommen lässt.
Nach einer Reihe von Tests zeigt sich: Mikroruckler gibt es mit einem Hydra 200 genauso wie mit CrossFire oder SLI, was unsere Vermutung bestätigt, dass auch die Lucid-Technik AFR verwendet. Allerdings scheint der Chip zumindest teilweise etwas gegen dieses Phänomen zu unternehmen. Doch schauen wir uns zuerst einmal das Diagramm mit zwei identischen ATi-Karten, in dem Fall zwei Radeon-HD-5870-Modelle, an. Als Spiele haben wir uns dazu für Crysis Warhead sowie Stalker Clear Sky entschieden, da dort Mikroruckler häufig auftreten.
In Crysis Warhead sehen wir bereits bei den mit Fraps aufgenommenen Frametime-Messungen, dass CrossFire in dem Spiel von Mikrorucklern betroffen ist. Das Diagramm sieht zwar schlimmer als der Spielablauf aus, nichtsdestotrotz sind unschöne Ruckler zu spüren. Der Hydra-200-Chip schlägt sich dagegen viel besser. Dort sind keine Mikroruckler (dafür die anderen Probleme) zu bemerken. In Stalker Clear Sky schenken sich die Probanden dagegen nichts. Beide Lösungen weisen ein immenses Mikroruckeln auf und ein flüssiges Spielen in niedrigen FPS-Bereichen ist so nur schwer möglich.
Nvidia hat vor einiger Zeit etwas gegen die Mikroruckler unternommen und dies zeigt seine Wirkung. Verschwunden ist das Problem nicht, wurde dafür aber spürbar verringert. Crysis Warhead ist so selbst bei 30 Bilder pro Sekunde noch ohne Schwierigkeiten spielbar. Stalker Clear Sky ist dagegen selbst für SLI hartnäckig und zeigt Mikroruckler, wenn auch nicht in dem Ausmaße wie CrossFire oder Hydra 200. Optimal ist das Ergebnis aber noch lange nicht.
Bei der Kombination einer Radeon HD 5870 mit einer Radeon HD 5850 weist CrossFire in Crysis Warhead genau wie bei zwei identischen Karten ein sehr suboptimales Ergebnis auf. Doch der Hydra-200-Chip fängt hier plötzlich genauso an zu schwächeln und ist in der Disziplin plötzlich um keinen Deut besser als die ATi-Technologie. Bei Stalker Clear Sky stellen wir dasselbe fest.
Bei einer GeForce GTX 285 in Kombination mit einer GeForce GTX 260 zeigt der Hydra-200-Chip in Crysis Warhead einen etwas störenden Spielfluss. Die Mikroruckler sind zwar nicht stark ausgeprägt, aber durchaus vorhanden. Dasselbe gilt für Stalker Clear Sky, wobei sich das Spiel in der genutzten Hardwarekonfiguration interessanterweise recht schonend zeigt. Der Spielfluss ist ordentlich.
Die Mischung einer ATi- und einer Nvidia-Karte ist mit dem Hydra-200-Chip derzeit – wie gezeigt – eh nicht zu empfehlen, weswegen die Problematik der Mikroruckler in dem Fall geradezu unwichtig erscheinen. Soviel sei aber gesagt: Bei solch einer heiklen Mischung sind die Mikroruckler extrem ausgeprägt. Vielleicht entstehen diese aber auch durch die ohnehin problematische Darstellung.
Testsystem
Testsystem:
- Prozessor
- Intel Core i7 750 (übertaktet auf 3,2 GHz, Quad-Core)
- CPU-Kühler
- Noctua NH-U12P
- Motherboard
- MSI Big Bang Fuzion (Intel P55, Lucid Hydra 200)
- Arbeitsspeicher
- 2x 2.048 MB Corsair DDR3-1600 (8-8-8-24)
- Grafikkarten
- ATi Radeon HD 5870 (850/2.400), 1.024 MB
- ATi Radeon HD 5850 (725/2.000), 1.024 MB
- ATi Radeon HD 4890 (850/1.950), 1.024 MB
- Nvidia GeForce GTX 295 (576/1.242/999), 2x 896 MB
- Nvidia GeForce GTX 285 (648/1.476/1.242), 1.024 MB
- Nvidia GeForce GTX 275 (633/1.404/1.134), 896 MB
- Nvidia GeForce GTX 260 (576/1.242/999), 216 ALUs, 55 nm, 896 MB
- Netzteil
- Coolermaster M850 Real Power Pro Modular (850 Watt)
- Peripherie
- Pioneer BDC-202BK SATA Blu-ray-Laufwerk
- Western Digital Caviar Black mit 1.000 GB und 32 MB Cache
- Gehäuse
- Corsair Obsidian 800D
- Treiberversionen
- ATi Catalyst 9.12
- Nvidia GeForce 195.62
- Software
- Microsoft Windows 7 x64
- Microsoft DirectX 9.0c
- Microsoft Direct3D 10
Benchmarks
3DMark Vantage
3DMark Vantage - Extreme
Angaben in Punkten
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Bioshock
Bioshock - 1920x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Call of Duty 5
Call of Duty 5 - 1920x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Company of Heroes
Company of Heroes - 1920x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Crysis Warhead
Crysis Warhead - 1920x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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H.A.W.X.
H.A.W.X. - 1920x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Resident Evil 5
Resident Evil 5 - 1920x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Stalker Clear Sky
Stalker Clear Sky - 1920x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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World in Conflict SA
World in Conflict SA - 1920x1200
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Performancerating
Rating - 1920x1200 4xAA/16xAF
Angaben in Prozent
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Rating - 1920x1200 8xAA/16xAF
Angaben in Prozent
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Fazit
Mit dem Big Bang Fuzion hält MSI eines der derzeit interessantesten Mainboards am Markt im Portfolio. Denn bei dem Mainboard handelt es sich um das erste Exemplar, das den Hydra-200-Chip von Lucid unterstützt. Damit kann auf der MSI-Platine der Betrieb mit mehr als einer Grafikkarte realisiert werden, ohne dass auf die gewöhnlichen Technologien CrossFire oder SLI zurück gegriffen werden muss. Und Lucid verspricht einige Vorteile gegenüber den anderen Verfahren.
Wenn man sich rein die Performance in den Spielen anschaut, in denen Hydra ordnungsgemäß funktioniert, dann kann die Technik durchaus durch eine hohe Leistung glänzen. In 1920x1200 inklusive Anti-Aliasing sowie anisotrope Filterung sind zum Beispiel zwei Radeon-HD5870-Karten nur minimal langsamer als bei der Nutzung von CrossFire, in einigen Titeln liegt das Gespann gar vorne. Auch zwei GeForce-GTX-285-Karten von Nvidia zeigen eine gute Leistung.
Im Mischbetrieb mit einer Grafikkarte aus derselben Generation ist die Geschwindigkeit immer noch ordentlich – bei ATi und bei Nvidia. Wird eine ATi- mit einer Nvidia-Karte gemischt, fällt die Performance dagegen stark zurück. Einige Spiele, die ansonsten einwandfrei funktionieren, starten teilweise gar nicht mehr. Andere Spiele laufen dagegen langsamer als mit einer Einzelkarte und nur wenige zeigen eine brauchbare Skalierung.
Hier und da zu gefallen weiß beim Lucid Hydra 200 die Problematik der Mikroruckler. Diese reicht nicht an das Niveau von Nvidias SLI-Technologie heran, besser als CrossFire ist die Lucid-Lösung aber allemal. In manchen Spielen sind bei einigen Grafikkarten-Kombinationen Mikroruckler zu spüren, die meisten weisen sie aber nicht auf.
Doch diese Vorteile sind schnell vergessen, wenn man die Nachteile des Hydra 200 mit dem aktuellen Treiber bedenkt. Angefangen bei der Inkompatibilität einiger Grafikkartentreiber, die gar nicht erst funktionieren, fällt schnell die noch leere Profilliste an Spielen bei den aktuellen Treibern auf. Noch schlimmer: Bei Hydra heißt ein vorhandenes Profil nicht viel. Uns sind einige Spiele begegnet, die trotz eines Profils nicht funktioniert haben. Ein manuelles Hinzufügen ist zwar theoretisch möglich, hat bei uns aber nie geklappt.
Doch damit nicht genug. Wenn es läuft, macht einem bei Hydra schnell die Grafik einen Strich durch die Rechnung. Solange nur Nvidia-Karten genutzt werden, halten sich Fehler zwar in Grenzen. Sobald aber eine ATi-Grafikkarte eingesetzt wird, treten in vielen Applikationen Grafikfehler auf. Manche davon sind weniger störend, einige ein „No Go“. Mischt man eine ATi- mit einer Nvidia-Karte, gibt es die interessantesten Ergebnisse auf dem Monitor – absolut unbrauchbar.
So hart es klingt: Mit den aktuellen Treibern ist Hydra nicht zu gebrauchen. Sowohl CrossFire als auch SLI sind Hydra um Meilen voraus. Theoretisch hat Hydra mit den nur selten vorhandenen Mikrorucklern und den möglichen Mischkombinationen an Grafikkarten durchaus Potenzial, eine lohnenswerte Errungenschaft zu sein. Praktisch bleibt davon zurzeit noch nicht viel übrig.








